selbstbestimmt, selbstdenkenden, grenzen wahren - schulpflicht

  • Hallo,


    @Anne


    OK. So kann ich es anders einsortieren.


    Ich denke, es ist immer relativ einfach, eine Sache ausschließlich oder vorrangig positiv zu finden, wenn die eigenen Erfahrungen in einem Bereich lagen, der ebenfalls positiv war oder zumindest das Fazit nach bewältigten der Probleme positiv ist.



    Ich hab ja weiter vorne schon das Beispiel mit dem Ranzen gebracht: Mit einem angemessenen Gewicht drin wird das Kind den Ranzen zwar an manchen Tagen schwer finden, aber die Muskeln werden wachsen und auch größeres Gewicht tragen können.


    Ist die zu tragende Last dagegen zu schwer, wird der Schaden den das Kind davon trägt größer sein als der Nutzen durch das Muskelwachstum...



    @ Raxi,


    Ich glaube die wenigsten hier wollen eine Regelung, nach der ein Kind jahrelang in der Versenkung verschwindet. Wie di selbst schreibst, schützt davor offenbar nicht einmal die Schulpflicht #weissnicht


    Mit einem Homeschooling als offiziell gestattete Option dagegen wären die Kinder bekannt und die Familien könnten begleitet werden. Da würde so etwas ja auffallen.


    ich zitiere mich selber noch mal (ich frag mich, ob ich irgendwie unsichtbar schreibe, keiner geht drauf ein, aber die gleiche Frage kommt immer wieder...)


    Zitat

    Was passiert denn mit Kindern, deren Eltern sich einfach nicht kümmern wollen?


    Zitat: "Hm, denkst du, daß ausgerechnet diese Familien Lust hätten z.B. ein Entwicklungsportfolio anzulegen? Das wäre ja eine mMn recht niederschwellige und unaufwändige und in die Art der Bildungsprozesse und den Familienalltag nicht eingreifende Methode.
    Lernmaterialien anzuschaffen (das könnte man ja leicht prüfen) und zu nutzen?
    Oder sich immer mal mit jemandem zusammenzusetzen und die Entwicklung der Kinder zu besprechen? (Wenn es Zweifel am wohlergehen gibt, auch öfter mal)?


    Ich denke tatsächlich, daß diese Familien den für sie billigeren und leichtern Weg gehen würden - den schulischen. "




    Trin, wäre es denn in eurem Fall nicht möglich gewesen, ein ärztliches Attest für Schulunfähigkeit zu erhalten und das Kind - ähnlich wie ein chronisch krankes Kind - (zuhause) außerhalb seiner Schule unterrichten zu lassen?

    Ja, das wäre möglich gewesen.
    Wenn wir ihn für diese Zeit (also mehrere Monate mit anfänglichem Kontaktverbot) in eine Klinik eingewiesen hätten.


    Da unser Kind aber (von Psychologen bestätigt) keinerlei psychischen Probleme hatte und wirklich NUR im schulischen Kontext nicht "funktionierte wie erwartet wurde", war das nicht unser Weg.

    Dieser Beitrag wurde bereits 4 Mal editiert, zuletzt von Trin ()

  • Tut mir leid, Merin.
    Das mag ich weder hier noch da näher erörtern.


    Danke für dein Verständnis.

    Mit vielen lieben Grüßen von Alexy und dem Rest von hier! 8)




    "Für die Welt bist du irgendjemand, aber für irgendjemand bist du die Welt."
    Erich Fried

  • Es freut mich wirklich, dass Du mein Posting nun etwas anders einordnen kannst :-)
    Beim positiven Fazit gebe ich Dir recht: wenn man nie eine total schlechte Erfahrung machen musste, kann man das Thema auch etwas entspannter sehen, als jemand, den das wirklich traumatisiert hat. Das bedeutet nicht, dass man keine Empathie empfinde, ganz sicher nicht. Aber es bedeutet, dass die eigenen Erfahrungen das eigenen Bild dazu natürlich etwas schöner aussehen lassen, als es für denjenigen der Fall ist, der darunter zu leiden hatte.
    Und auch beim Ranzenbeispiel bin ich ganz bei Dir, Trin.


    LG,
    Anne

    "Wer nicht mehr liebt und nicht mehr irrt, der lasse sich begraben" ~ Johann Wolfgang von Goethe

  • Hallo,


    Weißt du, hätte ich nur Kind 3, dann würde ich über die Idee, Kinder ohne Schule lernen zu lassen, auch nur den Kopf schütteln. Wie auf aller Welt können Eltern überhaupt auf so eine Idee kommen?!?! (Diese) Schule ist doch sooo toll und dem Kind geht es echt gut damit! Wieso sollte man einem Kind DAS nehmen wollen???
    Bei Kind 2 und 4 würde ich wohl denken "Na ja, es gibt Schwierigkeiten, aber die sind zu meistern, die Vorteile überwiegen aber doch eindeutig!".


    Aber es gibt da eben auch die Erfahrungen mit dem Großen, die nicht nur ihn sondern uns als ganze Familie enorm viel Kraft und Zeit und damit Lebensqualität gekostet haben. (Ich weiß noch, daß ich fast geheult habe, als er nach dem die Schule offiziell beendet war irgendwann da erste mal nach so langer Zeit mal wieder einfach so gelacht hat. Nicht zynisch nicht bitter, sondern einfach so gelacht... )


  • Diesen Schüler hat die Schulplficht aber nicht geschützt. Und: Hätten seine Eltern ihn einfach abgemeldet.


    Die Antwort "warum auch" auf die Hausaufgabenfrage finde ich übrigends passend.


