Die liebe Großmutter

  • Hallo ihr Lieben!
    Ich hoffe, ihr könnt mir ein paar Tipps geben. Mein "Problem" ist derzeit der Umgang mit meiner Mutter. Ich hol mal etwas aus und berichte: Ich bin Einzelkind, wir leben in der gleichen Stadt, nicht weit voneinander entfernt. Ich bin in der gesamten Familie die einzige Frau mit "Beruf", habe Abitur, eine gute Ausbildung, ein gutes Gehalt, eine stabile 5 Jährige Beziehung, eine große Wohnung - gut, Materielles ist nicht das Wichtigste, aber ich stehe mit beiden Beinen im Leben. Ich bin mit 23 geplant schwanger geworden und bin nun in der 18. Schwangerschaftswoche. Für uns als Paar steht fest, dass ich stille (so lange es geht), dass es ein Familienbett gibt, dass unser Kind viel getragen wird und dass ich die ersten drei Jahre Zuhause bleibe. Ich bin ein offener, toleranter und reflektierter Mensch, ich denke nicht dass meine Ansichten die einzig Wahren sind und es auch andere Wege geben kann. Für mich/uns ist es so ideal, das muss aber keineswegs für andere gelten. Meine Mutter hat in der Schwangerschaft geraucht, ist für diverse gesundheitliche Probleme verantwortlich die ich habe (nicht durchs rauchen, sondern andere Dinge die sie nicht behandeln ließ) und hat mich ständig zu meiner Oma abgeschoben. Ich war schon ca. mit 6 Monaten jedes Wochenende dort und wenn sie putzen ging auch noch täglich von 14-20 Uhr. Ich hing sehr an meiner Oma und habe die Zeit sehr genossen, jedoch habe ich rückblickend null Kindheitserinnerungen an meine Mutter. Für uns steht fest, dass es anders laufen wird, mein Kind wird dort nicht schlafen solange es den Wunsch nicht selbst äußern kann und es wir im ersten Lebensjahr auch gewiss nichtmal stundenweise dort alleine bleiben. Passt meiner Mutter natürlich garnicht. Sie freut sich insgesamt schon, ist aber der festen Überzeugung dass ich mein Kind genauso "abschieben" werde wie sie mich, das gehört sich schließlich so, bei ihren Nachbarn läuft es schließlich genauso. Und sie empfindet es nichtmal als negativ. Sie will sich komplett kindgerecht einrichten, kauft Babykleidung für sich Zuhause, etc. Ich kann meine Wut darüber garnicht in Worte fassen! Wenn ich ihr sachlich und vernünftig erkläre, dass es anders laufen wird, wimmelt sie mich nur mit einem "Jaja, werden wir ja sehen." ab. Reden ist leider kaum möglich mit dieser Frau! Ich will sie auch einfach vor Enttäuschung bewahren, ich will nicht dass sie ihr Geld für Dinge ausgibt, die sie nie nutzen wird. Als ich ihr vor einem Jahr eröffnete, dass wir in naher Zukunft Nachwuchs wollen, war ihr einziger Kommentar, wie ich ihr das nur antun könne, das schaffe SIE doch garnicht!
    Dazu kommt, dass grundsätzlich alles Scheiße ist, was ich mache oder will: Unsere Vornamenswahl beeinflusst nachhaltig die Liebe zu ihrem Enkelkind. Stillen ist scheiße, tut nur weh und ich würde eh nicht stillen können, konnte sie schließlich auch nicht. Wozu im 4. Monat eigentlich eine Hebamme? Hat sie auch nicht gebraucht. Dass ich kein Mett, Sushi, etc. esse ist auch übrigens Schwachsinn. Langsam weiß ich einfach nicht mehr weiter! Ich habe kein Problem damit, mit Menschen in einen offenen Austausch zu gehen, ich könnte damit leben wenn sich jemand negativ zum Tragen, Familienbett, etc. äußert. Aber sie betreibt es so exzessiv, dass ich langsam kaum noch damit umgehen kann. Ich möchte auch irgendwie keine Familienkrise, keinen Streit, keinen Kontaktabbruch aber eine Lösung finde ich alleine auch nicht!
    Vielleicht sollte ich noch hinzufügen, dass mein Fast-Mann meiner Meinung ist, es nur viel lockerer sieht als ich. Er will sie auflaufen lassen, wenn es dann soweit ist.
    Oh man, es ist ein Roman geworden! Ich hoffe, es hat jemand Tipps, Ratschläge, Inspirationen für mich.



