Hat jemand erfahrung mit förderschule?

  • hallo in die runde,


    jetzt möchte ich mich mal etwas ausheulen, bzw. mal vom herzen schreiben was mich etwas bedrückt.


    mein jüngerer sohn ist ein "problemkind", schon immer und vor allem in der schule.
    jetzt besucht er die 4.klasse, schulwechsel steht bevor, und er ist definitiv kein realschule-kind.
    eigentlich dachte ich, er könnte dann wenigstens die werkrealschule besuchen, aber die empfehlung
    seiner lehrerin lautet: förderschule


    eigentlich dachte ich immer: förderschule ist gleich "behinderten-schule..." :( ich weiß grad nicht wie ich es besser
    beschreiben soll.


    und nun habe ich mit der empfohlenen schule telefoniert, um ein beratungsgespräch zu vereinbaren, und
    diese junge frau hat mich ein wenig ins umdenken gebracht. sie meint, es sei allgemein sehr im umlauf,
    förderschule habe einen schlechten ruf, dabei sei das gegenteil der fall, es sei eine exklusive schule.


    ja, sie ist schon exklusiv, die klassen sind sehr klein, es wird tatsächlich auf jedes kind eingegangen.


    aber:


    was mir mehr sorgen macht? wie ist das später? wenn das kind eine lehrstelle sucht? wie reagieren die
    firmen auf das, wenn das kind aus einer förderschule kommt?


    wer hat hier erfahrung mit seinem kind? gibt es jemanden, der das schon mitgemacht hat?


    ich bin echt ein wenig überfordert damit, einerseits möchte ich meinem kind echt endlich mal erfolgserlebnisse
    geben, anderseits tu ich mir schwer, sollte er dadurch später schwierigkeiten haben...

  • Mein großer Sohn (12) geht auf die Förderschule und was anderes kann ich mir für ihn nicht vorstellen. Ihm geht es da sehr gut. Er ist bei weitem nicht dumm, aber braucht manchmal doch ein bissel mehr Zuwendung und Anstoss. In einer großen Klasse würde er untergehen. Er hat super Noten, nach den Sommerferien sogar eine Klasse übersprungen. Wir könnten ihn nun wechseln lassen, aber wir wissen alle das es sein *Untergang* sein würde.


    Ich erlebe Förderschullehrer auch ganz anderst als zb die Lehrer meines mittleren Sohnes (Grundschule) Sie sind viel Geduldiger, gehen wirklich auf jedes Kind ein usw...



    GSD hat unsere Förderschule hier einen sehr guten Ruf was nicht undbedingt einen Nachteil bei der Lehrstellensuche bedeutet wenn das Abschlusszeignis vorzeigbar ist..aber bis dahin haben wir noch ein paarJahre

  • Ich habe zwar kein Kind im relevanten Alter, aber hoffe es ist ok, wenn ich trotzdem antworte, denn ich habe Erfahrungen "von der anderen Seite" mit (nicht immer gelingender) Inklusion an Regelschulen und kenne Kinder, die zur Förderschule gewechselt sind. Außerdem bin ich mit Förderschullehrern befreundet.
    Meine bisherigen Einblicke:
    Den Kindern, die wechselten, ging es meist an der Förderschule viel besser. Bei Vielen konnte man sogar vom Aufblühen reden.
    Die mir bekannten Kollegen sind dort sehr motiviert und haben in kleineren Lerngruppen und mit ihrer viel größeren Qualifikation auch viel mehr Möglichkeiten, die Kinder zu fördern.
    Zum Ende der Förderschule wechselt hier immer eine Klasse, um den Hauptschulabschluss (ich nehme an Werkrealschule ist bei euch soetwas Ähnliches wie Hauptschule) an der benachbarten Regelschule zu machen. Es gibt viele Praktika und Einbindung in die regionale Wirtschaft, sodass die Kinder auch Chancen auf dem Ausbildungsmarkt haben.


    Das ist aber nur meine begrenzte Sicht, die sicher auch mit der Qualität der Förderschule vor Ort zu tun hat.


