Ammenmärchen oder wahr? Pipi lange einhalten ist ungesund!

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  • okay, dann stelle ich den hocker doch wieder vors klo (den hatte ich weggemacht, weil die einjährige sonst reinklettert #augen )
    und spreche den kinderarzt nächstens drauf an.


    #danke

    the nature of this flower is to bloom

    (alice walker)

  • Zu langes Einhalten trainiert irgendeinen Beckenmuskel zu stark. Das kann einerseits dazu führen, dass die Kinder nicht mehr merken, wann sie müssen, und andererseits, dass sie diesen Muskel beim Pullern nicht mehr entspannen können und deshalb die Blase nicht leer pullern. Kann zu Blasenentzündungen führen, verstärkter Harndrang, noch mehr den Muskel verkrampfen, damit man nicht einpullert, noch weniger Entspannung beim Pullern......Das wird ein wunderbarer Kreislauf.


    Wir sind gerade mittendrin...unser Doc hat zumindest festgestellt, dass die Blasenwand noch nicht in besonders Umfang verdickt ist, aber die Blase ist halt vergrößert und ohne Medi fühlt meine Große den Harndrang so spät, dass die Muskulatur das Gewicht der großen Urinmenge nicht mehr halten kann. Deshalb hat sie sich angewöhnt, bei Harndrang quasi zur Salzsäule zu erstarren, weil sie halt "gelernt hat", dass bei der kleinsten Bewegung der ganze Schwall auf einmal rauskommt. Diese "Angewohnheit" trainieren wir gerade unter Medis (Blasenspasmolytikum) ab und sie muss auch sofort gehen, damit die Blase eine Chance hat, sich von der Größe her anzupassen.
    Der Arzt erklärte uns, das ginge im Laufe des Wachstums. Soll heißen, Kind wächst, Blase aber nicht. #gruebel
    Wir haben zum Glück keine Nebenwirkungen, aber wir dosieren auch am unteren Limit. Es ist nicht komplett gut, aber um Längen besser und v.a. alltagstauglich geworden. Das wichtigste: Das Kind hat mal ein Erfolgserlebnis udn das Selbstbewusstsein ist auch gewachsen.


    Bei Kleintochterkind war es / ist es aber so:

    ich kenne ziemlich viele Kinder (unter anderem meine ;) ), die das am Anfang der Trockenwerden-Phase gemacht haben, als es 'klick* gemacht hat und sie plötzlich wussten/fühlten, dass sie das urinieren auch noch länger herauszögern können und anhalten. Das hat sich dann von selbst irgendwann gegeben.


    Insofern MUSS es nicht so kommen #weissnicht
    Abwarten? Dein Kind ist - wenn ich es richtig sehe - ja gerade mal 3, ich denke da ist noch viel Luft drin ;)



    @daiquiri: Wann habt ihr mit dem Beckenbodentraining angefangen? Macht ihr da Biofeedback beim Urologen oder Ergo-/Physiotherapie? Uns wurde vorerst abgeraten, weil Kind noch zu jung #gruebel

  • Das ist hier in Frankreich ein grosses Problem mit der Ganztagsschule. Also auch bei Grösseren deutlich übers Vorschulalter hinaus. Da die KLos dreckig sind, gehen viele kids den ganzen Tag nicht und ja, es ist ein nationales Gesundheitsproblem, bekannt, kommt regelmässig in den Nachrichten, es tut sich aber irgendwie nichts. Meine , von 8 - 17, rennen alle erst mal aufs Klo, wenn sie heimkommen.

  • Zu langes Einhalten trainiert irgendeinen Beckenmuskel zu stark. Das kann einerseits dazu führen, dass die Kinder nicht mehr merken, wann sie müssen, und andererseits, dass sie diesen Muskel beim Pullern nicht mehr entspannen können und deshalb die Blase nicht leer pullern. Kann zu Blasenentzündungen führen, verstärkter Harndrang, noch mehr den Muskel verkrampfen, damit man nicht einpullert, noch weniger Entspannung beim Pullern......Das wird ein wunderbarer Kreislauf.


    Das sind dann die 7jährigen, seit Jahren trockenen Mädchen, die auf einmal tagsüber Einpullern


    Meiner Meinung nach leider kein Ammenmärchen. Ich kenne den daraus resultierenden Ärztemarathon bei einer 9jährigen und ich glaube, Daikiri hier aus dem Forum hat das auch durch.


