Meine Gedanken zur Eingewöhnung

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Rabeneltern.org-Team
  • Ich bin unterwegs, deswegen nur kurz.


    ilsebilse, dein Buch klingt gut, wird mir persönlich aber leider nicht mehr helfen können. Mein einzugewöhnendes Kind wird demnächst 3. Und Anleitungen für Krippenkinder sind ja was gaaanz anderes.


    Trin, ich finde deinen Text inhaltlich auch gut, keine Frage. Ich finde auch überhaupt nicht, dass "Xenia wird davon frustriert" ein Argument wäre gegen deinen Text.


    Talpa, soll ich dir Fotos schicken? ;)


    Hier sieht das einfach anders aus. Das liegt möglicherweise auch daran, wer den Kita-Platz bezahlt. Als wir (nicht in D) Vollzahler waren, sah die Sache auch anders aus. Aber hier zahlt die Kommune fast alles und die Eltern nur einen Bruchteil der realen Kosten, hier bist du einfach nicht richtig "Kunde".

  • Nuni, wem nützt der Text denn praktisch etwas?


    Ganz einfach: den Eltern
    Damit Eltern eine bestimmte Vorstellung davon bekommen, wie eine gute Eingewöhnung aussehen kann und sich ein Herz fassen ein paar Worte mit der "Fachfrau" zu reden, wenn die Eingewöhnung anders verläuft.
    Bei der Großen hatte ich null Ahnung von Eingewöhnung und hab sehr darauf vertraut, dass die Erzieherinnen wissen was richtig ist. Nachdem meine Tochter nach einigen Trennungsversuchen dann schnell bis zur Untröstlichkeit brüllte (sie war ein knappes Jahr), hab ich mich belesen und dann vorsichtig aber bestimmt eingemischt.
    Ich wünsche allen Eltern ohne Erfahrung, dass sie diesen Text lesen, aber auch im Hinterkopf behalten, dass viele Dinge selbst bei guten Absichten beider Seiten nicht glatt laufen müssen.

    Yeza


    My life falling apart

    Over and Done!

  • Hallo,


    Xenia, hier sieht es auch anders aus. Es gibt hier ehrlich gesagt nicht eine einzige Krippe, in die ICH mein Kind mit gute, Gefühl geben würde. Und das betrifft ganz sicher nicht nur die Eingewöhnung.


    Trotzdem finde ich, daß man sich Gedanken machen darf.


    @Ilebilse Ich habe am Anfang geschrieben, dass ich im Laufe der Zeit so vieles dazu gelesen habe, dass ich einfach nicht mehr weiß was ich wo gelesen habe. Und da ich nicht die Absicht habe, es irgendwo zu veröffentlichen oder als ein Forschungsergebnis o.ä, auszugeben, sah ich keinen Grund, meine Zeit mit weiterer Literarturrecherche zu verbringen.


    Ich habe auch keinen Anspruch daß meine Gedanken perfekt und allumfassend sind. Zeitabläufe habe ich bewusst keine genannt, weil jedes Kind verschieden ist, was bei einem Kind in 3 Tagen passiert, kann bei einem anderen 3 Wochen oder sogar 3 Monate dauern.


    Ich fühle mich gerade wie eine Schülerin, der mitgeteilt wird, warum sie bei ihrer schriftlichen Arbeit durchgefallen ist...


    Wie gesagt, es tut mir leid, daß es euch so verärgert, ich habe einfach für MICH ein paar Gedanken zusammengeetragen und dachte, es könnte auch für andere hilfreich sein. Daß dafür außerdem noch "Überzeugungsstrategien", Literaturangaben oder eine umfassende Abhandlung aller potentieller Situationen erwartet werden, war mir nicht bewusst, ich werde es im Kopf behalten, falls ich mal wieder das Bedürfnis bekommen sollte, meine Gedanken zu einem Thema derart unperfekt verschriftlichen zu wollen.

  • Naja, Xenia,
    hätte ich den Text wirklich richtig präsent im Hirn gehabt, hätte ich wohl eher gesagt, so, stopp, das geht zu schnell.
    Stattdessen habe ich mich sozusagen überreden lassen. (haha, und das mir, wo das eigentlich zugrundeliegende Thema mir ja total vertraut ist)


    Natürlich sehen es viele anders. Aber das muss mir einfach wurscht sein. Mir fällt es viel leichter, meine Wünsche konkret darzulegen und mich durchzusetzen, wenn ich ein ganz konkretes Szenario dazu im Kopf habe. Eben analog zu den konkreten Aussagen von Trins Beschreibung (v.a. die fettgedruckten Bemerkungen).


