Andere Vorstellung von Erziehung, wie umsetzen und mit anderen Verwandten vereinbaren?!

  • Liebe Rabies,
    aufgrund meiner schlechten Kindheit setze ich natürlich alles daran, es anders und besser zu machen, stoße aber nun an meine Grenzen.
    Durch das Buch "Heute lache ich, morgen weine ich..." habe ich meine Tochter viel besser verstehen können und baue darauf auf. Dadurch hat sich hier vieles positiv verändert.
    Allerdings hat mein Mann das Buch nicht gelesen und meine Mutter und meine Schwiegereltern werden es sicher auch nicht lesen.
    Aber so viele Dinge stören mich einfach.
    Beispiel: Tochter gibt ihren Blumen was zu Trinken. Aus der Sicht meiner Tochter trinken die natürlich aus der Blüte. Macht ja auch Sinn, denn in vielen Büchern haben die Blumen ja auch ein Gesicht. Papa sagt, nein, das ist falsch....
    Finde ich unnötig und traurig hier zu korrigieren.
    Tochter will Schnecke von der Terrasse ins Gras setzen, weil ich ihr das beim Bürgersteig einmal gezeigt habe.
    Papa sagt, nein das brauchst du nicht, hier ist sie auch sicher. Tochter will aber - Anfall. Papa will, nach seiner Ansage, auch mal was bestimmen dürfen :stupid:
    Auf Kosten unserer Tochter etwas durchzusetzen, was nicht lebensbedrohlich oder wingend erfordelrich ist, finde ich richtig doof.


    Letztes Beispiel:
    Tochter will dies, dann doch wieder nicht, kann sich nicht entscheiden.
    Oma kann das nicht deuten uns sagt zu meiner hoch sensiblen Tochter: Dann lass halt bleiben. Folge: Anfall.
    Tochter kriegt Anfall weil wir vom Kinderturnen kommen und sie dadurch ihre Spannungen lösst, ich will sie begleiten andere Oma quatscht mir immer dazwischen und stellt Tochter, die noch nicht viel sprechen kann "oder" fragen - Resultat #kreischen


    Wie macht ihr das denn? Ich kann den Omas und Tanten etc doch keinen Katalog mit geben, wie man sich meiner Tochter gegenüber am ehesten zu verhalten hat. Ich möchte, das sich meine Tochter verstanden und angenommen fühlt, aber da sehe ich erhelbliche Schwierigkeiten bei den Familienmitgliedern.
    Meine Mutter bemüht sich, will ihr aber alles recht machen, lässt sich auch hauen, das will ich natürlich auch nicht.
    Mein Mann hat zumindest sich bereit erklärt das Buch zu lesen und hat angefangen.
    Die wenigsten haben hier sicher Pädagogik studiert, aber wie besprecht ihr euren Umgang miteinander?
    Würde mich brennend interessieren.
    Zeit zum Reden haben wir kaum, da unsere 2. erst 2 Monate ist, dafür häufen sich die Reibungspunkte mit meinem Mann, weil ich eine Notwendigkeit darin sehe, das er sich mehr darum bemüht Verständnis für unsere Tochter, die in einem schwieriegem Alter ist und auch gerade erst große Schwester geworden ist, zu haben. Aber er arbeitet auch viel und hilft viel im Haushalt. Frage mich einfach, wie andere das so wuppen.


    LG

  • hi,


    kriegt deine tochter bei dir nie einen anfall? phasenweise war es egal, was ich tue oder nicht tue, war eh nicht richtig. manchmal ist es heut noch so.


    ich würd mich weitest gehend zurückhalten aus der beziehungen, die deine tochter zu anderen personen hat, auch beim papa. ich mache vieles anders als mein mann, mein mann genauso, doch haben unsere kinder zu uns beiden gute beziehungen.


    einiges, was meine mutter mit unseren kindern macht, würd ich ganz anders machen, so lange wir aber bestimmte vorher abgesprochene grenzen einhalten, misch mich nicht ein.


    und kinder können sich wunderbar anpassen, sie wissen, was bei person a und b geht aber c nicht.


    es tut mir leid, dass du keine schöne kindheit hattest aber die war deine und nicht die deiner tochter. die hat ihre eigene und wie du es beschreibst, schon schöne.


    mit einem zwei monate alten baby und kleinkind ist es schon anstrengend. war bei uns auch nicht anders. ihr werdet euch schon einspielen. wenn dich bestimmte sachen sehr stören, (die beispiele, die du hier geschrieben hast, find ich allerdings nicht weiter schlimm), würd ich sie ansprechen zumindest mit deinem mann, weil ihr das kernteam bildet. aber alles andere wird sich finden.