    Ich finde es sehr sinnvoll, dass du in der Schule angerufen hast, denn von innen sehen die ganz anders aus als man denkt. Deine Bedenken sind dort im Beratungsgespräch auch gut aufgehoben, denn in der Förderschule haben die ja genügend Erfahrungen. Sicherlich kannst du denen auch deinen Sohn beschreiben und dessen Schwierigkeiten, sodass du eine Einschätzung bekommst von dort, was sie als Schule ggf. mehr leisten können als andere Schulformen.

  • Ich kenne aus der sozialpädogogischen Arbeit sowohl Förderschulen als auch Sekundarschulen( in Berlin ist dad Haupt- und Realschule zusammen). Die Inklusion ist weitestgehend ein Desaster. Die InklusionsSchüler sitzen in den normalen Klassen und bekomnen halt Sternchennoten, sonst pasdiert da zu wenig. Binnendifferenzierung klappt wenig. Und wer welchen Abschluss erreicht, ist für die Schüler und Eltern schwer nachvollziehbar, weil das System so kompliziert ist. Bis zur 9. Klasse und oft auch bis zur 10. Glauben die meisten, dass sie den MSA erreichen. In den Förderschulen sind die Klassen kleiner und da findet auch individuelle Beschulung statt. Die Orientierung ist auch mehr aufs praktische handwekliche Arbeiten gerichtet.
    Im Ergebnis haben die Förderschüler realistischere Berufsvorstellungen. Ich kenne Schüler an Förderschulen, die können besser rechnen als Schüler der Sekundarschule.

  • Ich kann aus Sicht einer handwerkertochter antworten, die jahrelang mitbekommen hat, wie der Papa als Chef Lehrlinge auswählt.


    Mach dir keine Sorgen! Mein Papa hat die Abiturienten immer abgelehnt (zu theoretisch beschult, er hatte da nur schlechte Erfahrungen) Förderschüler hingegen hatten die gleichen Möglichkeiten wie Haupt- und Realschüler. Notenausrutscher waren kein Ding. Er hat die Leute immer eingeladen zum Schnuppern und da hat sich schnell gezeigt, wer wirklich untragbar ist für kleine Betriebe, nämlich: Jugendliche, die es nicht schaffen einen Hammer nach Benutzung wieder an den entsprechenden Platz aufzuräumen, die resistent gegen jegliche Art von Anweisung sind (“Holst du bitte den gelben Koffer aus dem untersten Fach dort.““och, nö“) und die selbst ein Mindestmaß an selbstverständlicher Freundlichkeit nicht aufbringen (Gruß erwidern, wenn ein Kunde, die Werkstatt betritt).


    Den Rest kann man lernen, sagte mein Papa. Er hätte deinen Sohn genommen, förderschule hin oder her, wenn er freundlich, sorgfältig und lernbereit aus der Schule kommt.

    Mit einem Osterhäschen reich beschenkt ❤️

  • Aus Ausbilder habe ich auch besser Erfahrungen mit Jugendlichen aus Förderschule, als bei so machen Hauptschülern (wobei wir auch sehr gute Hauptschüler hatten, die auch nach wenigen Jahren einen Meister machten). Klar gibt es da Grenzen, für eine Lehre muss ein Jugendlicher in die Berufsschule und die muss er schaffen, das muss euer Ziel werden! Soziale Kompetenz ist halt nicht von Schulform abhängig. Grade wenn er in dieser Richtung Probleme hat, ist es besser daran zu arbeiten als zu hoffen, es wird sich von alleine bessern.

