AfD: KEINE Alternative

  • elfchen, zumindest ich lege dir nichts in den mund.


    ich denke nur, dass es sich aus mancher lebenslage heraus leichter großzügig sein lässt. was ich selbst kenne, aber mir immer wieder versuche, bewusst zu machen.

  • Das Problem liegt doch auch gerade daran, dass die arbeitsfähige Bevölkerung aus solchen Landstrichen wegzieht, was wieder dazu führt, dass die Region weiter ins Hintertreffen gerät. Das ist doch ein Teufelskreis. Statt immer mehr Arbeitskräfte in die Ballungsgebiete zu ziehen, wo dann z.B. die Lebenshaltungskosten explodieren und Wohnraum nicht mehr bezahlbar ist, muss man großflächig gute Lebens- und Arbeitsbedingungen schaffen und für eine einigermaßen ausgewogene Bevölkerungsstruktur achten.

    Es sollte doch genau umgekehrt sein. Da, wo die Menschen sich wohlfühlen, Familie und soziale Strukturen haben, Sicherheit empfinden und eine gute Grundversorgung, werden sie sich am besten in den Arbeitsmarkt einbringen können. Also sollte die Konzentration auf Ballungsräume nicht gefördert werden, sondern gerade strukturschwache Regionen klar gestärkt.

  • Habt ihr mitbekommen, was Siemens in Guben abgezogen hat? Das ist unheimlich und gruselig.

    was denn?

    Ach mist, war Görlitz. G und G ;)... aber sie woll(t)en ihr erk schließen. Der einzige Arbeitgeber vor Ort der wirklich gute Jobs hatte. Da hat die AfD auch kräftig versucht für sich zu werben. verständlich.

  • richtig freda. genau der "wegzug wegen arbeit" ist doch in städten wie chemnitz im gange.

    was dann übrigbleibt, sehen wir gerade.


    (danke für die info, iverna.)

    Ja das ist ein Problem. Ein Problem ist es eben auch, dass man Firmen mit Subventionen lockt und diese dann nicht verpflichtet hat, nachhaltig zu planen. Wenn etwas schließt, weil es schlecht ist - okay. Aber so? Gehts den Firmen nur um Profit. Da muss echt auch bei der Politik ein umdenken stattfinden.



    Das die AfD den Journalisten droht finde ich allerdings noch bedenklicher!

  • Jou, wieso kann ein Konzern Subventionen und öffentliche Aufträge bekommen, ohne Auflagen das dann bitte auch etwas zurück kommt? Sichere Arbeitsplätze zB

    Wo Furrina drauf steht ist in dem Fall Carrrie drin #evil


    und immer noch mit Chaosfamilie :D

  • Der Satz mit dem Umziehen, den finde ich ...


    Es sind schon sehr viele umgezogen. Wenn noch mehr wegziehen wohnt irgendwann keiner mehr hier. Beispiel unsere Stadt 1990 ca. 72000 Einwohner, 2016 56000 Einwohner. Von unseren früheren Freunden wohnt niemand mehr hier, alle weggezogen, spätestens nach Studium/Ausbildung, die meisten gleich nach der Schule. Grund bei den meisten kein Ausbildungsplatz/keine Arbeit. Wir waren auch mehrere Jahre weg. Schön war das nicht, der einzige Grund war die Arbeit und wir hatten großes Heimweh.


    In meinem Büro in Bawü meine Kollegen erzählten immer, was sie am Wochenende machen, mit ihrer Familie, ihren Freunden die sie schon ewig kannten, sie sagten sie würden niemals weit weg ziehen weg von ihrer Familie und ihren Freunden.


    Wir sind wieder zurück gekommen und haben beide eine normal bezahlte Arbeit in unserem Beruf. Wenn ich meine Arbeit verlieren würde, gäbe es für mich keine Alternative hier.


