Andere Vorstellung von Erziehung, wie umsetzen und mit anderen Verwandten vereinbaren?!

  • Habt ihr denn gar nicht so Situationen? Meint ihr, ich würde mich zu sehr in mein Kind hineinversetzen? Ja, es mag vielleicht sein, das ich zu "fein" bin und es sein möchte und mich zu sehr in die Papa-Kind Beziehung einmische, aber wenn ich es doch für ungerecht halte?! Meiner Meinung nach verletzt er sie damit, wenn er ihr etwas vorhält, was sie nicht mit absicht gemacht hat.

    Du beschreibst hier ja DEINE Sichtweise. Wie hat denn eure Tochter auf das wiederholte Ansprechen reagiert? Das ist doch in dem Moment wichtiger als deine eigene Einstellung/Gefühle dazu.

    ...mit drei Subpixeln (*09;*10;*14)

  • Habt ihr denn gar nicht so Situationen? Meint ihr, ich würde mich zu sehr in mein Kind hineinversetzen? Ja, es mag vielleicht sein, das ich zu "fein" bin und es sein möchte und mich zu sehr in die Papa-Kind Beziehung einmische, aber wenn ich es doch für ungerecht halte?!


    Klar haben wir diese Situationen auch: mein Mann und ich sind verschiedenen Menschen, die unterschiedlich reagieren. Und auf manche Dinge reagiert meine Mann heftiger als ich und vice versa.


    Konkretes Beispiel: Unser Mittlerer ist Langschläfer und tut sich morgens mit dem Aufwachen schwer. Hab ich, als Eule, volles Verständnis für und ertrage sein Gejammere und Getrödel relativ geduldig. Mein Mann ist Frühaufsteher: a) ist er wach und b) hat er da überhaupt kein Verständnis für, wie es ist morgens neben sich zu stehen (ich versteh übrigens auch nicht, wie man abends so müde sein kann, dass man um 9 Uhr wegpennt :D). Entsprechend ungeduldig ist er mit Kasimir. Finde ich oft nicht gut - ja ungerecht. Schließlich kann der kleine Kerl nichts dafür, ein Langschläfer zu sein.


    Aber erstens bin ich auch manchmal kurz angebunden mit den Kindern - und weiß, dass das von außen immer schlimmer aussieht, als man selbst - in der Situation drin - es empfindet. Ein Grund sich mehr am Riemen zu reißen, aber auch ein Hinweis darauf, mit dem anderen nachsichtiger umzugehen. Und zweitens seh ich, dass das Verhältnis zwischen Sohn und Vater gut ist. Und welches Recht habe ich dann, mich in dieses Verhältnis einzumischen? Schließlich habe ich nicht die Oberhoheit (oder gar das Allwissen) über die Erziehung (möchte ich übrigens auch nicht, ich finde es schön, nicht allein verantwortlich zu sein).


    edit

    Hermine und drei Jungs (04, 07 und 09)

    ---

    demokratische Ordnung braucht außerordentliche Geduld im Zuhören und außerordentliche Anstrengung, sich gegenseitig zu verstehen

    Willy Brandt, 1969

  • Ich möchte mich der Mehrheit der Antworten anschließen.
    Die von dir beschriebenen Situationen sind für mich nicht so, dass ich eingreifen würde.


    Du schreibst die Großeltern kennen dein Kind noch nicht so gut, also solltest du ihnen Zeit und Gelegenheit geben sie besser kennen zu lernen. Das mußtest du auch als sie auf die Welt kam, oder?
    Gerade wenn du sehr viel Zeit mit deinem Kind verbringst kennst du wahrscheinlich wirklich sehr gut auf ihre Pesöhnlichkeit und ihre Bedürfnisse. Aber gib anderen auch die Chance deine tolle Tochter kennenzulernen.


    Zur Esssituation, gerade da gibt es sehr unterschiedliche SChmerzgrenzen und wenn die für deinen Partner da Überschritten war (vielleicht hatte er auch Sorge das Kind könnte dsich verletzen, wenn es vom Stuhl fällt?), hat er das Recht das auch zu artikulieren *find*.
    Zudem finde ich es wichtiger, dass er eine gute Beziehung zu deiner Tochter haben kann, ohne das du dich einmischt. Selbstverständlich so lange nicht echte Übergriffe passieren.


    Edit: Bei uns macht die Oma auch vieles ganz, gamz anders als ich es machen würde. Die Kinder lieben sie heiß und innig und verbringen viel Zeit bei ihr.


