Welche Themen würdet ihr in den Lehrplan aufnehmen, wenn ihr könntet?

  • Ich habe ja bereits ein Kind in dem Lehrplan drin, der in dem NZZ-Kommentar kritisiert wird - und ich sehe nicht ganz so schwarz wie der Autor. Ich finde es gar nicht so schlecht, dass der Fokus etwas vom "hat 10 Jahreszahlen auswendig gelernt" zu "kann sich hinsetzen uns selbständig etwas erarbeiten" geht. Also mir, bekennender Fan eines humanistischen Bildungskanons, gefällt der Lehrplan nicht schlecht.


    Liebe Grüsse


    Talpa

  • Hallo,

    Ich finde es gar nicht so schlecht, dass der Fokus etwas vom "hat 10 Jahreszahlen auswendig gelernt" zu "kann sich hinsetzen uns selbständig etwas erarbeiten" geht. Also mir, bekennender Fan eines humanistischen Bildungskanons, gefällt der Lehrplan nicht schlecht.


    Vor allem sehe ich nicht, wieso sich eine kompetenzorientierte Lernform und ein sinnvoller Bildungskanon ausschließen sollten #weissnicht


    Bei meinen Kindern gibt es von der Grundschule an sogenannte Pensenübersichten, sowohl für reines Fachwissen als auch für übergreifende Kompetenzen ( Sozialverhalten, Kommunikation, Arbeitsweise stehen an erster Stelle, Vorträge halten, anderen in Kleingruppen etwas vermitteln,)...


    Aufagabe der Lernbegleiter (Lehrer + Pädagogen) ist es,. übers Jahr darauf zu achten, was das Kind macht und einen Überblick zu haben, welche Lernbereiche es sich schon erarbeitet hat. Außerdem dem Kind Hilfestellung zu geben welche Bereiche noch wenig Beachtet wurden bzw. ältere Schüler anzuregen sich selbst da bei der Themenwahl auch mit an den Pensen zu orientieren.
    Außerdem mit ihm Wege zu besprechen, wenn man den Eindruck hat, ein Bereich wird sehr vernachlässigt. Das gilt sowohl für einzelne "Fächer" wie Mathe oder Englisch als auch auch für personale Bereiche, wenn ein Kind z.b. immer ganz alleine in der Ecke sitzt und arbeitet. Es KANN ja die beste und angenehmste Lernform für dieses Kind sein, dann ist das auch OK so, aber es schadet auch nicht, trotzdem zumindest mal eine Zusammenarbeit anzuregen und zu fördern.

    Die Schulen meiner Kinder (Montessori Grund- und Weiterführende Schule) arbeitne mMn sehr kompetenzorientiert und sind gleichzeitig komplett an die hier allgemein geltenden (ganz klassischen) Lehrplane gebunden. Sprich, Versetzt werden darf nur, wenn das Kind den Lehrplan zu soundsoviel Prozent erfüllt (= Die entsprechenden Pensen erarbeitet) hat. Es werden am Ende der Schulzeit die gleichen normalen Prüfungen geschrieben, die ja wirklich vorrangig auf Wissensabfrage abzielen und sie schneiden jedes Jahr überdurchschnittlich ab.
    Von daher kann ich die im Artikel beschworene Angst vor dem Untergang des Wissens zu Gunsten von Kompetenzen nicht nachvollziehen.



  • Ich habe ja bereits ein Kind in dem Lehrplan drin, der in dem NZZ-Kommentar kritisiert wird - und ich sehe nicht ganz so schwarz wie der Autor. Ich finde es gar nicht so schlecht, dass der Fokus etwas vom "hat 10 Jahreszahlen auswendig gelernt" zu "kann sich hinsetzen uns selbständig etwas erarbeiten" geht. Also mir, bekennender Fan eines humanistischen Bildungskanons, gefällt der Lehrplan nicht schlecht.


    Liebe Grüsse


    Talpa


    womit ich ein problem hab, ist der fokus auf präsentation. das kind muss nicht nur den stoff beherrschen, sondern es vor allem auch zeigen wollen. alles geht immer mehr in richtung selbstdarstellung. das finde ich schlimm. reicht es denn nicht, wenn das erwachsenen schon ständig abverlangt wird?
    ist der bei euch schon eingeführt? hier nicht, der kommt jetzt im sommer.

    mit elfchen 04/09 und minielfchen 03/12


    quand ta thèse te pousse à bout et que tu veux tout arrêter kannste vergessen.


