NICHT aufs Gymnasium trotz gutem Zensurendurchschnitt?!

  • Aus eigener Erfahrung bereue ich es, nicht aufs Gymnasium gegangen zu sein. Aber weder wegen des Abiturs/Berufes (da stehen wirklich alle Wege offen, zumindest hier in Bayern) sondern wegen der persönlichen Reife. Ich hätte gerne mehr "das Lernen gelernt", nicht nur morgens im Bus die Seite kurz durchzulesen, eine 1 in der Ex zu schreiben und dann wieder alles zu vergessen.


    Als 1-er Schüler war ich auf der Realschule auch immer der Streber... Keine Ahnung warum, gestrebt habe ich nie, gelernt auch kaum... :P Mir taten meine fleissigen Mitschüler schrecklich leid und ich hatte selten Freude an meinen Ergebnissen (Leistungen mag ich es kaum nennen) Ich hätte gerne geholfen, meine Hilfe wollte aber niemand.
    Andererseits wurde ich von den meisten zur Genüge geärgert. Mobbing nennt man das heute, "stell dich nicht so an" hieß es damals.


    Im Berufsleben hätte mir ein bisschen mehr Arbeitseifer und Methodik nicht geschadet, aber ich war es ja gewohnt, nicht viel tun zu müssen. So hatte ich zwar eine aufs Lernen bezogen einfache Kindheit und viel Freiheit zum Spielen, fiel dafür später arg auf die Nase.
    Die Sache mit Mitschülern hat mich auch laaaange über die Schulzeit hinaus belastet. (und tut es z.T. heute noch)


    Und das, obwohl es mein ausdrücklicher Wunsch war, auf die Realschule zu gehen!


    Wie man die Schulwahl auch entscheidet, ob falsch oder richtig weiß man erst hinterher. :/

    Statusbericht:
    #hammer#haare#tuppern#kreischen:stupid: Ich hätte gerne wieder mehr #baden und #yoga

  • Wie man die Schulwahl auch entscheidet, ob falsch oder richtig weiß man erst hinterher.

    Das ist leider so. Ich habe beim Großen schlechte Erfahrungen an einem Gym gemacht, die Mittlere geht daher an das andere. Gesamtschule wäre mir für den Großen lieber gewesen, er wollte nicht und ich weiß auch nicht, ob er sich da nicht einfach wieder nach unten angepasst hätte. Für die Mittlere kommt Gesamtschule nicht in Frage, da sie nur Einsen hat und ein sehr lernfreudiges Kind ist. So, wie ich Gesamtschulen kennengelernt habe (in meiner Umgebung, habe auch mal hospitieren dürfen und mit den Kollegen dort gesprochen), ist für ein angepasstes, lernstarkes und selbstständiges Kind die Gesamtschule eher nix. Keine Herausforderung, viel Langeweile, keine gezielte Förderung sondern eher so ein "Na, dann kann das Kind ja schon mal (alleine) ein englisches Buch lesen" o.ä. Das kommt natürlich auf die Schulen an. Und wenn die Alternative G8 ist, würde ich es mir nochmal übelegen, weil die Mittlere so viele Hobbys hat.
    Realschulen bei uns sind Hauptschule und Realschule in einem. Und daher seeeeeehr unterschiedlich. Ich kenne nur eine, die einigermaßen passen würde für ein durchaus leistungsfähiges, einigermaßen leistungswilliges Kind. Eine von 5 im Umkreis.


    Konkret würde ich wohl auf die Meinung des Lehrers noch viel Wert legen und mir die Schulen genau anschauen. Klar, das ist auch alles oberflächlich, was man sieht. Aber so ein wenig "Bauchgefühl" hat man dann schon. Und ich würde mit dem Kind sprechen, was der Besuch des Gymnasiums bedeutet: Im Schnitt 1 Note schlechter bei etwas mehr Arbeit, eventuell öfter mal zurückstecken bei Aktivitäten. Aber eben auch positiv: Es geht flott voran, es wird nicht so viel "totgeübt" und die Freunde sind dabei.

