Bei der zweiten Schwangerschaft alles anders?

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  • Hallo ihr,


    Ich bin Mama einer Tochter und gerade mit unserem Bauchzwerg schwanger. Wir wollten, ich wollte dieses Baby. Ich habe mich über den positiven Test so sehr gefreut. Mich darauf gefreut, wieder schwanger zu sein und dieses neue Leben in mir wachsen zu sehen, zu fühlen.
    Meine erste Schwangerschaft war toll, bzw mir ging es gut. Trotz Übelkeit und diversen Wehwechen war ich einfach nur glücklich. Ich war psychisch sehr stabil, hatte weder Ängste noch Sorgen. Ich hab mich so stark gefreut und war glücklich über meinen wachsenden Bauch und all das.


    Und diesmal ist das alles irgendwie anstrengend und anders. Als die Übelkeit kam traf mich das mit voller Wucht. Mit mir war gar nichts mehr anzufangen. Ich lag rum, übergab mich und war müde. Alles war anstrengend.
    Unsere Tochter wurde anhänglich und ängstlich. Ich wollte soviel mit ihr machen, aber ich konnte einfach nicht so wie sie und auch ich wollten.


    Die Übelkeit ist mittlerweile weniger. Aber ich finde es noch immer so anstrengend. Ich fühl mich überhaupt nicht mehr wie "ich". Ich habe auch keinen richtigen Bezug zu dem neuen Leben in mir und schäme mich auch dafür, das ich mich dabei ertappe mich nicht so richtig zu freuen wie bei unserer Tochter. Denn, das tue ich nicht. Nicht so richtig.
    Stattdessen habe ich Angst. Ja irgendwie schon.
    Ich hab das Gefühl das sich die Beziehung zwischen meiner Tochter und mir so stark dadurch verändern wird, ich habe Angst um sie und was das für sie bedeutet wenn da aufeinmal noch jemand ist. Sie wird 3 sein wenn das Baby kommt.


    Wir stillen noch. Sie kann nur mit mir einschlafen. Und sie hängt gerade so stark an mir, das ich das Gefühl habe mir ist das alles zu viel. Ich hab das Gefühl ihr nicht gerechtzuwerden. Und obwohl mein Mann mir sagt, das ich eine gute Mutter bin fühl ich mich oft wie die schlechteste Mutter der Welt.


    Ich kenne das von nach ihrer Geburt, da schien ich eine Art postnatale Depression zu haben. Irgendwann wurde es besser. Aber jetzt, mitten in der Schwangerschaft fühl ich mich wieder genauso. All die Sorgen und Ängste um das Baby, wie das sein wird mit 2, wie ich das schaffen soll.


    Ich merke, dass da auch ganz viel damit zusammenhängt das mit dem Alter meiner Tochter, nun meine eigene Kindheit und die Beziehung mit meiner eigenen Mutter stärker in den Vordergrund rückt. Ich kenne nur die Art, wie ich behandelt wurde und die war alles andre als toll. Ich muss in jeder Situation, in jedem Augenblick ständig neu denken, neu fühlen, neu handeln. Schauen, das ich eben nicht so agiere wie ich das gelernt habe. Das ist schwer und manchmal, da bin ich so unsicher dabei.
    Ich hab 10 Jahre Therapie hinter mir, ich weiß viel über mich und wie ich was lösen kann. Aber hier, hier bin ich im Moment ratlos...


    Wie gesagt, mein Mann sagt ich mach das toll. Meine Freunde und Bekannte sagen es. Aber mein Gefühl, mein Gefühl dazu ist so ganz anders. Gerade im Moment.


    Kennt das wer? Ist das normal? Und ändert sich das?
    Ich frag mich, wächst man wirklich rein in das Muttersein? Meine Intuition ist da, mein Mutterinstinkt ebenso. Das spür ich auch ganz stark. Und in Momenten wo ich nicht so Zweifel da bin ich mir auch so sicher in meinem Weg, aber in den anderen, da weiß ich einfach gar nichts mehr.

  • #knuddel


    Wie weit bist du denn schon?


    Bei mir wurden die Sorgen, die Bedenken auch mit jeder Schwangerschaft mehr.
    Als M sich dann bewegte, wurde es rapide besser.

  • Ich denke schon, dass es normal ist, dass zweite Schwangerschaften anstrengender sind - besonders wenn da bereits ein Kleinkind im Haus ist.
    Ich finde, absolut unschwanger, das Leben mit einer fast 3jährigen schon recht anstrengend.