  • vielen dank für den kleinen einblick in eure erfahrungen und berichte.


    ich weiß, dass kinder aus gymnasien es bei der suche einer ausbildung schwerer haben, ich habe das selbst an mir erlebt. ich war mit mittlerer reife einer apothekerin zu "überqualifiziert", sie will lieber jemand von der hauptschule, die stellen nicht so viele ansprüche! =O ich war damals total aus dem häuschen, weil ich mich dermassen bemüht hatte ein einigermassen gutes zeugnis zu haben, und dann bekommt man so etwas direkt ins gesicht geknallt.


    ich hoffe sehr dass mein sohn einen sprung macht mit der zeit, und dann später auch eine ausbildung zu schaffen. im jetzigen zustand ist das nicht vorstellbar, aber wer weiß was noch kommt. die pubertät ändert ein kind ja doch noch um einiges...


    heute hatte ich einen elternabend bei meiner tochter, und dort war die lehrerin meines sohnes anwesend, und ich konnte nochmal auch mit ihr reden.
    inzwischen denke ich tatsächlich dass er es auf der förderschule sehr viel besser haben wird als in irgendeiner anderen schulart.

  • Ich kann aus Sicht einer handwerkertochter antworten, die jahrelang mitbekommen hat, wie der Papa als Chef Lehrlinge auswählt.


    Mach dir keine Sorgen! Mein Papa hat die Abiturienten immer abgelehnt (zu theoretisch beschult, er hatte da nur schlechte Erfahrungen) Förderschüler hingegen hatten die gleichen Möglichkeiten wie Haupt- und Realschüler. Notenausrutscher waren kein Ding. Er hat die Leute immer eingeladen zum Schnuppern und da hat sich schnell gezeigt, wer wirklich untragbar ist für kleine Betriebe, nämlich: Jugendliche, die es nicht schaffen einen Hammer nach Benutzung wieder an den entsprechenden Platz aufzuräumen, die resistent gegen jegliche Art von Anweisung sind (“Holst du bitte den gelben Koffer aus dem untersten Fach dort.““och, nö“) und die selbst ein Mindestmaß an selbstverständlicher Freundlichkeit nicht aufbringen (Gruß erwidern, wenn ein Kunde, die Werkstatt betritt).


    Den Rest kann man lernen, sagte mein Papa. Er hätte deinen Sohn genommen, förderschule hin oder her, wenn er freundlich, sorgfältig und lernbereit aus der Schule kommt.

    #herzen



    @ tina: Ich denke, wenn die Schue passt, ist erst einmal schon viel gewonnen. Vieles andere findet sich später. Alles Gute für Deinen Sohn.

  • Hallo,


    auch von mir eine Stimme pro Förderschule, meine Grossen besuchen Förderschulen und blühen dort sozial und Leistungsmässig auf. Die Qualität des Unterrichts und des sozialen Umgangs dort, ist wesentlich besser, als an normalen Schulen. Durch die kleinen Klassen ist der Unterricht indvidueller und sozialverhalten kann viel besser vermittelt werden. Wenn von 8 Kindern einer ausgegrenzt wird fällt das direkt auf und Probleme können angegangen werden.
    Als Eltern spüren wir die Entlastung nach vier Jahren GU , keine Anrufe der Schule, keine Ausserplanmässigen Elterngespräche, schnelle Rückmeldung bei Fragen und ein viel wohlwollender Umgang. Ich bedauere ein wenig das ich den jüngsten nicht auf den Schulen seiner Geschwister unterbringen kann, dass Klima ist dort einfach nicht so rauh wie an der normalen Schule.

  • Unser Großer war von der 1. bis zur 4. Klasse in der Förderschule (er ist Autist und zusätzlich schwerhörig). Und ja, es ist eine art exklusive Schule.
    Was er in diesen 4 Jahren profitiert hat ist der Hammer.
    Wir haben zu Beginn der 3. Klasse versucht ihn an die Regelschule umzuschulen und sind gescheitert. Es lag nicht zuletzt auch an den Lehrkräften die einfach viel zu wenig Engagement gezeigt haben.
    L. hat dann wieder zurück ans Förderzentrum gewechselt und von den 2 weiteren Jahren SO SEHR profitiert, dass wir es NIE NIE NIE bereut haben.
    Er hat schon in den ersten 2 Schuljahren eine riesen Entwicklung durch gemacht, aber jetzt würde ich fast sagen in den Jahren 3 und 4 war sie noch größer.


    Und ich sage mit Stolz, dass das die Leistung der Schule ist und der tollen engagierten Lehrkräfte dort.