    Unser kleines Wunder: ET 01.12.2014
    Love is enough <3

  • Meine Mama hat sich auch eine Wiege für ihr Haus gekauft, als ich schwanger war :D Meine Einstellung dazu war: "Geht´s noch? Wofür brauchst du die denn? Mein Kind wird hier nicht schlafen."


    Ist eine lange Geschichte bis heute (deiner wohl nicht ganz unähnlich), aber die Quintessenz ist, dass ich mit ihr fast ausschließlich kommuniziere in Sätzen, die mit "Ich will, dass..." oder "Ich will nicht, dass..." beginnen.


    Inzwischen macht sie es oft recht gut mit meinen Kindern. Die Kinder lieben sie zumindest (die Kleine immer, der Große fast immer).


    Grenz dich ab, sag deine Meinung, lass dich auf keine Kompromisse ein.


    Viel Kraft!

    You never forget a person who came to you with a torch in the dark.

  • Ach Mensch das ist aber auch fies. Da befindet man sich in einem der harmoniebedürftigen Lebensabschnitte und dann tun sich solche Fronten auf. Kein Wunder dass dich nicht los lässt.


    Und auch ein späteres auflaufen lassen ist ja nix was man als gut denkender Mensch plant. Oder?


    Blöde Zwickmühle.


    Aber tatsächlich ist es das Geld deiner Mama. Vielleicht kannst du ein paar Sachen sinnvoll lenken... Ich denke da an einen hochwertigen Schlafgerechten kiwa? ZB... Statt Zimmervollausstattung...
    Und bei Kleidern... Mensch da kann man dich so gaaar nicht anpassen was passt.


    Und wieso es nicht so halten wie deine Mama fordert... Ein ruhig bleibendes "alles zu seiner Zeit ohm" tut ganz oft echt gut, so muss nicht jede Schlacht ausgerechnet jetzt geschlagen werden.


    Eine Portion Verständnis aber auch für deine Mama. So wie du dein Leben bewusst beschreitest scheint es deine Mama als Füllrohr von nonverbaler Kritik verstehen zu können. Und jetzt soll das in deiner Mutterrolle so weitergehen??? Wo sie doch immer nur das beste wollte. Und schau dich an. Du bist doch gut geraten? Oder? So falsch kann deine Mama doch nicht gehandelt haben...


    Zusatz: Unbewusste Gedanken die da aufkommen und leiten können.


    Deshalb würde ich mich va fürs Wochenbett wappnen mit guter Beratung und Hilfe und unbelasteter Unterstützung in Petto. Damit du und dein baby gut versorgt seid ... Um Holpersteinchen gut zu überwinden. Mit doppeltem und dreifachem Boden.


    Und aufkommende Schlachten nimmst du dann Mal um Mal oder vertagst sie.


    Ich wünsch dir viel Kraft und Standfestigkeit in deinen Vorhaben. Geh deinen Weg und hör immer wieder auf dich... Erlaub dir dann Schlenker zu gehen wenn dein Bauch es dir sagt ...

  • ich habe bei meiner mutter festgestellt, dass sie durch meine wahl eines von ihrem abweichenden erziehungsstils total verletzt war. wenn ich es anders mache als sie, muss ich ihren weg und somit sie ja offensichtlich scheisse finden. so kam es bei ihr an. woraufhin sie zim gegenangriff ruestete und anfing schrott zu kaufen und meine erziehung zu kritisieren.
    es ist ein langer weg zur gegenseitigen toleranz, wenn die tochter selbst mutter wird. sei nachsichtig.

  • Uiuiui, Deine Mom klingt noch nen Tacken schärfer als meine. Und trennen aus gutem Grund 250km. Wenn das nicht geht wünsche ich Dir gute Nerven.