    Mich hat heute wirklich total geschockt, wie panisch der Zwerg war. So hab ich ihn noch nie erlebt. Und das will ich auch nicht wieder so erleben. Jetzt weiß ich, dass das ein Zeichen von Überforderung ist. Punkt, fertig, aus. Nicht wegzudiskutieren.


    Die moderne, zivilisierte Welt macht viel Schwachsinn mit den Kindern. Und gerade bei der Kinderziehung und Einstellungen dazu ist der soziale Einfluss unglaublich wichtig. Leider oft viel wichtiger als die Intuition. Deshalb ist es wichtig, dass hier eben Wissen dazu verbreitet wird, wie "artgerechtes" Aufziehen von Kindern wirklich funktioniert - einfühlsam, bedürfnisorientiert, angepasst an den jeweiligen Entwicklungsstand des Kindes.
    Hier gibt es tolle Infos zum Thema Stillen, Schlafen usw. - da finde ich, gehört eine gute, kindorientierte Eingewöhnungsprozedur einfach mit dazu!


    So, das hat sich jetzt mit vielem überschnitten, aber ich wollte dir nochmal direkt antworten :)

  • Trin, sorry! Ich wollte echt nicht, dass du dich jetzt kritisiert fühlst. Und auch wenn es jetzt ein paar Nölis gibt, sind hier doch sehr viele Leute sehr begeistert von deinem Text


    Ich wollte eigentlich hauptsächlich rumjammern. #schäm Und ich wollte auch die Frage in den Raum werfen, wie man damit umgeht, wenn man eben keine Kita findet, die das mitmacht. Das hast du jetzt ja auch beantwortet.

  • ....
    Wie gesagt, es tut mir leid, daß es euch so verärgert, ich habe einfach für MICH ein paar Gedanken zusammengeetragen und dachte, es könnte auch für andere hilfreich sein. Daß dafür außerdem noch "Überzeugungsstrategien", Literaturangaben oder eine umfassende Abhandlung aller potentieller Situationen erwartet werden, war mir nicht bewusst, ich werde es im Kopf behalten, falls ich mal wieder das Bedürfnis bekommen sollte, meine Gedanken zu einem Thema derart unperfekt verschriftlichen zu wollen.

    #augen


    Es haben Dich doch nun wirklich alle gelobt Trin, oder?


    Im übrigen hatte ich zum Beispiel extra nichts geschrieben, weil ich schon weiß, wie empfindlich Du reagierst, wenn man nicht genau Deiner Meinung ist.
    Aber Deine Reaktion jetzt ist echt übertrieben!

    Liebe Grüße vom Mutterschaf
    mit Lämmchen Nr.1 #female 07/04, Lämmchen Nr.2 #male 09/06, Lämmchen Nr.3 #male 04/12, Lämmchen Nr.4 #female 05/15 sowie "Bock" #love und Hütehund #herz

  • Trin, das tut mir wirklich leid und war ÜBERHAUPT NICHT meine Intention. Entschuldige.
    Im Gegenteil. Ich fand den Vorschlag mit der Bitte um Festpinnen bzw. Veröffentlichen auf der Rabenwebseite super (oder doppeln sich da die Informationen?). Und hatte deswegen laut nachgedacht. Bei Veröffentlichungen fände ich es eben wichtig, entweder genaue Quellen oder zumindest "in Anlehnung an" zu vermerken. Ich dachte einfach einen Schritt zu schnell.


    Zu den Zeiten: Doch, genau das finde ich als nächsten Schritt wichtig - eben, weil es dann schwierig wird. Und spätestens dann Gegenargumente der ErzieherInnen kommen (wurden ja auch schon im Thread benannt). Es ist doch gut und wichtig, dagegen gewappnet zu sein und Ideen anzubringen, damit eben nicht das gesamte Konzept gekippt werden kann mit der Begründung "Passt für uns eh nicht."
    Findest Du nicht?


