selbstbestimmt, selbstdenkenden, grenzen wahren - schulpflicht

  • Ich weiß, ich weiß ich habe schon öfter nachgefragt aber fuer mich noch keine schlüssige antwort erhalten, deshalb versuche ich es nochmal:
    Wir wollen das unsere kinder selbstbestimmt aufwachsen, nicht blindlings "befehle" befolgen.
    das sie frei denken und ihre meinung bilden koennen.


    aber wie geht das bitte mit dem schulzwang konform?
    Natuerlich gibt es vereinzelt schulen die etwas freier lehren aber schule hat doch nix mit selbstbestimmt zu tun.
    schon gar nicht wenn kinder quasi aufenthaltszwang haben und gegen ihre biologische uhr arbeiten muessen?!


    Und warum wird da nix geaendert bzw lassen sich eltern so fremdbestimmen?
    Eigentlich sind doch eir eltern der staat und dann kann man nicht mal die schulzeiten so anpassen das es passt?
    Dann herrscht immer noch zwang bei der "aufzucht" der kinder?


    Koennt ihr mir mal denken helfen warum das so ist?
    und nein es geht nicht um fremdbetreuung sondern um wahlfreiheit warum schulen und kindergaerten immer noch nicht so sind das sie als optimale ergaenzung funktionieren sondern eltern quasi meist das kleinere uebel wahlen muessen.

  • Was wäre denn deine vorgeschlagene Lösung?
    Ganztagesschule mit gleitenden "Arbeitszeiten"?


    Wie sollte man sowas finanzieren?


    Ich finde es unglaublich wichtig, dass Bildung Pflicht ist.
    Dein Einsatz bei der "Kinderaufzucht" in allen Ehren, aber was glaubst du, wieviele Eltern ihren Kindern aus Unwissenheit, Trägheit oder sonstigen Gründen keine Bildung zukommen lassen würden?


    Ich finde, man sollte sich der Verantwortung bewusst sein, dass der kleine Mensch später mal glücklich und zufrieden privat wie auch beruflich sein Leben meistern kann.
    Und ich weiss von mir, dass ich nicht dazu in der Lage bin - zeitlich wie auch aus Bildungssicht - alle möglichen Wege für mein Kind aufzuzeigen.


    Deshalb bin ich dankbar, dass es Schulen gibt.

    Mit vielen lieben Grüßen von Alexy und dem Rest von hier! 8)




    "Für die Welt bist du irgendjemand, aber für irgendjemand bist du die Welt."
    Erich Fried

  • Ich glaube, es geht gar nicht so sehr um Schule oder nicht, sondern um das Konzept Schule. Ich denke auch, dass sie umkonzipiert werden sollte und es graust mir davor, wenn mein Waldkigakind plötzlich mit 25 -30 anderen Kindern stundenlang drinnen sein und still sitzen muss. Und auch die Unterrichtsfächer sollten überarbeitet werden und mehr auf das spätere Leben vorbereiten. Aber wie das umsetzen?


    Liebe Grüsse
    Sunny

    Scheint die Sonne auch für Nazis? Wenn's nach mir geht tut sie es nicht!!! ( DBBDW)


    Es gruesst die Sunny mit der Hummel an der Hand, dem Möpsken im Arm und dem Sternchen im Herzen! #love

  • Hallo,

    Ich finde es unglaublich wichtig, dass Bildung Pflicht ist.

    Das fände ich auch.


    ABER in Deutschland zumindest gibt es keine BlLDUNGSpflicht sondern lediglich eine SCHUL(aufenthalts)pflicht.


    Und ich weiß nicht, warum so viele immerzu glauben, daß die Umwandlung einer Schulpflicht in eine Bildungspflicht mit der Erwartung der Abschaffung von Schulen einhergeht? Davon redet doch gar keiner? Man kann doch dankbar für (gute) Schulen sein UND andere in anderer Form lernen lassen?


    Einer Bildungspflicht könnte man auch (und für manche Kinder, ich spreche da leider aus Erfahrung) mit homeschooling gerecht werden. Es gibt Länder, in denen es offenbar Möglichkeiten gibt, da eine wohlwollende (!) Begleitung auch von zu Hause lernenden gibt.


