Kita-Streik - Erzieherinnen unterstützen

  • Bei uns wird morgen auch gestreikt. Zweiter Tag diesen Monat. Notgruppen gibt es nicht!
    Ich nehm J nun mit ins Büro. Wie eine andere Kollegin ihre Tochter auch.
    In der Verwaltung mag das ja gehen, aber in anderen Berufen nicht machbar.


    Ich drück den Erziehern die Daumen, dass die Forderungen umgesetzt werden!

  • Hier auch morgen. Die Kita ist geschlossen die Erzieher in der Schule meiner Tochter streiken ebenfalls, also keine Früh- und Nachmittagsbetreuung. Ich hoffe für alle Beteiligten, dass es diese Woche zu einem für die ErzieherInnen akzeptablen Abschluss kommt, denn sonst können wir uns auf was gefaßt machen. Also meine Unterstützung habt ihr, liebe ErzieherInnen. Laßt euch nicht einwickeln, die Forderungen sind mehr als berechtigt!

  • Gibt es irgendwo einen Musterbrief, um die KiTa-Gebühren zurück zu fordern?
    Möglichst ein Wortlaut, der nicht nur das Geld zurück fordert, sondern sich auch mit den streikenden Erzieherinnen und deren Forderungen solidarisiert.


    Unser Elternbeirat würde die Eltern gerne dazu aufrufen, die streikenden Erzieherinnen unseres KiGa auf diese Weise zu unterstützen.

  • Gibt es irgendwo einen Musterbrief, um die KiTa-Gebühren zurück zu fordern?
    Möglichst ein Wortlaut, der nicht nur das Geld zurück fordert, sondern sich auch mit den streikenden Erzieherinnen und deren Forderungen solidarisiert.


    Unser Elternbeirat würde die Eltern gerne dazu aufrufen, die streikenden Erzieherinnen unseres KiGa auf diese Weise zu unterstützen.


    Hätte ich auch gern!

    Wir mit dem großen M #female (08/09), dem kleinen M #female (02/12), dem Fell-F #female (14.11.12) und noch einem Fell-Klein-F #female (~11/2015)

  • So einen Musterbrief nehme ich auch sehr gerne.


    edit: Ach, auf der von der Spinne verlinkten Seite steht doch was:


    "Sehr geehrter Herr/Frau Sachbearbeiter,


    vom... bis... war die Kindertagesstätte meines Kindes .... von einem Streik im öffentlichen Dienst betroffen. Die Kindertagesstätte hatte geschlossen. (Falls geregelt: Die vereinbarte Sonderschließzeit von ... Betriebstagen wurde um ... Tage überschritten.)


    Eine Notgruppe wurde nicht angeboten / konnte von uns nicht genutzt werden. Die Bestätigung/Ablehnung habe ich diesem Schreiben beigefügt.


    (Falls in Eurem Fall zutreffend: Mir sind außerdem Kosten durch eine Alternativbetreuung in Höhe von €... entstanden / Ich habe an diesem Tag unbezahlten Urlaub genommen und daher Vermögenseinbußen hinnehmen müssen. / Ich habe hierdurch ... Tage Urlaubsanspruch bei meinem Arbeitgeber verbraucht.)


    Ich bitte um Rückerstattung der von mir bereits geleisteten, anteiligen Gebühr für die Betreuung und das Essensgeld für diese(n) Tag(e) auf folgendes Konto: / Ich teile Ihnen folglich mit, dass ich meine nächste monatliche Überweisung um € ... reduzieren werde, sie setzt sich zusammen aus dem errechneten Tagessatz und dem Anteil der ungenutzten Essenspauschale von €... .


    Ich bitte außerdem um eine Neubescheidung der Gebühren für den maßgeblichen Zeitraum für meine Unterlagen (denn ihr könnt nur tatsächlich angefallene Kosten steuerlich absetzen, daher ist eine Neubescheidung nötig. Das Finanzamt will das wissen)


    Für die Rückerstattung und den korrigierten Gebührenbescheid habe ich mir eine Frist von 3 Wochen notiert.



    Mit freundlichen Grüßen,
    Barbara Blockberg"

  • Danke Nebelung,-


    was mir an diesem Entwurf fehlt ist noch ein kleiner Passus, in dem ich die Solidarität mit den streikenden Erzieherinnen ausdrücke und den Träger auffordere, den Forderungen der Streikenden nachzukommen.

  • Montag ist Bayern und Baden-Württemberg wieder dran, wir kommen alle nach Stuttgart zur einer Großkundgebung.
    Unsere Kitas sind seit einer Woche informiert.
    Danke Euch!!

