Er hat Angst nachts

  • Und schläft nicht mehr.


    Tja, so scheints zu sein, mein Kleiner war nie ein guter Schläfer, aber im Moment ists fatal. Er geht zwischen 6 und 7 schlafen und wacht dann zwischen 9 und 10 auf und will zu mir ins Bett. Manchmal auch schon halb neun.


    Nur will ich da noch nicht schlafen #trommel


    Er weint und schreit, dass er Angst hat. Leg ich mich mit ihm ins große Bett, schläft er verlässlich ein und durch. Aber das kann und will ich bei nem 6 jährigen nicht mehr #haare


    Wir haben zusammen Scoobie Doo gekuckt. Ja, irgendwie im Nachhinein viel zu früh, aber wir habens zusammen geschaut und geredet und viel gelacht.


    Aber seitdem hat er Angst vor Geistern. Fängt abends schon an, dass er überall Licht braucht, Hörspiel - nur fürs Schlafi anziehen und Zähne putzen!


    Ich bin mal verständnisvoll und mal genervt, dabei bin ich selber so ein Angstkind gewesen, nachdem mich meine Schwester mal böse veräppelt hat und im Dunklen eingesperrt hat.


    Aber ich will doch nur mal nen abend für mich haben #heul #heul


    Any ideas?

    Viele Grüße von Gwen


    mit #male 11/07

    Einmal editiert, zuletzt von Gwen ()

  • Wenn er bei dir im Bett gut schläft, lass ihn doch. Mein Großer kann auch noch nicht allein schlafen, zwischen 4 und 5 und dann nochmal vor der Einschulung hab ich mir/uns da ziemlichen Druck gemacht, aber ich musste einsehen, dass das kontraproduktiv ist. Jetzt nehm ich es hin und bemühe mich, die guten Seiten daran zu sehen. Zusätzliche Kuscheleinheiten mit einem Kind, das tagsüber meist widerborstig oder schon zu groß zum Kuscheln ist. ;)


    Gerade die ersten Monate nach der Einschulung hat er das sehr, sehr gebraucht. Ich denke, bei euch ist es im Sommer dann so weit? Unterschätze das nicht, auch im Vorfeld sind da schon viele Verunsicherungen, weil plötzlich so viel Groß-Sein von den Kindern erwartet wird von allen Seiten.

  • Aber ich mag mich nicht abends um neun ins Bett legen, ich will mit meinem Freund skypen, ich will fernsehkucken o.ä.


    Ab morgen ist mein Freund dann mal wieder bei mir und auch da hab ich wenig Lust mich um neun ins Bett zu legen #yoga

  • Ach so, du kannst dich dann nicht davon schleichen? Das ist natürlich doof... :S Wobei ich nicht wüsste, wie ich das ändern sollte, außer durch Erfüllung des Bedürfnisses in der Hoffnung, dass es dadurch von selbst verschwindet. #weissnicht

  • Und wenn Du Dich nur kurz mit ihm ins große Bett legst bis er schläft? Merkt er, wenn Du dann wieder aufstehst?


    (und wenn Dein Freund da ist, einschlafen lassen und dann in sein Bett rübertragen? Klappt das? ....oder einfach anderswo vergnügen :D )

  • und wenn du ihn später ins Bett schickst? Ich persönlich finde zwischen 6 und 7 sehr früh. Würde er später schlafen würde er evt. auch erst später zu euch ins Bett schlüpfen und du wärst dann schon im Bett.


    Mein Jüngster ist zwar schon 7 aber seit einigen Wochen haben wir hier auch das absolute Schlafdesaster. Er kann abends kaum einschlafen, will, dass wir uns zu ihm legen und am liebsten möchte er jeden Abend bei uns im Bett schlafen. Jeden Abend muss er unbedingt Hörspiele hören welche ihn aber noch mehr davon abhalten einzuschlafen. Häufig sagt auch er, dass er Angst vor irgendwas hat. Licht lassen wir natürlich an. Vorher war er unser unkompliziertester Schläfer und wollte schon früh von sich aus in seinem Bett alleine!! einschlafen. In der Nacht in unser Bett wandern hat er schon immer gemacht und darf er auch weiterhin, aber wie bei dir möchten auch wir nicht, dass er schon zum einschlafen bei uns im Bett liegt, zumal er dann ja auch möchte dass ich mich zu ihm hinlege.