    Ich finde es toll, wenn du so liebevoll und aufmerksam mit deinem Kind bist.
    Aber die meisten Menschen handeln halt nicht wie aus Beziehungsratgebern, hab nicht zu hohe Ansprüche.
    Lass deine Tochter Beziehung zu anderen entwickeln, ich glaube sie wird davon profitieren.

    Hagebutte,
    zwei Töchter 02/07, 07/09 und ein Sohn 3/13


    Das A klemmt, daher geht es hin und wieder verloren....

    Einmal editiert, zuletzt von Hagebutte ()

  • Ich finde keins deiner Beispiele gross überdenkenswert.


    Die Schneckengeschichte - ok, da hat sich dein Mann selbst wie ein Kleinkind verhalten. Wäre nicht nötig gewesen, finde ich nun aber auch nicht dramatisch.


    Und bei den wenigsten Pflanzen giesst man in die Blüte - warum es "traurig" ist, ein Kind darauf hinzuweisen, ist mir schleierhaft. Gerade, wenn die Sonne noch scheint, sollte man das wirklich nicht tun, weil sie verbrennen.


    Zwischen 2 - 3 hat koritsi ständig Drama gemacht, ganz klassisch und auch ganz ohne mein/unser Zutun. Ich habe mein Möglichstes getan, solche Situationen gar nicht erst entstehen zu lassen und habe meistens auch nachgegeben. Aber, es gab gewisse Dinge, die waren halt einfach so, weil ICH das so sagte und wollte und meine Gründe hatte, die ich auch erklärte. Dann gabs halt Gebrüll, da mussten wir durch.


    Und manchmal sind auch Eltern genervt oder Dickköpfig, kein Mensch kann 24/7 perfekt und gefasst und total korrekt sein. Auch das ist okay. Mit meinem Partner hatte ich wegen solchen Dingen keinen Stress. Wir machen gewisse Dinge unterschiedlich, aber wir ticken grundsätzlich ähnlich relaxed, sind nicht die Typen, die an einem Kind gross "rumerziehen".


    Meine Schwiegermutter ist da anders als wir, andere Generation. Sie sagt oder macht auch manchmal Dinge, die ich nicht so cool finde, und die koritsi sich nicht von uns gewohnt ist. Dann wird sie einfach prompt mit Ablehnung durch das Kind bestraft. Enkel können ihre Grosseltern auch erziehen ;-) Die zwei hatten und haben ihre eigenen Auseinandersetzungen, und grundsätzlich vertraue ich meiner Schwiegermutter sehr. Kind ist auch regelmässig mit Papa bei ihr im Urlaub im Ausland, teilweise für einige Wochen.


    Zu meiner Mutter lasse ich koritsi nicht.
    Ich hatte eine schöne und liebevolle Kindheit usw blablabla, damals war sie auch noch ganz anders.
    Aber mit dem Alter und der Verbitterung verstärken sich negative Eigenschaften. Meine Mutter ist wirklich extremst übergriffig, ganz besonders bei Kindern. Ständiges sinnloses Genörgel und Kritisieren und Vorschriften machen, emotionale Erpressung sowieso bei allen, grossartige Dramaqueen-Nummern, und dabei auch noch ekelhaft selbstgerecht. Sie sieht mein Kind nur 2 - 4 mal im Jahr in meiner Begleitung. Der könnte man auch nichts erklären, die ist von einer anderen Welt.



  • Ein Kind hochzunehmen, das nicht will, nur weil ich grad Lust habe - das wäre für mich auch ärgerlich. Ich würde es danach noch mal in Ruhe mit der Mutter besprechen. Ggf. würde ich auch in der Situation selbst zur Mutter sagen "Lass sie mal, sie will grad nicht."


    Das Rumgehampel haben wir hier auch und ich kann es auch nicht leiden. Daher könnte auch ich die sein, die es später nochmal anspricht, allerdings in Form eines Wunsches von mir, nicht als Rumhacken auf einem Missgeschick. Was genau stößt Dir denn daran so auf? Wenn Du das klarer hast kannst Du es auch klarer kommunizieren.

  • Also eure Ansichten ähneln sich, was mir natürlich zu denken gebt. Danke schon einma dafür.