    Liebe Grüsse


    Talpa

  • Liebe Lariya, herzlichen Glückwunsch zur Schwangerschaft #herzen


    Ich meine, dass wir uns vorletzten Frühling/Sommer einmal kurz auf einem Rabentreffen im Park gesehen haben, und wenn du diejenige bist, die ich gerade im Kopf habe, möchte ich deinen Freunden und Bekannten zustimmen, wenn sie sagen, dass du eine tolle Mutter bist. Dein Freund macht das übrigens auch toll.


    Zu besagtem Treffen kam ich mit dem ca 1,5jährigen Rabi und nem mitteldicken Babybauch - und einer sehr ähnlichen Gefühlslage.


    Und heute bin ich so froh über unser zweites kleines Wunder, auch und gerade für den "großen" Bruder hätte es nicht anders sein sollen.


    Ich muss los, schreib später noch mehr - aber schonmal mit voller Überzeugung: JA, man wächst da rein und es wird toll!!

  • Mir geht das in der zweiten Schwangerschaft ganz ähnlich. Ich bin auch psychisch labiler und habe dieses ewige schlechte Gewissen weil ich mich auf das zweite Kind nicht im gleichen Maß freue wie auf das erste. Ich habe mit meiner Hebamme darüber geprochen und sie meinte, das wäre oft so bei zweiten Schwangerschaften. Das hat mich schon sehr beruhigt.


    Ich glaube es spielen verschiedene Faktoren mit rein:


    Es ist einfach nicht mehr so neu und aufregend. Während bei der ersten Schwangerschaft vieles irgendwie zumindest auch interessant und neu war, ist Übelkeit (etc.) beim zweiten Mal halt nur noch nervig.


    Man weiß besser, was auf einen zukommt: Als das mit der Übelkeit losging, wußte ich halt auch, dass das jetzt Monate anhalten kann (war auch so) während ich bei dem ersten Kind immer noch die Hoffnung hatte, dass es nach den ersten 12 Wochen vorbei ist. Ich habe dieses Mal mehr unter meiner Gewichtszunahme gelitten weil ich weiß, dass ich beim letzten Mal (entgegen der verbreiteten Meinung) trotz sehr gesunder Ernährung nichts "von selbst" oder "schnell" abgenommen habe, sondern es wirklich Arbeit war wieder auf das Vorschwangerschaftsniveau zu kommen. Ich glaube ich freue mich auch weniger auf das Baby weil ich eine viel realistischere Vorstellung vom Leben mit Baby habe und mich gut erinnern kann an Wochenfluss, Dammnaht, Schlafentzug, ein schreiendes Baby, das sich nicht beruhigen lässt, ein Baby das IMMER aufwacht wenn ich mich gerade zum Essen hingesetzt habe, Streit in der Partnerschaft ("jetzt bist du aber mal dran"), etc. Das hat man in der ersten Schwangerschaft einfach weniger, da fällt es einem leichter, sich das Leben mit Baby in rosigen Farben auszumalen, was auch die Vorfreude erhöht... meine Hebamme meinte aber, dass sei gerade auch ein echter Vorteil, den die zweiten Kinder hätten. Die Eltern wären vielleicht nicht mehr ganz so gerührt oder voller Vorfreude, aber dafür schon deutlich besser gerüstet.
    Dazu kommt halt auch, dass das zweite Kind oft gerade an einem Zeitpunkt kommt an dem man das große Kind selbstständiger wird - mein Kind kann jetzt mal eben warten während ich aufs Klo gehe, selber essen, bei der Oma übernachten, schläft oft durch oder wird nur einmal kurz wach, muss nicht mehr gewickelt werden, etc. pp. Da erwische ich mich schon manchmal bei dem Gedanken, dass ich die ganzen Freiheiten, die ich durch ihre Selbstständigkeit endlich wieder habe, jetzt wieder aufgeben soll.


    Schließlich IST es auch einfach anstrengender wenn man sich nebenher noch um ein zweites Kind kümmert. Vor allem weil man sich oft nicht an dem Punkt ausruhen kann, an dem man mal eine halbe Stunde Pause bräuchte...


