Schwangerschaft & spontane Entbindung mit Glaukom, wer kann berichten?

  • Hallo liebe Rabinnen,
    ich beschäftige mich derzeit gedanklich mit einer weiteren Schwangerschaft, habe aber zusätzlich zu meinen anderen Baustellen noch ein recht frisch diagnostiziertes Glaukom wegen zu hohem Augeninnendruck.
    Ich nehme derzeit Timolol und Brimonidin lokal, Druck ist gut eingestellt, im Herbst will meine Augenärztin entscheiden, ob sie eine OP empfiehlt. Ich habe panische Angst vor einer Augen-OP und würde an sich bis zum Ende meiner Tage lieber mit Medikamenten weitermachen, aber das sehe ich dann.


    Kann von euch jemand berichten, wie sich der Druck und das Glaukom unter der Schwangerschaft und einer spontanen Geburt verhält?
    Zu dem Thema gibt es anscheinend keine allgemein gültige ärztliche Meinung weil es nicht sooo sehr viele Frauen im gebärfähigen Alter mit Glaukom gibt. Mir wurde z.B. zu einem Kaiserschnitt geraten.


    Ich bin total unsicher. Ich weiss, dass ich mich irgendwann entscheiden sollte weil die biologische Uhr weiterläuft und ich nicht gesünder werde.
    Erfahrungen von Betroffenen wären da Gold wert. Ich danke euch schon mal! :)

  • Hallo! :)


    Wie du an den bisher nicht vorhandenen Antworten siehst: wir sind relativ allein mit unserem Glaukom! Aber immerhin scheinbar jetzt schon zu zweit! ;)


    Bei mir wurde 5 Monate nach der Geburt meines ersten Kindes ein beidseitiges Glaukom festgestellt. Zufällig. Gesichtsfeldausfälle hatte ich da auch schon. Mein Augenarzt meinte, ich müsse nun tropfen und da diese Augentropfen nicht stillverträglich seien, müsse ich sofort abstillen. Eine Alternative konnte er mir nicht anbieten. Ich war entsetzt! Mein Sohn war ja erst 5 Monate alt und zu dem Zeitpunkt hatten wir bereits einige Stillprobleme durch und nun klappte es wunderbar und dann sollte ich abstillen! Ich habe dann zu Hause weiter recherchiert, mich an Embryotox gewandt und drängte meinen Augenarzt zu schauen, was in meinem Falle noch möglich sei. Das führte dann tatsächlich zu stillverträglichen Tropfen und einer insgesamt 2-jährigen Stillzeit. :)


    Ich wurde dann wieder schwanger. Während der Schwangerschaft nahm ich andere Tropfen, als in der Stillzeit. Kurz vor der Geburt setzte ich diese Tropfen ab, um medikamentfreie Milch zu haben.


    Meine Tochter kam zu Hause zur Welt! #love


    Die Geburt und die Tropfen während der Schwangerschaft haben sich nicht negativ auf meine Augen ausgewirkt.


    Niemand hat mir zu einem Kaiserschnitt geraten!


    Eine OP habe ich eventuell auch noch vor mir. Das ist noch nicht entschieden. Die OP kann ja pro Auge nur einmal vorgenommen werden und das soll möglichst nach hinten verschoben werden, zeitlich, da wir ja noch so viele Lebensjahre vor uns haben, in denen für einen geringen Augeninnendruck gesorgt werden muss.


    Alles nicht so einfach. :S

  • Ja, hier.
    Bei mir wurde das Glaukom schon sehr früh festgestellt, mit Anfang 20. Ich bin mit Augentropfen immer sehr gut zurecht gekommen. Mein Augenarzt wollte aber als ich schwanger geworden bin, auf keinen Fall, daß ich weiterhin Augentropfe benutze. Sondern er wollte unbedingt lasern, damit ich ohne Tropfen auskomme. Ich habe lange gezögert und hatte auch im Internet gesucht. Und ich hatte irgendwo eine Internetsprechstunde gefunden, ich glaube, ich habe da sogar mal angerufen. Ich weiß es gar nicht mehr so genau. Jedenfalls habe ich da sie Aussage bekommen, daß es Tropfen gibt, die in der Schwangerschaft und Stillzeit genommen werden dürfen.
    Aber mein Arzt war vollkommen von seiner Meinung überzeugt. Und wenn ich den Arzt gewechselt hätte, hätte ich zu jedem Termin 30km fahren müssen.
    Also habe ich meine Augen lasern lassen.
    Und seit dem (Herbst 2006) ist der Augendruck gut.


    Meine Kinder sind beide spontan geboren.

  • Oh vielen Dank für eure Antworten ihr beiden. Leider habe ich die erst heute entdeckt. Entschuldigung!



    Deine Augenarzt-Abstillgeschichte samt Vorgeschichte mit Stillproblemen velaja hört sich an wie meine, nur dass ich vorsichtshalber panikmässig Freitagnachmittags nach dem Termin übers Wochenende abgestillt habe, in der Zwischenzeit die Hebamme reaktiviert, gelesen, überlegt, geflucht ... Montags die Embryotox-Freigabe kam und ich wieder losgestillt habe. :D Seitdem bin ich total entspannt, was Stillprobleme und Relaktation angeht - immerhin.
    Habe das ich das richtig verstanden, dass Du deine zweite Stillzeit komplett ohne Tropfen durchgezogen hast?