    #sonneige Grüße von Fibula mit drei Juli-Männern #kerze #kerze #kerze #kerze
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    Ernst Ferstl

  • Ich sehe das wie Fibula: es gibt einige Dinge, die ich nicht tolerieren kann/könnte (Schlagen als wichtigstes Beispiel, aber auch in gewissen Ernährungsfragen, wenn es um die Gesundheit des Kindes sein).


    Ansonsten finde ich es wichtig für das Kind, dass es weiss, verschiedene Menschen sind unterschiedlich. Damit kommen sie sehr gut zurecht. Gerade mit dem Partner finde ich es auch noch wichtig, dass wir uns gegenseitig nicht drein reden.


    Liebe Grüsse


    Talpa

  • Ich finde auch keins der genannten Beispiele schlimm. Da ist nichts Entwertendes, keine Übergriffe. Es ist doch normal, dass andere mit Deiner Tochter anders umgehen und meinen Ärger würde ich mir für Dineg aufheben, wo es wichtig ist.


    Vielleicht hilft es Dir auch mal drüber nachzudenken, was genau Dich da so ärgert.

  • Deine Tochter darf auch lernen, dass verschiedene Menschen unterschiedlich reagieren. Niocht jeder muss die "Perfekte" Reaktion draufhaben.


    Okay, das mit der SChnecke mussten vielleicht nicht sein, aber evt. wußte Dein Mann ja nicht, dass Du ihr das so gezeigt hast und dass sie das deshalb so machen wollte und wollte ihr einfach zeigen, dass das Tier im Garten sicher ist (und wahrscheilich nicht angefasst werde will, wenn es sich vermeiden läßt?)

  • Ich verstehe zwar, dass Du es Deiner Tochter - vor allem, da sie vo kurzem auch noch grosse Schwester wurde - so einfach wie moeglich machen moechtest aber ich weiss auch nicht, ob es sinnvoll ist, wenn alle anderen denken, sie muessen sie "wie ein rohes Ei behandeln". So liest sich das fuer mich etwas.


    Mein Mann macht viele Dinge anders als ich. Er erlaubt Dinge, die ich nicht erlaube und er geht auch anders mit unseren Kindern um. Ich erklaere oft (manchmal auch etwas zu viel, aber nur bei unserer Tochter (fast sieben), sage meist wie etwas "besser" gemacht wird (also z.B. "schau mal, die Blume mag das Wasser lieber unten auf die Erde etc.) oder wie man es machen kann. Meist lobe ich nur, was mir gut gefaellt. Wenn ich einmal etwas Negatives sage(n) "muss", dann sage ich im Anschluss als letztes, wann es mir gut gefallen hat, etc.


    Mein Mann ist ungeduldiger als ich mit den Kindern. Er sagt, "nein", wenn sie etwas nicht machen sollen und er stellt das "Negative", das er aendern will raus.


    Wir haben nicht so oft etwas mit Familie zu tun, da wir auf einem anderen Kontinent leben. Wenn wir einmal zu Besuch sind oder wenn Besuch kommt, dann wuerde ich nur eingreifen, wenn es zu "fundamentalen Dingen/Verstoessen" kaeme. Obwohl alle Verwandten es nicht so machen wie ich, war das noch nie noetig, obwohl sie unsere Kinder wirklich (leider zwangslaeufig) nicht so gut kennen wie wir.


    Ich finde es gut, dass Dein Mann das von Dir vorgeschlagene Buch liest. Wenn es nicht zu ihm passt, wuerde ich ihn aber nicht weiter dazu draengen. Wenn er auf seine Art liebevoll ist, dann wuerde mir das reichen. (Schnecke ohne Not umher tragen wuerde ich auch nicht wollen, genauso wenig wie Blumen von oben giessen.)

