festhalten zum einschlafen und sich wehren-komme mir mies vor...

  • hallo!
    mein sohn, 1,5 jahre alt, stillte noch nachts und zum einschlafen...
    das möchte ich nun doch beenden, dieses ewige nächtliche stillen. ich hatte neulich schon geschrieben, dass ich das nächtliche abstillen noch nicht möchte, auch wenn ich bald nachtwachen machen werde.
    mitlerweile hat sich mein gefühl geändert, ich möchte nachts abstillen. in letzter zeit war es wieder so, dass er nacht wirklich bis zu 6x wach wurde und stillte, ich bekam wieder verspannungen, weil ich nur noch in einer position schlafen konnte.
    jetzt habe ich das stillen "abgeschafft" in der nacht, es wird nur vor dem ins bett gehen gestillt, im bett nicht mehr. nun ergibt sich nat+ürlich das problem: wie soll er einschlafen??
    mittags trage ich ihn in den schlaf, abends und nachts möchte ich das nicht, ich bin einfach total kaputt und möchte selbst liegen...
    dann tobt er EWIG im bett herum, licht an, licht aus, kullern, flüchten....
    das geht wirklich ewig. nehme ich ihn aber auf den arm, halte ihn fest und schaukele ihn ein wenig, fängt er sofort zu schreien an wie am spieß, wirklich fürchterlich, und nach 5 minuten schläft er völlig erschöpft ein.
    er ist also wirklich müde, kann es nur einfach gar nicht, sich so ohne brust still hinzulegen und einzuschlafen.
    mein problem dabei ist das "gewaltsame" festhalten. er wehrt sich und protestiert ganz arg, schläft dann aber ziemlich bald ein. sonst würde er noch stunden im bett rumkrabbeln... und irgendwann auch schreien und weinen, wenn ich ihn zurückhole und ab und an mal wieder hinlege...
    ihn aufbleiben lassen ist für mich keine option,
    ich möchte nur gern wissen ob es noch andere eltern gibt, die ihre kinder festhalten zum einschlafen, auch "gegen ihren willen".
    ich fühle mich richtig mies, schlimmer als würde ich ihn ferbern, weil ich ihn ja aktiv "quäle".. gott das hört sich so schlimm an.. aber so fühle ich mich gerade...
    mag mir jemand etwas dazu sagen?
    es waren nun 2 abende die so verliefen....
    viele grüße, anna

  • Wir hatten so eine Phase auch mal. Sie ist die ersten Monate/Jahre eigentlich immer bei uns auf dem Arm eingeschlafen und wurde dann schlafend ins Bett gelegt, das hat wunderbar geklappt.
    Irgendwann fing es aber auch an, dass sie zwar wirklich müde war, aber unbedingt wieder runter wollte, rumkrabbeln oder toben oder was auch immer. Wir haben sie dann auch festgehalten, sie hat dann auch geweint, aber meist ebenfalls nur kurz und ist dann eingeschlafen. Schlecht haben wir uns auch gefühlt, klar :( Aber wie bei euch war es einfach keine Lösung sie machen zu lassen, weil sie dann ebenfalls nach kurzer Zeit anfing zu weinen, wieder auf den Arm wollte, wieder runter und dabei eben auch echt müde war.
    Irgendwann hat sich die Phase aber auch gegeben. Wir sind dazu übergegangen uns mit ihr ins Bett zu legen und sie dort eben festzuhalten und das wurde langsam immer weniger, bis wir uns einfach nur daneben legen und kuscheln konnten zum einschlafen, ganz entspannt.

  • Ich könnte das nicht und denke auch das da euer Bauchgefühl richtiger gewesen ist.
    Allerdings stillen wir zum einschlafen und haben solche Probleme zum Glück nie gehabt.

    “As we work to create light for others, we naturally light our own way.”
    ― Mary Anne Radmacher

  • Unser Abendritual sieht zur Zeit fast genauso aus.


    Kind ist müde, kann aber nicht stillhalten und einschlafen, sondern wird immer aufgedrehter. Zur Zeit ist es so schlimm, dass er noch nichtmal mehr in Ruhe trinken kann, nach ein paar Schlucken will er weg und rumkrabbeln. Ruhiges Programm mit Büchern angucken, singen etc. bringt nix, selbst wenn er entspannt ist, kanner sich innerhalb von Minuten wieder hochpushen.


    Ich halt ihn dann auch fest und er brüllt wie am Spieß, wenn er sich dann aber wieder beruhigt, dann kann er in Ruhe fertig trinken und schläft meist schnell ein. Ich hab manchmal das Gefühl, er braucht das Weinen um nochmal Druck abzubauen, der ihn vom Schlafen abhält.


