Quality time - was versteht ihr darunter und wie wichtig ist sie fuer euch?

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    • Offizieller Beitrag

    Ah, das verstehe ich. Aber ich denke auch, man kann nicht mehr machen als das was einem möglich ist. Fertig. Wenn ich deine Signatur ansehe, dann denke ich auch, so grosse "Extra-Zeit"-Pensen einfach nicht drin, aber ich würde auch nie behaupten dass man nicht auch beim Po abwischen ganz wichtige Gesprächen führen kann :)

  • Aus den Antorten werde ich nun nicht ganz schlau, ob manche einfach das Wort nicht mögen oder die Idee dahinter.

    Ich mag das Wort nicht.
    Die Idee dahinter: Den Kindern (oder anderen wichtigen Dingen / Menschen in meinem Leben) phasenweise ganz ungeteilte und ganz bewusste Aufmerksamkeit zu geben, finde ich gut.

  • Vielleicht muss man bei älteren kindern auch eher ein auge auf quality-time haben. Die kleinen kleben mir sowieso immer am bein - egal ob quality oder nicht :D

    4 Jungs 2006-2013, 2 Hunde und 6 Schildis


    Für immer im #herz : Mani,Yaco,Emma, Fini,Bilbo und Dotti - meine allerbesten 4-Pfoten-Freunde #kerze

    Wir sehen uns irgendwann wieder #herzen


    Eines Tages werde wir alle sterben - aber an allen anderen Tagen nicht #sonne

  • Also ob man ein schlechtes Gewissen hat ist doch Typsache. Ob man seine eigene Leistung schätzt oder nicht. Nicht andere machen einem ein schlechtes Gewissen, das macht man sich selbst ( sonst würde dieselbe Aussage ja nicht einige belasten und anderen wurscht sein).
    Ich bin zuhause mit 4 Kindern unter 10 - was glaubt ihr, wieviel quality-time meine Kinder bekommen ?! Genau, ziemlich wenig. Exlusivzeit ist in einem grossen Haushalt Mangelware. Und ich habe stets das doppelte schlechte Gewissen. Gehe nicht arbeiten/schaffe keine Kohle ran ( und auch/insbesondere hier im Forum wird einem immer wieder gesagt, wie naiv man wäre sich auf den Mann zu verlassen, dass man sich ausliefere, verblöde, den Kindern nix gutes vorlebe usw) und verbringe warscheinlich sowenig quslity-time wie eine vollzeitarbeitende Mutter ( die zumindest Geld verdient und von einigen dafür bewundert wird). Natürlich habe ich auch ein schlechtes Gewissen gegenüber meinen Hunden, Schildkröten, Kleiderschränken die überquellen, Fettreserven die nicht verschwinden #hammer ( beliebig erweiterbar..)
    Seine eigene Leistung mehr anzuerkennen ist wirklich der Schlüssel, das andere es tun kann er zumindest nicht sein.
    Lg
    staubflocke

    unterschreib. ich kämpfe auch damit, das anzuerkennen, was ich kann, leiste und geschaffen hab. das ist aber die voraussetzung für den rest, auch für quality time.


    daroan: ich finde zumindest das wort (und was manche darunter verstehen) ganz schlimm. das ist für mich business/management-sprache. da ich beruflich damit zu tun hatte und mich ganz bewusst davon abgewandt habe, bin ich einfach allergisch.

  • Vielleicht muss man bei älteren kindern auch eher ein auge auf quality-time haben. Die kleinen kleben mir sowieso immer am bein - egal ob quality oder nicht :D

    oh ja, das glaub ich auch! Zumindest bei meinen Kindern merke ich das oft, dass vor allem die größere oft weniger Aufmerksamkeit als die kleine bekommt. Sie fordert das dann aber eh auch ein. Aber ich bemerk, dass bewusstes mit ihr spielen, ohne von der Kleinen gestört zu werden, ohne Zeitdruck, uns beide wahnsinnig entspannt :)

    mit der Großen (06/2012), der Mittleren (10/2014) und der Kleinen (09/2018) #herz

  • Aus den Antorten werde ich nun nicht ganz schlau, ob manche einfach das Wort nicht mögen oder die Idee dahinter.

    Für mich bedeutet das Wort einfach nicht die Idee


    dieses bewusste "Ich sehe Dich und nehme Dich wahr"

    Für mich ist das Wort eher eine Ausrede, nicht die ganz alltäglichen Dinge wie vom Kindergarten abholen oder Windeln wechseln zu müssen, sondern einem viel wichtigeren Ziel zu folgen... und von den Menschen, die ich kenne und es benutzen ist es auch kein bewusstes Wahrnehmen, sondern etwas besonderes mit dem Kind machen, eher mit Event-Charakter.