    So hab ich das auch mal in einer Studie gelesen, als ich Informationen zum Einnässen gesucht hatte. Betraf dabei prozentual mehr die Mädchen als die Jungs.
    Wer gut einhalten kann, dem kann ein Verlust des Gefühls kommen, dass einem sagt, wann man muss. Das war in etwa das Fazit daraus.


    Fand ich als Info durchaus interessant. Bei meinem Kind war es halt so, dass er sich einfach keine Zeit nahm, um aufs Klo zu gehen. Immer noch ein Thema hier.


    Alle drei Mädels hier hatten auch das Problem, die Schultoiletten zu verweigern und deshalb lange einzuhalten. Da kam es auch öfter mal vor, dass genau das Blasenentzündungen verursachte. Fand ich alles suboptimal seinerzeit.
    Gruß

  • Litchee: das ist/war in Deutschland auch nicht anders, ich hab das meine ganze Schullaufbahn durch so gehalten. Auch meine Nicht geht nur zuhause auf Klo, weil das Schulklo kalt, dreckig/stinkig ist, Gott sei Dank hat sie nur vormittags Schule. Ganz schön blöd. Hier in Norwegen geht es einigermassen, jedenfalls für meine Kinder...ich selbst finde das Klo in ihrer Schule auch nicht gerade so toll... hier auch Ganztagsschule

    LG Heike


    Der richtige Mensch ist nicht der, mit dem immer alles toll ist, sondern der, ohne den alles blöd ist.

  • Hallo,


    Madrone: Ich weiß, dass solche Vorschläge hier nicht immer auf Begeisterung stoßen, aber ein Belohnungsplan wird da häufig erfolgreich eingesetzt. Also für jeden Gang ein Aufkleber oder auch nur ein Kreuz und für 5 am Tag oder so eine Belohnung (z.B. ein Kapitel mehr vorlesen, ein kleines Spiel zusätzlich, irgendsowas kleines, nichts materielles).


    LG
    Nellie

  • zitrulle, das haben wir auch schon probiert. aber sie geht ja aufs klo. aber halt auf den allerletzten drücker. und sie pullert nie ein #weissnicht von daher müßte man sie belohnen, wenn sie geht, sobald sie muß und das ist dann zu kompliziert um zu funktionieren.


    vielleicht ist es ja doch okay, wenn sie es zumindest so registriert, daß sie es auf den letzten drücker schafft?

    the nature of this flower is to bloom

    (alice walker)

  • vielleicht ist es ja doch okay, wenn sie es zumindest so registriert, daß sie es auf den letzten drücker schafft?


    Vielleicht trainiert sie genau das?
    Das war hier bei Kleintochterkind auch mal eine Weile. Da gabs dann ein paar Unfälle inkl. Wutausbruch, weil sie soooo knapp zur Toilette ging, dass es schon nicht mehr gereicht hat, wenn der Hosenknopf bissi schwer aufgegangen ist.
    Zum Vergleich:
    Bei meiner Großen gab es Unfälle "aus heiterem Himmel" quasi in Freier Wildbahn. Wenn sie geäußert hat, sie muss, lief es in der nächsten Zehntelsekunde.


    Also dahingehend denke ich, dass du einfach mal beobachten solltest.
    Mit meiner Kleinen hab ich die Unfälle besprochen und den Grund erörtert ("einfach einen Tacken früher gehen, quasi schon wenns kitzelt, nicht erst, wenns dolle zwackt"), und auch vorher mal thematisieren und verbalisieren, wie sie den Harndrang fühlt (Bei meiner Kleinen "kitzeln" und "zwacken", bei meiner Großen "drückt es nur"), ich glaube das hilft dem Kind auch #gruebel verstehst du, was ich schwurbele?

