Wie bringe ich dem Kind Tischmanieren bei?

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  • Hallo,


    wahrscheinlich ist das eine blöde Frage, aber wir sind beide autoritär erzogen worden und hätten an der Stelle unseres Sohnes einfach eine gefangen. Weil schlagen nicht in Frage kommt, fehlen uns aber jetzt die Ideen und die Schiene, mit gutem Vorbild voranzugehen scheint nicht zu funktionieren.
    Ein übliches Mittag/Abendessen bei uns sieht so aus:


    Essen ist fertig, wir sagen Bescheid, Sohn kommt eventuell oder auch nicht, weil er noch was spielen muss.
    Wenn der dann mal am Tisch ist, dann mag er oft erstmal das nicht, was es gibt, selbst wenn das letztes Mal noch sein Lieblingsessen war.
    Irgendwie überreden wir ihn doch zu probieren und er isst ein zwei Gabeln. Dann fängt er an, zu reden und dabei mit der Gabel so arg rumzufuchteln, dass das Essen durch die Gegend fliegt. Wir erinnern ihn daran, dass die Gabel entweder auf den Teller oder in den Mund gehört. Eine Minute später dreht er sich auf dem Stuhl und schaut was hinter sich los ist. Dabei wirft er versehentlich einen Teil des Essens auf den Boden/auf seinen Pulli. Es folgt eine Runde Gabelkatapult. Dann wird erstmal Soße in das Trinkglas mit Wasser geschüttet oder Wasser auf den Teller und umgerührt. Wir erinnern ihn daran, dass er bitte essen soll (spätestens jetzt sind alle satt und B hat sein Essen kaum angerührt). Er springt auf und geht ins Wohnzimmer spielen. Wir sagen ihm dass es aber nachher nichts mehr gibt und auch keinen Nachtisch, wenn man einfach aufsteht. B kommt zurück und setzt sich, wedelt erstmal wieder mit der Gabel rum anschließend schüttelt er seine Haare in die Soße und fängt dann an um den Nachtisch zu feilschen ("noch so viele Gabeln wie alt ich bin?" - so die Regel aus dem Kindi). Zwischendurch rotzt er auch gerne mal eben sämtlichen Rotz aus seiner Nase, natürlich ohne Taschentuch...


    Im Kindi dürfen die Kinder relativ viel, sie müssen nur dabei ruhig sein (also sie dürfen schon reden, nur nicht so laut, dass der Lärmpegel unerträglich wird) und wenn sie aufstehen bekommen sie nichts mehr. Dafür sitzen manche Kinder aber auch stundenlang beim essen.


    Hier sind wir gerade total überfordert. Was für Regeln gibt es bei Euch? Wie bringt man das den Kindern bei?
    Danke Euch,
    panema

  • Das Kind ist laut Signatur 4 Jahre alt.


    Panema, ich kommentiere mal, wie ich es (bei fremden Kindern, die ich mit Erziehungsanspruch betreue) machen würde:


    Essen ist fertig, wir sagen Bescheid, Sohn kommt eventuell oder auch nicht, weil er noch was spielen muss.


    Etwas vorher ankündigen, dass das Essen gleich fertig ist. Dann hingehen und das Kind abholen.


    (Bei uns war das übrigens bis zum Schluss ein Streitpunkt, weil auch mein Vater oft nicht sofort kam, wenn das Essen fertig war... was meine Mutter blöd fand. Er dagegen fand es blöd, sofort springen zu sollen, wenn er doch gerade mitten in der Arbeit steckte.)


    Wenn der dann mal am Tisch ist, dann mag er oft erstmal das nicht, was es gibt, selbst wenn das letztes Mal noch sein Lieblingsessen war.


    Da würde ich ggf. den Tonfall oder die Wortwahl kritisieren, wenn eines davon unangemessen ist ("Iiiiih, ist das eklig").
    Ansonsten sagen, dass mich das wundert, weil er das letztes Mal total gerne mochte, aber wenn er es wirklich nicht mag, muss er nicht mehr als einen Probierhappen essen und kann dann ein Butterbrot bekommen.


    Irgendwie überreden wir ihn doch zu probieren und er isst ein zwei Gabeln. Dann fängt er an, zu reden und dabei mit der Gabel so arg rumzufuchteln, dass das Essen durch die Gegend fliegt. Wir erinnern ihn daran, dass die Gabel entweder auf den Teller oder in den Mund gehört.


