Reiterfahrene: Sturz bei Volti

  • Ich habe von 4 bis 8 voltigiert und bin von 6 an dann nach und nach auf Dressur umgestiegen(und in der Pubertät dann nur noch Feld wald wiese :) ).
    Meiner Meinung nach gibt es keine bessere Grundlage, die Kinder kleben einfach quasi am Pferd. Nach Volti musste dann schon viel passieren das ich mal im Sand lag. ;)



    Unsere Voltipferde hatten aber auch Nerven wie Drahtseile, da hat nie eins gescheut.....waren die Gleichen die auch Martinsumzüge und Karneval begleitet haben.

  • Hallo,


    Puh, den Schreck kann ich mir vorstellen und deine Sorgen auch verstehen. Trotzdem mal meine Erfahrungen....


    Ja, ich finde sie klein, aber je nachdem, was gemacht wird, nicht zu klein. Für "Spaß am Bewegen und sich ausprobieren"-Voltigieren finde ich das Alter absolut OK, für ambitionierten Leistungssport noch zu jung.


    Meine Kinder waren früher auch beim voltigieren, auch so ab 4 Jahren, bis etwa 10. Anfangs nur im Schritt, erst später Trab und Galopp (wobei meine Kinder Galopp einhellig einfacher fanden als Schritt und Trab, genau so fanden sie schmales Großpferd einfacher zu "beturnen" als den Sofa-Haffi, aber da waren sie dann inzwischen auch schon älter als 4).


    Bei uns wurde bei den Übungen z.B differenziert, die Kleinsten durften
    z.B. zumindest am Anfang bei der Fahne keine Hand vom Griff lösen,
    stehen ebenfalls nicht oder nur gebückt mit Festhalten, schwierige neue Sachen erst mal nur im Stqand oder mit "Sicherheitsmensch" o.ä.


    Sie haben kein extra Falltraining gemacht, aber Abgänge lernen gehörten vom ersten Tag an dazu. Anders kommen sie ja gar nicht vom Pferd runter. Dieses "Abgangskönnen" haben sie dann tatsächlich instinktiv angewendet, wenn es kribbelig wurde.


    Sicher gibt es Risiken, selbst das gelasenste Pferd ble3ibt5 ein Tier und kein Turngerät. Meine sind auch ab und zu mal runtergerutscht (passiert ist aber nie was). Aber wenn ich sehe, wie oft die kleinen Fußballer rundrum Verletzungen oder trotz Schützer dicke blaue Flecken haben, denke ich, kaum ein Sport ist wirklich risikofrei.


    Wenn es nur darum geht, mal das Gleichgewicht auf dem Pferd auszuprobieren und mal kurz die Arm vom Griff zu nehmen, mag das sicher auch mit Helm gehen. Wirklich voltigieren mit Helm und Sicherheitsweste kann ich mir nicht vorstellen. Weder das Turnen auf dem Pferd noch ein vernünftiges abrollen beim Fallen.


    Was man nun tun könnte (falls ihr es denn überhaupt noch versuchen wollt), ihr, wenn alles wieder heil ist, vorschlagen, noch einmal hinzugehen. Wenn sie dann mag, kann sie es noch mal (direkt geführt) mit dem Pferd probieren, wenn nicht, "verabschiedet" sie sich eben nur vom Pferd und den anderen Kindern. Also noch mal das Angebot ja, Zwang natürlich nicht.
    Ich denke, dann spürst du schon, was für sie dran ist.

  • Ich bin selbst auch jahrelang geritten und meine Tochter (7) voltigiert auch.


    Normalerweise nimmt man zum voltigieren nur ausgesprochen ruhige Pferde, die wenig schreckhaft sind und die die meisten Dinge, die passieren können oder die im Unterricht vorkommen (Materialien wie der Ball, Flatternde Jacken, Losdudelnde Handys, Herumspringende Kinder usw.) sehr entspannt nehmen. Aber dennoch sind es Tiere und auch noch Fluchttiere und natürlich kann es auch bei denen vorkommen, dass sie aus diversen Gründen (Unwohlsein, Trainerin ist irgendwie hektisch usw.) dann doch mal scheuen. Wir hatten letztens auch so einen Tag, da war der wurm drin, keiner weiss warum, aber da haben mehrere Tiere über den Tag verteilt in verschiedenen Situationen gescheut, was sonst eigentlich nicht vorkommt.


