Arbeiten direkt nach dem Muttersxhutz

  • Ich werde direkt nach dem Mutterschutz wieder arbeiten gehen, allerdings nur in Teilzeit.
    Betreut wird mein Kind von den Großeltern oder dem Papa während meiner Abwesenheit. Alle machen mir gerade ein schlechtes Gewissen, dass das eben viel zu früh wäre für das Baby. Und es gibt wohl Psychologen, die meinen, dass solche Kinder weniger intelligent und aggressiv werden.
    Aber ich mag meine Arbeit und freue mich auch wieder unter Leute zu kommen. Bei Kind 1 war ich sehr lange zu Hause und damit ging es mir gar nicht gut. Andererseits habe ich schon Bedenken, ob das mit dem Abpumpen und Flasche geben auch funktioniert und das nicht für alle sehr viel Stress ist.
    Hat hier noch jemand so früh wieder zu arbeiten angefangen und kann berichten, wie alles geklappt hat.

  • Es gibt für alles Psychologen....


    Bei meinem Grossen habe ich nach 3 Wochen wieder gearbeitet, nach der Kleinen hatte ich 4 Monate Mutterschaftsurlaub. Und nein, weder sind meine Kinder dumm noch aggressiv.
    Nun könnten böse Zungen ja behaupten, ich könne das gar nicht beurteilen, weil ich selbst mit 6 Wochen in der Krippe angefangen habe... Aber da meinem Grossen auch von ausserhalb hohe Sozialkompetenz und Cleverness attestiert wird, glaube ich das mal.


    Wichtig ist es, ein gutes Notfallmanagement zu haben: wer übernimmt, wenn Oma krank ist?
    Dann ist eine gute Stillberatung im Hintergrund ein Segen. Arbeiten und Stillen schliesst sich überhaupt nicht aus und gerade das nächtliche zusätzliche Kuscheln habe ich sehr geschätzt.


    Liebe Grüsse


    Talpa

  • Ich war bei der Großen auch nach dem MuSchu wieder arbeiten - Vollzeit. Sie ist mittlerweile ne clevere Zweitklässlerin. Hab kein schlechtes Gewissen, wenn es für dich okay ist, dann ist es das auch.
    Zum Stillen kann ich da nix sagen, da ich sie nicht gestillt habe.

  • Ich musste schon 2 Wochen nach Geburt wieder arbeiten. Zumindest für einige Stunden pro Tag.
    Meine Jungs sind ebenfalls weder dumm noch aggressiv ;-).
    Stillen geht auch mit Arbeiten. eine gute Stillberatung kann sinnvoll sein.
    Ich hatte immer auf Arbeit abgepumpt und zuhause wurde die vom Vortag abgepumpte Milch dann jeweils per Flasche verfüttert.
    Heute würde ich das lockerer sehen und auf Arbeit nicht abpumpen, sondern statt desse ohne schlechtes Gewissen Pre-Milch füttern lassen. War eh nur 1 Mahlzeit am Tag und hätte bei mir Stress rausgenommen. Aber das kommt eben drauf an. Lass es auf dich zukommen,

  • Alle meine 3 Schwestern mussten mit 6 Wochen in die Krippe, das war in der DDR damals so vorgesehen. Optimal ist das sicher nicht, aber aus allen 3en sind sehr feinfühlige, empathische Frauen mit nicht minderer Intelligenz geworden ohne großen seelischen Schaden (zumindest keiner, der auf die frühe Fremdbetreuung zurückzuführen wäre ;) ).


    Ich habe während der Schwangerschaft am Anfang auch mit dem Gedanken gespielt, muss aber sagen, dass ich mir das dann wenige Tage nach der Geburt schon gar nicht mehr vorstellen konnte (und es mich auch heute graust, beim Gedanken, ihn mit 3 dann abgeben zu müssen #angst ). Das soll keine Wertung sein, nur ein Hinweis auf die möglicherweise entstehende Gefühlslage und entsprechende entstehende Gewissenskonflikte.

  • beim grossen habe ich auch direkt nach Mutterschutz wieder 20 h gearbeitet.


    Ich bekam die ein oder andere entsetzte Frage was denn nun mit meinem Kind sei ("das betreut der Vater") mit der noch komischeren Frage: "Kann der das denn?" #freu aber das wars dann auch. Kind glücklich, Vater zufrieden, der Familie hats gut getan.


    Ich hatte das Glück 2 Tage im Homeofice arbeiten zu können und damit die Milchversorgung sicherzustellen, die 6 h die ich am Anfang wöchentlich nicht greifbar war haben sie mit abgepumpter milch bestens überstanden. Ich seh keinen psychischen Schaden dadurch an beiden Kindern.


    edit: der erste arbeitstag war merkwürdig. Aber ich habe es schnell auch genossen mal alleine aufs klo gehen zu können und den Tee dann zu trinken wenn mit danach war. Und man sieht das Kind ja auch bald wieder ;)

    Nur eines nimm von dem, was ich erfahren:
    Wer du auch seist, nur eines – sei es ganz!
    (mascha kaleko)

    Einmal editiert, zuletzt von murkel ()

  • Ich habe auch jeweils nach dem Mutterschutz wieder gearbeitet (allerdings von zu Hause aus). Und auch meine Kinder sind intelligent, sozial und haben kein ungewöhnliches Aggressionspotential.
    Es ist keine exklusive Mütteraufgabe, Babys jederzeit rund um die Uhr zu betreuen, das können andere Bezugspersonen genauso gut, wenn sie liebevoll auf alle Bedürfnisse des Kindes eingehen. Lass Dir da kein schlechtes Gewissen einreden!