  • Hallo,


    Ich denke, es kommt immer darauf an, wie das Kind ist und wie man selber es sieht. Wie sind die Angebote rund um den Unterricht herum? Ist das Kind so, daß es davon etwas als Ausgleich annehmen könnte? Oder hat es außerschulisch so viele Interessen, die mit den vermehren HA kollidieren? Hier gehen sie von täglich 1,5 Stunden ab Klasse 5, später 2-2,5 Stunden aus - da bleibt bei 7-8 Stunden + Fahrtzeit nicht mehr so viel für Hobbys... Wie sind die umliegenden Mittelschulen? Sozial und pädagogisch engagiert oder eher "notdürftig betreutes Sammelbecken"


    Ich sehe z.B. ein zusätzliches Jahr (beim Wechsel aufs Gymnasium später) nicht als verlorene, sondern als gewonnene Zeit. Und ich finde es z.B. völlig OK, wenn ein Kind für die schule "nur das Nötigste macht", wenn es darüber hinaus noch Interessen hat. Das muss nicht mal irgend etwas leistungsorientiertes sein, einfach etwas, was das Kind ausfüllt.


    Meine ältere Tochter hat z.b. bis weit in die Pubertät hinein selber Geschichten geschrieben und illustriert. Jeden Tag, stundenlang. Davon wird nie etwas veröffentlicht werden (weil auch kaum eine Geschichte fertig geworden ist), aber es gehörte eben zu ihr. Manche haben gesagt, sie könnte in der Zeit doch genau so gut für die Schule lernen und doch auf ein Gymnasium gehen, wenn ihr so viel Freizeit bleibt... ich sehe das eben anders.


    Nicht ab Klasse 5 schon aufs Gymnasium gehen, heißt ja nicht, daß man kein Abi machen kann. Wie gesagt, Wege zum Abi gibt es hier ja viele. Den Wechsel von Mittelschule direkt in die nächst höhere Gymnasialklasse fände ich auch eher ungünstig, zumindest ab Mittelstufe (also ab Klasse 8), also z.B. von klasse 10 Mittelschule on Klasse 11 Gymnasium.
    Hier muss man bei einem Wechseln nach dem Mittelschulabschluss aber normalerweise die 10 Klasse auf Gymnasialniveau wiederholen, hat also Zeit sich reinzufinden, daher finde ich das nicht so krass.


    Da spielt sooo viel mit rein... Wie schon gesagt, ich wäre für "eine Schule für alle" mit individuellen Förder- und Fordermöglichkeiten... Aber das bleibt wohl noch lange Utopie ..

  • Threadstarterin, dein Kind möchte gern aufs Gymnasium, ihr aber nicht, verstehe ich das richtig? Er soll nur auf die Realschule gehen, also 10 Klassen?

    Denken ist wie googeln, nur krasser.

  • @ molly Wir reden etwas an einander vorbei, oder es ist halt anders bei euch. Ich kann jetzt nur für mich hier in NRW sprechen (und hoffe ich habe das nicht falsch verstanden). Englisch ab 5. dazu fängt sie jetzt mit Franz in der 6. an und ist bis zur 10. mit Fraz fertig Somit hat so die 2. Fremdsprache vor der Oberstufen abgeschlossen. Sie wird aber auch nicht aufs Gym wechseln, sonder zu einer Kollegschule. An dieser kann sie sich entscheiden, ob sie Fachabi mit Ausbildung macht, oder normales Abi.

  • Also er selbst möchte gern aufs Gymnasium?
    Mal völlig von euren - durchaus nachvollziehbaren Gründen gegen das Gymnasium - abgesehen, was sind die Gründe dafür, dass er gerne aufs Gymnasium möchte?


    Uns steht leider genau die gleiche Entscheidung ins Haus.
    Ich finde es mit gerade mal zehn Jahren einfach viel zu früh, eine solch weitreichende Entscheidung zu treffen.
    Hinzu kommt, dass ich die Alternativen zum Gymnasium gerade nicht so prickelnd finde.
    Realschule arbeitet nach einem neuen Konzept, die Gemeinschaftsschule ist auch völlig neu. Man weiß nicht wirklich, wie es werden wird.


    Letzten Endes müsst ihr im Sinne eures Kindes entscheiden. Ob es die richtige Entscheidung war, wisst ihr leider erst hinterher.