    Tja, was stört mich eigentich wirklich?
    Ich bin mit dem Kind den ganzen Tag zusammen. Sie ist ein so tolles Kind und ich bin so stolz auf sie, ich möchte einfach die beste Mama überhaupt sein.
    In einem Moment gelingt es mir so, das ich mich selbst gut finde und im nächsten muss ich meckern.
    Meckern finde ich noch nichtmal schlimm, aber ich werde manchmal auch laut und das hasse ich.
    Ich will ihr keine angst machen. Manchmal weiß ich mir einfach nicht mehr zu helfen.
    Ich stille die Lütte und sie reißt dann an mir rum oder will ihre Schwester hauen. Das macht mich innerlich total wütend, ich könnte wirklich austicken.
    Ich brüll also rum, das sie aufhören soll und sage ihr, was ich mir von ihr wünsche.
    ...ich möchte, das du lieb zu deiner Schwester bist...


    Ich habe angst, so zu werde wie meine Mutter. Bemühe mich sehr, weiß aber nicht, ob es nicht aber auch Paralelen gibt.
    Manchma gibt es Situationen, da könnt ich einfach aus der Haut fahren. Ich unterdrücke das, aber manchmal kommt es dann aus mir raus.


    Jeden Tag diese Konflikte. Beim Treppe runter gehen, beim Waschen oder Zähneputzen, bla bla, ihr kennt das.
    Aber ich weiß nie, wie ich mich liebevoll mit der Situation umgehen soll.
    Ich verstehe nicht den Unterschied zwischen drohen und logische Konsequenzen folgen lassen.
    Ich sage ihr beim Zähne putzen:... wenn es wieder so lange dauert, dann können wir kein buch mehr schauen... oder: ...wenn es wieder so lange dauert, kannst du keine Süßigkeiten mehr bekommen...


    Abends (wir haben ein Familienbett) steht sie bei der Geschichte immer wieder auf und lässt sich ins Kissen fallen. Manchmal macht es mir nichts aus und dann könnt ich ihr wieder Drohungen an den Kopf hauen: ...wenn du nicht gleich liegen bleibst, ist die Geschichte zu ende...


    Ich mag das nicht. Ich weiß nicht, wie ich sie sonst dazu bringen kann liegen zu bleiben.


    Hier brauche ich auch mal eure Methoden und Ratschläge.


    Worum es mir noch geht:
    Meine Lütte ist wirklich hochsensibel, das hat auch der Arzt gesagt und sie ist gerade große Schwester geworden, auch schwierig für jedes Kind.
    Da ich mich für recht ambivalent halte, erwarte ich von meinem Mann, das er mein schlechtes Gefühl kompensiert.
    Kann er natürlich nicht, wir haben auch schon darüber gesprochen.
    Ich wünsche mir einfach eine bessere Grundstimmung, aber da ich so schlecht von mir denke, scheine ich das auf die Grundstimmung zu übertragen bzw. ich schätze die Grundstimmung so ein.
    Beispiel: Ich finde mich zu dick, also denke ich, das andere auch so denken.
    Ich denke, ich mecker nur rum, also denke ich, unsere Tochter denkt auch, das nur gemeckert wird.


    Ja, ich habe mich mit dem Thema intensiv beschäftigt und muss hier wohl noch viel mehr an mir arbeiten.
    Mein Mann empfindet das nicht so, also das ich zu streng oder meckrig wäre, aber ich weiß nicht, ob ich das glauben kann/mag.


    Hmm.

  • Ich kann Dich gut verstehen. Auch ich hatte, als meine Tochter geboren wurde, das Ideal, dass wir hier ganz ohne Schreien auskommen und die pure Harmonie sind. Wenn ich das so hinschreibe ist es fast peinlich, dass ich das für möglich hielt. Inzwischen ist mir völlig klar, dass Konflikte zum Alltag gehören und dass das Austragen von Konflikten nicht immer harmonisch vonstatten geht. Aggressionen zuzulassen ist wichtig! Das habe ich vorher auch gedacht, nur hatte ich da in meiner Fantasie keine Aggressionen, schon gar nicht dem Kind gegenüber. Also hieß es, dass meine Tochter ihre Aggressionen rauslassen darf, während ich meine verstecken soll.


