Nuckelflasche sterilisieren

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Danke und guten Austausch im Rabendorf!

Rabeneltern.org-Team
  • Ich hab auch nen Sterilisator für die Mikrowelle, find ich praktisch. Und man muss nicht aufs kochende bzw. verkochende Wasser achten. ;)
    Und mir fällt gerade auf, das ich den immer noch benutze...meine Tochter ist fast 2 #augen Macht der Gewohnheit :D

  • Hallo liebe Papagei,...


    :D


    bei deinem Startposting hatte ich das "wo ihr wohnt" gelesen und gedacht "hey - cool - die ist ja lustig" ... erst beim Lesen deines Threads hab ich gecheckt, dass du tatsächlich so lebst. 8o Da ist sicher einiges anders ... aber gut.


    Das mit dem Sterilisieren von Material das mit Milch in Kontakt kommt und von den Händen ist tatsächlich zweierlei ... für eine gute Händehygiene (auch gerade am Anfang der Stillzeit) sollte man regelmäßig, ausreichend lange und mit Seife die Hände unter fließendem Wasser waschen. Gerade auch im Wochenbett. Viele Frauen sind zb früher wegen dieser fehlenden Handhygiene verstorben, weil sich im Rahmen von Untersuchungen Gebärmutterinfektionen eingeschlichen haben. #stumm Hat nichts mit dem Stillen oder den Flaschen zu tun, zeigt aber schon wie groß der Unterschied mit und ohne Hygiene sind.


    Gerade wenn ihr mit Tieren lebt, die u. U. auch freien Zugang zur Natur haben (ich hab keine Ahnung wie es sich so bei euch lebt) können ja durchaus auch nochmal andere Keime eingebracht werden in den Familienhaushalt.


    Speziell zu den Flaschen hat Trin ja bereits wunderbar beschrieben, dass sich in den Ritzen und Fugen gerne Milchreste einhängen (deshalb auch die Reinigung mit einer Spülbürste) und Microfugen im Gummi und Kunststoff entstehen - aber auch Glastflaschen haben zb ein Gewinde. Genauso wird deshalb empfohlen Hände vor dem in den Mund stecken dementsprechend ebenfalls sorgfältig waschen, oder vor dem Zubereiten der Nahrung.


    Der Kontakt vom Baby mit Dreck und Keimen der Natur passiert üblicherweise ja erst nach und nach. Anfangs liegen die meisten Babys auf einem Deckchen - erst wenn es sich dort herunterbewegt hat es direkten Kontakt.


    Übertrieben aus heutiger Sicht ist ein Trend der 80er mit speziellen Lösungen zu sterilisieren - da ist man ja längst weg von. Aber das auskochen oder ausdampfen wird weiterhin empfohlen für die Kleinsten. Auch Schnuller können durchaus Milchreste tragen, wenn sie nach dem Füttern gegeben werden.


    Ich hoffe das beantwortet deine Frage.


    Und auch wenn du deinen Gyn schon verteidigt hast möchte ich an dieser Stelle nochmal schreiben, dass die Aussage schlichtweg FALSCH ist.
    Muttermilch steht bereits in der Schwangerschaft zu Verfügung - man hat herausgefunden, dass es sogar eine spezielle Preterm-Milch gibt, die speziell an die Bedürfnisse von Frühchen angepasst ist.
    Die Milch steht zum Zeitpunkt der Geburt zur Verfügung. Die Mengenanpassung passiert auf Nachfrage (dh. nur wenn was entnommen wird, wird entsprechend - mehr- nachproduziert). Das Kolostrum ab der Geburt kann sofort abgerufen werden und wird ebenfalls nachproduziert.


    Wenn du Sorge vor Stillproblemen hast und keine Stillberaterin vor Ort gibt es Stillberaterinnen, die via Telemedien Arbeiten (Telefon, Skype, eMail) auch hier im Forum gibt es eine ehrenamtliche IBCLC-Stillberatung und im Forum Stillen-und-Tragen gibt es auch ein ehrenamtliches Stillberaterinnenteam.


