Argumente gegen das Stillen

  • Hallo zusammen,


    ich habe heute Nacht irgendwie wachgelegen und mich gefragt, welche Argumente es gegen das Stillen gibt. #hammer Als ob ich sonst nichts zu tun hätte...


    Aber es hat mich den ganzen Tag beschäftigt. Ich lese und höre immer wieder, dass man ja auch Gründe haben kann, nicht zu stillen. Mich würde interessieren, welche das sind. Völlig wertfrei natürlich bitte!


    Also: Was habt Ihr vielleicht selbst mal gehört oder gelesen? Außer Medikamenteneinnahme fällt mir irgendwie wenig ein. Ich möchte aber gerne bisschen meinen Horizont erweitern diesbezüglich.


    Danke!

  • Originalmeinung meiner Kinderärztin: die Pre ist mittlerweile genauso gut wie Muttermilch, daher ist Abpumpen sinnlos und daher gibts dafür auch kein Rezept. #hammer


    Hat mich wahnsinnig geärgert, dass sie nicht einmal gefragt hat, ob mir das vielleicht auch noch aus anderen Gründen als Gesundheit wichtig sei (z. B. wegen dem schlechten Gewissen wegen geplantem KS etc.) #augen

  • Da bei uns stillen selbst nicht klappt das abpumpen irgendwann aufgegeben weil es fürchterlich nervig ist, massiv Zeit frisst und mich am ende regelrecht aggressiv gemacht hat.


    Ist im Grunde kein Argument dagegen, aber ein Grund.

    Solang wir uns begleiten...durch Sturm und Gezeiten...durch Ebbe und Flut...dann bleibt alles gut...#herz

  • Missbrauch in der Vergangenheit kann ein Grund sein, nicht stillen zu wollen.

    Liebe Grüße, Silke




    Es gibt Wunder, die verlieren auch in der Wiederholung nichts von ihrem Zauber.

  • Völlige unabhängigkeit vom kind ohne nach x stunden riesenbrüste zu haben.


    Die nähe nicht ertragen können (habe ich gehört, keine ahnung, obs ne ausrede ist).

  • Vielleicht auch an sich ein Problem mit körperlichkeit.

    Solang wir uns begleiten...durch Sturm und Gezeiten...durch Ebbe und Flut...dann bleibt alles gut...#herz

  • Manchmal kann es auch ganz banal und trotzdem schlüssig sein.
    Eine Freundin hat das zweite Kind nur angesetzt unter der Bedingung, dass der Papa alle Nachtschichten komplett übernimmt. Und sie demnach weder stillt noch abpumpt.
    Sie hatte eine traumatische erste Schwangerschaft und Geburt, in der ersten Stillzeit hat sie sich dazu ein massives Schlafdefizit mit erheblichen gesundheitlichen Beeinträchtigungen eingehandelt.
    Sie wollten zwei Kinder. Das ging aber nur, indem sie so absolut deutlich ihre persönliche Grenze gezogen hat. Das Zweite ist ein überaus entspanntes und zauberhaftes Kind, und auch jetzt, nach einigen Jahren, übernimmt der Papa die Nachtschichten (so sie denn noch anfallen).

  • Meine Schwester hat ihren einen Sohn nicht gestillt, weil der das nicht ertragen hat (hat sich nur weggebogen und gebrüllt wie am Spieß - wie sich spätger rausstellte, ist er Autist und hat vermutlich diese Nähe nicht ertragen, Flasche nahm er anstandslos). Aber das ist natürlich ein Sonderfall.


    Ein Grund für die Flasche, den ich nachvollziehen kann ist z.B., dass frau das eben delegieren kann und auch jemand anders das Milch-geben übernehmen kann; ich kenne zwei Frauen, die drei Monate nach der Entbindung wieder arbeiten gegangen sind (bei beiden war der Mann arbeitslos), da war das ein wichtiges Argument.



    Und das, was Lumme schreibt, finde ich auch absolut nachvollziehbar als Argument gegen das Stillen.


    Sehr viele "Flaschenkinder", die ich kenne, sind übrigens bestens im Gange, kerngesund, gut gebunden, sozial und kognitiv fit ... ich will mich jetzt absolut nicht gegen das Stillen aussprechen, mir kommt es aber schon oft so vor, als würde es etwas sehr "überhöht" werden. Mit Premilch werden sie anscheinend auch gut groß.


    Hagendeel

  • Wenn man es rein aufs Stillen bezieht (nicht Abpumpen), dann stille ich nicht, weil es durch falsche Beratung und Anlegetechnik zu blutigen und sehr sehr schmerzhaften Brustwarzen geführt hatte (die Stillzeit mit dem ersten Baby war 11 Monate Horrorschmerz). Und dazu nur immer kam von den Fachpersonen: "Stillen tut nun mal weh, das muss so, das geht auch wieder weg". Aha... Abpumpen dagegen tut nicht weh bei mir, zum Glück.


    Also Schmerz als Argument (ein sehr gewichtiges). Und nein, Stillberaterinnen gibts nicht überall und erst recht nicht kostenlos.

