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  • Aber ich finde es unumstößlich, dass jedes Kind, Lesen, Rechnen, Schreiben, Biologie und Sozialkunde, Politik und Geographie lernt. Ohne diese Pfeiler kann für mich eine komplexe Demokratie nicht existieren, weil sie nicht mit Aktivitt und Leben gefüllt werden kann.
    Dazu kommen noch Dinge, die heute nicht so gelehrt werden, wie "effiziente Lernmethosen" oder "Grundlagen der Medizin, Wirkungswiesen von Medikamenten", o.ä.


    Ich möchte auch gern ein Zentralabi und dass in jedem Bundesland der gleiche Stoff gelehrt wird. Meinetwegen kann jedes Bundesland 5% für "regionale Besonderheiten" beanspruchen und nach eigenem Dafürhalten ausfüllen, aber ansonsten wünsche ich mir einen einheitlichen Lehrplan in ganz D.
    Am Ende der Bildungszeit muss das abgeprüft werden, zentral und für ganz D bindend. Dann wäre es mir auch egal, ob ein Sprengelschüler, ein Waldörfler, ein Montessorischüler oder ein Homeschooler die Prüfung ablegt.


    so ist es, ungefähr, in frankreich. und ich finde das system im prinzip ganz gut.
    das einzige, was mich stört ist, dass die kontrollen (die übrigens von den gleichen inspektoren durchgeführt werden, die sonst schulen inspizieren) viel zu oft wenig wohlwollend sind und sich auch nicht an die gesetze halten und man sich dagegen kaum wehren kann.


    Vermutlich werden also hauptsächlich Kinder heimbeschult, weil die Eltern es wollen, obwohl die Kinder sich in einer Schule sehr wohl fühlen würden


    ich habe ja sehr viel mit homeschoolern zu tun. und die allerallermeisten sind solche, die ihre kinder aus der schule nehmen, weil die dort nicht klarkommen und für die allermeisten ist das ein langer weg, bis sie sich dazu durchringen. ich kenne eigentlich nur eine einzige familie, die schon das erste kind nie in eine schule gegeben haben. die meisten bleiben ein jahr zu hause oder zwei, bei vielen sind es nur einzelne kinder einer familie, die zu hause bleiben und noch mehr behalten ihre kinder bloss zu hause, bis sie 6 sind (schule fängt in FR mit 3 an) und sehen sich schon als homeschooler.
    selbst meine kinder waren schon mal in der schule, dabei war ich schon mit 12 vom homeschooling überzeugt...

    the nature of this flower is to bloom

    (alice walker)


  • Eine nächste Sache, die damit zusammen hängt und mich beschäftigt, ist die Frage nach dem 'Wer' und 'Warum'. Es gibt eine Gruppe Kinder, die von Homeschooling enorm profitieren würden und eine (vermutlich viel größere) Gruppe Kinder, die in ihrer Sozialkompetenz und Interessenvielfalt in der Schule gut gefördert werden. Ebenfalls gibt es, vereinfacht gesagt, zwei Gruppen Eltern: Eine, die sich Homeschooling vorstellen könnte und eine (wieder viel größere), die es ablehnt. Aber wer sagt denn, dass die Homeschoolkinder-Gruppe ausgerechnet Homeschooleltern hat? Wenn wir von den hier oft besprochenen 2-5% ausgehen, ist die wahrscheinliche Schnittmenge winzig. Vermutlich werden also hauptsächlich Kinder heimbeschult, weil die Eltern es wollen, obwohl die Kinder sich in einer Schule sehr wohl fühlen würden.



    Dass hauptsächlich Kinder zuhause lernen, weil die Eltern es wollen, glaube ich bei der derzeitigen Situation in Deutschland nicht. Ich kenne viele Leute, deren Kinder zuhause lernen; bei allen ist klar, dass allein das Kind entscheidet, ob es zur Schule gehen will oder nicht. Meine Kinder gehen z.Z. auch in eine Schule, sie wollen das so. Sie wissen aber auch, dass wir sie unterstützen, wenn sie ohne Schule leben wollen.


    Dein Dilemma ließe sich also recht einfach lösen, wenn die Kinder und nicht die Eltern über den Bildungsweg entscheiden. Dafür setzt sich z.B. der BVNL ein.

  • Das mag stimmen, wenn du geerbt oder reich geheiratet hast. Ansonsten muss ich dir leider diese Illusion rauben: der Großteil der Menschen muss für seinen Lebensunterhalt arbeiten!