    Aber viele Kinder lernen in der Schule nie vernünftig deutsch. #weissnicht

    Zum ersten Satz: Lasst uns die Gesetze abschaffen, die uns vor physischer Gewalt schützen. Es gibt ja so viele Leute, die trotzdem geschlagen werden... #augen
    Entschuldige bitte, ich will nicht doof zu Dir sein. Nur ein Gesetz abzuschaffen, dass Leute schützen soll, weil es ab und zu versagt, ist doch echt Quatsch. Natürlich ging das nicht legal zu bei dem Jungen (und da kam wohl einiges an Verwaltungs-Fehlern zusammen, genau weiß ich das nicht mehr) und natürlich sind die Verantwortlichen dafür zur Rechenschaft gezogen worden.


    "Warum auch" Hausaufgaben? Na zum Beispiel, weil sie vorentlastend für den Unterricht sein können und man 45 Minuten Bahnhof versteht, wenn man sie nicht macht? Oder weil sie Gelerntes einschleifen sollen und man im Vokabeltest nix hinschreiben kann, wenn man sie nicht macht? Oder weil es einfach darum geht, Techniken zu üben (z.B. Gedichtinterpretation, Quellenanalyse,...), die für bestimmte Lernziele essentiell sind? Was glaubst Du denn, warum Lehrer Hausaufgaben aufgeben? Weil wir sadistische Schweine sind, die Kindern keine Freizeit gönnen oder was? Sorry, ich kling schon wieder total gemein, aber manchmal frag ich mich einfach echt, was manche Leute über Lehrer und ihre Qualifikation denken. Ganz ehrlich, ich denk mir doch was dabei, wenn ich Hausaufgaben aufgebe! Das hat 'nen Sinn, dient auf die eine oder andere Weise dem Erreichen von Lernzielen bzw. dem Erwerb von Kompetenzen und geschieht nicht einfach aus 'ner Laune heraus!


    Zum Spracherwerb: Einige Schüler gehen auch ohne Abschluss ab. Lass uns die Sache einfach total abschaffen...
    Selbe Argumentation wie oben. Nur weil einige nicht erreicht werden können, ist doch nicht das Gesamtpaket überflüssig! Ich kenne Kinder, die auf Elternabenden (und bei Ämtern) für die Eltern übersetzen müssen. Die Kids schreiben und sprechen gut Deutsch, die Eltern z.T. kein Wort. Woher können die Kinder das also? Woher hätten sie es lernen sollen, wenn die Eltern sie zuhause unterrichtet hätten?

    Du schreibst, dass es "immer mehr" dieser Probleme gibt und ich habe den Trend auch bemerkt, als ich noch in der Sozialpädiatrie gearbeitet habe.
    Aber die Schulpflicht (über die wir ja hier diskutieren!) gibt es ja nicht erst seit 10 Jahren, sie wird also kaum ursächlich für diese Entwicklung sein.

    Natürlich nicht! Sie kann aber helfen, die Probleme zu bekämpfen. Wie viele Kinder kriegen das erste Mal Hilfe und Kontake zu Beratungsstellen, indem sie mit Lehrern oder Schulsozialarbeitern reden! Gerade bei Essstörungen, SVV oder Depressionen stehen Eltern oft auf dem Schlauch, reden die Probleme klein, wollen die Kinder lieber "zuhause behalten" und "mal gucken, ob es besser wird" (alles Originalzitate!), anstatt sie in Therapie zu geben oder Hilfe zu holen.
    Tatsächlich hatten wir gerade diese Woche einen Fall, in dem ein Schüler unter einer lebensbedrohlichen psychischen Störung leidet und die Mutter erst durch die Klassenlehrerin überredet werden konnte, dem Kind einen Therapieplatz zu besorgen.


    Wo kommt eigentlich die Einstellung her, Lehrer und Schulen wären dazu da, Kinder zu quälen, kaputt zu machen und runter zu ziehen? Ich hab als Teil des "Systems" (an dem es natürlich auch Fehler gibt) und des Berufsstands (in dem es natürlich auch schwarze Schafe gibt) hier zum Teil wirklich 'nen Kloß im Hals. Die allermeisten Kollegen, die ich kenne (und das sind echt nicht wenige), reißen sich täglich ein Bein aus für ihre Schüler, helfen, schützen und begleiten. Klar passieren auch mal Dinge, die unangenehm für die Schüler sind, aber auch das gehört doch zum Leben dazu und der Umgang damit muss erlernt werden.


    Dass es Kinder gibt, die aus bestimmten Gründen in der Schule leiden, will ich damit nicht in Abrede stellen. Aber auch da ist es doch sinnvolller, mit den Lehrern gemeinsam nach Lösungen zu suchen.

    Kids don't drive you crazy, you were crazy already. That's why you had them.


    Lieben Gruß vom Rattenkind mit dem Kätzchen (10/2015) und dem Katerchen (09/2018).


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    You say you want a revolution. Well, you know, we all want to change the world.

    But when you talk about destruction, don't you know that you can count me out? Don't you know it's gonna be all right?

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  • da gibts sehr viele threads bezueglich zb mittagsschlaf, ungerechte ungenuegende lehrer, falsche oeffnungszeiten etc..


    hier wird schon alles runtergespielt und schöngeredet, ist zumindest mein empfinden ..


    Odette, entschuldige, aber ich kapiere es offenbar auch nicht:


    Kinder, die sich in Schulen nicht wohlfühlen, sollen andere Möglichkeiten haben. Einverstanden. Von mir aus auch Kinder außergewöhnlich engagierter Eltern mit tollen Möglichkeiten und Ideen zu außerschulischer Bildung. Auch einverstanden.


    Unsere Schulen haben Defizite. Auch einverstanden. Aber:


    Erstens habe ich auch Defizite. Riesige. Und bin deshalb sehr froh, mein Kind auch anderen kompetenten Bezugspersonen anvertrauen zu können. Und die gab es bisher in jeder der fünf Betreuungseinrichtungen, die wir mit zwei Kindern durch haben.


    Zweitens muss ich ja nicht hinnehmen, was mir gegen den Strich geht, sondern kann verhindern, dass mein Kind Schaden nimmt (wenn nicht, wären wir ja wieder beim ersten Punkt!).