    Also so wirklich weiterhelfen kann ich dir grad nicht, aber du siehst, du bist nicht alleine. Vielleicht kommen hier ja noch konstruktivere Vorschläge.

  • Ich finde, dein letztes Post (Nr. 3) ganz schön heftig!
    Dein Sohn hat derzeit offenbar starke Ängste, die woher auch immer kommen mögen (besagter Film, Trennung der Eltern, nahender Schuleintritt...), fühlt sich aber in deiner Nähe sicher und geborgen. Das ist ein großes Geschenk an dich! Nach dem Motto "Wer leidet mehr?" finde ich es wesentlich angebrachter, deinen Sohn durch seine Angst zu begleiten als deinem Bedürfnis nach abendlichem TV nachzugeben.
    Ob der Junge 3, 6 oder 9 ist, spielt da meines Erachtens keine Rolle. Dass du abends eine Auszeit haben möchtest, kann ich gut verstehen. Im Moment geht aber in meinen Augen die Begleitung des Sohnes vor. Und du kannst doch auch im Bett Mails schreiben etc. Ggf. kannst du auch wieder aufstehen, wenn er fest schläft.
    Und da bekanntlich alles eine Phase ist, wirst du vermutlich in ein paar Wochen wieder eine Situation haben, die dir (und dem Kind natürlich auch) angenehmer ist. Aber JETZT scheinst du sehr gebraucht zu werden!

  • meine erfahrung ist auch: je weniger widerstand du dem entgegen setzt, umso eher ist es vorbei. abends, weil das kind mit dir nebendran schneller einschläft (mit 6 jahren kann man sicherlich einen kompromiß aushandeln: vielleicht reicht es, wenn du deine sachen neben ihm machst, fernsehen kann man auch mit kopfhörern, zb.) und dann "aus dem weg" ist.
    zweitens ist die angst-phase viel schneller vorbei, wenn du ihm sicherheit gibst (und ihn nicht verunsicherst, indem du ihn, gefühlt, allein läßt).


    ich finde das auch ein typisches alter für so anhänglichkeitsphasen!

    the nature of this flower is to bloom

    (alice walker)

  • Echt? Hm, ich nicht :-). ich kann verstehen, dass man (*frau*) abends mal ein bißchen Zeit für sich braucht. Und da Gwen (mein ich) im Moment allein die Verantwortung für ihren Sohn hat, umso mehr, als wenn man sich gemütlich abwechseln kann. Da finde ich die Bedürfnisse schon gleichwertig und würde versuchen, beiden gerecht zu werden, also ggf rausschleichen, wenn der Junge schläft.


    edit: bezog sich auf Zitronenfalter, sorry, ich habs nicht zitiert gekriegt.

  • Unser Sohn war/ist auch so ein ängstlicher sensibler Typ.
    Er hat mit 7! jahren auch noch bei uns geschlafen, weil er nachts Angst hatte.
    Er ist abends gegen 8 Uhr eingeschlafen und war dann das erste Mal gegen 10 Uhr wach. Dann hab ich mich mit dazugelegt, auch die hand gehalten und dann wars ok. Hätte in der Zeit auch gern was andres gemacht. Nachts kam er dann immer zu uns ins Bett. Immer! jede Nacht. Und das hat ca. ein halbes Jahr gedauert.
    Grund bzw. Auslöser war Schuleinführung, die ersten Schulwochen, 3 Tage vor der Schuleinführung ist der Opa gestorben und dann hat er abends bei PUR+ einen Beitrag über Ötzi gesehen und hat sich so gegruselt.... Er ging davon aus, dass der tote Opa nun auch so fürchterregend aussieht wie der Ötzi.
    Er hat die Zeit mit uns aber gebraucht. Und auch wenn es mich manchmal sehr genervt hat, waren wir dennoch für ihn da.


    Ich sehe das ähnlich wie Zitronenfalter. Dein Sohn hat viel durchgemacht. Und er braucht dich. Da steht meiner Meinung nach alles andere hinten an! Ich wünsch dir Kraft... ich weiss, dass es wieder besser wird!


    edit:
    Kissix: Auch wenn man die Möglichkeit hat, sich abzuwechseln, ist es nicht immer das, was das Kind will/braucht. Mein Mann konnte da gar nichts ausrichten. Das hing auch alles an mir. ;)


    Aber vielleicht besteht wirklich die Möglichkeit, mit deinem Kind Kompromisse zu finden und damit ein wenig mehr Zeit für dich und deine Beziehung zu haben.