    Wir empfehlen in solch schwierigen Fällen (Krippenneueröffnung oder sehr! viele Kinder neu) beispielsweise eine in etwa "parallele" Eingewöhnung. Ein Kind wird vormittags eingewöhnt, ein zweites um ca. ein bis zwei Wochen zeitversetzt am Nachmittag. Dann wird man langsam die Zeiten anpassen.

  • Ich (Tagesmutter) gewöhne gerade 2 Kinder ein. Eine 2 1/2 jährige, deren Mutter, nachdem wir im Kennenlerngespräch kurz auf das Rabenforum zu sprechen kamen hier reingeschnuppert hat und den Text gefunden hat. Sie ist völlig begeistert davon und die Eingewöhnung läuft genau so ab. Das Kind legt ein enormes Tempo vor und am Ende der 2. Woche schläft sie gerade den 2. Tag, obwohl sonst ausschließlich die Mama sie zum Mittagsschlaf bringen kann. Normalerweise geht das nämlcih nur mit stillen - kann ich nicht und siehe da, mit Ruhe, erklären und auf das Kind eingehen hat es geklappt.
    Das zweite Kind ist ein 9 Monate altes Baby, das gerade im TT auf meinem Bauch schlummert. An den ersten Tagen kamen beide noch zu unterschiedlichen Zeiten, die anderen beiden meiner Kinder kamen so wie immer und mussten ebenfalls damit klarkommen, dass nun "neue" da sind und die Rollen sich neu verteilen. Meine "Kleinen" sind plötzlich groß gegenüber einem Baby, ich hab ein Kind im TT und Wickeln ist deutlich umständlicher - und ja, es ist Stress, ich bin froh, dass ich nachher schon Wochenende habe.


    Als Erzieherin habe ich früher auch anders eingewöhnt. Man lernt es kaum anders (zumindest nicht vor 20 Jahren, als ich meine Ausbildung gemacht habe) und dann guckt man sich das ja auch von den älteren Koleginnen ab. Und es klappt ja auch anders. Ich behaupte mal, auch durch eine schnelle Trennung kann sich ein Kind eingewöhnen, wenn auch nicht so vertrauensvoll. Aber wir sind doch nicht alle gestört, weil es bei uns früher anders war.


    Trin, ich möchte dir danken für deine Gedanken und sehe sie auch genau so, als "Gedanken" und nicht als Leitfaden. Ich fände ein anpinnen klasse. Und ichsehe es als Unterstützung für Eltern oder auch für mich als Tagesmutter, in dem Post ist ausgedrückt, was ICH denke und fühle und ich kann so stärker für meine Einstellung kämpfen.


    Was ich aber noch zu bedenken geben möchte: Es klappt einfach nicht immer so, wie man das gerne hätte. Wenn der Kindergarten natürlich abblockt, ist das doof, aber manche Kindergärten möchten sanft eingewöhnen, aber der Umstände werden erschwert.
    Wir hatten das mit den Bezugserzieherinnen genau so geplant und nach der ertsen Woche eine sehr sensiblen Jungen wurde ich dummerweise schwanger - was ich nicht wusste, ist, dass ich nicht immun gegen Ringelröteln bin/war und sofort aufhören musste zu arbeiten. Der Junge hat danach ein halbes Jahr gebraucht und die Eltern waren merklich "angepisst", dass ich so plötzlich weg war.
    Aber genau solche Dinge passieren und in einem Kindergarten mit 100 Kindern und 20 Erzieherinnen ist ständig irgendwas. Viele wollen eine sanfte Eingewöhnung, den Kindern soll es gut gehen.
    Mal ehrlich, auch den Nerven der Erzieher geht es besser, wenn die Kinder nicht weinen!


    Ups, nun wird hier jemand wach, soviel also mein Senf dazu....


    Liebe Grüße, gaagii

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    Wenn ich mir einen Krankenwagen im Ballettröckchen tätowieren lasse, habe ich Tatütatatütütattoo! #blume
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  • @ trin...schön was du zusammenfasst und die Grundhaltung entspricht ganz meiner Haltung....aus beruflicher Sicht, aber auch als Mama. Also doppelt DANKE
    vorallem gefällt mir die Betitelung "familienorientierte Eingewöhnung"...darf ich das so übernehmen?