    Nun wird klar, dass es da noch eine andere Seite gibt: Natürlich macht es mich sauer, wenn das Kind an mir herumreißt, mir ins Ohr brüllt usw. Und es fällt mir nicht leicht, mir zuzugestehen, dass ich auch ein Recht habe auf diese Wut und deren Ausdruck. Und dass das auch nicht immer leise und nett sein muss, ja nicht mal sollte. Wie soll meine Tochter denn wissen, dass ich jetzt echt sauer bin, wenn ich mit Säuselstimme sage "Ach Mäuschen, das will ich jetzt aber nicht."
    Insofern möchte ich Dir Mut machen, Deine Grenzen deutlich und klar zu ziehen. Meine Erfahrung ist: Je mehr ich an nicht so schlimmen Stellen gegen meinen eigentlichen Willen "ja" sage, desto meckeriger werde ich. Also lieber gleich klar sein und den Konflikt auf den Tisch bringen. Dabei darf ich laut werden (im besten Falle, nachdem ich es leise probiert habe), aber ich sollte mich bemühen, nicht zu beschämen und schon gar nicht härter zuzufassen als nötig. Ich mache dabei Fehler und es fällt mir schwer, diese freundlich anzusehen. Aber ich sage mir nun oft, dass all die schwierigen Situationen immer wieder kommen und ich so immer Chancen habe, es noch besser zu machen. Ich kann zig Arten probieren, wie ich klar, aber nicht abwertend oder brüllend, meine Grenze deutlich machen kann. Und diese Grenzen darf ich aufmachen: ich lese keine Bücher vor, wenn Töchting mir nicht zuhört, weil ich das nicht mag. Ich putze keine Zähne, während rumgehampelt wird, weil mich das wütend macht. Und ich möchte nicht gehauen werden... Auch das fällt mir nicht leicht: mir zuzugestehen, dass meine Geduld Grenzen hat. Aber das hat sie und das hat sie auch, wenn ich so tue, als wäre es anders.
    Wenn es Dir da gelingt, weicher Dir selbst gegenüber zu sein, wird es Dir sicher auch leichter allen, die Fehler und "Suboptimalitäten" anderer freundlich zu betrachten. Jedenfalls ist es bei mir so.

  • Was mir bei deinem Ratschlag so schwer fält, so toll er sich anhört, ist, dass ich nicht differenzieren kann, ob ich es eigentlich gut oder richtig oder schlecht mache. Ich weiß nur, das ich mich so nicht gut fühle, weil ich schon so oft laut wurde und ich nicht will, das sich das einschleicht und das dann üblich wird.
    Ich will auch einen anderen Weg finden, um Probleme zu klären und was dazu kommt:
    Da ich schon gebrällt habe, habe ich ein schlechtes Gewissen, was ich wieder gut machen will, was gar nicht möglich ist, also bin ich in einer blöden Spirale und ich weiß nicht, wie ich da raus kommen soll.


    Ich vermies mir alles selbst, da ich so schlecht über mich denke. Ich kann die Zeit gar nicht genießen, wo sie so klein ist, weil ich der Meinung bin, ich hab so vieles verbockt. :(

  • Aber dazu bist Du doch unter anderem hier: ich glaube, das geht nur über Austausch. :) Was mir auch hilft ist, andere Eltern zu beobachten und zu schaun, wo es gute Beispiele gibt (über blöde Eltern aufregen hilft mir dagegen eher nicht).

  • Darf ich mal was knallhart raus hauen ? Ich habe das jetzt in einem Rutsch gelesen und muss dir leider sagen, das du für mein empfinden zuviel machst.


    Ich hatte auch eine extrem schwierige Kindheit und auch wie du, möchte ich das meine Kinder sowas nicht erleben. Trotzdem blase ich nicht mit Feenstaub rum, damit meine Kinder nur auf Wolke 7 schweben.


    Dein Mann hat gesagt, er hätte sich so benommen um auch mal bestimmen zu dürfen ? (Schneckengeschichte)
    Da schrillen bei mir alle Alarmglocken, du grenzt ihn aus, das kannst du nicht machen. Auch wenn dein Mann es anders macht, damit schadet er in dem Fall dem Kind nicht. Deinem Mann bleibt scheinbar nichts mehr anderes übrig, als deiner Tochter die *Meinung zu geigen* wenn du eine Etage tiefer bist.(hampelgeschichte)


    Deine Tochter kann auch als sensibles Kind lernen, mit verschiedenen Menschen umzugehen. Und ich sage dir: besser jetzt wie später.
    Später ist sie in der Schule, was meinst du was da passiert? Da gibt es auch strenge Lehrer/innen, da gibt es unsensible Kinder usw.
    Wenn deine Tochter dann lernen muss damit umzugehen, dann wird es echt schwierig.


    Ich denke, du bist eine ganz tolle, liebevolle Mutter. Aber es ist einfach zuviel was du machst. Und vor allem, hole dir deinen Mann wieder ins Boot und erzieht gemeinsam. Männer machen es halt anders, aber das ist gesund für das Kind, da erstarkt es dran.