    Das ist schon auch schön und ich versuch auch Exklusivzeit mit einem Kind zu verbringen und überleg mir etwas besonderes dafür. Wobei sie mir manchmal einen Strich durch die Rechnung machen und statt meinem toll ausgedachten Ausflug lieber mit mir Inline-Skaten oder Barbie spielen wollen. Ich bin mir nicht sicher, ob die Quality Time Verfechter aus meinem Umfeld, dann so etwas Umspektakuläres als Quality Time bezeichnen würden

  • Vielleicht muss man bei älteren kindern auch eher ein auge auf quality-time haben. Die kleinen kleben mir sowieso immer am bein - egal ob quality oder nicht

    Keine Ahnung, wie es dann mit älteren Kindern ist,
    aber dieses "permanente sowieso um mich herumgewusel" der kleinen Kinder macht es mir ziemlich schwer, mal bewusst nur die Kinder im Blick und im Kopf zu haben.
    Dauernd ist nebenher noch was zu bedenken und zu tun und fast nie hat man mal Exklusivzeit für anderes. Das muss ja immer nebenher laufen.
    Seit einiger Zeit setze ich mir darum durchaus bewusst Zeiten, in denen ich jegliche Nebentätigkeit und auch jegliches Nachdenken einstelle. Wenn ich mir das nicht bewusst so vornehme, kann es Tage geben, in denen dauernd alles nur ineinander verschwimmt: Kinder, Hausarbeit, nebenher etwas berufliche Arbeit, zwischendurch etwas Gespräch mit dem Mann, etwas Urlaubsplanung und Geld hin- und hergeschiebe im Kopf ... und die Kinder immer mit dabei, aber nie ungeteilt im Mittelpunkt.
    Ich weiß nicht, ob sie für ihre eigene Entwicklung zwingendermaßen ungeteilt im Mittelpunkt stehen müssen. Gemeinsames Alltagsrauschen kann ja auch schön sein, wenn dabei alle ausgeglichen und zufrieden sind.
    Aber mir tuts gut, immer mal bewusst nur meine Kinder im Blick zu haben.


    Edit: Gleiches gilt auch für andere Lebensbereiche. Partnerschaft. Und Beruf.

  • Ich weiß nicht, ob sie für ihre eigene Entwicklung zwingendermaßen ungeteilt im Mittelpunkt stehen müssen. Gemeinsames Alltagsrauschen kann ja auch schön sein, wenn dabei alle ausgeglichen und zufrieden sind.
    Aber mir tuts gut, immer mal bewusst nur meine Kinder im Blick zu haben.

    Bei meiner großen Tochter habe ich schon die Erfahrung, dass es ihr besser geht wenn ich mir immer mal wieder diese Zeit nehme, sie zu sehen ohne im Kopf schon drei Schritte weiter zu sein oder nebenher noch mal eben...


    (Oft ist das auch gut investierte Zeit - habe ich morgens 15 Minuten Zeit um noch im Bett zu kuscheln, was vorzulesen und ihr beim Anziehen zu helfen läuft der restliche Morgen eigentlich immer ganz entspannt während das sonst oft eine konfliktreiche Zeit ist.)

    • Offizieller Beitrag
    Zitat von lilablassblau

    Für mich ist das Wort eher eine Ausrede, nicht die ganz alltäglichen Dinge wie vom Kindergarten abholen oder Windeln wechseln zu müssen, sondern einem viel wichtigeren Ziel zu folgen...

    Also, du meinst, dass manche Eltern das nicht als "und" sondern als "entweder oder" verstehen. So, "der Alltag ist nicht wichtig, da bin ich gar nicht präsent, dafür habe ich ja meine "Quality Time"? Ich muss gestehen, so habe ich mir das nicht überlegt, denn bei uns war es nie die Frage, bzw. es besteht gar keine Möglichkeit den Alltag wegzudelegieren. *weltbilderimkopfherumschiebt"

  • ich stelle mir jetzt eine familie von der größe der kelly-family vor und dass da jeder mit jedem exklusive 8o "quality time" hätte.

    aber Quality time muss ja nicht nur auf ein Kind bezogen sein.
    Wenn ich mit meinen drei Kindern gemeinsam einen Ausflug mache ist das auch Quality time.

  • So, "der Alltag ist nicht wichtig, da bin ich gar nicht präsent, dafür habe ich ja meine "Quality Time"?

    Genau.
    Ich kenn das halt von "Karriere-Männern", die dann auch gerne Mitarbeitern, die abends früher wegwollen, um zumindest einmal die Woche das Kind ins Bett zu bringen/zum Sport zu fahren/vom KiGa abzuholen, den Tipp geben lieber dem Kind Quality Time am Wochenende zu schenken.

