Zu Fuß oder mit dem Laufrad in der Stadt und Autonomiephase - wie macht man das mit mehreren Kindern?

  • Ich war heute mal wieder mit dem Bärchen einkaufen - zu Fuß bzw. er mit seinem Laufrad. Er macht das eigentlich schon toll, hört sogar meistens und ist ganz stolz darauf, dass er an der Gehwegkante immer anhält.
    Nun ist er aber akut in seiner Autonomiephase und wenn er sich ärgert (z.B. weil er alleine fahren will, ich ihn aber treiben muss, eine Hand an ihm habe, wenn wir die Straße überqueren wollen), dann lässt er sich fallen wie ein nasser Sack. Gerne auch mitten auf dem Zebrastreifen. Dann muss ich ihn und das Laufrad und evtl. noch Einkaufstasche oder Trolley hochheben oder -ziehen und von der Straße tragen. Das fühlt sich doof an, geht aber nunmal nicht anders.
    Mit Laufrad ist es eigentlich noch besser als ohne, denn da kann er nicht so schnell abspringen, dass er mir entwischen könnte.
    Ich halte das ja für ganz normal für einen 2,3jährigen, aber frage mich doch, vor Allem, wenn ich Eltern, Tagesmütter oder Erzieherinnen sehe, die mit mehreren Kindern unterwegs sind:


    Wie machen die das denn?? Sind die anderen Kinder da alle so unkompliziert? Ich würde mir niemals zutrauen, neben meinem Sohn noch ein anderes Kind dabei zu haben. Weder im Buggy, noch zu Fuß...

    "Eigentlich weiß man nur, wenn man wenig weiß. Mit dem Wissen wächst der Zweifel." (Goethe)

    Einmal editiert, zuletzt von bärin ()

  • Hallo,


    ich könnte mir vorstellen, dass Kinder bei der Tagesmutter / in der KiGa-Gruppe einfach besser mitmachen als bei den eigenen Eltern.


    Eigene Erfahrung kann ich nicht beisteuern, weil wir aus der Großstadt weggezogen sind, als unsere Nr. 2 ein halbes Jahr alt war, aber mit den Erfahrungen, die ich mit meiner ersten gemacht hatte, hätte ich mich niemalsnicht getraut, mit zweien mit Laufrad o.ä. unterwegs zu sein. *schwitz*

  • als unser kleiner geboren wurde, war unsere tochter auch in dem alter. und wir hatten ein paar mal die situation, dass sie viel zu weit weg fuhr und ich ihr panisch hinterher brüllen musste oder mich von weitem schweissgebadet darauf verlassen musste, dass sie anhält und nicht einfach quer über die strasse fährt.
    ging gar nicht. ich konnte ihr mit neugeborenem baby auch nicht hinterherrennen.


    desswegen war ich sehr konsequent. ich habe ihr erklärt, was geht und was nicht. und habe ihr gesagt, dass sie zu fuss gehen muss, wenn sie nicht auf mich hört, weil es unheimlich gefährlich ist.
    bei euch ist es "nur" die situation am zebrastreifen, habe ich das richtig verstanden. da würde ich auch vorher besprechen, wie ihr über die strasse kommen wollt und ihn dann machen lassen, und wenn es nicht funktioniert oder er sich nicht daran hält, würde ich ihn an die hand nehmen und fahrrad tragen.


    ich bin im strassenverkehr sehr streng. habe einfach angst.

    Mandragora
    mit Sonnenschein 07, Kuschelbär 10, Zwerglein 14, kleine Bohne 20

  • Nein, da sind nicht alle Kinder so unkompliziert. Ich habe zb ein Weglaufkind und bin sehr froh, dass sie an Laufrädern bislang nicht das geringste Interesse zeigt, ich kann sie ja teilweise kaum einholen wenn sie lossprintet, daher haben wir noch meist den Buggy dabei.

    Was machen Sie? Nichts. Ich lasse das Leben auf mich regnen.
    Rahel Varnhagen

  • Angst habe ich auch, weshalb ich mit ihm fast nicht mehr nur zu Fuß gehe. Da ist er mir echt mal vor der Haustür zwischen einem Baugerüst durchgeschlüpft und stand dann auf der STraße #kreischen . Mit Laufrad klappt es insofern besser, dass ich immer neben ihm her joggen kann und er sich mir nicht so schnell entwinden kann, wenn ich ihn an der Schulter oder Jacke halte und stoppe.
    Das Problem ist das Überqueren der Straße - oft geht es super, aber manchmal bleibt er stehen und wenn ich dann antreibe, folgt ein Wutanfall. Ich dachte mir nur heute - wenn ich noch ein Kind bei mir hätte, das ginge gar nicht. Mit ihm alleine geht es, weil ich immer direkt an ihm dran bin und binnen Sekundenbruchteilen eingreifen kann.