    Ich weiß ja nicht, kannst du dir eure Schule mal anschauen?


    Klar, Vorurteile gibt es immer. Wir wohnen sehr ländlich, was meinst du was wir uns anhören durften als klar wurde, dass L. nicht wie seinen Kiga-Freunde im Dorf eingeschult wird, sondern jeden Tag mit dem Kleinbus abgeholt wird und fast 1h zur Förderschule fahren wird?!!
    "Das Kind geht in die Deppenschule!" hieß es.
    Aber wir konnten irgendwann drüber stehen weil wir gesehen haben was es ihm bringt.


    Jetzt haben wir im September noch einen Versuch gewagt mit der Regelschule, aber nur weil und seine Lehrerin ermutigt hat. Für uns war aber klar, packt er es wieder nicht, dann kann er ohne weiteres zurück ans Förderzentrum. Das hätte für uns dann aber auch geheißen dass wir keine weiteren Versuch mehr gemacht hätten und er dort in Ruhe seine Schule zu Ende hätte machen dürfen.
    Dass es jetzt letztendlich an der Mittelschule (ehemalige Hauptschulen) klappt liegt wohl auch an der engagierten Lehrerin die er hat. Ach ja, und er ist in einer speziellen I-Klasse, eine Lehrkraft des Förderzentrums kommt 3x die Woche in die Klasse für einige Stunden.


    Also, nur Mut, es kann ein guter Weg sein.
    Der Sohn einer Bekannten war im übrigen bis zur 6. auf der Förderschule, hat dann auf die Mittelschule gewechselt dort seine 10. Klasse (mittleren Schulabschluss gemacht), später dann Fachabitur und hat jetzt gerade angefangen zu studieren.
    So viel zu Thema "Deppenschule" :stupid:

    LG Anne mit #male 06/05 und #male 02/08
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    The secret of life is to fall seven times and to stand up eight times!

  • Hallo tina-mit-vier-zwergen,


    ich weiß, dein Beitrag ist schon etwas länger her. Wir sind jetzt in der selben Situation, wie du im Feburar 2016 warst. Deine Geschichte und auch die Antworten hierzu machen mir sehr viel Mut. Danke! Unser "Großer" ist jetzt in der 4. Klasse und bei uns steht jetzt auch die Frage "auf welche Schule" soll er gehen. Kurz zu meiner Geschichte: Unser Großer war noch nicht einmal 1 Monat in der Schule (1. Klasse), da hatten wir bereits die erste Einladung zum Elterngespräch. Da hieß es Lukas hat enorme Schwierigkeiten den Unterricht zu folgen, er ist sehr verträumt, verschlossen, beteiligt sich nicht am Unterricht usw. .... Eine Lehrerin meinte dann das Lukas eventuell an Authismus leidet. Dann wurde unsere Schule geschlossen und alle Kinder mussten im Nachbarort zu Schule gehen. Was wir am Anfang als Katastrophe empfunden haben, erwies sich aber in Nachhinein als Glücksgriff. An dieser Schule war eine Förderlehrerin, die uns von Anfang an half, wo sie nur konnte. Lukas wiederholte die 2. Klasse zwar nochmal, aber die Förderlehrerin bekam er dann den Nachteilsausgleich, wurde anders bewertet usw. Auch die Schule erwies sich als Glücksgriff, die Lehrer halfen uns wo sie nur konnten. Trotz allem mussten wir noch zu sämtlichen Ärzten um für Lukas sein "Verhalten" eine Diagnose zu bekommen. Bei ihm wurde dann 2015 eine Lernbehinderung festgestellt. Trotz Lernbehinderung meistert er die Schule super, aber hat ja auch den Nachteilsausgleich usw.. Die Lehrer sind auch sehr bemüht und kümmern sich sehr gut um Lukas, so daß er nicht irgendwie untergeht. Jetzt aber steht der Wechsel an und wir haben uns schon sämtliche Schulen angeschaut und mit Lehrern gesprochen. Das größte Problem ist die "Inklusion". Klar kann jedes Kind eine normale Regelschule besuchen, aber Kinder mit Förderbedarf gehn an diesen Schulen einfach unter habe ich den Eindruck. Manche Lehrer waren so ehrlich und haben uns gesagt, dass sie Förderlehrer bzw. Lehrer die für Förderstunden ausgebildet sind haben, aber es sind einfach zu wenige und sobald mal ein Lehrer erkrankt müssen die Förderlehrer die Stunden mit abdecken. Also es gibt an den meisten Schulen keine 100 % Abdeckung für Schüler mit Förderbedarf. Nun bin ich am zweifeln, wäre es dann nicht besser Lukas an eine Förderschule zu bringen, wo er auch selbstständiger lernen kann. Meine Bedenken sind auch immer, auch wenn die Schule eine Förderung für Lukas umsetzen kann, wird er immer an einer normalen Schule ein "anderes Kind" bleiben. Oder bringe ich ihn an eine Förderschule, wo er unter seinesgleichen lernen kann. Man sagt aber die Förderschulen haben einen nicht so guten Ruf. Ich möchte einfach, dass sich Lukas wohlfühlt und glücklich ist. Die letzten fünf Jahre waren schon stressig, trotz Hilfe durch die Schule, genug.

