Krasser Artikel in der Eltern zum Thema Stillen

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  • Danke!
    Ich habe erst gar nicht angefangen mit zu schreiben, da mir für eine fortlaufende Diskussion die Zeit fehlt.
    Praktischerweise kann ich aber einfach hier unterschreiben.

    "Über besorgte Bürger wusste er Bescheid. Wo auch immer se sich aufhielten: Sie sprachen immer die gleiche private Sprache in der "traditionelle Werte" und ähnliche Ausdrücke auf "jemanden lynchen" hinaus lief." Terry Pratchett: Die volle Wahrheit
    LG Bryn mit Svanhild (*01), Arfst (*02), Singefried (*09) und Isebrand (*12)

  • Der Artikel ist schrecklich. Der ist Futter für all die LZS-Gegner, es stehen all die falschen Fakten drin, die sowieso immer gegen langes Stillen gebracht werden. Die Mutter ist schuld, kann sich nicht lösen und zwingt ihr Kind zum lange Stillen, es gar was sexuelles und in der heutigen Zeit gibts doch besseres Essen als die Muttermilch. Ganz ganz schlimm. Dann noch der Seitenhieb mit Erwähnung des Stillens bis der Schulbus kommt, das kann ja nur ein Bezug sein zur gleichnamigen Sendung sein. Und so ein Artikel in der Eltern, mit großer Leserschaft, viele Erstmütter die da erreicht werden, da richtet dieser Artikel großen Schaden an.


    Ich bin eine Flaschenmama, habe bei allen Kindern nur kurz gestillt. Dafür gibt es Gründe, viele hier hätten/haben trotz der gleichen Probleme weitergestillt und ich ziehe meine Hut vor ihnen, es gibt aber ebenso Gründe, warum ich diese Kraft und den Willen nicht mehr hatte. Ich fühle mich weder von dem Time Artikel noch hier bei den Raben angegriffen oder gar nicht willkommen.

    Liebe Grüße, Lillian

    "Okay Hazel Grace?"

  • Man sollte aber auch nicht vergessen, dass vielleicht das Forum mainstreamiger wird - der Mainstream wird aber auch rabiger in den letzten Jahren. Das erlebe ich wirklich überall, u.a. ist die Eltern dafür ein gutes Beispiel. Aber auch andere Erziehungsratgeber und -zeitschriften, Kurse, Hebammen etc. schreiben sich Bedürfnisorientierung immer deutlicher auf die Fahnen. Gewaltlose, bedürfnisorientierte Erziehung kommt immer mehr in der Mitte der Gesellschaft an. SOOOO eine Randgruppe sind wir hier wirklich nicht mehr, wenn man mal vom langen Stillen absieht. Aber auch da begegne ich immer weniger Vorurteilen, zumindest hier. Und ich unterhalte mich grundsätzlich mit jedem über solche Themen (naja, sonst wäre ich wohl ein schlechter Betreiber). Auch das Tragen von Babys in guten Tragehilfen: hier sehe ich im Vergleich zu vor fünf Jahren, wo ich der Exot schlechthin war, in fast jedem Kinderwagen ein Tragehilfe. Viele Babys und Kleinkinder werden in ergonomisch vernünftigen Tragen getragen oder in Tragetüchern. Und ich habe außer uns bereits zwei Familien kennengelernt, die voll und ganz auf einen Kinderwagen verzichten. Ich werde tatsächlich nicht mehr komisch angeschaut deswegen.
    Dass langes Stillen akzeptiert wird, schaffen wir auch noch! In ein paar Jahren wird man auf Facebook erzählen können, dass man seinen zweijährigen noch stillt ohne eine Welle der Empörung auszulösen, davon bin ich überzeugt. Und die Akzeptanz des vierjährigen Stillen ein und desselben Kindes schaffen wir dann auch noch! #rabe

    LG, Kalliope


    Und bist du nicht willig, so brauch ich Geduld! (Prof. Peter Kruse) tap.gif

  • Find ich auch und geht mir hier in der Provinz ähnlich.

    Lieben Gruß
    Jerry mit den Maimäusen 2007 und 2010 und Septembermäuschen 2013


    Trageberaterin (ClauWi-Grund- und Aufbaukurs, Zertifikat in Arbeit)

  • Was gerade den 5jaehrigen auf dem Spielplatz betrifft, geht es mir wie Tortellini.

    Lieben Gruß
    Jerry mit den Maimäusen 2007 und 2010 und Septembermäuschen 2013


    Trageberaterin (ClauWi-Grund- und Aufbaukurs, Zertifikat in Arbeit)

  • Dann erzähle ich hier auch mal, dass ich meine Tochter mit 4 Jahren noch munter in der Öffentlichkeit gestillt habe.


    :D

    It all started with the big BANG!


    (Big Bang Theory)

  • Oh, vor keine ahnung wievielen Jahren gabs hier schon mal so einen Thread. Da war ich noch eine "Örgs, neeee, doch nicht so große Kinder!" Vertreterin.