    Ich würde, wie MissT schrieb, nicht alle Schlachten jetzt schlagen. Mit der Einrichtung ist doof weil teuer, das würde ich nochmal sagen, wenn sie trotzdem einkaufen geht ist das Ihr verschwendetes Geld. Ansonsten ignorieren und zu gegebener Zeit ablehnen. Findet meine Mutter auch doof, bei der kommt dann noch die emotionale Erpressung “ich hab es doch extra gekauft und jetzt willst Du nicht“... das ist der geeignet Zeitpunkt den Besuch zu beenden. Langsam lernt Sie's (hoffentlich).

  • Ach Annie, du hast mein vollstes Verständniss und Mitgefühl.
    Bei uns ist es phasenweise ähnlich gewesen bei meinen Schwiegereltern,
    hat sich dann aber gelegt, nachdem klar war,
    dass der Hase so läuft, wie wir es wollen.
    Bei uns war es sogar soweit, dass mein Schwiegervater bereits rumerzählte,
    dass der Name unseres Sohnes Manuel sein wird.
    Und auch wenn wir diesen Namen auf unserer Liste gehabt hätten,
    hätte mein Mann nach der Aktion diesen Namen gestrichen...auch blöd... :stupid:
    Bei uns hat der Rückzug und das strikte Vermeiden solcher Gespräche etwas gebracht.
    Kommen solche Themen auf, dann antworte einfach kurz,
    aber lass dich nicht auf Diskussionen ein.
    Wenns dann doch zuviel wird, sag ihr ganz klar,
    dass es dich verletzt oder auch nervt und du dich darüber mit ihr nicht unterhalten möchtest.
    Gewaltfreie Kommunikation kannst du mal googln, vllt ist etwas für dich dabei.
    Meine Mutter hat es auch zuweilen drauf, sich abfällig über das zu äussern,
    was ich so mit meinen Kindern mache, wie ich sie erziehe.
    Ich bin dann verständlicher Weise oft beleidigt und sage dann einfach nichts mehr,
    das versteht sie dann und es wird wieder besser.
    Einfach mal ein wenig Abstand tat uns jedenfalls recht gut.
    Letztens meinte sie wieder zu meiner Tochter, dass ich eine sehr liebe und fürsorgliche Mutter bin,
    und das hat sie wirklich ernst gemeint, das vertröstet mich dann wieder.


    Aber den Satz deiner Mutter, dass sie es nicht schafft mit einem Enkel... :stupid:
    Oder das mit dem Vornamen...puhh, da würde jeder erstmal schlucken... :stupid:


    Für die einen ist das Glas halbleer,
    für die anderen ist es halbvoll,
    und ich freu mich schon, wenn überhaupt etwas drin ist !!
    :D

  • Vielleicht hilft es wenn du deiner Mutter nicht kommunizierst, was du nicht von ihr möchtest, sondern welche Rolle du dir für sie vorstellen kannst? Für sie ist das Ganze ja auch neu und offensichtlich bereitet sie sich auf die Großmutter-Rolle vor, die sie kennt. Wenn du das gerne anders hättest, wäre es vielleicht hilfreich wenn du dir mal überlegst welche Rolle du dir für die Oma im Leben deines Kindes wünscht. So dass du deiner Mama nicht immer sagen musst, was alles nicht geht, sondern was schön wäre! Ich denke an Unterstützung im Wochenbett oder an einen Oma-Nachmittag in der Woche (erst mit dir zusammen, später das Kind allein oder sonst feste Oma-Enkel-Rituale, mit denen du auch gut leben kannst. Also falls du dir grundsätzlich wünscht, dass deine Mama eine Rolle im Leben deines Kindes spielt.



    ...es wir im ersten Lebensjahr auch gewiss nichtmal stundenweise dort alleine bleiben.


    Da würde ich mich jetzt nicht zu sehr darauf versteifen, zumindest nicht wenn du deine Mutter als Betreuung nicht grundsätzlich für ungeeignet hältst. So ein Jahr mit Baby ist doch recht lang... Es mag sein, dass der Tag kommt, an dem du wirklich froh bist wenn deine Mama das Kind mal für ein paar Stunden nimmt, damit du mal zum Zahnarzt gehen/ schlafen/ entspannten Sex haben kannst.