    Wirklich glücklich macht mich das Einschlafritual nicht, aber mir ist auch noch nix besseres eingefallen.

    I feel like procrastinating... but I think I'll wait.

  • @ nanababy: ja, so ist es hier auch, hoch runter, hin, her... ich hoffe es wird bald besser...
    @ lillien: ja, ich denke auch immer, das bauchgefühl muss doch das richtige sein... aber ich denke auch gerade, was muss ich hier alles "leisten".... ich kann abends einfach nicht mehr. zwei kinder, rund um die uhr, nachts ständiges stillen, unerholsamer schlaf...
    und das stillen möchte ich nicht mehr, einerseits, weil ich einfach die hoffnung habe, dass ich auf kurz oder lang besser und länger am stück schlafen kann und ausserdem werd ich in kürze wieder nachtwachen machen, in der zeit muss dann mein freund ihn ins bett bringen. klar, er hat sowieso keine brust, das weiß der kleine ja auch. aber ich würde einfach gern ein anderes schlafengeh-ritual als einschlafstillen, einfach weil er es auch nicht versteht, dass er zum einschlafen stillen darf und in der nacht dann nicht mehr, deshalb habe ich es nun ganz aufgehört, die andere variante hatte ich auch schon versucht...
    dass er nicht stillen darf akzeptiert er sehr gut, ich bin total verwundert. aber er ist bisher kaum ohne brust eingeschlafen. beim einschlafstilen hält ihn ja gewissermaßen die brust in liegender position, nun fällt das weg.. hach... ich weiß auch nicht.....

  • Als ich meinen Jüngsten nachts nicht mehr stillen wollte, habe ich auch erst mal das Stillen vom Bett entkoppelt. Es fiel ihm auch sehr schwer einzuschlafen, aber es war nicht so schlimm, wie bei Euch.
    Als er sich umgestellt hatte und nachts nicht mehr aufgewacht ist, habe ich ihn doch wieder einschlafgestillt. Das ging am Einfachsten und Schnellsten und er fand es schön. Es hat auch nichts daran geändert, daß er durchschlief. Also fand ich, es spricht nichts dagegen, wieder im Bett zu stillen.


    Die beiden Großen habe ich in der jeweils nächsten Schwangerschaft nächtlich abgestillt. Da war es aber so, daß ich sowieso nur kurzes Stillen aushalten konnte, wegen empfindlicher Brustwarzen. Sie durften im Bett noch stillen, aber es ging nicht lange genug, daß sie dabei einschlafen konnten. Sie wurden aber ruhig dabei. Und nachts habe ich sie auf den nächsten Morgen vertröstet. Da haben sie sich schnell daran gewöhnt. Der Große ist allerdings noch, bis er 7 war, regelmäßig wach geworden und brauchte Wiedereinschlafhilfe. Das nächtliche Abstillen änderte nichts an der Aufwachfrequenz. (Allerdings wurde es natürlich von Jahr zu Jahr weniger.)


    Die anderen beiden haben danach recht schnell durchgeschlafen.

  • Wir haben das eine zeitlang auch gemacht und sehr selten heute noch. Wir hatten hier das gleiche Problem, ich war abends erschöpft und genervt vom anhaltenden an- und abdocken beim Einschlafstillen, über das Bett klettern, raus aus dem Bett, rein ins Bett, singen, tragen etc.
    Besonders beim abendlichen Einschlafen konnte und kann die Kleine schlecht abschalten und in den Schlaf finden. Wir haben sie dann im Arm gehalten und quasi mit dem Körper gepukt, weil wir den Eindruck hatten, dass sie sehr müde war (gähnen, Augen zugefallen), aber der Körper noch weitertourte.
    Anfangs haben wir uns nicht gut damit gefühlt. Allerdings haben wir festgestellt, dass der Spuk dann innerhalb von zwei Minuten vorbei war, sie nach einem letzten Aufbäumen seufzend und irgendwie auch erleichtert (?) in sich zusamenfiel und dann auch tief und fest durchschlief. Für uns war es die letze Möglichkeit, weil Hebamme und KA uns nicht weiterhelfen konnten.


    Heute haben wir ein festes und früh beginnendes Runterkommen- und Einschlafritual. Meistens reicht es dann, im Abschluss eine Geschichte oder mehrere vorzulesen und dabei zu kuscheln. Manchmal und äußerst selten kommt es dann noch vor, dass wir sie, wenn sie so unruhig ist, die Bettdecke um sie drapieren und die Seiten Leicht festhalten, damit sie eine Begrenzung hat. Dann strampelt sie ein paarmal dagegen und schläft ein. Allerdings ohne Tränen oder Wut. Sie knötert etwas und ist dann weg.