    Es tut mir leid, wenn ich das so unverblümt schreibe und ich möchte dir wirklich nicht zu nahe treten. Aber ich finde ab und an, darf man was so sagen wie man es empfindet.
    Bitte denke mal in Ruhe über eure Situation nach, dann findest du auch einen Weg diesen Knoten zu lösen.

  • Hui Elli, ich finde Deinen Ton recht hart. Gerade das mit dem Feenstaub finde ich abwertend.


    Und was ich anzweifle sind solche Argumentationen:


    Deine Tochter kann auch als sensibles Kind lernen, mit verschiedenen Menschen umzugehen. Und ich sage dir: besser jetzt wie später.


    Später ist sie in der Schule, was meinst du was da passiert? Da gibt es auch strenge Lehrer/innen, da gibt es unsensible Kinder usw.
    Wenn deine Tochter dann lernen muss damit umzugehen, dann wird es echt schwierig.



    Die Grundidee scheint ja zu sein "Es ist besser, von Beginn an gelegentlich schlecht behandelt zu werden, dann kann man damit umgehen." Ich finde, dafür gibt es keine Beweise. Man könnte auch ebensogut sagen "Ein Kind, das immer gut behandelt wird, kann später mit schlechter Behandlung besser umgehen, weil es eine solide Basis hat." Auch dafür gibt es keine Beweise, aber es entspricht schon eher meiner Ethik, dass ich Menschen so gut behandeln möchte, wie es geht.


    Ich nehme an Du meinst, dass NordenMama ihrer Tochter mehr zumuten kann, als sie denkt. Das mag so sein.


    Was mich nun doch noch interessiert, weil Elli und ich das offenbar verschieden interpretiert haben: Wenn Dein Mann schreibt, er wolle auch mal bestimmen, ist das dann auf Dich oder auf Eure Tochter bezogen? Also wer ist die, die nun mal nicht bestimmen soll: Du oder Deine Tochter?

  • Merin,


    ich weiß das ich das hart geschrieben habe, aber ich wollte auch keinen Eiertanz drum herum machen.


    Der Feenstaub soll nicht abwertend gemeint sein, der soll symbolisieren das sie ihr Kind zu sehr in Watte packt.
    Was mich zum nächsten bringt, ich bin der Meinung, das ein Kind lernen sollte mit Frust aus zu kommen, genauso wie es lernen kann das es Menschen gibt die nicht nett sind. Oder weniger nett sind.
    Klar stelle ich mich als Mutter dann hin und greife ein, wenn es zu viel wird.


    Ich kann dir sagen, warum ich das schreibe. Der Mittlere von mir, wurde immer von mir beschützt, genau wie die TE das mit ihrer Tochter macht.
    Und jetzt sage ich dir, wie es heute läuft. C. ist 15 Jahre alt und musste die letzten 2 Jahre durch eine sehr harte Schule gehen. Ich konnte ihn nur noch bedingt beschützen. Ich hatte ihm einfach nicht beigebracht, das es unsensible Kinder gibt, Lehrer die ihren Beruf verfehlt haben. Der Junge hat wie ein Hund gelitten und ich konnte es nicht mehr auffangen. Erst jetzt fängt er an, das er das verarbeiten kann ohne an seinem Leben zu zweifeln.


    Bei M. habe ich es zugelassen, das er auch mal *roher* angepackt wurde. Er weiß ich stehe hinter ihm und wenn er mich ruft, dann verteidige ich ihn bis aufs Blut. Aber ich lasse es zu, das sein Vater anders schimpft. Ich suche Alternativen, mein Mann sagt auch einfach mal klipp und klar: nein, das gibt es sich nicht.
    Ich lasse zu, das andere Kinder und M. sich aneinander reiben und streiten lernen, ich gehe erst ab einem bestimmten Grad dazwischen.


    Und M. kann sich durch setzen, er kann es weg stecken, wenn was nicht nach seinem Willen läuft. Und er zieht sich nicht jeden Schuh an.


    Verstehst du was ich meine ?

  • Liebe NordenMama,


    wenn ich deine Beiträge lese, habe ich den Eindruck, dass du dich viel zu sehr unter Druck setzt.
    Du möchtest alles richtig machen (und alle anderen sollen bitte auch alles richtig machen ;) ).
    Das geht dann nach hinten los, weil du dann erst Recht laut wirst, da du angespannt bist und deinen hohen Idealen nicht gerecht werden kannst.
    Nimm Druck raus, du bist ein Mensch und machst Fehler, dass ist o.k..