    Zum Flüchtlingsthema. Bevor mein 1. Kind eingeschult wurde, wurde mir von einer Bekannten Horrorgeschichten erzählt. Es ist ja so schlimm geworden in dieser Grundschule. Überfüllte Klassen, überfüllt mit Flüchtlingskindern und polnischen Kindern. Alles dreht sich nur um diese Kinder, normaler Unterricht kaum möglich. Ihr Kind ist seit diese Kinder da sind total abgerutscht. Nunja, besagtes Kind konnte dann ohne Probleme aufs Gymnasium, so sehr war es abgerutscht... Mittlerweile habe ich mehrere Kinder an dieser Schule und kann nichts davon bestätigen, weder ist es überfüllt noch dreht sich alles um die ausländischen Kinder. Es sind vielleicht 2 Flüchtlingskinder pro Klasse, wenn überhaupt und dazu bis zu 5 polnische Kinder, von Überfüllung durch ausländische Kinder kann keine Rede sein. Keine Ahnung woher die Bekannte da ihre Horrorgeschichten ausgedacht hat.


    Blöde ausländerfeindliche Aussagen kommen hier aus allen Bildungs- und Berufsschichten. Hier sind das Problem vor allem Diebstähle und Einbrüche. Autodiebstahl, Diebstahl von Metallen von Baustellen und Firmengeländen, wiederholte Einbrüche in grenznahen Wohngebieten usw. sind hier wirklich ein großes Problem und das sind hier vor allem osteuropäische Täter. Uns hat mal ein verfolgter Dieb fast über den Haufen gerannt und als er über der Grenze war stellte die Polizist die Verfolgung ein weil darf er nicht, da frag ich mich schon was das soll, schwubs über die Grenze nach Polen und vogelfrei. Daher sind hier aber glaube ich auch viele mittelständische Unternehmer eher pro Afd, weil sie werden mit ihrer Diebstahlproblematik mehr oder weniger allein gelassen.


    Blöde Aussagen gegen Flüchtlinge können eigentlich nur aus Infos aus den Medien die Ursache haben, weil so viele Flüchtlinge sind hier nicht. Zwar gibt es einen Ort in der Stadt, wo es zwischen bestimmten Gruppen immer mal wieder knallt, aber das ist bisher das Einzige negative was mir da zu Ohren gekommen ist. Und da stammen die negativen Sprüche hier eher von den weniger gebildeten oder sozial benachteiligten Menschen, natürlich nicht nur aber vermehrt eher daher. Da ist es dann sicher aber auch ja keine Ahnung Ungerechtigkeitsempfinden? A la die brauchen nix machen und bekommen das Geld hinterhergeschmissen während man selber kaum über die Runden kommt trotz 50 Stunden Woche?


    Zum Thema Nutella, hier isst man ja eher Nudossi ;).

    Liebe Grüße, Lillian

    "Okay Hazel Grace?"

  • So etwas, wie diesen FB-Post der AFD, den Iverna eingestellt hat, meine ich. Jemand, der so etwas schreibt, schreibt das gerade doch nicht aus Angst oder Verunsicherung. Da steckt doch Hass dahinter. Aber wo kommt der her? Hass auf unbekannte Journalisten? Diese Aufrufe zur Gewalt. Diese Drohungen. Das sind doch die Hetzer, die die Verunsicherten mitziehen. Aber warum hetzen sie? Und wie sollte man mit so jemanden in den Dialog kommen?

    Scheint die Sonne auch für Nazis? Wenn's nach mir geht tut sie es nicht!!! ( DBBDW)


    Es gruesst die Sunny mit der Hummel an der Hand, dem Möpsken im Arm und dem Sternchen im Herzen! #love

  • Lillian das Problem mit den "osteuropäern" gibts doch schon solange. Ewig schon. In Brandenburg gibt es definitiv Polizeigruppen die zusammenarbeiten und weiter über die Grenze verfolgen. Aber natürlich geht das nicht einfach so.


