Mama wird ignoriert (nach Kita-Eingewöhnung) :(

  • Hallo zusammen,


    Ich hätte eine Frage zur Kita-Eingewöhnung. Unser Sohn ist jetzt 15 Monate alt, wurde eingewöhnt seit er 13 Monate alt ist und geht nun seit ein paar Wochen regulär halbtags (4,5h am Nachmittag) in die Kita.
    Aus Sicht der Erzieher lief die Eingewöhnung sehr unproblematisch und der Kleine ist laut Ihnen gut eingewöhnt. Wir haben uns die Einrichtung auch sehr genau angeschaut und eigentlich denke ich dass die Kinder dort sehr gut aufgehoben sind. Ich selbst tat mir in der Eingewöhnung allerdings zeitweise schwer, da der Kleine beim Abschied teils heftig weinte, weswegen ich darauf bestand die Eingewöhnungsphase zu verlängern und verlangsamen. Ob ich überempfindlich bin oder die Erzieher übermäßig abgehärtet, keine Ahnung.
    Jedenfalls beruhigt sich der Kleine wohl nachdem ich gegangen bin schon immer sehr schnell und spielt den Nachmittag über fröhlich mit, so dass ich mich nach anfänglicher Skepsis damit arrangieren konnte dass es so schon ok sein wird und es eine Eingewöhnung ohne Tränen vielleicht nicht bei jedem Kind geben kann. Auch abends nach der Kita wirkte er immer sehr vergnügt und fröhlich.
    Nun sind aber ja mittlerweile 2 Kita-Monate vergangen und das Weinen beim Abschied hat sich nach wie vor kaum gebessert. Dazu kommt, dass der Kleine mich abends, wenn er mit dem Papa von der Kita Heim kommt, seit vielleicht zwei Wochen plötzlich erstmal kaum mehr beachtet. Er zeigt keine Reaktion mich zu sehen wo er sich früher immer riesig gefreut hat mich wiederzusehen, will nur zum Papa auf den Arm, fast als wär ich gar nicht da. Das macht mich echt fertig, soetwas kenne ich noch gar nicht. Nach vielleicht einer viertel Stunde ist der Spuk dann vorbei.
    Ich frage mich natürlich ob das damit zusammen hängt dass ich ihn immer dort lasse obwohl er doch so nach mir weint, ob das unsere Beziehung kaputt macht. Oder ob es vielleicht nur eine normale Papa-Phase ist, wo der Papa einfach gerade im Vergleich zu mir an Wichtigkeit gewinnt, und mit der Kita gar nichts zu tun hat.
    Daher wollte ich mal fragen ob es vielleicht noch andere Eltern hier gibt, die ähnliche Erfahrungen mit der Eingewöhnung oder dieser komischen Distanziertheit der Mama gegenüber gemacht haben? Wenn ja, wie seid ihr damit umgegangen? Habt ihr irgendwas unternommen oder einfach abgewartet? Und wie hat sich das bei euch dann weiter entwickelt?

  • Hallo yalomy
    Ob das mit der Eingewöhnung zusammen hängt kann ich nicht beurteilen. Aber ich bin mir sicher dass eure Beziehung nicht kaputt geht. Und wenn er nach 15 min dich wieder akzeptiert würde ich das gar nicht als eine starke abweisung sehen, sondern vielleicht ist er erstmals mit Papa beschäftigt und genießt die nähe zu ihm und dann darft du wieder dran mit kuscheln.

    Lalena
    Wunschloses Gemisch aus Ekstase und Frieden

    ինչպես Փյունիկ թռչուն նորից վեր կհառնես մոխիրներից

  • Hallo Yalomy,


    sowas ähnliches hab ich bei meinem Zwerg auch erlebt.
    Er wurde mit 15,5 Monaten eingewöhnt bei der Tagesmutter.
    Und im Nachhinein würde ich die Eingewöhnung viel langsamer und viel sanfter machen.
    Denn diese Phasen, wo er mich z.B. beim Abholen ignoriert hat oder morgens vor dem aus dem Haus gehen, hatten wir auch. Und da schrillten bei mir schon die Alarmglocken, irgendwie.
    Klar, die Eingewöhnung kann man nicht rückgängig machen. Aber man kann "nachjustieren".