  • kann das video leider nicht ganz sehen da hier nöliges kind, was mich aber stört, ist, dass da vor allem ARBEITSBEDINGUNGEN kritisiert werden. was nun aber in dieser streiksache betont wird ist vor allem das ENTGELT. wenn man aber gut arbeiten will müssen auch die rahmenbedingungen stimmen. und das find ich ehrlich viel schlimmer. eine erzieherin, die eine ordentliche und menschenwürdige arbeitssituation hat (22 kinder allein betreuen - hallo!?!?), die kommt evtl. auch mit dem geld hin, was sie z.z. bekommt - ist zufriedener, bzw. erfährt absolut gesehen mehr anerkennung.


    mit geld lässt sich diese belastung echt nicht wegmachen. und ich finde die reduktion auf entgelt echt zu schmal gedacht.


    als ob es das heil brächte, mehr kohle zu haben. ich finde die umstände, unter denen da gearbeitet werden muss, weils eben "nichts wert" zu sein scheint, viel schlimmer. eine verkäuferin hat auch einen echten mistjob und verdient noch weniger. trotzdem wollen alle bis mitternacht und am liebsten noch am wochenende in die läden rennen...

  • Hallo,


    Ja, daß es ums Geld geht wird gerne so dargestellt - dabei habe ich das in all meinen Dienstjahren noch NIE als Hauptpunkt erlebt. Es ging IMMER vorrangig um eine Änderung der Bedingungen - und das nicht nur im Interesse der Pädagogen sondern vor allem auch im Interesse der betreuten KINDER:


    Aber es ist aus Sicht der "anderen Seite" clever.


    - die Akzeptanz sinkt irgendwann


    Es gibt eine Menge Eltern, die sich, wenn die Geldforderungen als vorrangig dargestellt werden, irgendwann dann doch denken: Soooo schlecht bezahlt ist der Beruf ja nun auch nicht, ich bekomme noch weniger." oder "Sollen sie doch froh sein, daß sie regelmäßig ihr Gehalt bekommen, ich find nicht mal Arbeit" ...
    O-Ton im Bekanntenkreis: "Ich rammel bis spät abends auf der Baustelle rum, oft auch am Wochenende, weiß nie, wann ich heim komme - und gehe am Ende mit weniger heim als die. Die sitzen rum, spielen ein bisschen mit den Kindern und wissen, wann sie Dienstschluss haben - dafür werden die doch nicht schlecht bezahlt."


    - Geldforderungen lassen sich leichter erfüllen.


    Denn bereits eingestellten Leuten ein kleines bisschen mehr zu bezahlen, ist - sowohl was das Finanzielle als auch was den Aufwand angeht - um ein vielfaches billiger, als die Bedingungen und den Personalschlüssel grundlegend zu ändern.
    ABER man kann sagen: "Nun bekommen sie doch X,Y Prozent mehr Geld - nun müssten diese Menschen doch auch mal dankbar und zufrieden sein!".


    Man muss schon genauer hinsehen, um was es wirklich geht.

    Pause machen, an die Luft und nicht in die Luft gehen und dann irgendwann weitersehen...

    Einmal editiert, zuletzt von Trin ()

  • Trin, ich bin völlig bei Dir und mir ist auch klar, dass man leider keinen Ausstand machen kann, um die Arbeitsbedingungen zu verbessern. Aber genau da würde ich mir wünschen, dass mehr geredet wird und in der Streikzeit auch Transpis mit diesen Forderungen kommen. Es geht um mehr Lohn, OK. Das finde ich auch legitim.


    NOCH legitimer fände ich aber, dass das Geld in bessere Arbeitsbedingungen fließt. Keiner Erzieherin bringen die paar Kröten wirklich was (zumal nach Steuern ja kaum was von dem Plus über ist), wenn sie irgendwann ausgebrannt ist. Die Kohle wäre meiner Meinung nach in Mehreinstellungen deutlich besser aufgehoben. Teilzeitlösungen schaffen (um auch Krankheitsfälle über mehr Personal besser kompensieren zu können), allgemein bessere Personalschlüssel, bessere Ausstattung...alles das würde ich als dringender erachten als eine Lohnerhöhung. Aber dann ist es - AUCH - an uns als Eltern und "Volk", auf die Straße zu gehen, denn die Gewerkschaften setzen vor allem dort an, wo Druck geht, und das sind eben die Tarifkämpfe.


    Und es braucht in meinen Augen auch keine Tränendrüsendebatte. Es ist eine Frage der Vernunft, angemessene Arbeitsbedingungen für alle zu schaffen.

  • Hallo,


    Ich denke, das kann man so nicht trennen. In unserer Gesellschaft drückt sich die Wertigkeit und Ansicht eines Berufes IMMER auch in der Geldfrage aus. Ich finde es daher falsch zu sagen: Also NOCH besser als Lohnerhöhungen wären keine Lohnerhöhungen und dafür Geld in andere Dinge.