  • Ich war bei den beiden großen auch jeweils nach dem Mutterschutz und 2-4 Wochen Urlaub wieder arbeiten. Bei der Großen habe ich mit 28 h, beim mittleren mit 24 h angefangen und jeweils nach einigen Monaten auf 30h /Woche erhöht.


    Das hat bei beiden gut geklappt. Ich konnte jeweils in der Mittagspause nach Hause fahren und habe gestillt und gepumpt. Mein Mann hat die Betreuung zu Hause übernommen. (Bis die beiden jeweils mit einem Jahr in den Kindergarten kamen.)


    Beim Kleinen war ich ein Jahr zu Hause, das war okay, aber jetzt auch nicht sehr viel besser #schäm ... Bei einem (sehr hypothetischen) weiteren Kind würde ich wohl eher wieder schneller einsteigen.


    Ich würde also Mut machen, dass klappt schon :) !


    Wobei ich die Kommentare "Wo ist denn jetzt ihr Kind?" oder "Kann Ihr Mann das?" auch kenne und eine Weile gebraucht habe, bis ich mir ein dickes Fell zugelegt hatte.

    Viele Grüße
    Samy (mit Mädchen *05, Junge *07 und Junge *11)

  • Och, ich konnte da jeweils recht abgebrüht sagen, dass der Mann zwei Hände und ein Hirn hat und darum durchaus qualifiziert ist für den Job...


    Liebe Grüsse


    Talpa

  • Stimmt - denn allein die Tatsache, dass ich Brüste habe, qualifiziert mich ohne weitere Zusatzskills zur Kinderaufzucht.
    Ich vergass....


    Liebe Grüsse


    Talpa

  • Danke fürs Mut machen! Mit einer echten Fremdbetreuung bzw. Krippe hätte ich so früh auch so meine Probleme. Aber beim Papa oder Oma/Opa habe ich schon das Gefühl, dass das Baby wirklich in guten Händen ist. Außerdem weiß ich nicht was das Baby von einer gefrusteten Mutter hat, der die Decke auf den Kopf fällt. Aber verunsichert ist man dennoch durch die ständigen Kommentare der andeen.
    Angst vorm ersten Arbeitstag habe ich schon. Das ist wie es Murkel auch ergangen ist, sicher komisch. Aber man freut sich sicher hinterher so sehr aufs Kind, dass man die Zeit intensiver miteinander verbringt. Irgendwie habe ich auch das Gefühl etwas unter Beobachtung zu stehen auch bei meinen Chefs, Kollegen ob das wirklich alles klappt.


    Ich werde wohl eine Stillmahlzeit abpumpen müssen. Habe die Pumpe bereits gekauft, aber noch nicht ausprobiert. Mal sehen wie das funktioniert und die Flasche werden wir erst eine Woche vor Arbeitsbeginn ausprobieren. Wann habt ihr mit der Gewöhnung an die Flasxhe begonnen?

  • "Fremd" sollte die Betreuung dem Kind niemals sein. Auch eine Oma muss "eingewöhnt" werden, auch ein Vater lernt das Kind kennen, bevor er das erste Mal allein damit ist... (also ich hatte zumindest bei beiden Kindern ebenfalls eine Kennenlernphase, auch für mich)


    Ich sehe da keine echte Grenze, ab welchem Alter xy geeignet ist und wann nicht. Es kommt auf so viel mehr an als das Alter vom Kind. Grosseltern zu haben, denen man das Kind gerne und vertrauensvoll überlassen kann und die auch nah genug wohnen und Zeit haben, ist ein Geschenk!


    Liebe Grüsse


    Talpa

  • Mir wäre auch die Decke auf den Kopf gefallen, wenn ich nicht hätte arbeiten können. Bin bei beiden Kindern nach dem MuSchu wieder mit 20 Std. eingestiegen und habe innerhalb des ersten Jahres auf 30 gesteigert. Vollstillend. Im Gefrierschrank lagerte ein gewisser MuMi Vorrat in kleinen Portionen, der gut auch zwei oder zur Not eine dritte Mahlzeit hätte abdecken können. Auf der Arbeit habe ich abgepumpt und so den Vorrat immer wieder aufgefüllt.

  • Ich bin auch direkt nach 8 Wochen wieder voll (40h/Woche) arbeiten gegangen.
    Mein Mann arbeitet 24h Schichten und ist aus diesem Grund dann nur 2-3x innerhalb von 7AT abwesend. Ich arbeite dann von Zuhause aus. Ich hatte nie ein schlechtes Gewissen und meine Kinder sind, so würde ich behaupten, wunderbar.
    Habe beide auch voll gestillt, auf Arbeit abgepumpt. Hat prima geklappt.
    Wenn's für euch stimmig ist ist alles fein. Nur Mut und alles Gute für euch.