  • Wir haben uns damals einstimmig mit der GS-Lehrerin für die Gesamtschule(in NRW) entschieden obwohl das Zeugnis ein schnitt von 1,7 hatte und nur 1er und 2er.Meine Älteste arbeitete eher langsam und hatte eine auditive Wahrnehmungsstörung und damit verbunden auch ein Ausspracheproblem. Die Schule passte von dem wie sie sich dargestellt hat, perfekt. 65 Minutenstunden, zweite Fremdsprache nicht schon verpflichtend in Klasse 6, Latein ab klasse 8 möglich wenn es denn eine zweite Sprachen werden soll, G 9 aber wenn es gut läuft auch G8 möglich. Gedanken haben wir uns trotzdem noch genug gemacht.


    dann kam es so wie Krebbel schreibt, eine 1 nach der anderen, mein sehr lernwilliges Kind wurde zum Klassenstreber und "gutes Vorbild", ihre Hefte wurden von den Lehrern kopiert und verteilt da ihre Arbeiten fehlerfrei, vollständigund ordentlich waren, sie langweilte sich zu Tode und hatte mit einem schnittvon 1,0 auch keine Luft nach oben. Wir haben dann versucht mit dem Klassenlehrer Möglichkeiten zu finden damit sie sich nicht so langweilen muss und sich wohleran der Schule fühlt, es kamen viele Vorschläge (Mathe eine Klassenstufe höher,2. Wahlpflichtfach parallel etc), umgesetzt wurde nichts. auf Nachfrage kam nur immer wieder "muss ich noch mal fragen, weiß ich nicht, ich glaube dasgeht nicht...... „auf unsere Frage wann sich mal die Spreu vom Weizen trennt und es Erweiterungskurse gibt, bekamen wir als Antwort, das das, was unterrichtet wird, ein E-Kurs sei, ganz selten gäbe es ab der 8. klasse, eher 9. Klasse Runterstufungen auf Grundkurse. Klang bei den Infoveranstaltungen auch anders.


    Dann stand die Schulwahl der kleinen Schwester zur Weiterführenden an, noch einmaleine Gesamtschule kam nicht in Frage, wir schauten uns also Gymnasien an. die Große wollte mit, wir besprachen dann auch die Problematik an der Gesamtschule mit den Gymnasiallehrern,haben daraufhin einen separaten Termin vereinbart, die Große ging ein paar Tagezum Probeunterricht ans Gymnasium und bereits am ersten Tag stand für sie fest,sie will da hin.


    Sie geht nun seit 2 Wochen zum Gymnasium, der Stoff bereitet ihr kein Problem, endlich ist sie als Streber nicht mehr allein auf weiter Flur, wird fürs lernen wollen nicht ausgelacht, die Klasse ist homogener, sie fühlt sich absolut wohl. die Noten werden sicher nicht bei 1,0 bleiben (was sie auch nicht müssen) aber wenn sie 1sen schreibt, dann sind die echt. An der Gesamtschule hatten wir immer den Eindruck, die guten Noten werden hinterher geschmissen, gerade wenn man lieb,nett und ordentlich ist. Der Klassenlehrer hat uns damals auch bestätigt, dasssich die Noten der Klassenleistung anpassen. Fürs Selbstverständlichkeiten wie „ordentlich ins Klassenarbeitsheft geschrieben und passender farblicher Umschlag“ gab es schon knapp 1/3 der Gesamtpunktzahl einer Arbeit. Ein Kind das Leistung bringen will und gerne lernt, wurde komplett ausgebremst, wir waren von der Gesamtschule im Ganzen echt enttäuscht. Froh bin ich im Nachhinein nur, dass man uns zur 6. Klasse so zu Französisch gedrängt hat, sonst wäre der Wechsel so nichtmöglich gewesen.


    Freizeit hat sie jetzt mehr als vorher, die Gesamtschule war eine Ganztagsschule, und danach ging es zum Sportplatz (sie betreibt Leistungssport). Viel Zeit blieb nie übrig, das ist jetzt anders.