    Was anderes würde ich auch nicht tun, evtl. frühzeitig die Hand am Tisch festhalten - nicht böse, sondern einfach, weil als Wechsel des Kommunikationsmediums.


    Eine Minute später dreht er sich auf dem Stuhl und schaut was hinter sich los ist. Dabei wirft er versehentlich einen Teil des Essens auf den Boden/auf seinen Pulli. Es folgt eine Runde Gabelkatapult. Dann wird erstmal Soße in das Trinkglas mit Wasser geschüttet oder Wasser auf den Teller und umgerührt. Wir erinnern ihn daran, dass er bitte essen soll (spätestens jetzt sind alle satt und B hat sein Essen kaum angerührt).


    Sowas finde ich eklig und würde Essen und Trinken vom Kind wegschieben.



    Er springt auf und geht ins Wohnzimmer spielen. Wir sagen ihm dass es aber nachher nichts mehr gibt und auch keinen Nachtisch, wenn man einfach aufsteht. B kommt zurück und setzt sich, wedelt erstmal wieder mit der Gabel rum anschließend schüttelt er seine Haare in die Soße und fängt dann an um den Nachtisch zu feilschen ("noch so viele Gabeln wie alt ich bin?" - so die Regel aus dem Kindi). Zwischendurch rotzt er auch gerne mal eben sämtlichen Rotz aus seiner Nase, natürlich ohne Taschentuch...


    Was mir daran auffällt: ist er gar nicht hungrig? Es wirkt so. Eventuell erspart ihr euch ganz viel Stress, indem ihr entweder die Essenszeiten ändert oder in Ruhe ohne ihn esst und er bekommt dann später etwas aufgewärmt.

  • Tischmanieren bei Familie Melone:
    -niemand legt die Füße auf den Tisch
    -es wird nicht mit Essen geworfen
    -es wird sich nicht am Tisch gezankt
    -niemand wird zum Essen überredet (auch keine "Probierhappen"), im Gegenzug sagt niemand Dinge wie "Ihhhgitt", wenn man etwas nicht mag, kann man es kommentarlos auf dem Teller liegen lassen
    -dass das Essen fertig ist, wird einige Minuten vorher angekündigt, sodass man etwas Begonnenes noch zu Ende bringen kann
    -wer aufsteht, ist fertig und dann gibts auch nichts mehr


    Und seit die Kinder ca 5 sind bleiben alle sitzen bis alle fertig sind oder fragen vorher, ob sie schon aufstehen können.


    Insgesamt wird sehr wenig übers Essen oder die Manieren am Tisch geredet beim Essen. Wir unterhalten uns meist darüber, was so passiert ist seit der letzten Mahlzeit, z.B. über die Schule, über die Arbeit oder was es sonst so Neues gibt.


    Ich glaube, mehr gibts nicht #gruebel und das Essen läuft so relativ zivilisiert ab.


    Mit vier Jahren haben meine Kinder selten länger als 5-10 Minuten beim Essen gesessen. Hat aber scheinbar gereicht, um alle notwendigen Nährstoffe zuzuführen.

  • Hallo,


    Allgemeine Regeln:


    - wir fangen gemeinsam an (bei uns mit einem Gebet)
    - So sauber essen, wie man kann, das kann je nach Tagesform sehr unterschiedlich sein
    - wenn man etwas nicht mag, das ehrlich sagen und um eine Alternative bitten (Joghurt, Haferflocken, Brot...), Genörgel und "Herumgematsche "war in dem Alter keine Katastrophe, aber auch nicht mehr gern gesehen.
    - sitzen bleiben, so lange die Tischkerze brennt


    Das war´s so ziemlich in dem Alter


    Was NICHT dazu gehörte:
    - kosten müssen
    - bestimmte Mengen essen
    - sich den Nachtisch verdienen müssen


    Habt ihr einen gemeinsamen Anfang?
    Bei uns war es so, daß es den Kindern unangenehm war, wenn wir schon das Tischlied sangen und eins noch nicht da war. Das kam echt selten vor und wenn, kamen sie fast immer schnell geflitzt. (Im Teenyalter ist das wieder etwas anders ;o) )


    Ich würde es wohl so versuchen: eine schöne Tischatmosphäre schaffen, mit Kerze, gemeinsamen Anfangs-Ritual usw. Ihm Essen anbieten, aber nicht aufzwingen. Verhandlungen um Essmengen usw. würde ich komplett streichen, dafür den Nachtisch so ändern, daß er eben kein naschen sondern wirklich "Speise" ist.