    "Eigentlich weiß man nur, wenn man wenig weiß. Mit dem Wissen wächst der Zweifel." (Goethe)

  • also ich hab ja drei....baby, nen 3 udn nen 5 jährigen....beide großen haben immer so ihre autonomiephasen...der kleine ist grad ind ieser typischen "trotzigen" phase, wo es wirklcih ums neinsagen geht und den willen, kompromisse etc. aber ihn kann man auch locken, ablenken usw. der große ist in einer phase, wo er wirklich aktiv mehr sleber bestimmen will, vorgeben bis wohin er geht, mal alleine wohin usw. schwer zu beschreiben, aber er ist irgendwie in einer ganz eigenen anderen autonomiephase.
    jedenfalls gibts hier dadurch oft schwierige situationen, weil der eine dies will, der andere das udn baby immer im schlepptau.
    ehrlcih gesagt weiß ich auch nicht, wie wir das wuppen, aber es geht. viel geduld, versuchen präventiv konflikte zu vermeiden, gründlich planen, viel reden, gute mischung aus "konsequent" bleiben und nachgeben (muss man individuell einschätzen) und sich nur auf situationen einlassen, die man sich zutraut....hm....irgendwie so klappt es dann auch.


    aber definitiv kann ich bestätigen, dass kinder im kiga (und somit wohl auch bei ner tagesmutter) ganz anders sind, ist einfach so....zuhause ist immer was anderes.


    man braucht einfach unheimlcih viel fingerspitzen gefühl......und auch wenns doof klingt "klare regeln"....je mehr kinder umso wichtige finde ich..

  • ich hab die grosse gedrillt. (abgesehen davon, dass sie eigentlich generell zuverlässig ist).
    sie musste auf mich hören, wenn nicht, war sense mit dem laufrad. d.h. eine kleine verfehlung und das rad war weg und sie musste laufen. da sie das ungern tat, hielt sie sich an meine vorgaben.
    das war dann, als nr2 kam, auch kein problem mehr. ich war oft mit baby im wagen und nr1 auf dem rad unterwegs in der stadt. #weissnicht


    aber ich gehör auch zu denen, die ihre kinder sehr selten an der hand nimmt zb. sie laufen meist frei rum. ich hab sie immer nur an die hand genommen, um eine strasse zu überqueren, ansonsten nicht, es sei denn sie wollten es.


    heute mit 4.5 fährt sie mit ihrem rad voraus und hält vor der kreuzung, ohne dass ich etwas sagen muss, sie ist da total zuverlässig. (aber gut, unter anderen umständen würde sie auch alleine in den kindergarten laufen jeden tag).

    mit elfchen 04/09 und minielfchen 03/12


    quand ta thèse te pousse à bout et que tu veux tout arrêter kannste vergessen.


    #rose 49,7

    Einmal editiert, zuletzt von ainu ()

  • Huhu,
    Bei uns läuft es auch nur über klare regeln. Bei nicht hören bleibt das Rad direkt dort stehen (wird da angeschlossen oder kommt in den fahrradanhänger) und das Kind kommt an die Hand.
    Bei wiederholtem nichthören oder rumkaspern kommt das Rad eine Woche in den Keller und es wird gelaufen. Da das keiner will, ist das bislang nur einmal vor Ca 3 Jahren vorgekommen (seitdem ist klar, dass es keine leere Drohung ist).


    LG Sandra

  • ich habe immer viel angst, wenns um den straßenverkehr ging. vieles ließ sich nicht vermeiden (weg zu fuß zur bushaltestelle, einkaufen...) aber ich habe nie verstanden, wie es mütter schaffen, mit kind laufrad oä einfach so mal spazieren zu fahren - bei allem drill un dgehorsam und zuverlässigkeit: manchmal bricht doch der eigenen wille durch beim kind un ddann steht es auf der straße.


    wie könnt ihr euch so sicher sein, dass kind nicht doch mal losprescht und NICHT hört? kleinkinder machen so einiges unvernünftiges, wenn sie im affekt sind...


    konsequenz bei mir ist dann leider auch, dass alle erst mit sechs, sieben oder acht jahren fahrrad fahren gelernt haben, laufräder gab es nicht (das war alles in der stadt, seit zwie jahren leben wir audf de,m dorf, da können sie wenigstens auf unserem hof üben).


    lg,
    janos

  • Hier gehen die Tagesmütter oft mit so spez. Schiebewagen los- da passen ziemlich viele Kinder gleichzeitig rein. In den KIGA mit U3 Kindern gibt es diese Wagen auch fast immer.


    Die Tagesmutter von F. damals hatte so einen Wagen nicht. Die ging dann aber eben nur in einem sehr verkehrsberuhigten Bereich auf einer Allee mit den Kindern spazieren.


    Ich habe noch keine Kleinkindergruppen mit nur einer Erwachsenen an vielbefahrenen Straßen gesehen. Das wäre mir auch zu riskant.

