Mit wieviel Promille kann man noch seiner Aufsichtspflicht nachkommen?

  • Hallo,


    bei uns steigen das ganze Jahr über immer wieder Nachbarschaftsfeste, auf denen auch gut getrunken wird. Ich bin die Einzige, die nichts trinkt.
    Gestern hab ich mich so über meinen Mann geärgert, weil es mir nicht gut ging und ich eigentlich früh ins Bett wollte, weil ich heute auch noch arbeiten muss. Als ich dann gehen wollte, hatte er bereits sieben oder acht Halbe getrunken, und fand es total lächerlich, dass ich jetzt deswegen nicht heimgehe, er sei durchaus noch in der Lage, auf die Kinder aufzupassen.


    Wie seht Ihr das denn? Ich habe keinerlei Erfahrung mit Alkohol, weiß nicht, wie sich das anfühlt, wenn man so viel getrunken hat, und ich denke mir immer, wenn jetzt mit einem Kind etwas wäre, dann sollte wenigstens ein Erwachsener da sein, der noch klar denken kann und notfalls ein Auto steuern.


    Liebe Grüße,
    orange

  • naja, ich denke das hängt voll davon ab wieviel man verträgt.


    Was sind halbe?


    Meine persönliche grenze wären so zwei glas sekt oder wein, danach würde ich mir selbst keine kinder mehr anvertrauen. (im notfall würde es wahrscheinlich noch gehen, aber das kann ja nicht das ziel sein)


    wahrscheinlich kannst du besser einschätzen, wann dein mann noch in der lage ist sich um die kinder zu kümmern als er selbst.

    Trinity mit DerGroßen (9 jahre) DemGroßen (7) und DerKleinen (3 Jahre) & Mini ( 5/14)

  • Was sind halbe?


    wahrscheinlich kannst du besser einschätzen, wann dein mann noch in der lage ist sich um die kinder zu kümmern als er selbst.

    Halbe sind ein halber Liter Bier.


    Nein, ich kann das leider überhaupt nicht einschätzen, weil ich mich ja dann immer um die Kinder kümmere, und da müsste ich ihn erstmal erleben, wie er so viel getrunken hat und dann in einer Situation reagieren müsste.


    Mir ist nur aufgefallen, dass ich gestern die Einzige war, die ihre patschnassen Kinder umgezogen hat (es war mittlerweile richtig kalt geworden), bzw die überhaupt gemerkt hat, dass sie so nass sind. (Haben an einem Brunnen gespielt.)

  • Ich verstehe deine Bedenken.
    Von der anderen Seite gedacht: hätte dein Mann wenn er nüchtern wäre gemerkt, dass die Kinder nass sind und hätte er sie dann umgezogen? Bei meinen Eltern gab es gerade bei solchen Themen oft Meinungsverschiedenheiten, auch ganz ohne Alkohol.


    Ich trinke auch sehr selten Alkohol (momentan stillbedingt ja gar nicht), entsprechend war ich immer schon von wenig recht betrunken und kann es auch schwer einschätzen. Ich hab für mich beschlossen, die Promillgrenze für Autofahrer grundsätzlich auch bei der Beaufsichtigung eigener Kinder okay zu finden, alles andere ist personenabhängig.


    Kannst du nochmals mit deinem Mann reden, wenn er nüchtern ist? Ihn einfach mal erzählen lassen, wie er es erlebt und wo er für sich in Zukunft die Grenze ziehen würde?

  • Von mir ein ganz klares Nein!
    Dabei ist es mir völlig egal, wie alt die Kinder sind und wie viel derjenige so verträgt. Das ist definitiv viel zu viel, um noch angemessen auf Kinder achten zu können bzw. entsprechend reagieren zu können, falls etwas passiert.

    Es ist Liebe, die Gestalt angenommen hat. Glück, das den Atem nimmt. Zärtlichkeit, für die es keine Worte gibt. Eine kleine Hand, die zurückführt in eine Welt, die man vergessen hat.

  • Ich kenne niemanden, der nach drei oder vier Litern Bier noch Kinder hüten könnte. Aber Besoffene, die ihre Leistungsfähigkeit massiv überschätzen, habe ich schon öfters erlebt.

  • Sieben oder acht Halbe 8I


    Nein, das finde ich definitiv zuviel um noch Aufsicht führen zu können.Klar hängt es auch von der persönlichen Grenze ab(ich trinke eigentlich nie was und mir wird schon komisch nach einem Alster) aber trotzdem.