    Auf die Teller und in die Gläser kamen nur kleine Mengen, so daß die Gesamt-Matschmenge sich in Grenzen hielt. Wurde zu sehr gematscht, durfte das Kind gehen, das war in der Regel tatsächlich ein Zeichen, daß es nicht mehr hungrig war.


    "Kosten sollen" und "zu etwas überreden" würde ich weglassen. Anbieten ja, müssen nein. Lieber isst es einer, dem es wirklich schmeckt als daß man es zerdatscht wegwirft, finde ich. "Mindest-Ess-Mengen" auch.
    Wenn der Nachtisch so ist, daß ich ihn gesundheitlich vertreten kann, (Obst, geschnittenes Gemüse, nicht zu süße Quarkspeise...) dann kann das Kind von mir aus auch nur von "Nach"Speise leben - einzige Bedingung: Es muss für alle reichen, die etwas haben wollen (musste bei 4 Kindern gelegentlich gesagt werden ;o) ) .


    Wenn das Essen offiziell zu Ende ist, bzw. "Kind darf aufstehen"-Zeit ist (das wäre für mich dann, dann, wenn "Kind ruhig halten" anstrengender ist als es schön ist, das Kind bei Tisch zu haben) würde ich das optisch deutlich machen (Kerze auspusten z.B.). Nach dem Essen würde würde ich seins auf dem Tisch stehen lassen oder so wie es ist, in den Kühlschrank stellen - er kann ja später weiter essen, nur ist er dann eben eventuell alleine, wenn nicht grad jemand in der Küche ist.
    Von "Essenszeit zu Ende = es gibt nichts mehr" bin ich kein Fan. Mach ich als Erwachsene ja auch nicht so, wenn ich zwischendurch Hunger bekomme...


    so kamen wir eigentlich gut hin. Es war immer lebhaft, aber in der Regel OK.
    Als es doch es einmal schlimm war und ich das Gefühl hatte, es geht wirklich um Provokation und Geschwisterrudel-Gruppendynamik ( #pfeif wie kann man mit Blödsinn aufhören, wenn die kleinen Geschwister begeistert quietschen...) habe ich auch mal (einmal) meinen Teller genommen und habe mich in einen anderen Raum gesetzt. Weil ICH Hunger hatte und so was ekliges nicht sehen/hören wollte. Nicht als Erziehungsmittel, sondern weil ich wirklich hungrig war und so nicht essen KONNTE.


    Ansonsten haben wir vieles versucht einmal zu erklären und dann weitestgehend zu ignorieren, dann gab es sich meist von alleine schnell wieder. Aber ich gebe zu, es war schon gut, daß wir 4 am Tisch hatten - auf ein Kind fokussiert es sich so viel mehr, das wäre vermutlich bei uns für alle Beteiligten anstrengend geworden...


    Priorität hatte immer die Atmosphäre am Tisch, Gespräche, Scherze... - erst weit danach kamen die Tischsitten. Essmengen und Essensauswahl wurden möglichst gar nicht thematisiert.

  • das er mit essen und trinken experimentiert ist nicht dramatisch.
    viel wichtiger ist es doch eine entspannte zufriedene atmosphäre bei tisch zu erhalten.
    die gemeinsame mahlzeit, das beisammensein in der familie sollte doch für alle nett sein.
    wie kann er das lernen?
    sicher nicht durch zwang und grant und verbote.
    vielmehr durch euer vorbild.
    wenn ihr als eltern zwanglos zusammen sitzt euer essen würdigt und genießt.
    wenn ihr als eltern respekt und liebevoll miteinander umgeht dann wird er das auch annehmen.


    hiee genießen es die grösseren kinder bei uns am tisch sitzen zu bleiben (bis wir unsere elternzeit wehement einfordern während die jüngeren es lediglich zur energieaufnahme nutzen.