    Indian Summer, Du hast meinen vollen Respekt, dass Du die OP hast durchführen lassen. Ich habe mir vorgenommen zu versuchen, das gedanklich nicht kategorisch auszuschliessen und im Herbst erst einmal zu fragen, welche OP-Methode in meinem Fall angeraten wäre. Der totale Horror ist das zwar immer noch, aber ewig werde ich mich vielleicht doch nicht davor verwehren können. Die Frage, ob die OP 'schlimm' war, ist vermutlich entbehrlich weil jeder sowas anders erlebt, aber darf ich dennoch fragen, wie Du das erlebt hast und wie die Zeit danach war?


    Und habt ihr beide nach der Geburt auch keine aussergewöhnlichen Augenschmerzen oder sonstige außergewöhnlichen Erscheinungen gehabt?
    Es hat ja nicht jeder Schmerzen durch zu hohen Augeninnendruck und meist wird es ja deswegen auch so spät bemerkt, aber irgendwie Druck, schweres Gefühl, Lichtblitze, dumpfe Kopfschmerzen - irgendwas was auf zu hohen Druck hinweist?
    Aber wahrscheinlich achtet man da ebenso wenig drauf, wie man auf die Idee kommen würde, den zeitnah nach der Entbindung zu messen.


    Ich habe wirklich schlimmere Krankheiten als diese, aber das Glaukom nervt mich jeden Tag so sehr! Ich würde diese Krankheit am liebsten verdrängen und vergessen, wären die Folgen nicht so übel ...

  • Nein, ich habe immer gestillt, aber jeweils andere Tropfen benutzt. Also in der Schwangerschaft andere als in der Stillzeit und wiederum andere unschwanger und unstillend. Aber frag mich nicht, welche wann dran waren. #gruebel


    Mein Augenarzt hat schon auch hin und wieder gedrängt abzustillen, da die Tropfen in der Stillzeit nicht die waren, die am besten geholfen haben. Da ich beide Kinder über 2 Jahre gestillt habe, gab es da einige Diskussionen mit verschiedenen Leuten (Ärzte wie Familienmitglieder). Das war nicht ganz einfach. Aber letztendlich ist nicht nachweisbar, dass es meinen Augen irgendwie geschadet hätte. Gaaaaaanz langsam ist eine Verschlechterung zu sehen über die letzten 7 Jahre. Aber ich nehme an, die hätte es auch ohne Schwangerschaft und Stillzeit gegeben. Aber wer weiß das schon.


    Mein Glaukom nervt mich auch sehr. Nicht immer, da es gut zu verdrängen ist. :S Aber da ich ja bereits Sehfeldausfälle habe, lässt es nicht ganz ignorieren. Im Übrigen habe ich nach meiner ersten Diagnose gleich all meine Familienmitglieder zum Arzt geschickt. Raus kam, dass meine Mama und mein Bruder auch Glaukom haben! Nur mein Papa nicht. Mit meinen Kindern gehe ich auch regelmäßig zum Arzt.


    Natürlich gibt es schlimmere Krankheiten, aber die potenzielle Gefahr zu erblinden ist da und manchmal lässt mich das verzweifeln. ;(

  • Ich habe eine Autoimmunkrankheit, die mein Auge angreift. Schäden gab es dadurch auch schon. Da ich um schwanger werden zu dürfen die Medikation abgesetzt habe, musste ich umso mehr Cortison nehmen, um die Schübe zu unterdrücken. (Man sagt ja an sich, dass Autoimmunkrankheiten während der Schwangerschaft keine Schübe machen, bei mir war es leider anders)


    So, dann war meine kleine Kröte ein Schreibaby und die ersten Monate waren extrem beanspruchend, der Stress führte zu schlimmeren Schüben, also mehr Cortison.
    Zum Augenarzt hab ich es erst ein halbes Jahr nach der Entbindung geschafft, ich konnte die Kleine bei niemandem lassen und irgendwie war zu der Zeit alles total schwierig - da war mir schon klar, dass es wesentliche Verschlechterungen gibt.
    Bei der Gelegenheit wurde das Glaukom diagnostiziert und als mir mitgeteilt wurde, wieviel Prozent Sehkraft ich noch habe, war ich einigermassen baff.
    Ich komme zwar recht gut klar, aber es bleibt ja (hoffentlich) noch soviel Lebenszeit nach, in der es weiterhin schleichend schlechter werden könnte...


    Diese Autoimmunkrankheit mit den bekannten Folgen liegt bei mir auch in der Familie. Meine Oma hat in Folge auch Glaukom und Katarakt bekommen, Netzhautablösung und weiß der Geier was.


    Nicht nur, dass ich Angst habe den gleichen Weg zu gehen, ich möchte meinen Kindern so einen Schrott auch ungerne vererben.
    Wie du schon schriebst, alles nicht so einfach. Und manchmal zum Verzweifeln. ;(

  • Das hört sich echt heftig an bei Dir.


    Das Lasern war gar nicht wild. Das wurde in der Praxis gemacht, irgendwann im ersten Drittel der Schwangerschaft. Es hat höchstens 10min gedauert. Und hinterher musste ich nichts weiter beachten.

  • Hallo Indian Summer,
    ja, ich habe in der gesundheitlichen Hinsicht wohl Pech gehabt, glaube aber, dass sich alles im Leben ausgleicht und somit gibt es mit Sicherheit auch Aspekte, wo ich richtig Glück habe. :)
    Vielen Dank für Deine Antwort, die beflügelt mich gerade!