Finanzielle Unterstützung nach Elterngeld?

  • Als Mutter, die ihre Kinder vor den Zeiten des Elterngeldes in die Welt gesetzt hat, muss ich immer ein kleines bisschen stutzen, wenn ich lese, welche Selbstverständlichkeit das Elterngeld in die Finanzlage von Familien gebracht hat. Einerseits ja schön, aber andererseits kann es vielleicht auch ohne Zuschuss gehen?


    Da muss ich jetzt stutzen...
    Sicher geht es bei vielen Familien auch ganz ohne Zuschüsse, aber kennst du irgendjemanden, der auf Kindergeld oder Elterngeld verzichtet? Ich nicht.


    Für die einen ist das Glas halbleer,
    für die anderen ist es halbvoll,
    und ich freu mich schon, wenn überhaupt etwas drin ist !!
    :D

  • Da muss ich jetzt stutzen...
    Sicher geht es bei vielen Familien auch ganz ohne Zuschüsse, aber kennst du irgendjemanden, der auf Kindergeld oder Elterngeld verzichtet? Ich nicht.


    Davon habe ich nichts geschrieben (und bitte, mich auch nicht zu interpretieren), sondern nur, dass durch die Einführung des Elterngeldes von vielen außer Acht gelassen wird, dass es (nach dem Ablauf desselbigen) auch ohne Zuschüsse gehen könnte, nicht dass man drauf verzichten soll.


    Es wurde durch die Zahlung dieses (im Vergleich zu allem vorherigen) relativ hohen Zuschusses einfach selbstverständlich, dass in Partnerschaften/Familien weiterhin ansatzweise dieselbe Finanzlage zu herrschen hat wie vor der Elternschaft. Sicherlich wäre dies toll und erstrebenswert (da wäre auch eine Diskussion um das bedingungslose Grundeinkommmen an richtiger Stelle), aber einfach noch nicht realistisch.


    Es ist ja auch politisch nicht hinderlich, dass Mütter so oft schneller zurück in den Job gehen (das ist ja nicht nicht immer nur so, weil sie es unbedingt wollen), weil oft auch Verbindlichkeiten eingegangen wurden, die dies nach dem Wegfall des Elterngeldes verlangen. Ich kann nicht behaupten, dass Frauen oder Mütter dadurch nur freier geworden sind, sondern auch gebundener.


    Trotzdem finde ich es einen Schritt in die richtige Richtung, das will ich dem Elterngeld also nicht absprechen!

    LG von Sosh - dem weiblichen Viertel unserer Familie #yoga

  • Ich würde auch Kindergeldzuschlag und Wohngeld vorschlagen, das dürfte jetzt erstmal schneller helfen als alles andere (Kindergeldzuschlag sind 140 Euro je Kind). Dann kannst du die Übergangszeit ja nutzen nach einer Betreuung zu suchen.

    Wenn wir einen Menschen glücklicher und heiterer machen können, so sollten wir es in jedem Fall tun, mag er uns darum bitten oder nicht.


    - Hermann Hesse: Das Glasperlenspiel -

  • Kinderzuschlag beträgt höchstens 140 € üro Kind. Kann auch sein das es weit weniger gibt.
    Ich würde den Antrag einfach mal stellen. Auch wenn das erstmal erschlägt.
    Wichtig ist auf jeden Fall die Angabe der Mietkosten (Kaltmiete, Betriebskosten, Heizkosten), mind. die letzten 3 Lohnabrechnungen (toll ist die Dezemberabrechnung, da kann man nen schönen Jahresschnitt errechnen) , Wohngeldbescheid wenn vorhanden, Kfz-Haftpflicht, Riester wenn vorhanden, Am besten auch nen Nachweis wann das Elterngeld endete.
    Der Antrag zählt immer ab Monat der Antragstellung.

  • Ich würde mir eine verlässliche Kinderbetreuung suchen und mich dann arbeitssuchend melden, bzw selbst einen Job für den so entstandenen Zeitrahmen suchen. Ich gehe davon aus, dass du wenig bis keine Unterstützung vom Jobcenter bekommen wirst. Die werden nur dann aktiv, wenn sie zahlen müssen. Seid ihr als Bedarfsgemeinschaft raus aus der Nummer, wird von dort wenig kommen.