    Mir hat es geholfen, dass meine Hebamme, diese Gedanken für sehr normal hielt und auch meinte, dass man das Kind wenn es erst mal da ist trotzdem liebt. Sie meinte auch dass man Kindern halt keine perfekte Welt bieten kann aber deswegen kein schlechtes Gewissen haben muss. Dass Kinder eben in unperfekte Situationen geboren werden und lernen damit umzugehen, dass es natürlich auch die Welt des großen Geschwists auf den Kopf stellt, aber die meistens damit auch klar kommen, usw.

  • Vom gesundheitlichen ging es mir in der zweiten Schwangerschaft noch schlechter als in der ersten. Übelkeit und Dauererkältung waren noch häufiger/intensiver/länger.


    Und da ja ein aktives Kleinkind im Haus ist, geht die letzte Energie noch dort hin.


    Die erste Schwangerschaft war auch mehr mit Freude und positiven Gedanken besetzt, weil ich auch ein bisschen blauäugig war. ;)


    Diesmal wusste ich ja schon, welch anstrengende Zeit auf uns zukommt und auch die Geburt habe ich ja schon mal erlebt.


    Ich habe mich immer abends vor dem Einschlafen und bei den Vorsorgeterminen intensiv mit dem zweiten Kind beschäftigt. Denn so im Alltag war ich immer müde, weinerlich, gestresst usw.
    Beim CTG oder beim Ultraschall habe ich dann bewusst die Gedanken an das zweite Kind gerichtet und mir selbst auch ein wenig Ruhe gegönnt.


    Ich war auch sehr froh, dass mein Großer in den Kindergarten vormittags ging (und geht), denn mit mir war wirklich nicht viel anzufangen und nachmittags haben wir uns irgendwie so durchgewurschtelt.


    Alle Ängste, Sorgen und Befürchtungen waren dann aber wirklich weg, als meine Tochter zur Welt kam und heute würde ich sie trotz aller Anstrengung nicht mehr hergeben. :)

  • Meine zweiten Schwangerschaft fand ich schrecklich.
    Ich habe mich fast nicht auf das neuen Baby gefreut. Nur hin und wieder blitzte etwas Freude auf.
    Und ich traue es mich kaum zu schreiben aber das neue Baby war auch nicht das gewünschte Mädchen.
    Mein Bauch hat mich viel mehr gestört als in der ersten Schwangerschaft obwohl er wieder nicht riesig war.
    Ich hab mir ne liste ausgedruckt und jeden Abend einen Tag durchgestrichen damit ich sehe wann es endlich vorbei ist.
    Und als mir der FA sagte es wird höchstwahrscheinlich ein Kaiserschnitt , war ich im ersten Moment nur froh, dass es dann eine Woche eher vorbei ist.
    Es ist halt viel anstrengender wenn schon ein kleines kind da ist aber es geht vorbei und wenn das Baby da ist dauert einige Zeit bis alles einigermaßen läuft.
    So ne Schwangerschaft ist ne ganz spezielle Zeit, da darfst du auch neben dir stehen.

    Ich schreibe immer vom Handy, darum leider nur meistens kurz und knapp. :)

  • Meine zweite Schwangerschaft hat mich auch ganz schön umgehauen, vor allem emotional. Viel von dem, was du schreibst hab ich so auch erlebt.


    Ich muss aber sagen, dass ich enorm daran gewachsen bin. Zwar hat die Schwangerschaft viel aufgerissen und mich sehr instabil gemacht, aber sie hat mir (allerdings eher auf längere Sicht) auch geholfen mit Themen in Berührung zu kommen, die für mich und meine Geschichte sehr wichtig waren. Zum Beispiel wann ist man eine gute Mutter, was muss man wann leisten, wie unpräsent darf ich sein und wie präsent muss ich sein, wie präsent WILL ich sein als Mutter, was ist mit Zeiten für mich.


    Im Nachhinein kann ich sagen, dass ich mir diese Schwangerschaft doch trotzdem anders gewünscht hätte und auch etwas traurig bin darüber, wie es lief. Der Verlust der Nähe mit dem ersten Kindlein, die Erfahrung dass man oft garnicht könnte wie man wollte - oder "schlimmer noch": will wie man könnte. Dass ich so viel mit mir selbst beschäftigt war, dass ich meinen kleinen Sohn so aus den Augen verloren habe. Mein Sohn war ähnlich alt wie deine Tochter als er großer Bruder wurde.


