AfD: KEINE Alternative

  • Hier bei uns war heute Gauland zu Gast und es haben sich immerhin 1500 bis 1700 Menschenfreunde gefunden die ihn ausgepfiffen haben.

    Ja, hier geht es zum Glück immer total friedlich ab. Wir waren auch ein paar Mal auf Anti AFD-Demos, auch mit Kind, und es war immer eine total gute Stimmung.

    kLeiN- uNd GrOß-SchrEibUnG hat mein Handy gefressen...


  • Darf ich dir meine noch Kita-gruppe (bald ist Einschulung) kurz vorstellen? Ländliches BaWü. 24 Kinder, davon haben 18 einen Migrationshintergrund, von 8 Kindern weiß ich sicher, dass sie muslimisch sind (bei einem 9. vermute ich es, das Kind darf kein Schweinefleisch essen) Die meisten muslimischen Familien meiner Gruppe leben säkular.

    Ich behaupte jetzt mal, dass die Kinder mich lieben (umgekehrt ist es auch so) und ihre Eltern mich absolut wertschätzen (umgekehrt ist es auch so).


    Das ist aber eine traumhafte Situation.

    Ich weiß, dass das nicht überall so ist und ich hätte schon gern, dass das so bleibt.

    Da ich durchaus fähig bin, wahrzunehmen, dass es anderswo eben nicht so ist - mit leichtem Gruseln lese ich regelmäßig im Tagesspiegel über das dortige Bildungssystem und bin gottfroh, dass mein Sohn in BaWü in der Schule ist und wir uns nicht darum kümmern mussten, dem Jungen eine Brennpunktschule zu ersparen.



    Eine meiner Lieblingskolleginnen ist Muslima.

    Sie lebt auch eher säkular, trägt aber außerhalb der Arbeit das Kopftuch.

    Seit der Flüchtlingskrise wird sie viel mißtrauischer beäugt als das jemals zuvor der Fall war. - und deswegen schrieb ich schon vor langer Zeit, dass es zuallererst die friedlichen und gut integrierten Menschen mit Migrationshintergrund ausbaden werden müssen, wenn man mit Gewalt- und anderen Straftätern, die hierher geflüchtet sind, nicht konsequent umgeht. Zumindest einer der Täter von Chemnitz hätte längst abgeschoben sein können.







    Ich nehme mal ganz frech an, dass Zuwanderer, die hier integriert sind, Arbeit und Freunde haben, tatsächlich weniger kriminell sind. Das gleiche nehme ich auch ganz frech mal für ausländische Studenten an.

    Kann sein, dass ich falsch liege.


    Kann sein, dass nicht...

    https://m.tagesspiegel.de/poli…nell-werden/20810274.html



    Zitat

    Dass die Kriminalität aber klar überproportional zum Anstieg der Flüchtlingszahlen gestiegen ist, führen die Forscher darauf zurück, dass besonders viele junge Männer nach Deutschland gekommen sind. 14- bis 30-Jährige fielen unabhängig von ihrer Herkunft stets durch besonders viele Gewalt- und Sexualstraftaten auf, schreiben sie. Die Wissenschaftler sagen aber auch, dass die kulturelle und religiöse Prägung durchaus Einfluss auf die Gewaltbereitschaft eines Menschen hat. Wer in einer Machokultur groß wird neigt demnach eher zu Gewalt.

    Welche Flüchtlinge werden kriminell und warum?

    Laut Studie fallen vor allem junge Männer durch Gewalt auf, die keine Aussicht auf eine Anerkennung als Flüchtling oder einen Asylstatus haben. Das betrifft besonders Marokkaner, Algerier und Tunesier. Sie stellten 2016 nur 0,9 Prozent der in Niedersachsen registrierten Flüchtlinge, aber 17,1 Prozent der Tatverdächtigen.






    Danke Frau Dechse.


    Bei dem Satz mit dem "vergast sie alle" musste ich leider noch an was anderes denken. Mir persönlich sind bisher gsd keine Menschen mit dieser Forderung über den Weg gelaufen. Aber mir fiel ein Zeitungsartikel ein (bzw einer von mehreren):


    https://m.tagesspiegel.de/berl…quds-marsch/22653804.html


    Und wieder: wir haben einen Rechtsstaat. Man sollte Recht und Gesetz einfach mal durchsetzen, egal ob die Täter rechtsradikal, linksradikal, antisemitisch, salafistisch etc. sind.

    Das würde m.E. schon etliche Probleme enorm entschärfen.

  • Eine meiner Lieblingskolleginnen ist Muslima.

    Bei dem Satz muss ich an eine Kindergärtnerin meines Sohnes denken, das war vor 15 Jahren.

    Eine Muslima, in voller muslimischer Tracht, also mit traditionellem Kopftuch und Kleidung und allem.


    Und so eine wunderbare Kindergärtnerin. Ich weiß noch wie mein Sohn sie mal am Wochenende auf der Straße sah, laut ihren Namen rief und zu ihr lief und sie die Arme ausgerbreitet hat um ihn aufzufangen.