  • Er will sie auflaufen lassen, wenn es dann soweit ist.

    Yo. Das würde ich auch so tun. Erstens, weil ich keine Lust auf diese Grabenkämpfe hätte, zweitens, weil sich tatsächlich vieles von selbst ergibt, auch wenn man noch so viel geplant hat und drittens weil es doch einfach Eure Entscheidungen sind, für die ihr euch nicht rechtfertigen müsst.

  • Ich würde sie auch auflaufen lassen. Warum? Weil ja ein Gespräch nicht möglich zu sein scheint.


    Andererseits freut sie sich wahrscheinlich wirklich total. Meine eigene Mutter habe ich mal "erwischt", wie sie mit meinem Baby auf dem Arm da saß, vollkommen vertieft das Baby hin- und herwiegte und dabei im Singsang sagte "Ich bin's, Deine Mama". 8I DAS war so schräg!!! Aber im Rückblick weiß ich einfach, wie übermenschlich sie sich gefreut hat. Sie hat es mal umschrieben, mit "Der Essenz ihrer eigenen Tochter". Trotzdem habe ich ihr damals mein Kind weggenommen und ich habe sie auch im 1. Jahr nie bei meiner Mutter schlafen lassen oder so ;)

  • Mal nen anderen Gedanken, mein Mitgefühl hast du trotzdem :)



    Kann es sein, dass deine Mutter durch dich gerade merkt, dass bei ihr udn dir was schief gelaufen ist und sie jetzt dran zu knabbern hat?


    Du stellst mit deiner anderen Art udn Weise das ganze Leben deiner Mutter in Frage. Das tut weh udn dann wird man "kratzbürstig" usw. Was das ganze nicht entschuldigen soll.
    Vielleicht will sie auch "wiedergutmachung" leisten an eurem Kind und kann gar nicht verstehen, warum du das nicht willst.


    Ich kämmpfe auch bei Kind Nr3. und 4 immer noch mit solchen Sachen aber GsD nur phasenweise, weil uns gute 300km trennen und wir uns max. an 3 aufeinanderfolgenden tagen sehen, wenn wir sie 2x im Jahr besuchen. Mehr geht nicht, weil siehe dein Post ^^



    Ich wünsch dir viel Kraft

  • Liebe Annie,


    das finde ich ganz toll, wie du in deinem jungen alter unterwegs bist! Chapeau!


    Im Moment müsst ihr beide noch lernen, euch mehr zu 'lassen'. Du der Mutter ihre Ansichten (bisher tut sie dir damit nichts) und sie dir deine (sie muss ja quasi die Mutterrolle aufgeben und scheint ihr schwer zu fallen).


    Erst in den Momenten, wo sie euch wirklich reingrätscht, muss du aktiv werden. Erstmal ist eigentlich alles gesagt. Du möchtest nicht, dass sie so einen Aufwand betreibt, sie will es trotzdem. Kann erst mal so stehen bleiben, oder?


    Und mit einem hat sie recht: man wird erst sehen. Das gilt für euch alle, denn bisher sind sowohl für euch als Eltern der wunderschöne Plan, als auch für eure Mutter ihre etwas verschrobenen und rigiden Ansichten nur Theorie.


    Wünsche euch das beste! Und tolle Unterstützer, die deine wünsche respektieren!

  • naja, du willst Bestätigung bekommen und deine Mutter ist komplett anders gestrickt. Da wirst du jetzt keinen Konsens finden.
    Was willst du denn noch erklären, lass sie alles für ihr Haus kaufen und gut ist.