    Was mir noch auffiel: die Gedanken des Kindes sind ziemlich kurz gefasst. Das was das Kind durchmacht ist wesentlich mehr...wesentlich komplexer und ich finde das genau diese Masse an neuen Eindrücken, Fragen, Gedanken, Erfahrungen und vielleicht auch Sorgen ganz ganz oft unterschätzt werden. Und das ist dann auch der Grund für all die dummen Unterstellungen an Kindern, die einen um den Finger wickeln oder Eltern die nicht loslassen wollen. Ich glaube Kinder fragen sich nicht, ob sie den anderen Erwachsenen vertrauen können, sondern sie tun es, oder eben nicht...das macht ja den Unterschied zu Erwachsenen. Klar grübeln Kopfkinder...aber ich glaube Fragen beziehen sich viel mehr auf konkrete Situationen und Gefühle...das braucht ganz viel Fingerspitzengefühl. Außerdem hängt auch viel von dem ab, was auf das Kind wirkt...die Kinder, die Stimmung, das Essen, Rituale wie Musik oder Stuhlkreis, Situationen rund um das Spielzeug usw. Dinge die man nicht unbedingt vorsorglich regeln kann sondern individuell und situativ im Auge haben muss.
    Ich glaube jedenfalls, dass all die Eindrücke auch viel Einfluss auf die Eingewöhnung haben.
    Meinem SOhn hat es z.B. sehr geholfen anfangs sein Essen seperat essen zu dürfen, in seiner kleinen Höhle, die ich ihm morgens gebaut habe...obwohl alle anderen gemeinsam am Tisch aßen. EIne Zeit lang,war ihm das unheimlich wichtig...die Erzieherin selbst oder die Bindung, war gar nicht das Problem. Sondern die Grundhaltung ihm und seinen Bedürfnissen gegenüber...also nicht nur "mag sie mich?/mag ich sie?/mögen meine Eltern sie?" sondern "darf ich sein?"...


    Sind jetzt nur Gedanken dazu von mir....wie gesagt, gefält mir super der Ansatz!!!

  • Hallo,


    Wie schon gesagt, ich kann nicht alles abdecken, aber es kann ja jeder seine eigenen Gedanken dazuschreiben.


    Ilseblise, tut mir leid, dann habe ich dich wohl falsch verstanden und Xenia zum teil wohl auch.


    Zu Eingewöhnungszeiten werde ich trotzdem nichts schreiben, weil das wie gsagt völlig verschiedn sein kann. Im Forum hat mal jemand geschrieben, daß sie 2 Monate lang täglich im Kindergarten saß oehe überhaupt eine Trennung möglich war und irgendwann ging es problemlos, eins meiner eigenen Kinder hat gleich am ersten Tag seine Schuhe unter die Schuhbank gefledert und verschwand (allerdings mit der Schwester zusammen) in Richtung Morgenkreis und war stinkelig, als ich ihn mittags (Was jetzt schon???) Abgeholt habe (Ich konnte mich drauf verlassen, daß sie anrufen, wenn etwas ist).
    Da ist die Bandbreite einfach zu groß als daß ich da auch nur Näherungswerte angeben wollen würde.


    Ansonsten wie gesagt., mir ist absolut bewusst, daß solche Eingewöhnungen keineswegs Standart sind. Sonst bräuchte es ja solche Überlegungen gar nicht erst. Ich kenne wie gesagt hier tatsächlich hier keinen Kindergarten, der das wirklich am Kind bzw. an der Familie orientiert so macht, maximal einen anfänglichen Zeitplan nach Berliner Modell (=Trennung am 3 Tag, da ist noch lang nicht jedes Kind so weit, aber danach hat es bitte schnell zu gehen) kann man bei den guten erwarten.


    Und ich musste selber miterleben wie meine Kollegin bei einem von mir sanft (fast) eingewöhnten Kind mit einem Schlag alles wieder eingerissen hat, als sie den Vater (der an dem Tag ein bisschen vor mir da war) ohne die gewohnte morgendliche "Einspielzeit" einfach wegschickte und das weinende Kind einfach aus seinem Arm nahm und dann weinen ließ. Von da ab nur Tränen und die Zeit ist uns davongelaufen. Vielleicht war der Text auch einfach für mich ein Stück Frustabbau - so will ICH (als Erzieherin) das eigentlich. Aber durch die sch. Bedingungen (Personalschlüssel, Ansichten vieler Kolleginnen...) geht es oft nicht. Ändert nichts dran, daß ich es so richtiger finde.