  • Also den Nachtisch "gesünder" machen zieht nicht, dann ist er nämlich uninteressant. Wir sind eher so weit, erstmal den Nachtisch ganz abzuschaffen, allerdings kann es dann sein, dass er zu den Mahlzeiten gar nicht mehr erscheint.
    Ich glaube generell nimmt das Kind Essen als notwendiges Übel auf dem Weg zu Zucker (=Nachtisch) wahr. Obwohl ich eigentlich mit unserem Umgang mit Süßis recht zufrieden bin, würde ich dennoch sagen, dass mein Sohn da ein totaler Junkie ist. Und ja, er scheint nicht so mega Hunger zu haben, da ist er wie so eine Schlange, bei Festen (Halloween, Geburtstag, Nikolaus) stopft er Unmengen Schokolade in sich rein und das verdaut er dann ein paar Wochen...
    Bei uns gibt es auf Wunsch schon zwischendurch was, unser festes gemeinsames Essen ist allerdings das Abendessen und danach putzen wir Zähne und gehen hoch, da wäre es ungünstig, wenn er nochmal Hunger bekommt.


    Die Kerze ist schon mal eine gute Idee (zwei weitere Kinder sind leider nicht so leicht umsetzbar) und vielleicht brauchen wir wirklich mehr Rituale, einen Tischspruch oder so...

  • Macht er denn beim Kochen/Tischdecken mit? Habt ihr den Tisch schön gedeckt (also mit Geschirr oder anderen Sachen, die er mag .. schöne Tischdecke, Blumen, Kerze)? Habt ihr ein gemeinsames Anfangs-Ritual? Und, ja: Hat er überhaupt Hunger? Oder hat er vorher Wasser getrunken, Äpfel gegessen usw.? Wenn er mit Essen matscht/es vom Tisch wirft usw. und sowieso kaum isst, würde ich ihm nur sehr wenig auf den Teller geben. Und auch mein Hauptaugenmerk auf gute Stimmung bei Tisch richten.
    Wir hatten mit bei den Vierjährigen (eigentlich auch schon eher) die Regel: Was jemand runterschmeißt, hebt er selbst wieder auf! Von mir aus mit Hilfe der Erwachsenen, aber er selbst tut das. Wenn dein Sohn also mit der Gabel fuchtelt und das Essen dabei auf den Boden fliegt: Mit ihm zusammen einen Lappen holen, wegwischen, Lappen auswaschen, weghängen. Wenn er den halben Inhalt des Tellers auf seinen Pulli und den Boden wirft - zieht er selbst den dreckigen Pulli aus, bringt ihn in den Wäschekorb, holt sich einen neuen Pulli, zieht den an, holt einen Lappen, wischt den Boden sauber, wäscht den Lappen aus, hängt ihn auf (kann man ja alles mit ihm zusammen machen, wenn man selbst aufgegessen hat; alles ohne Schimpfen). Wenn die Kinder merken, dass ihre Unachtsamkeit ihnen eine Menge Arbeit/Mühe macht, geben sie oft besser acht.
    Und wenn er wegen des große Schoko-Konsums so wenig isst, würde ich den Schoko-Konsum glaube ich einschränken.
    Hagendeel

  • Was gibt es denn so an Nachtisch?


    Süßigkeiten würde ich wohl tatsächlich als Nachtisch streichen. Spontan fällt mir ein: Quark mit Obst, Obstmus oder (Tiefkühl-)Beeren verrührt, ev,. etwas Honig dazu, das Gleiche mit Joghurt. Eis aus tiefgefrorenen und dann in der Küchenmaschine pürrierten Obststücken + ein Schluck Joghurt oder Sahne. Selbst gemachtes Apfelmus ohne zusätzlichen Zucker, geschnippeltes Obst/Gemüse (Honigmelone usw. - OK, hat nicht grad Hochsaison...) , Mini-Pancake mit Apfelmus, Smoothies, ev. mit zarten Haferflocken drin, wenn sie etwas gehaltvoller sein sollten, etwas dickere Smoothies kann man auch als Crem löffeln...


    Manche ganz einfachen Sachen wirken im (Trink-)Glas angerichtet und mit einem Obststück doppelt so lecker.