    Mich machen allerdings auch die aufgescheuerten Hände stutzig, wenn man ein Pferd longiert, also an dieser Leine im Kreis laufen lässt, das das Longieren gewöhnt ist (bei einem Voltipferd üblich), dann sollte man weder aufgescheurte Hände, noch einen Tennisarm o.Ä. haben #pfeif .


    Haben denn Stall / Lerherin schon viel Erfahrung mit dem Voltigieren? Hat sie eine dementsprechende Aus/ Vorbildung ? (Voltigierlerher FN etc.)?


    Was mich allerdings auch noch sehr stören würde, wäre die mangelnde Fürsorge. Unsere Voltigierlehrerin ist immer wahnsinnig einfühlsam zu den Kindern, schon bei kleinen Dingen (Spreissel eingezogen oder so), in so einem Fall wäre sie es sicher erst recht.


    Ist denn alles ok nach dem Sturz? Will dein Kind wieder hin?

    "Es ist nur ein Phase, es geht vorbei, es ist nur eine Phase..." :-)

    Einmal editiert, zuletzt von Kunderella ()

  • Trin,Kunderella, danke nochmal für eure kundigen ANtworten. Die Kleinerern machen definitiv andere Sachen als die Größeren, meine Tochter ist aber auch noch nicht selbständig auf und abgestiegen. Sollte generell eine hilfestellende Person mit am Pferd sein? Das Blöde ist, dass die eigentliche Voltilehrerin irgendwie krank (post-op) ist und ihre Tochter und deren Freundin das Ganze in der Zeit machen. Die Frau ist aber meistens dabei und hatte sich auch um uns nach dem Sturz gekümmert, aber wie gesagt, so ein richtig gutes Gefühl kam bei mir da nicht auf.
    Ich finde die Tochter (Anfang 20) auch ein bissl komisch streng; ich hatte beim Aufwärmen den Eindruck, dass sie nicht merkt, dass die Kinder sie so wie sie formuliert, sie noch nicht verstehen können.
    Wir haben auf jeden Fall drei Monate Kündigungsfrist und würden dann länger zahlen als wir mitgemacht haben. Natürlich soll das unabhängig von der Entscheidung sein, ob sie weiter macht oder nicht. Im Moment möchte sie nicht weiter machen, weil sie meint, dass sie dann ganz sicher wieder fällt.
    Vielleicht sollte ich mal mit der Voltilehrerin das Gespräch suchen und mir auch mal einen anderen Stall angucken. #weissnicht

  • Hallo,


    Hm, das klingt für mich so als ob diejenige die es derzeit macht tatsächlich nicht so die Erfahrung mit Kindern hat. Was die Fürsorglichkeit angeht - da gibt es verschiedene Typen, das kenne ich auch von meinen (Erzieher9Kolleginnen. Die einen sind eher "huschelig", die anderen eher sachbezogen. Über das Verantwortungbewusstsein sagt das erst mal noch nichts aus (auch wenn ich selber den "huschelnden" Typ bevorzuge, manche Kinder mögn es tatsächlich eher trocken-sachlich, damit sie selbst ruhiig bleiben können.


    AUch dass sie nicht gleich die Worte findet, die die Kleinen verstehen ist erst mal nicht schlimm. Nur sollte sie das eben schnellstens merken und auf eine kindgerechte Sprache umschwenken können.


    Wie gesagt, auf und absteigen (hoch ggf anfangs mit Hilfe) gehörte bei meinen Kindern mit zu den ersten Sachen, die sie gelernt haben. Das kommt aber ja auch auf die Größe von Kind und Pferd an...


    Ob generell eine zweite Person am Pferd sein? Bei meinen Kindern war da nur der Fall, wenn eine neue Übung gezeigt wurden oder ein Kind durch Körper oder Worte signalisierte, daß es Angst hatte. Sonst wurde ihnen schon ugetraut, die bekannten Sachen alleine zu machen. Kinder sind ja verschieden, meine wären vermutlich von jemandem der nebenhertrabt eher irritiert bis genervt gewesen.