    Drittens ist es doch wirklich so, dass mein Kind auch ganz ohne Schule nicht in einer von mir liebevoll gestalteten Umwelt lebt, sondern in einer Welt mit allen möglichen Menschen, auch mit autoritären Verkehrspolizisten, mobbenden Nachbarskindern und fiesen Sporttrainern. Und je größer und stärker mein Kind wird, desto mehr braucht es mich gar nicht, um mit all diesen Leuten klarzukommen.


    Viertens hat jemand hier geschrieben, dass die Schulangst ihrer Tochter nicht durch die Schule ausgelöst wurde, sondern sich die Angst auf die Schule projizierte. Das kann ich gut auf mein Kind übertragen: Sie würde sich ohne Schule tatsächlich einfach andere Dinge zum Genervtsein, Angst haben, Trennungsschmerz erleben etc. "suchen".


    Zuletzt: Ich finde schon, dass es auch Freiheit bedeutet, von der elterlichen Welt Abstand nehmen zu dürfen, andere Lebenswelten und Regeln kennenzulernen. Und für mich ist es ein Stück "Helicoptering", wenn ich es meinem Kind nicht zutraue, das alleine hinzubekommen und phasenweise auch durchzustehen.

  • Zitat

    Zum ersten Satz: Lasst uns die Gesetze abschaffen, die uns vor physischer Gewalt schützen. Es gibt ja so viele Leute, die trotzdem geschlagen werden... #augen
    Entschuldige bitte, ich will nicht doof zu Dir sein. Nur ein Gesetz abzuschaffen, dass Leute schützen soll, weil es ab und zu versagt, ist doch echt Quatsch. Natürlich ging das nicht legal zu bei dem Jungen (und da kam wohl einiges an Verwaltungs-Fehlern zusammen, genau weiß ich das nicht mehr) und natürlich sind die Verantwortlichen dafür zur Rechenschaft gezogen worden.

    Die Einhaltung der Schulpflicht kann überprüft werden. Wenn trotzdem Fehler passieren, dann ist das eben so, keiner ist perfekt.


    Auch Homeschooling kann begleitet werden - aber es wird lieber ganz verboten, weil Fehler passieren KÖNNTEN.


    Hausaufgaben: es gibt Schulen, die kommen prima ohne aus, soll es also geben. Von daher finde ich die frage "Warum" durchaus legitim.
    Daß keiner schulen abschaffen will, wurde ja nun schon mehrfach betont.


    Dass es Kinder gibt, die aus bestimmten Gründen in der Schule leiden, will ich damit nicht in Abrede stellen. Aber auch da ist es doch sinnvolller, mit den Lehrern gemeinsam nach Lösungen zu suchen.

    Wie kommst du auf den Gedanken, daß das nicht versucht wird?

  • Das ist doch toll für deinen Sohn. (Geht es allen Kinder der Schule derart prächtig? Das wäre eine richtig tolle Sache und das meine ich ganz ohne Ironie. Nur richtig glauben kann ich es mit meinen Erfahrungen nicht)
    Und daran würde sich doch auch nichts ändern, wenn ein andres Kind, daß vielleicht lieber auf andre Weise oder in einem anderen Umfeld leben und lernen würde, das tun dürfte.


    Wie schon oben geschrieben, keiner würde auf die Idee kommen, die Schule deines Kindes zu schließen nur weil vielleicht ein oder zwei Kinder ganz oder zeitweise außerschulisch lernen würden. #weissnicht


    Es ist natürlich keine Wunderschule. Ich habe meine Zeilen ja an Odette gerichtet, weil ich einfach auch mal eine Gegendarstellung abgeben wollte. Ich kann ja nicht den Schulbereich hier mit lauter Glücksmeldungen füllen, nur weil mein Kind jeden Tag dort so glücklich ist. Es ist aber für uns einfach keine 2. Wahl. In keiner Hinsicht.


    Ansonsten stelle ich mich schon auch auf die Seite derer, die meinen auch Widrigkeiten dazu gehören. Man kann daran wachsen. Sie können einen zwingen den Problemen auf den Grund zu gehen. Aber vor allem bin ich auch ein Befürworter der Schulpflicht, weil unsere Gurndschule ganz nah an einem "problematischen" Schulbezirk hier in Berlin ist. Der Clash der "überbehüteten" Kinder mit den Kindern, bei denen für uns selbstverständliche Sachen nicht alltäglich sind (und die ganzen Kinder dazwischen) ist hier also ganz hautnah zu sehen. Vernachlässigung hat eine lange Bandbreite und ich habe eben daraus den Schluss gezogen, dass ich -auch zum Schutz der Kinder- eben keine "jeder geht wenn er will" Praxis gut finde.


    Was ich aber natürlich befürworte ist eine möglichst breite Schullandschaft und die Möglichkeiten unbürokaratisch Schule/Klasse wechseln zu können. Denn leiden sollte keiner in seiner Klasse müssen.

    Wenn wir einen Menschen glücklicher und heiterer machen können, so sollten wir es in jedem Fall tun, mag er uns darum bitten oder nicht.


    - Hermann Hesse: Das Glasperlenspiel -

  • Ich kann nicht nachvollziehen warum ihr denkt ich haette schulangst oder meine kinder probleme gehabt nur weil ich alternative wege gehe.


    Ich hab schon mehrmals geschrieben/gesagt es ist ja gut und richtig das es schule gibt fuer menschen die das brauchen/wollen.
    hier in dem thread ging es mir aber darum warum sich eltern mit kinderbetreuung oder schule 2.wahl zufrieden geben.


