Bauernhofkind und Waldkindergarten - zuviel des Guten?

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  • Hallo :)


    Ich bin ebenfalls der Meinung, dass ein zu viel an Natur nicht gegeben ist. Deine Kleine ist ja noch nicht mal 2, oder? Möchtest du sie mit 2 oder 3 Jahren in den Kindergarten bringen? Gerade Waldgruppen haben da ja auch nochmal extra Regelungen.
    Ansonsten würde ich dir raten, dir die Kita einfach persönlich anzuschauen, dann klären sich sicher auch viele Fragen. Es ist ja nur eine Waldgruppe in der Kita, oder? Aus anderen Einrichtungen kenne ich das dann so, dass die Kinder früh bis zu einer bestimmten Uhrzeit dann drinnen mit den restlichen Gruppen verbringen, ebenso in der Spätbetreuung. Im Winter sind sie je nach Temperatur verkürzt Im Wald. Bei Unwetter etc bleibt die Waldgruppe dann natürlich auch im Gebäude. Also sind auch Waldgruppen nicht die ganze Zeit draußen.


    Und ich denke auch, dass dein Kind mit zunehmenden Alter sicher auch mal alleine im Haus spielt, während du im Stall arbeitest, so dass es ja durchaus die Möglichkeit zum Spiel drinnen erhält.

  • gibt es denn starke gründe gegen den kiga in eurer gemeinde?
    ansonsten wäre mein rat: lieber drinnen in der gleichen gemeinde, wie ihre späteren mitschüler. dann hat sie zum schulstart gleich viele freunde und muss nicht ihr umfeld wechseln.
    habe bemerkt, dass das doch viel ausmacht.
    hier werden die kindergärten auch schulbezirksweise zugewiesen, eben aus diesem grund.
    und ich finde so viel draußen auch zu viel. da wirst du kein spaß mit ihr am nachmittag haben, wenn ein nasses oder verfrorenes kind nicht mehr raus will, sondern einfach nur mit dir ein buch lesen will. aber das kannst du besser einschätzen.
    ich finde waldkiga in den meisten fällen für die kinder eher hart. es geht, aber ich habe auch von vielen tränen im winter und sommer gehört.

    ****Glitzer mit der schnecke (05/06), dem bär (11/08 ), dem hulk (06/13) und findus (04/17) #love ****
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  • Mondschein:


    Selbst im Waldkindergarten sind sie ja nicht bei jeder Wetterlage schutzlos unterwegs. Sie haben meist einen beheizten Bauwagen oder Gruppenraum. Bei uns gibt es sogar beide Möglichkeiten, so wird im Winter z.B. im Bauwagen Brotzeit gemacht und die Kleinen oder kälteempfindlicheren Kinder können dann auch drinnen bleiben während die größeren meist gleich danach wieder raus flitzen und draußen spielen. Außerdem sind sie ja auch entsprechend ausgerüstet und haben tolle Winter- und Regenklamotten. Bei Sturm und Gewitter dürfen sie gar nicht in den Wald und bleiben am Gruppenraum (bzw. am Bauernhof, da hat unser Kiga großes Glück)


    Im Sommer ist es im Wald kühler und angenehmer als in einem geschlossenen Raum.


    Auch auf dem Bauernhof gibt es Arbeiten im warmen Stall, in der geschützten Scheune, auf dem klimatisierten Traktor...



    Ich bin leider keine Erzieherin, aber als Mama mit über sechs Jahren "Walderfahrung" habe ich noch keine Dramen oder Abbrüche bezüglich des Wetters mitbekommen. Es kommt mal vor, dass die Finger klamm werden oder die Jacke doch nicht ganz wasserdicht war, aber die Erzieherinnen haben ja auch ein Auge auf die Kinder und Möglichkeiten, solche Probleme zu beseitigen und zu überbrücken. (Wärmesteine, Wechselkleidung, ...) Wem wurden nicht mal die Finger kühl im Winter draußen? Die tauen schon wieder auf ;) Klar ist das nicht schön, aber für mich wäre das kein Grund, nicht mehr raus zu gehen, sondern beim nächsten Mal bessere Handschuhe anzuziehen oder die durchnässten früher zu wechseln.