    Es ist ein großes Glück für meinen Sohn, dass er diese Frau damals als Kindergärtnerin hatte.


    Ich bin nicht sicher, ob es zum Thema gehört, fiel mir aber gerade so ein.




    Ach ja: Brennpunktschulen: Mein Sohn landete aufgrund seiner geistigen Behinderung auf einer Förderschule im sozialen Brennpunkt von Hamburg. 8 von 10 Kindern hatten südländischen Migrationshintergrund.

    Und es waren total nette und liebe Kinder.

    Wir hatten sie zum Geburtstag meines Sohnes im Schwimmbad (Programm für Geburtstage) und alles war gut. Einer der Jungen hat (voll in seiner patriarchalen Rolle aufgehend) die Aufgabe übernommen, dafür zu sorgen, dass meine Anweisungen auch ausgeführt wurden. Was kaum nötig war. Ein oder zwei mal hüpfte einer etwas viel, wurde aber schnell wieder ruhiger. Es war ein toller Geburtstag.


    Zwei Jahre später war er auf einer Weiterführenden Schule, mit größtenteils gutbürgerlichen Kindern - ich habe nun nicht nachgeforscht wie viele genau davon Migrationshintergrund hatten, ich denke vielleicht die Hälfte.

    Nun, wir gingen zum gleichen Schwimmbad, ähnliches Programm, nur für ältere Kinder und hinterher meinten die Betreuer/innen vom Schwimmbad, wie furchtbar diese Kinder waren: Hörten nicht, machten nicht mit, benahmen sich schlecht.


    Liebe Grüße


    Shevek

    It all started with the big BANG!


    (Big Bang Theory)

  • Uargh... ich sollte mich hier nícht rumtreiben... aber... es macht mir halt auch einfach Sorgen und ich möchte ein paar Sachen kommentieren,bzw. nachfragen.

    Ich bin heilfroh, dass man in D nur Leute juristisch verurteilen kann, die eine Straftat tatsächlich begangen haben oder denen man nachweisen kann, dass sie eine konkrete Straftat geplant haben.

    Es werden aber Leute abgeschoben, weil sie "Gefährder" sind. Die müssen dafür an sich nichts getan haben, das sind grundsätzlich erstmal Unschuldige - für die Fußfesseln gefordert werden, und die nach Afghanistan abgeschoben werden... #hammer

    Es besteht doch ein empfindlicher Unterschied dazwischen, jemandem nicht zuzustimmen, wenn er seine Meinung äußert, und ihn anzugreifen, indem man ihm aggressiv unterstellt, er gehöre in die rechte Ecke.

    Und das passiert leider viel zu häufig. Genauso wie es viel zu häufig passiert, dass Menschen momentan wegen ihrer Herkunft angefeindet werden.

    Und neben Nazis, die Anspielungen von wegen "vergasen" gegenüber Flüchtlingen machen, gibt es Linksorientierte, die ähnlich gewaltvolle Aussagen gegenüber Rechtsorientierten machen.

    Ich finde nicht das eine weniger schlimm. Ich finde beides schlimm.

    Naja, ich finde, es gibt da schon einen gewichtigen Unterschied... nach dem Lesen des Slime-Textes, der hier vor ein paar Seiten abgedruckt war, höre ich rauf und runter die Lieder meiner Jugend... Und ja, wenn jemand mich deshalb in die linke Ecke stellt, hat er damit nicht Unrecht.

    In diese Ecke stell ich mich selbst, indem ich bestimmte Liedtexte mitsinge, auf bestimmte Demos gehe, bestimmte politische Aussagen mache. Wenn früher die Nazis zu mir "Zecke, verrecke!", gesagt haben, dann fand ich das schlimm (und vor allem beängstigend), aber letztlich hab ich mich selbst in die Schusslinie gebracht, indem ich mich offensiv als Linke, und damit deren politischer Feind zu erkennen gegeben habe. "Eigentlich müsste ich Dich jetzt verdreschen, aber Du bist ja ein Mädchen", war ungefähr die verstörendste Drohung, die ich damals bekommen habe. :stupid:

    Wenn aber jemand als südländisch aussehender Typ durch eine Innenstadt läuft und Angst haben muss, verhauen oder bedroht, beleidigt oder sonstwas zu werden, ist das eine völlig andere Sache, weil diese Person sich nicht absichtlich in irgendeine Schusslinie gebracht hat, sondern nur ganz ruhig ihr Leben leben will. Und vielleicht sogar selbst erzkonservativ oder auch selbst ausländerfreindlich ist (hab ich kopfschüttelnderweise bei nicht weniger Zuwanderern schon erlebt, dass sie anderen Zuwanderern völlig feindlich gegenüberstehen...).


    In anderen Worten: Wenn sich die Linken und die Rechten beschimpfen ist das nicht die feine Art, aber jedeR der "KontrahentInnen" ist alt genug für eine politische Einstellung und steht absichtlich da, wo er/sie steht. Wenn die Rechten "Ausländer" beschimpfen, meinen sie damit auch Alte, Kinder, unpolitische wie politische Menschen,... die alle einfach in die "Schublade" rutschen, weil sie Vorfahren von woanders her haben, oder im Zweifel einfach, weil sie anders aussehen.