    + Klär ab, dass sie nicht mir scharrenden Hufen vor dem Kreissaal steht #pfeif
    + Namen sind generell sensibel zu handhaben, Schweigen ist durchaus angebracht #pfeif aus irgendeinem grund scheinen zukünftige Omas zu denken, sie haben ein 1 zu 1 Mitsprecherecht #gruebel
    + Es wird euer Kind, deine Krallen funktionieren jetzt schon, du wirst es nicht rausgeben unter einem Jahr und alles Diskutieren ist sinnlos
    + Familienbett uns alles was hinter Eurer Türe geschieht geht sie nichts an
    + Tragen wird ein nettes thema werden, wenn die stolze Oma nicht mit dem KiWa durchs Dorf fahren darf/kann
    + Stillen kann sie dir durch Stress arg vermiesen, pass da auf, besonders in der ersten sensiblen Anfangszeit


    alles in allem braucht man bei übergirffigen eifrigen Müttern eine gute Abgrenzung, versuch nicht alles persönlich zu nehmen (Hormone lassen einen leicht austicken ;) ) bleib sachlich, freundlich und wenn sie DIR Hilfe anbietet, ist es schon eine erleichterung diese Anzunehmen (Essen kochen, Putzen, Waschen)

  • Ich hab mich ja gestern schon geäußert, das mit dem Namen habe ich allerdings überlesen. Jetzt überlege ich wirklich, ob wir verwandt sind ^^ . Bei unserer Tochter war der Name "Anna" in der engeren Auswahl. Meine Mutter fand den Namen so schrecklich, dass sie angekündigt hat, wenn die Maus Anna genannt wird, wird sie sie mit einem anderen Namen ihrer Wahl ansprechen. Ich hätte sie fast erwürgt (und hätte am liebsten aus Trotz unsere Tochter Anna genannt. Irgendwann kam dann bei mir aber die Vernunft wieder durch). Beim zweiten kind hat sie deshalb weder Geschlecht, noch geplanten Namen noch ET erfahren. Und als sie wissen wollte, warum, hab ich ihr das auch genau so begründet. Konnte sie nicht nachvollziehen "war ja alles nicht so gemeint", wir sind aber hart geblieben.


    Ebenso erfährt sie wenig prekäre Sachen und ich arbeite daran, mir den Schuldschuh ("Ihr seid so weit weg, kommt so selten zu Besuch, meine Enkelkinder werden mir entfremdet.") nicht anzuziehen. Im Moment ist sie eh sauer auf mich und ruft nicht an. Ich bin nicht böse.


    Insgesamt denke ich, warte ab, wie es nach der Geburt wirklich wird, es soll Kinder geben, die den KiWa lieben und nicht getragen werden wollen, evt. bist Du dann wirklich froh, sie mal mit dem kiWa ne Stunde durchs Dorf zu schicken, wenn nicht, auch gut. Das kannst Du im Verlauf entscheiden. Ansonsten würde ich mich mit Infos bedeckt halten und klare ANsagen machen "nichts einkaufen, kein Besuch am ersten Tag (oder wie ihr es halt geplant habt)" und das auch durchsetzen.


    Liebe Grüße


    @ Nova: ich mag Deine Signatur!

  • Ich hätte auch diagnostiziert, dass sie jetzt vielelicht ein bissl nachholen will, was sie bei dir verpasst hat.
    Und mal ehrlich, Babys sind so toll, ich würde mich auch so gerne bei meiner Schester und diversen Freundinnen mehr einbringen... ich reiß mich aber erstens zusammen und bin zweitens durch meine noch ganz gut ausgelastet. Deren Glück ;)


    Ich würde auch sagen: Lass sie machen, äußere ggf Zweifel ob der Notwendigkeit und üb dich sonst ind "Judo mit Worten" (da gibts ein Buch) Überleg dir eine Standardantwort wie "wir werden sehen" oder "so, meinst du?" oder "soso" und verwickel dich nicht in sinnlose Diskussionen.


    Manches klärt sich von selbst und wer weiß, vielleicht bist du irgendwann sehr froh deine Mutter in der Nähe zu haben (und sei es beim zweiten ;) )


    LG und eine schöne Schwangerschaft!
    cloudy

  • Sind wir Schwestern?


    Hier also dasselbe in Grün. Macht einfach, wie Ihr denkt. Beim Großen habe ich auch immer noch versucht, einen Mittelweg zu finden, ihr nicht auf die Füße zu treten usw. Die Folge war, dass sich bei mir alles aufgestaut hat an Ärger und sie trotzdem noch rumgemeckert hat. Beim Kleinen läuft es ganz anders. Der ist in ihrer Anwesenheit generell im Tragetuch. Kein übermäßiges Betatschen und kein permanentes Ablecken wie bei Katzen.