    Solche "Extremerfahrungen", Wind und Wetter spüren, die Grenzen des Körpers und der Kraft erleben, stärken die Kinder ungemein und würden uns Erwachsenen durchaus auch gut tun. (Hinterher. ;) ganzheitlich gesehen)

    Statusbericht:
    #hammer#haare#tuppern#kreischen:stupid: Ich hätte gerne wieder mehr #baden und #yoga

  • @snoopal mag ja sein. Ich habe auch nichts gegen Waldkindergarten usw.
    Hier war aber die Frage, ob es auch zu viel Draußen gibt.


    Und ja 12-14 Stunden täglich können auch zu viel sein.


    Und ein Waldkindergarten ist ja schon darauf ausgelegt im Freien stattzufinden. Ein Bauwagen ist ja eher eine Notlösung.


    Wir sind bei Wind und Wetter draußen, gehen alle unsere Wege zu Fuß usw. aber wir sind alle such sehr gerne Drinnen im Warmen.


    Und Waldkindergärten sind doch meistens auch keine GanztagsKiTas. Und hier ist es ein spezieller Fall.

    Ich schreibe meine persönlichen Erfahrungen und über mein persönliches Umfeld. Manchmal schreibe ich auch davon, was mir Familie oder Freunde so berichten, das steht dann aber dabei.
    Ich schreibe nicht über ein anderes Umfeld oder andere Erahrungen und tatsächlich nicht über ein ganzes Land oder die ganze Welt.
    Dafür bin ich viel zu klein und unwissend, als dass ich der Meinung sein könnte, dass ich weiß, wie es überall so funktioniert. #herzen

    Einmal editiert, zuletzt von Mondschein ()

  • Auch auf dem Bauernhof gibt es Arbeiten im warmen Stall, in der geschützten Scheune, auf dem klimatisierten Traktor...


    Na ich weiß nicht, ob das nicht eher eine etwas idealisierte Vorstellung ist... Zugegebenermaßen kenne ich mich im Winter auf Bauernhöfen nicht so aus, sondern nur in Pferdeställen und da ist es im Winter schweinekalt.


    Allgemein wäre ein gezwungener Draußentag von 12-14 Stunden für meine Kinder zu viel gewesen (und wäre es heute noch). Aber das hängt sicher auch von der einzelnen Persönlichkeit und der eigenen Sichtweise ab. Meine Tochter ist beispielsweise auch so eine kleine Bastel- und Schnibbeltante, die kann ewig an ihrem Schreibtisch sitzen und sich mit winzigen Dingen beschäftigen und auch Bügelperlen u.ä. findet sie super. Für mich ist es schon wichtig, dass ein Kind auch das ausleben kann und nicht pauschal gesagt wird, alles was draußen stattfindet ist per se besser.

    Liebe Grüße
    Silke mit dem Großen 06/2006 und der Kleinen 06/2009

  • Na ich weiß nicht, ob das nicht eher eine etwas idealisierte Vorstellung ist... Zugegebenermaßen kenne ich mich im Winter auf Bauernhöfen nicht so aus, sondern nur in Pferdeställen und da ist es im Winter schweinekalt.


    Allgemein wäre ein gezwungener Draußentag von 12-14 Stunden für meine Kinder zu viel gewesen (und wäre es heute noch).

    Das waren auch meine Gedanken ohne große Erfahrung mit Pferdeställen, dafür mit Kuhstall. Ich find es dort a...kalt. Sind ja meist auch nicht ganz geschlossen und nicht geheizt. Klar ist es ein Schutz vor kaltem Wind und Regen, aber zum Ausruhen nach einem anstrengenden Kindergartentag oder zum Malen oder Basteln mMn ungeeignet.


    Klar, irgendwann sind die Kinder auch groß genug, um allein drinnen zu spielen, aber wenn ich mir das bei uns anschauen (in umgekehrter Konstellation, da bin ich drinnen und die Kinder draußen), dann ist das ein ständiges Hin- und Hergerenne. Sie klingeln, kommen rein, brauchen was, die Tür bleibt offen, wenn sie rausgehen oder sie machen die Tür zu und klingeln gleich wieder, weil sie was vergessen haben,.... So richtig vertieft spielen sie nur, wenn ich in Reichweite bin (sowohl drinnen als auch draußen) und das auch noch als Grundschulkind.