    Hm, ja ich glaube das zumindest für unsere Region wirklich. Ich glaube das in einigen Jahren die Muslime hier in der Mehrheit sein werden. #weissnicht ich schau mir ja immer gerne die Babygalerien an, oder die Kitas beim regionalen Fußballturnier. Das lässt sich doch nicht leugnen.


    Daher finde ich ja, wir müssen jetzt Wege finden um zusammenzukommen. Was wäre daran schlecht?

    Nichts. Verbindungen schaffen ist immer super. Aber was ist an dem Gedanken so beängstigend? Und warum glaubst Du nicht, dass es sich über die Zeit einfach vermischen wird?


    Übrigens gab's vor gar nicht sooo langer Zeit solche Ängste auch von ProtestantInnen den KatholikInnen gegenüber. Da gibt's spannende historische Quellen, die komplett "modern" klingen - bloß dass der vestörende Anblick der Kopftuch tragenden Frauen mit den vielen Kindern auf den Straßen nicht von verschleierten Muslimas herrührte, sondern von Katholikinnen.


    Auch deshalb bin ich persönlich eher cool was das Thema "besorgt sein" angeht... wir sind nicht vom übermäßig zahlreichen römisch-katholischen Nachwuchs überrannt worden, wir werden auch nicht vom übermäßig zahlreichen muslimischen Nachwuchs überrant werden. Was früher bezüglich der bildungsmäßigen Abgehängtheit das katholische Arbeitermädchen vom Lande war, ist aktuell der muslimische Junge aus dem prekären Großstadtmilieu - und auch das wird sich wieder ändern. Und je besser integriert und höher gebildet und fester im Arbeitsleben die jungen Muslimas sein werden, desto kleiner werden vermutlich auch die muslimischen Familien. Das geht ja statistisch betrachtet Hand in Hand (selbstredend nicht in jedem Einzelfall, liebe GroßfamilienrabInnen, bitte nicht missverstehen!).


    Oh, und letztlich gibt's diese rechnerische Überlegung bei Akademiker- und bildungsfernen Familien auch immer wieder, denn erste vermehrern sich nunmal eher zögerlich. ;) Trotzdem verdummen wir nicht alle und die Akademiker sind auch noch nicht ausgestorben.

    Und selbst im Alten Rom hieß die bildungsferne "Unterschicht" schon Proletariat, wörtlich etwa die "Kinderreichen". ;)

    (Und es gab Gesetze, die den Patriziern vorschrieben, wie viele Kinder sie haben mussten, weil sie sonst gar keine bekommen hätten.)



    Ich sehe übrigens ein Riesenproblem bei dieser "Wir müssen unsere Politik nur besser erklären"-Sache... die Leute sind ja keine Idioten. Denen muss glaub ich nichts erklärt werden, aber man müsste mal spüren, dass es Gerechtigkeit gibt und Reichtum im Land und Sicherheit.

    Wenn ich als eigentlich gesettleteR MittelständlerIN in zwei Jahren durch Hartz4 vor dem Abgrund landen könnte; wenn ich mir als einfacheR HandwerkerIN ausrechnen kann, dass meine Rente nicht zum Leben reichen wird; wenn ich einen Vollzeitjob habe und trotzdem "aufstocken" gehen muss; wenn ich als einkommensschwache Person keinen bezahlbaren Wohnraum finden kann, dann aber in der Flüchtlingskrise plötzlich massenhaft Wohnraum geschaffen wird... dann kann ich mir vorstellen, was Existensängste, Wut auf den tatenlosen Staat und das Gefühl von Verstörung darüber, warum in einem der reichsten Länder der Welt die Alten massenhaft in Armut leben, mit den Leuten machen.

    Kurioserweise hätte daher meiner Meinung nach eine "linkere" Politik mit mehr Sozialwohnungsbau, menschenwürdigen Lebensumständen für Einkommensschwache (wer mal einen Hartz4-Antrag ausgefüllt hat, weiß vermutlich, was ich meine), größerer Sicherheit im Notfall, z.B. bei Arbeitslosigkeit und Krankheit, und einer gescheiten Rente vieles von diesem rechten Gedankengut verhindern können.

    Hass kommt ja immer gerne mal aus Angst und Unsicherheit. Warum leisten wir uns so viele meines Erachtens überflüssige Ausgaben, aber leisten es uns als Staat/Gesellschaft nicht, alle unsere BürgerInnen in sicheren, stabilen, menschenwürdigen Verhältnissen leben zu lassen? Wo kommt diese komische Einstellung her, dass Armut selbstverschuldet ist und ALG-BezieherInnen faul? Muss das so stigmatisiert sein, "between jobs" zu sein? Kann nicht bitte jedes Kind in Verhältnissen leben, in denen die Anschaffung von Schumaterialien ein Ausflug in die Stadt ist - und nicht ein Antrag beim Amt?