    Inzwischen ist das bereits 5,5 Jahre her und ich kann aus der Retroperspektive sage: so schmerzhaft die Zeit für uns alle zum Teil war, sie hatte auch ganz viel Intimität und Tiefe, hat uns alle größer gemacht. Wir haben wieder zusammen gefunden, ich hab spätestens ab dem Zeitpunkt der Geburt ganz tiefe Freude empfinden können über mein kleines Töchterlein. Die beiden Geschwister sind trotzdem eng zusammen gewachsen. Mein Mann und mein Sohn sind sich über diese Zeit enorm nahe gekommen (sie haben sich erst kurz vor der Schwangerschaft kennengelernt) und haben heute eins der innigsten Vater-Sohn-Beziehungen, die ich kenne. Gerade gestern hab ich Fotos sortiert aus der Zeit und gemerkt, wie viel mir diese Zeit trotzdem von hier aus betrachtet bedeutet und dass viel von den Dingen, vor denen ich mich gefürchtet hab ausschließlich in meinem Kopf gewesen sind.


    Jetzt bekomme ich mein drittes Kind und kann viel zuversichtlicher an die Sache herangehen. Klar, meine beiden "Großen" sind jetzt auch schon 5 und 8 und haben ein anderes Nähebedürfnis als ein 2,5 Jähriges. Trotzdem, oder auch deshalb ist es schön zu wissen, dass ich an dieser Zeit gewachsen bin.


    Es wird nicht für immer so bleiben. Vielleicht helfen dir als Sofort-Maßnahmen ein paar der folgenden Punkte, pick dir einfach raus, was für dich passt:


    :arrow: Lies mal was über Achtsamkeit. Das kann dir helfen, den Moment wahrzunehmen. Festzustellen wo es zwackt und wo es aber auch wirklich in Ordnung ist kann sehr hilfreich sein, den Moment trotzdem achtsam zu erleben und präsent zu sein, auch wenn nicht alles rosig ist. ("Achtsam durch Schwangerschaft und Geburt" von N. Bardacke hat mir sehr geholfen und gefallen, auch für die Geburtsvorbereitung)
    :arrow: Akzeptier, dass es gerade ist, wie es ist. Du bist nicht euphorisch über DIESE Schwangerschaft. Du freust dich im Moment nicht so richtig auf das Baby. Du bist im Moment überfordert mit den Herausforderungen, die es so gibt mit kleinem Kind neben einer anstrengenden Schwangerschaft. Das alles kann morgen anders sein, oder ganz genauso. Aber JETZT ist es so und das ist in Ordnung. Ja, auch die wirklich dunklen Gefühle. Du bist trotzdem eine gute Mutter für deine Tochter, hast sie trotzdem lieb und wirst trotzdem auch eine gute Mutter sein für das Baby, was da kommt. Im Moment ist es gut versorgt, hat alles was es braucht und du musst dich darum nicht kümmern. Es darf auch mal schwierigere Zeiten geben. Ja, es darf auch 1,5 Jahre sein. Deine Tochter muss dadurch keinen Schaden nehmen, eure Beziehung nicht in die Brüche gehen.
    :arrow: Biete deiner Tochter die Nähe an, die du geben KANNST und nimm wahr, was du geleistet hast: jedes gemeinsame Vorlesen, jedes zusammen Baden ist gemeinsame Zeit, die wertvoll ist. Schraub deine Ansprüche komplett herunter und fang bei 0 an. Alles was mehr als 0 ist, ist hilfreich und gut.
    :arrow: Bitte um Hilfe. Ja, jetzt schon. Du bist körperlich in einem Ausnahmezustand. Alles was euch helfen kann den Alltag zu entzerren: Kind auf den Spielplatz bringen, Einkauf erledigen, mal eure Wäsche machen - du darfst auch jetzt schon um Hilfe bitten.
    :arrow: Versuch, genügend zu schlafen, zu ruhen, mal rauszugehen und zu gut und gesund zu essen.
    :arrow: Sprich darüber. Immer wieder. Schreib ein Tagebuch, mach einen Thread auf und schreib, wenn dir danach ist. Schluck es nicht herunter. Alles, was dir hilft zu akzeptieren wie es gerade ist macht es für dich leichter. Wenn es für dich leichter wird hast du mehr Kraft, die du vorher ins "Selbstzerfleischen" investiert hast frei für Menschen und Dinge, die dir wichtig sind.