  • Also ne, Schokolade gibt es bei uns - überhaupt und nicht nur als Nachtisch - nur an hohen Feiertagen, also bei weitem nicht täglich. Als Nachtisch gibt es oft Joghurt mit Obst oder Mehlspeisen oder Pudding oder wenn es mal Kuchen oder Kekse/Plätzchdn gibt, dann davon eins. Und ganz selten mal was Süßes (aktuell immer noch aus der Halloween-Beutetüte, da ist aber nicht mehr viel drin weil alles schokoartige an Ort und Stelle verspeist wurde).
    Mithelfen: mal so mal so. Wie er auch Zeit und Lust hat. Wenn er beim Kochen "hilft", dann besteht das meist daraus mir die Zutaten wegzuessen, also irgendwie hungrig muss er ja doch sein.

    Einmal editiert, zuletzt von Panema ()

  • Hehe ich hab hier auch so einen 4jährigen snacker...^^
    Davor hilft er bissl Schnippeln und mopst mal was davon. Aber am Mittagstisch isst er mikroskopische Mengen! Da düst er nach 5 min wieder davon. Meinen Mann nervts, ich sehe es nun gelassen. Dann isst er eben später den Rest (lasse es stehen und ja, es wird gegessen). Beim rumfuchteln sage ich nur, dass das Essen auf die Gabel gehört und beim 2. blödeln kommt sie aus der Hand. Spätestens dann erinnert er sich ;)
    Geht was daneben oder runter/nass sag ich nur, dass er bitte den Lappen / Hose ^^ etc holt und es weg macht. Ehrlich, mir isses nämlich irgendwann auch zu anstrengend...
    Und ja klar in dem Alter sind manche Sachen, die ihm in diesem Augenblick einfallen, einfach superwichtig :D
    Das wird schon noch! Bei meinem Mann hats ja auch geklappt :P

  • Bei deiner Schilderung gibt es ein paar Dinge, die mich ganz persönlich so stören würden, dass ich nicht mehr angenehm essen könnte. Rotze zum Beispiel.
    Das würde ich ihm auch ganz klar so sagen. Und da bin ich ehrlich, sollte es dann immer wieder vorkommen, dann müsste mein Kind vom Tisch aufstehen.


    Mit Essen zu experimentieren finde ich erstmal auch nicht so wild.
    Aber auch hier gab es bei uns Grenzen. Auf dem Teller und dem Tisch okay. Bewusstes auf den Boden werfen führte zur Konsequenz, dass ich gemeinsam mit dem Kind geputzt habe. Das ab ca. 3-4 Jahren.
    Wenn es unabsichtlich runter fällt, ist es etwas anderes. Auch heute noch.


    Zum Thema pünktlich kommen. Würde ich auch vorher erinnern. Ich persönlich mag das auch nicht, wenn mein Mann kocht, man bekommt nichts mit und plötzlich heißt es: Essen kommen und er sitzt quasi schon am Tisch.
    Und evtl. wenn du siehst, was er grad anfängt erklären, das schaffst du vor dem Essen nicht mehr, dann musst du eine Pause amchen und danach weiter machen.



    Ich würde erstmal klare Regeln einführen, fürs Rahmenprogramm.


    Ich sage dir kurz vorher Bescheid und wenn ich dann rufe kommst du und setzt dich hin.
    Wenn du fertig bist mit Essen, dann darfst du aufstehen, dann ist dein Essen aber beendet. (Hier würde ich auch nochmal daran erinnern, dass es nichts mehr gibt).
    Wenn du Essen herumwirfst, dann musst du danach helfen das wieder aufzuräumen.
    Dann würde ich ein Taschentuch für die Nase dazu legen und ihm erklären, dass er ies bitte nutzt.


    Das wäre jetzt mein Weg.


    LG Mondschein

    Ich schreibe meine persönlichen Erfahrungen und über mein persönliches Umfeld. Manchmal schreibe ich auch davon, was mir Familie oder Freunde so berichten, das steht dann aber dabei.
    Ich schreibe nicht über ein anderes Umfeld oder andere Erahrungen und tatsächlich nicht über ein ganzes Land oder die ganze Welt.
    Dafür bin ich viel zu klein und unwissend, als dass ich der Meinung sein könnte, dass ich weiß, wie es überall so funktioniert. #herzen