    Da bin ich anderer Meinung. Ich muss gar nichts. Ich selbst habe mich entschieden, Essen/Kleidung/Dach über den Kopf zu wollen. Ich selbst habe entschieden, wie ich das dafür notwendige Geld beschaffe. Und natürlich springe ich da nicht jeden Tag jubelnd hin, aber es war und ist meine Entscheidung, es zu tun. Und deshalb gehe ich da weiter hin. Weil ich es so will. Und wenn ich das nicht mehr will, dann darf ich es auch lassen.
    Ich werde nicht mit Polizeigewalt zur Arbeit gezwungen, ebensowenig wird mein Mann in Beugehaft sitzen, weil er es nicht schafft, mich hinzuzwingen. Nein, ich darf ganz frei einen anderen Weg für mich wählen.

  • Klosterfrau, aber jemand der acht ist kann ohne mitwirkung seiner eltern wenig von tragweite entscheiden. Dafuer lebt er zu viel im jetzt.


    Ich finde es vollkommen in Ordnung, wenn Kinder für das Jetzt entscheiden. Wenn sie jetzt zur Schule wollen, ist das in Ordnung. Wenn sie Jetzt ohne Schule sein wollen ebenfalls. Es ist jederzeit möglich, den anderen Weg zu gehen, in beide Richtungen.

  • Das finde ich zu viel Verantwortung für ein Kind, das kann die Tragweite doch gar nicht abschätzen. Es gibt sicher gute Gründe, Kinder zu Hause zu unterrichten (auch wenn ich die Schule nach wie vor nicht für verkehrt halte :D). Aber das sollten die Eltern entscheiden. Das hat für mich auch nichts mehr mit Freiheitsrechten oder so zu tun, es gibt einfach Dinge, die meine Kinder mMn noch nicht in der Gänze erfassen und entscheiden können. Das ist meine Aufgabe.

    Hermine und drei Jungs (04, 07 und 09)

    ---

    demokratische Ordnung braucht außerordentliche Geduld im Zuhören und außerordentliche Anstrengung, sich gegenseitig zu verstehen

    Willy Brandt, 1969


  • Mal eine andere Frage: Gibt es wirklich Schulen, die sich nicht an die Lehrpläne halten müssen? Gibt es da keine staatliche Kontrolle, ob die Kinder soviel vom Lehrplan mitbekommen haben, dass sie die weiterführende Schulen schaffen?


    Die Schule von der ich rede geht bis zur zehnten Klasse. Und sie kommt bis zum Ende der Schulzeit ohne verpflichtenden Unterricht und ohne Noten aus. Wer will, kann sich auf die Realschulprüfung vorbereiten. Einige Abgänger des letzten Schuljahres bereiten sich jetzt auch selbst auf das Abitur vor, ohne Schule.

  • Da bin ich anderer Meinung. Ich muss gar nichts. Ich selbst habe mich entschieden, Essen/Kleidung/Dach über den Kopf zu wollen. Ich selbst habe entschieden, wie ich das dafür notwendige Geld beschaffe. Und natürlich springe ich da nicht jeden Tag jubelnd hin, aber es war und ist meine Entscheidung, es zu tun. Und deshalb gehe ich da weiter hin. Weil ich es so will. Und wenn ich das nicht mehr will, dann darf ich es auch lassen.
    Ich werde nicht mit Polizeigewalt zur Arbeit gezwungen, ebensowenig wird mein Mann in Beugehaft sitzen, weil er es nicht schafft, mich hinzuzwingen. Nein, ich darf ganz frei einen anderen Weg für mich wählen.


    ich seh da die freiheit nicht. wenn ich nicht auf der strasse leben will, muss ich arbeiten, oder jemand muss für mich aufkommen. einen anderen weg gibt es nicht.

    mit elfchen 04/09 und minielfchen 03/12


    quand ta thèse te pousse à bout et que tu veux tout arrêter kannste vergessen.


    #rose 49,7


  • ich seh da die freiheit nicht. wenn ich nicht auf der strasse leben will, muss ich arbeiten, oder jemand muss für mich aufkommen. einen anderen weg gibt es nicht.


    Ich sehe da den Zwang nicht. Ich empfinde es einfach nicht als Zwang, zu arbeiten, sondern als meine eigene Entscheidung. Und weil ich hinter dieser Entscheidung stehe, tue ich auch Dinge, die nicht nur Lust und Spaß sind. Ich empfinde mich als Herr über mein Leben, nicht als Sklave der Umstände.

