HPV-Impfung - ja oder nein?

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  • Ich hätte auch gerne noch ein paar jahre zeit gehabt zum überlegen...ein paar jahre mehr zur impfstofferprobung. Manchmal find ich die Verantwortung, für meine Kinder solche Dinge zu entscheiden, echt riesengroß...

    Ja, geht mir genauso.
    Die Große ist gerade 11 geworden, ein wenig Zeit haben wir noch. Aber irgendwie habe ich nicht das Gefühl, dass die nächsten 1-2 Jahre nun so viele neue Erkennnisse bringen, dass eine Entscheidung dabei herauskommt, zu der ich/wir guten Gewissens stehen können *seufz*.


    LG,
    Anne

    "Wer nicht mehr liebt und nicht mehr irrt, der lasse sich begraben" ~ Johann Wolfgang von Goethe

  • Naja, die Erkenntnisse sprechen aber (wenn meine Infos stimmen) für einen Rückgang der Krebszahlen, oder? Akute Impfschäden sind mir, bis auf Einzefallschilderungen, auch nicht bekannt. Trotzdem,-die 100%ige Sicherheit wird man ja nie haben, auch in ein paar Jahren...da hat man es auch immer nur mit Wahrscheinlichkeiten zu tun.
    Aber ich gebe Euch recht, die Entscheidung ist wirklich nicht einfach. Ich habe zum Glück eine fachkundige Schwester, die mir schon vor Jahren zu dieser Impfung geraten hat.

  • 80 Prozent aller Menschen sind zumindest zeitweilig mit HP-Viren besiedelt - ohne dass es deswegen Schäden oder Krankheiten gibt. Wir haben eine Unmenge solcher Viren im Organismus und ich denke, man kann die Auswahl, ob jetzt dagegen was unternommen werden muss, dem Immunsystem überlassen.


    Gebärmutterhalskrebs ist sehr selten und betrifft überproportional häufig sozial schwache Gruppen von Frauen. Weitere Risikofaktoren sind Rauchen, häufig wechselnde Partner, Drogenmissbrauch.


    Ich möchte das jetzt nicht klein reden, aber die allermeisten Mädchen und Frauen, die regelmäßig einen Abstrich machen und nun heftig von der Impflobby umworben werden, gehören nicht zu dieser Risikogruppe. Ihr Risiko ist - mit und ohne Impfung - minimal.


    Was sofort etwas bringen würde, wäre ein ordentlich organisiertes Früherkennungsprogramm, wo auch sozial schwache Gruppen, Migrantinnen, etc. mit einem persönlichen Einladungssystem zum PAP Screening geholt würden.
    In Finnland wird das z.B. mit großem Erfolg durchgeführt - da gibt es in den allermeisten Jahren keinen einzigen Todesfall in der Altersgruppe unter 50 Jahren.


    Bezüglich der Sicherheit der HPV-Impfungen gibt es eine Menge Fragezeichen. Ich habe auch die dänische Doku angesehen. Und auch Artikel gelesen über fragwürdige Tricks bei der Zulassung der Impfstoffe. So hat die Firma Merck, die Gardasil verkauft, bei den Zulassungsstudien eine Kontrollgruppe verwendet, wo die Mädchen mit Aluminiumwasser geimpft wurden. Eine sehr fragwürdige Praxis, weil ja die Alu-Zusätze im Verdacht stehen, dass sie schwere Störungen des Immunsystems, Autoimmunerkrankungen wie MS, etc. auslösen können.
    Hier gibt es dazu einen interessanten Artikel.

  • Ganz so locker würde ich die Statistik nicht deuten. Gebärmutterhalskrebs entsteht ja meist erst im höheren Alter,-die Vorstufen, die häufig durch den PAP Test erkannt werden, sind in der Statistik gar nicht erwähnt (Quelle). Also ist es kein Wunder, dass es unter 50 kaum Todesfälle gibt. Aber auch auf Krebsvorstufen kann man verzichten, finde ich, weil eine Konistation z.B. zur Folge hat, dass man ein höheres Risiko während einer Schwangerschaft hat. Das ist einfach eine Glaubensfrage,-sicher bringt eine regelmäßige Vorsorge auch was!