    Keinesfalls wollte ich eine pro homeschool oder schul diskussion starten.


    ich finde auch nix aber auch gar nix dabei wenn ich meinen kindern eine andere kindheit zu gestehe als es die norm ist.
    niemand verwahrlost hier
    niemand hat mangelnde soziale kontakte
    und gelernt wird hier auch..


    an bildung und wissen stehen meine kinder beschulten gleichaltrigen aber auch gar nix nach das gegenteil ist wohl der fall.


    und wer denkt das lernen nur in bestimmten gebäuden und zu bestimmten Zeiten stattfinden kann, nun der sollte seinen horizont erweitern.


    Doch das war ja gar nicht die ausgangsfrage..
    und natuerlich muss ich verallgemeinern tut ihr anderen auch!


    Und weil die einzelfälle über homeschoolee gekommen sind:
    Ich kenne sicher mehr als 10 schulkinder/kindergartenkinder die in ihrer betreuungseinrichtung unglücklich sind, gemobbt werden, gebremst werden, nicht wahrgenommen werden, zu hause mißhandelt werden ohne hilfen von der schule etcpp

  • Hallo,

    Was ich aber natürlich befürworte ist eine möglichst breite Schullandschaft und die Möglichkeiten unbürokaratisch Schule/Klasse wechseln zu können. Denn leiden sollte keiner in seiner Klasse müssen.


    Und was ist, wenn ein Teil des Leides die Pflicht an sich ist? Unabhängig von der konkreten Schule?

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Trin ()

  • Aber es gibt da eben auch die Erfahrungen mit dem Großen, die nicht nur ihn sondern uns als ganze Familie enorm viel Kraft und Zeit und damit Lebensqualität gekostet haben. (Ich weiß noch, daß ich fast geheult habe, als er nach dem die Schule offiziell beendet war irgendwann da erste mal nach so langer Zeit mal wieder einfach so gelacht hat. Nicht zynisch nicht bitter, sondern einfach so gelacht... )

    Ich weiß, Du magst das nicht und ich respektiere das, deswegen poste ich jetzt keinen Knuddel-Smiley.
    Aber ich fühle wirklich ganz stark mit Dir, Trin und natürlich mit Deinem armen Sohn. Ich wnschte, ich könnte das irgendwie ausdrücken, als nur mit Worten.


    Alles Liebe Euch, Dir und ihm,
    Anne

    "Wer nicht mehr liebt und nicht mehr irrt, der lasse sich begraben" ~ Johann Wolfgang von Goethe

  • Und zur abschaffung der gesetze
    ja ich bin der meinung es gibt zuviele gesetze..
    Denn eigentlich braucht es nicht viel
    nur das hieße dann wieder verantwortung übernehmen und je mehr gesetze und vorgaben es gibt desto weniger eigenverantwortung ist gefragt..

  • Gringuljete, Du sprichst mir aus der Seele.

    Zitat

    Die Einhaltung der Schulpflicht kann überprüft werden. Wenn trotzdem Fehler passieren, dann ist das eben so, keiner ist perfekt.


    Auch Homeschooling kann begleitet werden - aber es wird lieber ganz verboten, weil Fehler passieren KÖNNTEN.


    Hausaufgaben:
    es gibt Schulen, die kommen prima ohne aus, soll es also geben. Von
    daher finde ich die frage "Warum" durchaus legitim.
    Daß keiner schulen abschaffen will, wurde ja nun schon mehrfach betont.

    Klar könnte man das Homeschooling auch überwachen, aber ganz ehrlich, das halte ich für eher unrealistisch, allein aufgrund der finanziellen Situation des Bildungssektors. Wir haben an den Schulen nicht mal 100% Unterrichtsabdeckung, woher sollen denn die Leute kommen, die regelmäßig in die Familien gehen und gucken, wie es läuft.
    Außerdem halte ich es für absolut notwendig, dass Kinder auch andere wichtige Bezugspersonen und -orte haben als die Eltern und das Elternhaus. Wie gesagt, ich erlebe leider so oft, dass wir Probleme auffangen müssen, die in Elternhäusern entstehen, dass ich das wirklich für sehr wichtig halte. Und wenn es schon nicht genügend Leute in den Jugendämtern gibt, um in den problematischen Familien präsent zu sein oder genügend Therapeuten, damit jedes Kind mit Problemen schnell einen Platz bekommt, woher soll man dann die Homeschooling-Kontrolleure nehmen?


    Zu den Hausaufgaben: Klar kann man Schule ohne Hausaufgaben gestalten. Bei uns gibt es auch nicht viele. Aber wenn man welche aufgibt, macht man das aus einem Grund. Und wer die Hausaufgaben dann nicht macht, der hat einen Nachteil davon, sei es, dass er nicht rafft, worum es in der Folgestunde geht, sei es, dass er nicht genügend Übung in bestimmten Techniken bekommt oder sei es, dass er bestimmte Dinge einfach nicht auswendig weiß, wie etwa Vokabeln.
    Vokabeln üben und für Arbeiten lernen sind übrigens auch bei Schulen ohne Hausaufgaben Aufgaben für zuhause, denn das kann man in der Schule anders nicht auffangen.

    Wie kommst du auf den Gedanken, daß das nicht versucht wird?

    Ich wollte nicht implizieren, dass das nicht versucht wird, sondern nur betonen, dass zwei (oder mehr) Hirne von Leuten, die das Kind kennen und täglich erleben, effizienter auf mögliche Lösungen kommen als eins. Und dass besonders Lehrer bei sowas sehr gute Ansprechpartner sind, weil sie Erfahrungen mit vielen Dingen haben, die für Eltern fremd oder neu sind, weil sie Kontakte zu Beratungsstellen etc. haben und im Zweifel auch rechtlich wissen, was möglich ist und was nicht.


    Tatsächlich mache ich leider aber oft die Erfahrung, dass Eltern versuchen, gegen Lehrer zu agieren, sobald es mit einem Kind Probleme gibt. "Zuhause ist das Kind ganz anders, was sie berichten stimmt alles nicht, Sie sind unfair, mögen das Kind nicht, wollen ihm Böses",... Sowas hört man leider wirklich zu oft, wenn man z.B. versucht, einem hochagressiven Kind ein Anti-Aggressions-Training zu vermitteln oder dergleichen.