    Eso-tantenmäßig betrachtet hilft mir in solchen Zeiten oft, das als eine Art Metamorphose zu sehen. Eine Zeit des Wachstums. Und wie jedes Verpuppen und Flügel wachsen lassen kann es ganz schön weh tun, Angst machen, neu sein, sich ungewohnt und eng anfühlen. Es ist ungewiss wie es weiter geht, man hat noch kein Konzept von dem, was werden wird. Diese Übergangszeiten muss es geben und sie sind hilfreich. Es hilft aber nicht, sich dagegen zu wehren - mit Akzeptanz und liebevoller Selbstfürsorge lassen sich diese Zeiten besser durchstehen. Hinterher machen sie oft Sinn. Oder vielleicht das Bildnis der Jahreszeiten: Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Die Natur braucht die Zeit der Stille, der Ruhe, des Ruhens und der Dürre, Kargheit und Leere. Es gibt keine neuen Blätter, es ist kalt, es ist dunkel. Aber das ist ein Teil des Kreislaufes, der auch seinen Platz hat. Diese Zeit hört von ganz allein auf, irgendwann erblüht wieder alles von selbst zum Leben. Man muss garnichts tun, nur ertragen, aushalten, abwarten, mitgehen, akzeptieren und vielleicht sogar die Schönheit darin finden.


    Übrigens ist ja gerade die Zeit um 2,5-3 herum eine Zeit, wo Kinder sich von "innen" nach "außen" orientieren. Weg von Mama und Papa, hin zur Welt und dem Entdecken anderer Dinge und neuer Leute. Das kann erstmal traurig wirken, ist aber - wenn man das mal ohne belastende Zeit erlebt, die zufällig zum selben Zeitpunkt statt findet - total normal und eine gute Entwicklung. Es ist also auch im Rahmen, dass sie dich von sich aus weniger braucht, nicht mehr ganz so viel körperliche Nähe und emotionale Präsenz einfordert. Das wäre auch so passiert, ohne Schwangerschaft.



    Ich schick das jetzt mal so ab. Auch wenn das jetzt ganz schön ...öhm...bildmalerisch geworden ist und ich nicht weiß, ob dich das überhaupt anspricht.

  • Danke für eure Antworten.


    Irgendwie fällt mir ein Stein vom Herzen von euch allen zu lesen, das es bei euch ähnlich war oder ist. Das macht es weniger unnormal für mich, oder rückt es wieder in eine andere Richtung.


    Ich bin jetzt in der 15. Woche, habe also noch einiges an Zeit bis das Baby dann Ende April/Anfang Mai kommen soll. Da wird unsere Tochter wie gesagt quasi gerade 3 sein.


    Es stimmt, das sie eigentlich zb viel selbstständiger ist als damals als sie ein Baby war. Aber es gibt echt Tage - und besonders Nächte - in denen sie mir wieder so klein und hilflos vorkommt wie damals. Sie war in den letzten Wochen öfter mal krank. Wir hatten schlaflose, verweinte Nächte und Tage, an denen sie wirklich nur bei mir, an mir sein wollte und nur stillen wollte. Das machte mir dann noch mehr Angst.
    Gerade abends, wenn sie mal weinend aufwacht habe ich automatisch im Kopf wie das gerade dann sein wird, wenn die Geburt losgeht. Hört sich vielleicht komisch an, aber ich hab da aktuell mehr Angst um sie als vor der Geburt an sich.
    Wir planen eine Hausgeburt diesmal, auch, weil sie dann dabei ist und ich mich nicht entspannen kann beim Gedanken sie woanders zu haben. Bzw haben wir auch keine wirkliche Alternative, Familie nicht mehr als Kontakt vorhanden oder die meines Mannes weit weg.


    Ohja, und wenn ich an all die Probleme mit ihr damals denke krieg ich auch eher Angst. Wir hatten so einen doofen Stillstart damals, mussten zufüttern und kamen nie zum Vollstillen. Immer nur Brusternährungsset. Noch heute fragt sie danach und will das mal. Das will ich eigentlich nicht nochmal. Ich wünsche mir diesmal eine ganz normale Stillbeziehung. Aber ich bin nicht mehr so davon überzeugt, dass das jede Frau kann. Oder zumindest nicht mehr davon, das ich das kann.
    Ich glaube, das ich in mir so ein bisschen unterbewusst gehofft habe, mit der 2ten Schwangerschaft All das besser zu machen und mich da zu 'heilen'. Aber aktuell bin ich mir da nicht mehr so sicher.