  • Unsere Grundschule teilt sich das Gebäude mit einer Förderschule Schwerpunkt Lernen. Vorteil ist da halt absolut die kleinen Klassen. Insgesamt hab ich davon einen recht guten Eindruck, auch dass sich die Lehrer sehr um die Schüler bemühen. Da finde ich ein Kind mit Lernbehinderung auf alle Fälle besser aufgehoben als auf der sonst in Frage kommenden Gemeinschaftsschule wo es ja teils recht selbständig lernen können sollen müsste. Die Frage ist halt ob ihr eine Förderschule habt bzw. was die Alternative dazu wäre.

  • Meine Tochter hat die Grundschulzeit auf einer Förderschule, Förderschwerpunkt Lernen, verbracht und wenn ich könnte: ich würde den Kleinen sofort dort anmelden.

    Sie ist jetzt auf eigenen Wunsch auf die Gesamtschule gewechselt und macht das dort auch ganz prima - wir haben aber auch den Hauptgewinn an Lehrern - an denen steht und fällt Inklusion - und die spezialisierten hat man halt auf den Förderschulen.

    Unsere weiterführende Förderschule ist in Sachen Ausbildungssuche wesentlich engagierter als jede Regelschule. Es gibt viel mehr Praktika und intensivere Hilfestellung für jeden einzelnen, außerdem gibt es mehrere Unternehmen, die gezielt unter diesen Schülern nach Azubis suchen: um sie zu unterstützen, aber auch aus Überzeugung und aus guten Erfahrungen heraus. Weil die entscheidenden Grundlagen sitzen.


    Meine Tochter ist ja erst in der 5 und die Entwicklung ist noch ganz offen. Ich kann mir aber gut vorstellen, sie zur 8 eventuell wieder wechseln zu lassen, weil ich auf die Vorteile in Sachen Berufsberatung und Ausbildungssuche ungern verzichten würde.


    Aber das hängt natürlich alles immer an der Schule. Stell daher deine Fragen, nenn deine Bedenken und lass dir alles genau erklären.

    Der frühe Vogel wird früher oder später mit dem Problem konfrontiert, dass die Katze am Morgen noch wach ist.



  • Hier noch eine Stimme dafür sich die infrage kommenden Förderschulen anzuschauen. Wir haben es keinen Tag bereut unsere Kinder an eine Förderschule zu geben, nach 4 Jahren Inklusion und einen abgebrochen Inklusionsversuch haben wir es beim Dritten direkt sein gelassen. Unsere Kinder profitieren enorm von den kleinen Klassen, der engen Kommuniktion mit dem Elternhaus und der Tatsache das sie mit ihrem Handycap nichts besonderes sind.

    Es tut meinen Kindern gut das ihre Besonderheiten angenommen werden und die dadurch entstehende Mehrarbeit für die Lehrer keine ist, da es eben normal ist, alle in der Klasse bekommen Aufgaben, Sitzmöglichkeiten, Pausenreglung etc. ganz an Ihrem Bedarf angepasst.