    So eine Begleitung könnte schauen, wie es dem Kind geht (glaub mir, da wird in der täglichen Arbeit in der Schule soooo viel nicht bemerkt, weil man eben 25 - 28 Kinder da sitzen hat - und wie viel Zeit für persönliches bleibt denn im Unterricht?), sie könnte den aktuellen Stand anschauen, ob und wie es voran geht, mit den Eltern die nächsten Schritte besprechen, Vorschläge machen (Lernmaterialien, Museen, Fachleute, die ein Thema vermitteln können), Kontakt zu anderen Familien anregen, Lernprobleme besprechen... - und gegebenen falls auch die Notbremse ziehen, wenn sie bemerkt, daß ein Kind lieber aufs Feld geschickt wird, statt ihm Bildung zu ermöglichen.


    Angenommen, eine Lehrerin würde wie an der Grundschule durchschnittlich 25 Kinder bei alternativen Lernformen betreuen, könnte sie - theoretisch - einen Vormittag in der Woche pro Kind aufwenden. Meist wäre das nicht mal nötig, weil es Geschwisterkinder sind, weil manche Familien keine so engmaschige Begleitung brauchen, weil...


    Wenn du das aber in Deutschland machst - selbst dann wenn du nachweisen kannst, daß dein Kind in seinem Tempo vorankommt, ja sogar wen es weiter ist als gleich alte Kinder, bist du ein Gesetzesbrecher.


    Dann drohen dir Geldstrafen, Gefängnis, ja sogar eine polizeiliche Schulzuführung deines Kindes. Und keiner frag, ob dein Kind lernt und wie es ihm geht.


    Geht dein Kind tagtäglich brav in die Schule, dann interessiert es einfach keinen, ob es auch eine Bildung bekommt, die seinen Möglichkeiten entspricht. Klar, die meisten Lehrer bemühen sich, möglichst jedes Kind mitzunehmen, aber wenn es aus irgend einem Grund durchs Raster fällt, egal in welchem Bereich und egal ob nach oben oder unten KÖNNENsie das nicht wirklich auffangen.


    Es gibt tatsächlich einige wenige Schulen, die fließende Anwesenheitszeiten bieten und BildungsANGEBOTE machen, aber keinen LernZWANG ausüben.
    Das Problem ist, daß die Kinder sehr wohl trotzdem spüren, daß immer noch eine Anwesenheitspflicht für eine bestimmte Stundenzahl herrscht und so keine echte Freiwilligkeit entstehen kann.


    Ich denke, es wäre durchaus möglich "offene Schule" zu gestalten. Sprich als Betreuungsmöglichkeit für die, die sie brauchen und gleichzeitig BildungsANGEBOT in verschiedenen Formen. So könnte jede Familie selber entscheiden, in welchem Rahmen "Schule" passend ist. täglich (weil das Kind das so möchte oder weil es nicht anders geht) phasenweise, z.B. als Ort für soziale Kontakte, als Konsultationsmöglichkeit zu Fachthemen oder zur fachlichen Begleitung von Lernprozessen...) . Oder auch, weil die Eltern nicht bereit oder in der Lage sind, ausreichend Bildung zu vermitteln.


    Ich finde auch die Schule meiner Kinder recht gut (Montessori) und trotzdem haben meine Kinder von Anfang an den Zwang, zur Schule gehen zu MÜSSEN (und nicht zu dürfen) , wahrgenommen und das hat etwas mit ihnen gemacht.


    "Mama, das ist komisch - wenn ich etwas MUSS, habe ich gleich gar keine Lust mehr dazu, auch wenn es mir EIGENTLICH vielleicht sogar Spaß machen würde.
    Wenn ich aber etwas DARF, dann habe ich manchmal sogar Lust, Sachen auszuprobieren, zu denen ich erst mal keine Lust hatte". (Tochter, 1. Klasse)
    Und an die lebhafte Diskussion mit meinem Sohn (ebenfalls in der ersten Klasse) zum Thema Schule und Menschenrechte kann ich mich auch noch gut erinnern.


    Schule als wäre nicht teurer als Schule mit Schulpflicht. Kindergärten sind ja jetzt auch nicht teurer als sie es mit einer Kindergartenpflicht wären. #weissnicht


    Doch, Möglichkeiten gäbe es mMn, man müsste nur bereit sein, umzudenken und zu wollen. Und endlich eine BILDUNGSpfleicht schaffen statt einer Zeit-Absitzpflicht.

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  • Danke, Trin. Du hast mein aktuelles Gedankenkopfchaos gut sortiert.

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  • Wir haben hier in Österreich nur eine Unterrichtspflicht. Die ändert leider auch nichts daran, dass ein Kind, welches die Schule besucht auch hingehen MUSS.
    Wenn man sein Kind nicht zu Hause unterrichtet (was eher selten vorkommt), muss es die Schule besuchen. Sonst folgen auch Konsequenzen.