    Die Frage ist ja auch, was derjenige machen kann, wenn das Kind einmal fällt. Beim runterrutschen aus dem SItzt kann man sicher noch zugreifen, wenn es aber in einer Übung passiert, finde ich es besser, wenn die Kinder nicht drauf vertrauen "ach, der fängt mich schon" sondern ihnen klar ist, daß sie sich konzentrieren und selber kontrollieren müssen. (Nützt natürlich beim Scheuen nichts, nur hätte da wohl auch ein Helfer nicht schnell genug zufassen können)


    Zu den Kosten: Wenn ihr nicht weitermachen wollt, würde ich hingehen und es ansprechen. Schließlich ist ein Unfall mit Verletzung passiert, so daß sie im Moment vermutlich gar nicht reiten könnte. Vielleicht sind sie ja da kulant was den Austritt angeht.


    Mary - danke :o)

  • Eine Freundin von, mir, die Sportlehrerin ist, hat mir dazu geraten, mit dem Kind zum Zugucken hinzugehen, da sie ja eh gerade nicht reiten kann, wäre das unverfänglich. Und evtl die Lehrerin fragen, welche Vorschläge sie hat. Viele reagieren entsetzt, dass sie ohne Helm voltigieren. Aber ich finde eigentlich auch, dass es nicht sehr hoch ist und getrabt ist sie bisher auch nicht. Auch andere Sportarten sind gefährlich, wie z.B. Fußball und vom Barren kann man auch fallen. Für mich ist es immer sehr schwer einzuschätzen und zu entscheiden wie groß die Gefahr wirklich ist. Seit ich ein Kind plötzlich verloren habe, kriege ich auch Anflüge von panischer Angst wenn meine Kinder mal Fieber haben oder ohne mich im Auto mit Papa unterwegs sind. Ich möchte aber nicht überbehütend und ausbremsend sein, geschweige denn die Kinder verunsichern und ihnen Angst einjagen.

  • Beim Voltigieren ist ein Helm ehr hinderlich und wiegt in falscher Sicherheit. Die Riemen des Helmes stellen ein Sicherheitsrisiko dar - deshalb wird normalerweise ohne Helm voltigiert.

    „Ich mache nicht nur leere Versprechungen, ich halte mich auch daran.“
    (Edmund Stoiber im Wahlkampf 2005)

  • so wir waren gerade auf dem pferdehof, nur um zu gucken und ich wollte mit der trainerin sprechen. meine tochter wollte zuerst nicht aussteigen und ich habe mich eine zeitlang mit den anderen müttern unterhalten. am Ende war meine tochter dabei und die trainerin kam heraus und sagte nur tschüß, schöne ferien zu allen. Sie hätte mich oder mein Kind von alleine gar nicht angesprochen. Ich habe sie dann angesprochen und erklärt, was mit dem Arm ist und dass A. noch Angst hat. Sie meinte nur, das meine Tochter ja erst drei sei (sie ist viereinhalb!) und sie meinte, dass sie da von anfang an skeptisch gewesen sei und dass A. schon immer angst gehabt hätte. Meine Tochter drehte sich schüchtern weg und die Trainerin sagte etwas wie: Ja, sehen Sie, die dreht sich nur weg und guckt einen nicht an." Sie hat mit A. selber gar nicht gesprochen. Sie meinte, es wäre ja schade, wenn sie aufhört (was mich jetzt wundert) und dass sie es nach den Ferien versuchen könnten, dass sie mit einem anderen Kind zusammen aufs Pferd kommt.
    Ich habe bei der Frau kein gutes Gefühl. Sie stellt meine Tochter in einer Ecke, so wie es mir im Übrigen auch schon oft passiert ist. Sie ist nun mal klein und schüchtern. Aber: ich hatte den Eindruck, dass ihrem Selbstbewusstsein das Volti gut getan hatte und sie hat in der kurzen Zeit motorische Fortschritte gemacht und sich mehr zugetraut. Es bringt sie ja nun nicht weiter, wenn die Trainerin ihr nichts zutraut und sich nicht die Mühe macht, die Kinder kennen zu lernen. Oder sehe ich das falsch? Ist Volti nur was für Draufgänger?