  • Ach du gute Güte,


    das hört sich megaanstrengend an. Ich weiß gar nicht so genau wie ich das gemacht hab (ist schon wieder so lange her :D ) Schallplatte: Immer wieder sagen. Immer wieder an die Regeln erinnern. ABER auch mit konsequenzen drohen und vor ALLEM dann auch durchziehen. Klar machen das am Tisch noch andere Leute sitzen, die gern in Ruhe und gemütlich essen wollen. Weil Essen was man in ruhe und gemütlich isst einfach auch besser schmeckt. Mag sein das er das noch nicht ganz nachvollziehen kann, aber es ist immer gut wenn die Kinder zumindestens davon gehört haben, denn irgendwann verstehen sie es doch. Nicht das man nachher den richtigen Zeitpunkt verpasst hat.
    Wir haben einen lockeren Familienessenstisch. Wir Decken zusammen, wir plappern und plaudern (aber im Rahmen, wer nicht dabei isst muß sich aufs essen konzentrieren weils dann heute grad nicht anders geht), wir lachen und machen auch mal quatsch. ABER alle wissen was ICH am Tisch erwarte. Kein Gehampel, so essen das sich niemand gestört fühlt (Schmatzen, fast im Teller des anderen Hängen weil man hampelt etc.) und auch so essen das der Tisch nachehr keine Trümmerlandschaft ist. Umgekipptes Glas, runtergefallene Gabel ist kein Beinbruch in der Regel, ABER es komm dann halt auch auf die Gesammtsituation an. War vorher viel gehampel und es wurde ermahnt DANN gibts ein ordentliches Donnerwetter. Das lief bei uns eigentlich ganz easy. Es gibt immer Tage wo es mal unruhiger ist. Meine 2 Jungs sind ja schon was grösser, die Kleine ist dann eher die die dann noch hampelt. Ich halte das (auch wenn wir Besuch haben) so, Wen was stört, dassoll er sagen, ruhig und angemessen. Ich weiß bescheid und regel das dann. Ich möchte NICHT das x Personen dann anfangen dauernd zu motzen und zu meckern und zu schimpfen. Erstens verdirbt das noch mehr die "Stimmung", zweitens kommt das gar nicht mehr richtig an, drittens fühlt sich die betroffene Person dann auch nicht gerade wohl und hampelt ggf. noch mehr.


    Ich persönlich war auch nur eine Miniportionesserin, war auch schon immer schmal und klein - mein Vater hatmeine Mutter mit mir von einem Arzt zum nächsten gescheucht weil er meinte das sei ja nicht normal mit mir... Ich hab auch stundenlang vor dem Teller gesessen. ICH fand das furchtbar. Je länger ich da saß je weniger Lust hatte ich zu essen. Je schlimmer fand ich "essen"! Ich kann ohne Lust und Ruhe auch heute noch nicht wirklich gut essen. Nur essen um des essens willen. Nee. Ich kann Megaportionen verdrücken. Da schlackern manche mit den Ohren, aber eben dann wenn ICH das möchte.


    Ich habe mal gelesen das Essen für manche Leute einfach keinen hohen Stellenwert hat. Da gehöre ich 100% dazu. Wenn ich irgendwas mache (Fensterputzen, im Internet was recherschieren, auf der arbeit) dann mache ich erst die Sachen zuende und wenn ich das fertig habe (arbeit erledigt, keinen Zeitdruck, mich lenkt Kopfmässig nix ab) dann setze ich mich in Ruhe und ganz entspannt hin und esse. Ich kann das auch nicht haben wenn mir jemand beim essen "zukuckt"! Wa gestern mit einer Freundin frühstücken. Sie war fertig ich hätte noch eine Brötchenhälfte gehabt. Ich hätte sie noch essen können, hab ich aber nicht. Hätte sie noch einen Kaffee bestellt wäre das eine andere Sache gewesen. Ich hasse es wenn jemand da steht und sagt: "Hey, nun ess doch mal was!" Ich kann z.B. auch schwer etwas vor 10 Uhr essen. Es fällt mir einfach schwer. Warum weiß ich auch nicht.


