Auf Vollzeitstelle bewerben, obwohl nur Teilzeit möglich

  • Tja, Threadtitel sagt es ja bereits...


    Ich würde mich sehr gern auf eine Vollzeitstelle bewerben, einfach weil die Stelle interessant ist und gut zu mir passen würde. Aber ich kann mindestens für die nächsten vier bis fünf Jahre nicht Vollzeit arbeiten, da beide Kinder (ab Herbst diesen Jahres) Grundschulkinder sind. Eine halbe Stelle oder auch maximal 28 Stunden wären bei der Betreuung, die der Förderverein der Schule anbietet, drin. Und mehr würde ich bei dem Alter der Kinder auch nicht arbeiten wollen.


    Ich habe keine Not, bin also nicht arbeitslos, im Gegenteil habe ich eine feste halbe Stelle, auf der ich mittelfristig sicher nicht die Stundenzahl erhöhen kann (leider!). Aber ich bewerbe mich zurzeit manchmal, um zu schauen, wie weit ich komme und ob auch andere an mir interessiert wären. Und mit der stillen Hoffnung, dass ich eine Stelle finde, auf der ich dank garantiert höherer Wochenstundenzahl auch mehr verdiene.


    Also, macht das Sinn sich auf eine Vollzeitstelle zu bewerben? Sagt Frau schon im Anschreiben, dass sowieso nur TZ möglich ist? Oder erst falls die erste Hürde überwunden ist und man tatsächlich zu einem Gespräch geladen wird, um die Wahrheit dann auf den Tisch zu packen?
    Von mir würde Option 2 bei weitem mehr innere Haltung und Größe verlangen. Und ehrlicher fände ich Option 1. Aber ob die dann zielführend ist?!!??! #gruebel


    Hat eine von euch Erfahrungen mit diesem Dilemma?

    #rose Die Stille ist nicht auf den Gipfeln der Berge, der Lärm nicht auf den Märkten der Städte.

    Beides ist in den Herzen der Menschen. #yoga (aus Indien)

  • Ich frage vorher nach. Wozu soll ich mir die Arbeit machen, eine superduperphantastische Bewerbung zu erstellen und wozu soll der potentielle Arbeitgeber Zeit aufwenden, wenn nach einer kurzen Anfrage von vornherein klar wäre, dass es doch nicht passt.
    In der Anfrage erwähne ich kurz mein Profil, dann weiß der potentielle Arbeitgeber auch, was er verpassen würde ;)

  • Ich würde es auf jeden Fall schon im Anschreiben erwähnen, vielleicht bist du ja so interessant für das unternehmen, dass sie dich trotzdem nehmen...


    Vielleicht kann man ja einen Teil auch im Home-Office erledigen?


    Als Chef würde ich dich bei Option 1 trotzdem einladen, wenn du super zu der Stelle passt, aber auf jeden Fall im Hinterkopf behalten, falls es mal eine passende Stelle gibt, bei Option 2 hingegen eher nach dem Gespräch aussortieren, weil du mir unnötige Arbeit gemacht hast, obwohl ich eh schon so wenig Zeit habe... (bin zwar von der Chef-Position weit entfernt, ausser zuhause :D, aber das wäre so mein Gedankengang)


    Wie auch immer du dich entscheidest: viel Erfolg!

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Viper11 ()

  • 10-20% kenne ich als üblichen Verhandlungsspielraum - 50% finde ich schon enorm viel. Ich würde es wohl im Anschreiben erwähnen.


    Liebe Grüsse


    Talpa

  • Ich sehe es aehnlich wie Talpa:
    Ich bewerbe mich zu 80% auf 100% Stellen, kein Problem. Ich platziere das dann alles nicht allzu auffaellig im Anschreiben (einer der letzten Saetze), damit der Empfaenger meine Bewerbung nicht von vornherein aussortiert, aber sicher nach dem 1. guten Durchlesen klar ist, dass ich nicht voll arbeite.

  • Ich würde mir die Mühe des Bewerbung Erstellens nur machen, wenn eine realistische Chance gegeben ist. Deshalb würde ich in diesem Fall telefonisch Kontakt aufnehmen und erfragen, ob z. B. ein Job-Sharing in Betracht käme.

  • Ja, würde ich machen! Ich habe mich auch auf eine Vollzeitstelle beworben, obwohl ich nur Teilzeit arbeiten wollte. Die Stelle habe ich dann zwar nicht bekommen, bei der nächsten freien Teilzeitstelle bin ich aber sofort zum Gespräch geladen und auch eingestellt worden. Ach ja, ich arbeite knapp 80 %...