    Wir haben beim ersten Kind lange keine sechs Monate Erziehungsgeld bekommen. insgesamt waren es ca. 700 €. Im Mutterschutz gab´s nichts, dann habe ich dank Resturlaub noch für weitere 1,5 Monate Gehalt bekommen. Da gab´s dann auch nichts.


    Beim zweiten Kind waren die Grenzen echt so niedrig, dass 4-köpfige Familien fast Sozialleistungen beantragen konnten, wenn sie unter der Grenze für das volle Erziehungsgeld lagen. Wir haben also nichts bekommen.


    Das einzig Gute am Erziehungsgeld war, dass es bei Geringverdienern, Leistungsempfängern und Alleinerziehenden nicht als Einkommen gewertet wurde. So hatten diese Familien tatsächlich 24 Monate lang 300 € mehr im Portemonnaie. Leider kam danach nichts mehr (Bayern hatte noch ein Jahr länger Landeserziehungsgeld, oder?), dabei werden Kinder mit fortschreitendem Alter nicht "günstiger".


    Erwähnte ich schon, dass ich ein bedingungsloses Grundeinkommen befürworte? Oder, wenn das zu utopisch ist, möchte ich weg vom Ehegatten- und hin zu einem Familien-Splitting.



    Die Entscheidung, wann wir Frauen wieder oder überhaupt arbeiten, hängt mMn nicht vom Elterngeld ab. Die, die jetzt in meinem Umfeld jammern, tun dies oft auf ziemlich hohen Niveau. Wenn dann das Jahreseinkommen auf einmal nur noch 60 T€ statt 80 T€ beträgt, weil ein Elternteil nicht frühestmöglich wieder arbeitet, dann nenne ich das durchaus Luxusproblem. Menschen mit deutlich weniger Einkommen klagen oft viel weniger.
    Das ist nur meine kleine Privatstatistik. :)


    Aber wenn ich dann ab und an darauf hinweise, dass es den Klagenden doch wirklich gut geht (verglichen zB mit uns oder Alleinerziehenden mit Niedriglohnjob), wurde ich angefeindet als linke Socke. #hammer

    LG
    Marion mit zwei Mädels 04/04 und 05/06

  • Ich verstehe jetzt das Problem nicht so wirklich oder hat dein Job auch Arbeitszeiten, die nicht mit Kinderbetreuung vereinbar ist? Ansonsten Kinderbetreuung so anlegen, dass du in der Zeit deinen Job gut ausüben kannst.

  • Ich denke, die Threadstarterin denkt schon deshalb nicht über Fremdbetreuung nach, weil diese für 2 Kinder unter 3, bzw. 1 unter 3 und 1 knapp 3 ziemlich kostenintensiv ist. Vielleicht aber auch, weil sie es nicht möchte, insofern gehe ich von anderen Voraussetzungen aus.

    LG von Sosh - dem weiblichen Viertel unserer Familie #yoga

  • Ich denke, die Threadstarterin denkt schon deshalb nicht über Fremdbetreuung nach, weil diese für 2 Kinder unter 3, bzw. 1 unter 3 und 1 knapp 3 ziemlich kostenintensiv ist.

    Das kommt auf das Bundesland an. In Berlin z.B. sind die letzten drei Kita-Jahre vor der Einschulung mit 5,5 Jahren frei, in Zukunft sollen schrittweise auch die ersten Kita-Jahre frei sein.

  • Eben, es kommt auf das Bundesland an. Hier Kosten ein Krippenplatz und ein KiTa Platz mal gleich 750 Euro zusammen. So viel muss man erst mal verdienen, dass sich das rechnet und man sich das leisten kann. Zwei Krippenplätze kosten noch mehr. ..


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  • hallo Pegasi,
    um die Diskussion in eine andere Richtung zu lenken.
    Im Gastronomiebereich wird immer gesucht und das würde perfekt zu deinen Zeiten passen, wo du arbeiten kannst.. SEi es Service oder Küche. Und mit 1-2 WE pro MOnat kommen da schon Stunden zusammen. Viel Glück beim suchen. Einfach auf Anzeigen achten oder in denRestautrants nachfragen. Ich hab das selber jahrelang gemacht. denn wenn du wieder Betreuung bezahlen musst rechnet sich das doch auch nicht mehr.