  • Vielen Dank für eure Meinungen.
    Ich werde mich dann wohl doch mit dem Gedanken mit dem gemeindeeigenen Kindergarten anfreunden müssen.
    Das Problem dort ist die Leitung, die durch ihre mangelnden Führungsqualitäten für eine schnelle Personalfluktuation sorgt. Dadurch werden die Kinder dort zwar sicher verwahrt aber mehr auch nicht.
    Aber es ist schon so, dass es meiner Tochter wahrscheinlich zu viel sein würde in den Waldkindergarten zu gehen. Im Moment kann sie ja vormittags drinnen spielen, während ich in der Käserei bin. Das würde dann durch eine weitere "Draußenphase" ersetzt werden.
    Ich möchte sie mit 2,5 eingewöhnen, also im nächsten Winter. Muß sie aber demnächst anmelden, weil hier wohl immer zum Sommer geplant wird. Ich fürchte sie ist sonst sozial zu isoliert. Hier im Dorf gibt es keine gleichaltrigen Kinder und die Veranstaltungen wie Kinderturnen sind zu Zeiten die ich nicht einrichten kann.
    Im Stall ist es zwar trocken aber kalt und auch zugig. Die Idee dort eine geschützte "Ausruh"Ecke einzurichten finde ich sehr gut,da bin ich noch gar nicht drauf gekommen, vielleicht ein Polster und eine Wärmelampe, ein paar Bücher.... Muß es nur einigermaßen katzensicher gestalten.

  • Wir leben quasi auf einem Bauernhof. Meine Jüngste ist 2 und hilft oft mit beim füttern.
    Hier gibt es keinen Waldkindergarten und wenn würde ich den nur im Sommer gut finden, wir wohnen im Gebirge und da herrscht doch ein anderes Klima. Gerade die Kleinen frieren so schnell, wenn sie sich draußen nicht bewegen.
    In unserem Schafstall ist es übrigens auch kalt.

  • Schäfchen, ich würde auf die Empfehlung aller meiner Vorschreiberinnen eingehen und den Waldkindergarten besuchen, wenn möglich zusammen mit dein Kind für ein paar Stunden oder einen Vormittag dort hospitieren. Und erst dann entscheiden.
    Ich habe im Laufe der Zeit lernen müssen, dass die Meinung der Anderen nur ergänzend sein kann aber was für unsere Tochter und uns als Familie schlussendlich das richtige war, stellte sich doch anders dar. Jedes Kind ist da ganz anders und kann unterschiedlich von angebotene Konzepte profitieren. Wichtig ist was dir dein Bauchgefühl sagt, da wirst du schon den richtigen Blick für dein Kind haben.


    Wir hatten beides. Das erstes Jahr mit 3 Jahren klassischer Regelkindergarten mit Mittagsschlafenszeit für die Kleinen was meine Tochter von Anfang an nicht wollte, basteln leider auf Vorlage der Betreuerinnen, schöner Garten wo sie bei passendem Wetter rausgingen usw. Und eigentlich liebe Betreuerinnen. Schwierige Kigaleiterin aber im Alltag für meiner Tochter dann nicht so wichtig, eher ein Problem für uns Eltern. Meine gesamte Umgebung inklusive mein Mann waren damals der Meinung es ist doch alles gut. Dem Kind geht es gut, sie ist gut integriert in der Gruppe, hat Freundschaften geschlossen. Der Kindergarten ist gut, liegt drei Ecken weiter als unsere Wohnung und noch vieles mehr.
    Ich habe in der Zeit auch hier im Forum gepostet. Ich wollte so gern das sie in ein gerade gegründeten Waldkindergarten weiter geht. Alle sagten ich wäre verrückt sie da jetzt rauszunehmen. Hier im Forum schrieb jemand "never change a running system"...
    Viele schlaflose Nächte und mein Bauchgefühl haben trotzem dazu geführt das ich sie wechseln ließ mit 4 Jahren.
    Sie ging 3 wundervolle, entspannte, erreignissreiche Jahre bis letzten Sommer im Waldkindergarten. Sie hat so viel mitnehmen können in dieser Zeit. Diese Erfahrung und die Tiefe, Innigkeit und Liebe der Betreuerinnen, ihre Freundinnen, die Natur all das hätte sie im klassischen KiGa nie erlebt. Ich möchte hier nicht zu viel schwärmen, da es dann nach ein verklärter, romantischer Abenteuerroman klingen würde. Aber die Zeit im WaldKiga war wichtig und möchten wir nicht missen.