    LG petra mit Tochter 1 *20.02.03 und Tochter 2 *24.01.06

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  • Ich finde es mit gerade mal zehn Jahren einfach viel zu früh, eine solch weitreichende Entscheidung zu treffen.

    das finde ich auch. ich kenne aus meiner schulzeit (10 jahre gemeinsam) leute, die erst gegen ende so richtig in fahrt gekommen sind und auch welche, deren leistungsgrenzen erst in den höheren klassen deutlich wurden.

    "Als die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Kommunist.

    Als sie die Sozialdemokraten einsperrten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Sozialdemokrat.

    Als sie die Gewerkschafter holten, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Gewerkschafter.

    Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte.“


    Pfarrer Martin Niemöller

  • Oh, so viele Antworten! Viele interessante sind dabei, danke dafür!


    - eine IGS haben wir hier nicht (niedersächsische Provinz)
    - Sohn möchte aufs Gymnasium, weil die große Schwester geht (die aber mit super Zensuren, ohne etwas zu tun), und mehrere Freunde gehen. In meinen Augen kann aber ein knapp 10-jähriger da nicht die Tragweite seines Wunsches überschauen. Auf den Realschulzweig gehen auch 2 nette Freunde mit, er wäre da nicht alleine.
    - er hat eine geringe Frustrationstoleranz
    - wir machen oft mit ihm Mathehausaufgaben und das endet schon oft in Gebocke und Geheule seinerseits. Er ist da einfach etwas begriffsstutzig. Mathe verfolgt einen ja nicht nur in Mathe, sondern auch in Physik und Chemie. In Deutsch und Sprachen traue ich ihm durchaus das Gymnasium zu.
    - er ist nicht bereit, mehr als das Nötigste für die Schule zu tun
    - seine Lehrerin meint, daß er aufs Gymnasium gehen KÖNNTE, dann aber recht viel arbeiten müsste
    - ich bin bei unserer Großen Elternvertreterin in Klasse 7 Gymnasium. Wenn ich auf den Zeugniskonferenzen so mitbekomme, wie viele Kinder nach Klasse 5 oder 6 wieder vom Gymnasium runter gehen oder sich so durchquälen denke ich immer : NEIN, nicht für unseren Mittleren!
    - wir denken, daß es ihm sehr gut tun könnte, wenn er mal einer der Besten in der Klasse ist. Die Gesamtschule ist zwar leider keine IGS, sie haben aber trotzdem die Möglichkeit, daß Kinder vom Realzweig in Fächern, in denen sie besonders gut sind, mit den Gymnasiasten unterrichtet werden können. Das finde ich ganz schön, falls er wirklich irgendwo unterfordert sein sollte.


    Nächsten Samstag ist in der Gesamtschule Tag der offenen Tür. Ich bin gespannt, wie es unserem Sohn gefällt...

    LG, LilliMarleen


    *`74 + Mädchen*7/03 + Junge*5/06 + Junge *5/08

  • Wir haben es getan.
    Sohn ist in der 5. Klasse Gesamtschule- meine grösste " angst" war das soziale Umfeld, bzw Kinder, die um es mal vorsichtig auszudrücken nicht viel an Werten mitgekriegt haben.
    ( ich seh das Problem bei den Eltern ).
    Das ist leider auch so eingetreten, es ist doch im Durchschnitt vom sozialen Aspekt her sehr schwach bis schwierig, obwohl hochmotivierte Lehrer ihr Bestes tun....
    ein richtig guter Freund war bisher also leider nicht dabei :( .

  • Unsere Tochter will gefordert werden, sonst tut sie nur das Nötigste.

    Das ist hier auch so. Unsere Tochter ist glatt gut, ohne viel zu tun, Rechtschreibung ist ne kleine Baustelle, aber diese in Watte eingepackte Grundschulzeit, in der einfach alles irgendwie unspezifisch prima war, bereitet ihr mittlerweile selbst Unbehagen. Sie hat selbst gesagt, dass sie ohne Anforderungen keinen Strich extra macht.