    Edit: Es ist übrigens auch für Kinder aus ganz tollen Familien gut, mal rauszukommen und andere Bezugspersonen kennen zu lernen. Gerade Richtung Pubertät sind die Eltern für manche Themen als Gesprächspartner nicht so sehr gefragt - und das ist auch gut und völlig normal so.

    Kids don't drive you crazy, you were crazy already. That's why you had them.


    Lieben Gruß vom Rattenkind mit dem Kätzchen (10/2015) und dem Katerchen (09/2018).


    giphy.gif


    You say you want a revolution. Well, you know, we all want to change the world.

    But when you talk about destruction, don't you know that you can count me out? Don't you know it's gonna be all right?

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Raxi ()

  • So, jetzt habe ich es endlich bis hierher geschafft mit dem Lesen und möchte mich auch gern zu den Sachen äußern.


    Erst einmal eine subjektive Einschätzung von mir: Während ich bei Trin aus jedem Post das ehrliche Bemühen um die Bedürfnisse ihrer Kinder im Speziellen und alle Kinder im Allgemeinen lese, habe ich bei Odette das starke Gefühl, dass um ihre persönliche Utopie geht.


    Und ja, ich finde es auch ganz wichtig, dass kein Kind kriminalisiert wird, für das Schule eine Qual ist. Da müssen Ausnahmeregelungen geschaffen werden. Aber gleichzeitig finde ich es unglaublich wichtig, dass den Eltern, die Raxi beschreibt, richtig Druck gemacht wird und zwar meiner Meinung nach am besten über eine verbindliche Schulpflicht.
    Es muss also Alternativen für begleitetes Lernen geben, aber die Inanspruchnahme sollte an bestimmte Randbedingungen gekoppelt sein. (Ist ein sehr blödes Beispiel, aber an der Schule meines Mannes gibt es einen Fahrstuhl für Kinder und Lehrer, die nur schlecht Treppen steigen können. Für alle anderen Kinder und Lehrer ist dieser Fahrstuhl tabu.)


    Eine nächste Sache, die damit zusammen hängt und mich beschäftigt, ist die Frage nach dem 'Wer' und 'Warum'. Es gibt eine Gruppe Kinder, die von Homeschooling enorm profitieren würden und eine (vermutlich viel größere) Gruppe Kinder, die in ihrer Sozialkompetenz und Interessenvielfalt in der Schule gut gefördert werden. Ebenfalls gibt es, vereinfacht gesagt, zwei Gruppen Eltern: Eine, die sich Homeschooling vorstellen könnte und eine (wieder viel größere), die es ablehnt. Aber wer sagt denn, dass die Homeschoolkinder-Gruppe ausgerechnet Homeschooleltern hat? Wenn wir von den hier oft besprochenen 2-5% ausgehen, ist die wahrscheinliche Schnittmenge winzig. Vermutlich werden also hauptsächlich Kinder heimbeschult, weil die Eltern es wollen, obwohl die Kinder sich in einer Schule sehr wohl fühlen würden. Anders herum müssen einige Kinder Schule aushalten, obwohl sie daran fast zerbrechen.
    Und dann gibt es noch die dritte Variante, nämlich Kinder, auf die wirklich geschaut wird und die an der für sie besten Alternative landen.
    Aber wie groß wäre der Anteil dieser Kinder? Wäre die Wahlfreiheit wirklich ein Gewinn oder würde es nicht reichen, die Rahmenbedingungen für Ausnahmen und zwar mit auf das Kind bezogenen Kriterien festzulegen?


    Ich frage mich das deshalb, weil ich zum Beispiel von dem hier beschriebenen England einen ganz und gar anderen Eindruck bekommen habe. Ich war als Teenager zum Schüleraustausch dort, öffentlich Schule in einem katastrophalen Zustand (Ingatestone, nette Kleinstadt bei London). Der Schulleiter hat ein Bein nachgezogen, weil er einmal von einem Schüler angeschossen wurde. Im Unterricht hat niemand mitgearbeitet, der Biologielehrer rief immer auf und wunderte sich sehr als wir deutschen Gäste uns eigenständig meldeten und einbrachten. Das Essen in der Kantine war unbeschreiblich. Es wurde etwas in bräunlicher Farbe als Gemüse angeboten, von dem beim besten Willen nicht herausschmecken konnte, was für Gemüse drin sein sollte. Die Schüler trugen zwar Uniformen um soziale Unterschiede zu kaschieren, diese waren aber trotzdem mehr als augenfällig.


    Ich weiß, vielleicht ist das kein Automatismus und eventuell muss Wahlfreiheit nicht bedeuten, dass die staatlichen Einrichtungen dermaßen den Bach heruntergehen. Aber die Gefahr besteht zweifelsohne. Wenn ein Schüler Probleme hat, warum sollen sich Eltern und Lehrer gemeinsam um deren Lösung kümmern, wenn man den Schüler einfach 'loswerden' kann? Warum sollen Eltern ihre Kinder dem 'gemeinen Volk' aussetzen, wenn man doch in Privatschulen unter sich bleiben kann? Welche hochmotivierten Lehrer sollen an den staatlichen Schulen unterrichten, wenn sie an der privaten das Doppelte verdienen und 'einfachere' Schüler haben?