    Ohnezahn

    An der Schule meiner Jungs kommt es immer wieder vor, das Schüler in der 10 an die Schule zurück kehren um dort ihren Abschluss zu machen.

  • Nach 4 Jahren mehr oder weinger geglückter Inklusion geht unser blinder Sohn seit den Sommerferien in eine Blinden- und Sehbehindertenschule. Er hat außerdem den Förderschwerpunkt soz-emotional. Das wird da auch mit abgedeckt.


    Da er kognitiv fit ist kann er da nach der 10. Klasse den normalen Realschulabschluß machen - dann sehen wir weiter.


    Sowowhl er als auch wir sind sehr glücklcih mit diesem Schulwechsel. Er fängt an Eigenmotivation zu entwickeln und insgs. geht es ihm viel besser.

    Die langweiligsten Frauen haben die ordentlichsten Haushalte...

  • ich bin hier in diesem forum nur noch sehr selten und sehe erst jetzt dass hier weitere antworten gekommen sind. vielen dank dafür.


    ich kann inzwischen auch wieder lächeln, meinem kind geht es hier in der förderschule eindeutig super! er hat gleich zu beginn super tolle leistungen niedergelegt, in mathe regnet es inzischen nur so einser...allerdings ist es mit der konzentration nach wie vor eine einzige katastrophe! er muss täglich seine hausaufgaben zuhause fertig machen, da er in der hausi-betreuung einfach nichts hin bekommt. diese stunde wird von jugend-betreuer betreut und die sind gerade mal ein paar jahre älter als die schüler und haben somit absolut keine autorität bzw. eine stärke um in die klasse eine ruhe reinzubringen. so quälen wir uns zuhause jeden tag aufs neue was die hausaufgaben betrifft.


    aber meinem kind tut die schule gut, er ist super betreut, die lehrerin ist klasse und nimmt in da wo er steht... unterstützt seine stärken und bewertet diese auch extra wenn er in seinen arbeiten dabei ausschweift!


    wie es sich weiter entwickelt ist noch offen, aber inzwischen bin ich zuversichtlich.

  • Ich mag mich nach knapp 2 Jahren auch nochmal melden. Der Große war ingesamt 4 Jahre in der Förderschule, ist dann in die Mittelschule in eine Kooperationsklasse (mit regelmäßiger Betreuung einer Lehrkraft aus dem Förderzentrum) gewechselt. Dort ist er jetzt im 3. Jahr (also 7. Klasse) und hat in diesem Jahr jetzt so gute Noten, dass wir ihn mit dem Zwischenzeugnis an der benachbarten Wirtschaftsrealschule anmelden werden. Ich muss sagen, jedes Jahr hat man gemerkt wie sehr er sich entwickelt hat und wir denken wirklich er kann dass packen.

    Vorteil ist, er kennt den Schulweg schon, einen Teil der Schüler, Lehrer,... es ändert sich nichts für ihn, außer dass er morgens in ein anderes Gebäude gehen wird, denn Förderzentrum, Mittelschule und auch die Wirtschaftsschule liegen alle in einem großen Schulzentrum.

    Vor 5 Jahren hätten wir NIE gedacht dass er mal soweit sein würde oder diesen Weg beschreiten könnte.

    Und ich erinnere mich immer wieder an die Dame vom Gesundheitsamt bei der Einschulungsuntersuchung Teil 2 (wenn klar ist dass die Kinder „speziell“ sind muss man extra nochmal ins Gesundheitsamt zu Einschulungsuntersuchung), die meinte damals knallhart zu mir „Denken Sie wirklich dass ihr Sohn jemals eine normale Schule besuchen wird!“

    So oft denke ich mir „Der haben wir es gezeigt!“, jetzt versucht er sich dann sogar am mittleren Schulabschluss.

    LG Anne mit #male 06/05 und #male 02/08
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    The secret of life is to fall seven times and to stand up eight times!

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