Karriere und Kinder

  • Ich würde mal sagen, stimmt teilweise. Stimmt, solange die Kinder klein sind. Je größer, desto mehr kann frau wieder arbeiten (nicht tuppern bitte - oder man(n) eben, wer halt mehr zurückgesteckt hat).


    Im Grunde sehe ich die Chancen jeder, die es wirklich will, positiv. Kinder sind ein Paar Jahre nur klein. Die Bevölkerung wird immer älter, es sind immer weniger junge Menschen da, hierzulande gemeint, und somit sind Chancen für Älteren wieder offen. Viele Stellen können jetzt bereits nicht besetzt werden.


    Es ist für uns noch viiiel Arbeit da.

  • Klar ist das so. Karriere macht man in den 30ern bzw. Legt den Grundstein dazu. Genau da wenn Frau zurücksteckt. Da gibt's genug Männer und kinderlose Frauen, die an einem vorbeiziehen.
    Wir reden hier ja über Karriere und nicht über Arbeit.

    Grüße von Claraluna


    Shoot for the moon. Even if you miss you will land among the stars.

  • Immer noch jain.


    Wenn man mit 4 Kinder insgesamt 12 Jahre komplett ausfällt, klar.


    Wenn man aber "nur" 2, sagen wir, bekommt, je 1 Jahr Elternzeit, dann zwischendurch Teilzeit, gibt es nicht wenige Branchen, wo es geht, dann wieder mehr zu machen und doch Karriere.


    Oft geht es nicht, weil erstens die Gesellschaft, zweitens die Familie und schon der eigene Partner nicht dahinter steht.


    Was die im Artikel erwähnte Fr. Schröder angeht, so gibt es auch ein Gegenbeispiel - Fr. v.d.Leyen.

  • das ist so, 100%.


    auch geschuldet einem gewissen jugendwahn im arbeitsleben bzw. einem altersgefüge geschuldet, was wir hier haben. in gewissen positionen hast du eben leute gewisser altersstufen. gerade im "mittleren management" mit option nach oben. richtig aufsteigen mit ü40 halte ich für nahezu ausgeschlossen, wenn nicht gewisse grundsteine vorher gelegt wurden.



    zu frau v.d.l.: natürlich gibt es solche figuren.
    die frage ist, wie sieht es bei der großen masse aus?


    und neben kindern und karriere, wo bleiben denn die MENSCHEN bzw. die frauen (von denen reden wir ja hier) selbst? kinder sind immer noch überwiegend MAMAS privatvergnügen. mama hat alles um die kinder in letzter instanz verantwortlich zu regeln/organisieren und meistens noch alles bzw. den größten teil operativ zu erledigen. das passt nur dann neben eine karriere, wenn die persönlichen ressourcen der betreffenden frau fast übermenschlich sind. ich bin vielleicht ein extremes weichei, aber meine ausstattung ist halt davon meilenweit entfernt, soviel muss ich realistisch einsehen.



    das problem ist, dass "karriere" definiert und normiert wird vom einsatz derjenigen, die zu hause kinder haben, aber gründlichst freigehalten werden und in vielen fällen nicht mal ihre eigene wäsche waschen oder ihre mahlzeiten kochen. daneben KANN jemand, der sich nicht nur komplett selbst versorgt, sondern auch noch dritte begleitet, nicht wirklich bestehen.


    zum thema "kinder klein" - das halte ich für bullshit. auch jugendliche brauchen zuwendung. und zwar viel davon, wenngleich andere als stillbabys. außerdem gibt es sehr oft andere familienaufgaben, die dann zwangsweise von der zunächst (aufgrund von kinderabkömmlichkeit) verfügbareren person - der frau, hurra - übernommen werden; ich denke da z.b. an die pflege älterer angehöriger bzw. die organisation derselben.


    so lange nicht diese o.g. normierung von karriereeinsatz aufgebrochen wird, ändert sich daran nichts und das system stabilisiert sich immer wieder selbst (siehe hausfrauundmutter-thread).



    lg, patrick

  • Patrick, da gebe ich Dir komplett Recht - und solange wir die Väter weiterhin nicht dazu verdonnern, auch was zur Kinderaufzucht zu leisten (und da meine ich die schwierigere Hälfte, nicht das Geld ranschaffen im gemütlichen Büro mit ruhigen Mittagspausen und Erwachsenengesprächen), sondern sie auch noch dafür belohnen, dass sie sich aus der Verantwortung schleichen... Solange wird sich nix ändern...