    Liebe Grüsse


    Pauliine mit Pauliinchen und Mini-Paulineline #herz

    Einmal editiert, zuletzt von pauliine ()

  • was die falsche betrifft nicht verzweifeln wenn kind die in deiner anwesenheit nicht nimmt. Mein Sohn hat konsequent alles ausser brust verweigert wenn ich da war, und die mumi flasche problemlos genommen wenn ich 50 km weit weg war *hust*
    sorge dafür dass du einen angenehmen abpumport hast. Ich musste mich erst daran gewöhnen ein besprechungszimmer pumptauglich zu machen und mit dem Stuhl vor der nicht abschliessbaren Türe zu sitzen und zu hoffen dass jemand das neonrote "nicht stören" postit auch wirklich liest #stumm
    Männerwelt halt.

    Nur eines nimm von dem, was ich erfahren:
    Wer du auch seist, nur eines – sei es ganz!
    (mascha kaleko)

  • was die falsche betrifft nicht verzweifeln wenn kind die in deiner anwesenheit nicht nimmt. Mein Sohn hat konsequent alles ausser brust verweigert wenn ich da war, und die mumi flasche problemlos genommen wenn ich 50 km weit weg war *hust*

    Das habe ich auch so erlebt #ja .


    Wobei der zweite auch mal einige Stunden "gewartet" hat, also manchmal auch die Flasche von meinem Mann verweigert hat. Er hat dann aber nicht geweint, sondern wirklich nur gewartet. (Das hat meinen Mann dann teilweise mehr gestresst also meinen Sohn....)

    Viele Grüße
    Samy (mit Mädchen *05, Junge *07 und Junge *11)

  • Haben diese Psychologen denn auch untersucht, was es für Kinder bedeutet, wenn Mama unglücklich ist? ;) ich kann nur sagen, dass meine Mama auch nach dem Mutterschutz wieder arbeiten war und mein Papa auf mich aufgepasst hat und ich bin nicht aggressiv - nun ja, was die Intelligenz betrifft, weiß ich natürlich nicht, was sonst möglich wäre ^^ mein Verhältnis zu meiner Mama ist auf jeden Fall (trotzdem ;) ) gut und eng.

  • Und es gibt wohl Psychologen, die meinen, dass solche Kinder weniger intelligent und aggressiv werden.



    na ja, jeder berufsstand hat so seine vollkrampen.


    ich musste nach dem mutterschutz arbeiten (war damals noch mit dem vater des sohns zusammen, aber dieser war arbeitslos und bekam noch nicht mal arbeitslosengeld, weil vorher referendar gewesen...). wir hätten natürlich auch unter der brücke schlafen und auf der straße betteln können, vielleicht wäre mein sohn dann heute NOCH weniger aggressiv und NOCH intelligenter #sauer ...


    also, obwohl die betreuung zu hause (vater) nicht wirklich optimal war (vorsichtig ausgedrückt, hier würden wahrscheinlich alle die hände überm kopf zusammenschlagen), ist letztlich alles ok gelaufen und der sohn ist weder unterbelichtet noch ein aggrobolzen. nach 2 jahren dann fand der vater einen job (und verließ mich auch dann direkt), ich habe also nie nicht gearbeitet. ehrlich, für MICH wäre es wahrscheinlich anders, mit weniger stress und ohne die scheißmaloche, besser gewesen. aber meinem sohn hat das nie was gemacht.


    ach ja, ich habe den 1,5 jahre gestillt, 10 monate oder so auch voll. fake-milch hat er nie bekommen. dafür war ich natürlich immer mit dem milchrucksack unterwegs und habe auf arbeit abgepumpt, sterilisiert etc.; die ganze nacht war ich mit stillen und schmusen und rummachen zugange, so dass ich eigentlich nie geschlafen oder mich ausgeruht habe. der sohn musste aber nicht auf schmuserello und seine milch etc. verzichten.



    lg patrick

  • Wobei der zweite auch mal einige Stunden "gewartet" hat, also manchmal auch die Flasche von meinem Mann verweigert hat. Er hat dann aber nicht geweint, sondern wirklich nur gewartet. (Das hat meinen Mann dann teilweise mehr gestresst also meinen Sohn....)


    Das hatten wir bei Nr. 1 und Nr. 2 auch. Beide haben nach dem Aufwachen vom Mittagsschlaf lieber zwei Stunden ganz in Ruhe gewartet, bis ich gegen 17 Uhr dann nach Hause gekommen bin, um die Milch frisch und warm aus der Quelle zu trinken, als sich mit der liebevoll abgepumpten Muttermilch aus der vom Papa mindestens ebenso liebevoll aufgewärmten und dargereichten Flasche zu begnügen. Mein Mann kommentierte das immer nur mit "Genießer halt..." Er wird wohl recht haben ^^ Bin mal gespannt, wie Nr. 3 das in einigen Monaten lösen wird.