    Argl.. ich schreibe mich in Rage... Sorry... Vielleicht passt es hier gar nicht so hin, denn ich sehe auch, dass da noch Verletzungen aus der irgendwie ja nun auch eher verunglückten "Wende" mit reinspielen und sicher noch vieles andere...

    Kids don't drive you crazy, you were crazy already. That's why you had them.


    Lieben Gruß vom Rattenkind mit dem Kätzchen (10/2015) und dem Katerchen (09/2018).


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    You say you want a revolution. Well, you know, we all want to change the world.

    But when you talk about destruction, don't you know that you can count me out? Don't you know it's gonna be all right?

    5 Mal editiert, zuletzt von Rattenkind ()

  • Naja, ich finde, es gibt da schon einen gewichtigen Unterschied... nach dem Lesen des Slime-Textes, der hier vor ein paar Seiten abgedruckt war, höre ich rauf und runter die Lieder meiner Jugend... Und ja, wenn jemand mich deshalb in die linke Ecke stellt, hat er damit nicht Unrecht.

    In diese Ecke stell ich mich selbst, indem ich bestimmte Liedtexte mitsinge, auf bestimmte Demos gehe, bestimmte politische Aussagen mache. Wenn früher die Nazis zu mir "Zecke, verrecke!", gesagt haben, dann fand ich das schlimm (und vor allem beängstigend), aber letztlich hab ich mich selbst in die Schusslinie gebracht, indem ich mich offensiv als Linke, und damit deren politischer Feind zu erkennen gegeben habe. "Eigentlich müsste ich Dich jetzt verdreschen, aber Du bist ja ein Mädchen", war ungefähr die verstörendste Drohung, die ich damals bekommen habe.

    Ich stimme dir ja (natürlich) voll und ganz zu, wollte aber hier noch was einwerfen:


    Du hast offensichtlich kein Problem in der linken Ecke zustehen, habe ich auch nicht. Da bin ich richtig, da fühle ich mich wohl. An "Zecke verrecke" stört mich das "verrecke", eine Zecke zu sein, dazu stehe ich, auch wenn das Wort von den Nazis stammt und eine Beleidigung sein soll. Es ist eine politische Zuordnung, die Feststellung, dass man in ein bestimmtes politisches Lager gehört.


    Wenn du jemanden "in die rechte Ecke stellst", ist das keine Bedrohung, sondern eine Einordnung der politischen Meinung des anderen Menschen. Das ist sicher nicht vergleichbar damit, Menschen zu bedrohen und körperlich anzugreifen. Es hat auch nichts mit "aggressiv anfeinden" zutun. Poltisch rechts und links lassen sich durchaus festmachen. Das fällt nicht irgendwie vom Himmel und ist eine uns innewohnende Eigenschaft. Wir sind politisch rechts oder links, weil wir bestimmte Meinungen vertreten.


    Es ist schon interessant, dass auf der einen Seiten niemand rechts sein will, auf der anderen Seite aber Leute ganz offen dazu stehen links zu sein.


    Trotzdem ist "verrecke" noch etwas ganz anderes als eine Zuordnung zu einem politischen Lager.




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  • Ja, natürlich. Das war jetzt eine Vermischung von der Frage der politischen Ecken und der gewalthaltigen Sprache.


    Zu der Frage, warum keiner dazu stehen will, rechts zu sein: Links ist halt mittlerweile gesellschaftsfähiger. Aber das ist Teil des Problems. Du kannst Dich einfach "Zecke" nennen, "Deutschland verrecke", ist (zumindest im zitierten Kontext) von der Kunst- und Meinungsfreiheit geschützt, Demos gegen Rechts sind eigentlich meist ziemlich gut besucht. Und gleichzeitig haben viele Leute das Gefühl, sie dürften bestimmte Dinge "nicht mehr sagen", es gäbe keine Meinungsfreiheit mehr... Was halt Quatsch ist. Wenn ich eine Meinung äußere, muss ich immer damit rechnen, dass jemand mir widerspricht. Ich muss aber hierzulande nicht fürchten, eingesperrt zu werden oder meinen Job zu verlieren oder sonstwas.

    Das find ich an diesem Buchprüfer mit seinem Deutschlandhut auch so besonders witzig... Der geht auf eine Veranstaltung, die sich "Demonstration" nennt, von lateinisch "demonstrare", was "zeigen" heißt... und will absolut nicht gezeigt werden. #rolleyes

    Davon ab... wenn ich immer den Eindruck habe, ich gehöre zu einer "unterdrückten" Minderheit, "darf" nicht sagen, was ich denke und so weiter, ist es glaub ich leichter, sich zu radikalisieren. Und zack, hast Du Leute, die sich für "Mitte" halten, aber (z.T. auch nur bestimmte) rechte Einstellungen teilen, irgendwann nichts mehr schlimmes am Hitlergruß finden und schließlich mit "echten" Nazis zusammen durch die Städte marschieren.