    Liebe Grüsse


    Talpa

  • Ich sehe das wie Patrick. Der Artikel ist sehr wahr.


    Meine Kinder sind nun nicht mehr ganz mini und wir leben ne ganz gute Arbeitsteilung. Trotz habe ich mir vorgenommen, beim nächsten eltern abend in der Schule aufzustehen und zu bekennen, dass wir als arbeitende Eltern die erwartungen an uns nicht erfüllen können.


    Im job ist es ahnlich, als bestimmte weichen gestellt wurden, war ich grad in Elternzeit bzw. Teilzeit. Jetzt Sitz ich ganz warm und kann zwar werkeln, bin aber sehr abhängig vom goodwill der vorgesetzten.


    Kinder kosten Zeit in jedem alter und ich habe den Eindruck das nimmt eher zu, wenn man mit ihnen im Gespräch bleiben will. Ist eben beziehungdarbeit.

    Life is a mountain - ride it like a wave

  • Ich denke, es gibt wie claraluna sagt, einen Unterschied zwischen Arbeit und Karriere, wobei Karriere immer so einen kinderfeindlichen Unterton hat, find ich. Ich definiere für mich meine Karriere so, dass ich irgendwann auf einer Stelle arbeite, die meiner zugegebenermaßen hohen Qualifikation entspricht. So eine Stelle ist nur in Vollzeit zu haben, da mögen die Gesetze sein wie sie wollen. Und dafür brauch ich Berufserfahrung. Woher bekommen ich die, wenn ich "nur" bei den Kindern bin? Da fängt die Problematik ja schon an.


    Ne, ich finds nicht so einfach. Unterqualifiziert arbeiten - kein Problem, Arbeit gibt es genug, klar. Aber ich träum schon davon, dass zu tun, was ich gelernt hab.Ich hab im Studium ja schwer dafür geschuftet. Is nich, zumindest momentan nicht, denn ich hab ein Kind.


    Oh, das klingt aber negativ. Solls nicht. Die Situation ist bei uns so und ich hab bewusst ein Kind und die Karriere aufgeschoben. Ich bin momentan damit auch zufrieden. Aber beides ist eben nicht zu haben: Kind UND eine Arbeit entsprechend meiner Qualifikation. Und damit bin ich wieder beim Thema.


    Der Artikel bringt gut auf den Punkt, was mich umtreibt. Genau mein Thema!

    Mit einem Osterhäschen reich beschenkt ❤️

  • beim nächsten eltern abend in der Schule aufzustehen und zu bekennen, dass wir als arbeitende Eltern die erwartungen an uns nicht erfüllen können



    sowas habe ich mal gemacht.


    ich habe ganz klar gesagt, dass ich nicht wüsste, wie ich programm x, y und z über die bühne bringen sollte und dass ich NICHT möchte, dass ZU HAUSE die drecks-referate und "projekte" (GRUNDSCHULE!!!!!!, nicht uni!!!) gemacht werden, wo alle, deren muttis fleißig plakate kleben, dramatisch im vorteil sind. na klar war ich bereit, das nachts auch noch zu machen im notfall - ich habs aber nicht mehr eingesehen.



    dann sagten alle ganz verständnisvoll: "aaaach, ja, du bist ja auch alleinerziehend. das IST aber auch ein streifen. klar, können wir verstehen. du musst natürlich entlastet werden. ist ja selbstverständlich, dass du nicht an vormittagsterminen x, y und z teilnehmen musst. und wg. der referate, dein junge kann doch einfach bei meinem kind/kind abc in eine arbeitsgruppe! da musst du dich gar nicht kümmern!"



    totalausfall!
    die damen (da war jeweils immer nur ein mann anwesend, und das auch nur, weil die frau beim schwer diabeteskranken kind bleiben musste) waren sehr lieb und nett, verstanden aber nicht, dass ich keine extrawurst für die "arme ae" (ich war damals in der ganzen stufe die einzige ae) gebraten haben wollte, sondern dass ich gern faire verhältnisse gehabt hätte und mich damit auch für mütter eingesetzt habe, die rein vom bildungshintergrund her ihre kinder gar nicht wie sonst nötig hätten unterstützen können. die gab es auch. wobei die beim elternabend nicht da waren. aber das ist halt das problem = am muttersein hängt so UNENDLICH viel mehr dran als mal eben diese paar monate stillen und wickeln und kleinkindbetreuung. das rechnet keiner mehr ein. und hinterher steht man da und darf mit der scheiße alleine klarkommen plus sich noch anhören, dass man doch eigentlich selbst schuld ist, wenn man "karriere"mäßig grad nicht auf stand ist. geht doch alles.