    Wichtig ist, dass du dein Kind liebst. So wie du schreibst achtest du darauf dein Kind respektvoll zu behandeln. Achtest du auch auf dich? Respektierst du auch deine eigenen Grenzen?


    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich meine Kinder viel liebevoller behandeln kann, wenn ich auch zu mir liebevoll bin. D.h. meine eigenen Grenzen anzuerkennen, meine Bedürfnisse und mir sebst Fehler zu verzeihen.
    Klingt einfach, ist für mich aber jeden Tag wider eine Herausforderung.

    Hagebutte,
    zwei Töchter 02/07, 07/09 und ein Sohn 3/13


    Das A klemmt, daher geht es hin und wieder verloren....

  • Also, jede antwort von euch, gibt mir zu denken und bringt mich vielleicht auf den richtigen Weg.
    Zum einen:
    Grenzen?! Ich habe das Gefühl, dass ich immer zu kurz komme. Mein Mann arbeitet, hilft auch viel im Haushalt, aber ich wünsche mir nichts mehr, als Leichtigkeit im Alltag und mal einen Tag lang gar nichts zu tun. Manchmal denke ich, es kann doch nicht sein, das es in meinem Kopf immer nur um mich geht.
    Andere schaffen das mit bravur, haben den Haushalt tippi toppi, die Kinder schlafen durch, für den Mann steht was auf zu Essen auf dem Tisch.
    Warum geht das bei uns nicht?


    Es gibt doch sicherlich Mütter, die sind geduldig und haben die Ruhe weg, das wünsche ich mir auch. Einfach ma fünfe grade sein zu lassen ohne den turbo Nerv im Kopf zu haben. Hier ist sicherlich nicht alles tippi toppi, aber das möchte ich so gerne.
    Ich weiß auch, das alles besser werden wird, wenn meine Schwiegereltern hier her ziehen, aber dann finde ich sicher wieder anderes, was mir Schwiergkeiten bereitet.


    Dieses: "jeder macht mal Fehler... oder wir sind alle nur Menschen... Feenstaub blasen... etc" nett gemeinte Worte, aber letztendlich kann das ja kein Freifahrtsschein dafür sein, das Brüllen und ungerechtes Meckern in Ordnung ist.
    Das ist die Schwierigkeit mit dem Dfferenzieren und dem Schwarz-Weiß denken.


    Wenn ich mir andere Mütter beim Kinderturnen ansehe, dann denke ich. Halleluja, die haben die selbsen Schwierigkeiten wie ich.
    Und sie meckern auch alle. Da war bisher keine dabei, wo ich dachte: Oh, das ist ja mal ein neuer Ansatz, so probiere ich es auch mal. Ich fand es eher schlimm und traurig mit anzusehen, wie die Kinder in der Öffentlichkeit angemeckert wurden.


    Mein Mann:
    Mein Mann meinte mich damit. Ja, ich habe ihn ausgeschlossen und er fühlt sich auch ausgeschlossen und das ich seine Autorität untergrabe hat er mir auch schon gesagt. Da muss ich ehrlich gesagt mit den Schultern zucken. Er sagt mir nie, wenn ihn was an meinem Verhalten stört, er will immer nur Harmonie und alles wie Feenstaub und ich will mich so gern mal streiten und auch mal hören, was ihn stört und was wir besser machen können.
    Im Gegenzug dazu finde ich ihn aber ziemlich oft schroff zu unserer Lütten. Der Ton und die Ansagen gefallen mir gar nicht.
    Ich habe ihm auch schon mal gesagt, das sie kein Hund ist.
    Außerdem hält er ihre Schreiattacken nicht aus und wird dann richtig giftig oder geht nicht auf sie ein und ich weiß, wie förderlich es für jetzt und später ist, wenn man das aushält und sie darin begleitet.
    Eure Antworten habe ich aber zum Anlass genommen über diese Situation nachzudenken. Gestern habe ich mich nicht eingemischt und mir auch manchmal einfach die Ohren zu gehalten, damit ich sie oben nicht hören muss und ich mich somit zurück halten konnte mich wieder einzubringen.


    Früher hat mir mein Mann auch mal gesagt, das er überfordert ist, wenn sie so schreit, also bin ich immer zur Hilfe geeilt und habe ihm versucht zu helfen, das hat sich nun irgendwie fortgesetzt und leider ausgebaut.


    Ich werde mich nicht mehr einmischen, aber dennoch meine Wünsche klar äußern, wie ich das nur schaffen kann.
    Ich kann das nur schaffen, wenn er mir im Gegenzug sagt, wenn er meine Hilfe benötigt, er sie nicht runter drückt, wenn sie wieder auf der Kommode strampelt und mal über das Buch fliegt, was mir so wichtig ist.