  • Leider wirst du dich daran gewoehnen muessen das andere leute andere regeln und einen anderen umgang mit kindern haben als du...
    Die wichtigste regel an der sich jeder der mit meinem kind umgang hat halten muss ist
    Keine koerperlichen uebergriffe
    Grenzen akzeptieren
    ?..
    Alles andere bzw den selben umgang den ich mit meinen kindern habe hat sonst eh niemand...
    Ich staerke meine kinder und bin die zuverlaessige basis... Der rest der welt tickt anders aber das muessen sie eben auch lernen

  • Liebe NordenMama,


    Deine Tochter hat einen für alle verständlichen Weg gefunden, mitzuteilen, wenn ihr irgend etwas gerade überhaupt nicht passt: sie wird laut.
    Die große Frage ist jetzt, wie reagieren Papa, Großeltern und andere darauf? Wird die Tochter dann respektiert? Wenn ja, dann würde ich mich da raushalten: Töchterchen klärt das selbst. Fehlt aber der Respekt vor einem kleinen Menschen mit akutem Überforderungsgeschrei, dann gibt es wirkich ein Problem. Dann musst Du sie schützen, verteidigen, den Dolmetscher spielen.


    Meine lieben Schwiegereltern mussten etliche festgefahrene Verhaltensweisen ändern und Ansprüche an unsere Zeit einschränken, als der kleine Spezialist zur Welt kam. Mein Mann musste lernen, sich an diesen Stellen seinen Eltern gegenüber zu behaupten. Ich habe die dafür notwendigen Erklärungen voller Vertrauen unserem Söhnchen überlassen: wenn etwas nicht ging, hat er geschrien, wurde getröstet, das Übel beseitigt und alles war gut. Es ist eine sich liebende Familie. Nur hätte ich mir vergebens den Mund fusselig geredet, wenn ich versucht hätte, diese Änderungen durchzusetzen.


    Viel Gelassenheit wünscht
    die Silbermöwe

    Ich bin

    ich. Mensch, Mutter, Nordwest-Europäerin. Anwesend.

  • nordenmama,
    ich kann dich sooo gut verstehen!
    ich habe das gleiche problem insbesondere mit meinen eltern.
    da hilft nur vorleben, reden und ganz klar die grenzen meiner kinder verteidigen.
    die beispiele von deinem mann finde ich an sich nicht schlimm,
    schlimm ist nur das "wie" .
    sage ihm, dass das auch einfuehlsamer geht.
    er muss nicht sagen, du machst das falsch, so ist es richtig.
    er kann auch sagen, die pflanze trinkt mit ihren wurzeln, du kannst das wasser direkt auf die erde giessen, oder , die schnecke ist auf dem rasen nicht wirklich sicher, willst du einen anderen ort dafuer suchen?
    das gibt den kind die moeglichkeit selber zu entscheiden und seine eigenen erfahrungen zu machen.
    und dieses, ich will auch mal entscheiden, das kenn ich von meinem vater auch.
    wie ein kleines kind stellt er sich hin, und will aus prinzip einfach was anderes machen, als meine kinder, nur um auch mal der bestimmer sein zu koennen, in der meinung , man tut den kindern keinen gefallen, wenn sie immer recht bekommen.
    im prinzip ja richtig, man soll nicht auf gedeih und verderb seinen kindern alle wege ebenen, aber er laesst dann auch noch sein "ich bin der erwachsene und du ein kind und deshalb entscheide ich , wo es langgeht" raushaengen.


    deiner oma haette ich auf den spruch " dann lass halt bleiben" gesagt, dass sie auch etwas freundlicher sein koennte. wenn mir jemand soetwas sagt, empfinde ich das jedenfalls als sehr unfreundlich und herablassend.


    hinzu kommt noch, dass ich mich selber immer schlecht fuehle, wenn meine eltern sich nicht zusammenreissen koennen, und meine kinder nicht so behandeln, wie ich es mir wuensche. ich fuehl mich dann selber wieder wie ein kind und bin verletzt. aus dieser nummer wieder rauszukommen ist sehr schwierig. ich habe dafuer auch noch keine loesung gefunden, ich mutiere teilweise dann wieder zum kind und sage dann bockiger weise kein wort mehr, auch nich grade zielfuehrend.
    vielleicht geht es dir ja aehnlich...


    das ist denke ich auch die crux, wenn es die eigene familie ist, die sich in deinen augen falsch verhaelt, stoert es einen sehr viel mehr, als wenn es irgendwelche bekannten oder fremden waeren.


    am wichtigsten ist es denke ich jetzt erstmal deinen mann zu ueberzeugen.
    setzt euch hin und redet darueber, schildere ihm deine gefuehle in diesen situationen.
    frage ihn, wie er sich als kind in solchen situationen gefuehlt hat, das bringt ihn vielleicht etwas weiter in seinen ueberlegungen.


    lg


    nele


    Für die einen ist das Glas halbleer,
    für die anderen ist es halbvoll,
    und ich freu mich schon, wenn überhaupt etwas drin ist !!
    :D

  • Ich verstehe dich auch. Und kann an vielen Stellen bei Nele unterschreiben (und tue das jetzt auch mal ganz fix, ich muss nämlich ins Bett)


    thread ist gemerkt, ich schreibe morgen mehr.