  • Nein. Voltigieren ist nicht nur was für Draufgänger.
    Aber diese Trainerin kommt mir etwas seltsam vor.


    Ich würde eine andere Voltigiergruppe suchen. Eine, in der Wert auf Vertrauen gelegt wird. Die Kinder müssen dem Pferd, dem Trainer-Team und sich gegenseitig vertrauen. Das Pferd muß dem Longenführer und den Kindern vertrauen. Vertrauen braucht Zeit. Und mit der Zeit trauen sich die Kinder dann auch mehr und schwierigere Sachen zu.


    Es passt einfach nicht jedes Kind zu jedem Trainer. und auch nicht jedes Kind zu jedem Sport. Man muß halt erst mal rausfinden, obs am Trainer oder am Sport liegt, mit dem das Kind nicht zusammen passt...

    „Ich mache nicht nur leere Versprechungen, ich halte mich auch daran.“
    (Edmund Stoiber im Wahlkampf 2005)

  • Nein. Voltigieren ist nicht nur was für Draufgänger.
    Aber diese Trainerin kommt mir etwas seltsam vor.

    Das ist leider oft so: Die Voltigier-Trainerinnen sind in aller Regel keine Pädagogen (die ja nun auch mal hui und mal pfui sein können) sondern Pferdemädels, die im besten Fall mal ein Wochenend-Seminar mitgemacht haben.
    Die Trainerin scheint für euch nicht das Richtige zu sein.


    Vielleicht schaust du mal nach Therapiereiten? Das ist für unsichere Kinder am Anfang meist etwas geeigneter, weil ein ganz anderer Betreuungsschlüssel: IdR eine Person am Pferd und eine am Kind. Außerdem ist da nur ein Kind am Pferd - und die Anbieter sind erfahrener mit kleinen Kindern und können besser auf sie eingehen. Sobald mehr Vertrauen da ist und die Bewegungen des Pferdes nicht mehr so fremd sind, könnte man das Voltigieren ja noch mal anbieten.

    Der frühe Vogel wird früher oder später mit dem Problem konfrontiert, dass die Katze am Morgen noch wach ist.



  • Ich finde um auf ein Kind einzugehen muss man kein Pädagoge sein. .
    komische Frau. . Ist sie vllt noch jung?
    Zu Therapie reiten würde ich nicht raten. Da sind meist geistig behinderte. Da passt sie vllt nicht rein weil die andere Schwerpunkte haben. .
    Versuch es doch nochmal wo anders. Oder suche nach nach purzelstunden

    Seit du da bist sind alle Lichter an
    Marc Forster

  • Liebe Üfi!
    Ich finde es sehr schade, dass dieser wundervolle Kontakt zum Pferd, der im Grunde Deiner Tochter bestimmt sehr gut tut für ihr Selbstbewusstsein, sofort zerstört wurde durch diesen Sturz. Ich unterstelle den Trainern schon ein etwas unachtsames Verhalten beim Longieren ( man trägt Handschuhe bei der Arbeit...) und vor allem im Umgang mit Deiner Tochter danach...
    Leider ist es jetzt so passiert und ich könnte mir vorstellen, dass das erneute Heranführen ans Pferd sehr schwierig wird.
    Über Voltigieren würde ich erstmal gar nicht weiter nachdenken, ich denke, das ist zuviel für Deine Tochter und ich würde ihr auf keinen Fall druck machen!
    Wenn ihr noch was versuchen wollt, würde ich zu einer Reittherapeutin gehen, die Eins zu eins mit deiner Tochter arbeitet. Und das Feeling muss 100% passen. Vielleicht kann sie spielerisch Deine Tochter über Putzen und Tüddeln wieder ans Pferd heranführen. Auch für die Schüchternheit usw. wäre das super! Aber diese negative Vorerfahrung hat sie jetzt leider.
    Ich wünsch Euch alles Liebe!