    lg, patrick

  • und ja, ich bin bei Patrick, danke.


    hat sich zeitlich uberschnitten, ich bin so langsam im Tippen mit Säugling, der auf mir wohnt #pfeif

    Mit einem Osterhäschen reich beschenkt ❤️

  • Jajaja....Patrick so ist es. Ich wache ja grad auf und verlass das wolkenkuckucksheim, dabei in ich nicht mal AE und der Mann hier zieht voll mit.


    Meine Hoffnung ist der demograf. Wandel, dh wenn ich mit 50 oder 60 dann nochmal durch starte, weil niemand anders da ist. So ein bisschen ist das ernst gemeint, aber da bewegen sich meine Aussichten wohl im kleinen Prozent Bereich. Ich bin ubringens auch topasgebildete akademikerin, ich bin gut in dem was ich tue, komme aber kein bisschen weiter, seitdem die Kinder da sind.

    Life is a mountain - ride it like a wave

  • den demografischen wandel betrachte ich mit sehr viel skepsis.


    es ist jetzt schon viel zu wenig qualifizierte arbeit da bzw. viel zu wenig bereitschaft, mehr zu bezahlen und die arbeit auf mehrere schultern zu verteilen.


    eben 14-stunden-am-tag-stellen aufzubrechen, auf 2-3 leute zu verteilen (und die dann auch "durchzuziehen").


    mir kann keiner erzählen, dass dies prinzipiell unmöglich sei.
    es würde aber schon dazu führen, dass die dicken gehälter (die durchaus gezahlt werden, hier gabs mal ne umfrage, da bin ich hinten rübergekippt) halt abschmelzen und _niemand_ mehr relaxed als alleinverdiener drei kinder, haus + hausfrau, urlaub und auto etc. durchbringen kann. dafür haben dann mehr leute insgesamt auch als einzel"kämpferinnen" die möglichkeit, würdig und anständig zu leben mit einer gewissen balance.



    lg patrick

  • Ja. Er beschreibt zutreffendes, der Artikel.


    Allein - mir fehlt das Fazit. Welche Schlüsse werden denn gezogen? Werden überhaupt welche gezogen? Ein paar Leserkommentare habe ich gelesen, einer ist mir in Erinnerung geblieben: Der zog den Schluss, dass es doch "nur" nötig sei, die Arbeit der Mütter (!!) anzuerkennen und zu bezahlen ("Müttergehalt") und damit sei doch alles in Butter. Alles in Butter?? Ich gehe auf die Palme angesichts solcher Gedankengänge und bedanke mich höflich für das Pressen in eine Rolle, in die ich gar nicht will. Als nächstes brauchen Frauen dann auch nur Schulbildung bis zur 8. Klasse sowie eine anschließende Bildung der Fähigkeiten in Sachen Haushaltsführung. In den Fünfzigern gabs sowas, da war die Welt noch in Ordnung.


    Andererseits:
    Ich habe in der "Hausfrau-und-Mutter"-Diskussion gelernt, dass (jedenfalls hier im Forum, ich weiß nicht, ob das repräsentativ ist....) viele der Mütter den Wunsch einiger Mütter nach "Karriere" (oder zumindest einigermaßen erfolgreicher und lohnenswerter Erwerbsarbeit....) und gleichwertiger Aufteilung der Familienaufgaben zwischen beiden Partnern gar nicht teilen. Das hat mich schon überrascht, ehrlich. Und ich habe für mich mitgenommen, dass ich meine Lebenswünsche nun auch nicht einfach verallgemeinern kann. Zumal ich mich anscheinend auf hohem Niveau bewege (jemand schrieb, ich würde ganz schön elitär klingen - das hab ich mir zu Herzen genommen, weil ich so nicht wirken möchte - so ohne Bodenhaftung, oder so).