    "Liebe mich dann am meisten, wenn ich es am wenigsten verdient habe, denn dann brauche ich es am meisten."


    "Die Tragik der gut erzogenen Menschen besteht darin, daß sie als Erwachsene nicht merken können, was ihnen angetan wurde und was sie selber tun, wenn sie es als Kind nicht haben merken dürfen." - Alice Miller, Am Anfang war Erziehung

  • Ich bin ohne wenn und aber für die Schulpflicht. Ich finde es am Leben vorbei, wenn man seine Kinder zu Hause unterrichtet. Schule ist mehr wie lesen, schreiben und rechnen lernen - es geht doch auch um das soziale Miteinander. Das ist auch später die Realität. Man muss sich in ein Team eingliedern können und auch da ist man fremdbestimmt und muss mal etwas tun, das einem jetzt gerade keinen Spass macht oder um sieben zur Arbeit erscheinen, obwohl man lieber erst um neun kommen würde. Das Leben ist halt kein Ponyhof. Dann gibt es auch immer wieder diese Familien, die ihre Kinder aus religiösen Gründen zu Hause unterrichtet und ich warte auf den Tag, bis die erste muslimische Familie auf die Idee kommt, dies tu tun. Diese Diskussionen möchte ich dann hören....


    In der Schweiz ist es übrigens von Kanton zu Kanton verschieden geregelt. Im Kanton Zürich ist Heimunterricht ohne Lehrerdiplom seit einigen Jahren verboten. Das hat viele Freilernerfamilien in den Kanton Appenzell getrieben, wo es erlaubt ist. Hier gibt es auch keine freie Schulwahl. Man kommt in das Schulhaus und die Klasse, in die man halt eingeteilt wird. Die Einschulung findet mit dem KiGa-Eintritt statt, der ist obligatorisch. Auch hier keine Wahl. Vor Kurzem gab es mal eine Abstimmung zur freien Schulwahl und zur Unterstützung von Privatschulen. Die Vorlage wurde abgelehnt. Ich könnte hier evtl. Einen Kompromiss zur Schulpflicht sehen. Dass es Schulen mit verschiednenen Profilen gäbe und mehr Wahlfreiheit. In der konkreten Umsetzung sehe ich dann aber doch sehr viele Probleme, nicht nur finanzieller Natur, diese auszuführen, würde jetzt hier aber zu weit gehen.

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  • odette: kennst du dich mit der geschichte der schul/bildungspflicht aus? dann wirst du auch wissen, warum es eine gibt, und warum es bis heute sehr gut so ist. denn sonst bekommen genügend kinder gar keine ausbildung.


    wir haben hier bildungspflicht, nicht schulzwang. und ich hab als kind nie ein problem mit dem müssen gehabt, ich habs ehrlich gesagt, gar nicht als muss wahrgenommen. ich ging gern zur schule. diese kinder gab und gibt es auch. #weissnicht

    mit elfchen 04/09 und minielfchen 03/12


    quand ta thèse te pousse à bout et que tu veux tout arrêter kannste vergessen.


    #rose 49,7

  • Schule ist mehr wie lesen, schreiben und rechnen lernen - es geht doch auch um das soziale Miteinander. Das ist auch später die Realität. Man muss sich in ein Team eingliedern können und auch da ist man fremdbestimmt und muss mal etwas tun, das einem jetzt gerade keinen Spass macht oder um sieben zur Arbeit erscheinen, obwohl man lieber erst um neun kommen würde. Das Leben ist halt kein Ponyhof.



    ich wundere mich immer wieder über solche unüberlegten ansichten.
    also, mal ehrlich. eine familie ist auch ein "soziales gefüge", eine familie, die ihre kinder "zu hause unterrichtet", egal, ob das eher formal oder ungeschoolt stattfindet, hat eine menge organisation zu wuppen. alle termine und auch die geldanschaffenden tätigkeiten müssen unter den hut gebracht werden, und es gibt in der regel keine zeit am tag, wo die kinder an einem anderen ort "verräumt" sind. auch fällt mehr arbeit im haushalt an, die auch von jemandem (der familie, meistens) gemacht werden muß. es gibt also mehr als genug gelegenheiten, fremdbestimmt unspaßige dinge tun zu müssen. auch ist die schule mitnichten der einzige ort, an dem sich gruppen bilden, in denen man klarkommen muß. in unserem freundeskreis jedenfalls verstehen sich nicht alle kinder gleich gut und trotzdem finden gemeinsame aktivitäten statt.