    LG Miriam mit 2 Jungs (2004 und 2006)

  • Meistens hat man ja in einer Familie Kinder mit unterschiedlichem Alter. Wenn ich hier unterwegs bin (jeden Tag, Kleinstadt) fahren die beiden großen Fahrrad, der kleine Laufrad oder bei mir im Sitz. Auf die großen kann ich mich 100% verlassen, die kennen auch den Weg und wissen, wo sie spätestens anhalten müssen (bzw. würden sie auch gut nach Hause finden, auf sicheren Wegen und ohne Faxen). Wir haben das sehr lang trainiert bzw. üben jeden Tag (Gebetsmühlenartig: "So, jetzt fahrt ihr mal alle zusammen zum Zebrastreifen, dann anhalten ja genau, absteigen, Hand raus - schau, die Autos halten alle, jetzt könnt ihr rüberschieben, Prima..." *mundfusselich*) Wenn der kleine Laufrad fährt, fahre ich manchmal mit auf dem Gehweg, wenn sie nicht auf meiner Straßenseite fahren können, meistens aber auf der Straße nebenher. Außerdem haben wir die Standard-Wege sehr optimiert, damit es da möglichst nicht zu gefährlichen Überquerungen kommt.


    Wenn einer Quatsch macht, muss er bei uns auch laufen, hab das auch bei Tageskindern so gemacht. Geht nicht anders, wenn wir mit mehreren Kindern und im Verkehr unterwegs sind.


    Sehr zu empfehlen: dieser Gurt von Puky, mit dem man ein Laufrad über der Schulter/überm Kinderwagen bzw. Anhängerschieber tragen kann (damit man die Konsequenz auch sinnvoll durchziehen kann...)


    Wenn ich mal mit "fremden" Kindern unterwegs bin, machen meine großen die Leithammel, und ich mach genaue Ansagen ("bis zum roten Auto", "bis zum Dom", "bis zum XY-Laden"), da warten dann alle bis die Gruppe wieder zusammen ist.


    Worauf ich speziell achte: Wenn eine Gruppe über den Zebrastreifen will, sollen sich alle ein gutes Stück vor dem Übergang sammeln und dann geschlossen rüberschiebt (damit nicht der erste schonmal die Autofahrer anhält und dann doch nciht rübergeht, weil er ja noch auf die anderen wartet, und dann die Autofahrer ungeduldig werden etc.) Bei Ampeln genauso, da wird erst gedrückt wenn alle da sind.

    k. (*1979) mit p. (*02/2006), k. (*09/2008), h. (*12/2010) und f. (*09/2015)

  • @ janos
    Wesentlich ist natürlichwo man wohnt bzw wo man langfährt. Geübt haben meine beiden Grossen zunächst auf waldwegen - dann kam der weg zur Kita - 30er Zone mit nur 3 wenig befahrenen querstrassen...


    LG


  • wir waren immer in der stadt und haben auch immer von anfang an auf strassen geübt (natürlich auch in parks und im wald, klar, aber viel halt auch auf gehwegen von befahrenen strassen. und das echt wie bei braten. mit ganz genauen anweisungen.
    meine grosse ist mir mit 2.5 genau einmal über die strasse gerannt (bewusst, ich war gerade dabei, ihre hand zu nehmen und hab das auch so angekündigt, sie hat die hand weggezogen und ist losgerannt). das donnerwetter danach war wohl imponierend, es kam nie mehr vor. sie hat ziemlich schnell gemerkt, dass bei strassen kein spass verstanden wird.
    sie ist aber wirklich generell zuverlässig. jetzt ist sie mit dem normalen fahrrad unterwegs und wie gesagt, sehr verlässlich, meist muss ich nicht mal mehr was sagen. aber auch wie gesagt, unter normalen umständen wäre sie jetzt jeden morgen und jeden mittag zu und vom kindergarten alleine unterwegs. sie hat im kiga jetzt auch verkehrserziehung mit der polizei und allem pipapo.


    und letztlich: ein restrisiko besteht immer. es ist halt ein abwägen. will ich meinem kind den spass am radfahren verbieten, weils hinfallen könnte? nee, also muss ich hinnehmen, dass auch dinge passieren können. ich minimiere die gefahren soweit es geht, und der rest ist glück.

    mit elfchen 04/09 und minielfchen 03/12


    quand ta thèse te pousse à bout et que tu veux tout arrêter kannste vergessen.


    #rose 49,7

  • Dank meiner Tochter habe ich viele weisse Haare #haare


    theoretisch wartet sie an der Ecke oder Strasse aber praktisch kann ich mich nicht immer darauf verlassen und da wir im Stadtzentrum wohnen und zu Schule, Kiga etc 2 der groessten Hauptverkehrsstrassen ueberqueren muessen und egal wohin meist mindestens an einer 4spurigeN Strasse lang kann ich einfach das 1Prozentige Risiko nicht eingehen. die Damen gibt auch grundsaetzlich nicht die Hand #schäm jedenfalls nicht wenn sie soll.


    der Grosse war da sehr pflegeleicht; ging gern an der Hand, fuhr spaet und langsam Laufrad und man konnte sich 100% auf ihn verlassen.


    mittlerweile nehme ich das Laufrad oder Fahrrad in der Stadtmitte fuer meine Tochter nur mit wenn mein Sohn auch dabei ist - er ist ein klasse Sprinter und holt sie im Notfall ein #pfeif


    lg alexandra