    LG,
    Fleur mit Tochter *10/04 und Sohn *04/06

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von kerveli ()

  • In meiner Branche gibt hier in der Umgebung keine Teilzeiststellen. Ich habe mich beworben in der Hoffnung, dass sie mich trotz Teilzeitwunsch geeignet finden. Mein Traum waren 20-25 Wochenstunden. Es waren 3 Bewerbungen, 1 Mal Absage sofort trotz absolut passender Qualifikation, 2 x Einladung zum Bewerbungsgespräch trotz nicht absolut passender Qualifikation. Ergebnis: Beide Firmen hätten mich eingestellt mit 30 Wochenstunden = vollzeitnahe Teilzeit. Bei einer der beiden habe ich meinen 30 Wochenstunden Vertrag unterschrieben :) .


    Ich hatte ewig überlegt, wieviel ich in der Bewerbung preisgebe, da eben die Wahrscheinlichkeit steigt, gleich aussortiert zu werden. Für mich hat es sich aber besser angefühlt, in der Bewerbung mit offenen Karten zu spielen, als im Bewerbungsgespräch eine unangeneme Sitution zu erzeugen. Ich habe im Lebenslauf meine lange Elternzeit angegeben (wäre sonst eh eine Lücke gewesen), Anzahl und Alter der Kinder und im Anschreiben unauffällig unten, das ich Teilzeit arbeiten möchte (aber ohne genaue Stundenanzahl, das wollte ich lieber im Gespräch klären).


    Alles Gute für Deine Bewerbung!

    Liebe Grüße, Lillian

    "Okay Hazel Grace?"

  • Hallo,


    ich habe mich im Februar auf eine 100%-Stelle beworben mit einem Pensum von 60%. Da war die Stelle intern ausgeschrieben. Ich habe eine Absage bekommen wegen des Pensums.


    1-2 Monate später war genau diese Stelle dann extern ausgeschrieben (intern hat man niemanden gefunden), und ich war so frech und habe mich nochmal beworben - wieder mit 60%. Es war ein langes und hartes Bewerbungsverfahren, aber seit dem 01. November gehört der Job mir :)


    Ich hab meinen Chef gefragt, warum ich die Stelle dann doch bekommen habe, und er sagte mir, ich sei so hartnäckig gewesen und hätte einfach gezeigt, dass ich den Job unbedingt will, sodass er gedacht hat, ich kann eigentlich nur die Richtige sein 8o


    Und jetzt:
    Traumjob, absolut.


    Mein Tipp: Bewirb dich unbedingt!

    You never forget a person who came to you with a torch in the dark.

  • Hängt ein bißchen vom Arbeitsmarkt ab. Ist mit sehr vielen Bewerbungen top qualifizierter Vollzeitkräfte zu rechnen oder bist du eine heiß umkämpfte seltene Fachkraft in deiner Branche? Je nach dem würde ich vorgehen. Je gesuchter, desto mutiger.

  • Ich erlaube mir mal, den Thread wieder hochzuholen, weil ich gerade vor dem gleichen Problem stehe. In der ausschreibung ist sogar darauf hingewiesen, dass es möglich ist, Vollzeitstellen zu teilen (in einer standardformulierung).
    Ich möchte mich auf jden Fall bewerben und meinen Teilzeitwunsch auch gleich im Anschreiben äussern (fühlt sich so für mich am besten an).
    Jetzt die Frage: wie formuliere ich das denn? sowas wie "Leider ist es mir aus familiären Gründen nicht möglich, eine Tâtigkeit in vollzeit auszuüben." ?
    Ich bin gerade echt etwas uberfordert mit dem Bewerbungsthema. vielleicht kann nochmal jemand etwas dazu sagen...


    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von breaca () aus folgendem Grund: noch nicht fertig gewesen.

  • Ganz grundsätzlich - aus "Textsicht": niemals, unter keinen Umständen negativ formulieren!
    Im Anschreiben hat ein "leider" nichts verloren.
    "Ich würde diese Tätigkeit gerne in Teilzeit ausüben"/"Ich kann mir sehr gut vorstellen, diese Tätigkeit im Job-sharing auszuüben"/"Meine Vorstellung vom Stundenumfang für diese Stelle ist 80%"


    Liebe Grüsse


    Talpa

  • Ich erlaube mir mal, den Thread wieder hochzuholen, weil ich gerade vor dem gleichen Problem stehe. In der ausschreibung ist sogar darauf hingewiesen, dass es möglich ist, Vollzeitstellen zu teilen (in einer standardformulierung).
    Ich möchte mich auf jden Fall bewerben und meinen Teilzeitwunsch auch gleich im Anschreiben äussern (fühlt sich so für mich am besten an).
    Jetzt die Frage: wie formuliere ich das denn? sowas wie "Leider ist es mir aus familiären Gründen nicht möglich, eine Tâtigkeit in vollzeit auszuüben." ?
    Ich bin gerade echt etwas uberfordert mit dem Bewerbungsthema. vielleicht kann nochmal jemand etwas dazu sagen...