  • Das finde ich zu viel Verantwortung für ein Kind, das kann die Tragweite doch gar nicht abschätzen. Es gibt sicher gute Gründe, Kinder zu Hause zu unterrichten (auch wenn ich die Schule nach wie vor nicht für verkehrt halte :D). Aber das sollten die Eltern entscheiden. Das hat für mich auch nichts mehr mit Freiheitsrechten oder so zu tun, es gibt einfach Dinge, die meine Kinder mMn noch nicht in der Gänze erfassen und entscheiden können. Das ist meine Aufgabe.


    Welche Tragweite meinst du? Das Kind kann sich doch jederzeit umentscheiden, was verbaut es sich denn da der Entscheidung?

  • Hey, ich finde es heute doof, dass meine Mutter Musikunterricht nicht gefördert hat. Und das ist ne ganz andere Hausnummer als grundsätzlicher Unterricht, der zu einem Abschluss führt. Natürlich könnte ich mich jetzt hinsetzen und es lernen, aber jetzt fällt es mir längst nicht mehr so leicht. Manchmal gehört es für mich dazu, als Erwachsene Regeln vorzugeben: sei es der berühmte Straßenverkehr, sei es meinem Kind zu zeigen, dass es sich manchmal lohnen kann bei der Sache zu bleiben und nicht nur dem "Lustprinzip" zu folgen.

    Hermine und drei Jungs (04, 07 und 09)

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    demokratische Ordnung braucht außerordentliche Geduld im Zuhören und außerordentliche Anstrengung, sich gegenseitig zu verstehen

    Willy Brandt, 1969

  • Hey, ich finde es heute doof, dass meine Mutter Musikunterricht nicht gefördert hat.


    Meine Eltern haben mich zum Lernen eines Instruments, sagen wir mal freundlich überredet. Als Kind fand ich das manchmal ziemlich doof. Aber jetzt bin ich meinen Eltern sehr dankbar dafür, dass ich auch in diesem Bereich gute Grundkenntnisse habe. Dieses Stück Allgemeinbildung zahlt sich jetzt aus.


    Und ich denke es hängt sehr vom Charakter des Kindes ab, ob es intrinsisch so motiviert und auch so organisiert ist, dass es seine Leistungsfähigkeit erkennen und seine Begabungen nutzen kann. Es gibt Kinder, die von Anfang an sagen: "Das kann ich nicht." oder die nach schlechten Erfahrungen sehr schnell aufgeben. Solche Kinder brauchen schon auch extrinsische Motivation als Anschub. Und ich persönlich denke, dass man da genau aufs Kind schauen muss und es regelmäßig fordern und fördern sollte, auch wenn es nicht immer gleich begeistert dabei ist.

  • Ich lese hier interessiert mit. Wir sind gerade aus GB wieder nach D gezogen, ich kenne also beide Systeme (weil hier ja oefter GB angefuehrt wird). Ich habe in GB genau zweimal Homeschooler getroffen (in 11 Jahren). Es ist also tatsaechlich nicht extrem verbreitet. In einem Fall war es eine sehr engagierte Mutter, bei der ich mir das gut vorstellen konnte, im zweiten Fall bin ich nicht sicher.


    Ich haette in den letzten Monaten gerne in D die Moeglichkeit von Homeschooling gehabt, weil ich dann verhindert haette, dass meine Tochter innerhalb von drei Monaten seit unserer Ankunft in D in zwei verschiedene Grundschulen gehen musste (Zwischenwohnung fuer die ersten drei Monate, dann Umzug in einen anderen Landkreis). Andererseits: hat sie darunter gelitten? Ja, ein bisschen. War es aushaltbar fuer sie? Ja. Sie hat sich geärgert, hat auch einmal geweint, hat gesagt, dass sie nciht wechseln will - und ist jetzt total gluecklich, gluecklicher als in der anderen Schule, gluecklicher als in der englischen Schule.


    Ich finde Schule gut. Meine Tochter wuerde sich sehr schwer tun, mit mir zu lernen - und ich mcih andersherum auch. Es gibt Dinge, die wuerde ich ihr wahrscheinlich nicht beibringen - letztens hat sie in Musik die Taktarten gelernt, ich bin nicht musikalisch, so etwas wuerde bei mir glatt hintenueber fallen. Dafuer wuerde ich ihr andere Sachen beibringen, wie Japanisch…..das kann ich aber in der Nachmittagszeit immer noch anstossen.