    und klar, in ländern, wo es keine schulpflicht gibt nehmen auch muslimische und christliche familien ihre rechte wahr und behalten (sehr selten) ihre kinder zu hause. schließlich kann man religiöse leute nicht vom geltenden recht ausschließen, weil es auch fundamentalisten gibt. in den allermeisten ländern gibt es keine schulanwesenheitspflicht und trotzdem ist und bleibt die willentliche entscheidung, die kinder lieber zu hause zu bilden eine total marginale. jemand, der sein kind dringend indoktrinieren will, wird sich von schule und schulpflicht davon nicht abhalten lassen.

    the nature of this flower is to bloom

    (alice walker)

  • odette: kennst du dich mit der geschichte der schul/bildungspflicht aus? dann wirst du auch wissen, warum es eine gibt, und warum es bis heute sehr gut so ist. denn sonst bekommen genügend kinder gar keine ausbildung.


    wir haben hier bildungspflicht, nicht schulzwang. und ich hab als kind nie ein problem mit dem müssen gehabt, ich habs ehrlich gesagt, gar nicht als muss wahrgenommen. ich ging gern zur schule. diese kinder gab und gibt es auch. #weissnicht


    Odette macht unschooling.

    Studiosa mit Erstgeborenem 10/06 und Zweitsohn 4/11 - im Doppelpack machen sie doppelt Spaß!

  • Schule ist mehr wie lesen, schreiben und rechnen lernen - es geht doch auch um das soziale Miteinander.


    Naja, im Unterricht wird vorrangig ein gegeneinander gefordert, und in 5 Minuten Pause ist nicht viel Zeit für Miteinander.


    Und ganz ehrlich, in der Schule habe ich lesen, schreiben, rechnen gelernt. Die anderen 10 Jahre habe ich meine Zeit abgesessen, super Leistungen gebracht, ich komme mit meinem Zeugnis problemlos überall rein. Aber gelernt habe ich sehr wenig. Das, was für's (Arbeits)Leben wichtig ist, habe ich nach der Schule gelernt.


    Bildung: ja, absolut!
    Aber nicht in der Form, wie es in Schulen vorrangig präsentiert wird.

    Do one thing everyday that scares you - Eleanor Roosevelt
    When you reach for the stars, you may not quite get one, but you won't come up with a handful of mud either - Leo Burnett

  • Odette macht unschooling.


    #weissnicht so what. was hat das mit meinen obigen aussagen zu tun?

    mit elfchen 04/09 und minielfchen 03/12


    quand ta thèse te pousse à bout et que tu veux tout arrêter kannste vergessen.


    #rose 49,7

  • Hallo,

    Ich bin ohne wenn und aber für die Schulpflicht.

    Auch dann, wenn das Kind in der Schule nachweislich schlechter lernt als zu Hause? (Uns wurde z.B. selbst von einer Kinderpsychologin gesagt, daß für eins unserer Kinder zu Hause lernen zumindest phasenweise besser wäre.

    Zitat


    Schule ist mehr wie lesen, schreiben und rechnen lernen - es geht doch auch um das soziale Miteinander. Das ist auch später die Realität. Man muss sich in ein Team eingliedern können und auch da ist man fremdbestimmt und muss mal etwas tun, das einem jetzt gerade keinen Spass macht oder um sieben zur Arbeit erscheinen, obwohl man lieber erst um neun kommen würde. Das Leben ist halt kein Ponyhof.

    Da gebe ich dir Recht. Aber woher kommt die Vermutungen, daß Kinder, die zu Hause lernen, keine anderen Kontakte haben, bei denen sie die oben genannten Kompetenzen erwarben können?


    Es gibt Kinder, die erst wenn der Schulaufenthaltsdruck wegfällt, überhaupt erst in der Lage sind, sich auf solche sozialen Aspekte einzulassen. Sie gehen zum Sport, zu Interessengruppen usw-. Auch dort ist kein Ponyhof.
    In der Schule hatten sie nur gelernt, die Situation irgendwie auszuhalten und ihr Körper hat ihnen geholfen, indem er (ganz real!) oft krank wurde. Ist das besser?