    Liebe Grüße


    lila

    Mit kleinem Blau (April 2007) und kleinem Gelb (August 2011)


    Neue Wege entstehen, indem man sie geht.

    Einmal editiert, zuletzt von lilaflieder ()

  • ich finde es schwierig von (ur)omas/opas viel geduld zu erwarten. i.d.r. sind es ältere leute, die evtl. auch körperlich nicht fit sind und sich nicht so sehr auf kind einlassen können. das find ich ganz normal. meine mutter schaltet auch mal den fernseher an, wenn sie 3 bücher vorgelesen, zwei gesellschaftspiele mit den jungs gespielt, sie eine runde aufs trampolin geschickt hat und kinder aber immer noch genug an aufmerksamkeit hatten. ich hätte da eine andere ausdauer, die hatte sie mit mir und mit meinen geschwistern auch. aber ihre zeit ist vorbei.


    dann sagt die oma "dann lass es eben bleiben". natürlich geht es netter. aber evtl. hatte sie eine kurze nacht, hinter sich irgendwelche schmerzen, in dem moment das bedürfnis nach ruhe, kann sie aber nicht haben, da das kind da ist. dann sagt sie halt so ein satz. das ist denn so. kind lernt damit umzugehen, wenn die beziehung zwischen beiden parteien sonst liebe- und respektvoll ist.


    mit papa sieht es natürlich anders aus. da muss man miteinanderreden und eigenen stand punkt vertreten können ohne den anderen vor den kopf zu stoßen. bei uns ist es so, dass ich nun mal den alltag mit den jungs teile und daher viele strategien entwickeln konnte, die recht effektiv sind. aber dafür hab ich auch zeit gebraucht. für meinen mann ist es schwierig, weil er den großteil des tages außerhalb des hauses verbringt. und ich muss sagen, dass klappt zwischen unseren jungs und meinem mann viel besser und unkomplizierter, wenn ich nicht dabei bin. da funkt niemand dazwischen, die kinder wissen, woran sie sind, dann läuft es entspannter.


    oder wir haben "urlaub" und paar tage um uns auf den alltag zu viert einzuspielen. dann geht es auch wieder.


    liebe nordenmama, auch wenn es schwer auszuhalten ist, wenn ein zwei jähriges kind anfälle kriegt. aber dafür brauchen die außenstehende nicht viel (falsch) zu tun. es ist so einer phase. das kind hat wünsche, kann sie noch nicht richtig ausdrücken, da ist es ganz normal, dass es zu anfällen kommt. das haben unsere beiden auch oft bei mir, obwohl ich mir wirklich und viel mehr mühe gegeben hab.

    #sonneige Grüße von Fibula mit drei Juli-Männern #kerze #kerze #kerze #kerze
    Vorurteile sind menschenfreundlich. Sie passen sich dem Niveau ihrer Benutzer bedingungslos an.
    Ernst Ferstl

  • Ich rede anderen da nicht viel rein, lass mir aber auch nicht viel reinreden.


    Wenn also die Oma zum Kind sagt: "Dann lass es halt bleiben" dann ist das ihre Sache.
    Wenn ich aber mich um mein Kind kümmere, und die Oma quatscht rein, erkläre ich ihr, dass ich das aber nun mal so mache, und ich ihr ja auch nicht reinrede. (Und kläre sie auch noch mal darüber auf, warum ichs so mache, die Diskussion hält keine der beiden lange durch. :D )


    Und sollte mein Mann mit dem Spruche "Ich will auch mal bestimmen" kommen, würde ich ihn einfach auslachen.
    Mit ihrem habe ich allerdings das Thema Erziehung lange vor der Zeugung der Kinder ausführlichst diskutiert und wir sind uns das weitgehend einig.

    It all started with the big BANG!