    Ich denke, das könnte was sein.


    Manchmal möchte ich Mäuschen spielen und wissen, wie es bei anderen läuft oder in die Zukunft schauen und wissen, was die Kinder sich am meisten gewünscht hätten.

  • Aber Elli, meinst Du, es liegt daran, dass Du Deine unterschiedlich erzogen hast, dass Dein einer Sohn schwieriger mit den geschilderten Situationen umgehen kann als Dein anderer?


    Ich persönlich bin mir da nicht so sicher; ich denke, Sensibilität ist zu einem großen Teil auch einfach eine angeborene Eigenschaft. Wir können die Eigenschaften unserer Kinder nicht ändern, wir können nur daran feilen.


    Grundsätzlich denke ich auch, eine solide Basis, eine gute, sichere Bindung sind besser als ein frühes Vorbereiten auf eventuelle spätere Härten.


    Nordenmama, ich habe den Umgang meiner Tochter mit ganz unterschiedlichen Menschen immer mit Staunen beobachtet. Sie hat zu jedem eine etwas andere Beziehung und kann mit all den verschiedenen Persönlichkeiten etwas anderes anfangen. Ich finde das unheimlich bereichernd, auch in Konfliktsituationen - und da bin ich dann doch bei Elli.


    Die Schneckennummer von Deinem Mann fand ich jetzt auch nicht so prall, er stellt sich da mit dem Kind auf eine Stufe. In der Richtung würde ich die Augen offenhalten. Ohne jetzt zu unken, aber in den nächsten Jahren erwarten euch noch viele anstrengende Konflikte, da ist dieser Weg nicht gut :S

    Das Fundament des Rechts ist die Humanität. (Albert Schweitzer)

  • Liebe NordenMama,



    Ich wollte auch nicht sagen, dass es in Ordnung ist dein Kind anzuschreien. Ich habe nur die Erfahrung gemacht, dass ich eher schreie oder meckere, wenn ich unter Druck stehe. Sei es weil ich nicht genug auf mich geachtet habe, sei es weil ich zu hohe Erwartungen an mich selbst habe.
    Achtsamkeit im Umgang miteinander heißt eben auch Achtsamkeit mir gegenüber.


    Vielleicht wäre es gar nicht schlecht für euch, wenn der Vater mal Exklusivzeit mit deiner Tochter verbringen würde, so dass dein Mann "auch mal bestimmen darf" ;) Und du mal Dir was gutes tun kannst? Ich kann nach solchen Pausen immer viel neuer Energie, Freude und Geduld meinen Kindern gegenübertreten.

    Hagebutte,
    zwei Töchter 02/07, 07/09 und ein Sohn 3/13


    Das A klemmt, daher geht es hin und wieder verloren....

  • @ hagebutte,
    das mit dem selbst bestimmen duerfen bei der schneckengeschichte war glaub ich ganz anders gemeint.
    der mann will nicht bestimmen in dem sinne ,dass er bei der erziehung mitreden darf, sondern es geht ihm um das vater tochter verhaeltnis, bzw um das erwachsenen kind verhaeltnis.
    ich bin erwachsen, du das kind, ich sage , wo es hier lang geht und nicht du. es hat etwas von einer kuenstlichen erzeugten erziehungsmassnahme, dass das kind nicht auf die idee kommt, es wuerde immer alles nach seiner pfeife tanzen.
    soweit so gut, soll es ja auch nicht, aber ich schrieb ja schon von meinem vater, der genau die gleiche schiene faehrt, und aus reinem machtgehabe meinen kindern einen reinwuergt im guten glauben daran, ihnen auch noch etwas gutes zu tun, nach dem motto, spaeter kann er ja auch nicht immer bestimmen, das soll er sich garnicht erst angewoehnen... da bekomm ich immer einen leichten wuergereiz, wenn ich sowas hoere. wenn man es jetzt seinen kindern schwierig macht und sie abhaertet, dann haben sie es als erwachsene leichter. da halte ich nun ueberhauptnichts von.


    fuer mich geht es auch nicht darum ,meine kinder vor konflikten zu schuetzen oder vor anderen menschen, die anders mit ihnen umgehen. es geht um einen respektvollen umgang.
    problem daran ist, dass dieser begriff sehr individuell ausgelegt wird.
    ich wuerde nie zu jemanden sagen, er sei respektlos, weil dann eine weitere unterhaltung zu scheitern verurteilt waere.
    stattdessen versuche ich die richtigen fragen zu stellen... wie wuerdest du dich fuehlen ,wenn... wie hast du dich als kind in solchen situationen gefuehlt, wuerdest du andre errwachsene auch so behandeln, behandel dein kind so, wie du auch behandelt werden willst...