  • Für mich persönlich ist die Grenze die, die ich laut GEsetz uach beim Auto fahren habe. Mein Mann trinkt seit 12 Jahren keinen Alkohol mehr, ich trinke dafür. Ich trinke mal ein Radler oder einen Hugo oder einen Cocktail, eben so viel, wie ich früher getrunken habe, wenn ich noch fahren musste. Mehr würde ich nicht akzeptabel finden, um noch auf Kinder gut achten zu können


    Edit sagt: Ich trinke dafür, das hört sich an :D Ich trinke ca 1 mal die Woche ein Radler, mehr nicht #schäm

  • Das sind 3,5 bis 4 Liter Bier!


    Es gibt genügend Männer, die mit einem daraus resultierenden Blutalkoholpegel - Entschuldigung - Rotzbesoffen sind! Und sich dann noch einbilden, sie könnten noch Autofahren (der Beckstein meinte ja auch mal, dass man mit 2 Maß Festbier noch fahren könne).


    Wenn jemand soviel verträgt, ohne dass man es ihm anmerkt (du hast nicht geschrieben, ob er schon (deutliche) Anzeichen von Bertrunkenheit gezeigt hat), dann würde ich ihm sicher nicht mehr die Aufsicht über die Kinder überlassen, aber mir Gedanken in Richtung Alkoholprobleme machen!

    „Ich mache nicht nur leere Versprechungen, ich halte mich auch daran.“
    (Edmund Stoiber im Wahlkampf 2005)

  • Ich hab für mich beschlossen, die Promillgrenze für Autofahrer grundsätzlich auch bei der Beaufsichtigung eigener Kinder okay zu finden, alles andere ist personenabhängig.

    So sehe ich das auch. Für mich ist Alkohol trinken dann ok, wenn andere Erwachsene da sind, die sich notfalls um mich kümmern können, wenn es mir nicht gut gehen sollte. Da habe ich ein großes Sicherheitsbedürfnis. Wenn ich diejenige bin, die sich um andere kümmert, vor allem Kinder, dann trinke ich keinen Alkohol. Zum Teil aus Prinzip, zum Teil aus meiner eigenen Erfahrung. Die erste Nebenwirkung von Alkohol, die ich bei mir spüre, ist nämlich Schwindel, und klar kann ich dann noch geradeaus laufen, aber es fühlt sich echt doof an.


    Was das Alter der Kinder betrifft, ist es schon ein Unterschied, ob mensch sich um Kleinkinder kümmert oder um Grundschulkinder oder Beinahe-Teens. Schief gehen kann aber in jeder Altersgruppe was, deshalb ist es für mich auch bei älteren Kindern wichtig, zurechnungsfähig, fit im Kopf und fahrtüchtig zu sein.



    orange, du hast das völlig richtig eingeschätzt, ab einem gewissen Pegel ist mensch nicht mehr zuverlässig in der Lage, der Aufsichtspflicht nachzukommen und sich gegebenenfalls um Zwischenfälle zu kümmern. Möglich, dass es Menschen gelingt, sich auch in angetrunkenem oder betrunkenem Zustand gut um andere zu kümmern. Das ist dann aber trotz des Alkohols der Fall und darf nicht verallgemeinert werden.

  • Als die Kinder klein waren, hab ich nichts getrunken. Schwangerschaft, Stillzeit usw. Insofern war immer jemand da, der zur Not fahren konnte.
    Inzwischen sind die Kinder 6 und bald 12, da kann´s schon passieren, daß wir nach einer Feier bei Nachbarn beide nicht fahrtüchtig sind (unterwegs bleibt immer einer nüchtern, wenn wir mit dem Auto unterwegs sind), mir reichen dafür schon zwei Gläser Sekt.
    Sehe ich inzwischen nicht mehr so kritisch, kleinere Probleme lassen sich auch mit 2 Gläsern Sekt intus durchaus lösen, sollte die absolute Katastrophe eintreten, müßte ich halt den Krankenwagen rufen, ein Taxi nehmen oder eine Nachbarin, die nie was trinkt, um Fahrdienst bitten. Halte ich jetzt für vertretbar, war bei zweijährigen noch anders, schlicht, weil kleine Kinder deutlich mehr Aufsicht brauchen (unsere bleiben auch durchaus paar h alleine zuhause) und auch viel eher was passieren kann, was schnelles Eingreifen erfordert.
    Insofern würd ich´s generell schon vom Alter der Kinder abhängig machen, Teenies sind keine Kleinkinder. Wobei 3-4l Bier ziemlich viel ist, da sind die meisten ziemlich betrunken und zu kaum was in der Lage. Vielleicht könntet Ihr Euch da auf 1-2 Bier und danach nur noch Radler einigen oder so ähnlich...
    Daß die Kinder nass sind, hätte mein Mann allerdings auch im stocknüchternen Zustand wohl nicht wahrgenommen, er lebt da nach dem Motto, wem kalt oder nass ist, der sagt schon Bescheid...