    Es spielt sicherlich mit hinein, dass ich positive Schulerinnerungen habe. Bin seit vier Jahren Lesemama, und jedes Mal, wenn ich die Schule betrete und die wuselnden Kinder seh, kommen erstaunlich schöne Erinnerungen an meine Schulzeit hoch. Das hatte ich ehrlich ganz vergessen. Darunter auch ein paar Jahre an einem als streng verschrieenen natwiss. Gym in Bayern. Ist lange her, aber ich kann mich nicht an Druck erinnern, daher fällt es mir wirklich schwer, antizipierend Ängste oder Sorge zu entwickeln, dass es schief gehen könnte. Sie wird keine Überfliegerin und ich rechne mit der ein oder anderen 3, aber ein wißbegieriges Kind mit Einsern und Zweiern, das an keine persönliche Grenze stößt, wäre hier keine Option.
    Freunde spielen gar keine Rolle. Sie ist froh, wenn sie aus ihrer jetzigen Klasse niemanden wiedersieht, alle nicht auf ihrer Wellenlänge und sie fühlt sich dort schon lange einsam (aber nicht ausgegrenzt; ist Klassensprecherin). Sie überspielt das nur.

  • LilliMarleen, das hört sich ganz gut an für den Realschulzweig. Dann wäre er ja dort nicht ganz "allein" und ein Aufsteigen ist ja auch nach dem mittleren Schulabschluss möglich. Bin gespannt, wie der Sohn die Schule nach dem TdoT findet. Vielleicht ändert sich da noch etwas.


    Ich habe meiner Tochter auch von vornherein gesagt, dass ich nicht möchte, dass sie auf dasselbe Gymnasium wie der Bruder geht. Da muss sie durch, das kann sie noch nicht überblicken. GsD hat es mit den Freundinnen gepasst.

  • Wir haben es getan.
    Sohn ist in der 5. Klasse Gesamtschule- meine grösste " angst" war das soziale Umfeld, bzw Kinder, die um es mal vorsichtig auszudrücken nicht viel an Werten mitgekriegt haben.
    ( ich seh das Problem bei den Eltern ).
    Das ist leider auch so eingetreten, es ist doch im Durchschnitt vom sozialen Aspekt her sehr schwach bis schwierig, obwohl hochmotivierte Lehrer ihr Bestes tun....
    ein richtig guter Freund war bisher also leider nicht dabei :( .

    Bei uns genauso. Ich hätte ihn viel lieber auf dem Gymnasium gesehen.
    "schwach bis schwierieg" ist echt nett ausgedrückt ;( 
    Meine größe Befürchtung ist das er sich die richtig schlimmen Sachen in der Pubertät bei denen abguckt.


    Mein Sohn wollte diese Schule übrigens unbedingt ! Die hat nämlich den geilsten Fußballplatz :stupid:


    Noch vergessen: es gibt 4 fünfte KLassen. Mein Sohn ist eines von 5 Kindern mit Gymnasialempfehlung. Und ich habe zusätzlich zu obigem Problem noch die Befürchtung das er dort nicht genug gefordert wird.

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    Liebe Grüße von Michaela


    Jungsklamotten, selbstgenähtes, Bücher, Spielzeug und noch mehr im
    ♥ Rabenflohmarkt ♥

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  • witzigerweise finde ich das Soziale auf unserer Stadtteilschule deutlich besser.
    Einen Vergleich habe ich ein bisschen, weil das Gym auf dem selben Gelände ist.
    Vor dem Übertritt der Großen wurde mir viel Gruseliges gesteckt, dass an der STS nur Rowdys und asoziale Hohlbratzen unterwegs sind.
    Genau das Gegenteil ist eingetreten.
    Für uns (!!!) passt diese Schulform optimal. Bzw. genau diese Schule.
    Die Klassen sind klein (bisher max. 21 Schüler), auf Integration/Inklusion wird extrem viel Wert gelegt etc.pp.
    Bei der Großen hab es viele Wechsel von diversen Gyms aus der Umgebung. Ich würde mal behaupten, dass die Hälfte der Kinder mittlerweile runter gestuft wurden (4 Kinder sind weg gezogen)

    Havanna + #male (*02.05) & #female (*02.03)
    Filzgleiter sind nur komprimierte Schafe

  • Meine Grosse ist im schwächsten Niveau und eine Nachbarin erklärte mir dann auch mal im Gespräch, dass ihre Tochter da nie hingehen würde, weil sie untergehen würde in dem "Bodensatz".