    Ich nutze diesen Thread um zu vermelden: Meinung geändert!
    Solange es Mutter und Kind das wollen, soll doch jeder stillen wo und wielange er möchte. :)


  • Ich erlebe z.B. auch sehr häufig, dass zumindest innerlich die Haltung besteht, dass Frau das Kind gebärt und danach alles weiter geht wie vorher, na ja, vielleicht zwei, drei Tage, aber dann kocht, putzt und lacht Frau wie zuvor, nur dass sie dabei auch noch ein Baby im Arm hält. Ich erzähle dann immer davon, dass es ein Märchen ist, dass Frauen "früher" mal kurz am Feldrand geboren haben und dann weiter gearbeitet hätten. Insbesondere in traditionelleren Kulturkontexten gibt es doch einige Initiationsriten, die z.B. so etwas gar nicht zulassen würden oder aber auch "Aberglauben", die dies verbieten, z.B. dass Wochenfluss giftig sei.


    Und diese Haltung triffst Du ausgerechnet bei Menschen, die versuchen, mit Babys "natürlich" umzugehen?
    Ich kenn so ne Haltung eher aus anderen Lagern.
    Gerade bei Sears u.co. wirst Du doch solche Haltungen überhaupt nicht finden, im Gegenteil!

  • Unterschreibe bei Kalliope.


    Es gibt Bewegungen in beide Richtungen. Jeglicher Extremismus ist mir suspekt, von daher empfinde ich diese gesellschaftlichen Bewegungen aufeinander zu, als sehr positiv.
    Bewegung in die eine Richtung: Mittlerweile sieht man hier so viele Manducas, Bondolinos, Ergos, etc. Das ist super.
    Bewegung in die andere Richtung: Parallel dazu bin ich auch lockerer geworden z.B. in Bezug auf BabyBjörn im allgemeinen und Mit-Gesicht-nach-vorne-tragen-im-speziellen. Erstens sehe ich diese falsche Tragehaltung und den BB nicht mehr so viel wie früher und zum anderen hat eine Rabin hier (!) mal einen Satz geschrieben, der mich sehr beeindruckt hat: "Lieber falsch im BB tragen und Körpernähe herstellen, als gar nicht tragen." Dieser Satz hat mich nachhaltig beeindruckt und drückt für mich aus, dass auch die Raben mainstreamiger werden. In diesem konkreten Falle sage ich sogar, dieser Satz ist Ausdruck von Toleranz, die gerade hier bei den Raben generell sehr stark praktiziert wird Das löst in mir ein großes Wohlgefühl aus und ich bin auch deswegen sehr gerne hier unterwegs.


    LG,
    Anne


    Edit: Finde mich aber auch bei Torteillini wieder, vor allem, was das LZS betrifft ("Man muss ein 4-Jähriges auf dem Klo stillen, da öffentlich geächtet"). Mit 2 J habe ich den Kleinen noch öffentlich gestellt, wenn es sich mal so ergab. Danach wurde es mir aber unangenehm.

    "Wer nicht mehr liebt und nicht mehr irrt, der lasse sich begraben" ~ Johann Wolfgang von Goethe

    4 Mal editiert, zuletzt von Annie ()

  • zum öffentlichen stillen möchte ich noch beitragen, dass es zumindest bei mir und meinen kindern eine ganz fließende entwicklung war, dass sie das einfach nicht mehr brauchen und auch nciht einfordern. auch zuhause ist es tagsüber kein thema, weil wir das (im gegenseitigen einverständnis und jeweils um die geburt eines kleinen bruders) auf morgens im bett beschränkt haben.


    und natürlich gibt es auch bei lzs-kindern noch ungefähr 1000 andere möglichkeiten, zu trösten, zu schmusen, sich nahe zu sein. es ist einfach die 1001. möglichkeit.


    für meine kinder kann ich im übrigen behaupte ich auch, sie hätten sich nicht anders entwickelt, wenn ich sie früher abgestillt hätte. es ist kein wesentlicher bestandteil unseres alltags, es stört uns allerdings auch nicht. es ist wie ein schokocroissant am sonntagmorgen: ist schon lecker und wenn man es gewohnt ist gehört es auch irgendwie fest zu ritual, aber wenns mal keins gibt weil der bäcker zu hat ist es auch zu verkraften (z.b. mit einer der anderen 1000 möglichkeiten, die der frühstückstisch bietet)


    wie ist das bei euren "extrem-lzs"-kindern - also bei denen, mit denen ihr schon diskutieren könnt? lassen die sich vertrösten? einfach so oder nur aus wichtigem grund?

    k. (*1979) mit p. (*02/2006), k. (*09/2008), h. (*12/2010) und f. (*09/2015)

  • wie ist das bei euren "extrem-lzs"-kindern - also bei denen, mit denen ihr schon diskutieren könnt? lassen die sich vertrösten? einfach so oder nur aus wichtigem grund?

    Ja, war alles kein Problem.
    Als wir abstillen mussten (wegen Medikamenten die ich nehmen musste) konnte ich ihr das erklären. Wir haben noch einen Tag gestillt (ich habe dann einen Tag später die Medis gestartet) und dann war auch gut.
    Ist im übrigen tatsächlich ein sehr intelligentes Mädchen. :D

    It all started with the big BANG!