    Ich war halt schon von Säugling an eine schwierige Esserin - sagt meine Mutter. Glässchen mochte ich nie, man hat mich immer mit Williams Christ Birne ausgetrickst damit ich wenigstens ein bisschen vom Mittag essen esse. Als ich 8 Jahre lat war, fast 9 kamen wir endlich zu einem Kinderarzt der gesagt hat meine Mama soll froh sein - ich bin kerngesund, verhungern würde ich schon nicht, ich käme schon wenn ich Hunger hätte. Ab und an was anbieten, ansonsten sein lassen. Und dafür bin ich diesem arzt bis heute dankbar. Wenn ich nicht mehr mochte, dann mochte ich nicht mehr. NAchtisch gab es dann trotzdem irgendwann, meine Mama war froh wenn ich irgendwas gegessen habe. Auch heute mag ich manchmal einfach nur was süsses essen. Pfannkuchen, ein Teilchen oder ein kleines Stück Schokolade. Und dann kommt ne RIIIIEEESEEEN Portion Mittag. Für MICH ist da so wie eine Vorspeise. Ich kann das auch schwer beschreiben - wenn ich nicht das essen kann, worauf ich Hunger habe (das ist für mich megawichtig) dann esse ich lieber nix! Hab ich das gesgessen worauf ich Hunger hatte ist das wie ein "freischalten" für anderes. Der appetit auf dieses bestimmte essen ist so extrem, das ich mir in dem Moment nichtmal vorstellen kann was anderes zu essen. Es "befriedigt" mich dann einfach nicht. Ich hab da sicher irgendwie ne Macke, aber so wars schon seit ich feste Nahrung essen kann wohl.


    Ich kann auch alles essen wie ich will. 1 Woche Buttercremetorte - jeden Abend 2 stücke Torte. Mein sohn mochte sie nicht (war seine Geburtstagstorte) und wegschmeissen wollte ich sie auch nicht. Mir war jeden Abend kotzübel. Aber jeden Abend rief sie aus dem Kühlschrank: "Ess mich, ess mich!" :D Habe ich zugenommen? Nein!


    Vielleicht ist es bei eurem Kind ja auch so in etwa.Legt ihn nicht so fest. Lasst ihm mehr spielraum beim "Was will ich essen!" Klar, gewisse Regeln müssen sein, aber vielleicht isst er mehr und besser wenn er mehr "Lust" auf essen hat bzw. auch mehr Appetit auf das essen. Wenn es ganz schlecht lief bei mir hat meine Mutter mir immer Puddingsuppe und/oder Apfelpfannkuchen gemacht - das ging immer :)


    Ich vergleiche meine "Esserrei" mit etwas was ich über Schwangerengelüste gelesen habe (kenne ich ja nun auch :D ) und finde das sich die Gefühle was meine Appetit manchmal angeht sehr ähneln. Ich habe gelesen das die Gelüster der Schwangeren ein Trick des Körpers ist. Was ihm fehlt, darauf macht er der Frau Lust! So stellt er sicher das er mit dem Versorgt wird was gerade gebraucht wird. Vielleicht ist das bei mir ähnlich. Dadurch das ich ja auch immer sehr klein und schmal war und immernoch bin vermute ich mal das ich die Nährstoffe nicht so verwerte wie ich es sollte. Meine Blutwerte waren aber immer Top - nix im roten Bereich! Auch als ich beim 2. Kind die 2 Liter Blut verloren habe. Da sollte ich Eisentabletzten schlucken. Mir war immer so schlecht davon. Meine Hebamme hat mir dann eine Flasche Kräuterblutsaft gegeben. Aber der war ja so teuer.Also hab ich alles sein lassen und einafch normal gelebt. Als ich zur Nachkontrolle war konnte man aufgrund der Blutwerte gar nicht mehr sehen das ich soviel Blut verloren habe. Ich hab das einfach mit der Ernährung gesvhafft. Da war der Arzt richtig baff.


    Ich kann euch nur raten, nehmt euch und auch dem Kind den Stress. Macht klar was euch wichtig ist am Esstisch (ruhig sitzen, gemeinsame Zeit verbringen, in ruhe da sitzen) überlegt euch worauf ihr noch am ehesten verzichten könnt. Ich hab die Kinder immer vom Tisch weggeschickt wenn es gar nicht mehr ging. sie durften dann aber weder spielen noch wiederkommen solange noch jemand am Tisch am essen war. Vielleicht kocht ihr mit dem Kind zusammen, kauft zusammen ein oder fragt ihn was er essen will (das muss er dann aber auch essen, da würde sogar ICH drauf bestehen) - dann gibts eben etwas später Mittagessen, vielleicht macht ihr einen Tag aus wo er dann vielelicht auch mal was süsses zu Mittag essen darf (Pfannkuchen oder ähnliches). Ich bin mir ganz sicher das ihr bald entspannter essen könnt.