    Ich bin übrigens ziemlich überzeugt, dass rechtes Gedankengut ganz fest in den Köpfen gaaaanz vieler Leute steckt und jetzt, wo es "salonfähig" wird, an die Oberfläche suppt (siehe den "Rassismus"-Thread; da passieren Sachen, die ich als Nichtbetroffene niemals für möglich gehalten hätte, unfassbar!). Jetzt kann man "endlich" mal wieder sagen, was man im Übrigen schon sein ganzes Leben lang geglaubt hat...


    Das mit der Angst, was ich oben schrieb, ist glaub ich auch oft Angst vor dem Unbekannten, weswegen Gegenden mit wenig ZuwanderInnen oft Gegenden mit vielen AusländerfeinInnen sind (und umgekehrt).

    Deshalb finde ich auch, dass man Sorgen und Ängste, die durch reale Erfahrungen aufkommen, ganz anders wahr- und ernstnehmen sollte, als diese komischen "Die nehmen uns die Arbeitsplätze weg und wollen hier bloß vom Sozialamt durchgefüttert werden!"-Ängste, die durch nichts begründet sind. Also, außer durch eigene Ängste vor sozialem Abstieg etc., die aber mit der Zuwandererung an sich nichts zu tun haben.

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    Lieben Gruß vom Rattenkind mit dem Kätzchen (10/2015) und dem Katerchen (09/2018).


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    3 Mal editiert, zuletzt von Rattenkind ()

  • Ich mag nicht mehr ehrlich...diese Leute wollen nicht reden...sie kommen nicht zu Bürgersprechstunden, sie kommen nicht zu öffentlichen Sitzungen, sie kommen nicht zu offenen Gesprächsabgeboten, auf dem Marktplatz beoöbeln sie die Infostäbde der anderen Parteien, sie lesen keine Zeitung, sehen kein öffentlich rechtliches Fernsehen oder hören entsprechendes Radio weil das alles Lügenpresse ist, ein jeder der nicht ihrer Meinung ist, ist wahlweise ein linksversiffter Gutmensch oder ein Landesverräter...sie hören und sehen NUR was sie sehen wollen. Sie sind vergiftet, weil es ihnen die einmalige Chance gibt Andere für egal was in ihrem eigenen Leben schief läuft die Schuld zu geben. Diese Gesinnung gibt jedem noch so kleinen Arschloch die Möglichkeit sich überlegen zu fühlen...und ja...das macht mich wütend und es macht mich wütend wenn permanent Verständnis dafür gefordert wird.

    Man hätte in der Vergangenheit einiges anders machen müssen, ja. Es hätte bei der Integration vieles anders laufen müssen , man hätte bei der Flüchtlungsproblemstik Jahre vorher reagieren müssen, aber jetzt müssen wir mit dem jetzt klar kommen. Und wie soll denn Integration jetzt noch laufen, diese Stimmung kontaktieret jede noch so engagierten Integrationsvetsuche.


    Diese Leute geben in einer unerträglichen Art und Weise ihrem eigenen beschissenen Frust Raum, wir haben gerade gar keine Flüchtlingskrise mehr, es kommen dich gar nicht mehr so viele aber dennoch wird dieses Thema permanent hochgepeitscht...habt ihr mal überlegt wigegensich der Frust dieser Arschlöcher (und ja dafür halte ich die) wendet wenn auch dem letzen klar wird das 2015 vorbei ist? Welche Schwachen der Gessellschaft sucht man sich denn dann? Die Aidskranken die soviel Kohle von der Krankenversicherung bekommen? Die Behinderten, mal wieder die Homosexuellen (die waren ja nur ganz aus dem Fokus?) und wie vor 65 Jahren wird Verständnis gefordert, zugesehen?


    Sorry...nicht mit mir. Ich mag nicht mehr verstehen...wer versteht den meine Ängste, oder die meiner Bekannten deren Kinder einen schwarzen Vater haben (der by the way hier geboren ist und als Wirtschaftsingenueur niemanden auf der Tasche liegt), wer versteht denn bitte die Angst von Hamid aus dem Nordirak oder von Cennet aus Syrien wenn sie die „Lügenpressen“-Nachrichten aus z.B. Chemnitz sehen.


    Und wer verdammt nochmals versteht Trin s Sorge wenn sie mit ihrer Familue wegen aufmarschuerenden Nazis am Samstag nicht mehr in die Stadt kann ?


    Mir dreht sich der Magen um und es Nacht mit wütend wenn ich ob dieser marodierenden pöbelnden Masse zu mehr Verständnis und Differenzierung aufgefordert werde.


    Und ja... Annie hat mich das vor Seiten gefragt, auch die „besorgte“ Frau von der berichtet wurde halte ich im Minimum für eine Nazisympathisantin...


    Wer sich blau anmalt darf sich mich wundern wenn man ihn für blau hält.

    "Wir wollen lieber fliegen als kriechen" - Louise Otto-Peters (1819-1895) Frauenrechtlerin


    „Es gibt so viele gute Sachen auf der Welt. Es ist wirklich wichtig, dass jemand sie findet!“ Pippi Langstrumpf


    Men det finns sätt att leva och inte bara överleva - Lena Hallengren 2020

    Einmal editiert, zuletzt von Kiwi ()

  • weiße Rose???