    Abgesehen von den vielen stillerfahrenen Raben, die dir ja in diesem Thread schon gezeigt haben, dass sie schneller antworten als du lesen kannst #blume


    Danke übrigens für deine Nachfrage - in Kürze veröffentliche ich ein kostenloses ebook zu Anschaffungen in der Stillzeit und entsprechende Alternativen ... ich glaube, dass es vielen werdenden Mamas geht wie dir, auch in der Zivilisation wo wirklich alles verfügbar ist. Aus Angst wird viel Geld ausgegeben und die Aussage "Stillen ist die günstigste Art das Baby zu ernähren" wird ad absurdum geführt.


    Alles liebe für dich und dein Baby #super

  • Liebe papagei
    toll das du dich so gut informierst!


    In deiner wohnsituation wuerde ich mich auch mit sachen eindecken die im fall der faelle dann da waeren (und man dann ja im falle des nicht gebrauchs der naechsten mama vererben kann)


    Also genuegend flaeschchen
    verschiedene sauger
    und pre nahrung (die reicht dann völlig aus im ganzen leben deines babys)


    bei neugeborenen stellt sich dann von allein ein richtiges maß an sauberkeit und desinfektion ein - da halt dich dann an deinen bauch.


    zwecks stillen
    schau dir vorab gute videos an wie ein baby richtig angelegt werden soll
    woran man zu kurze lippen und zungenbändchen erkennt
    nimm per email/skype kontakt zu stillberaterinnen auf und schau vorab mit wem du klarkommst - das ist dann im falle von stillproblemen einfacher wenn du weisst dieser person vertraust du alle andern duerfen schwafeln..


    ich bin sicher du meisterst diese situation hervoragend!

  • Uach, Papagei, das ging mir auch so. Wir wickeln mit Stoff, und meine Mutter hat vorher noch drauf hingewiesen, dass die Mulleinlagen nach Möglichkeit in den ersten paar Tagen zusätzlich noch heiß gebügelt werden sollten. Puh, hab ich gedacht, so viel Bohei, alles steril, das muss doch Quatsch sein. Mh. Meine Mutter bügelt selber auch nicht, und sie konnte mir dann doch glaubhaft versichern, dass es am Anfang fürs frische Kind doch besser ist. Da sind schon genug Bakterien auf den Eltern und in der Umgebung, das reicht für den Start ins Leben erstmal aus. Und es ändert sich ja dann rasch.


    Tiere haben wir leider nicht, erste Kontakte gabs erst mit ~6 Monate rum. Zugegebenermaßen hab ich mir da dann keine Gedanken drum gemacht, Katze und Kind sich unter körperkontakteter Aufsicht kennenlernen lassen und dem Kind auch nicht die Hände danach gewaschen. Das war allerdings eine reine Drinnenkatze. Die erste Draußenkatze war ein paar Monate später, da haben wir auch nicht auf verstärkte Hygiene geachtet.
    Wenn die Katzen gesund sind und nicht unbedingt in Anusnähe gefummelt wird vom Kind würde ich das aber nach kurzer Zeit unter "gehört zum Familienbakterienstamm und der vertrauten Umgebung" verbuchen und da dann beim Hinterherputzen nicht mehr so aufmerksam sein. Ob das "richtig" ist, weiß ich aber nicht.
    Aufsicht brauchen sie ja beim Kontakt erstmal sowieso länger, wegen Kratzgefahr und Augen und so, da kann man ja gut feststellen, obs mehr Sauberkeit sein soll oder nicht. Hundesabber vielleicht mit nem feuchten Tuch entfernen oder so, im ersten halben oder ganzen Jahr.