    Odette fragt, warum man sich als Eltern durch die Schule fremdbestimmen lässt. Und Missstaende hinnimmt. Zum letzten Punkt: ich nehme keine Misstaende hin, wenn ich welche sehe, dann hinterfrage ich sie und gehe dagegen an. Zur Fremdbestimmung: weil ich mich in vielen Punkten fremdbestimmen lasse und das fuer mich Teil des Lebens in einer groesseren Gemeinschaft ist. Und ich finde den Ansatz, dass Grundschulkinder selber entscheiden sollen, ob und wann sie Zeit und Lust haben, ein Referat zu halten und vorzubereiten, komplett an der Realitaet vorbei.


    Fazit: Homeschooling kann durchaus gute Seiten haben - aber es ist in der Realitaet meiner Ansicht nach schwer umzusetzen und zu kontrollieren. Und wenn es zu sehr kontrolliert wird - ist man dann als Eltern nciht auch wieder fremdbestimmt?


    LG
    kasimi

  • Hier wird davon ausgegangen
    ohne schule -zucht & ordnung- verkommen menschen zu ja zu was eigentlich?


    Scuhle = Zucht und Ordnung? Ich bin 1986 eingeschult worden, drei stinknormale staatliche Regelschulen bis zum Abschluss, an "Zucht und Ordnung" kann ich mich nicht erinnern...


    und wer denkt das lernen nur in bestimmten gebäuden und zu bestimmten Zeiten stattfinden kann, nun der sollte seinen horizont erweitern.


    Ich glaube, niemand hier behauptet, dass Lernen "nur" in bestimmten Gebäuden und zu bestimmten Zeiten stattfinden kann, Lernen ist gerade bei Kindern ja wohl eher etwas, was ständig und überall stattfindet. Aber ganz ehrlich, Deine implizite Behauptung, alle, die ihre Kinder zur Schule gehen lassen, seien unkritische Schafe, die ihre Kinder einem System von "Zucht und Ordnung" unterwerfen - da frage ich ganz persönlich mich, ob das nicht einfach das ist, was Du sehen willst und es Dir da auch nicht so sehr auf eine "Horizonterweiterung" ankommt...

  • Hallo,


    Thema Instrumente:



    Ich krieg grad die Kurve nicht so recht zur Schulpflicht...? Instrumentenpflicht einführen?


    Ich hätte nichts dagegen, wenn an Schulen verstärkt auch die Möglichkeit bestünde, Instrumente zu lernen (ist sowohl an der meiner Kinder als auch an der wo ich arbeite der Fall)


    Zum üben: motivieren, bei Unlust auch überschaubare Ziele setzen (Probiers noch mal eine Weile, wenn du dann dann immer noch aufhören willst, darfst du natürlich) usw. ja. Aber Pflicht und Zwang? Nein. Oder Zwang in einer (Musik)Schule zu bleiben, obwohl man mit dem Lehrer nicht klar kam? Auch nicht, Für Instrumente darf man zum Glück ja auch Privatunterricht nehmen.


    Der Wichtel hat mit 9 erst angefangen, der Große mag gar nichts mehr spielen, die große Tochter mag jetzt mit einem Instrument aufhören und nur mit dem anderen (übe-unaufwändigeren) weitermachen. das ist alles OK für mich. Vielleicht haben sie später wieder Lust, vielleicht nicht. ...


    Was Zwang dagegen bedeuten kann, habe ich in der Familie gesehen, da gab es heute erwachsene Menschen, die als Kinder die gezwungen wurden. Die haben das Instrument (obwohl sie wirklich sehr weit waren und ihnen eine Bahn als Berufsmusiker offen gestanden hätte) von heute auf morgen weggestellt, sobald sie alt genug waren, um nicht mehr mit Druck gezwungen werden zu können - und da steht es (bildlich gesehen, real wurde es glaub ich verkauft).


    Mein Weg wär´s so nicht.

  • ja, auch ich bin meinen eltern extrem dankbar, dass instrument-lernen pflicht war. ich habe nicht immer gerne geübt, es war nicht immer supertoll, dennoch hätte ich es fast beruflich gemacht, und bin heute sehr froh, dass ich die möglichkeit habe, zu musizieren, wenn mir danach ist.

    mit elfchen 04/09 und minielfchen 03/12


    quand ta thèse te pousse à bout et que tu veux tout arrêter kannste vergessen.


    #rose 49,7

  • Ich lese hier ab und zu mit (soweit es meine Zeit erlaubt) und bin zwiespältig.