    Das doch .... Geschichtsverdrehung hoch drei. Wie kann man nur?Der Höcke, der laut rufend das 1000 jährige Reich fordert.... mir dreht sich der Magen um.

  • Gestern vor 79 Jahren begann der 2. Weltkrieg. Das im Zusammenhang mit der weißen Rosen lässt mich fassungslos werden.

    Diese Bande von rückgratlosen AfD Fuzzis sollte sich in Grund und Boden schämen ob dieser Unverfrorenheit.


    Und ich mache jede Wette, dass Bernd Höcke das ganz genau wusste...

  • Ich denke halt, es gibt besorgte Bürger und es gibt „besorgte Bürger“. Grundsätzlich hätte ich kein Problem Ängste und Vorbehalte wahrzunehmen und auch zu diskutieren. Ich habe auch gewisse Vorbehalte dagegen, wie Flüchtlinge z.B. integriert werden. Da werden zum Beispiel grosse Gruppen junger Männer, die teilweise hochtraumatisierter sind, ohne jede Beschäftigung in Gruppenunterkünften zusammenpferchen. Bei mir in der Gegend ist eine Asylunterkunft und diese Männer (die wirklich sehr höflich sind), tun den ganzen Tag nichts anderes wie die Strasse hoch und runterlaufen. Mich würde es nicht wundern wenn da mal irgendwas Unschönes passiert. Weil eine solche Kombination von Langweile und Aussichtslosigkeit, bringt gerade bei jungen Menschen selten Gutes hervor. Wenn sich da jemand fürchtet, kann ich das verstehen. Ich kann auch viele andere Ängste die mit Zuwanderung im Zusammenhang stehen verstehen. Und viele Probleme sind noch nicht gelöst.


    Aber, wir leben in einem Rechtsstaat und wir sind erwachsene Menschen. Wer gehört werden will, soll seine politischen Möglichkeiten nutzen ( die es gibt) und sich bitte an eine grundlegende Gesprächskultur halten. Wenn ein Mob randalierende durch die Strasse rennt, finde ich ist es egal, ob das jetzt wirkliche Nazis sind oder nur besorgte Bürger. Wer „Heil Hitler“ schreit und nicht mal den Willen hat dem Gegenüber zuzuhören, dem will ich auch nicht zuhören. Es ist mir auch egal, wer dann den Hitlergruss wirklich macht und wer nicht. Weil jeder Mensch, der erstgenommen werden will, hat die Pflicht, sich von gewissen Verwerfungen zu distanzieren.


    Die gleichen Leute berufen sich auf „unsere Kultur“. Ich weiss nicht was die unter unserer Kultur verstehen, ich kann mir aber nicht vorstellen, dass trotzig durch die Strassen rennen, irgendwas mit unsere Kultur zutun hat.


    Wenn ein 5jähriges Kind seinen Willen und seine Ängste durch haltloses Toben zum Ausdruck bringen will, ist das völlig in Ordnung. Aber ich hab kein Verständnis für Erwachsene, die sich so benehmen. Ich finde von Menschen, die ernstgenommen werden möchten, kann man auch erwarten, dass sie sich so benehmen, dass man sie ernst nehmen kann.

  • Gestern vor 79 Jahren begann der 2. Weltkrieg. Das im Zusammenhang mit der weißen Rosen lässt mich fassungslos werden.

    Diese Bande von rückgratlosen AfD Fuzzis sollte sich in Grund und Boden schämen ob dieser Unverfrorenheit.


    Und ich mache jede Wette, dass Bernd Höcke das ganz genau wusste...

    Ntürlich wusste er das! Ich gehe sogar so weit, dass das Datum bewusst gewählt wurde. Und da dreht sich mir der Magen noch ein paar mal mehr um.

    Die gleichen Leute berufen sich auf „unsere Kultur“. Ich weiss nicht was die unter unserer Kultur verstehen, ich kann mir aber nicht vorstellen, dass trotzig durch die Strassen rennen, irgendwas mit unsere Kultur zutun hat.

    "unsere Kultur" gibt es ja - bis auf ein paar Eckpfeiler - gar nicht.

    Ich kriege ja quasi schon einen Kulturschock, wenn ich in anderen Gegenden der Republik bin.

    Fängt ja schon beim Essen an...

    (mein verstorbener Ex-Mann sagte mal, dass er sich da wohl fühlt, wo es Franzbrötchen gibt. Er fand verreisen nicht so toll)

    Havanna + #male (*02.05) & #female (*02.03)
    Filzgleiter sind nur komprimierte Schafe


    Ist Hotte S. noch im Amt und wenn ja, warum?

  • Ich sehe übrigens ein Riesenproblem bei dieser "Wir müssen unsere Politik nur besser erklären"-Sache... die Leute sind ja keine Idioten. Denen muss glaub ich nichts erklärt werden, aber man müsste mal spüren, dass es Gerechtigkeit gibt und Reichtum im Land und Sicherheit.