    Wäre ich nicht so ein netter "Bodensatz" hätte ich ihr wohl ins Schienbein getreten für den Satz.

    Daroan mit Zottel 01, Zick 03, Zwerg 05 und Sternenkind (98-99)

  • Meine Grosse ist im schwächsten Niveau und eine Nachbarin erklärte mir dann auch mal im Gespräch, dass ihre Tochter da nie hingehen würde, weil sie untergehen würde in dem "Bodensatz".

    ;(


    Bei uns meinte eine Mutter, "lieber die straffe Privatschule, da erziehen sie die Kinder wenigstens richtig, als dieses ganze Multikulti-Gesöns" :/ Das fand ich schon schlimm, aber Bodensatz!?!?


    Wir sind auch unschlüssig. Mein Sohn tendiert zum Gymnasium, aber ob das wirklich rein sein Wunsch ist, oder ob er eben doch raus hört, dass das das Non-plus-ultra ist, finde ich schwer zu sagen.. Er hat auf jeden Fall auch ganz schön Respekt davor und drückt das auch aus, es sei ja eine Entscheidung für so viele Jahre.


    Die Lehrer schätzen ihn völlig klar auf dem Gym ein. Und zwar in allen Bereichen. Also neben Noten auch im Sozial- und Lernverhalten, wie er mit Rückschlägen zurecht kommt, wie interessiert es ist, das er wenn er fertig ist noch eine freiwillige Aufgabe löst und wie selbstständig er ist. Sie geben mehr Gymnasialempfehlungen, als dann tatsächlich umgesetzt werden, aber dann wäre es praktisch immer so, dass die Empfehlung nicht in allen Bereichen eindeutig war. Sie waren verwundert über meine Zurückhaltung. Einer der Lehrer (bei uns sind sie immer zu zwei, unterrichten als Klassenlehrerteam) meinte (zugegeben vorsichtig), es sei ja schon etwas verschwendetes Potential meinen Sohn nicht aufs Gym zu schicken. Mein Sohn war nicht anwesend, ich stehe der Aussage zwiegespalten gegenüber.


    Zu Hause ist es so, dass er wirklich nur das unbedingt notwendige macht und das bisher auch völlig ausreicht. Aber ich kann nicht sagen, wie das wird, wenn es nicht mehr von alleine geht. Er sagt, er ist gerne gut, er mag es, wenn es ihm von der Hand läuft. Und es ist wirklich sehr selten so, dass er etwas genauer wissen möchte, eine kurze Erklärung genügt. Eher pragmatisch.


    Dafür spricht für mich, dass er eher Kopfmensch ist, er beschäftigt sich gerne mit Knobbelspielen, Rätseln, Puzzle, Schach. Er hat sich Lesen und Rechnen selbst beigebracht und ich habe ihn letzthin ein Gedicht auswendig lernen sehen, da dachte ich ich spinne, wie schnell er das konnte. Aber was ist mit Erdkunde, Bio, all diesen Lernfächern, wenn ihn das nicht interessiert. Ich hab keine Ahnung, wie er damit umgeht. Und wie er mit anderen Noten umgehen würde ist auch unabsehbar, kann mir auch vorstellen, dass er dann schnell ein Defizitgefühl aufbaut.


    Ende letzten Jahres war er mal so gestresst, dass er nicht mehr ins Fußballtraining wollte, weil ihm das zu viel war. Er selbst fühlt also offensichtlich Druck, wenn es auch von aussen leichtfüssig aussieht (also für die Lehrer).


    Gut, und dann spuckt mir so ein Pauschalsatz einer netten Kindergartenerzieherin im Kopf rum, die über ihre Schulerfahrungen mit den eigenen Kindern erzählte. Den Satz kann man sicher ganz leicht zerpflücken, aber ich schreibst, weils plakativ eben doch meine Angst wieder gibt. Sie meinte "Mit G8 ist die Kindheit vorbei". Ja und ich denke mir die Pupertät kommt auch noch. Ich möchte nicht so ein straffes Programm für ihn. Und die Unterforderung bleibt im Vergleich zum sicherlich straffen Programm für mich ein schwer zu fassendes Tier.