    Mutterschaf - ich verstehe dein Posting nicht. Durch Ilsebilses Nachhaken bezüglich der Quellenangaben, habe ich den Eindruck gewonnen, es könnte zumindest bei solchen längeren Texten ein Problem diesbezüglich geben. (Inzwischen meinte das Team auf meine Meldung hin, so lange es nicht festgepinnt würde, gäbe es da keine Probleme).
    Außerdem wollte ich mit meinem Text niemanden verärgern, es war mir schlicht nicht bewusst, daß es so ankommen könnte.
    Mir da in Zukunft mehr Gedanken darüber zu machen, sei mir doch wohl gestattet, oder?


    Wenn du inhaltlich bezüglich der Eingewöhnung anderer Meinung bis als ich, dann schreib es doch einfach her. Meinungen und Erfahrungen kann man nebeneinander stehen lassen oder auch diskutieren, je nach dem.
    Wenn du irgend ein anderes Problem mit mir hast, dann kläre es bitte offen (wenn auch vielleicht nicht unbedingt hier im Strang) , entweder per PN oder öffentlich im Forum.


    Heidschnucke: Klar darfst du übernehmen. Ich finde ja, daß bei der Eingewöhnung neben dem Kind die Eltern genau so wichtig sind. Auch die haben Sorgen, Ängste, Bedenken - aber auch Vorfreude (auf ihre Arbeit, auf mehr Freiheiten, darauf, daß das Kind Dinge erlebt bzw. Kontakte knüpft, die sie ihm so nicht bieten können, ....) und das ist ihr gutes Recht, sie geben uns schließlich das Wichtigste was sie haben in die Hände.
    Wenn die sich z.B. dann ignoriert oder gar "abgeschoben" fühlen, wenn es IHNEN zu schnell geht, selbst wenn das Kind das vielleicht irgendwie ohne bleibenden Schaden verkraften würde, sie aber eben gerne warten würden bis es besser geht, und sie dann das Gefühl haben, ein "Fahrplan" ist wichtiger als die konkreten Menschen, wie sollen sie dann Vertrauen fassen? Und mir wär es schon wichtig, daß die Eltern nicht mir nur fachlich sondern auch (oder vielleicht sogar vor allem) menschlich vertrauen.


    Zur Sicht des Kindes hatte ich noch viel mehr stehen, aber der Text war so schon viel zu lang geworden... #schäm Vielleicht ist "Fragen" auch ein falsches Wort an der Stelle, es waren keine reinen "Kopffragen" gemeint sondern eher "Seelenfragen", also unbewusstes. Gefühle,... . Mir selber ist erst nach und nach bewusst geworden, was neben dem "offensichtlichen" alles so an Gefühlen mit dem Thema Kindergarten/Schule... bei meinen eignen Kindern verbunden war.

  • Hm, ich bin gerade in der Eingewöhnung meiner Tochter und muss sagen, dass ich ganz hin und hergerissen bin. Wir haben bisher noch keine einzige Trennung ohne Weinen in verschiedener Intensität erlebt. Aber das ist jetzt nicht nur so dort. Selbst wenn ich meine Tochter bei meinem Mann lasse, ist das ziemlich häufig so? Ich versuche mir zu sagen, dass manche kleinere oder größere Abschiede nie so mögen und dann ist das auch unter Garantie eine Frage des Alters und der Phase mehr oder weniger Mamabezogenheit. Das Recht sich darüber zu äußeren, also dass ich meiner Tochter zugestehe, dass sie trauern darf, ist voll schwer, weil am liebsten möchte ich ja nicht, dass sie trauert vor allem wenn ich der Grund bin. Ich bin aber doch zerknirscht und fühle mich schuldig. Gleichzeitig ermögliche ich ja nur durch Rückzug Platz für andere Bezugspersonen, die können sich bei schwerer See als stark erweisen, anbieten und überhaupt beweisen...

    Superkalifragelistickexpialigetisch...

  • Reich mir die Flosse, kiakay.