    Da hilft meiner Erfahrung nach kein Reden, man muss einfach seine eigenen Grenzen wahren. Und sich ein dickes Fell zulegen. Mich juckt es nicht mehr, wenn lamentiert wird, dass wir zu selten kommen, sie ihre Enkel vorenthalten bekommen usw. Würden sie unsere Grenzen besser achten, könnte es durchaus anders laufen. So aber eben nicht.


    Da man aber nicht weiß, was den Omas und Opas so in den Sinn kommt - bei uns sind Sachen passiert, an die hätte ich im Leben vorher nicht geglaubt - lässt Du es am besten auf Dich zu kommen. Denn alle Eventualitäten kannst Du jetzt nicht ausschließen bzw manches käme Dir gar nicht in den Sinn.

    Sternenkind 11/2004 #kerze
    Junge 10/2010 #herz
    Junge 8/2013 #herz
    Sternenkind 9/2015 #kerze

  • Eins mag ich noch schreiben: Ich denke, wir sollten uns alle sehr daran erinnern, was uns an den Großeltern gestört hat, wenn wir selbst welche sind.


    Nicht, dass die Kinder beleidigt sind, weil wir die Enkelkinder nicht hüten wollen, solange sie unter 1 Jahr sind, weil sie ja zu den Eltern gehören in der Zeit. ;)
    Oder dass wir sie damit nerven, dass Kinder ja ins Bett der Eltern gehören...
    Oder dass sie sich beschweren, dass wir eine Tragehilfe gekauft haben...
    Oder, oder oder... #stumm

  • Annie, ich kann verstehen dass Du genervt bist. Und ich finde den Weg, den Du bisher gegangen bist auch echt bewundernswert.


    Dennoch möchte ich Dir auf den Weg geben, nicht zu viel im Vorraus in Stein zu meißeln. Ich finde z.B. den Umkehrschluss, weil Du sehr oft bei Oma "geparkt" wurdest, Dein Kind vorerst nie auch nur kurz allein zu Oma soll, schon ziemlich hart. Du schreibst, Deine Mutter wäre Putzen gegangen - ich nehme an, dass sie Dich also nicht nur zum Vergnügen abgegeben hat.


    Klar scheint es noch so einige andere Baustellen bei Euch zu geben. Ich finde man könnte die Geburt eines Kindes aber auch zum Anlass nehmen, Dinge aus dem Weg zu räumen, Dinge zu verzeihen und das Kind nicht als "Mahnmal" für die Fehler Deiner Mutter zu benutzen. Klar sollst Du sagen was Ihr wollt und was nicht. Sie aber als Oma in ihrer Vorfreude komplett ausbremsen zu wollen, bringt doch keinem was. Im Gegenteil, ich sehe da eher das Risiko, dass sich die Fronten noch mehr verhärten.


    Die Sache mit den Klamotten - was ist daran objektiv so schlimm? Wenn Ihr ein gutes Verhältnis hättet und sie daran Freude hat, Klamotten zu besorgen, würdest Du ihr das dann auch vorwerfen?

  • Meine Heilpraktiker-Freundin sagte einmal zu mir:
    "In der Schwangerschaft wollen Dinge geklärt werden,
    vor allem die Mutter-Tochter Beziehung".


    Ich denke das steht ganz dringend bei dir an.


    Hier sind alte Wunden, die noch lange nicht alle ausgesprochen sind und nicht geheilt sind.
    Mir ging es ähnlich. In meiner 1. Schwangerschaft kamen große Abneigungsgefühle gegen meine Mutter hoch und ich konnte auch nichts Gutes mehr in ihr sehen, egal, was sie tat. Auch wenn es oberflächlich betrachtet nett zu sein schien, steckte für mich was boshaftes oder eigennütziges dahinter.
    Gespräche waren auch nicht möglich, sie bezog auch alles auf sich.


    Ich habe etwas gemacht, was ich heute so vielleicht nicht mehr machen würde, da ich vieles über diese Problematiken über Robert Betz für mich geklärt und verarbeitet habe, aber ich habe ihr damals in der Schwangerschaft einen Brief geschrieben und alle Verurteilungen ihr gegenüber rein geschrieben.
    Meine ganze Wut, mein ganzes Unverständnis, meine ganze Traurigkeit und das schlimmste, dass ich mich nie angenommen, so wie ich war, gefühlt habe.


