Wie kamen eure Kinder von "Kann im Prinzip lesen" zu "Liest selbst fluessig"?

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  • Mein Kind kann jetzt schon eine Weile im Prinzip lesen, heisst sie schafft ein paar Saetze, hier und da braucht sie vielleicht ein paar Anlaeufe bei neuen Texten. Ich merke auch, dass es langsam fluessiger wird. Ich wuerde aber gerne wissen, wie ich diesen Schritt unterstuetzen kann, also zum eigenstaendig richtig fluessig lesen koennen? (Oder kann man nur abwarten?) Wie lief das bei euren Kindern?

  • Hmmm... ich kann das gar nicht so genau sagen.
    Sehe ich richtig, dass dein Kind noch im Vorschulalter ist?

    Ich würde dem einfach Zeit geben, gerade wenn sie noch nicht in der Schule ist.
    Meine Vorschülerin kann buchstabieren und erarbeitet sich darüber die Worte, von flüssig lesen ist sie aber noch Meilen entfernt.

    Mein Sohn konnte das quasi von Anfang an, sobald er die Buchstaben konnte, konnte er flüssig lesen. Er ist in der Hinsicht aber auch ein Überflieger und liest alles, was ihm zwischen die Finger kommt.

    Unterstützen kannst du es eigentlich nur, indem ihr viel miteiander lest und du ihr Lesefutter gibtst, dass sie echt interessiert.
    Meiner Erfahrung nach sind (gute!!) Comics ein Wundermittel. Text in überschaubaren Portionen, man versteht die Handlung auch, wenn man nicht alles 100% liest und es macht viel Spaß und hat so gar nix von "lernen"
    Ich sag immer : Egal was, hauptsache sie lesen

    Fairy tales are more than true: not because they tell us that dragons exist, but because they tell us that dragons can be beaten.

    Neil Gaiman

  • bei uns von allein, die große wollte einfach lesen und hat bücher angeboten bekommen, und hat sie gelesen, erst langsam, dann immer schneller ... und jetzt liest sie gerade den letzten teil von harry potter (und ich weiss nicht ob das richtig war ... ist aber ein anderes thema...)

    eine freundin von ihr hat null interesse an büchern und "kann im prinzip lesen" - aber weiter gehts nicht.

    ich glaub, das geht echt nur, wenn die kids lesen wollen, also denke ich das wichtigste ist das richtige thema zu finden.

    und diese leselernbücher finde ich schrecklich, die geschichten sind so platt und uninteressant ...

    Trinity mit DerGroßen (9 jahre) DemGroßen (7) und DerKleinen (3 Jahre) & Mini ( 5/14)

  • Will Dein Kind denn dabei unterstützt werden?

    Ich hab bei meinem Sohn erstmalig selbst erlebt, dass ein Kind sich selbst Lesen und später auch Schreiben beibrachte.
    Die ersten Sätze lesen fing so im letzten Herbst an, da war er 5 Jahre.
    Wir haben das schon kommentiert (wir waren wirklich platt), aber ich hab ansonsten nichts weiter getan, um ihn zu fördern. Er hat auch nicht danach gefragt.
    Wenn er etwas vorlesen wollte, haben wir zugehört, wenn er Fragen hatte, hat er gefragt, und wir haben geantwortet.
    Ansonsten hab ich das alles einfach laufen lassen.

    Mittlerweile liest er ziemlich gut, sowohl Klein- als auch Großbuchstaben, Schreibschrift und zur Not auch kopfüber, lässt sich aber, da die Geschwindigkeit noch nicht so rasant ist, wie ihm das so vorschwebt, am liebsten immer noch vorlesen.

    Ich glaube, eine spezielle Unterstützung ist da gar nicht notwendig. :)

    Kira

    Be who you needed when you were younger

  • Das lief über das Lesen-müssen in der Schule. Irgendwann in der 2. Klasse hatte sie dann so viel Übung, dass es anfing, ihr Spaß zu machen. Wir hatten auch einen Lesepass und sollten zu Hause üben. Ich fand das so doof, dass ich unterschrieben habe, ohne mein Kind lesen zu lassen. Welchen Unterschied macht es, ob ein Kind 2 Monate früher flüssig lesen kann? Jetzt nimmt sie sich Bücher und liest sie in einem Rutsch durch. Eine richtige Leseratte ist sie. #herzen

  • Soweit ich mich erinnere, ist Dein Kind noch kein Schulind, oder ? In dem Fall würde ich persönlich einfach abwarten und keiner Entwicklung vorgreifen wollen. Das Synthetisieren von Lauten zu Silben und von Silben zu Wörtern entwickelt sich häufig erst im 7./8. Lebensjahr und automatisert sich dann auch zunehmend. Die Routine kommt mit dem Aufbau eines Sichtwortschatzes, bei dem sich die Kinder sich nicht mehr jedes Wort einzeln erlesen müssen.