    Viel Glück und Freude mit Kind, Kegel und dem Stillen! :)

  • Kurz gefasst, weil ich eh mit allen einig bin:
    In der Wohnsituation würde ich mich auch eindecken - hat meine Schwägerin zum Beispiel auch gemacht, für SIE war das beruhigend und sie hat zwei Kinder völlig problemlos je zwei Jahre gestillt. Ob einem eine Flasche im Haus verleitet zum Abstillen ist Typsache. Und wenn eine Milchpumpe im Haus ist, dann kann es noch praktisch sein bei wunden Brustwarzen eine Weile pumpen und füttern.


    *unterschreib* Ich war beim ersten Mal auch unvorbereitet, wollte aber unbedingt stillen. Eine Flasche und Milchpulver im Haus hätte mich davon auch nicht abgebracht, aber doch schon mehr Sicherheit, vor allem, weil auch SH auf dem Land nicht wirklich besser war, nachts oder am Wochenende solche Sachen zu kriegen (so musste ich den Nestle-Fertig-Fläschen-Mist aus dem KH mit nach Hause nehmen. Das Zeug stankt wirklich widerlich und mein Baby mochte es auch nicht wirklich).


    Für dieses Mal hab ich die Kunstmilch-Sachen da, aber natürlich trotzdem fest vor, zu stillen. Ich finde nicht, dass sich das ausschließt oder es einen dazu verleitet, abzustillen (das klingt für mich auch irgendwie so, als würde man bei Problemen nur weiterstillen, wenn einen die Umstände dazu zwingen und man keine Alternative hat). Es nimmt nur den gewaltigen Druck raus. Und unter Druck und Stress Stillen ist auch nicht so toll, wie ich feststellen musste.

  • Ich hab jetzt nicht alles gelesen, da ich leichte Anflüge von Still-Mafia gesehen habe und mir das nicht antun wollte. #schäm
    Deshalb weiß ich nicht, ob meine Ergüsse schon genannt wurden. Wenn ja, bitte einfach ignorieren. ;)


    Zum Thema:
    Die Bundesanstalt für Risikobewertung schreibt, dass die Flaschen auf jeden Fall mit heißem Wasser und Spülmittel oder in der Spülmaschine bei 65 °C gründlich gesäubert und anschließend getrocknet werden sollen, auskochen oder Dampfsterilisation eine zusätzliche Sicherheit bietet.
    BfR - Empfehlungen zur hygienischen Zubereitung von Säuglingsnahrung (Absatz 4.2, Seite 7)
    Wir haben uns einen Dampf-Steri von beuerer gekauft, der hier auch noch in Betrieb ist...einfach aus Gewohnheit. Nach dem, was ich Julia jeden Tag von den Händen und aus dem Mund pflücke, könnt ich mir das echt auch sparen.
    Als sie noch ganz mini war, hätte ich darauf nicht verzichten mögen.
    Das Gerät kann ich sehr empfehlen. Passen 6 handelsübliche Flaschen rein und es ist in knapp 20 Minuten fertig.
    Beißringe werden nach Gebrauch heiß abgespült und wieder in den Kühlschrank gepackt.


    Mit Fläschchen in die Spülmaschine packen sollte man vorsichtig sein (hab ich bisher einmal gemacht, als Julia Durchfall und ich einen Anflug von Desinfektionswahn hatte) da die Skala mit der Zeit ab geht.


    Alles Gute für die Geburt und ich drück die Daumen, dass das mit dem Stillen klappt!

    Wer nicht zuweilen zu viel und zu weich empfindet, der empfindet gewiss immer zu wenig.
    Jean Paul

  • Hallo, dein Körper ist perfekt dafür vorbereitet, dein Baby zu stillen. Die Aussagen der Frauenärztin finde ich sehr fragwürdig und hinderlich für eine gute Stillbeziehung. Es ist eben so, dass das Vorhandensein von Flaschen und Pulver im Haus dazu verleitet, bei leichten Unstimmigkeiten schnell eine Flasche mit künstlicher Milch zuzubereiten. Am besten holst du dir NICHTS davon ins Haus, sondern vertraust deinem Körper. Dann musst du dir auch um das ganze Sterilisierzeugs keine Gedanken machen.