  • Ich hol das nochmal hoch, bei uns hat sich die Situation nämlich verschlechtert - sprich, die Blasenwand ist wieder mehr verdickt, statt dass es weniger geworden wäre :(
    Der Urologe meinte, so sieht man das normalerweise nur bei 70jährigen :(
    Jetzt doktern wir da seit fast 1 Jahr rum und nix tut sich. Wobei es schonmal ein bisschen besser war.
    Sie soll jetzt von dem Blasenspasmolytikum doch wieder die höhere Dosis nehmen, auch wenn sie als Nebenwirkung dann verschwommen sieht...
    Die Apothekerin hat mich heute beim Rezept abholen angesprochen, deren Sohn hatte wohl auch massive Probleme und eine OP, die sie nie wieder machen würde - die meinte, ob das neurologisch abgeklärt ist, hat da hier schonmal jemand von gehört, dass sowas neurologische Ursachen haben kann?
    Ich mach mir echt Sorgen, bisher ist die Niere nicht betroffen, aber wir haben sehr häufig Harnwegsentzündungen und sie musste dieses Jahr schon zweimal AB nehmen, diesmal sollen wir es erstmal mit Cranberry-Kapseln versuchen.
    Außerdem hat sie hin und wieder nachts massive, stechende Schmerzen im Unterleib, die wohl von dem verkrampfenden Blasenmuskel kommen, das muss unerträglich für sie sein ;(

  • Mein Sohn wurde durchs Einhalten ernsthaft krank.
    Durch eine Vorhautverengung hat er nur 1-2x täglich Pipi gemacht. Durch das viele Einhalten ist die Blase so "ausgeleiert", dass die Verschlüsse zum Harnleiter nicht funktionierten und der Urin zurück zu den Nieren lief. Folge waren mehrere schwere Nierenentzündungen bis wir zufällig in einem besseren KH landeten und ihm endlich vernünftig geholfen wurde.
    Mit Hilfe vom Pipitraining, eigentlich für Kinder die Einnässen, hat sich die Blse soweit erholt, dass er nichg operiert werden musste. #super

    LG Unzufrieda Sonderwunsch
    "Staub enthält im Prinzip wenig Fett. Das heißt man kann davon so viel essen wie man möchte." #zaehne

  • Unser Großer hat auch durch ständiges einhalten Probleme bekommen. Seine Blasenwand ist auch verdickt, war erst mit 7 tagsüber verlässlich trocken, Nachts, mit 12 ;(, immer noch nicht.

  • Trocken war er schon mit drei. Tags und nachts. Uns hat nie ein Arzt drauf angesprochen, dass er eine Vorhaut Verengung hatte. Seit seiner Geburt hatte er diesen Vesiko-ureteralen Reflux. Das erste Krankenhaus schrieb ihn mit 2 Jahren 'gesund'. Der Rest würde sich noch raus wachsen. Mit sieben waren wir das zweite Mal mit einer schweren Nieren-Becken-Entzündung in einem anderen KH. Durch das viele Einhalten waren wir wieder bei Grad 4 (rechte Niere) und 5 (linke Niere). Seine volle Blase dehnte sich bis zum Bauchnabel! Ein Jahr später sollte er operiert werden, dazwischen war er mehrere Monate bim Pipitraining. Schon in Narkose, haben sie ihn noch mal untersucht und stellten fest, dass sich durch das Pipitraining der Reflux zurück gebildet hat. :-) So kam nur die zu enge Vorhaut ab. Sie war so verwachsen, dass sie nicht erhalten werden konnte. Nackter Penis, vernarbte linke Niere. Aber wir sind doch glimpflich davon gekommen. Jetzt ist alles Tiptop.

    LG Unzufrieda Sonderwunsch
    "Staub enthält im Prinzip wenig Fett. Das heißt man kann davon so viel essen wie man möchte." #zaehne

  • Sommerwind, und was habt ihr dann gemacht? Wurde das behandelt?


    Wir waren erst beim Kinderarzt, der hat uns mit ca. 5 an einen Kinderurologen verwiesen. Dort wurde dann auch die Verdickung der Blasenwand festgestellt und er bekam ein Medikament was die Blasenmuskulatur beruhigt. Das hat ihn für tagsüber sehr schnell geholfen :) Er hatte vorher nämlich nur eine Urinmenge von 60ml, obwohl er dringend musste. Normal wären glaub ich 200ml gewesen. Leider haben die Tabletten schon viele Nebenwirkungen und nichts was ich einem kleinen Kind auf Dauer geben will. Wir haben die Tabletten dann nach 8(?) Monaten abgesetzt, tagsüber lief es ja gut und Nachts unverändert nass. Aber das werden wir jetzt nochmal in Angriff nehmen müssen.