Kindermund!

  • Das glaube ich dir Jette . Es ist ja doch nochmal was anderes, ob es der eigene Vater ist, oder eben, wie bei mir, die Schwiegeroma (die auch schon über 90 war). Ich glaube, wenn ein naher Angehöriger sterben würde und mein Sohn ständig darüber reden würde, wär das für mich auch schwierig. Aber irgendwie ist es für die Kinder ja auch wichtig darüber zu reden... Nicht so einfach...

  • "Gehen wir da hin, wo die Uroma vergraben ist?"

    Ich finde, das geht noch so gerade.


    Wir hatten: "Können wir deine Oma wieder ausgraben?" auf dem Weg zum Friedhof während meine Mutter, also die Tochter der Verstorbenen, dabei war.

    Sie hat es aber für ihre Verhältnisse sehr locker genommen.


    lilu Der Spruch ist auch super cool!

  • Befreundetes Kind (6 Jahre alt): Wenn jemand stirb meinte die Mutter zu ihr, dass die Person nun im Himmel ist. Sie war aber auch schon an Beerdigungen auf dem Friedhof und nun sagt sie jedesmal, wenn sie an einem Friedhof vorbei fährt "Ahh da ist der Himmel!"

  • Wir waren da als Kinder sehr flexibel. Es gab den Katzenhimmel, den Himmel, in dem Opas und Omas sind, den Kinderteich, wo die Babys herkommen (der war auch irgendwo "oben", also vielleicht neben dem Himmel?), den Mond, auf dem auch noch diverse Hauswichtel gelebt haben, und die Mondfee, die die Milch bringt für die Babys etc etc., der Nikolaus, die Zahnfee, der Osterhase, das Christkind musste ja auch noch irgendwo wohnen...

    Das hat sich für mich als Kind alles irgendwie harmonisch in mein Weltbild gefügt.

    When you’re a kid, they tell you it’s all… Grow up, get a job, get
    married, get a house, have a kid, and that’s it. But the truth is, the
    world is so much stranger than that. It’s so much darker. And so much
    madder. And so much better.

  • :D Definitionsmittel brauche ich, glaube ich, auch manchmal.

    Ich arbeite ausSCHLIESSlich mit meinem Gehirn!


    there´s nothing left in my right brain. there´s nothing right in my left brain.

  • Und zum Thema "Definitionsmittel" noch mal kein Kindermund, sondern eine Kindertat:

    Mein Neffe, 3, hat das Down-Syndrom. Die Familie war zwei Wochen im Urlaub, in einer Ferienwohnung, aber oft essen gegangen. Nach der Rückkehr bringt der Vater etwas in den Keller und lässt das Gitter an der Treppe leicht offen stehen.

    Der Neffe geht zum Gitter, hält eine Hand unter den Riegel, drückt mit der anderen auf den Knopf darüber und reibt sich dann die Hände ein.

    Für ihn sah das Gitter mit dem Riegel wohl wie ein "Definitionsmittel"-Spender aus.

  • Wir hatten: "Können wir deine Oma wieder ausgraben?" auf dem Weg zum Friedhof während meine Mutter, also die Tochter der Verstorbenen, dabei war.

    Sie hat es aber für ihre Verhältnisse sehr locker genommen.

    Ich finde es total schön, dass auf die Fragen und Kommentare Eurer Kinder sensibel reagiert wird auch wenn sie schwer zu ertragen sind. #herz


    Ich durfte als Kind bei zwei Beerdigungen, die mir wichtig gewesen wären, nicht teilnehmen (Uroma und Stiefopa, mir wurde nicht gesagt warum, ich war 6) und mit 9 ist dann mein geliebter Großonkel gestorben, da durfte ich mit, hatte 1 Million Fragen und wurde von meinen Eltern deshalb so beschämt, dass ich das noch lange mit mir rumgetragen habe. #hmpf

    Viele Grüße
    Elena mit Mini1 (*2004) und Mini2 (*2006)

  • Wir waren an der Nordsee und haben Krabben gesehen. Ich mache den möpp darauf aufmerksam, dass die seitwärts laufen.

    Er springt auf, rennt stolpernd seitwärts über den Strand und schreit euphorisch "ich bin eine hüpfzweibeinkrabbe!!!"

  • Die erbse darf nicht an den Kühlschrank, was sie nicht davon abhalten kann, es trotzdem dauernd zu tun.