    Solche Aussagen vielleicht, die hab ich vor dem ersten Kind noch und nöcher gehört und gelesen, auch in Stillbüchern "jede Frau kann stillen" etc.. Wie gesagt, mir haben die nur Druck und Stress eingebracht und durchs Unvorbereitetsein auf die Stillprobleme noch mehr davon, was alles eher kontraproduktiv fürs Stillen war.


    Am schlimmsten finde ich das "bei leichten Unstimmigkeiten", so, als wäre die Frau nur einfach zu zimperlich und verweichlicht. Meine Schmerzen und blutigen Brustwarzen wünsche ich keinem. Mein Baby hat mehr von Blut als von Milch gelebt in den ersten Wochen... Und ja, als es auf die 20 % Gewichtsabnahme zuging, hab ich dann zugefüttert, später aber wieder vollgestillt. Das eine schließt das andere nicht automatisch aus!


    (Fett markiert von mir).

    Einmal editiert, zuletzt von LemonySnicket ()

  • Hallo,


    Bei mir war es tasächlich so, daß mir im KH mit spannender Brust und ersten schmerzenden stellen zur Flasche geraten wurde, damit das Kind wenigstens etwas in den Magen bekommt, "bis sich die Brust reguliert". Hätte ich Flaschen und Milch zu Hause gehabt, hätte ich es sicher auch aus Angst um mein Kind gemacht. Da wäre vermutlich der erste Milchstau vorprogramiert... und dann weiter? (Ich kenne mindestens 2 Frauen bei denen - vermutlich, 100%ig genau wird man es ja nie sagen können - diese "Übergangsfläschchen" zu heftigen Stillproblemen und schließlich zum zügigen abstillen führten.


    Ich bin froh, daß ich diese Möglichkeit zwar im Hinterkpopf hatte, aber eben nicht nur einfach an den Schrank gehen musste. So hatten wir - zum Glück - einen Hebammenbesuch "dazwischen". Und meine damalige, zum Glück in Stillbegleitung erfahrene Hebamme konnte mir a) sagen, daß mein Kind keinerlei Anzeichen von Dehydrierung oder Unterzuckerung zeigte und b) die richtigen Techniken zum ausstreichen und Anlegen zeigen.


    So verschieden kann es sein. Darauf hinzuweisen hat für mich hat das nichts mit "Stillmafia" zu tun.


    Unter den von der Threadstarterin beschriebenen Umständen - die man ja zu dem Zeitpunkt noch nicht kannte - ist das natürlich etwas anders, wenn das Beschaffen tatsächlich 3 Wochen dauern kann, ist es schon sinnvoll eine kleine Grundausstattung da zu haben.
    Allerdings wäre ich dann, wenn man tatsächlich die Flasche gibt, mit der Hygiene besonders pingelig. Denn wenn es so schwer ist, Milch zu besorgen, ist es vermutlich mit der ärztlichen (ggf. sogar KH-) Betreuung eines kranken Neugeborenen auch nicht ganz so einfach.


    Vor kuschelwütigen Katzen oder Gartendreck hatte ich übrigens immer deutlich weniger Bedenken als vor Keimen im Zusammenhang mit verdorbenen Lebensmitteln.

  • Wie ist denn die Lage an kompetenten Hebammen oder Stillberaterinnen auf so einer Insel? Wie gesagt, SH auf dem Land war da auch wie eine Insel, da gabs dann auch kaum Hilfe und an Marken im Supermarkt höchsten Nuk Standardsauger (mit dem mein Baby nicht klarkam) und vor allem diese widerliche Nestle-Milch. Beides in Bio-Qualität musste ich auch bestellen, was einige Tage dauerte. 3 Wochen mag ich mir gar nicht vorstellen, da würde ich wohl richtig bunkern (und ja, notfalls die ungebrauchten Sachen spenden oder verkaufen etc.).