  • Ohne den Hintergrund der Threadstarterin zu kennen, wäre es eine weitere Möglichkeit, "fremdbetreuungslos" zu planen, weil ihre Kinder sehr viel krank sind.
    Die Kinder meiner Schwester haben als ehem. Frühchen ewig mit Bronchitis und Lungenetzündungen zu tun. Grad in den Wintermonaten. Da käme man niemalsnicht mit Kindkranktagen zurecht und der Kindergartenbesuch ist keine verlässliche Option.


    Aber ganz egal, was die TS zu ihrer Herangehensweise bewegt: Glaubt ihr nicht, die Option Fremdbetreuung 8o ist ihr auch ohne den Hinweis hier als erstes durch den Kopf gegangen?
    Ich empfinde den (20-fachen) Ratschlag dazu nutzlos bis bissig und kann verstehen, dass die TS grad nix weiter hier von sich gibt ...

  • Ihr jüngtses Kind wird zudem erst im nächsten Monat ein Jahr!


    Ich finde es auch hart ehrlich gesagt, am Wochenende zu arbeiten. Ich mache das manchmal, aber ich finde es sehr schwer, da ja am Wochenende auch noch Familienleben usw. stattfinden muss/soll (Ausflüge, Großeltern besuchen, Treffen mit Freunden/Verwandschaft, was einkaufen, was besorgen, was zusammen handwerkeln...).

    Wenn wir einen Menschen glücklicher und heiterer machen können, so sollten wir es in jedem Fall tun, mag er uns darum bitten oder nicht.


    - Hermann Hesse: Das Glasperlenspiel -

  • Ich unterschreibe komplett bei Froschfamilie.


    Du willst arbeiten, ihr braucht das Geld. Also muss "nur" eine Betreuung gefunden werden. Ist es schwer bei Euch Plätze zu finden, oder magst du die Jungs nicht weggehen? Viele Plätze sind nach Einkommen gestaffelt, oder? Meinst du das wäre machbar?


    Wir hatten lange babysitter. Der stundensatz ist da natürlich echt ne Hausnummer, aber babysitter sind bissl flexibler als gebuchte Zeiten. Mir erscheint aber ein Job, der zu normales Zeiten abläuft, besser realisierbar. Wochenendarbeit fällt da nicht drunter.


    Und der Arbeitgeber deines Mannes muss ins Gebet genommen werden. Ständige Bereitschaftsdienste kosten nun mal. Das muss er vergüten. Das macht er nicht, oder?

    Mit einem Osterhäschen reich beschenkt ❤️

  • Ich finde ganz ehrlich gesagt den Hinweis auf die Möglichkeit von "Fremdbetreuung" ganz sinnvoll. Wenn das aus irgendeinem Grund ausgeschlossen sein sollte, dann muss es Pegasi ja nicht in Erwägung ziehen. Mehr finanzielle Förderung von staatlicher Seite als bereits erwähnt scheint es ja nicht zu geben, sodass offenbar an einer Erwerbstätigkeit - die Pegasi ja auch möchte - kein Weg vorbei führt, wenn sich an der Situation des Mannes nichts ändern lässt.


    Mir ganz persönlich scheint das "geregelte" an der Option "Fremdbetreuung mit Erwerbsarbeit zu "normalen" Zeiten" auch deutlich reizvoller als Wochenendarbeit in der Gastronomie o.ä. oder Heimarbeit (ich stelle mir da jetzt sowas wie Kugelschreiberzusammendrehen vor?!) unter den von der Threadstarterin geschilderten Voraussetzungen (Mann ständig auf Abruf, Großeltern nicht dauernd verfügbar, sie also wohl faktisch die meiste Zeit allein für drei Kinder zuständig). Wenn Kindergartenbesuch aus Krankheitsgründen keine Option ist, würde ich Wochenend- oder Heimarbeit erst recht nicht in Erwägung ziehen, das stelle ich mir so anstrengend vor, dass ich es vermutlich kräftemäßig nicht könnte (oder es - bei Zahlung nach "Erfolg" - kein Geld einbringen würde). Arbeiten abends/nachts in der Gastronomie fand ich schon als alleinstehende Schülerin/Studentin so anstrengend, dass ich mir das mit drei Kindern, für die ich unter der Woche zuständig bin, in keinem Fall vorstellen könnte.