    Hm, ich glaube, mein Kind fände es auch *immer* doof, wenn ich gehen würde. Ich versuche jedoch darauf zu achten, dass er sich gut und schnell trösten lässt (nicht: einfach mit dem Weinen aufhören und roboterhaft durch die Gegend steuert sondern wirkliches Trösten und dann wieder freuen und spielen können) und ich versuche, ganz ganz viel mit ihm zu reden und zu erklären. Ich bilde mir ein, irgendwas versteht er. (Er ist ein paar Wochen jünger als Deine Tochter)


    Wie ist denn bei Dir bisher das Trennungsprocedere abgelaufen? Wie geht es Dir damit? Hast Du Deine Zweifel schon mal angesprochen?
    Ich hatte ja bereits in meinem Thread mit Hilfe der anderen Raben festgestellt, dass es wohl hier einfach zu schnell ging und ich nun erstmal versuche, nicht stur weiterzumachen sondern zu gucken, dass er sich "stabilisiert". Also es fühlt sich okay für mich an, wenn er beim Abschied weint und nicht möchte, dass ich gehe. Aber wenn er schon länger vor dem Abschied sich sträubt oder Anzeichen von "Panik" zeigt, dann werte ich das als Überforderung und plane mehr Zeit ein. Diese (an sich recht simple) Erkenntnis hilft mir gerade sehr.

  • Ah, das ist nochmal ein guter Hinweis. Wir gehen immer total gutgelaunt dahin, auch das Ausziehen ist noch schön, sie schaut sich ganz neugierig um, geht auch etwas von mir weg und erkundet die Umgebung, aber so bald die Gruppenraumtür auf ist, beginnt das Weinen. Ehrlich gesagt, ging es mir von Anfang an irgendwie zu schnell, aber ich will auch nicht die Bremse sein? Obwohl ich die Erzieherin schäzte und ein gutes Gefühl zu ihr hab, denke ich dass der institutionelle Pragmatismus klare pädagogische Grenzen setzt? Ich bin auch einfach so unsicher...

    Superkalifragelistickexpialigetisch...

  • Ja, so ging es mir auch.
    (Oh man, dabei hatte ich mich vorher auch belesen und bin theoretisch-fachlich da eigentlich voll im Thema drin...)
    In der eigentlichen Situation hab ich mich dann voll auf die TaMu verlassen und nicht mehr auf meinen Bauch gehört. Und da ging es mir dann auch schlecht.
    Ich denke, auch die blödesten institutionalen Zwänge erlauben irgendwo einen gewissen Gestaltungsspielraum. Aber um den auszuloten, muss man halt auch reden und so. Und ich muss noch lernen, dass ich mich einfach durchsetzen muss und nicht die anderen immer überzeugen kann/muss. Meine TaMu hat mir signalisiert, dass sie das eben anders sieht, aber dennoch ohne Zweifel anerkennt, dass ich die "Expertin" für meinen Sohn bin und sie sich deshalb bemüht, sich da nach mir zu richten.


    Was wären denn so kleine Dinge, die Du Dir wünschen würdest?

  • Hallo,


    Es geht nicht darum, jemandem ein schlechtes Gewissen zu machen.


    "Familienorientierte Eingewöhnung" kann auch heißen, daß es völlig anders läuft. Weil DIESE Familie es anders braucht. Trotzdem eben auch so kindgerecht wie möglich.


    Wenn jemand von heute auf morgen arbeiten kann/muss, wenn es jemandem wichtig ist, daß so schnell wie möglich in der aktuellen oder wohl kommenden "rauhen See" noch jemand mitlenkt.... dann müssen andere Lösungen gefunden werden, die SO GUT WIE MÖGLICH für das Kind sind.
    Wenn jemand das ganz sichere, feste Gefühl hat, meinem Kind geht es besser, wenn wir trotz weinen weitermachen wie bisher und nicht abbremsen, auch dann ist es so.


    WAS für die einzelne Familie oder/und das einzelne Kind richtig ist, wissen aus meiner Erfahrung nach am besten die ELTERN, wenn man ihnen erst mal zugesteht, sich da aktiv einzubringen, mitzudenken, mitzufühlen, sich ernst genommen zu fühlen... und nicht einem routinemäigem Standartverfahren zu folgen.
    Oder sie signalisieren, daß sie eben gerade nicht weiter wissen, auch das ich völlig normal und OK. Dann sollten die Pädagogen schauen, was für diese Familie dran ist. Aber auf die Familie, das Kind geschaut und nicht auf "Eingewöhnungs-Zeitpläne". Die können eventuell Orientierung sein, aber nie einen individuellen Blick ersetzen.