    (Big Bang Theory)

    Einmal editiert, zuletzt von Shevek ()

  • Hmm, also da fühle ich mich dann doch etwas feinfühliger muss ich ehrlich sagen.
    Es geht nicht darum, das ich oder andere meine Tochter wie ein rohes Ei behandeln oder behandeln sollen.
    Es geht darum, das zwischen Wünschen und Bedürfnissen unterschieden werden soll und auf ihre Gefühle eingegangen werden soll.
    Mein Gefühl ist es, dass alle (außer mir) das Verhalten bagatellisieren oder über dramatisieren.


    Auch der Satz: ...sie muss lernen...
    Das sehe ich differenzierter. Ich bin der Meinung, das Kinder bestrebt darin sind zu lernen und sich weiter zu entwickeln. Sie wollen uns nicht enttäuschen, ärgern oder in Wut bringen. Sie lernen so, wie es die Zeit mit sich bringt, ich muss keine Situationen fördern, provozieren oder mich auf Krampf durchsetzen, weil ich der Meinung bin, sie muss aus der Situation zwingend etwas lernen.


    Nele,
    Ja, ich sehe Paralelen zu uns. Ich meine zu fühlen, was meine Tochter fühlt. Ich sehe, das sie sich nicht ausdrücken kann und das dann einfach übergangen wird und so sehe ich ihr Unglück. Das macht mich traurig.


    Auf jeden Fall fühle ich mich hier, was das Thema angeht" unverstanden, weil ich einige Bücher über Kinder gelesen habe und es eben anders machen möchte.

  • Ja das ist ja auch okay, dass Du es anders machen möchtest. Wenn Du dabei aber so dogmatisch bist, dass niemand anders mehr an Dein Kind ran darf, dann wird es schwierig. Dann bist Du über das Ziel hinausgeschossen.
    Kannst Du das gar nicht verstehen?

  • Ich kenne so eine dichte Beziehung zu einem Kind. Das ist schön, wenn Du dabei allerdings nicht in die Rolle des Kindes fällst. :)


    Wieviel Zeit verbringt denn Deine Tochter mit den restlichen Familienmitgliedern? Ist sie täglich lange dort? Ansonsten würde ich auch sagen - solange es nicht wirkliche no-gos sind, lass sie machen. Du und Dein Mann, Ihr seid die wichtigsten Personen für Eure Tochter. Wenn sie bei Euch gesehen und angenommen ist, dann wird ihr ein unsensiblerer Umgang nicht schaden. Wie gesagt, solange es keine Sachen sind, die Du gar nicht tolerieren kannst.
    So kann sie dann gesichert durch Euren guten Umgang auch Erfahrungen in Beziehungen machen, wo eventuell nicht optimal auf sie eingegangen wird.

    Widersprich dir selbst! Die anderen sind nicht immer da.

  • Wir haben nahe Verwandte, die einen etwas anderen Umgang mit unseren Kindern und ihren Kindern haben - anders im Detail, sicherlich nicht in der Hauptsache, nämlich dass die Kinder grenzenlos geliebt werden.
    Das sind Dinge, die ich meinem Kind so nicht sagen möchte, Mechanismen, die wir zuhause nicht haben möchten etc...
    Aber mein grosses Kind liebt es, dort zu sein - für ihn ist es überhaupt kein Problem. Und ich habe auch merken müssen, dass ich manchmal sogar gemeint habe, ihn störe etwas - weil ich von mir auf ihn geschlossen habe - und das war gar nicht so.


    Ich schliesse mich also Henrietta an: beobachten ja, aber versuchen, nicht zu sehr die eigenen Gefühle ins Kind zu interpretieren. Dein Kind wird selbst zeigen, was okay für es ist und was nicht.


    Liebe Grüsse


    Talpa

  • Zu spät fürs Editieren: Ich glaube, dass oft vor dem hohen Ideal alles andere verschwimmt: Ob jemand n bissel weniger sensibel ist, das Kind wirklich beschämt oder gar misshandelt. Als sei das alles das Gleiche. Ist es ja aber nicht. Und da finde ich es wichtig, einen differenzierten Blick zu bewahren.

  • Ich kenne so eine dichte Beziehung zu einem Kind. Das ist schön, wenn Du dabei allerdings nicht in die Rolle des Kindes fällst. :)


    Wieviel Zeit verbringt denn Deine Tochter mit den restlichen Familienmitgliedern? Ist sie täglich lange dort? Ansonsten würde ich auch sagen - solange es nicht wirkliche no-gos sind, lass sie machen. Du und Dein Mann, Ihr seid die wichtigsten Personen für Eure Tochter. Wenn sie bei Euch gesehen und angenommen ist, dann wird ihr ein unsensiblerer Umgang nicht schaden. Wie gesagt, solange es keine Sachen sind, die Du gar nicht tolerieren kannst.
    So kann sie dann gesichert durch Euren guten Umgang auch Erfahrungen in Beziehungen machen, wo eventuell nicht optimal auf sie eingegangen wird.