    Ich selbst habe wirklich entspannt Mittere Reife gemacht. Der Groschen ist in Klasse 7 gefallen und ich wurde immer besser. Danach Abi auf einem beruflichen Gymnasium und Uni. Für mich war das super und meine Freizeit bis auf Prüfungszeiten immer reichlich. Wie ein Prof von uns mal meinte, Zeit für Charakterbildung sei schliesslich auch wichtig. #flehan


    Es ist blöde, die Argumente "gegen Gym" sind ja auch keine unumstösslichen Fakten, dass dann garkeine Zeit mehr ist - kommt ja auch auf Kind an. Keine Zeit für Charakterbildung, weiß doch keiner, kann die tollste Klasse mit bestem sozialen Zusammenhalt sein...


    Ja, ich hätte nicht gedacht, dass die Entscheidung so schwierig wird. Wir sehen uns jetzt also wirklich (auf Wunsch des Sohnes) die 5 Gymnasien im Umkreis an, die Gemeinschaftsschule mit Möglichkeit zur Bildung einer Oberstufe und eine Realschule. Er möchte aus dem Bauch entscheiden. Und ich hoffe, dass ihn und uns das nicht völlig überfordert.

  • Hallo lillimarleen :)


    Ich habe meine Tochter mit dem Schnitt auf der Gemeinschaftsschule.
    Die Schule ist vom system her der größte Scheiss was man sich ausdenken kann, denn im Prinzip landet alles auf der Gemeinschaftsschule.
    Inklusion, Integration Mobbingschutz ist alles nur auf dem Papier und wenn du ein zartes Blümchen als Kind hast, kann das sehr schief gehen.
    Wir haben 7 Untragbare Kids in der Klasse, die seit Grundschule den Schuss nicht gehört haben, und nun wie in der Gs weitergezogen werden bis klasse 7.
    Das system macht es möglich, Lehrer sind machtlos, Noten nicht existent, die Eltern kooperieren nicht.
    Und Leistung musst du in der Schulform bringen, anders als aufm Gym. Nur mit 10ner Schnitt kommst du in die gehobenen Kurse und die Leistung muss immer stimmen (wenn man erfolgreich sein will)
    Klassenstärke an die 28 Kids, gerade unter Jungs geht es richtig ab.

  • Und Leistung musst du in der Schulform bringen, anders als aufm Gym. Nur mit 10ner Schnitt kommst du in die gehobenen Kurse und die Leistung muss immer stimmen (wenn man erfolgreich sein will)

    Nova magst Du da noch etwas genaueres zu schreiben, ich verstehe den zitierten Teil nicht ganz. Was heisst 10ner Schnitt? Wie man schlussendlich aufs Gymnasialniveau kommt kann man sich, wenn man anfängt sich zu informieren echt schwer vorstellen, wie das genau abläuft..

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  • Ich hüpf hier mal rein und frage, was ich ja vielleicht überlesen habe: Sind die Schulformen denn über die Bumdesländergrenzen hinweg vergleichbar? Das würde ich seeeehr stark anzweifeln.

    Was A über B sagt, sagt mehr über A als über B.

  • Ne, denke ich auch nicht. Wenn ichs richtig verstanden habe spricht die TS von der kooperativen Gesamtschule. Das sind die drei Schularten Haupt, Real, Gym unter einem Dach. Im Gegensatz zur Integrativen GS, da gibt es ein Kurssystem und man wird je nach Leistung in jedem Fach einzeln in eine Stufe eingeteilt. So in Kürze und ich hoffe ich habs richtig verstanden.


    Wir sind in BaWü, hier gibt es insgesamt 3 Gesamtschulen. Und mittlerweile über 200 Gemeinschaftsschulen. Die Kinder werden tatsächlich gemeinsam unterrichtet, also ohne das Kurssystem, mit unter aber mal aufgeteilt in Lerngruppen. Ob eine Oberstufe (sek. Stufe) angeboten werden kann hängt vom Oberschulamt ab, die kündigen einen Bedarf an. Ob diese dann zustande kommt ist von der Schülerzahl abhängig, die sie in Anspruch nehmen würde.


    In wie weit diese wenigen Gesamtschulen der IGS in anderen Bundesländern entspricht weiß nich nicht #gruebel