    LG H. mit J. (16,5) und S. (bald 11)

  • Von mir ein ganz klares Nein!
    Dabei ist es mir völlig egal, wie alt die Kinder sind und wie viel derjenige so verträgt. Das ist definitiv viel zu viel, um noch angemessen auf Kinder achten zu können bzw. entsprechend reagieren zu können, falls etwas passiert.


    es ist schon ein unterschied ob es sich um ein 2-jähriges oder 10-jähriges handelt. #ja

    sonja mit Eisprincess (03) + kleinronaldo (06)

  • Ich mag stark angetrunkene Eltern nicht, die um Kinder herum sind. Bei 8 halben kommt es sehr darauf an, ob die in 12 Stunden getrunken wurden und ob derjenige regelmäßig viel trinkt...

  • Ich persönlich hatte schon immer eine kritische Einstellung zu Aufsichtspflicht und Alkohol. Mit anderen Worten, ich mag nichts trinken, wenn Kinder dabei sind. Sieht mein Mann ähnlich. Ich habe zu oft gesehen, wie "schräg" das bei Nachbarschaftsfesten aussah, wenn die Eltern irgendwann einen im Tee hatten, aber die Kinder immer noch herumsprangen. Das ging bis zu vollkommen betrunkenen Eltern und Kindern, die dann sich selbst überlassen waren.
    Hinzu kommen Kindheitserfahrungen. Meine Eltern hatte da auch kaum Hemmungen. Nein, ist nicht meins. Da habe ich für mich eine strikte Haltung eingenommen.


    Solange unsere Kinder klein waren, haben wir deshalb so gut wie nie dabei getrunken. Inzwischen sind unsere Kinder älter und brauchen diesbezüglich keine Aufsicht mehr. Da genehmige ich mir dann auch schon mal etwas mehr. Da geht's mir wie asreileeth. Ist dann was, kann man ein Taxi oder einen Krankenwagen rufen. Aber selbst dann wäre es mir noch peinlich, wenn ich einem Arzt angetrunken gegenüber treten müsste.


    Mir ist es am liebsten, die Kinder sind bei Gelegenheiten, wo ich mehr trinken möchte, woanders untergebracht.


    Gruß

    Gruß von Guinan
    mit 5 Kindern, jetzt alle erwachsen
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    Meine Nationalität: Mensch!

    Die reinste Form des Wahnsinns ist, alles beim Alten zu belassen und gleichzeitig zu hoffen, dass sich etwas ändert.

  • Wie angemessen sich jemand nach so viel Bier um Kinder kümmern kann, hängt sicher von verschiedenen Faktoren ab: Aufsichtsbedarf der Kinder je nach Alter und persönlichen Eigenschaften, Routine des Alkohol trinkenden (wie viel verträgt er?), Körperfülle, Zeitspanne, in der der Alkohol konsumiert wurde.


    Die Menge an Bier fände ich nur dann akzeptabel, wenn sie über einen längeren Zeitraum hinweg konsumiert worden wäre, aber das ist schon einiges. Fahrtüchtigkeit aufrecht zu erhalten finde ich nicht wichtig, im Notfall lässt sich ja auch ein Taxi rufen.

  • es ist schon ein unterschied ob es sich um ein 2-jähriges oder 10-jähriges handelt. #ja


    Nein, für mich bei dieser Menge Alkohol nicht.
    Nach sieben oder acht halben Bier hat ein erwachsener Mann auch wenn der Magen voll war locker mehr als 2 Promille, was knapp dem 2. Stadium entspricht. Das ist für mich persönlich unverantwortlich.

    Es ist Liebe, die Gestalt angenommen hat. Glück, das den Atem nimmt. Zärtlichkeit, für die es keine Worte gibt. Eine kleine Hand, die zurückführt in eine Welt, die man vergessen hat.

  • Wenn mein Mann 7 Halbe trinken könnte, hätte ich ein ganz grundsätzliches Problem. Um das zu schaffen, muß man regelmäßig mehr trinken, als einem guttut.


    Und dass jemand mit so viel Alkohol intus in kritischen Situationen noch angemessen reagieren kann, glaube ich natürlich dementsprechend auch nicht.


    Eher würde ich mich fragen, ab wieviel Halben Du der Aufsichtspflicht gegenüber Deinem Mann nachkommen mußt, damit er gesund heimkommt und niemanden gefährdet.

  • Für mich wäre das auch zu viel. Ich sehe aber wie einige andere hier, dahinter ein prinzipielles Thena des persönlichen Alkoholkonsums. Und ja, man selbst schätzt sich eher anders ein, als man von der Familie/ Außenstehenden gesehen wird. Ist das ein Thema zwischen euch? Könnt ihr da über eure Vorstellungen und Realitäten sprechen?

    Wikinger 03/15
    Wochenendbesuchsdame - Rübchen 01/10


  • *zustimm*