    Muss jeder Erwachsene lernen, in einem Großraumbüro zu arbeiten? Muss jeder Erwachsene lernen, mobbende Kollegen oder Vorgesetzte zu ertragen? Muss jeder Erwachsene lernen, auf Kommando Büroarbeiten zu erledigen, noch dazu nicht auf eine Weise, die ihm liegt (auch dann nicht, wenn das Ergebnis richtig wäre) sondern nur auf die vorgegebene? (Oder andersrum, ich würde gerne mal sehen, wenn man jeden Erwachsen mal in meinen, eigentlich recht normalen Job zwingen würde...) . Muss jeder Erwachsene einen Job wählen, bei dem er um 7 Uhr da sein muss? (mein aktueller beginnt gegen Mittag und das tut mir sehr gut)


    Oder darf er nach Arbeitsstellen, Arbeitsweisen und sonstigen Lösungen suchen, die zu IHM passen? Wie soll er das, wenn er ein Kinderleben lang nur gelernt hat, Situationen auszuhalten, weil es andere Lösungen gegeben hätte - er/sie diese aber nicht suchen, ausprobieren udn wenn sie gut tun, wählen durfte?

    Im Rahmen einer wohlwollend(!) begleiteten Bildungspflicht hätte ich auch keine Angst vor religiösen Gründen.
    Im Grunde lernen die Kinder doch durch die Schulpflicht auch nur, daß sie sich einem äußeren Zwang beugen müssen - auf dann, wenn es ihnen KEINEN Vorteil bringt oder sogar schadet. Oder wie würdest du es sehen, wenn ein Jugendlicher mit einer Hochbegabung ohne jeden Abschluss die Schule verlässt, weil die Schule eben seine anderen Schwierigkeiten und vor allem seine Verzweiflung über den Zwang (in die Schule zu gehen, einen Lebensrhythmus zu leben, mit dem es ihm nicht gut ging, Menschen auszuhalten, die ihm nicht gut taten, überhaupt trotz Probleme mit Überreizung viele Menschen aushalten zu müssen...) nicht auffangen konnte?
    Aber die Schüler (und deren Eltern, die keineswegs alle irgendwelche Fanatiker sind) fragt ja schließlich keiner. Zwang ist Zwang. Nur daß es eben in dem Falle der Staat ist und keine Religion.

    Ich habe den Dialog mit meinem Sohn ja schon öfter mal geschrieben, das war glaub ich Ende der Vorschulzeit oder Beginn der 1. Klasse (Wortwörtlich müsste ich ihn erst heraussuchen):


    Mama, sind Kinder auch Menschen?
    Ja.
    Und gelten dann für Kinder auf die Menschenrechte?
    Aber natürlich, warum?
    Hmm, man darf doch keinen einsperren, der nichts (=kein Verbrechen) gemacht hat, oder?
    Aber wenn ich in die Schule MUSS, dann ist das doch wie eine Art Halbtagsgefängnis. Und auch wenn das Gefängnis schön gemacht ist, bleibt es ein Gefängnis.


    Er fand es furchtbar, daß wir Eltern bestraft würden, wenn er nicht zur Schule geht, das war der einzige Grund, warum er dann doch (lange, lange unter Tränen) täglich hingegangen ist.


    Schon irgendwie komisch, man wird zum Verbrecher, wenn man für sein Kind ein Menschenrecht in Anspruch nehmen will... z.b. das auf BILDUNG.


    Die Gründe der schulpflicht waren keineswegs ausschließlich kinderfreundliche. Es gin unter anderem auch um Kontrolle und um Indoktrinierung.
    Die anderen Gründe (daß manche Kinder arbeiten müssten statt zu lernen) könnte man im Rahmen einer BILDUNGSpflicht genau so gut im Blick haben.



    Wie gesagt, einer Bildungspflicht stimme ich absolut zu, einer Bestimmung, die festlegt daß sich ein Kind bestimmte Stundenzahl an einem bestimmten Ort aufhalten muss (und dort optimale Bildung für dieses Kind gar nicht vielleicht gar nicht gegeben ist) nicht.

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  • Ich bin ja bekanntermassen dem Homeschooling gegenüber kritisch eingestellt - aus diversen Gründen... (in Amerika stellen die Fundamentalisten übrigens geschätzt 80% der Homeschooler - nein, das ist keine seltsame, unwichtige Randerscheinung).


    Ich muss aber sagen, dass ich unabhängig von meiner privaten Meinung Dein Problem nicht verstehe, Odette: Deine Kinder haben ja keine Schulpflicht?
    Oder hat sich das geändert?