    Ich drücke euch die Daumen - meine Schwester hatte mir seinerzeit gewünscht das mein ältester Sohn so n Esser wird wie ich :D War aber nicht so *gg*

    Viele Grüße Wiebke


    - Rechtschreibfehler dürfen gern ignoriert werden - mein Lektor hat zur Zeit Urlaub...! -


    Bin manchmal so in Eile, hab dann keine Zeit mehr groß Korrektur zu lesen. Ich bitte um Verzeihung und hoffe man kann es trotzdem lesen :)

  • Ich finde es schwierig, etwas zu eurer Situation zu schreiben, weil mir ist noch nicht klar, wann und was dein Sohn überhaupt zu sich nimmt, wenn er
    a) an den Mahlzeiten quasi nicht teilnimmt und
    b) auch nicht so viel Süßes bekommt.


    Du hast jetzt auch nicht geschrieben, dass er unterernährt ist.
    Er isst doch nicht nur einen Keks oder Joghurt zum Nachtisch am Tag?

  • Jella, nein das nicht. Mein Sohn frühstückt hier halbwegs ordentlich, dann nochmal im Kindi (dort meist eher weniger), Mittagessen gibt es unter der Woche auch dort, er ist aber auch da immer der langsamste und der mit dem dreckigsten Platz. Und ab und an wandert schon ein bißchen was in den Mund, zum Beispiel hat er heute aus seinen Knödeln Dinoskulpturen gemacht und dafür musste er teile wegknabbern. Bzw isst er immer wieder zwischendurch mal 1-2 Gabeln aber dann wird halt wieder ewig geblödelt. Es gibt auch nur wenig, was er gar nicht mag und das lassen wir weg oder er muss es nicht essen. Es liegt also nicht am nicht mögen. Satt essen würde er sich aber am liebsten nur von Nachtisch.

  • Hallo,


    @ Maggan


    Ich bin mir grad nicht sicher, ob du ein bissel stacheln willst, oder ob es dir wirklich noch nicht aufgefallen ist.


    Hier im Forum geht es darum, möglichst respektvoll Menschen - auch mit Kindern! - umzugehen und dafür Wege zu finden.


    Sachen wie "mit Konsequenzen (=Strafen) drohen", "Donnerwetter", "etwas essen MÜSSEN" oder "wegschicken, nicht spielen aber auch nicht wiederkommen dürfen" gehören da wohl bei den meisten hier her nicht zum als respektvoll empfundenen Handlungskanon. ;)


    Ein anderer Tipp noch - ich schreib ja selber auch gerne mal (zu) lange Texte...: Es ist besser leserlich, wenn man öfter Absätze macht und bei jedem Absatz eine Leerzeile reinbaut.


    @Panema


    Wenn er beim kochen mitknabbert, soll er doch, dann würde ich das ausbauen. Gerade Gemüse ist doch roh sogar gesünder. Wir hatten eine ganze Zeit immer einen Teil des Gemüses roh aufgeschnitten auf dem Tisch stehen, weil die Kindern das lieber mochten als gekochtes. Da ging vor und nach der eigentlichen Mahlzeit immer viel weg und man staunt, was alles roh essbar ist (Ich hätte früher nie Blumenkohl, Pilze o.ä. roh gegessen, aber es schmeckt wirklich)


    Es klingt für mich insgesamt nicht so, als ob er zu wenig essen würde, nur eben mittags bei Tisch nicht so viel wie ihr es gerne hättet. Daher würde ich es halten wie oben vorgeschlagen: Sich nett unterhalten, die grundlegenden Dinge achten, Nachtisch so gestalten, daß er harmonischer Teil der (gesunden) Mahlzeit ist und nicht als Süßigkeit bzw. Belohnung für Wohlverhalten wirkt, aber Essensauswahl und Menge weitestgehend ignorieren.

  • ich lese interessiert mit und habe auch den Rohkost-Tipp parat: wenns meiner Tochter nicht schmeckt, bekommt sie Rohkost, je nach Saison z.B. Paprika, Gurke, Pomelo, Ananas, Melone etc etc..manchmal mit nem Joghurt-Dip. Auch bei Besucherkindern kommt das immer gut an..vielleicht ist das ja mal einen Versuch wert.

    und HIER und HIER treffen sich die Münchner Raben #top



    I`ve failed over and over and over again in my life....and that is why I succeed
    Michael Jordan