    Abschließend fürs Protokoll: Ich hatte eine tolle Schulzeit. Ja, mit Konflikten und auch mit blöden Lehrern, aber nie habe ich mich mit etwas allein gelassen oder ausgeliefert gefühlt. Mein Sohn geht ebenfalls sehr gerne zur Schule und ich bin schwer beeindruckt, von der Vielfalt der Lehrmethoden, der Flexibilität der Unterrichtsgestaltung und dem eigenverantwortlichen Arbeiten der Schüler. Das hat nichts mehr mit meiner Schulzeit gemein und ich finde die Entwicklung beachtlich. Auch, wenn ich ja gerade in der Grundschulzeit der Meinung bin, dass eine emphatische Lehrerpersönlichkeit vollkommen ausreicht, um ganz unabhängig vom Lehrkonzept allen Schülern den Spaß am Lernen zu erhalten.


    Noch etwas zu Zwang und Freiheit: Ich habe mich als Kind immer in der Verantwortung gefühlt in die Schule zu gehen und fand es gut. Schule war mein Job und mein Job war mir wichtig. Vermutlich wusste ich sehr lange nicht einmal von Schulpflicht.


    Trin, warum wussten deine das Kinder so früh? War es von Anfang an schrecklich für deinen Sohn, sodass du ihm sagen musstest, es gibt keine Alternative? Vermutlich sind sie doch auch vorher im Kindergarten gewesen und wenn du selbst gearbeitet hast, hast du sie ja auch nie 'einfach so' daheim lassen können. Warum empfanden sie es mit der Schule dann plötzlich als Zwang?
    (Ich frage das, weil ich bei meinen Kindern gerne die 'Selbstverständlichkeit' von bestimmten Dinge nutze um keinen 'Zwang' auszuüben. Zum Beispiel beim Zähneputzen oder Essen, wo wir es 'einfach' gemeinsam tun und keine große Sache draus machen.)


    Und Freiheit: Ich habe mich in meiner Schulzeit unglaublich frei gefühlt, frei und verantwortlich für meine eigenen Sachen, die mit meinen Eltern nichts zu tun hatten. Obwohl ich auch viel von meinem Vater und meiner Mutter gelernt habe (Löten, Anpflanzen, Sticken, sich um Tiere kümmern). Ich hatte sehr liebevolle und entspannte Eltern (selbst drittes Kind, Nesthäkchen) und brannte auf 'die Welt'. Ich wollte meine eigenen Aufgaben.


    Odette, wie war denn deine Schulzeit und deine Kindheit allgemein? Glaubst du, dass deine Kinder in eurem Familienverbund frei sind? Sind sie sich deine Kinder so ähnlich, dass Homeschooling für alle das beste ist? Was ist mit deinem Mann, wie viel hat er Anteil an eurem Familienleben?

    Es grüßt das Döderlein



    Das Leben ist ein kompliziertes. (Und grienhild macht es nur noch schlimmer. :D)

  • Und zur abschaffung der gesetze
    ja ich bin der meinung es gibt zuviele gesetze..
    Denn eigentlich braucht es nicht viel
    nur das hieße dann wieder verantwortung übernehmen und je mehr gesetze und vorgaben es gibt desto weniger eigenverantwortung ist gefragt..

    Im Großen und Ganzen bin ich da bei Dir, odette. "Pille danach", medizinisches Grundwissen, Sterbehilfe bzw. den Wunsch selbst entscheiden zu wollen, wann und wie man gehen möchte und noch einiges andere sollte meinetwegen sehr gern mehr bei den Menschen bleiben, als staatlich geregelt werden.


    Aber gerade, was die Schulpflicht angeht, sehe ich das anders.
    Meinetwegen kann man es umdeklarieren in "Bildungspflicht" oder in "Recht auf Bildung, das auch umzusetzen ist", oder in etwas ähnliches. Aber ich finde es unumstößlich, dass jedes Kind, Lesen, Rechnen, Schreiben, Biologie und Sozialkunde, Politik und Geographie lernt. Ohne diese Pfeiler kann für mich eine komplexe Demokratie nicht existieren, weil sie nicht mit Aktivitt und Leben gefüllt werden kann.
    Dazu kommen noch Dinge, die heute nicht so gelehrt werden, wie "effiziente Lernmethosen" oder "Grundlagen der Medizin, Wirkungswiesen von Medikamenten", o.ä.


    Ich möchte auch gern ein Zentralabi und dass in jedem Bundesland der gleiche Stoff gelehrt wird. Meinetwegen kann jedes Bundesland 5% für "regionale Besonderheiten" beanspruchen und nach eigenem Dafürhalten ausfüllen, aber ansonsten wünsche ich mir einen einheitlichen Lehrplan in ganz D.
    Am Ende der Bildungszeit muss das abgeprüft werden, zentral und für ganz D bindend. Dann wäre es mir auch egal, ob ein Sprengelschüler, ein Waldörfler, ein Montessorischüler oder ein Homeschooler die Prüfung ablegt.


    So könnte ich mir Schule besser vergleichbar und und einfacher und besser strukturierter vorstellen, sodass man dann als Schule/Lehrer/Rektor/Ministerium/Eltern viel mehr Kapaziäten hat, sich auf den SCHÜLER zu konzentrieren und sich auf ihn mehr einzustellen, ihn mehr in den Fokus zu rücken.


    LG,
    Anne

    "Wer nicht mehr liebt und nicht mehr irrt, der lasse sich begraben" ~ Johann Wolfgang von Goethe

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Annie ()

  • Hallo,


    Und was ist, wenn ein Teil des Leides die Pflicht an sich ist? Unabhängig von der konkreten Schule?


    Da frage ich mich sofort, warum das so ist. Was hat ihn so leiden lassen. Wäre es ihm zu Hause (die ganzen 10 Jahre) zu Hause wirklich besser gegangen? Geht es ihm jetzt in allem rundum gut ohne Schule?


    Wir hatten mit unserem Großen eine schwierige Zeit beim Wechsel Grundschule zur weiterführenden Schule. Aber gerade die Probleme haben zu geführt (und die Erfahrung der Lehrer) sich alles genauer anzuschauen. Heute wissen wir den Grund, können ihn viel besser begleiten, die Lehrer ihn verstehen und wir alle zusammen hoffentlich erreichen, dass er ein selbststänsiges Leben führen wird können.