  • Es ging halt auf einmal #weissnicht Da war er so 5,5 Jahre und wollte Asterix Comics lesen. Da hat es dann endgültig geschnackelt.

    Siehste! Comics sind ein Wundermittel!

    Bei uns sind es auch die Asterix Comics und die Mosaik-Comics (ausgezeichnet von der Stiftung Lesen), die die Kinder zum lesen animieren.

    Fairy tales are more than true: not because they tell us that dragons exist, but because they tell us that dragons can be beaten.

    Neil Gaiman

  • wenn Kind gern und regelmäßig liest, ergibt´s sich von alleine.
    Ich hab´s auch vor der Schule gelernt und ein paar Monate später dicke Märchenbücher gelesen, ganz ohne daß man mich irgendwie speziell unterstützt hätte.
    J. hat´s im ersten Hj. der 1. Klasse gelernt und zum Sommer dann recht gut gelesen (also nicht mehr in einzelnen Silben), richtig flüssig wurde es zu Beginn der 2. Klasse, ab da verschlang sie auch selbst Bücher.
    Ihre Freundin hat noch ein halbes Jahr länger gebraucht, da wenig Interesse an selbständigem Lesen (sie liest bis heute nur dann, wenn sie muß *g*)

    LG H. mit J. (volljährig) und S. (Teenie)

  • Hier waren es die lustigen Taschenbücher - zuerst sogar nur die Einzelworte im Bild, gar nicht die Sprechblasen. Er hat die sich schon immer gerne angescheut, zuerst die bunten Bilder, dann mit drei hat er kapiert, dass das eine zusammenhängende Geschichte ist, dann kamen eben die "Boing" "Krach" "Seufz" und "Uff" und dann die Sprechblasen - mein Mann hat sogar Comics vorgelesen, damit es nicht so frustrierend ist, wenn man nach 5 Sprechblasen eine Pause braucht.
    Lesen konnte er vor der Einschulung in die Eingangsstufe kurz vor dem sechsten Geburtstag, flüssig Lesen und Vorlesen klappt seit ca. einem Jahr, am Ende der E1. Er liest Druckschrift, Schreibschrift, auf dem Kopf und handschriftliche Notizen, sogar meine Sauklaue......

    Aber "fördern" im Sinne von ein Ziel setzen und erreichen wollen würde ich da nicht, einfach weiter lesen, lesen und nochmal lesen, dann kommt das von ganz allein.

    LG, gaagii

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    Wenn ich mir einen Krankenwagen im Ballettröckchen tätowieren lasse, habe ich Tatütatatütütattoo! #blume
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  • Bei uns auch über Comics.

    Kind1 las schon vor der Schule flüssig und gerne und kam über Witch-Heftchen, diverse Mangas aus der Bibliothek, Calvin und Hobbes, Gaston, Asterix... zum Bücher lesen. Aktuell (4. Klasse) liest es sich durch Harry Potter und Walter Moers, zieht aber immer noch gerne als Snack zwischendurch einen Comic rein.
    Kind 2 interessierte sich nicht gross fürs Lesen, hat in der Schule gelernt und kriegt jetzt in der 2. Klasse Freude am selber Lesen mit Marsupilami und vielen anderen Comics bunt gemischt. Bücher liest es noch nicht freiwillig. Wir liessen ihm Zeit und sorgten dafür, dass verschiedenes Lesematerial zugänglich ist. Vor etwa einem Monat kam der denkwürdige Moment, als es das erste mal auch nach mehrmaliger Ansage nicht merkte, dass es Essen gibt, weil so vertieft am Lesen. #love

  • Das kam übers "Mama, ich lese die Sätze [im öffentlichen Raum; Werbung, Schilder, Plakate...], ob ich will oder nicht!"
    Sie hat auf einmal die Wörter auf einen Blick erfasst. Automatisch. Ab da ging es auch mit dem Lesen von Büchern voran.

  • Ich hab mir mal Comics notiert. :) Wir haben zB "Erst ich ein Stueck dann du" fuer Drache Kokosnuss, das mag sie sehr gerne. Ich will das aber nicht immer und immer wieder lesen. #schäm Mit so einem Erstlesebuch (irgendwas mit Drachenhoehle) konnte ich sie nicht sehr locken, das Conni-Erstlesebuch hat sie noch (*schuettel*), das mag sie schon lieber.
    Ich hab mal einen dieser Graphic Novels bestellt, der in einem anderen Thread empfohlen wurde (irgendwas und der Troll), mal schauen, ob sie damit was anfangen kann.