    @ nordenmama, du sprichst mir schon wieder aus der seele!
    ich bin auch der meinung, der ton macht die musik. man kann anderer meinung sein, konflikte austragen, sich streiten, aber es muss fuer mich immer noch ein angemessener ton sein, der respektvoll und nicht abwertend ist.
    gerade kindern gegenueber vermisse ich oft diesen respekt.
    das mit dem schreien passiert mir auch hin und wieder, ich bin ansonsten eher der ruhige typ, aber auch das kann man respektvoll und nicht verletzend machen. seine wut rausschreien, weil sie halt mal raus muss ist doch nicht schlimm, wenn du ueber deine eigenen gefuehle sprichst. ich bin grade total sauer, weil... !! schrei nicht dein kind an, was in dem moment wahsrcheinlich garnichts versteht, schrei deine gefuehle raus, dann merkt dein kind , dass du gerade total sauer bist. verstehst du ungefaehr?


    lg


    nele


    Für die einen ist das Glas halbleer,
    für die anderen ist es halbvoll,
    und ich freu mich schon, wenn überhaupt etwas drin ist !!
    :D

  • Nele: ich hatte denletzten Beitrag von NordenMama schon so verstanden, dass sich die Schnecengeschichte auch auf sie bezog, siehe Zitat.
    Aber kann sein, dass ich da was falsch verstanden habe.

    Aber selbst dann würde ich meine Aussage so stehen lassen. Hinzu ommt daßich auch eine andere Interpretation der Schneckengeschichte nicht schlimm oder übergriffig fände. Keine Sternstunde elterlicher Reaktion ok, aber nicht mehr. Sie thematisiert die Frage: wer darf im Familiengefüge seine Wünsche und Vorstellungen durchsetzen und dass führt in Familien in denen nicht nur einer/eine entscheidet doch oft zu Reibungen.

    Hagebutte,
    zwei Töchter 02/07, 07/09 und ein Sohn 3/13


    Das A klemmt, daher geht es hin und wieder verloren....

  • tulan
    Das ist genau das, was ich nicht ausdrücken konnte. Der schmale Grad zwischen freundlicher Klarheit und Abwertung.
    Da habe ich angst, etwas falsch zu machen und auch, das mein Mann oder andere Familienmitglieder hier unachtsam sind und auch ungewollt zu lasch sind und nicht feinfühlig genug.


    Hier setzt also mein "Kontrollzwang" ein, der meint, ich müsse über alles ein Auge haben, was nicht geht und mich mit zwei Kindern überfordert und Spaß macht es eben auch nicht.


    Hagebutte
    Mit dem Druck hast du recht. Im Nachhinein, weiß ich immer, warum mir das passiert ist und wenn es ungerecht war, entschuldige ich mich auch bei meiner Tochter und erkläre ihr kurz und knapp warum Mama so war. Ich bemühe mich auch, diese Situationen im Vorwege zu erkennen um deeskalierende Maßnahmen zu treffen, aber manchmal machts einfach #motz #sauer


    Nele und Hagebutte
    Mit der Schneckengeschichte habt ihr beide recht. Mein Mann wollte sich bei ihr durchsetzen und aber auch mir gegenüber demonstrieren, das er konsequent in seiner Haltung ist und das druchsetzen will, wie er es für richtig hält.
    Ich verstehe auch, was du meinst, was den Ausruck von Gefühlen nach draussen angeht, aber ich habe angst dabei, meinem Kind angst zu machen oder es zu verundichern.


    @lle #knuddel
    Danke, ich habe durch euch etwas Entspannug bekommen und das hier zum Anlass genommen mit meinem Mann zu sprechen.
    Ich habe ihm vermittelt, das ich mich nicht mehr einmische, er mir aber ehrlich sagen muss, wenn er überfordert ist oder meine Hilfe benötigt (bei Schreianfällen) und keine Beine beim Strampeln mehr runter gedrückt werden.
    Außerdem wollten wir uns öfters mal sagen, was man aneinander gut fand und was man verbessern könnte.
    Ich bin gespannt, fühle mich nun aber nicht mehr allein verantwortlich, auch wenn ich mich echt zurück halten muss #schäm :D


    #danke