    Liebe Grüße vom Waldweib

    "Dass Eltern auch Menschen sind, ist für Kinder nur schwer zu akzeptieren!" #yoga

    Einmal editiert, zuletzt von Hexlein ()

  • meine erfahrung ist auch: je weniger widerstand du dem entgegen setzt, umso eher ist es vorbei. abends, weil das kind mit dir nebendran schneller einschläft (mit 6 jahren kann man sicherlich einen kompromiß aushandeln: vielleicht reicht es, wenn du deine sachen neben ihm machst, fernsehen kann man auch mit kopfhörern, zb.) und dann "aus dem weg" ist.


    Das sehe ich eigentlich auch so, nur bei uns wird's gefühlt immer nur noch schlimmer ;(


    Nichts desto Trotz würde ich an deiner Stelle diese Variante wählen. Nimm ihn und seine Ängste ernst und zeige ihm, dass du für ihn da bist und leg dich zu ihm hin. Evt. könntest du mit ihm fixe Nächte abmachen in denen er bei dir einschlafen darf.

  • Ich habe keine Ideen für eine gute Lösung, aber ich wollte nochmal bekräftigen, wie extrem schlimm diese Angst sein kann. Ich hatte nämlich vor genau dem gleichen Film (und da war ich älter als dein Sohn jetzt!) lange ganz schlimme Angst. Ich fand das damals schon völlig unmöglich, dass der ab 6 Jahren freigegeben war und finde das immer noch überhaupt nicht nachvollziehbar. Gerade wenn dein Sohn empfindlich bei gruseligen Filmen ist, würde ich da in Zukunft sehr drauf achten. Ich trau mich bis heute nicht, Gruselfilme mit FSK12 anzusehen. ;) Manche Kinder sind so.

  • Jap, ich bin alleinerziehend und deswegen sind mir meine Abende wichtig. Natürlich lege ich mich dann mit hin, aber wenn man eine Fernbeziehung über 1200km hat und sich nur einmal im Monat sieht, dann macht mich das fuchsig, wenn es jeden Abend so ist! Er ist 6 Jahre alt, irgendwann muss das doch mal ein Ende haben.


    Und nein, wieder aufstehen geht nicht, er klebt dann an mir dran. Ich muss dazu sagen, dass wir das Theater die ersten 5 Jahre so hatten und es erst seit gut einem Jahr besser wurde. Er hat von Anfang an nur mit Körperkontakt geschlafen. Und ich kann solangsam nicht mehr. Es war so toll die letzten Monate, da kam er um 3 oder um 4 uhr morgens zum kuscheln rüber, alles super. Aber dieses "ans Bett gefesselt sein" macht mich wahnsinnig! ich bin so froh, dass er endlich in seinem Bett einschläft, ich werde da nichts mehr aufweichen.


    Später ins Bett wird nichts, er braucht den Schlaf, er schläft normalerweise 12 Stunden die Nacht und wir müssen um halb sechs beide hoch. Heute hab ich ihn erst um halb sieben aus dem Bett bekommen. Wenn er später ins Bett geht dann hab ich am nächsten Tag nichts zu lachen und das geht garnicht.


    Es reicht ihm nicht, wenn er mich hört, er muss sich ankuscheln, er muss wenigstens die Hand auf mir haben. :(


    Ja, das mit den Filmen ist absolut so, da wird jetzt gekuckt. Bringt nur nix, wenn der Papa mit ihm in "5 Freunde" geht und er dann tagelang vom Giftkäfer erzählt....

    Viele Grüße von Gwen


    mit #male 11/07

    2 Mal editiert, zuletzt von Gwen ()

  • aber ihr habt an und für sich ja schon recht, nur irgendwann machen meine nerven einfach nicht mehr mit, wenn man alles alleine machen muss, alles alleine entscheiden muss, sorgen hat und doch abends einfach nur mal seine ruhe haben will....