    Wg. Unterstuetzung an sich: Ich wuerde ihr gerne die Moeglichkeit geben, die grosse Welt der Geschichten selbst erobern zu koennen. :) Ob zwei Monate spaeter oder nicht - das sind zwei Monate, in denen diese Welt noch nicht offen steht. Finde ich schade, wenn es auch einfach anders ginge (und wenn nicht, dann halt nicht).

    Bzgl. Vorgreifen auf die Schule mache ich mir keine grossen Gedanken, mein Kind wird vermutlich nicht in D auf eine Schule gehen.

  • Plötzlich! Ich merkte das, als sie so nebenher auf meine Whatsapp Nachrichten Bezug nahm, da muss sie flüssig gelesen haben, weil ein stundenlanges "im Prinzip lesen" hätte ich unterbunden.... 8o :D

    Jetzt weiß si aber, dass Handys auch Unters Briefgeheimnis fallen....

    Aber da war sie schon sieben und war schon im zweiten Schuljahr... Im Prinzip lesen ging schon Ende des ersten Schuljahres. Was ich als lesepatin aktuell merke mit Zweitklässlern, flüssiges lesen heißt nicht zwingend sinnentnehmendes lesen. Das ist noch einmal eine andere Nummer....

    "Wenn Dein Leben schwerer geworden ist, bist Du vielleicht ein Level aufgestiegen?!"

  • Ob zwei Monate spaeter oder nicht - das sind zwei Monate, in denen diese Welt noch nicht offen steht. Finde ich schade, wenn es auch einfach anders ginge (und wenn nicht, dann halt nicht).

    ernsthaft? :-o Wieso hast du es so eilig? Fährt sie halt in den zwei Monaten 1 h mehr Laufrad/Fahrrad pro Tag, anstatt Drache Kokosnuss zum 100sten Mal zu lesen.

  • Der Punkt ist aber doch eigentlich, dass wenn man "im Prinzip lesen" kann, dann fehlt nur noch die Übung. Da muss man eben noch genügend Worte lernen, die man dann nicht einzeln buchstabierend entziffern muss sondern auf einen Schlag erkennt, damit das Lesen selber nicht so viel Kapazität bindet.

    Comics sind für diesen Schritt gut. Aber wenn sie wirklich jetzt schon "die Welt der Geschichten" sehen wollte, könnte sie auch direkt damit die Übung kriegen.

  • Nein, zwei Monate oder nicht machen einen so grossen Unterschied dann doch auch nicht, ich hab das nur aus einem anderen Post uebernommen. Mit dem derzeitigem Lerntempo wuerde ich erwarten, dass es noch ca. ein Jahr dauert (sie hat frueh angefangen, aber Fortschritte sind eher langsam) und das ist dann schon was anderes, finde ich.

    Zitat

    Der Punkt ist aber doch eigentlich, dass wenn man "im Prinzip lesen" kann, dann fehlt nur noch die Übung. Da muss man eben noch genügend Worte lernen, die man dann nicht einzeln buchstabierend entziffern muss sondern auf einen Schlag erkennt, damit das Lesen selber nicht so viel Kapazität bindet.

    Ja, da sagst du was.

  • Wg. Unterstuetzung an sich: Ich wuerde ihr gerne die Moeglichkeit geben, die grosse Welt der Geschichten selbst erobern zu koennen. Ob zwei Monate spaeter oder nicht - das sind zwei Monate, in denen diese Welt noch nicht offen steht. Finde ich schade, wenn es auch einfach anders ginge (und wenn nicht, dann halt nicht).

    Aber wieso eine Tür für sie öffnen und sie durchschubsen, wenn sie selbst aufmachen und durchgehen kann, sobald sie so weit ist. Meine Tochter ist drei Jahre älter, liest eher wenig, weil es so interessant auch doch nicht ist, und geht momentan durch ganz viele andere Türen. Ich wüsste gar nicht, welche zu öffnen für sie gerade dran wäre. #weissnicht
    Insofern würde ich gar nichts machen und einfach warten.

  • Gerade wegen "selbst erobern": das finde ich wichtig und toll!

    Für mich war lesen lernen - und auswählen, was ich lese - etwas ganz tolles. Ich bin froh, konnte ich Tempo und Lesestoff selbst bestimmen, so war es meine! selbstbestimmte Leistung. Folglich habe ich in der Bibliothek meinen Kindern schon gezeigt, wo die "Anfängertexte" stehen und was es alles gibt, aber dann selbst auswählen lassen. Und mich überraschen lassen, was kam, z.B. ein Erwachsenen-Sachbuch über Regenwälder