    Ich möchte nur ein paar Bedenken ausräumen aus unsere Erfahrung heraus.
    Sie war eigentlich immer nach eine Mittagspause (mit etwas warmes zum Essen im Winter) bereit für neue Abenteuer. Ab Frühling bis spät Herbst waren wir zwei Drittel unserer Zeit nach dem KiGa im unserem Garten. Und ich hatte nie die Beschwerde das es ihr zu viel ist.
    Schlechtes Wetter gabs für diese Kinder nicht, sie betelten um Regen :D weil es da besser zum matschen und rutschen ist.
    Im Wald wird das Wetter nicht so extrem empfunden, wie schon jemand weiter oben schrieb. Im Sommer ist es kühler, im Winter ist es milder, Regen und Wind wird von den Baumkronen gemildert...
    Nach einer Anfangszeit waren die Kinder mehrmals in der Woche gegenseitig verabredet, wo dann auch die Möglichkeit ist mal bei anderen die gar kein Garten hatten nur drinnen zu spielen.
    Malen, basteln und bis zum Buchstaben kennenlernen, rechnen all das kann man noch viel intensiver im Wald erfahren. Es ist zumindest in unserer WaldKiga so gewesen - Kerzen ziehen und gießen, tönern, weben, schnitzen, selber Farben anrühren, Kleister selber kochen, Brennnessel Chips und Suppen kochen, fädeln, boren, hämmern, Filzen, für Puppentheater selber Geschichte texten und Holzfiguren dafür basteln, verkleiden, musizieren, singen...


    Sie ist jetzt in der erste Klasse und zu unserer Überraschung mit einer Freundin aus dem WaldKiga zusammen gekommen. Die Lehreinnen sind begeistert wie ruhig und ausgeglichen die Mädchen den Unterricht folgen können und wie reichhaltig ihr Sachkunde Wissenschatz ist.
    Aber sie hatten auch so einmalige Erlebnisse, wie Waldkautz finden und in der Pflegestation aufpäpeln und wieder auswildern, ein Frischling und Rehmutter beobachten, Feuersalamander der sich tatschächlich an einen "die Welt geht unter" Regentag blicken lies. ;)


    Schau dir persönlich beide Möglichkeiten die für euch im Frage kommen an und entscheide dann. Kinder werden mit jedem Jahr größer und selbständiger. Vielleicht ist es gar keine Frage und keine Belastung für dein Kind in einem Jahr oder in zwei, wenn der Nachmittag auch draußen verbracht wird. Wichtig ist ein gutes Gefühl für die Betreuer und die Umgebung in dem dein Kind sein wird zu haben.

    »Ich glaube sowieso, wenn die jungen Menschen auf alles hören würden, was die älteren ihnen sagen, würde jede Entwicklung aufhören und die Welt still stehen.«


    Astrid Lindgren

  • aber anders gedacht: wir boten unseren kindern mit dem waldkindergarten die notwendigen dinge, die wir privat nicht so optimal bieten konnten. da wäre es für besagte familien vielleicht sinnvoll gewesen, zu schauen, dass sie mit dem kindergarten (oder privat) entsprechende vorschulangebote an ihre kinder heranführen, um sie ausgewogener auf schule vorzubereiten.

    das finde ich einen interessanten aspekt und so haben wir es auch gehandhabt.


    also schauen, was man selbst mag und bieten kann und das komplementäre dann über den kindergarten/die schule organisieren, falls das auch den neigungen des kindes entgegen kommt.

    „Willst du den Charakter eines Menschen erkennen, so gib ihm Macht.“


    Abraham Lincoln

  • Uiii, das wurde aber lang! Hab trotzdem etwas vergessen. :D
    Für mich gibt es zwischen einen "klassischen" KiGa und Waldkindergarten ein grundsätzlicher Unterschied von vornhinein. In Regelkindergarten geht man raus um Frischluft zu haben, zu toben, rutschen, zu matschen. Es ist ein Teil vom Konzept in manchen Kindergärten mehr in anderen weniger.
    Ein WaldKiga ist eine unmittelbare gelebte Beziehung zu und in der Natur.


    In unseren Pfarrkindergarten dürfte man auf Bäumen nicht klettern aus versicherungstechnischen Gründen. Auf den Rutschturm schon, da drunter weiche Matten lagen.
    Im Wald gibt es nur die persönliche Grenze des Kindes, wie weit es klettern mag.