    Ha, da fängt sie Problematik vielleicht schon an. Ich bin immer zu Hause. Oma kommt gelegentlich und Schwiegereltern ziehen nun erst hier her, die hat sie sonst nur 2x im Jahr gesehen. Meine Schwiegermutter hat die Lütte auch immer auf den Arm genommen, obwohl sie getobt hat und es nicht wollte. Das ist für mich ein "no-go", zumal ich dann die Tage danach ausbaden musste, weil die Lütte, die Oma mit dem A.. nicht mehr angeschaut hat und auch nicht mehr von ihr angesprochen werden wollte.
    Eben wieder eine Situation:
    Sie steht wieder vom Hochstuhl auf, sie soll sich wieder hinsetzen. Macht sie auch, steht dann nur zu Hälfte auf und das Glas kippt um.
    Sie schreit, weil sie nass geworden. Es war kein Weinen oder Verzweiflungsschreien, für mich, so interpretiere ich es, war es, weil sie nass geworden ist und befürchtete, das wir schimpfen. Ich hab sie dann aus dem Stuhl genommen und ihr das Hemd ausgezogen. Dann in ein Handtuch gewickelt. Sie war leicht weinerlich und ich sagte ihr, dass das ja mal passieren kann. Papa meckert: ...das kommt davon wenn man rumhampelt...
    Ich bleibe ruhig und sage:... uns kippt auch mal was um, obwohl wir nicht hampeln.


    Für mich war die Situation durch. Eben höre ich, wie Papa oben im Haus ihr nochmal sagt:...ich will dieses rumgehampel nicht, auch wenn du es nicht mit Absicht gemacht hast, sowas will ich nicht nochmal haben!"


    Aaarrggh! Das ärgert mich so. Sie hat es doch nicht absichtlich gemacht. Meiner Meinung nach, hat sie sich sogar selbst geärgert. Das Thema war durch und er fängt wieder damit an. Wie schlecht soll sie sich denn fühlen. Sie is doch bestrebt darin uns zu gefallen und geschickt in ihrer Motorik zu sein, warum muss man hier denn noch, nach 10 Minuten wieder mit dem Thema anfangen.


    Habt ihr denn gar nicht so Situationen? Meint ihr, ich würde mich zu sehr in mein Kind hineinversetzen? Ja, es mag vielleicht sein, das ich zu "fein" bin und es sein möchte und mich zu sehr in die Papa-Kind Beziehung einmische, aber wenn ich es doch für ungerecht halte?!
    Meiner Meinung nach verletzt er sie damit, wenn er ihr etwas vorhält, was sie nicht mit absicht gemacht hat.


    Es ist ja auch nicht so, das ich ein Engel wäre. Leider. Ich bin oft ungeduldig und schimpfe auch bei Dingen, die eigentlich nichtig sind, daher wünsche ich mir, das Mama und Papa sich besser absprechen und eben gute Eltern sind, die auf ihr Kind eingehen und es sehen.

  • Ich kanns am Smartphone nicht sehen, wie alt ist denn Deine Tochter?

    Widersprich dir selbst! Die anderen sind nicht immer da.

  • Hampeln bei Tisch macht mich auch wahnsinnig und je nach Situation finde ich es tatsächlich manchmal sinnvoll etwas hinterher nochmal "in Ruhe" anzusprechen. Damit die Botschaft ankommt (bei einem Kind dass gerade schreit kommt nämlich nicht so viel an). Kommt aber tatsächlich sehr aufs Alter drauf an..
    Ich kann mich vielen meiner Vorschreiberinnen anschließen und möchte hinzufügen: Wenn man sich mit einer Materie intensiv auseinander gesetzt hat, ist man für viele Dinge einfach sehr sensibilisiert. Formulierungen die uns aufstoßen, Mechanismen die wir selber mühsam überwunden haben.. das heißt aber nicht dass man das zwangsläuftig auf das Kind übertragen muss. Die sind nicht gar so zerbrechlich! Und man muss sich im Leben immer mit verschiedenen Menschen auseinandersetzen.