    Was ich aber enorm wichtig finde, ist vor allem eine soziale Horizonterweiterung. Wenn ich an meine Grundschulzeit denke, denke ich an
    - den leckeren Kuchen bei meiner türkischen Freundin
    - die Wohnung einer Freundin in einem Stadtteil, in den ich ohne diese Schulkontakte nie nie nie gekommen wäre (sehr ärmliche Verhältnisse, mich hat das "beeindruckt")
    - einen Jungen, der ohne ein Wort deutsch zu können plötzlich in die Klasse kam und den ich sehr mochte
    - und nicht zuletzt an die Klassenfahrt und viele tolle Feste!


    All das, bis auf den letzten Punkt, spielte später auf dem Gymnasium kaum mehr eine Rolle (Stichwort soziale Auslese), was ich sehr schade finde und ändern wollen würde am Schulsystem, also viel längeres gemeinsames Lernen für alle. Aber diese kulturelle und soziale Mischung in einer Klasse ist wichtig und wird zu Hause deutlich schwerer zu erreichen sein.

  • Trin: Nein, es hat nicht direkt mit der Schulpflicht zu tun, aber damit, das Kinder eben auch mal Lerninhalte, die zum Grundwissen gehören, ohne ihren ausdrücklichen Wunsch schmackhaft gemacht werden.
    Und das geht nicht mit der Einstellung einher, was z.B. klosterfrau schrieb, dass die Kinder sich völlig frei entscheiden können ob, wann und wie sie lernen wollen.


    Es gibt übrigens das JeKi-Projekt, das es wirklich jedem Kind ermöglichen soll, in der Schule ein Instrument zu lernen.

  • Hey, ich finde es heute doof, dass meine Mutter Musikunterricht nicht gefördert hat. Und das ist ne ganz andere Hausnummer als grundsätzlicher Unterricht, der zu einem Abschluss führt. Natürlich könnte ich mich jetzt hinsetzen und es lernen, aber jetzt fällt es mir längst nicht mehr so leicht.


    Was für eine mär. Lies dir doch mal ein einsteigerbuch durch. Du kannst die informationen viel besser und schneller einordnen, verstehst die zusammenhänge und kannst dir dadurch viel schneller und besser alles merken. Beim üben wärst du disziplinierten und effektiver.
    Der einzige vorteil, das schon kinder musikinstrumente lernen, sehe ich darin, dass sie als jungerwachsene dann ihr potential als erwachsene mit der eingeübten fähigkeit im kindesalter perfekt kombinieren können. Aber wie viele kinder hören dann für immer auf, weil es ihnen zu wenig spaß machte.

  • quark: Ich habe auch als Kind nur 2 Jahre oder so das Instrument gespielt. Aber es war ausreichend, um alles zu lernen, was mit Notenlesen und Umsetzen auf ein Instrument zusammenhängt. Ich glaube nicht, dass man das mit "Lesen eines Einsteigerbuchs" einfach so nachholen kann. Meine Mittlere will ja jetzt ein Instrument lernen und da konnte ich mit ihr gemeinsam schon ganz viel wieder hervorholen und problemlos mit ihr zusammen musizieren, weil die Grundlagen da waren.

  • Bei uns gibt es kein Jeki- Projekt.


    ...in Hamburg gibt es kostenfreie Jeki-Projekte, kostenfreie Kitas, günstigere Musikschulen und innovative Schulkonzepte (dabei ist ja auch in Hamburg nun wirklich nicht alles perfekt). Schleswig-Holstein hat einfach wenig Geld und investiert in einen Schulplatz weniger Geld als andere Bundesländer. Wahlfreiheit ist hier definitiv weniger vorhanden als in Hamburg. Und in der Schweiz ist es nochmal ganz anders..... Deswegen finde ich es auch schwierig, das alles zu vergleichen. Die Bedingungen sind so unterschiedlich....


    Für mich wäre wichtig, daß alle Kinder wählen können, wo sie am besten aufgehoben sind. Und dazu gehört für mich keine Schulpflicht, sondern ein Angebot. Damit es wirklich eine freie Wahl sein kann, braucht es eine vielfältige Bildungslandschaft und gute Betreuungsangebote für die Familien (dazu würden für mich dann z. B. auch Bibliotheken gehören, in denen die Kinder wirklich unterstützt und beraten werden, das heißt, mit genug Personal, modernen Medien, genügend Öffnungszeiten usw.).