    Zu lesen, dass das Leben mit Kleinkind so unschwanger schon anstrengend ist, tut auch gut. Ich glaub manchmal, dass ich das nicht so empfinden darf. Vermutlich, weil ich solange psychisch Probleme hatte, denk ich immer das ein Gefühl von 'anstrengend' gleichgedeutend ist mit Versagen. Was ja eigentlich nicht stimmt. Aber gerad deswegen trau ich mich manchmal nicht das überhaupt auszusprechen, denn da rutscht man bei manchen gleich in die Schiene als Mutter nicht gut genug zu sein aufgrund der psychischen Vorbelastung in der Vergangenheit. Dabei, gehts mir gut. Dabei hab ich da viel getan und leb in einer stabilen Partnerschaft seit 9 Jahren.


    Rabea (hoffentlich richtig geschrieben! Mit Handy kann ich nicht nachsehen): ja ich glaub ich erinner mich an dich damals im Park :-). Ist ja so lang her und ohja, manchmal bin ich traurig, das ich nun auf dem Land lebe und soweit weg von Kontakten die da ähnlich denken wie ich. Oder wir. Da vermiss ich die GroßStadt.
    Danke für deine Worte. Und ich bin gespannt was du noch schreiben magst.

  • Tonerl, ich habe mir die ganze Zeit einen zweiten Jungen gewünscht und bis zuletzt gehofft. Und dass, obwohl es im Ultraschall eigentlich für die Ärztin eindeutig war.


    Aber jetzt ist sie da; als wäre sie schon immer bei uns gewesen und sie ist genau richtig so, wie sie ist. #herz


    Zum Thema Stillen: Da war ich diesmal ganz bei mir selbst und habe sofort die Konsquenzen gezogen, als ich ein schlechtes Gefühl bekam.


    Überhaupt bin ich diesmal in vielen Dingen klarer und sicherer; darauf kannst du dich freuen. ;)


    Und ja, die Eltern, die nur ein Kleinkind zu Hause haben, berichten ebenfalls, wie anstrengend das gerade alles für sie ist. Das ist kein Zeichen von Schwäche.

  • Unser Kleines soll in den nächsten Wochen schlüpfen und hat zur grossen Tochter ungefähr den gleichen Altersabstand.
    Wir stillen auch abends und morgens noch, und ich mache mir nach wie vor Sorgen um das Verhältnis zu meiner Tochter, die sehr an mir hängt und mir auch oft noch sooo klein vorkommt. Und klar, es ist viel anstrengender wenn man den Tagesrythmus an ein 3jähriges anpassen muss, hinterherrennen, aufpassen, räumen, kochen auch wenn einem speiübel ist...


    Gerade die GefÜhle deiner ersten Tochter gegenÜber kann ich gut verstehen. Deutlich besser ist es bei mir, seit ich der kleinen grossen Schwester von ihrem Geschwisterchen erzählt habe und sehe wie sie darauf reagiert, inzwischen interessiert sie sich für alle Babies die wir sehen, sie begrüsst ihr Geschwisterchen beim Aufwachen und sagt ihm abends gute Nacht, und ich glaube dass die beiden sich ganz prima verstehen werden. Wir waren auch noch nie eine Nacht getrennt, ich rede mit ihr darüber dass ich vielleicht für ein paar Tage in die Klinik muss und der Papa dann da ist; wir schauen auch Babyfotos von ihr selbst an, und irgendwie werden wir beide bei diesen Vorbereitungen ruhiger. Natürlich, es wird sich vieles ändern, aber es wird immer noch schön sein.


    Ja, um die Geburt vom Kleinen mache ich mir weniger Sorgen, und ich habe meinem Mann gesagt dass er im Zweifelsfall lieber bei ihr als mit mir in der Klinik sein soll, da bin ich ruhiger. Das muss aber jeder selbst entscheiden.

    Liebe Grüsse von Farbenfroh mit MaiElfe (2011) und NovemberWichtel (2014)

  • So, ich versuchs mal. Vorweg möchte ich sagen, dass ich nie wirkliche Depressionen hatte, und mein Innenleben als recht stabil empfinde. Trotzdem könnten viele deiner Bescheibungen fast wörtlich aus meiner zweiten Schwangerschaft stammen.