    Danach war ein Kontaktabbruch bis zur Geburt. Sie wollte eigentlich keinen Kontakt nach meinem Brief, aber die Geburt war doch zu wichtig und so kamen wir uns wieder näher. Ich habe alles abgegeben, was mir wichtig war und habe meine Position mit dem Brief auch deutlich gemacht:
    Entweder sie nimmt mich wie ich bin oder wir können keinen Kontakt halten und sie muss die Dinge so hinnehmen, wie ich sie mache.


    Das bedeutete nicht, dass sie alles so tun sollte, wie ich es wollte, aber eben das es keinen Raum mehr für Diskussionen über das lange Stillen (meine Tochter würde mich ja aufsaugen und aussaugen, wenn ich so lange stille), Familienbett, Tragen...
    Das waren bei uns auch die gleichen Themen.
    Hier heißt es wirklich Stellung beziehen und dazu stehen. Man muss auch nicht alles rechtfertigen oder begründen. Wenn es so ist, dann ist es so.
    Es muss nicht immer einen Grund geben, wenn man ein Gutes Gefühl zu einer Sache hat, reicht das völlig aus.
    Ein Satz, würde ich dir gerne an die Hand geben:


    Deine Mutter, war die beste Mutter, die sie dir sein konnte.


    Du bist auch die beste Mutter für dein Kind und dein ungeborenes Kind, wie du es sein kannst.


    Wenn sie irgendetwas hätte besser machen können, hätte sie es sicher getan.


    Ich sage dir das nur, weil ich dich verstehe. Ich wurde auch mehr oder weniger bei Oma und Opa groß.
    Opa hat mich geschlagen und das wusste sie auch, aber dennoch musste ich jeden Tag dort hin.
    Sie konnte nicht anders.
    Aber um das ehrlich und gut fühlen zu können, muss man erstmal durch die traurigen und schmerzerfüllten Gefühle durch.
    Ich habe das gemacht und es hat mir geholfen und heute bin ich zwar manchmal genervt über meine Mutter, aber das Grundgefühl Liebe ist wieder da und Verständnis und Mitgefühl.


    Ich habe sehr danach gestrebt, es komplett anders zu machen als meine Mutter und heute ertappe ich mich, wie ich doch viele Dinge mache wie sie.
    Wenn ich mich deswegen fertig mache, ist keinem geholfen. Wir müssen das einfach angehen und verstehen, wie es dazu kommt.


    Pass auf deine persönlichen Grenzen auf. Immer gut zu sein und immer das Fähnchen oben zu tragen, das schafft man nicht auf Dauer.
    Familienbett, Tragen und lange Stillen sind wunderbare Bausteine für die Eltern und Kinder, aber es muss nicht immer leicht sein.
    Ich hatte diese Vorstellung und ich habe mich maßlos übernommen.
    Ich wollte nachher nicht mehr stillen, weil es schrecklich weh tat, habe es aber getan, weil ich ja anders als meine Mutter sein wollte und auch nicht gegen meine eigenen Prinzipien sein wollte. Das gleiche mit dem Bett. Wir haben immer noch ein Familienbett, aber ich mag es schon lange nicht mehr.
    Ich bin fix und alle. Schreit das eine Kind, ist das andere wach und der Papa genervt.
    Ich kann nur sagen, dass du bei deinem Gefühl bleiben musst und zu dir stehen musst.
    Ich habe das nicht getan. Ich bin ein Tag nach der Geburt hoch und habe Kuchen für alle gebacken, weil ich stark wirken wollte und eine Fassade aufrecht erhalten wollte, der ich nicht gerecht werden konnte.
    Zum Starksein gehört es auch Schwachsein zu können.


    Deiner Mutter eine Grenze zu setzen gehört auch dazu.


    Ich wünsche dir alles Gute.
    #knuddel


    Wenn du mal Zeit hast:
    http://www.youtube.com/watch?v=WmBUxMbGGak

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