  • Hallo,


    Pamela, es ist für mich das eine, die eigene Meinung und Erfahrung zu schreiben - das finde ich richtig und wichtig - aber etwas andere, anderslautende Meinungen mit einem Begriff wie "XY-Mafia" von vornherein abzuwatschen.


    Ich stelle mir gerade vor irgendwer hätte hier etwas von "Flaschenmafia" o.ä. geschrieben, dann wäre die Empörung - völlig zu recht - hochgekocht.


    Aber andersrum muss man sich das gefallen lassen?
    Ich finde diese Art mir Meinungen und Entscheidungen umzugehen nicht in Ordnung.
    (Daß die Milchbeschaffung bei der Threadstarterin derart schwierig ist und 3 Wochen dauern kann, konnte man beim Eingansgspost ja nicht wissen)

  • "Flaschenmafia" hätte nur gepasst, wenn jemand geschrieben hätte, stillen sei doch eh scheiße und nimm doch gleich die Flasche. Das wurde aber nicht geschrieben. Aber "stillen kann doch jede, kauf keine Flaschen/Milch, sonst hälst du es nicht durch" schon...


    Darum auch meine Frage, wie es denn mit kompetenten Hebammen und/oder Stillberaterinnen auf so einer Insel aussieht. Wenn es eine gibt, super! Trotzdem für mich kein Grund, nicht vorsorglich doch so ein Set anzuschaffen, einfach um sicherzugehen. Sorry, wenn ich nach meinen Erfahrungen weder an "alles wird gut, wenn man nur will" oder an das Wunder des weiblichen Körpers oder an "jede Frau kann stillen" glaube...

  • "Flaschenmafia" hätte nur gepasst, wenn jemand geschrieben hätte, stillen sei doch eh scheiße und nimm doch gleich die Flasche. .


    Wer hat geschrieben, Flasche geben sei "scheiße"? Ich kann es nicht finden.


    Die Mutter MÖCHTE stillen (bis auf wenige Ausnahmen wenn das Kind älter ist) und da finde ich die Ratschläge durchaus passend.
    Auch die die anderer Meinung sind al die "Milchvorrat braucht man eigentlich nicht", aber ohne Beschimpfung anderer daherkommen.


    Und noch mal: Wie schwer es mit der Milch(flaschen) Beschaffung ist, konnte man im Eingangspost nicht wissen, als das klar war hat so ziemlich jeder geschrieben: OK, klar, dann sieht das anders aus.


    Ich finde diese Beschimpfung absolut fehl am Platze. Wenn man mit EINEM Post (oder auch mehreren) nicht einverstanden ist, kann man dazu seine entgegengesetzte Meinung oder persönliche Erfahrung schreiben, Das ist wie gesagt mMn richtig und wichtig.
    Aber ich denke, das geht recht gut auch ohne eine pauschale Beleidigung in den Raum zu werfen.

  • Ich hatte den Beitrag extra zitiert, um den es mir ging. Und da stand, dass man das Stillen bei Problemchen (oder wie würdest du "leichte Unstimmigkeiten" deuten?) sein lässt, wenn man denn die offenbar verlockende Flasche und Kunstmilch im Haus hat. Frau macht es sich dann offenbar zu einfach, wenn sie auch Alternativen zum Stillen hätte. So kam es jedenfalls bei mir an. Wenn man mal echte Stillprobleme hatte, ist das ein Schlag ins Gesicht. Und ja, für mich ist das schon Anti-Flasche, weil hey, jede Frau kann doch stillen, nicht wahr? Wird ja hier auch oft und gerne immer wieder wiederholt, hier im Forum, hier im Thread und leider auch in diversen Stillratgebern, die ich dummerweise vor der ersten Geburt gelesen hatte. Und ich hab das auch beim ersten Kind geglaubt und sehr sehr unter meinem Versagen gelitten, als es dann nicht einfach so klappte...

  • So kam es jedenfalls bei mir an.