    Das ist echt immer super-schwierig, da etwas zu raten, da wir ja nicht wissen können, wie die Stellenausschreiber das Thema Teilzeit einschätzen.


    Wenn ich einen Rat geben müsste, würde ich empfehlen, das andersrum zu betrachten: In der Anzeige ist erwähnt, dass Teilzeit bzw. Jobsharing möglich ist, das bedeutet, dass du auch mit Teilzeitwunsch aufgefordert bist, dich zu bewerben. Daher würde ich das tatsächlich nicht im Anschreiben thematisieren, jemand der Vollzeit arbeiten will, schreibt das ja auch nicht explizit rein.
    Ob dein Teilzeit-Wunsch ein k.o.-Kriterium ist oder nicht, hängt sicher nicht von einer geschickten/ungeschickten Formulierung ab, sondern davon, wie die Menschen, die einen neuen Mitarbeiter suchen, das tatsächlich - abseits aller Standardformulierungen sehen. Ob und wie die das wirklich wollen, wissen wir nicht.


    Wenn ich aber eine Stelle eigentlich Vollzeit besetzen will (was nicht unwahrscheinlich ist, weil für den AG einfach geschickter, unproblematischer, weniger aufwändig, besser planbar...), sortiere ich eine Bewerbung mit TZ-Wunsch einfach direkt aus, ohne mit damit zu beschäftigen. Wenn ich aber eine konkrete Bewerberin vor mir sitzen haben, die im Gespräch ihren TZ-Wunsch äußert und gleichzeitig argumentieren kann, warum es eine gute Idee ist, sich die Stelle mit einer/m anderen Bewerber/in zu teilen (zwei Menschen können auch in Urlaubs- und Krankheitszeiten besser abdecken, mehr Perspektiven, Ideen, Erfahrungen fließen ein, zwei MA mit guter Work-Life-Balance sind besser als eine die direkt auf Burnout zusteuert....), am besten noch Input zur Realisierung mitbringt (vernetztes Arbeiten über entsprechende Software, tägliche Blitz-Übergabe, überlappende Arbeitszeiten...) und das ganze dann noch mit ein paar eigenen Erfahrung zu dem Thema garniert, sieht die Geschichte schon anders aus.
    Eine volle Stelle zu teilen bedeutet vor allem viel Organisationsaufwand on top. Wenn ein Bewerber signalisiert, dass es ihm/ihr bewusst ist und die Bereitschaft mitbringt, das selbst mit zu gestalten und zu managen, gibt das ein ganz anderes Bild, als jemand, der nur ein "Defizit" (aus AG-Sicht, daher "") kommuniziert und keine Lösung mitbringt.


    Auf Papier überzeugst du niemanden, eine Vollzeitstelle zu teilen, wenn der/diejenige nicht schon vorher überzeugt war. Im persönlichen Gespräch, vor allem wenn du auch sonst überzeugen kannst, sieht die Sache schon anders aus.


    Zum Unterstrichenen: Ja, das mit dem fühlen ist im Job so einen Sache, du siehst es eigentlich schon an deinem Erklärungsversuch: "Leider ist es mir....". Das ist eine Entschuldigung für einen Umstand, für den du dich nicht entschuldigen musst. Da leitet dein Gefühl dich falsch. Du musst dich nicht entschuldigen und nicht einschränken, der AG, der hier einen Mitarbeiter sucht, will eine Lösung. Und die kannst du liefern. Nur passt die nicht in einen Nebensatz. Und so richtig unentschuldigend lässt es sich nicht formulieren. Daher würde ich es lassen bzw. es mir für Gespräch oder auch eine Rückfrage offen lassen.

  • Ganz grundsätzlich - aus "Textsicht": niemals, unter keinen Umständen negativ formulieren!
    Im Anschreiben hat ein "leider" nichts verloren.
    "Ich würde diese Tätigkeit gerne in Teilzeit ausüben"/"Ich kann mir sehr gut vorstellen, diese Tätigkeit im Job-sharing auszuüben"/"Meine Vorstellung vom Stundenumfang für diese Stelle ist 80%"


    Liebe Grüsse


    Talpa

    Ok, wenn überhaupt dann so. Ich bin allerdings davon ausgegangen, dass die TS eher eine halbe Stelle anpeilt. Sollte eine Vollzeitnahe Tätigkeit möglich sein, finde ich das eine gute Formulierung.