    #rose 49,7

  • Hallo,


    Was bedeutet bei euch denn "Präsententation" bzw. was ist so schwierig daran?


    Bei meinen Kinder war das ein Vortrag zu besonders interessanten Themen und dazu ein Plakat oder ein "Lernblatt" zum Austeilen an die Mitschüler.
    Oder ein Portfolio, also eine Stoffsammlung, bei den Kleinen einfach alles gesammelt, was man gefunden hat, bei den größeren wurde dann nach und nach schon erwartet, daß sie es auch strukturieren.
    Eine andere Möglichkeit wäre ein Lerntest - im Prinzip nichts anderes als das, was als Test an Regelschulen geschrieben wird, nur halt nicht alle an einem Tag sondern jeder dann, wenn er sein Thema abgeschlossen hat. Oder ein Gespräch mit dem Lehrer (Vielleicht vergleichbar mit einem mündlichen Test, nur daß eben nicht alle anderen zuhören)


    Eingeschätzt wurde bei Vorträgen (von den Mitschülern) der Inhalt, ob man verstanden hat, um was es ging, ob Fragen beantwortet wurden (Wobei auch eine völlig legitime Antwort war: "Oh, das weiß ich gerade nicht, wenn es dich sehr interessiert, können wir da zusammen noch mal nachschauen oder ich frag noch mal XY").
    Um "Selbstdarstellung" geht es da nicht, im Gegenteil, cooler Max und nix dahinter wurde eher negativ angesprochen.


    Ich meine, "zeigen" müssen sie es doch auch so, Vorträge, mündliche und schriftliche Tests usw. gibt es doch an jeder klassischen Schule #weissnicht "Nur können" hat auch zu meiner Kinderzeit nicht gereicht, auch wir mussten Zeigen, daß wir es konnten. doof nur, wenn man (wie ich z.B.) so gar kein Schreibtyp ist und der Stoff bis auf wenige Ausnahmen in schriftlicher Form abgefordert wird...


    Ist das bei euch bisher so sehr anders?



    Gut finde ich, daß bei offeneren Lernsysthemen viel mehr aufs Kind geschaut werden kann. Da heißt es nicht "Alle machen jetzt einen Vortrag zu ihrem Hobby" oder "alle schreiben morgen einen langen schriftlichen Test zu den Brüchen" . Wer lieber allein arbeitet, darf das, wer zur Sicherheit einen Freund an der Seite haben mag, teilt sich das thema eben mit einem oder mehreren Freunden auf.
    Wer Vorträge absolut nicht mag, der wird zwar unterstützt, auch das zu lernen, bekommt aber viel öfter die Möglichkeit, das Gelernte anders zu zeigen, wer dagegen schriftliche Arbeiten unter seinem Niveau bleibt, muss natürlich trotzdem auch schriftliches abgeben - darf aber öfter mündlich zeigen, was er/sie drauf hat.



  • -Haushalt: und zwar weit über einmal wöchentlich die einfachsten Rezepte aus Puddingkönigs Schulkochbuch zusammenkloppen hinaus, sondern einen Grundüberblick über alles, was akut wird, wenn man allein lebt. Recht, Umgang mit Behörden, Schuldenfallen. usw.


    -Wissen/Lernen lernen: wie gehe ich mit Medien um, wie schütze ich meine persönlichen Daten, wie recherchiere ich Informationen und wie erkenne ich, ob sie seriös sind. Recherchierte Informstionen auswerten, strukturieren und für Handouts und Präsentationen aufbereiten. Wie strukturiere ich meinen Lernalltag, meine Arbeitsmaterialien, Auf welche Art kann ich am besten lernen. Welchen Sinn hat das überhaupt.


    -Mensch und Umwelt: wie funktioniert der Mensch, wie entwickelt er sich, Aufklärung, Drogenprävention, Missbrauchsprävention, Toleranz, verschiedene Kulturen, gesunde Ernährung, Umweltschutz.







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    Prokrastinierer aller Länder: vereinigt Euch - morgen


    “Schatz, komm bitte ins Bett. Man braucht sieben Stunden Schlaf, um als Mensch zu funktionieren.“ “Ich bin Mutter, ich brauch vier.“


    Silence is golden... unless you have a toddler. Then silence is extremely suspicious.