    Um eine wirkliche Änderung in Status UND Arbeitsbedinungen zu schaffen, muss beides parallel laufen.



    Und es braucht in meinen Augen auch keine Tränendrüsendebatte. Es ist eine Frage der Vernunft, angemessene Arbeitsbedingungen für alle zu schaffen.

    Keine Ahnung, wie das anderswo ist oder in den Medien dargestellt wird. (Ich habe keinen Fernseher und höre meine Radiosender sehr gewählt)


    Aber uns hier ist es ganz sicher keine Tränendrüsendebatte sondern knallharte Alltagsrealität. Man kann ja mal versuchen, täglich 25, im Krankheitsfall gerne auch mal deutlich über 30 Kindern im Grundschulalter alleine gerecht zu werden... inkl. Hausaufgaben - da sind Eltern schon manchmal mit einem oder 2 Kindern überfordert... - usw. Oder in einem kdienrgarten mit grottiger Akkustik zu arbeiten, wo einem nach 2 Stunden schon die Ohren klingeln...
    Klar schaffen wir das irgendwie - aber dann zu sagen: So GEHT das nicht, Leute! Ich halt das nicht lange durch!" finde ich alles andere als Tränendrüse.

    Pause machen, an die Luft und nicht in die Luft gehen und dann irgendwann weitersehen...

  • kann das video leider nicht ganz sehen da hier nöliges kind, was mich aber stört, ist, dass da vor allem ARBEITSBEDINGUNGEN kritisiert werden. was nun aber in dieser streiksache betont wird ist vor allem das ENTGELT. wenn man aber gut arbeiten will müssen auch die rahmenbedingungen stimmen. und das find ich ehrlich viel schlimmer. eine erzieherin, die eine ordentliche und menschenwürdige arbeitssituation hat (22 kinder allein betreuen - hallo!?!?), die kommt evtl. auch mit dem geld hin, was sie z.z. bekommt - ist zufriedener, bzw. erfährt absolut gesehen mehr anerkennung.


    mit geld lässt sich diese belastung echt nicht wegmachen. und ich finde die reduktion auf entgelt echt zu schmal gedacht.


    als ob es das heil brächte, mehr kohle zu haben. ich finde die umstände, unter denen da gearbeitet werden muss, weils eben "nichts wert" zu sein scheint, viel schlimmer. eine verkäuferin hat auch einen echten mistjob und verdient noch weniger. trotzdem wollen alle bis mitternacht und am liebsten noch am wochenende in die läden rennen...



    Hängt alles zusammen sprach der Hahn als er den Regenwurm fraß ...


    Anerkennung im Beruf hängt immer auch mit der Bezahlung zusammen.
    Berufserfahrung (das ist gerade mein Thema) muss auch anerkannt und finanziell gewürdigt werden. Trotz 20 Jahren Berufserfahrung werde ich bei einem Stellenwechsel bezahlt wie jemand, der vor vier Jahren erst ausgelernt hat. Und trotz des angeblichen Erziehermangels lassen sich potentielle Arbeitgeber nicht auf Verhandlungen diesbezüglich ein.


    Eine Erzieherin, die nach TVöD-SUE S6 bezahlt wird (und das werden nicht alle, Zweitkräfte werden tw. noch darunter eingruppiert), kommt selbst mit 40 Jahren Berufserfahrung maximal auf 3289.06 € brutto, das gibt nur bei sehr günstigen steuerlichen Voraussetzungen ein monatliches Nettogehalt über 2000,- €. Für nach TVL bezahlte Erzieherinnen ist schon viel früher Schluß.
    Mehr geht nicht.
    Und auch nur für Erzieherinnen, die sich nicht erlaubt haben, den Arbeitsplatz zu wechseln.
    Aber: Erzieherinnen mit 40 Jahren Berufserfahrung gibt es kaum. Die wenigsten schaffen es bis zur Rente.
    Erzieherinnen tragen höhere gesundheitliche Risiken und Belastungen als andere berufstätige Frauen mit etwa gleichem Ausbildungsniveau. 10-20 Prozent sind massiv burnoutgefährdet.



    Bessere Bezahlung würde - ohne anwesenden Erzieherinnen zu nahe treten zu wollen - auch nochmal andere Leute in den Beruf bringen. Männer z.B. und/oder Leute, die nicht so brav und altruistisch sind.


    Bessere Bezahlung und bessere Gestaltung der Arbeitsbedingungen würden zu weniger Personalfluktuation führen. Weniger Personalfluktuation sorgt wiederum für bessere Arbeitsbedingungen. Ein gesünderes Arbeitsklima führt zu weniger Personalausfällen und damit zu weniger Belastungen der Erzieherinnen.