    Das kann ich unterschreiben. Wobei ich nicht sicher bin, dass Verbesserungen so wirklich durchdringen zu allen. Es gibt ja zumindest ein paar kleine...

    Man hätte in der Vergangenheit einiges anders machen müssen, ja. Es hätte bei der Integration vieles anders laufen müssen , man hätte bei der Flüchtlungsproblemstik Jahre vorher reagieren müssen, aber jetzt müssen wir mit dem jetzt klar kommen. Und wie soll denn Integration jetzt noch laufen, diese Stimmung kontaktieret jede noch so engagierten Integrationsvetsuche.

    Die Wurzel allen Übels liegt ja in den (spätestens) 80er und 90er Jahren, die Vogel-Strauß-Politik in dieser Hinsicht wurde ja tatsächlich bis ins nächste Jahrtausend mitgezogen, erst dann kamen langsam die ersten Mahner, Integrationsprogramme im größeren Stil etc. Das können wir alles nicht mehr ändern. Deshalb ist es um so wichtiger, daran weiter zu arbeiten.

  • Ich unterschreibe bei Kiwi . Und ich denke noch, egal wieviel Angst ich habe , wie frustriert ich bin, nichts gibt mir das Recht anderen Menschen ihre Menschenwürde abzusprechen und Angst und Schrecken zu verbreiten. Ich finde, dass da viel Verantwortung von sich geschoben wird. Die böse Regierung, die bösen Ausländer, Flüchtlinge ( irgendwann kann man wahrscheinlich wieder Schwule oder vielleicht auch Frauen einfügen) , die kümmern sich nicht und deshalb bleibt uns nichts anderes übrig, als mit der Afd oder Pegida zu maschieren. Nein, jeder von uns hat auch die Pflicht, für sich selbst Verantwortung zu übernehmen. Wie versuchen wir es unseren Kindern so schön zu vermitteln: meine Grenzen enden dort, wo die eines anderen anfangen. Und da muss ich drauf Rücksicht nehmen. Vielleicht sollte man zu politischer Bildung auch noch verstärkt Empathie unterrichten.

    Scheint die Sonne auch für Nazis? Wenn's nach mir geht tut sie es nicht!!! ( DBBDW)


    Es gruesst die Sunny mit der Hummel an der Hand, dem Möpsken im Arm und dem Sternchen im Herzen! #love

  • Mit der rechts-links-Einordnung ist das so eine Sache.

    Links wird gern als Synonym verwandt für gut sein, sozial denken, tolerant sein, weltoffen sein .... alles nur gute tolle Sachen aber jedenfalls nicht mit Radikalität.


    Rechts wird als Synonym verwendet für rechtsradikal/Nazi sein.

    Menschen, die man als rechts einordnet - und das nur, weil sie nicht links sind, wird dementsprechend abgesprochen, dass sie gut sind, sozial denken, tolerant sind, weltoffen.... Nein, sie werden als Rassisten und Nazis abgestempelt.

    Und mit Rassisten und Nazis diskutiert man nicht.


    So läuft das.

    Und darum möchte niemand - außer echten Nazis vielleicht, die sind nämlich stolz darauf - als rechts (=rechtsradikal) bezeichnet werden.


    Die Sache hat noch ein-zwei Haken.

    Erstens ist es eine unglaubliche Verharmlosung der Nazizeit, politisch nicht linke, schlicht konservative Menschen als Nazis zu bezeichnen.

    Zweitens sieht man vor lauter "Nazis" dann die echten Faschisten nicht mehr.

    Drittens verliert man diese Menschen, deren Ängste und Sorgen als Übertreibung und rechtsradikales Gedankengut bezeichnet wen.


    Wer harmlose, konservative Leute blau anmalt, darf sich nicht wundern, wenn sie sich immer blauer verhalten. Und darum kommen diese Menschen zu keinen Gesprächsangeboten mehr. Sie haben Ängste und Sorgen, teilweise durchaus berechtigt, und man will ihnen ihre Ängste, Sorgen und Wahrnehmungen absprechen und ihnen die Welt erklären und malt sie nebenbei noch blau an.


    Ängste vor Nazis sind im Gegenzug natürlich immer real und haben immer ihre Berechtigung?


    https://www.zeit.de/politik/de…e-ueberfall-vorgetaeuscht


    http://www.sueddeutsche.de/pan…lbst-geritzt-1.556362!amp


    https://www.mittelbayerische.d…unden-21102-art17414.html


    ...




    Jemand, der hilfsbedürftigen Menschen gern helfen möchte - ja, auch Flüchtlingen - dennoch nicht hundertprozentig einverstanden ist, wie das gerade läuft .... wo wird der einsortiert?


    Wer eh schon als "rechtes Pack" abgestempelt ist, dann kann er/sie sich auch so verhalten.

    Und so wird die Gesellschaft gespalten.

    Es scheint nur noch die beiden Pole zu geben. Entweder alle rein - oder alle raus.


    Differenzieren ist nicht mehr.






    Zitat

    Oh, und letztlich gibt's diese rechnerische Überlegung bei Akademiker- und bildungsfernen Familien auch immer wieder, denn erste vermehrern sich nunmal eher zögerlich. ;) Trotzdem verdummen wir nicht alle und die Akademiker sind auch noch nicht ausgestorben.