    Dass an Gebärmutterhalskrebs vorallem sozial schwache Frauen erkranken ist eher eine Folge der schlechteren Krebs-Vorsorge dieser Menschen. Der Umkehrschluss, dass man nicht erkrankt, wenn man nicht zu dieser Risikogruppe gehört (und deswegen nicht Impfen muss) ist also meiner Meinung nach nicht ganz richtig.

  • Ich habe gerade eine Untersuchung gefunden, die zeigt, dass 90% der Frauen mit Zervix-Karzinom nie oder nur ganz selten zu einem Pap-Abstrich gegangen sind.
    Dies zeigt, welches enorme Potenzial ein organisiertes Einladungssystem hätte. In Deutschland gibt es jährlich 200 bis 300 Todesfälle bei Frauen unter 50. In Finnland liegt die Zahl nahe bei null.


    Am Portal der AOK gibt es seit kurzem eine wirklich toll gemachte Entscheidungshilfe zur HPV-Impfung:


    https://www.aok.de/portale/bundesweit/hpv/hpv-impfung.html

  • Das RKI schreibt im Epid. Bulletin Nr. 35_14:



    Es gibt auch Untersuchungen, die einen Rückgang von Mundhöhlenkrebs, aber auch Genitalwarzen bei Frauen und Männern durch die Impfung belegen.

  • @Heike: genau das mit dem Mundhöhlenkrebs und eventuell eben auch der Zusammenhang mit Hautkrebs ist auch das, was für mich die Impfung interessanter werden lässt.


    malamud: also nur weil man häufiger zum Abstrich geht, heisst das noch lange nicht, dass man weniger Risiko hat, sich mit HPV anzustecken und keine Krebs zu bekommen. Wenn man häufiger zum Abstrich geht, dann ist nur die Chance höher, dass der Krebs früher erkannt wird. Hier in Norwegen gibt es auch ein Einladungssystem, und zwar wird man alle 3 Jahre eingeladen, ich glaube in Finnland auch; insofern spielt auch die Häufigkeit, also je häufiger desto besser, sondern das regelmässige Gehen eine Rolle.



    Und leider ist es nun mal so, dass auch ein Schutz mit Kondom nicht sicher gegen eine Infektion mit HPV schützt. Insofern passt die Argumentation "Aufklärung" und richtige Verhütung leider auch nicht ganz.

    LG Heike


    Der richtige Mensch ist nicht der, mit dem immer alles toll ist, sondern der, ohne den alles blöd ist.

  • jetzt hat es geklappt Anja, ich hab vorher keine Benachrichtigung bekommen gehabt :) . Ja, meine Tochter hat sich für eine Impfung entschieden und ich bin d'accord damit, weil jetzt doch auch schon einige Studien gezeigt haben, dass auch andere Krebsarten, die mit HPV in Verbindung gebracht werden, dadurch wahrscheinlich in Schach gehalten werden können.

    LG Heike


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  • Ich hänge mich mal mit dran - wirst du deinen Sohn auch impfen lassen?

    Hermine und drei Jungs (04, 07 und 09)

    ---

    demokratische Ordnung braucht außerordentliche Geduld im Zuhören und außerordentliche Anstrengung, sich gegenseitig zu verstehen

    Willy Brandt, 1969

  • meinst du mich @Hermine? Hier in Norwegen ist die Impfung für Jungs bisher noch nicht vorgesehen und nicht erhältlich. Das finde ich sehr schade mit Hinblick auf Schutz vor anderen HPV assoziierten Tumoren. Bis mein Sohn in das Impfalter kommt, wird ja Gott sei Dank noch ein bisschen Zeit vergehen, vielleicht hat sich das bis dahin geändert.

    LG Heike


    Der richtige Mensch ist nicht der, mit dem immer alles toll ist, sondern der, ohne den alles blöd ist.

  • @HeikeNorge: Ja, dich meinte ich. Weil mir schon der Gedanke im Hirn rumspukt, dass es ja irgendwo unfair ist, wenn nur die Mädchen geimpft werden. Und dauerhaft bekommt man HPV so dann auch nicht in den Griff.


    Was meinst du mit "nicht erhältlich"? Ärzte impfen Jungen nicht? Oder dass man es selbst zahlen muss?