    (Big Bang Theory)

  • Ja, war alles kein Problem.
    Als wir abstillen mussten (wegen Medikamenten die ich nehmen musste) konnte ich ihr das erklären. Wir haben noch einen Tag gestillt (ich habe dann einen Tag später die Medis gestartet) und dann war auch gut.
    Ist im übrigen tatsächlich ein sehr intelligentes Mädchen. :D


    bei uns reicht es momentan wenn ich sage später. er lässt sich gerade (bis auf einschlafstillen) sehr gut vertrösten, wenn es gerade nicht passt, das war vor einem halben jahr undenkbar.

  • Ganz ehrlich, sooooo schlimm finde ich den Artikel gar nicht, fühle mich auch nicht beleidigt (habe aber auch nur 2 jahre + 3 Monate gestillt). An sich ist er auch durchaus gut geschrieben, wenn man ihn ein bisserl mit Witz sieht. Und ich kenne wirklich ganz grauenhaft dogmatische LZS-Mütter, die jede Fläschenmama schlecht machen (hat es halt nicht genug probiert, kennt man ja etc.) und sich selbt einen Heiligenschein verpassen, obwohl sie auch keine liebevolleren Mütter sind. Gegen diese Fraktion richtet sich der Artikel und ich persönlich finde die ehrlich gesagt auch nervtötend.


    P. S. Stimmt es tatsächlich, dass Mädchen kürzer gestillt werden als Jungs 8I . DAS fänd ich einen Aufreger.

    Einmal editiert, zuletzt von kathi27 ()

  • Kathi, falls es stimmt, könnte man doch vor dem Aufregen herausfinden, warum Mädchen kürzer gestillt werden?

    Süsskram aus den Jahren 2009 und 2012 <3

  • Bei mir trifft es zu, dass der Junge länger als das Mädchen gestillt wurde. Aus einem einfachen Grund:


    Beim Mädchen hatte ich nicht das Wissen und die Unterstützung und habe mit Grund "zu wenig Milch" sehr früh abgestillt. Der Junge ist der zweitgeborene und ich hatte dank Internet und stillfreundlichem Krankenhaus eine bessere Chance, eine gute Stillbeziehung aufzubauen.

  • Soweit ich weiß, stimmt das im Durchschnitt. So wie mit kleinen Jungen auch im Durchschnitt mehr geredet wird.
    Aber das ist vermutlich etwas, das unbewussten Prägungen entspringt und nicht bewusster Entscheidung.

    Widersprich dir selbst! Die anderen sind nicht immer da.

  • Soweit ich weiß, stimmt das im Durchschnitt. So wie mit kleinen Jungen auch im Durchschnitt mehr geredet wird.
    Aber das ist vermutlich etwas, das unbewussten Prägungen entspringt und nicht bewusster Entscheidung.

    außerdem entwickeln sich Mädels einfach schneller insgesamt (im Schnitt früheres Sprechen und Laufen, früher trocken, frühere Pubertät, etc). Da finde ich es im Schnitt duchaus logisch und bedüfnisorientiert, Jungs länger zu stillen und kein Aufreger #weissnicht

    LG, Kalliope


    Und bist du nicht willig, so brauch ich Geduld! (Prof. Peter Kruse) tap.gif

  • Ich wundere mich auch immer über die anscheinend regional so massiv gehäuften dogmatischen Extrem-LZS-Mütter.


    Ich habe, damals, als das Thema für mich/uns aktuell war, nur gerademal eine Mutter gekant, die wirklich weit über das erste Lebensjahr hinausgestillt war. Sie habe ich nicht mit heraushängender Brust in der Fussgängerzone kennengelernt, sondern in einem Elternforum. Daraus ergab sich ein persönlicher Kontakt und über sie kam ich zu den Rabeneltern. Ich bin vor bald 14 Jahren das erste mal Mutter geworden und habe noch nie, den im Internet so oft erwähnten, 3-4-Jährigen getroffen auf dem Spielplatz, der Mutter T-shirt hochreisst, sich an die natürlich völlig entblösste Brust hängt, und dann wieder spielen geht.


    Ich habe einmal einen Kommentar kassiert beim Fläschchen geben, aber ich habe in den vielen Jahren genügend "Mütterkonkurrenz" erlebt, dass ich da locker noch viel dümmere Sprüche zu ganz anderen Themen erzählen könnte.


    Es fällt mir einfach schwer zu glauben, dass anderso so viele, militante LZS Mütter gehäuft auftreten, dass es so einen Artikel rechtfertigt.

    Daroan mit Zottel 01, Zick 03, Zwerg 05 und Sternenkind (98-99)

  • Ich habe mir den Artikel noch mal durchgelesen: Und da wird nicht differenziert, sondern sehr allgemein gehetzt.
    Und was soll das für ein Initiationsritual sein von dem sie schreibt? Davon habe ich noch nie gehört. Ich finde dazu auch nichts. So wie sie sonst schreibt, tippe ich auf blühende Phantasie.

    It all started with the big BANG!


    (Big Bang Theory)