    Sie beißt den möpp und er will, dass sie ihm ein kühli holt.

    Erbse stapft in die Küche, kommt prompt zurück und wirft ihm ein imaginäres kühli vor die Füße.

    Möpp empört "du hast mir ECHT weh getan, du musst mich jetzt auch ECHT heile machen!"

  • Die erbse darf nicht an den Kühlschrank, was sie nicht davon abhalten kann, es trotzdem dauernd zu tun.

    Sie beißt den möpp und er will, dass sie ihm ein kühli holt.

    Erbse stapft in die Küche, kommt prompt zurück und wirft ihm ein imaginäres kühli vor die Füße.

    Möpp empört "du hast mir ECHT weh getan, du musst mich jetzt auch ECHT heile machen!"

    #lol Der Möpp ist einfach sooo klasse. Recht hat er.

    So take courage, hold on, be strong, remember where your help comes from.

  • Fremder Kindermund fällt mir da ein: Der Opa nimmt den Enkel mit auf den Friedhof. Der berichtet der Oma: "Und stell dir vor: Unter jedem Stein.... MENSCHEN!!!"

  • bzgl "was passiert mit den Verstorbenen".. Das kleine Kind (damals 6) hat mich während der Trauerfeier für meinen Papa auch ausgefragt, ob der Opa in dem Sarg liegt.. und "auch seine Haare?" und.."auch seine Knochen?"..

  • Mein großes Kind war drei als die Uroma gestorben ist. Am Grab hat er dann einen kleinen Spielzeug Bagger aus der Jackentasche gezogen und schon mal angefangen Erde ins Loch zu schieben. Für meine ganze Familie war das kein Problem und der Pfarrer war sehr lieb und hat ihn machen lassen. Uns hat es glaube ich sogar geholfen und für ein paar Lacher gesorgt.


    Es war sogar ein Kindermund. So ein Bagger macht ja auch Geräusche. Brumm brumm...

  • Lupa Das ist ja irgendwie auch echt süß! Und zeigt einfach mal wieder, dass Kinder so ganz anders mit dem Thema Tod umgehen als wir Erwachsenen.

    Wir haben unserem Sohn (der übrigens auch 3 war) nur ganz kurz erklärt, dass die Uroma gestorben ist, ohne viel außenrum. Das hat für ihn gut gepasst so. Und ich fand es ganz spannend zu sehen, wie er damit umgegangen ist. Viele Fragen kamen erst viel später. Als unser Kater ca ein halbes Jahr später eingeschläfert wurde und wir ihn begraben haben, kamen nochmal einige Fragen. Und für ihn ist ganz klar, dass der Moritz jetzt bei der Uroma ist.

  • Ich sinniere: "Warum ist eigentlich die eine Sonnenblume in der Mitte gelb und die andere braun?"

    J, trocken, ohne hinzuschauen: "Is doch klar. Herr und Mann. Äh, ich meine Fräulein und Männchen."

  • Zum Thema Tod: als es dem Opa schlechter ging und absehbar war, dass er bald stirbt haben wir mit den Kindern darüber geredet.

    Beim nächsten Besuch ist der 3-jährige dann freudestrahlend zum Opa gerannt mit den Worten "Opa du stirbst bald, oder?".

    Er hat aber super cool drauf reagiert.

    Lg

    Annanita



    "...baaald seid iiihr groooß, und könnt aaa-lles a-llein,

    aaaber biiis daaann schlaaaft ihr hiiier bei miiiir eiiiin."

    *träller*


  • Meine Tochter hat schon mal einen Grabstein für mich ausgesucht, als wir bei einem Steinmetz vorbei gegangen sind. "Welchen willst du haben Mama? Den mit dem Herz? Oder mit dem Engel ist auch schön. Oder den da?"

    Ich finde es ja ganz schön, wie unverkrampft kleine Kinder oft mit dem Thema umgehen.

    Liebe Grüße von Peppi mit Groß-S, Klein-S und Mini-S


  • Ich finde es ja ganz schön, wie unverkrampft kleine Kinder oft mit dem Thema umgehen.

    Ich glaube, dass das daran liegt, dass sie einfach die Tragweite noch nicht so verstehen wie ältere Kinder und Erwachsene. Das ist auch gut und ok so. Es ist ein normaler Entwicklungsprozess, in den man rein wächst.

    Nothing is permanent.

    Everything is subject to change.

    Being is always becoming.