    »Ich glaube sowieso, wenn die jungen Menschen auf alles hören würden, was die älteren ihnen sagen, würde jede Entwicklung aufhören und die Welt still stehen.«


    Astrid Lindgren

  • Ich kann dir leider nicht helfen, aber ich muss sagen, dass meine Kinder froh sind, wenn sie nicht immer raus müssen, bzw. auch gern drinnen spielen. Und von meiner Arbeit in der Kita kenne ich es, dass die Kinder sich immer sehr gefreut haben, wenn es mal nicht rausging wegen Wetter (Regelkita, aber im Haus waren die Kinder nur bis 9 und ansonsten nur bei schlechtem Wetter, zum Essen, Schlafen und Saunieren).

  • Ich denke, es kommt sehr aufs Kind an.
    Und ungünstigerweise muss man etwas antizipieren, welche Bedürfnisse das Kind in ein, zwei, drei Jahren haben wird.
    Sicherlich kann viel Natur nicht schaden, ein "zuviel" gibt es nicht.
    Die Frage, die ich spannender finde, ist aber, ob es dann ein "zuwenig" an anderer Stelle gibt.
    Ich möchte nochmal unterstreichen, was zuvor schonmal bedacht wurde: Basteln z.B. ist drausen nur eingeschränkt möglich. Auch Playmospielen, Lego bauen, Kapla auftürmen, wasweißich ...
    Wenn du ein Kind hast, das in diesem Bereich gern was macht, wäre das eine Einschränkung.
    Also auch von mir auch ein Votum in Richtung Komplementärangebot und Breitenauffächerung.

  • Ich möchte nochmal unterstreichen, was zuvor schonmal bedacht wurde: Basteln z.B. ist drausen nur eingeschränkt möglich. Auch Playmospielen, Lego bauen, Kapla auftürmen, wasweißich ..

    Draußen hat man keine genormten Bausteine. Die Waldkinder bauen hier sehr viel aus Steinen, Stöcken, Stricken. Das erfolgreiche Bauen damit erfordert m.E. mehr Kompetenz als mit Lego. Sie bauen ganze Pferdeställe, bringen ihre Puppen ins selbstgebaute Puppenbett aus Blättern und Zweigen, bauen sich Bunker und Schlösser aus den Tüchern, die die Erzieher bereitstellen. An Orten, an denen die Kinder häufig sind, haben sie auch mit den Erziehern aus Ästen udn Stricken kleine Versteckhäuser und Unterschlupfe gebaut.
    Kinder, die basteln wollen, haben dazu in der Natur sehr viele Möglichkeiten. Es ist eben kein angeleitetes Basteln, sondern ein freies.

    Do one thing everyday that scares you - Eleanor Roosevelt
    When you reach for the stars, you may not quite get one, but you won't come up with a handful of mud either - Leo Burnett

  • Es ist eben kein angeleitetes Basteln, sondern ein freies.

    Tschuldigung, der Aspekt kam jetzt schon öfter und ich verstehe ihn nicht. Ob man "frei" bastelt oder "angeleitet" hat doch nicht so viel damit zu tun ob man in der Natur bastelt oder nicht? Ich meine, man kann doch auch draußen basteln à la "Und jetzt sucht sich jeder einen Stock und dann kommt ihr alle zu mir und bekommt eine Schnur, welche Farbe möchtest du denn?" oder umgekehrt Kindern drinnen jede Menge Bastelmaterial zur Verfügung stellen und sich nicht einmischen?


    Nicht falsch verstehen: Ich finde Naturpädagogik toll und wäre mein Kind nicht ganz so abgeneigt (O-Ton: "Ich mag nicht in den Kindergarten weil wir heute wieder Waldtag haben"), hätte ich das für sie auch gerne gewollt, ich verstehe nur nicht was "freies Basteln" mit "draußen basteln" zu tun hat.