    "Wir" verdummen vielleicht nicht. "Unsere" Kinder leider schon.

    Gestern las ich, dass jeder 5. Zehnjährige nicht richtig lesen kann. Jeder 5

    Fünfte! Das ist ein unglaubliches Versagen unseres Bildungssystems.

    Deswegen engagiert sich die Kinderbuchautorin Kirsten Boie und hat eine Petition gestartet: "Jedes Kind muss lesen lernen"


    https://www.deutschlandfunk.de…ml?dram:article_id=425546



    Die Zeit titelte:

    Zitat

    Leistungen der Schüler gehen bundesweit zurück

    Schlechtere Kenntnisse in Deutsch und Mathe, mehr Schulabbrecher, Nachholbedarf bei der Digitalisierung: Die Qualität der Bildung in Deutschland hat sich verschlechtert.

    https://www.zeit.de/gesellscha…-schueler-leistungen-insm




    Zitat

    Warum leisten wir uns so viele meines Erachtens überflüssige Ausgaben, aber leisten es uns als Staat/Gesellschaft nicht, alle unsere BürgerInnen in sicheren, stabilen, menschenwürdigen Verhältnissen leben zu lassen?




    Gute Frage.

  • dann aber in der Flüchtlingskrise plötzlich massenhaft Wohnraum geschaffen wird... ....

    Das Lustige ist ja: Das Schaffen von Wohnraum und diese ganzen anderen staatlichen Ausgaben, die durch die Flüchtlingskrise nötig waren, haben sich auf die öffentlichen Haushalte so ausgewirkt, dass jetzt überall MEHR Geld da ist als vorher. Die aktuellen Haushaltsüberschüsse sind das Ergebnis von diesen Investitionen und von der dadurch angekurbelten Konjunktur.


    Der Bundeshaushalt funktioniert eben fundamental anders als ein Privathaushalt.


    Man könnte das immer so machen, auch für unsere eigenen Bedürftigen, aber man will nicht.

    Warum ... leisten es uns als Staat/Gesellschaft nicht, alle unsere BürgerInnen in sicheren, stabilen, menschenwürdigen Verhältnissen leben zu lassen? Wo kommt diese komische Einstellung her, dass Armut selbstverschuldet ist und ALG-BezieherInnen faul?

    (die Ausgaben habe ich aus deinem Text rausgekürzt, die sind nämlich nicht das Problem ;) )

    Wir wollen nicht. Wir wollen einen Niedriglohnsektor haben. Dass die Schaffung eines Niedriglohnsektors das Ziel der Agenda 2010 war, hat Schröder öffentlich zugegeben.

    Was genau der Vorteil davon sein soll, weiß ich allerdings auch nicht wirklich. Möglicherweise damit die Reichen dieses Landes sich mit ihrem Wohlstand im größeren Umfang vom Normalvolk abheben. Vielleicht auch einfach nur, damit man mehr Versicherungen an die Mittelschicht verkaufen kann, um sich vor dem Abstieg in die Armut abzusichern.


    Aber auf jeden Fall brauchen wir ein mieses Hartz 4 und die Sanktionen und das Aufstocken, damit es einen Niedriglohnsektor geben kann.


    Es ist schon interessant, dass auf der einen Seiten niemand rechts sein will, auf der anderen Seite aber Leute ganz offen dazu stehen links zu sein.

    Das halte ich für eine Fehleinschätzung. Selbstverständlich gibt es Leute, die ganz offen dazu stehen, rechts zu sein. Nur halt nicht bei den Raben.

    Man hätte in der Vergangenheit einiges anders machen müssen, ja. Es hätte bei der Integration vieles anders laufen müssen , man hätte bei der Flüchtlungsproblemstik Jahre vorher reagieren müssen, aber jetzt müssen wir mit dem jetzt klar kommen.

    Auf frühere Flüchtlingskrisen hat die Bundesrepublik anders reagiert. Wir haben damals Flüchtlingslager in den Nachbarländern finanziert oder finanzieren geholfen.


    Bei Syrien war aber das Ziel ein anders, insbesondere ab dem Zeitpunkt als klar war, dass Assad diesen Bürgerkrieg mit hoher Wahrscheinlichkeit gewinnt. Da wollten wir (und die USA) durchaus, dass der junge und leistungsfähige Teil der syrischen Bevölkerung möglichst weit weg geht und sich dort ein neues Leben aufbaut, damit sie nach Kriegsende nicht wieder zurück nach Syrien gehen und beim Wiederaufbau helfen. Schließlich will man ja Assad loswerden.


    Das ist übrigens bei der ganzen Immigrationsdebatte immer ein Punkt, der in Teilen der Linken gerne hinten runter fällt: Wenn man Zuwanderung ermöglicht und zwar insbesondere für junge, gut ausgebildete Menschen, dann tut man der Gesellschaft, aus der diese jungen Menschen kommen, ganz sicher keinen Gefallen.