    (Aber so ein bißchen mehr Gleichberechtigung und Gleichverpflichtung (!!) würde ich mir schon wünschen..... Trotzdem. Ich fühle mich einfach ein wenig in "Sippenhaft" genommen. Ich bin eine Frau - also trage ich in den Augen der allermeisten die Familienverantwortung. Gerade bin ich auf einem Managementseminar. Da geht es um Erwerb der Qualifikation, eine Bank leiten zu dürfen. Wir sind 24 Teilnehmer - darunter 2 Frauen, eine kinderlos. Die meisten Männer haben Kinder, ich auch. ICH bin aber die einzige, die die Frage bekommt, wie die Betreuung meiner Kinder geregelt ist. Ich weiß, die Fragenden interessieren sich nur ehrlich dafür. Sie wollen nix böses - nur Small Talk halten. Und trotzdem könnte ich aus der Haut fahren und patzig werden. Mit Recht? Oder ist das mein Problem? Selbst schuld - halt dich doch einfach an die "natürliche Rolle" (s. Müttergehalt und so) und dir passiert nix komisches?)

  • Die meisten Männer haben Kinder, ich auch. ICH bin aber die einzige, die die Frage bekommt, wie die Betreuung meiner Kinder geregelt ist. Ich weiß, die Fragenden interessieren sich nur ehrlich dafür. Sie wollen nix böses - nur Small Talk halten. Und trotzdem könnte ich aus der Haut fahren und patzig werden. Mit Recht? Oder ist das mein Problem? Selbst schuld - halt dich doch einfach an die "natürliche Rolle" (s. Müttergehalt und so) und dir passiert nix komisches?)


    Wahrscheinlich erleben es die meisten einfach so. Das muss nicht unbedingt ein Unterschieben der "natürlichen Rolle" sein, sondern kann auch einfach heißen, dass du für sie interessant bist, weil sie bisher wenige Frauen getroffen haben, die karriereorientiert sind UND Kinder haben. Du schreibst ja selbst, dass ihr auf dieser Fortbildung nur zwei Frauen seid, und davon hat die andere keine Kinder.


    Mir geht es auch so, dass ich tendenziell den Vollzeit berufstätigen Männern unterstelle, dass sie die Familienarbeit auf ihre Frauen abwälzen. X( #schäm Ich frage dann aber immer extra, wer denn ihre Kinder betreut. :evil:


  • #applaus

    1900 von 2018 Teilen entrümpelt

    1300 von 2019 Teilen entrümpelt

    661 von 2020 Teilen entrümpelt

    310 von 2021 Teilen entrümpelt

                        #wisch

  • ich sehe das problem darin, dass es sehr schwer ist, gleichzeitig frauenerwerbstätigkeit und unbezahlte arbeit gleichzeitig zu fördern.


    die deutsche politik versucht grad beides aber nichts so richtig, ich denke deswegen fühlen sich beide seiten schlecht behandelt

  • Patrick, da gebe ich Dir komplett Recht - und solange wir die Väter weiterhin nicht dazu verdonnern, auch was zur Kinderaufzucht zu leisten (und da meine ich die schwierigere Hälfte, nicht das Geld ranschaffen im gemütlichen Büro mit ruhigen Mittagspausen und Erwachsenengesprächen), sondern sie auch noch dafür belohnen, dass sie sich aus der Verantwortung schleichen... Solange wird sich nix ändern...


    Liebe Grüsse


    Talpa

    Puuuh, das finde ich heftig! In welchem Beruf/Büro sitzt man noch im gemütlichen Büro, hat ruhige Mittagspausen (wenn überhaupt) und Erwachsenengespräche ?
    Letztere ja, aber all das, Familie, Kinder, Haus abtragen, ist eine enorme Verantwortung!. Das als "Belohnung" für aus der Verantwortung schleichen zu bezeichnen, finde ich unfair.
    Wir sind eine Patchworkfamilie, ich habe zwei Kinder in die Ehe gebracht, mein Mann auch, und wir haben noch zwei gemeinsame. Sechs Kinder! Er versorgt uns, ist ein guter Vater und toller Ehemann. Viele bauen heute schon gar nicht mehr, weil sie Angst haben ihren "gemütlichen Bürojob" zu verlieren und dann die Hypotheken nicht mehr bedienen zu können. Mein Mann hat Gott sei Dank keinen befristeten Vertrag, sondern ist schon sehr lange in seiner Firma. Er ermöglicht uns ein fast sorgenfreies Leben, steht dafür jeden Morgen um 05.00 Uhr auf und stiehlt sich nicht aus der Verantwortung.