    Liebe Grüsse


    Talpa

  • Hmm zuersteinmal danke fuer eure antworten aber ich denke sie gehen eigentlich am thema vorbei..
    ich versuch es nochmal
    Wir wollen das unsere kinder selbststaendige menschen werden. Deren grenzen nicht ueberschritten werden
    Wir bemuehen uns unsere kinder in ihrem tempo wachsen zu lassen ohne sie zu ziehen oder zu gaengeln...


    und spaetedtens mit der einschulung ist es vorbei...
    denn sie muessen dinge tun die sie nivht wollen/ brauchen
    werden oft ungerecht behandelt oder schlimmer noch gemobbt.
    werden in schubladen gesteckt..


    soziales miteinander - davon kann man am pausenhof wohl nix von sehen..


    Schulanwesenheitspflicht zu unmoegliche zeiten...


    und das das leben kein ponyhof ist..naja das leben geytalten wir als menschen selbst...
    also..warum ist das so und es folgt keine aenderung?


    Stellt euch vor alle schueler in deutschland gehen auf einmal ni ht mehr in die schule..koennen ja s hlecht alle eltern eingesperrt werden und die verwaltung wuerde alles sprengen..


    in oesterreich herrscht uebrigens bildungdpflicht!!
    Und wenn ein schulkind unabgemeldet nicht in die svhule geht passiert zuerst nix
    dann folgt ein 5stufen plan
    dann gibts im svhlimmsten fall eine verwaltungsstrafe

  • bitte odette, checke deine posts auf generelle lesbarkeit, bevor du abschickst. oder ist das zuviel verlangt?


    ich sehe das problem halt nicht. soziales miteinander ist überall, auch in der schule, auch auf dem pausenplatz, und das ist nicht immer positiv und dieses nicht positive hat doch nix mit schule zu tun?!? und ebenfalls können erwachsene menschen nicht immer tun und lassen, was sie wollen. das meinem kind beizubringen, wäre am leben vorbei. udn wer sagt mir, ich habe in der schule nichts gelernt, das ich brauchen kann? ich habe viel sehr nützliches gelernt.


    ich finde, ehrlich gesagt, dein post serh sehr weltfremd.

    mit elfchen 04/09 und minielfchen 03/12


    quand ta thèse te pousse à bout et que tu veux tout arrêter kannste vergessen.


    #rose 49,7

  • Naja, da Du ja vorhast, hier Antworten zu bekommen, eine kleine Manöverkritik:
    Die Tatsache, dass die Antworten "am Thema vorbei" sind, könnte zu einem recht grossen Teil in der Fragestellung begründet sein - formal in erster Linie.
    (Wenn Du magst, kann ich gerne ein, zwei Punkte genauer erklären)


    Liebe Grüsse


    Talpa

  • Mir geht es um die vereinbarkeit von
    schulzwang und recht auf freiheit
    von dem recht auf selbstbestimmtheit und dem zwang an einem ort zu sein den ich nicht als gut empfinde..


    und auch wenn meine kinder anders aufwachsen so kann mich doch interessieren warum sich menschen so fremdbestimmen lassen..


    wie gesagt das unser leben kein ponyhof ist liegt doch nur an uns selbst
    Deshalb meine frage warum wird nichts geaendert?
    Warum aktzeptiert man unzulaenglichkeiten wie zu fruehe oder spaete sperrstunden?
    Warum bringt man seine kinder weiter an einen ort an dem sie sich nicht wohl fuehlen...
    Immerhin sind wir eltern doch diejenigen die das umfeld entsprechend gestalten koennen?

  • Naja, im Unterricht wird vorrangig ein gegeneinander gefordert, und in 5 Minuten Pause ist nicht viel Zeit für Miteinander.


    Das erlebe ich ganz anders, im Gegenteil, die Schulen die ich kenne setzten ganz viel auf Selbstkompetenz und auf ein gutes Miteinander, Gemeinschaftsförderung hat einen sehr hohen Stellenwert ohne jedoch die Förderung des einzelnen Kindes aus den Augen zu lassen.


    Wie es in Deutschland ist kann ich nicht beurteilen, kann ja sein, dass es da so grosse Unterschiede gibt.

  • aber Odette, nicht alle Kinder fühlen sich nicht wohl in der Schule, Schule ist nicht per se schlecht #weissnicht
    an unseren Schulen werden alle 4 Jahre Umfragen durchgeführt und darin erkennt man, dass die allermeisten wirklich zufrieden sind und zwar von den Kindern bis zu den Eltern! Klar, verbesserungspotential gibt es immer.