    Folgende Dinge haben bei uns meines Empfindens nach eine Besserung bewirkt und dem Zwerg gut getan:
    - morgens entschleunigen. Wir stehen deutlich früher auf, damit der Zwerg noch mit mir spielen kann und einfach etwas schöne Zeit verbringen kann. Ich erzähle ihm währendessen, dass wir dann später um so und soviel Uhr zur Tagesmutter losgehen, damit er irgendwie vorbereitet ist und ihn das nicht so aus heiterem Himmel trifft. (Und ja, ich hab den Eindruck, er verstand das damals schon).
    - auf dem Weg zur Tagesmutter in Kontakt zum Kind bleiben. Ich hab vorher oft gemerkt, dass er, weil er bedrückt war, dass es zur Tagesmutter geht, schon irgendwie dicht gemacht hat und z.B. kaum mehr auf Ansprache reagiert hat und so. Also hab ich mir für den Weg zur Tagesmutter nochmal extra Zeit genommen, wo ich ihn trage und wir zusammen den Vögeln, Autos, Hunden und Radfahrern nachgucken. Auch haben wir ein paar Rituale, z.B. kommen wir immer an einer Ampel vorbei, die findet er toll, also kommentiere ich sie. (...und an einen besonderen Strauch, einem Hydranten und an einem Gartenzaun mit Glitzerkugeln dran. Die Glitzerkugeln mag er alle einzeln anstupsen, dann freuen wir uns zusammen und er ist viel gelöster). Ich sehe zu, dass wir darüber nie den Kontakt zueinander verlieren, wir also gemeinsam über die gleichen Dinge "reden" und unsere Aufmerksamkeit darauf gemeinsam fokussieren.
    - Die Tagesmutter kümmert sich ganz intensiv um ihn. Es fiel ihm leichter, mich morgens gehen zu lassen, wenn die Tagesmutter ganz liebevoll zugewandt war. Also sie wartete, bis er sich von mir löste, macht ihm ein Angebot, dass er gerne hatte (Kindermusik anhören, mit in die Küche kommen und das Frühstück an den Tisch räumen...Dinge die er gerne macht) und sie kuschelt ganz viel mit ihm (das ist ihm auch wichtig). Ergo würde ich die/den BezugserzieherIn auch bitten, sich intensiver um den unter Trennungsschmerz leidenden Zwerg zu kümmern. Das ist ein ganz zentraler Punkt, wie ich finde.
    - Wir haben ein richtiges Abschiedsritual. Ich komme auf jeden Fall mit rein, die Tagesmutter begrüßt uns beide, ich ziehe den Zwerg aus und die Hausschuhe an, nehme seine Frühstücksbox aus der Tasche. Damit haben wir nochmal ca. 10 Minuten, wo ich ihn auf den Abschied vorbereite, ihn knuddel, ganz viel erkläre usw. Wir winken uns und werfen uns Kusshände zu. Wenn es ganz schwierig ist, nimmt ihn die Tagesmutter und geht mit ihm ans Fenster, wo er mir nachsehen kann. Das scheint ihm zu helfen.
    - Ich hab mir den Mund fusselig erklärt. Ich habe erklärt, dass die Mama den Zwerg jeden Tag früh zur Tagesmutter bringt, weil sie zuhause arbeiten muss. Und dass der Zwerg dort dann gemeinsam mit den anderen Kindern (die er sehr gern hat) frühstückt, spielt und dass ich ihn dann nach dem Mittagsschlaf am nachmittag wieder abhole (oder Bonus: der Papa ist da und holt ihn mit ab).
    - Ich "erlaube" ihm ganz ausdrücklich, traurig zu sein und es sch**** zu finden, dass die Mama früh wieder geht. Weil ich weiß, dass er bei der Tagesmutter sehr gut aufgehoben ist und sich dort wohlfühlt, kann ich ihm die nötige Sicherheit und Ruhe vermitteln, und ihm gleichzeitig "spiegeln", was er fühlt und äußert. Darüber beruhigt er sich dann ganz gut.
    - Wenn er sehr aufgewühlt ist und es kein "normaler kleiner" Trennungsschmerz ist, dann bleibe ich. Punkt. Solange, bis er sich besser fühlt. Aber ich gehe nicht mit rein, sondern bleibe sozusagen im Abschiedssetting im Flur.