  • Meine Tochter war aufgrund ihrer Gaumenspalte nicht dazu in der Lage, genügend Druck an der Brust aufzubauen und konnte nicht gestillt werden. Ich finde, DAS war ein extrem guter Grund, denn an der Flasche hat sie sich ganz prächtig entwickelt - ich gehe noch weiter: hatte sie überhaupt die Chance, sich zu entwicklen. :)

    Trillian grüßt






    “Isn't it enough to see that a garden is beautiful without having to believe that there are fairies at the bottom of it too?“ (Douglas Adams)

  • Argumente oder persönliche Gründe? Das sind für mich zwei verschiedene Dinge...


    ich hab von dem Argument gehört, dass die Muttermilch ja Umweltgifte transportiert. Laut Studien entwickeln sich die Kinder aber trotzdessen besser als mit künstlicher Milchnahrung.
    In besonders belasteten Gebieten wäre das aber natürlich sehrwohl nen Argument, meine ich. Wobei dann auch die Eltern dringend da wegsollten, da es ja dann auch ihnen und ihrem Kind später schaden würde...


    ansonsten gewisse Mangelernährungen, wobei dann der Muttermilch gewisse Nährstoffe einfach fehlen, weil der mütterliche Speicher leer ist.


    gewisse besonderheiten beim kind, zb. Gaumenspalte. (was aber sogar manchmal trotzdem teilweise funktionieren kann)


    Persönliche Gründe können viele sein... wie rhcp schon schrieb missbrauch, zu viel stress dabei (was aber sicher auch oft durch fehlende gute beratung der fall ist), arge schmerzen, der Mann will es nicht, die Brüste als reines Sexualobjekt, wenig Zeit mit dem Kind (zB. durch arbeit oder Hobbies oder...)...


    das könnte man aber auch unter dem allgemeinen argument zusammenfassen: wenn es der Mutter nicht gutgeht beim Stillen, weil dann nämlich auch die Beziehung zum Kind leiden kann.

  • Ich habe in der Baby-Runde eine Mama kennengelernt, die Flasche gab, weil sie sich beim stillen übergeben mußte.
    Auch ihr Mann darf nicht mit dem Mund an ihre Brustwarzen kommen.
    Leider hatten wir auch eine absolute Stillverfechterin in der Gruppe, die diese persönliche Erfahrung angezweifelt hat. Die Flaschengebende Mama hat sich dann aus der Runde zurückgezogen. Verständlich, denn sie war die einzige nicht stillende unter 7 Frauen...

    „Ich mache nicht nur leere Versprechungen, ich halte mich auch daran.“
    (Edmund Stoiber im Wahlkampf 2005)

  • Ich habe in der Baby-Runde eine Mama kennengelernt, die Flasche gab, weil sie sich beim stillen übergeben mußte.
    Auch ihr Mann darf nicht mit dem Mund an ihre Brustwarzen kommen.
    Leider hatten wir auch eine absolute Stillverfechterin in der Gruppe, die diese persönliche Erfahrung angezweifelt hat. Die Flaschengebende Mama hat sich dann aus der Runde zurückgezogen. Verständlich, denn sie war die einzige nicht stillende unter 7 Frauen...


    Meine massiven Schmerzen an den Brüsten wurden von meiner jetzigen Hebamme auch angezweifelt! Das könne ja gar nicht sein. Warum ich das denn nicht aushalte? (Ich hatte schon Kieferschmerzen vom Zähne zusammenbeißen). :( Obwohl sie sich das Stillen live bei mir angucken konnte und gesehen hat, dass es nicht geklappt hat und die Brustwarzen danach geblutet haben...


    Die FA hat in ihrer Abschlussuntersuchung "nicht stillend" ankreuzen wollen. Ich hab nun die "mega Brüste" und den Stress mit dem Abpumpen, gelte aber trotzdem als Flachenmutti. Nicht schön, wenn man in der Öffentlichkeit Flasche gibt, die Blicke und die Kommentare... #angst Dabei ist es Muttermilch. Das weiß nur niemand.

    2 Mal editiert, zuletzt von Rhododendron ()

  • Das könne ja gar nicht sein. Warum ich das denn nicht aushalte? (Ich hatte schon Kieferschmerzen vom Zähne zusammenbeißen).


    #knuddel es gibt schon idioten darunter... das erinnert mich an die Stillzeit mit kind 2 während der schwangerschaft. das war dann auch nicht mehr auszuhalten und wirklich ganz schrecklich unangenehm und irgendwie widerlich. (und dabei kann ich ansonsten das stillen wirklich richtig genießen)

  • Naja, FA, Kinderärztin, Hebamme sind sich einig bei mir. Da stimmt was nicht mit mir. Keine Einfühlung, warum das Abpumpen bei mir so wichtig ist, warum ich nicht einfach abstillen KANN, rein psychisch schon nicht, obwohl es so wie bei Runa ist... Das ich nicht normal bin als Frau, das wusste ich aber schon vorher, von daher... ein Ohr rein, anderes Ohr raus... #weissnicht

  • Ich habe in der Baby-Runde eine Mama kennengelernt, die Flasche gab, weil sie sich beim stillen übergeben mußte.
    Auch ihr Mann darf nicht mit dem Mund an ihre Brustwarzen kommen.
    Leider hatten wir auch eine absolute Stillverfechterin in der Gruppe, die diese persönliche Erfahrung angezweifelt hat. Die Flaschengebende Mama hat sich dann aus der Runde zurückgezogen. Verständlich, denn sie war die einzige nicht stillende unter 7 Frauen...