    Ich finde es immer noch nicht optimal so, nehme aber zur Kenntnis, dass es einen Prozedere unterbindet, was für alle deutlich nervenaufreibender ist. Bis dahin hatten wir hier eine Einschlafprozedur von vier bis sechs Stunden am Abend über mehrere Monate hinweg. Mit Stillen in der Nacht war mir/uns das auf Dauer zu Kräfte zehrend und aufreibend.

    Einmal editiert, zuletzt von nimmermehr ()

  • @ moose: ja, das kenne ich, das gefühl dass er nochmal alles angestaute rauslassen muss... das hatten wir mit dem großen auch teilweise, er musste phasenweise einfach nochmal weinen... so kam es mir vor... aber er hat sich nicht so explizit gegen das festhalten gewehrt... das ist mein problem... ist es nicht eine art von gewalt? das ist mein gedanke...

  • @ tanja: das hört sich gut an, vielleicht wird das auch eine option für mich, FALLS er nun mal langsam längere schlafphasen entwickelt... letzte nacht ist er nur einmal aufgewacht, dann waren wir ne gute stunde wach, auch unten, dann wieder bett, viel besseres einschlafen ohne ausflippen...
    @ nimmermehr: mein sohn hasst leider auch jegliche form von decken oder schlafsäcken. das macht das stillen noch ungemütlicher für mich im bett, weil ich es liebe ordentlich, am besten bis über die ohren, zugedeckt zu sein.... so ist mir immer kalt...
    4 bis 6 std. sind ja krass....

  • Tja...ist nicht so, als hätten wir nicht alles versucht. Wir haben sie u.a. auch ins Tuch gebunden und sind mit ihr stundenlang durch die Pampa gelaufen, weil sie das zumindest phasenweise beruhigt hat. Ich kann dich supergut verstehen, wenn du dir Gedanken bezüglich der Gegenwehr machst. Aber wir waren irgendwann an einem Punkt wo es auch, vorrangig mir, gesundheitlich damit echt an die Nieren ging. Und das war für mich der Punkt, wo ich in der Gegenwehr für kurze Zeit (im Verhältnis zum vorherigen Einschlafprozedere) die bessere Alternative sah.


    Aber keine Frage: Es ist erstmal gegen den Willen des Kindes. Da muss man entscheiden, was letztendlich allen besser tut. Doof ist es trotzdem irgendwie...finde ich.

  • Hallo,


    die gleiche Frage stelle ich mir auch oft: ist das Gewalt was ich da tue??
    Ich halte meine Tochter zum Einschlafen auch fest...richtig glücklich bin ich damit nicht, aber es ist tatsächlich so, dass sie innerhalb von Minuten einschläft, während sie ohne Festhalten wirklich! zwei bis drei Stunden lang rumturnt, wieder weint, mal kurz nuckelt, wieder rumtoben, heulen, anhauen, wieder heulen....
    Wir haben auch schon versucht andere Rituale einzuführen, früher ins Bett bringen, später ins Bett bringen, Schlaffenster rechtzeitig erwischen und so weiter...hat aber auch nichts gebracht. Und wie du auch sagst: abends kann ich einfach nicht mehr.
    Außerdem ist es ja nicht so, dass sie nicht müde wäre.


    Ich glaube, dass sie diesen "Halt" irgendwie braucht und hoffe, dass es eine Phase ist.

    Jedes Kind ist mein Einziges
    Miriam Gillis-Carlebach

  • wir haben das hier zurzeit ähnlich. seit ner weile bringt vor allem papa den baus ins bett, bei mir ist abends das gehampel noch schlimmer - TROTZ (und nach dem) stillen(s)!


    wenn es über die kraft von allen beteiligten geht ... wir finden es auch nicht toll, halten ihn aber zuweilen auch fest, begrenzen die wühl-fläche oder legen ihn permanent zurück... was ihn natürlich auch irgendwie arg frustriert.


    ich seh daher übrigens nicht so den zusammenhang, zwischen einschlafstillen und nachts gestillt werden werden wollen. ich bin ne weile aus dem familienbett ausgezogen, seitdem schlaeft bausi bis zum morgengrauen durch... dann komm ich zum stillen zurück und wir ratzen noch ein, zwei stunden weiter. das mit dem 'durchschlafen' ist jetzt fast immer der fall, auch wenns einschlafbusi gab.


    naja, aber alle kinder sind unterschiedlich.