    Hier kostet Kinderbetreuung zwar auch nicht wenig, aber das ist - im Gegensatz zu einem Babysitter o.ä. - einkommensgestaffelt und wird mit zunehmender Kinderzahl in Betreuung günstiger.

  • Wohngeld bekommt man noch mit relativ hohem Einkommen, der Antrag ist auch nicht soo kompliziert. Kinderzuschlag könnt Ihr aich bekommen. Ich finde, die wenige Familienzeit am Wochenende einem schlecht bezahlten Nebenjob zu opfern, um keine stattlichen Hilfen beantragen zu müssen, ist ziemlich absurd. Dafür sind diese Gelder doch da.

    "Stay afraid, but do it anyway. What’s important is the action. You don’t have to wait to be confident. Just do it and eventually the confidence will follow." Carrie Fisher

    LG Matilda mit Tochter (08/2004) und Sohn (09/2015)

  • kommt natürlich auch drauf an wieviel Elterngeld wegbricht. Wenn auf einmal 1800Euro weniger in der Kasse sind und man keinen Job findet weil die Kinderbetreuung nicht funktioniert dann ist das doof. Ich würde einen Job suchen,wenn möglich im erlernten Beruf und schauen ob es als Teilzeit geht. So etwas wächst auch nicht auf Bäumen und du worst lange suchen müssen.
    Dein Mann sollte seinem AG klar machen dass die Dauerrufbereitschaft deine Berufstãtigkeit behindert, und etwas ãndern. Jetzt ist es ein guter Zeitpunkt denn es brennt unter den Nãgeln.
    Ansonsten ist arbeiten am Wochenende nicht so schlimm. Ich muss auch Wochenenden arbeiten und geniesse es einen ganzen Tag mal nicht Mama zu sein.
    Schoko

    Schokojunkie mit Töchtern (5/07 und7/09)

  • Ich find arbeiten am WE nicht so schlim. ich arbeite jedes W und es bringt mich nicht um. man muss die Zeit halt anders einteilen. Ausserdem hab ich geschrieben 1-2 Wochenenden pro Monat, dass ist schon durchführbar und auf der anderen Seite sind die Kinder einfach gut versorgt beim Papa, das ist doch auch was wert, oder? Man muss nicht immer alles gleich schlechtreden. Pegasi hat nach Möglichkeiten gefragt und das ist eine. Sie muss das ja nciht machen.
    Aber manchmal führen wir hier wirklich luxusdiskussionen. Und . Wenn Pegasie gleichviel verdienst wie sie für Betreuung ausgibt, dann kann sie es gleich lassen, dann hat sie nämlich keine Springerei.


    WEnn man Rufbereitschaft hat, dann ist das nicht so leicht zu ändern. DAs wird ja normalerweise auch vergütet, es also dem Arbeitgeber verklickern, dass das so nicht geht, hat dann wahrscheinlich zur Folge, das dann wieder Gehalt fehlt, .....

  • und auf der anderen Seite sind die Kinder einfach gut versorgt beim Papa, das ist doch auch was wert, oder? Man muss nicht immer alles gleich schlechtreden.

    Ich habe jetzt niemanden etwas "schlechtreden" lesen, dass es einem ganz persönlich zu anstrengend wäre und es von der gemeinsamen Familienzeit abgeht, wird man ja wohl noch schreiben dürfen?


    Kinder sind übrigens auch in so mancher "Fremdbetreuung" gut versorgt.


    Wie es mit den Kosten der Kinderbetreuung aussieht, dürfte regional so unterschiedlich sein, dass man - auch noch ohne den Verdienst bzw. die Verdienstmöglichkeiten zu kennen - ohnehin keine Angaben machen kann.

  • Ich glaube allerdings dass die Rufbereitschaft wie sie Pegasie beschreibt ( an 5 Tagen 24 Stunden) schlicht nicht mit dem Arbeitszeitgesetz zu vereinbaren ist, und somit illegal.
    Wenn der Arbeitgeber das anstãndig vergüten würde hãtten die keine Geldsorgen.
    Das klingt für mich nach Ausbeutung des Arbeitnehmers und einem guten Geschäft für die Firma.
    Schoko

    Schokojunkie mit Töchtern (5/07 und7/09)