    Die schlechte Bezahlung signalisiert ganz eindeutig, dass ErzieherInnen nicht viel wert sind. Dann noch so Sprüche wie: Arbeitslose zu Erziehern umschulen - Schleckerfrauen in Kitas


    Auja, danke sehr.



    http://www.stern.de/familie/le…arten-tanten-2189177.html



    Doch Krötenmutti, die "paar Kröten mehr" bringen durchaus etwas. Z.B. höhere Rentenzahlungen
    50,- Euro netto mehr pro Monat, das sind immerhin 600 Euro im Jahr.
    Das ist in etwa der Unterschied vom Erzieherinnendurchschnittsgehalt zum monatlichen Durchschnittsgehalt.
    Selbst im Vergleich mit vom Ausbildungniveau vergleichbaren Berufen stehen Erzieherinnen finanziell unterdurchschnittlich da.
    Aber dafür sind ihre Gesundheitsrisiken erhöht.


    Und darum gehört der Verdienst erhöht und darum gehören die Arbeitsbedingungen dringend verbessert.
    Es gibt ein Arbeitsschutzgesetz, es gibt Regelungen für Leute, die am Bildschirm arbeiten, es gibt Regelungen über Lärmschutz ... nur leider hilft das den Erzieherinnen nicht viel.
    Nach einem Tag mit Lärmspitzen über 85 db ist es schwierig, sich noch auf die notwendige Bildschirmarbeit zu konzentrieren (und ja, die Schreibarbeiten werden immer mehr), bei Personalausfällen müssen eben mehr Kinder mitbetreut werden, die Ansprüche des AG müssen erfüllt werden, die der Eltern auch (und was alles erwartet wird, kann man gut hier im Forum nachlesen). Noch immer gibt es nicht überall rückenschonende Möbel.


    Aber Erzieherinnen sind halt viel zu nett und ganz ehrlich: den meisten Eltern scheint es egal zu sein, wie die Umstände der Kinderbetreuung sind.
    Hauptsache, es werden genügend Angebote gemacht, dokumentiert und präsentiert.
    Wie wäre es, wenn Erzieherinnen mal sagen: tut uns leid, heute fehlt die Hälfte der Leute, wir können aufgrund dessen auch nur die Hälfte der Kinder betreuen.


    Angesichts der Umstände wird von vielen Erzieherinnen immer noch bemerkenswert gute Qualität abgeliefert - aber angesichts der Umstände verwundern mich auch Kolleginnen nicht, die völlig demotiviert nur noch Dienst nach Vorschrift schieben.



    http://docs.dpaq.de/8832-kita-streik_pm_gew.pdf



    Trin, ich war letztens im Hort hospitieren. Mir haben den ganzen Tag die Ohren geklungen und mein Kopf hat gedröhnt. Nee, das würde ich keinen Monat aushalten ohne durchzudrehen.

  • Und wo ich gerade dabei bin ...
    Bald zwei Jahre alt - aber aktueller denn je:


    http://www.zeit.de/2013/33/kita-ausbau-erzieher-krank


    Zitat

    Kitas machen krank! Nicht die Kinder, aber die Erzieherinnen. Die arbeiten nach einer Untersuchung der Berliner Alice-Salomon-Hochschule am Rande der Erschöpfung. Von 3.000 befragten Erzieherinnen berichtete jede zehnte von einem Burn-out in den letzten zwölf Monaten. Im Vergleich zu anderen Berufsgruppen leiden Erzieherinnen zudem viel häufiger an Muskel-, Skelett- sowie Atemwegserkrankungen.
    ....
    Die Ansprüche an Erzieherinnen sind enorm gewachsen. Sie sollen Experten sein in Pädagogik und Psychologie, die Entwicklung jedes Kindes dokumentieren, Sprachtests durchführen, kreativ sein, einfühlsam, liebevoll. Und dabei bitte allen Kindern individuell gerecht werden. Da fragt sich so manch eine Erzieherin: Und wer wird eigentlich mir gerecht? Das lächerlich geringe Gehalt am Monatsende wird es mit Sicherheit nicht. Gleichzeitig fehlt es an Respekt und gesellschaftlicher Anerkennung.



    http://www.zeit.de/gesellschaf…013-08/kita-appell-eltern



  • Ab Freitag unbefristete Streiks in KiTas!


    #kreischen



    Wie soll man das organisieren???

  • Tagesmütter, mit Eltern zusammen schließen, unbezahlter Urlaub, Leihomas, ....


    Was ich mich bei den ganzen Aufschreien immer frage.. wie organisieren die Eltern das denn später in der Schule??

    Alles auf Anfang! Oder.. wie finde ich den Weg zu mir selbst. #yoga