    Wenn wir einen Menschen glücklicher und heiterer machen können, so sollten wir es in jedem Fall tun, mag er uns darum bitten oder nicht.


    - Hermann Hesse: Das Glasperlenspiel -

  • Mein mann hat sehr viel anteil an unserem familienleben...aber ausser uns haben meine kinder eine grosse bandbreite an andern interessieten menschen zu denen sie kontakt pflegen.


    Unser haus steht vielen verschiedenen menschen offen.
    wir haben regelmässig besuch von verschiedensten menschen und wir leben in keiner utopischen welt.
    wir gestalten sie aktiv mit


    @anne
    natuerlich ist lesen schreiben geschichte rechnen politische bildung etc grundlagen sein sollen
    aber wer hat den das recht meinem kind oder einem menschen vorzuschreiben wann er sich fuer was interessieren soll?
    Warum darf ein kind nicht seinen interessen nachgehen und wer sagt das kinder nicht von sich aus lernen mögen?


    Hier wird davon ausgegangen
    ohne schule -zucht & ordnung- verkommen menschen zu ja zu was eigentlich?

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von odette ()

  • Hallo,

    Zitat

    Klar könnte man das Homeschooling auch überwachen, aber ganz ehrlich, das halte ich für eher unrealistisch, allein aufgrund der finanziellen Situation des Bildungssektors. Wir haben an den Schulen nicht mal 100% Unterrichtsabdeckung, woher sollen denn die Leute kommen, die regelmäßig in die Familien gehen und gucken, wie es läuft.

    Auch dazu hatte ich weiter vorne schon etwas geschrieben. Und es gibt ja offenbar Länder, in denen das möglich ist.


    Wenn die Abdeckung nicht stimmt, müssten Gelder in die Hand genommen und mehr Lehrer eingestellt werden, Punkt. Undabhängig davon, ob es homeschooling gibt oder nicht. . #weissnicht



    Angenommen man würde für 25 Kinder (die ja dann in den Schulen weniger sind) für eine bestimmte Region eine Lehrerin frei stellen würde, könnte sie - theoretisch - einmal pro Monat einen ganzen Schultag" in jeder Familie sein.
    Damit dürfte sie mindestens so einen guten Einblick haben wie eine Lehrerin, die ihre Kinder vorrangig frontal im Unterricht vor sich sieht (wie viel erfährt man da über das einzelne Kind) und zwischen Aufsicht und Zimmerwechsel noch die Pause hat.


    Wenn es Geschwisterkinder sind, ist sogar mehr Zeit.
    Bei manchen wird die Betreuungsdichte geringer sein, dann fällt für andere mehr ab.


    Das wäre nicht teuer als eine Lehrerin, die vor einer Klasse steht.


    Weil unser Staat es nicht mal schafft für die EIGENTLICH nötigen Lehrer, Therapeuten usw. und damit die erwünscht guten bedinungen IN der Schule zu sorgen, einen außerschulischen Lernweg zu verbieten, scheint mir persönlich etwas unlogisch #weissnicht


    Bei den HA sehe ich es eher so:


    Klar kann der Lehrer welche aufgeben, wenn er meint, sie wären wichtig. Aber keine, die die Aufgabe der Schule, den Stoff komplett und umfassend zu vermitteln, übernehmen.
    Und darum es sollte den Schülern überlassen sein, ob sie sie machen oder nicht. Wenn HA vorrangig zur Festigung dienen, fände ich es völlig OK, wenn die, die einschätzen, daß sie sie nicht brauchen, auch keine machen. Wenn sie sich verschätzen, merken sie das ja.
    Und wenn sie den Stoff eh nicht verstanden haben, sind HA nur Folter aber kleine Hilfe. Kein Wunder, daß man sie dann nicht machen mag. Dann müsste Hilfe ganz anders Ansätzen, in individualsiertem Unterricht, der jeden Schüler an seinem Startpunkt mitnimmt (ich weiß, daß das GEHT, nur nicht im aktuell üblichen System)


    Zitat

    Vokabeln üben und für Arbeiten lernen sind übrigens auch bei Schulen ohne Hausaufgaben Aufgaben für zuhause, denn das kann man in der Schule anders nicht auffangen.

    Ich kann mich nicht erinnern, wann meine Kinder das letzte mal zu Hause Vokabeln gelernt hätten. Und trotzdem lesen die Mädels (16 und 13) inzwischen problemlos englische Bücher, schauen Filme auf englisch, der Wichtel hat fröhlich im Urlaub mit englischen Kinder geschwatzt... Und dabie sinsd wie kein Überflieger.
    Es GEHT also offenbar doch.

    Ich wollte nicht implizieren, dass das nicht versucht wird, sondern nur betonen, dass zwei (oder mehr) Hirne von Leuten, die das Kind kennen und täglich erleben, effizienter auf mögliche Lösungen kommen als eins. Und dass besonders Lehrer bei sowas sehr gute Ansprechpartner sind, weil sie Erfahrungen mit vielen Dingen haben, die für Eltern fremd oder neu sind, weil sie Kontakte zu Beratungsstellen etc. haben und im Zweifel auch rechtlich wissen, was möglich ist und was nicht.

    Und wenn es nicht nur 2 sondern vielleicht 10 Hirne waren und die zu keiner Lösung kamen bzw. nur zu der, daß für dieses Kind,diesen Jugendlichen ein anderer Weg besser wäre - daß es den nur in Deutschland eben nicht gibt?


    Kiene Ahnung, ob wir, wenn wir geahnt hätten WIE schwer es wird, doch aus Deutschland weg gegangen wären? Das hatte bedeutet, uns aus unserer Arbeit, Familie, Freundeskreis, allen sozialen Bindungen und die Geschwister von einer Schule mit der sie klar kommen, wegzureißen.