    Hermine und drei Jungs (04, 07 und 09)

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  • ich war mir ein wenig unsicher, ob du mich oder anja meintest :)


    Mit nicht erhältlich meine ich, dass das Impfen der Jungs im Moment im kostenlosen staatlichen Impfprogramm nicht vorgesehen ist. So wie bei uns früher nur die Mädels gegen Röteln geimpft worden sind in der 6. oder 7. Klasse. Erhältlich sind die Impfungen sonst natürlich schon. Da ja noch 9 Jahre vergehen, bevor mein Sohn 12 Jahre ist, spekuliere ich einfach darauf, dass sich innerhalb der Zeit das Programm ändert und bis dahin dann auch Jungs inkludiert werden, ansonsten hoffe ich auch auf eine bessere Studienlage, die vielleicht mehr Aussagen bezüglich Hautkrebs, Kehlkopfkrebs, Anal- und Peniskrebs aussagen kann.


    Wenn mein Sohn jetzt 12 Jahre alt wäre, würde ich wohl als allererstes mit ihm reden, wie er dazu steht und dann mit ihm gemeinsam eine Entscheidung fällen, ob er geimpft werden sollte oder nicht.


    Hier in Norwegen sind im übrigen die Rechte der Eltern bei medizinischen Entscheidungen schon eingeschränkt, sobald die Kinder 12 Jahre alt sind, ab 16 Jahre hat man als Elternteil eigentlich fast gar nichts mehr zu sagen.

    LG Heike


    Der richtige Mensch ist nicht der, mit dem immer alles toll ist, sondern der, ohne den alles blöd ist.

  • Danke. :)


    Reden ist gut. Wobei ich ihn gerade noch sooo klein finde, dass ich die Notwendigkeit nicht so sehe. (Momentan sind Mädchen sowas von kein Thema - ich frag in regelmäßigen Abständen, ob die Mädchen noch in der Klasse sind. Er muss jedesmal kurz überlegen.)



    Hier in Norwegen sind im übrigen die Rechte der Eltern bei medizinischen Entscheidungen schon eingeschränkt, sobald die Kinder 12 Jahre alt sind, ab 16 Jahre hat man als Elternteil eigentlich fast gar nichts mehr zu sagen.

    Spannend. Und irgendwie auch ein bisschen komisch. Aber eigentlich gut.

    Hermine und drei Jungs (04, 07 und 09)

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  • Danke! :)


    Ich bin echt unschlüssig, nachdem ich nun gelesen habe dass die Wirkungsdauer vom Hersteller auf 12 Jahre geschätzt wird (Zahlen gibt es evtl noch nicht?). D.h. man muss auch wieder alle 10 Jahre auffrischen?


    Es scheint so zu sein dass die Infektion in jungen Jahren komplikationsloser verläuft und man dadurch gerade im 'ungefährlicherem' Alter am besten geschützt ist. Mir ist allerings nicht ganz klar ob man nach natürlich durchlaufener Infektion auch eine Immunität aufbauen kann, weiß jemand dazu mehr?


    Wie schwierig :wacko:

  • Spannend. Und irgendwie auch ein bisschen komisch. Aber eigentlich gut.


    Ich finde das etwas absurd. Wie sollen 12jährige eine fundierte Impfentscheidung treffen, wenn wir uns damit schon so schwer tun? Die überblicken doch die ganzen Pharma-Zusammenhänge, Komplikationsraten, Serum-replacement etc nicht. Tu ich ja kaum, bzw finde es schwieirg, Kosten und Nutzen gegeneinander abzuwägen...

  • Zumindest in meinem Teil von Australien sind Jungen im HPV-Program mit vorgesehen. Die meissten Kinder werden in der 7. Klasse in der Schule geimpft. Bei uns besteht allerdings ein gewisser Impfzwang, denn wenn man nicht impfen laesst faellt das Kindergeld weg. Mein Grosser wollte ich in der Schule geimpft werden, deshalb werde ich das demnaechst ausserschulisch machen lassen.


    In Australien ist es uebrigens auch so, dass durch die HPV Impfung die Spanne zwischen Abstrichen von 2 auf 5 Jahre hochgesetzt werden soll. Das ist aber bisher noch nicht gesetzlich verankert.

    Regina (9/75) mit L. (3/03) und K. (12/04) und einem Sternchen das ueber uns wacht.


    The only thing worth stealing is the kiss of a sleeping child.


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  • Wird in Japan HPV eigentlich wieder geimpft?


    So lange noch in einem der mit uns medizinisch vergleichbaren Ländern HPV vom Markt genommen bzw. überprüft wird, nehme ich Abstand von dieser Impfung.