    Und wenn man die Polizei immer weiter zurück fährt, zwecks Kosteneinsparung, dann wird das halt schwierig. Ich sehe das auch als komplettversagen der Politik.


    Vattenfall bspw. macht das ganze in der Region ja nicht besser. Wie da nicht der Staat hätte bei der Kohle am Ball bleiben können? Ich sehe das alles mit soviel Kopfschütteln. Lösungen habe ich nur wenige ;). Bspw. Grundeinkommen für die Angestellten von Vattenfall - sollte man die Tagebaue endlich schließen. Und dann möglichst viele Umschulen und weiter anständig bezahlen. Hat ein Bergarbeiter vorher Gehalt XY bekommen, darf er nicht wegen der Energiewende nur noch als bspw. Führer im stillgelegten Tagebau 1000E weniger bekommen.

  • Lillian das Problem mit den "osteuropäern" gibts doch schon solange. Ewig schon. In Brandenburg gibt es definitiv Polizeigruppen die zusammenarbeiten und weiter über die Grenze verfolgen. Aber natürlich geht das nicht einfach so.

    Ja aber die Betroffenen finden jetzt ein offenes Ohr und Anlaufstelle bei der Afd #hmpf

    Liebe Grüße, Lillian

    "Okay Hazel Grace?"

  • [vorneweg, weil ich hier so unvermittelt in die diskussion reingrätsche: ich habe jetzt alles peu a peu nachgelesen - immer wieder gut, bei den raben zu aktuellen themen zu lesen!]


    Das sind doch die Hetzer, die die Verunsicherten mitziehen. Aber warum hetzen sie? Und wie sollte man mit so jemanden in den Dialog kommen?

    das sehe ich auch so.

    in meinem persönlichen umfeld (baden-württemberg, eher mittelschicht, öko, links, anthro) höre ich aber immer wieder subtilen rassismus und vorbehalte gegen ausländer*innen, was ich nicht unbeantwortet lassen will. da lohnt es sich schon, finde ich, den dialog zu suchen.


    bis zu einem gewissen grad höre ich zu und nehme auch ängste und sorgen der leute wahr, aber irgendwo reicht es dann, finde ich. es geht uns sooo gut! da ist es nicht zu viel verlangt, etwas rücksicht zu nehmen, auf ein paar privilegien zu verzichten und auch mal hinzunehmen, daß es schwierigkeiten gibt, die nicht damit zu lösen sind, daß man leute abschiebt oder gar nicht erst aufnimmt.


    ich plädiere sogar dafür, daß in den medien nicht mehr so explizit aussehen und herkunft genannt werden. "am rande des stadtfestes kam es zu einer messerstecherei, dabei haben zwei personen eine dritte person getötet. ursache und motiv des konflikts sind noch unklar." punkt. das genügt doch als erste info für die breite öffentlichkeit, oder? dann kletten sich da auch nicht gleich die ganzen ideologien dran. und später, wenn ermittelt wurde, kann ja dann in einer weiteren meldung der genaue hergang geschildert werden (ob z.b. der tat eine sexuelle belästigung vorausging o.ä., ob die tat politisch motiviert war...), wenn es für das verständnis der tat wirklich wichtig ist.

  • Das von Lillian beschriebene Problem ist ein großes von denen, die die CDU-Regierung hier in Sachsen verursacht hat, damit sie stolzer Träger der "schwarzen Null" sein kann, indem sie die Polizei kaputtgespart hat.

    Was ich oben schrieb: 7.500 Einwohnerort (nahe Chemnitz übrigens!) mit 2,5 h wöchentlicher Polizeisprechstunde - wie sollen die Menschen sich die Menschen da sicher fühlen? Wenn man das mal hochrechnet - nehmen wir mal an, mit den umliegenden Dörfern ist die Polizeisprechstunde für ca. 10.000 Menschen der nächstgelegene Anlaufpunkt - bedeutet das umgerechnet auf eine 40-h-Woche (also da rede ich noch nicht mal von nachts, Wochenenden oder Feiertagen!), dass es einen Polizisten als Ansprechpartner für 160.000 Menschen gibt. Da kann man sich ausmalen, wieviel dieser Beamte für den einzelnen "verunsicherten" Bürger leisten kann.