    • Offizieller Beitrag

    vielleicht ist quality time auch manchmal was ganz banales. meine kinder sind ja schon größer (15 und 11) - allerdings nach wie vor recht anhänglich - und meine tochter liebt es, wenn ich sie von der bushaltestelle abhole. natürlich würde sie das nie zugeben. aber dann plappert sie wie ein gefräßiger plapperkäfer über alles mögliche und erzählt jede menge. bin ich einfach zu hause wenn sie kommt, verschwindet sie direkt in ihrem zimmer (oder im kühlschrank). quality time mit papa ist für sie, wenn er sie freitags zur schule bringt (wg. geige, die will ich nicht im überfüllten schulbus transportiert wissen) - auch da erfährt man mehr als in der ganzen restlichen woche.


    das sind so sachen, auf die ich wenig augenmerk gerichtet hab, bis mir irgendwann auffiel, dass das echt schöne momente sind. die zeiten, in denen ich sage, JETZT hab ich zeit für dich - das hat noch nie geklappt.


    und manchmal will ich auch einfach keine zeit haben müssen. das ist dann auch quality time. für mich allerdings. ;)

  • Genau. Ich kenn das halt von "Karriere-Männern", die dann auch gerne Mitarbeitern, die abends früher wegwollen, um zumindest einmal die Woche das Kind ins Bett zu bringen/zum Sport zu fahren/vom KiGa abzuholen, den Tipp geben lieber dem Kind Quality Time am Wochenende zu schenken.

    diese assoziation hab ich auch. und das ist nicht einfach ausgedacht.

  • Für mich ist Quality Time ein Begriff aus dem Managementbereich, und soll zur Ökonomisierung meines Privatlebens führen.
    Indem ich die Zeit für mein Kind ökonomischer gestalte, bleibt mehr Zeit für Karriere/Geldverdienen/was auch immer.


    Diese vielen pseudopsychologischen Lebensratgeber aus Wirtschaftsverlagen zielen auch genau in diese Richtung.


    Mir wird bei dem Begriff ganz anders. Als ob mein Kind ein störender Wirtschaftsfaktor wäre, den es möglichst gering zu halten gilt.

    Merksatz für heute: Ich will nicht so hart zu mir sein und mich mit Wohlwollen anschauen.

  • für mich ja auch, aber hier wurde oft von exklusivzeit gesprochen.


    Aus der Entwicklungspsychologie kenne ich es tatsächlich so, dass quality time nur die Zeit ist, die man exklusiv mit einem Kind verbringt.
    Und wie gesagt, bei bald 5 Kindern und Teilzeittätigkeit meinerseits ist da kaum quality time drin.
    Aber ehrlich gesagt empfinde ich unsre Zeit trotzdem als qualitativ gut ;)

  • Das kann man doch so und so sehen: es könnte auch heißen, dass man keine weniger gute Beziehung zum Kind haben muss, nur weil man nur wenig Zeit miteinander verbringen kann.
    Ich musste 8 Monate getrennt von meiner kleinen Tochter leben und konnte sie nur einmal im Monat sehen - in dieser Zeit habe ich natürlich vieles an ihr ausgerichtet bzw darauf geachtet, dass wir die Zeit mit einer gewissen "Qualität" verbringen können.


    Genau so ist es jetzt, zu Zeiten wo ich die Kinder aus beruflichen oder was auch immer für Gründen wenig sehen kann, plane ich bewusst Zeiten mit den beiden ein. Für uns ist das absolut wichtig und wiegt auf jeden Fall auf, dass man sich manchmal unter der Woche höchstens kurz beim Aufwachen sieht.


    Deswegen ist meine Realität noch lange nicht von Effizienzdenken bestimmt. Sondern so ein Konzept hilft mir ganz persönlich, meine Elternschaft gegen das mehrheitlich praktizierte Konzept von "guter Elternschaft" als gleichwertig zu empfinden.

  • Ich kann den Begriff auch nicht leiden. V.a. nicht wenn er "geplant" wird.
    Ich sehe es wie das Ringelblümchen: Oft merkt man im Nachhinein, dass eine bestimmte Situation besonders in Erinnerung bleibt, weil sie einfach schön war. Das müssen überhaupt keine tollen Aktivitäten sein, dass kann auch ein Gespräch beim Ausräumen des Geschirrspülers sein.


    Ich denke oft geht auch die Ansicht, was "Quality" bedeutet bei Eltern und Kind weit auseinander.


    Was ich hingegen schon versuche, ist, mit meinen Kindern einzeln am Tag zumindest ein paar Minuten "Exklusivzeit" zu haben. Also ein paar Momente, wo ich mich nur auf eines meiner Kinder konzentriere, es wahrnehmen und mich seinen aktuellen Themen widmen kann. Das muss nicht lange sein, je nach Bedarf.
    Dazu gehört, dass jedes Kind morgens kurz zu mir kuscheln kommt und wir evtl. noch Besonderheiten für den Tag austauschen. Und am Abend das Vorlesen. Das rahmt bei uns für die Kinder den Tag ein. Aber natürlich klappt das auch nicht immer.

  • Ich habe mit meiner Tochter neulich die Dose Quality Street geteilt. Während der Quality Time. #nägel

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    Eigentlich bin ich ganz anders. Ich komme nur so selten dazu.


    Lass die Hoffnungswaschmaschine laufen!


    Whatever you want, it isn't me.

    Other people's ambitions are not my specialty.

    Sometimes I can see from here clear to the ocean.

    Sometimes I'm blind.

    Als die Vielfalt ging, entzündete die Einfalt ein Freudenfeuer.