  • Danke Talpa für die Formulierung und Arnoli für die Gedanken zur lösungsorientierten Einstellung.
    Tatsächlich gehe ich relativ offen an die Situation, könnte mir gegebenenfalls auch einen Stundenumfang von 25 Stunden vorstellen.
    Ich denke, ich werde es ähnlich wie von Talpa vorgeschlagen im Anschreiben formulieren und mit Arnolis Gedanken ins Gespräch (sofern eines stattfindet) gehen. In meinen Augen eignet sich die Position nämlich tatsächlich recht gut für eine geteilte Stelle.

  • Danke Talpa für die Formulierung und Arnoli für die Gedanken zur lösungsorientierten Einstellung.
    Tatsächlich gehe ich relativ offen an die Situation, könnte mir gegebenenfalls auch einen Stundenumfang von 25 Stunden vorstellen.
    Ich denke, ich werde es ähnlich wie von Talpa vorgeschlagen im Anschreiben formulieren und mit Arnolis Gedanken ins Gespräch (sofern eines stattfindet) gehen. In meinen Augen eignet sich die Position nämlich tatsächlich recht gut für eine geteilte Stelle.

    Danke dir für den Dank, aber ehrlich gesagt brauchst du meine Gedanken dann ja nicht mehr wirklich. Wenn du trotz der Formulierung eingeladen wirst (es ist ja eben nicht vollzeitnah was du dir vorstellst), rennst du offene Türen ein. Wenn du nicht eingeladen wirst, hast du keine Gelegenheit, deine lösungsorientierte Einstellung zu zeigen. Und weißt obendrein nicht, woran es gelegen hat.
    Ich finde es tatsächlich echt immer wieder schade, wenn insbesondere Frauen Chancen im Job verschenken, weil sie das Gefühl haben, sich an falscher Stelle offenbaren zu müssen. Und gleichzeitig frage ich mich auch, woran das liegt.


    Na ja, ich drücke dir jetzt einfach mal die Daumen, dass du dort auf einen AG triffst, den du nicht mehr von der Machbarkeit überzeugen musst und der dir eine Chance gibt. Freue mich, wenn du mal berichtest, wie es gelaufen ist.

  • Nur kurz, aus der einstellenden Sicht, um @Arnoli74's Rat zu unterstreichen - wenn es schon als Möglichkeit in der Stellenanzeige steht, ist es nicht nötig, irgendetwas dazu ins Anschreiben reinzuschreiben. Damit verschlechterst Du nur Deine Position und gewinnst nichts. Der Zeitpunkt, solche Sachen zu besprechen, ist im oder nach dem Interview, wenn schon mal eine Grundsympathie da ist und die Orgqnsiation genau Dich möchte, weil Du gut bist. Nicht vorher, wenn die unter Umständen hundert gleich aussehende Bewerbungen da liegen haben...


    Viel Erfolg!

  • Ich hole den Thread noch mal hoch. Ich hab mich jetzt auf zwei Stellen beworben. Die eine war auf Vollzeit ausgeschrieben und ich hab gleich im Bewerbungsschreiben meinen Teilzeitwunsch geäußert. Der Personaler hat sich auch gleich gemeldet und will das intern klären, bevor er mich zu einem Gespräch einläd.

    Die zweite Ausschreibung hatte keine explizite Angabe zu Voll- oder Teilzeit. Zumindest nicht auf der Unternehmens-Homepage. Ich hatte die Anzeige aber auch in einem Job-Portal gesehen und da stand Vollzeit (allerdings erst im Nachhinein). So, und die haben mich jetzt zu einem Gespräch eingeladen und ich weiß nicht, wie ich das am besten anbringen kann. Ich vermute, sie gehen von Vollzeit aus. Sollte ich vorab noch einmal anrufen oder das erst während des Gesprächs klären. Und wie formuliert man das dann am Besten?

    Wahrscheinlich wird sich das alles irgendwie ergeben und ich weiß grad nicht was ich von euch will. Wahrscheinlich einfach etwas Mut machen.

  • #blume Mut #blume


    Ich würde es so formulieren, wie es eben ist. Im Verlauf des Gesprächs irgendwann, wenn es sich passend anfühlt. Fremde Formulierungen fallen da doch erst recht schwer.


    #huepfsuper. Dass sie dich gleich angerufen haben. Das heisst, dass sie sich grundsätzlich für dich interessieren #huepf

    Verlasse die Welt ein bisschen besser, als du sie vorgefunden hast (B.P)

  • Poldibaer : Wieviel Aufwand ist das Gespräch für Dich und wie sehr willst Du den Job haben?
    Ich würde die Chance auf den Job höher bewerten, wenn Du das erst im Gespräch erwähnst und sie - hoffentlich - schon Feuer gefangen haben und Dich wollen.

    Wenn Du vorher anrufst, sind die Chancen auf ein "ah, danke für die Info, wir melden uns wieder bei Ihnen, wenn wir niemanden für Vollzeit bekommen" größer.