    Obwohl ich die Erzieherin schäzte und ein gutes Gefühl zu ihr hab, denke ich dass der institutionelle Pragmatismus klare pädagogische Grenzen setzt? Ich bin auch einfach so unsicher...

    Diesen Satz verstehe ich nicht so recht.


    Meinst du damit, daß der "institutionelle Pragmatismus" verhindert, daß auf das konkrete Kind eingegangen wird und bei Bedarf auch mal die Bremse getreten wird?
    Das sehe ich anders. Das verhindert weder nicht die Institution sondern wenn, dann die ganz persönliche Einstellung der Pädagogen. Und da ist zu fragen, ob man, wenn man es als wichtig empfindet, daß es anders läuft, die Kraft findet, daß auch so einzufordern.


    Ich bin sonst niemand, der Kinderbetreuung nur als Kundendienst ansieht, der sich nach den Wünschen der Eltern zu richten hat, denn es geht ums Kind. In dem Falle sehe ich es trotzdem (nein, gerade darum) doch so - ihr bucht den Platz für EUER Kind und nicht für ein standartisiertes Normkind, also könnt ihr auch erwarten, daß EURER Kind in EUREM Tempo eingewöhnt wird.


    Eigentlich. Das Thema von Theorie und leider zu oft noch der Realität hatten wir ja schon *seufz* - nur wenn sich niemand einsetzt, ändert sich auch nie etwas.

  • Die Formulierung ist tatsächlich verquer. Ich meine, dass zum Beispiel für die Eingewöhnung drei Wochen eingeplant ist, eine Woche Spiel ist und dann eben die nächste Eingewöhnung stattfindet? Der Pädagogik und ihren Idealen sind doch recht enge Grenzen gesetzt? Ich meinte auch nicht, dass der Text mir ein schlechtes Gewissen macht. Sorry wenn das so ankam. Ich fühle mich schlecht und unsicher, weil ich eben auch nicht so recht weiß, mute ich meiner Tochter zu viel zu oder trau ich meiner Tochter etwa zu wenig zu, was ich auch ganz schrecklich fänd! Ich habe eigentlich überhaupt keinen Druck sie abzugeben, weil ich noch keinen Job habe. Und wir zahlen gar nichts, wir haben so einen KiTa Gutschein...all das untergräbt mich irgendwie fordernder zu sein? "Vielleicht weil ich nicht, die zu anhängliche Mutti sein will?" Das ist eben auch für mich Neuland, obwohl ich selber als Erzieherin im Krippenbereich gearbeitet habe! Aber das war eben immer auf der anderen Seite mit einem Team im Hintergrund. Heute war die Übergabe so hektisch, dass ich selber gar nicht zu einem klaren Gedanken gekommen bin. Die Erzieherin wollte eine Trennung von 1 1/2 Stunden machen, wäre das erste Mal und eine halbe Stunde länger als bisher. Ich konnte gar nicht einwenden, dass ich das nicht für angebracht halte, weil wir über zwei Stunden in der Nacht wach waren und das nach der WE Pause viel wäre. Ich finde diese Tür und Angelgespräche auf einmal schwer und hektisch...fand ich als Erzieherin nie. Aber jetzt habe ich das Gefühl, ich soll so schnell wie möglich weg sein? Ich muss das wohl mal anbringen...und wie sieht die Woche aus und wie die darauf? Ich sehe meine Tochter noch keine fünf Stunden da! Heute einfach früher da wieder aufzutauchen, hat mich merkwürdig viel Überwindung gekostet, auch weil ich nicht möchte, dass sich die Erzieherin von mir ans Bein gep...fühlt. Aber gut, tatsächlich sind mir die Gefühle meiner Tochter wichtiger.

    Superkalifragelistickexpialigetisch...

