Kinder fragen - Raben antworten - Sammelthread

  • Das mit dem F*ck als Schimpfwort ist ja in der Tat umstritten. Es gibt ernstzunehmende Menschen, die vertreten, die Verwendung im Schimpfwortsinn sei - als Ausdruck von rape culture - abzulehnen.


    Steven Pinker meint dagegen, f*ck als Fluch habe einfach gotteslästerliche Flüche ersetzt, weil diese Aufgrund der weitgehenden Abschaffung des Konzeptes Hölle nicht mehr die nötige Strahlkraft hätten. Über Sex zu reden sei aber nach wie vor Tabu.


    Oder so. Was davon du da jetzt am besten dem Kind gegenüber erzählst, weiß ich auch nicht. #angst

    Im Übrigen müssen wir die fossilen Energieträger im Boden lassen.



    Xenia mit Te (Herbst 04) und Ka (Herbst 07) und Ha (Feb 12)

  • Ja, das mit rape culture kenne ich auch und das ist mit ein Grund, warum ich diese Worte hier im Haus nicht hören will. Aber ich weiß einfach nicht, wie ich das für einen 10jährigen erklären soll (und für einen 6jährigen, der das ja dann auch mitkriegt).

  • Man könnte es auch aus dem Patriarchat heraus erklären: Es ist nämlich ein Unterschied, ob man fickt oder gefickt wird. Ficken ist, rein patriarchal gesehen, ein Ausdruck dafür jemand anderen (den oder die Gefickte) zu unterwerfen. Dabei geht es nicht um Sex als einvernehmliches Spaßhaben, sondern um eine Vergewaltigungsdrohung, die ein Mann einem anderen Mann oder einer Frau gegenüber macht. Wenn nun eine Frau diese Sprache übernimmt, dann wird sie vom gefickten Opfer zum fickenden Täter. Und kann das als ermächtigend erleben.


    Wie man das nun aber in kindgerechte Sprache tut? Keine Ahnung. Ich würde wohl den Zusammenhang zwischen Sex und Gewalt erklären und sagen, dass das Foto damit spielt, weil das als cool gilt. Ich würde wohl auch sagen, dass ich es nicht cool finde, weil ich Sensibilität da wichtiger finde als Ermächtigung durch Aneignung schwieriger Konzepte (äh in kindgerecht: als schwierige Worte anders zu benutzen).

  • weil ich Sensibilität da wichtiger finde als Ermächtigung durch Aneignung schwieriger Konzepte (äh in kindgerecht: als schwierige Worte anders zu benutzen).

    :D gar nicht so einfach, kindgerechte Sprache...

    Danke. Das Thema ist heute aber schon wieder in Vergessenheit geraten (bzw. überlagert von den Polizist:innen, die als Zeichen der Solidarität in die Knie gehen).

  • Die „fick“-Problematik würde ich so erklären:


    „Ficken ist ein Wort, das auch für nicht-einvernehmlichen Sex genutzt wird. Das ist also nicht unbedingt was Schönes. Deshalb kann es als Bedrohung verstanden werden. Und deshalb möchte ich nicht, dass es hier bei uns benutzt wird.“


    Dass es daneben in manchen amerikanischen Milieus quasi als Füllwort in jedem 2. Satz vorkommt, würde ich ebensowenig erläutern wie die daraus erwachsende Schimpfwortproblematik. Denn ersteres spielt hier keine Rolle und zweiteres führt unweigerlich zu einer Diskussion, welche anderen (sexualisierten) Kraftausdrücke denn Warum (nicht) akzeptabel sind...

  • Danke, Aoide das ist schön einfach erklärt.


    Wobei es nicht nur "in manchen amerikanischen Milieus quasi als Füllwort in jedem 2. Satz vorkommt", sondern eben auch in vielen Liedtexten und durchaus auch hier in manchen Milieus, wenn auch vielleicht nur in jedem 3. Satz..

  • Ich bin da erst drauf gestoßen, als ich einen Patricia-Cornwell-Krimi im Original las und Marino in jedem Satz entweder „friggin‘“ oder „fuckin‘“ verwandte...

  • Ist zwar in dem Fall eher eine Mama Frage, aber es betrifft das Kind, also schreib ich es mal hier rein.


    Habt ihr empfehlenswerte Online Quellen im naturwissenschaftlichen Bereich, für Grundschulkinder? Das Großkind liest nicht gerne, weil es die einfachen Texte im Lesebuch fad findet. Würde aber vermutlich Texte zu Themen die sie interessieren mit Begeisterung lesen. Also bin ich auf der Suche nach guten Naturwissenschaftlichen Webseiten für Kinder.

  • Naturwissenschaften sind soooo vielseitig - welche Themen interessieren Deine Große denn hauptsächlich?

    Meine Jungs sind beide Naturwissenschaftler, aber an der Stelle nicht kompetibel, weil der eine Vulkanismus und der andere Umweltschutzthemen interessant findet.

  • Einerseits Biologie, vor allem Meeresbiologie. Aber auch Chemie (sie kennt alle Gefahrenzeichen und will von allem Wissen ob es giftig ist und macht mit Begeisterung Experimente), im Moment hat sie einen Laserpointer und findet das total spannend, also wäre eventuell Optik auch was für sie. Planeten und Sterne sind auch immer wieder mal Thema.

  • Die Wissenschaftsseiten, die mir gefallen, sind alle so, dass sie für etwas ältere Kinder und ihre wissbegierigen Eltern gedacht sind. Wenn Du selbst stöbern magst, findest Du bestimmt einiges, was Du mit ihr zusammen ansehen magst, in der Schatztruhe.