  • @ julbats: naja, ich denke er liegt halt im bett beim stillen, es is dunkel, und warum sollte ich ihn nicht nachts auch wieder "einschlafstillen"? so dacht ich denkt er... und so war es auch, als ich es vor ein paar monaten schonmal versucht habe, da hat er es null akzeptiert ohne stillen, also wollte ständig an die brust, jetzt versucht er es gar nicht. aber vielleicht ist es auch einfach schon etwas weiter...
    bis zum morgengrauen hört sich extrem gut an, geradezu verlockend....

  • hmm, auch mal ne möglichkeit.. naja, bald bin ich eh mindestens 15 nächte / monat weg..

    siehste, so fings bei mir auch an - ich war zwei nächte nicht da (krankenhaus, ging halt nicht anders) und seitdem isses mit dem schlafen alles viel besser geworden. wobei wir schon aufpassen müssen: sobald ich wieder da bin, bewegts sich zum dauerstillen zurück. es is aber auch wie ein reflex! kaum weint er, geht mein t-shirt hoch... #schäm #pfeif

  • Hallo,


    die gleiche Frage stelle ich mir auch oft: ist das Gewalt was ich da tue??
    Ich halte meine Tochter zum Einschlafen auch fest...richtig glücklich bin ich damit nicht, aber es ist tatsächlich so, dass sie innerhalb von Minuten einschläft, während sie ohne Festhalten wirklich! zwei bis drei Stunden lang rumturnt, wieder weint, mal kurz nuckelt, wieder rumtoben, heulen, anhauen, wieder heulen....
    Wir haben auch schon versucht andere Rituale einzuführen, früher ins Bett bringen, später ins Bett bringen, Schlaffenster rechtzeitig erwischen und so weiter...hat aber auch nichts gebracht. Und wie du auch sagst: abends kann ich einfach nicht mehr.
    Außerdem ist es ja nicht so, dass sie nicht müde wäre.


    Ich glaube, dass sie diesen "Halt" irgendwie braucht und hoffe, dass es eine Phase ist.


    Kann ich (leider) genauso unterschreiben.
    Bei uns scheint es aber keine Phase zu sein, denn mein Sohn brauchte von Anfang an unseren Halt zum Schlafen. Er schreit auch oft noch, bis er einschläft (er ist fast ein Jahr alt).
    Ich denke, dass er vielleicht Angst hat, ob wir noch da sind, wenn er wieder aufwacht. Wegen dem Krankenhaus. ;(


    Er ist ansonsten ein recht friedliches Kind, aber beim Thema Schlaf kann er sich kaum regulieren.

  • Oh, ist ja interessant, dass es doch so einige Eltern machen, ich nämlich auch. Meine Rechtfertigung: so anders als Pucken ist es auch nicht und es dauert wirklich nicht lange dann kann er schlafen. Manchmal schreit er sich allerdings in Rage, das merke ich dann gleich und versuchs anders: es gab vor einigen Wochen einige Tage da musste ich ihn in der Trage ne Weile haben, da ist er sofort eingeschlafen und er hat sich nicht dran gewöhnt (wir habens aber auch jeden abend erst im Bett probiert). Ich habe übrigens das Gefühl, wenn ich mal ganz allein zu Haus bin gehts besser. Vermutlich ist es dann etwas langweiliger hier, weil ohne Papa und da kann man ja nur einpennen. Naja, deswegen soll man ja auch eine Stunde vor dem Schlafengehen nicht mehr toben, aber sag das mal dem Tobi... #haare


    Viel Glück für weiterhin und ganz viel Ruhe (und vielleicht prasselnden Regen? Hilft bei uns Wunder) #mond
    grüße, Siha

    So sind wohl manche Sachen, die wir getrost belachen, weil unsre Augen sie nicht sehn.

  • Wir haben hier einen Schlafsack eingefuehrt. Er hat sich naemlich wirklich heftig gegen das festhalten gewehrt und ich hatte Angst ihm wehzutung. Manchmal moechte er nicht rein, aber von Anfang an ist es so, dass sobald man den Schlafsack zumacht, beruhigt er sich und kann dann auch irgendwann einschlafen (er muss sich ja erst noch 15min im Bett waelzen bis er die richtige Schlafposition hat ;) ) .
    Seit ein paar Wochen fordert er uebrigens auch oft zusaetzlich eine Decke ein (also eigentlich meine Decke) er scheint also wirklich eine feste Polsterung / Huelle um ihn rum zu brauchen (und das bei der Hitze)