    Ansonsten stimme ich dem Artikel auch größtenteils zu. Ich habe auch studiert, hatte damals zwei kleine Kinder, nicht wirklich geplant aber trotzdem willkommen, und konnte damit nie etwas anfangen, weil ich nun zu lange raus bin. Ich glaube auch nicht, dass sich daran nochmal etwas ändert.

    Ernest Hemingway — 'So far, about morals, I know only that what is moral is what you feel good after and what is immoral is what you feel bad after.'

  • Ich wusste es, sogar so kann ich einer Hausfrau-Mutter auf die Füsse trampeln... Stellvertretend für den Mann betroffen.


    Reicht es Dir, wenn ich Dir versichere, ich weiss wovon ich rede? Ich bin nämlich eine gute Mutter und karre hier auch die Hälfte des Familieneinkommens ran. Und nein, als gemütlichen Bürojob würde ich meinen Beruf nicht gerade bezeichnen. Dennoch, ich bleibe dabei: ja, die finanzielle Verantwortung ist nicht ohne (weshalb wir sie ja auch teilen), aber verglichen mit der Dauerpräsenz, den Arbeitsbedingungen, den permanenten Störungen und Katastrophen und der Verantwortung zuhause zu sein mit Kindern ist es eine Wohltat, zur Arbeit "abschieben" zu können. Und wie gesagt, ich kenne Beides - und bin froh, es gleichberechtigt teilen zu können.
    Wenn diejenige Person die ausserhaus ist, sich auch noch komplett aus der "Mitdenk-Verantwortung" drückt - und sorry, das ist traurige Realität in so vielen Familien - dann hat dieses Elternteil den leichteren Part erwischt. Auch wenn das Gejammer anderes vermuten lässt.


    Liebe Grüsse


    Talpa

  • Talpa, das find ich auch. (Ja! Echt!) Findet mein (momentan-Alleinverdiener-Mann) auch. Er sagt immer, klar hat er die finanzielle Verantwortung, klar, dieses Paket ist auch nicht klein, klar, er muss das Konto am Laufen halten, aber ICH halten den Laden am laufen. Ich bleibe mit schreiendem 3-Monats-Kind und nicht durchschlafendem 3jährigen direkt nach einem Umzug für 5 Tage allein, weil er auf ein Seminar fliegt. Er wird das *aufholzklopf* NIE haben. Die finanzielle Verantwortung und das täglich morgens gegen halb 6 aufstehen (hier auch) ist wenig (NICHTS dann auch nicht) gegenüber dem, was ich hier "manage".


    Er sieht das sehr oft, dass er überfordert ist, wenn er hier *wirklich* allein klarkommen muss. Er tut was er kann, und er bemüht sich, ja. Aber wir wissen alle, was "er bemüht sich" in einem Zeugnis heißt.


    Und nein, ich entschuldige ihn da nicht, ich sehe das, er sieht das. Ich blicke der Realität ins Auge, dass er den leichtern Part hat. Allein von unserer Art her (nicht Mann-Frau, sondern unseren Charakteren her, die sich doch eher ergänzen als gleichen) bin ich besser dafür geeignet, meinem Kind ein Sozialleben zu ermöglichen. Allerdings wäre ich auch besser dafür geeignet, eine Führungsposition zu übernehmen. Jetzt mal ganz krass gesagt. Die ich nie übernehmen werde, weil ich in den 30ern damit beschäftigt bin, meiner Familie ein Sozialleben zu ermöglichen (und noch vieles mehr...).


    Dem Artikel stimm ich total zu. In den 20ern, an der Uni, da hatte ich echt Träume. Die konnt ich alle begraben. Auch durch äußere Jobumstände (ich war noch nie auf einer Position, die mir eine Karriere ermöglicht hätte), aber meine Hoffnung, jemals irgendwo hinzukommen, wo ich etwas wie "Karriere" machen kann, ist vollständig bei 0.


    Meine Ziele sind daher inzwischen eher im Bereich "wie kann ich Geld verdienen, dies mit Kindern vereinbaren, meine Familie nicht vernachlässigen, auch Erfolg im Beruf haben, aber v.a. glücklich damit werden". Karriere, äh ja.

  • Hab grad ein paar weitere Kommentare gelesen. Manche lassen mich echt ziemlich deprimiert zurück... manche geben auch Hoffnung.


    Ich kriegs nicht in den Kopf, warum die pech- und schwefelartige Verbindung zwischen "Frau" und "Familienaufgaben" nicht auflösbar erscheint. Es ist wohl hinzunehmen. Ist es hinzunehmen?