    Genausowenig kann die katastrophal unterbesetzte Polizei Kleinkriminalität effektiv verfolgen und Bandenkriminalität erst recht nicht. Themen wie Planenschlitzen, Buntemetalldiebstahl etc. sind Alltag und die Polizei gibt selbst zu, dass sie dafür gar nicht richtig aufgestellt sind. Sachsen als Land mit verhältnismäßig viel Grenze ist gerade von der osteuropäischen Bandenkriminalität dazu noch überdurchschnittlich betroffen.


    Dass die AfD genau das instrumentalisiert und damit durchaus auf offene Ohren stößt, darf nicht verwundern.

    Freda mit dem Jan-Feb-Mär-Trio (01/05 + 02/08 + 03/12) #love


    Ich kaufe und verkaufe im Rabenflohmarkt

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  • Nochmal was zur soziale Ungerechtigkeit. Wieso sind z. B. die ostdeutschen Renten niedriger, die haben ja nicht weniger gearbeitet als die westdeutschen Menschen.


    Und die ach so niedrigen Lebenserhaltungskosten. Mag sein, dass es Wohngegenden mit günstigerer Miete gibt, aber wer schön wohnen will, zahlt hier ebenso eine hohe Miete, abgesehen von Extremfällen wie z. B. München. Und alles andere ist wohl kaum billiger hier, Strom, Wasser, Lebensmittel, Kleidung, ... Und die Onlineshops haben ja auch keine extra günstige Kategorie "Ostdeutschland".

    Liebe Grüße, Lillian

    "Okay Hazel Grace?"

  • Das Thema Rentenunterschied hängt ja direkt am Thema Gehaltsunterschied und der ist auch heute noch, nach mehr als 25 Jahren deutlich. Erst letztlich gab es dazu Zahlen, dass in Ostdeutschland mehr Stunden gearbeitet wird und der Lohn deutlich geringer ist, siehe z.B. https://www.mdr.de/nachrichten…-loehne-ost-west-100.html

    Hinzu kommt bei vielen noch eine Erwerbstätigkeitslücke in den 1990er Jahren.

    Mein Mann z.B. hat 1990 sein Lehramtsstudium abgeschlossen als Diplomlehrer. Eine Arbeit als Lehrer hat er 2003 gefunden. In den Jahren dazwischen hat er sich mehr oder weniger selbständig oder mit kleineren Jobs durchgeschlagen. Wie sich das auf die Rente auswirken wird, ist ja wohl klar. Und dabei hat er nicht in einer strukturschwachen Region gewohnt, sondern in der sächsischen Großstadt.

  • In MV waren die Lebenshaltungskosten höher als in Niedersachsen, hatte Buch geführt.

    Aber wie viel höher? Das würde mich mal interessieren. In Prozent?


    Ich stimme Lillian zu. So viel niedriger können die Lebenshaltungskosten in Ostdeutschland nicht sein, wenn überhaupt.

    One day, I would like to turn on the News and hear "There's peace on earth".


    C. mit #female 06/2010, #male 06/2014 & #female 02/2017

  • Doch sind sie. Wir sind vom "Osten" in den Südwesten gezogen. Die Mieten sind deutlich teurer, mit 1/3 des Gehalts kommt man hier schlecht aus. Und selbst Preise im REWE unterscheiden sich. Die Frage ist nämlich was für ein Angebot möchte ich. ;) Das Angebot im Rewe im Osten war besser, hier zählt der Rewe eher zu den unteren Läden und man geht zu Kaufmarkt....


    Aber das gibt trotzdem kein Grund die Renten und Löhne niedrig zu halten. Gar keinen.


    Aber es gab schon einen Thread dazu. Das ist nicht alleine das Problem.