  • Das möchte ich auch nochmal unterstreichen.
    Es ging mir nicht um "angeleitetes Basteln". Sondern um Basteln drinnen. Mit Papier, Kleber, Perlen, Filz, Nähgarn ...
    Natürlich weiß ich, dass man auch mit Drausenmaterial basteln kann ;) . Zeit und Möglichkeiten, draußen zu spielen, hat das Schäfchenkind aber ja unbestritten viel. Darum geht es doch nicht.
    Die Frage war, ob es nicht Sinn macht, auch nochmal eine anderen Spiel- und Interaktionsraum anzubieten.
    Und da wäre mein Votum:
    Ja. Denn auch wenn "Basteln" und "Rollenspiel" überall geht, hat man drinnen und draußen doch anderes Material. Ggf auch einen anderen Focus.
    Meine Tochter bastelt unglaublich kreativ. Drinnen und unangeleitet. Gerade bastelt sie an einem "Rauchmelder". Im Kiga wurden welche ausgetauscht, nun bastelt sie einen eigenen für ihr Zimmer.
    Finde ich toll und wird bestimmt ein fantasievolles Gebilde. Und ich freu mich, dass sie die Materialen und die Möglichkeiten hat, einfach in Ruhe vor sich hinzuwerkeln und zu planen. Ich glaube, sie wäre tatsächlich beschnitten, wenn sie keine Zeit zum Drinnenspiel hätte. Unbeachtet der Tatsache, dass sie jeden Tag nach draußen gejagt wird von mir ;) .
    Ich find da Beides wichtig. Und würde, wenn mein Kind zuhaus immer draußen und unterwegs wäre, für den Kiga ein Drinnenagebot mit festen Räumlichkeiten vorziehen.

  • Vermutlich, weil in den meisten Waldkindergärten nicht nur das "draußen" sondern vor allem das "frei" im Konzept verankert ist. Urspiel ist da ein gutes Schlagwort.


    Edit: Bezieht sich auf die Frage von Peppersweet. #schäm

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    Einmal editiert, zuletzt von snoopal ()

  • Noch vergessen...Mir ist der liebevolle Umgang mit den Kindern am wichtigsten. Das steht für mich an erster Stelle bei einem Kindergarten. Wir haben hier auch nur einen Dorfkindergarten und klar gibt es manchmal Dinge die mir nicht gefallen aber im Großen und Ganzen sind wir zufrieden. Es ist sehr persönlich und sie gehen auch bei fast jedem Wetter raus. Einen Kuhstall haben wir gleich in der Nähe der auch gelegentlich besucht wird. Zudem erleben die Kinder den Kiga jahreszeitenabhängig.


    Meine Kinder sind sehr unterschiedlich, alle 3 manschen gern im Schlamm aber eines friert schneller als das andere. Zu Hause sind sie auch sehr kreativ und bauen z.Bsp. eine Feuerstelle. Auf Bäume klettern hat meine Große schon mit 3,5 Jahren geübt.

  • Ich hab denke ich das falsche Wort gewählt - statt "angeleitet" meine ich eher ein nicht vom Kind ausgehendes Basteln.


    Mir ist aber immer noch nicht klar, warum das Basteln drinnen mit offiziellem Bastelmaterial so wichtig ist. Das erschließt sich mir noch nicht.


    Und ich gehe schon davon aus, dass auch bei einer absoluten Draußenfamilie im Haus Kleber, Schere, Stifte und Papier vorhanden ist, sodass die Kinder z.B. abends oder am Wochenende drinnen basteln können, wenn sie wollen. Das betrifft ja vor allem die älteren Kinder, die von sich aus damit basteln wollen und auch nicht mehr so aufsichtintensiv sind.

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  • @sitopanaki aber die meisten hier schreiben ja nur, dass sie beide Möglichkeiten für sinnvoll erachten.
    Ein Kind, dass 12-14 Stunden draußen ist, wird sich wohl kaum dann noch hinsetzen und basteln.


    Hier hat niemand grundsätzlich etwas gegen Waldkindergärten geschrieben.


    Die Frage war halt sind täglich (verpflichtend) 12-14 Stunden draußen zu viel.


    Und auf der Grundlage, haben einige geschrieben, dass sie sich vorstellen könnten, dass es zu viel wird.

    Ich schreibe meine persönlichen Erfahrungen und über mein persönliches Umfeld. Manchmal schreibe ich auch davon, was mir Familie oder Freunde so berichten, das steht dann aber dabei.
    Ich schreibe nicht über ein anderes Umfeld oder andere Erahrungen und tatsächlich nicht über ein ganzes Land oder die ganze Welt.
    Dafür bin ich viel zu klein und unwissend, als dass ich der Meinung sein könnte, dass ich weiß, wie es überall so funktioniert. #herzen