    Das zweite Kind war sehr gewünscht, es war willkommen, auch der recht kurze Abstand war so gewollt. Diese große Euphorie, diese Abenteuerlust, Neugier, Vorfreude aufs neue Leben, die vor dem ersten Kind da war, blieb aber aus. Ich war halt schwanger. Und ich war müde.


    Dem Baby ging es immer gut. Gegen Ende war ich überrascht, wie nah der ET schon war und wie wenig ich das nun wiederum neue Leben erträumt hatte. Rabi war ja erst zwei, er lebte ausschließlich in der Gegenwart, und diese Gegenwart ließ einfach nicht viel Raum für anderes.


    Bis zur Geburt, nein bis zur Austreibungsphase, erlaubte mir das freundliche kleine neue Wunderwesen wirklich, mit den Gedanken bei den alltäglichen bekannten lieben Sorgen zu bleiben. Was ist mit Rabi? Wie soll das nur gutgehen? Was tu ich ihm da an? Huch, ich bekomme grade ein Baby!?


    Und dann lag er da, der Kleine, ganz warm und neu, wie selbstverständlich und als wäre er schon immer in unseren Herzen gewesen.


    So hat Rabi ihn auch angenommen, ganz selbstverständlich. Als zu-ihm-gehörig.


    Das erste Baby hat uns zu Eltern gemacht. Mit dem zweiten sind wir eine Familie geworden, oder sind noch dabei zu lernen, wie wir als Familie sein wollen. Wir lernen und wachsen aneinander, das ist unglaublich schön.

  • NUn, ich bin da jetzt mal völlig raus :)


    Ich epfinde meine jetztige Schwangerschaft als bezaubernd und sehr angenehm.
    Das einzige was mich stört, ist, dass die Glückwünsche und herzlichen Umarmungen bisschen rar ausfielen,a sl bekannt wurde,dass wir unser zweites Kind erwarten.


    Beim ersten war das so überwältigend. Alle freuten sich,die davon erfuhren, alles umarmte uns, und wünschte viel Glück. So wie ich es mir gewünscht hatte. Omas, Tanten, Mams, Freunde waren so froh darüber, hihi.


    Jetzt fehlt mir das irgendwie.
    vier Freunde und Bekannte freuen sich darüber, und fast doppelt soviele fragen uns, ob wie uns das richtig überlegt haben, und ob ich nicht schon zu alt dafür bin (36 Jahre??? Also bitt!!! Ist nicht den ihr Ernst! #hammer #confused 8I )


    Und ansonsten, glaube ich einfach,dass es bei mir damit zusammen hängen könnte, dass ich alles in der ersten Schwangerschaft nicht so blauäugig gesehen habe, weil ich immer schon für meine kleineren Geschwister das sein musste. Ich später Erzieherin gelernt habe, und gefühlte "tausend" Praktikas, mit kleinen und großen Menschen gemacht habe.
    Ich konnte mir durchaus vorstellen, was da so ein klein wenig auf mich zukommt.


    Ich war seeeeehr entspannt und ausgeglichen in meiner Schwangerschaft und auch das erste Jahr mit Baby war einfach hinreisend. Es überwiegend positives was ich in Erinnerung habe.
    Klar so paar kleine Wehwehchen sind immer mal hier und da gewesen, aber ok.


    Ich genieße das abendliche auf der Couch gekuschel jetzt auch wieder wie vor 12 Jahren mit meinem Mann, schon beim ersten Babybäuchlein. Mein Mann war und ist soooo süß in dieser Zeit. Zucker, einfach hmmmm #herzen #love


    Und jetzt mein Sohn, genauso. Er weiß,dass wir es schon eeewig probiert haben ein Baby zu zeugen, von daher weiß er nun auch schon Bescheid, auch wenn ich noch gaaaaaanz am Anfang bin und einfach nur hoffen kann,dass alles gut geht.


    Aber wer weiß, vielleicht hab ich auch bald mal ein Tief, dann kann ich aber beruhigt sein, dass ich mich hier mit euch austauschen kann :)

    LG v.Peggy(41) #baden Ronny(41) #herzen Anthony(16) #sonne und Marilyn (4) #sonne und 5 "kleinen Krabbelkäfern"

    1,5-2,5 Jahre #blume
    Tagesmutter in Leipzig Süd #freu
    Verliebt seit 21 Jahren #love verheiratet seit bald 10 Jahren #banane