  • Gwen, ich bin selber alleinerziehend - vom ersten Lebenstag an und das sind jetzt 4 Jahre. Und ich habe ein sehr bedürfnisstarkes empfindsames Mädchen. Ich kann dich wirklich verstehen!
    Nur ändert das nix an eurer Situation. Du schreibst, dass du selber ein ängstliches Kind warst. Dann weißt du ja auch, wie schlimm Ängste sich anfühlen. Ich weiß das auch aus eigener Erfahrung. Und darauf fußt meine Haltung, hier das Bedürfnis des Kindes nach Nähe über deinen Wunsch nach Ruhe etc. zu stellen. Daher würde ich nach Komprissen suchen (bspw. im Bett Mails schreiben etc.)
    Zur Beziehung und Besuch vom Partner zwischendurch kann ich nichts sagen. Nur, dass ich auch nicht den Hauch einer Ahnung hätte, wie das hier laufen könnte, wenn ich einen neuen Partner hätte.
    Mein Bauch sagt aber ganz deutlich, dass es fatal wäre, wenn das Kind mit seinen Ängsten rückgemeldet bekäme, dass Mama der neue Mann jetzt wichtiger ist und es sich doch jetzt bitte einfach mal "anpassen" und "groß" sein soll.

  • Hexlein, das stimmt natürlich. Ich meinte aber auch, dass ein AE ja nicht nur jede Nacht alles hat, sondern auch jeden Tag alle Sorge, Verantwortung, jede Fahrt, jedes Schulproblem, jeden Kummer alleine auffangen muss. Und das ich unter diesen Voraussetzungen total gut verstehen kann, dass *frau* abends ein paar wenige Stunden für sich braucht. Ich hab Gwen auch nicht so verstanden, das einzelne Nächte ein Problem wären sondern so, dass die Tatsache, dass sie jede Nacht/Abend körperlich beansprucht wird einfach sehr anstrengend ist, weil sie dadurch keinen persönlichen Freiraum mehr hat. Und da würde auch ihr Bedürfnis sehen. Das heißt nicht, dass ich den Jungen allein in seinem Zimmer lassen würde. Wenn rausschleichen nicht geht, vielleicht mit Tablet ins Bett und fernsehen mit Kopfhörern? Und skypen auf die erste Schlafphase, bevor er zu Dir rüberkommt, legen?

  • Nene, das bekommt er nicht vermittelt. Aber ich sage ihm durchaus, dass jetzt Mamazeit ist und ich auch meine Ruhe brauche. Bringt nur nichts.


    Hat jemand mal ne Portion Nerven für mich? #yoga


    kissix, das problem ist, dass mein Tag ja nicht beendet ist wenn der Kleine ins Bett geht. Dann muss ich Katzenfüttern, Küche aufräumen, Wäsche aufhängen.... Dann ist es acht/halb neun und dann hab ich 30 Minuten für mich. Das ist zu wenig #kreischen Ich müsste abends eigentlich auch einmal die Woche zum Sport, wegen meinem Rücken, geht aber nicht, weil er bei niemandem anderen schlafen würde, ich kann also nicht zu ner Nachbarin sagen "pass mal auf während er schläft"..... #haare

  • Hexlein, das stimmt natürlich. Ich meinte aber auch, dass ein AE ja nicht nur jede Nacht alles hat, sondern auch jeden Tag alle Sorge, Verantwortung, jede Fahrt, jedes Schulproblem, jeden Kummer alleine auffangen muss. Und das ich unter diesen Voraussetzungen total gut verstehen kann, dass *frau* abends ein paar wenige Stunden für sich braucht.

    Ja, da hast du natürlich recht. Ich kann mir dann den Tag/Nachmittag über mal Zeit für mich freischaufeln, weil da noch jemand ist, der das Kind oder andere Dinge übernehmen kann. Das ist sicherlich eine Doppelbelastung für Gwen.
    Wir haben aber auch die Erfahrung gemacht, dass alle Diskussionen mit ihm nix geholfen haben. Erst als der Druck raus war und wir nicht mehr darüber gesprochen haben, wurde es besser....
    Mich würde auch interessieren, ob er noch Zeit bei seinem Vater verbringt und wie die Beiden das dann regeln?

    Liebe Grüße vom Waldweib

    "Dass Eltern auch Menschen sind, ist für Kinder nur schwer zu akzeptieren!" #yoga