    Ist dir schonmal aufgefallen, dass das, was jemand schreibt (und meint) und das, was bei dir ankommt selten übereinstimmt?


    Ansonsten fällt mir gerade nicht viel dazu ein bis auf ein riesengroßes geht's noch?

  • Hallo,


    Pamela hatte nichts zitiert sondern den Begriff einfach in den Raum geworfen.


    "Leichte Unstimmigkeiten" wären für mich genau das: Stillschwierigkeiten, die sich relativ leicht lösen lassen. Durch eine bessere Anlegetechnik z.B. oder durch mehr Wissen (bei mir habt beim ersten Kind noch dieser mindestens 2 Stundenlang ja keine neue Milch auf alte Milch-Kram für Stillverwirrung und Verzweiflung beim Kind gesorgt - eine kurze Erklärung der Hebamme und das "Problem" war gelöst. )


    Die wären für mich tatsächlich kein Grund, zur Flasche zu greifen.


    Bei Problemen, die sich nicht so leicht lösen lassen -dass es die gibt, streitet vermutlich keiner ab - muss natürlich abgewogen werden, was für Kind UND Mutter der beste Weg ist.

  • Mich hat an den Antworten gestört, dass nicht nur auf die Frage eingegangen wurde sondern gleich die Einwände kamen, die TE solle doch stillen, das klappt schon!


    Sie hat gefragt, wie sie Fläschchen (aus denen man auch Muttermilch geben kann, sie hat das ja auch vor!) reinigen kann.
    Warum sie Fläschchen kaufen möchte oder gekauft hat und was sie ihrem Kind füttert kann uns doch *sorry* pupsegal sein.


    Mir stoßen einfach solche Beiträge sauer auf, in denen behauptet wird, jede Frau könne stillen, wenn sie sich nur genug anstrenge.
    Hier lief es wie bei Lemony.
    Ist ein geiler Anblick, wenn man das (schreiende, weil hungrige!!!) Baby von der Brust nimmt und der Mund blutverschmiert ist. Wenn man sich vor jedem nächsten Anlegen fürchtet, weil es so weh tut, dass man vor Schmerzen schreien möchte.
    Meine Kleine hat eine ganze Woche fast durchgeschrien (außer wenn sie geschlafen hat). Alle sagten mir, das seien die 3-Monats-Koliken.
    Komischerweise waren die dann nach der genannten Woche vorbei, als ich ihr die Flasche gegeben hab und sie plötzlich satt war.


    Auch wenn eine Stunde im Vergleich zu einer ganzen Woche pipifax ist, hätte ich ihr diese eine Stunde Hunger und Schreien gern erspart, als die Erkenntnis da war und mein Mann losgedüst ist um Fläschchenkram zu kaufen.
    Den hatte ich nämlich nicht daheim, weil...jede Frau kann stillen! #hammer


    Ja, ich hab sie oft angelegt, nicht nach der Uhr sondern wenn sie Hunger zeigte, also quasi ständig, wir haben viel nackt gekuschelt.
    Mein Abstillen bestand aus Pfefferminztee trinken und kühlen. Zwei Nächte bin ich leicht ausgelaufen, dann wars gegessen. Da war WIRKLICH keine Milch. Und ich weiß nicht, was ich noch hätte tun sollen, damit welche kommt.
    Und ich habe sehr drunter gelitten, dass es nicht geklappt hat, hab es immer noch nicht überwunden. Und deshalb meide ich solche Beiträge. Weil es immer noch weh tut.


    @LemonySnicket: Sorry, dass ich Dir jetzt erst zur Seite eile, wo Du mich ja so toll verteidigt hast. #knuddel

    Wer nicht zuweilen zu viel und zu weich empfindet, der empfindet gewiss immer zu wenig.
    Jean Paul

    Einmal editiert, zuletzt von Pamela ()

  • Ich glaube, wenn ich mal versuchen darf zu vermitteln, hier kochen gerade unnötigerweise die Emotionen hoch.
    Ich weiss noch gut, wie empfindlich ich anfangs war und wie sehr mich solche Bemerkungen wie "leichte Unstimmigkeiten" verletzt haben. Und ja, auch ich verwende gelegentlich für mich selbst im Stillen diesen verpönten Begriff - aber ich bin überzeugt, dass Alle, die hier gepostet haben, es gut meinten und es sich wirklich nur um eine unterschiedliche Wahrnehmung und unbedachte Bemerkungen handelte.