    Und dafür, dass er den halben Tag bei der Tagesmutter ist, reserviere ich den Rest des Tages mit schönen gemeinsamen Unternehmungen mit ihm. Da kann er dann wieder Mama tanken, ich bemühe mich dann extra um ihn. Das würde ich wohl an Deiner Stelle hauptsächlich machen, damit das Ignorieren zuhause wieder besser wird.
    Ich hab Dein Kind und Dich nicht beobachtet, aber aus Deinem Posting scheint mir, dass der Zwerg vielleicht überfordert sein könnte mit dem, was die Trennung in ihm aufwühlt und Du (und damit der Trennungsschmerz) wirst erstmal ignoriert (und damit der emotionale Schmerz vermieden). Ist eine normale Copingstrategie und ich vermute, dass das bei entsprechender Zuwendung usw. wieder weniger werden könnte.


    Wie geht es Dir denn, wenn Du ihn morgen zur Kita bringst?

  • Hallo nuni,


    jetzt wollte ich mich nochmal für deine Antwort bedanken, die hat mir wirklich weitergeholfen! Deine Interpretation dass mit der Mama auch der Trennungsschmerz vermieden wird klingt für mich echt stimmig und wir versuchen jetzt gerade entsprechend unseren Tagesrhythmus zu verschieben, so dass ich mir auch mehr Zeit nehmen kann den kleinen Mann auf den Abschied vorzubereiten. Ich bin mal gespannt ob es hilft. Ach Mann, am liebsten würd ich ihn bis er 3 ist zu Hause lassen - ist aber leider unrealistisch :(


    Viele Grüße


    Yalomy

  • Liebe Yalomy,
    Mach Dir keinen Kopf, das wird schon!
    Grundsaetzlich ist es fuer die kleinen Kekse ja toll regelmaessig mit anderen Kindern zu tun zu haben und anderen Input zu kriegen. Ehrlich, mein Zwerg geht so gern zu seiner Tagesmutter!
    Aber es muss halt auch eine gute, intensive Beziehung zu ihr da sein, damit sie die Trennung abfangen kann. (hat er eine Bezugserzieherin? Was sagt die denn dazu?)
    Es ist total okay, dass Dein Zwerg in die Kita geht. :)
    Und es wird nochmal besser, wenn es sich eingespielt hat.
    Ich bin auch gespannt, wie es sich.bei euch entwickelt.
    Mach doch mal Piep in ein paar Wochen :)

  • Hallo nuni,


    Nun wollte ich nochmal erzählen wie es bei uns bisher so weitergegangen ist! Ich habe das Hinbringen in die Kita jetzt anders gestaltet, habe den Kleinen schon im Bus aus der Manduca geholt, ihn auf meinen Schoß gesetzt, mit ihm die Autos, tatü-tatas usw angeschaut und ihm dabei immer wieder erzählt "wir fahren jetzt in die Kita, da wartet dann die Sonja (seine bezugserzieherin) auf dich und du bekommst Mittagessen, Mama muss dann arbeiten gehen" usw usw - und ich glaube es macht tatsächlich einen Unterschied! Zwar weint der Spatz beim Abgeben immernoch fürchterlich, aber wenn er mit Papa nach Hsuse kommt läuft er jetzt gleich in meine Arme und freut sich, ist nun sogar eher anhänglich anstelle von distanziert, da bin ich ja so erleichtert! Ich bin nun hoffnungsvoll dass sich das mit dem Weinen vielleicht auch noch irgendwann gibt. Vielen Dank nochmal für deinen Denkanstoß!


    Viele Grüße


    Yalomy

  • Hi Yalomy,
    Ach, wie schoen dass es besser wird!
    Ich druecke die Daumen, dass er schnell so richtig warm mit seiner Bezugserzieherin wird und dass die Abschiede morgens dann nicht mehr so schlimm sind.
    Hier hopst mein Zwerg seit ein paar Wochen vor Freude im Kreis ,weil er seine Maedels bei der TaMu endlich wiedersieht. Alter, ich hab geguckt wie ein Auto. Und mich dann ganz arg gefreut. :)