  • Wir stehen jetzt vor einem neuen Eingewöhnungsversuch in einer neuen Kita. Es wird so sein, dass zeitgleich mit unserem Sohn eine neue Gruppenleitung in die Gruppe kommt.
    Da ich mich beim letzten Versuch darauf eingelassen habe, mein Kind immer wieder weinend dort zu lassen, hat sich bei ihm schon eine Art Trennungsangst entwickelt. Er sagt, dass er nicht mehr in einen Kindergarten will. Wenn ich mit dortbleibe könnte er sich vielleicht darauf einlassen. Auch, wenn ich im Flur, aber nicht in der Gruppe bin. Aber er hat Angst davor, dass ich irgendwann wieder ganz gehen werde.
    Ich will diesmal ganz bei mir bleiben und darauf bestehen, dass uns die Zeit gelassen wird, die wir brauchen.
    Mit der Leitung habe ich das schon besprochen, sie findet es sehr schwierig, dass er noch keine guten Erfahrungen mit Fremdbetreuung machen konnte (auch nicht mit Verwandten o.Ä. - wir haben hier einfach niemanden vor Ort, mit dem wir das hätten "üben" können). Die meisten Kinder hätten ja schon diese Erfahrung, meinte sie (mit dem Zusatz "Ich will das jetzt nicht negativ ausdrücken". Für mich schwingt da mit, dass sie es sich anders wünschen würden und das schon negativ sehen). Laut Leitung sollte die Eingewöhnung sich nicht zu lange hinziehen. Das klingt für mich wieder nach einem Drängen auf schnelles Vorankommen, wenn erstmal die ersten Trennungsversuche hinter uns liegen. Leider fingen die Probleme in der alten Einrichtung genau dann (nach ca. 2 Wochen) an.
    Ich frage mich jetzt: 1. Wie kann ich argumentieren, wenn es uns doch zu schnell geht? Ich stelle mir jetzt so vor, dass ich meinen Sohn nicht mehr weinend dort allein lasse. Gerade nach den negativen Vorerfahrungen. Ich habe einfach furchtbare Angst, dass unsere anfangs so sichere Bindung jetzt eh schon angeknackst ist und noch mehr schaden nehmen könnte.
    2. Was haltet ihr davon (gerade die, die viel Erfahrung mit und Wissen um Eingewöhnungspraxis haben, z.B. Trin), wenn gleichzeitig ein Kind und eine neue Erzieherin "eingewöhnt" werden?

    "Eigentlich weiß man nur, wenn man wenig weiß. Mit dem Wissen wächst der Zweifel." (Goethe)

    Einmal editiert, zuletzt von bärin ()

  • 1. Also ich finde du darfst dich auf deine bereits gemachten Erfahrungen stützen, das sollte als Argument eigentlich genug sein. Wenn ich aber anmerken darf, glaube ich nicht, dass eure Beziehung einen Knax bekommen hat. Vielleicht vertu ich mich, aber ich würde vermuten, er sich selber noch nicht sicher genug fühlt, um "ganz" alleine zu bleiben bzw. ist er ja nicht allein, aber eben das für sich realisieren braucht seine Zeit. Aber mit seinen drei Jahren kannst du viel mit ihm schon Besprechen und er kann dir helfen ihm zu helfen sich sicherer zu fühlen. Und von dir hat er doch bereits erfahren, du nimmst ihn ernst. Du kommst immer wieder, du gehst auch mal zu weit und gehst wieder zurück, er darf das also auch. Und probiert aus was geht und was nicht und was noch wachsen und werden muss.
    2. Gruppen sind recht häufig im Umbruch oder Aufbruch, weil viele neue Kinder da sind, Erzieher/innen gehen und kommen. Das kann mal Aufwind geben und mal Unruhe, aber das Leben ist im Fluss und alle bemühen sich ihre Positionen zu finden. Zuversicht, man braucht ganz viel Zuversicht. Muss ich mir wohl selber auch raten...ich hoffe das sind nun nicht zu viele Allgemeinplätze und du kannst für dich etwas rausziehen.

    Superkalifragelistickexpialigetisch...

  • Ich darf freudig verkünden, dass die Trennung heute zwar unter Tränen stattfand und diesmal sogar schon beim Ausziehen, sie aber dafür als ich sie vom Arm absetzte, sofort den Arm der Erzieherin einforderte und ihren Kopf auf ihre Schulter ablegte, dass ist bei meiner Tochter der Ritterschlag! Ich war ganz gerührt und auch aufgewühlt, weil das Traurige und das Schöne so nah beieinander lagen, aber gut so ist das wohl. Danke nochmal für die Gedanken und Überlegungen, also so ganz allgemein!

    Superkalifragelistickexpialigetisch...