    Der Threadstarterin hilft das gerade nicht weiter. Wieder vertragen?


    Liebe Grüsse


    Talpa
    (Die schon mal heulend auf einer Parkbank sass, weil eine wildfremde Frau sie angeschnauzt hat, warum sie dem armen Kindchen die Flasche gebe - auch wenn es von der anderem Seite her schwer zu glauben ist, das tut unglaublich weh, wenn frau gerne voll gestillt hätte "wie jede Frau das ja kann"...)

  • Lemony, dass es für viele leichter ist, nicht zu stillen, die eigentlich gar keine großartigen Schwierigkeiten damit hätten bedeutet doch noch lange nicht, dass es keine ernsthaften Stillprobleme gibt?


    Und nein, nicht jede Frau kann stillen (gelesen hab ich mal was von ~1%, bei denen tatsächlich zu wenig Milchdrüsen sind), nicht für jede Frau lohnt sich das Stillen (subjektiv schwerwiegende Stillprobleme (Schmerz/Aufwand/Tränen/Schweiß fressen restliches Leben) sind eben nichts, was man aushalten müssen sollte, um verhältnismäßig wenig Gewinn für Mutter und Kind zu erhalten), und nicht jede Frau möchte stillen.
    Alles völlig ok.


    Was nicht ok ist, ist die Tatsache, dass viel zu viele Frauen stillen wollen und durch Mangel an guter Anleitung und Informationen und Erfahrung nicht können. Die Zahlen (ich meine, es wären 2/3 der Mütter, die stillen wollen, aber weniger als 1/3, die dann letztendlich ihr Kind in den ersten drei Monaten stillen) sprechen da wirklich eine deutliche Sprache. Da zu informieren und auf Anleitung und Erfahrungswerte hinzuweisen ist doch eher wichtig, ohne dass es flaschenernährten Kindern etwas wegnimmt.


    Ich hatte selbst große Stillschwierigkeiten, und zum Glück kurz vor knapp noch eine richtig gute und sehr erfahrene Stillberaterin erwischt. Sie hat uns auch die Aussicht auf baldige Schmerzfreiheit und vor allem die Endlichkeit der Probleme vor Augen geführt. Zugefüttert haben wir da auch (allerdings mit Fingerfeeding, nachdem die Stillberaterin da war). Und das war auch gut und nötig. Wäre das nicht so gewesen, hätte ich das Stillen drangegeben, und tatsächlich meinen Frieden damit schließen können. Weil ich, und das lange vor dem Stadium, durch das du dich gekämpft hast, nicht mehr geben und versuchen konnte.
    Du hast dich nach deinen Kräften bemüht (und deine persönlichen Schmerzgrenzen sind echt sehr viel krasser als meine!), und das gegen schlechte Anleitung, null Erfahrung, über Trauma und körperliche Grenzen hinweg.
    Ein Großteil der Ratenden hier legen doch die Hauptgewichtung auf eben diese entscheidenden Faktoren - Information und Anleitung, frühzeitig und kompetent.
    Wenn da jetzt nicht das praktische Beschaffungsproblem wäre, seh ich das nicht als problematisch. Was für den Einzelnen dann im jeweiligen Fall passt und besser ist, kann man ja trotzdem gut selbst entscheiden. Für die einen erzeugt das Milchpulver im Haus eine Backupsicherheit, die den Druck rausnimmt, andere verunsichert es halt und verführt zu Entscheidungen, die man vielleicht sonst eben nicht getroffen hätte. #weissnicht