    Oh, siehste, da fällt mir ein, dass ich auch mal eine Mutter kennengelernt habe, die den MSR als extrem schmerzhaft empfand. Das scheint auch gar nicht so selten zu sein.


    Auch das mit der Gaumenspalte ist mir geläufig. Da kommt es wohl wirklich auf die Ausprägung drauf an. Manche Kinder können trotz Spalte mit diesem Einsatz im Mund zumindest eine gewisse Zeit lang saugen. Das wird wohl auch sehr gefördert, da es der Mundmotorik sehr wohl tut. Aber es ist extremer Stress für die Mutter, die danach noch Pumpen und Flasche geben muss.

  • Ich finde, es gibt einen Unterschied zwischen "Argument" und "Grund". Das erste klingt so nach einer rationalen Entscheidung, während es beim Stillen ja oft um individuelle Bedürfnisse geht.


    Also die Gründe, die dazu geführt haben, dass Kinder nicht gestillt wurden, die mir schon begegnet sind:


    - Unwissenheit (falsche Technik, falsche Ratschläge


    - Erschöpfung oder Erkrankung der Mutter (manche Erkrankungen verschlimmern sich durch Schlafmangel)


    - Berufstätigkeit der Mutter


    - Probleme mit dem eigenen Körper (was auch immer der Grund dafür war: Übergewicht, Untergewicht, sexuelle Gewalt)


    - psychische Belastung (zu wenig Freiraum, zu viel Körperkontakt)


    - zu gutes familiäres Netzwerk: klingt blöd, aber eine Mutter erzählte mir mal, dass ihre Mutter ihr jeden Tag das Kind abnimmt und da war ihr das zu stressig mit dem Abpumpen und so...)


    - ein ganz anderer Grund!


    Bei meiner jüngsten Tochter war es so, dass sie eine Saugschwäche hatte und nur abgepumpte Milch trinken konnte. Die hätte ich eventuell wieder zum Stillen bringen können, mit BES usw, aber die Tatsache, dass da zwei große Kinder waren, die mich auch noch gebraucht haben plus Schmerzen beim Abpumpen plus Schlafmangel haben bei mir dazu geführt, dass ich gesagt habe: es geht nicht mehr!


    Was meinst du, wie schwer mir dieser Schritt gefallen ist, weil es eben keine "Argumente" gegen das Stillen gibt, stillen ist ja sozusagen oberste Mütterpflicht!


    Ob ein Kind gestillt wird oder nicht, ist eine sehr individuelle Entscheidung und sollte auch so behandelt werden.

  • Bei meiner jüngsten Tochter war es so, dass sie eine Saugschwäche hatte und nur abgepumpte Milch trinken konnte. Die hätte ich eventuell wieder zum Stillen bringen können, mit BES usw, aber die Tatsache, dass da zwei große Kinder waren, die mich auch noch gebraucht haben plus Schmerzen beim Abpumpen plus Schlafmangel haben bei mir dazu geführt, dass ich gesagt habe: es geht nicht mehr!


    Was meinst du, wie schwer mir dieser Schritt gefallen ist, weil es eben keine "Argumente" gegen das Stillen gibt, stillen ist ja sozusagen oberste Mütterpflicht!


    Ob ein Kind gestillt wird oder nicht, ist eine sehr individuelle Entscheidung und sollte auch so behandelt werden.


    Ja, irgendwann kommt bei mir auch dieser Punkt. Davor hab ich richtig Angst. Ich stand schon mehrmals kurz davor. Bald ist mein Mann auf Lehrgang und dann hab ich hier Kleinkind und Baby alleine im Alltag. #angst


    Der letzte Satz wird leider fast nie so hingenommen. Entweder gerät man an "jede Frau kann stillen, warum Sie denn nicht" (mit dem Unterton: die Olle stellt sich an) oder "Stillen Sie doch einfach! ab" (mit dem Unterton: die Olle kriegt das eh nicht hin). Wie man es macht, ist es falsch. *seufz*

  • Hallo,


    ein noch nicht genannter Grund: beim Flasche geben hat man die Übersicht / Kontrolle darüber, wieviel das Mind getrunken hat. Beim Stillen logischerweise nicht. Dies kann wichtig bei Kindern mit problematischer Gewichtsentwicklung sein oder für Frauen, denen es schwer fällt, Kontrolle abzugeben.


    LG Seda