    Kann es der Weg sein, aus einem Leben, in dem man sich bis auf einen einzigen Punkt recht wohl fühlt, flüchten zu müssen, weil andere Lösungen im Gegensatz zu anderen Ländern hier einfach verboten sind?


    Und woher kommt nach all den Seiten immer noch die Vorstellung, homeschooling würde "nicht rauskommen" heißen?


    Anja


    :)

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  • Hallo,

    Trin, warum wussten deine das Kinder so früh? War es von Anfang an schrecklich für deinen Sohn, sodass du ihm sagen musstest, es gibt keine Alternative? Vermutlich sind sie doch auch vorher im Kindergarten gewesen und wenn du selbst gearbeitet hast, hast du sie ja auch nie 'einfach so' daheim lassen können. Warum empfanden sie es mit der Schule dann plötzlich als Zwang?
    (Ich frage das, weil ich bei meinen Kindern gerne die 'Selbstverständlichkeit' von bestimmten Dinge nutze um keinen 'Zwang' auszuüben. Zum Beispiel beim Zähneputzen oder Essen, wo wir es 'einfach' gemeinsam tun und keine große Sache draus machen.)

    Damals habe ich noch nicht gearbeitet, unser 4. Kind war ganz frisch und ich gehöre zu denen, die länger zu Hause geblieben sind (Ich weiß, im Forum nicht gerne gesehen, aber unsere Entscheidung...) . Homeschooling wäre problemlos möglich gewesen. Und ohne Schulgeld hätten wir beide weniger arbeiten können, so daß es sicher auch dann möglich gewesen wäre.


    Und wie sollten sie es denn NICHT wissen?


    Ich meine, was sagt man einem Kind, das weiß, daß es in diesem Jahr eingeschult wird, wenn es fragt "Und wenn ich nicht will"?


    Ich kann ihn doch nicht anlügen? Was soll ich denn sagen? Dann musst du nicht? Stimmt ja nicht. Also kann ich nur ehrlich sein. Und wenn es sich daraufhin seine eigenen Gedanken macht was Menschenrechte und Schulpflicht angeht - wie soll ich das verhindern?


    Fragen eure das nie?! Nehmen sie selbst im Vorschulalter so eine so große Veränderung einfach hin ohne zu hinterfragen?


    Klar, bestimmte Dinge sind wie sie sind. Aber wenn es jemandem nicht gut damit geht, finden sich andere Lösungen.


    Wir essen erst nach dem Beten und bleiben bei Tisch so lange die Tischkerze brennt. Wir sind leise, wenn er Papa nach den Nachtdienst schlafen muss. usw.


    Jemand ist so hungrig, daß er nicht warten mag? Kein Problem, dann eben das nächste Mal wieder.
    "Und wenn ich nicht leise sein kann? "Dann suchen wir zusammen einen Ort, an dem du laut sein kannst.)


    Zähneputzen ist selbstverständlich, aber wenn es nicht im guten geht (da hatte ich wirklich ein breites Repertoir) dann jedenfalls nicht mit Gewalt.


    Miamaria :


    Viel schlimmer hätte es aufs schulische bezogen nicht ausgehen können. Woher soll ich denn wissen, ob es ihm mit homschooling auf Dauer besser gegangen wäre? Zumindest in den Zeiten, in denen es als Übergangslösung so was in der Art möglich war, war es einfach so. Völlig anderes Kind/Teeny, lernte viel, hatte endlich wieder Interesse an Außenkontakten ...


    Und wer sagt denn, daß es 10 Jahre Homeschooling gewesen wären #weissnicht Ich schrieb weiter vorne schon, daß ER am liebsten ein Mischmodell gehabt hätte.

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  • aber wer hat den das recht meinem kind oder einem menschen vorzuschreiben wann er sich fuer was interessieren soll?

    Guter Punkt!
    Für manchen Themen war ich zu gewissen Zeitpunkten einfach nicht empfänglich oder reif. Gewisse Bücher, die wir im Unterricht gelesen bzw. besprochen haben, habe ich in ihrer tieferen Bedeutung erst viel später verstanden und nicht zu dem Zeitpunkt, als sie auf dem Lehrplan standen.


    Warum darf ein kind nicht seinen interessen nachgehen und wer sagt das kinder nicht von sich aus lernen mögen?

    Nein!
    Das ist mir wieder viel zu plakativ !
    Meine Kinder gehen ihren Interessen und Neigungen nach, "trotz" Schule, oder -wie ich sagen würde- NEBEN der Schule. Sie haben Hobbys und außerschulische Aktivitäten. Sie lernen ja von sich aus, aus sich heraus. Hunderte Situationen am Tag, fernab der Schule.


    Nein, mir sind Deine Ausführungen einfach zu sehr simplifiziert. Sorry, odette.


    Es ist nicht "entweder oder" es ist "und". Es ist nicht "eigenes freiheitliches Lernen aus Interesse" oder "schulischer Zwang". Es ist beides.
    Meine Kinder sind ja nicht, nur weil sie eine Schule besuchen, von sämtlichen anderen Dingen isoliert, also von Verabredungen mit Freunden, Hobbys, Familienleben. Meine Kinder machen vermutlich genau das, was Deine auch tun, nur eben weniger Stunden am tag, weil sie 5 Tage in der Woche zu je 5-6 Std. in der Schule sind und danach noch für 2 weitere Stunden im Hort.


    Bei Deinen Postings fällt mir oft Dein Idealismus auf, odette. Den finde ich toll und bewundere ihn. So wie ich auch die ganze Power bewundere, mit der Du eine so große Familie zusammen hältst.
    Aber mir fällt auch auf, dass Du in Deinen Postings manchmal zu Absolutismen und Pauschalierungen neigst und das gefällt mir nicht so.


    LG,
    Anne

    "Wer nicht mehr liebt und nicht mehr irrt, der lasse sich begraben" ~ Johann Wolfgang von Goethe

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