Ein Dominanter und ein "stiller" Zwilling - wie dem stillen helfen?

  • Liebe Raben,
    Ich habe heute ein Zwillingspaar gehütet, Mädchen, bald 3. Sie sind ein wenig wie tag und nacht. Die eine ( nennen wir sie a) überschäumend, quasselnd, einnehmend und neugierig, die andere (b) still, immer beobachtend, schüchtern und verschwindet hinter ihrer "kleinen" Schwester(kann aber auch anders, zumindest wenn es ums toben geht). Sie gehen in dieselbe Kindergartengruppe und ich kann mir gur vorstellen, dass die schüchterne auch dort unsichtbar ist :/
    Gibt sich dieser krasse kontrast irgendwann von alleine? Ich kenne sie jetzt schon eine ganze Weile und habe den Eindruck, dass b total ausgebremst ist, weil sie hinter a verschwindet, da diese sehr viel (vor allem auch positive) Aufmaerksamkeit fordert, und b sich so, weil sie ganz anders ist, leider nicht holen kann, was sie braucht. Derzeit erregt laut Erzählung der Mutter b vor allem durch "bockanfälle" Aufmerksamkeit, bei einer kleinen Kostprobe vorhin hatte ich allerdings eher den Eindruck, dass sie schlicht in ihren wünschen nicht ernst genommen wird (sie wollte nicht gehen, weil sie gerne hier ist - kenne ich von meiner Tochter auch - und fing schrecklich an zu heulen, als ihre mutter sagte, dann müsse sie eben hier bleiben - ich habe nicht mehr mitbekommen, wann sie sich beruhigt hat, vorm haus hörte ich sie immernoch schreien) :|
    Vielleicht (wahrscheinlich? ;) ) stecke ich meine Nase in Dinge, die mich nichts angehen. Vielleicht ist das auch ganz normal und Kinder wachsen über sowas ohne schaden zu nehmen hinaus.
    Aber ich würde b und ihrer Mama gerne helfen, weil ich eben den Eindruck habe, dass es möglich ist und ihr viel frust und leid ersparen könnte.


    Nur habe ich keine Zwillinge und damit gut reden und leider keine rechte idee außer dummer Ratschläge, die man als Mutter ja ohnehin oft genug hört und wo am ende nur das nagende Gefühl bleibt, leider als Mutter zu versagen (geht mir zumindest so, gerade, wenn meine Mutter zu besuch und in Fahrt ist..; ()



    Wie haben sich eure Zwillinge entwickelt, wenn sie sehr unterschiedlich sind? Wie habt ihr die stillen aus ihrer Deckung locken können?
    Ich würd mich über eure Erfahrungen freuen!

    Carpe Diem. Das Leben ist zu kurz, um es zu verschwenden.

  • Ich habe selber keine Zwillinge und lebe auch nicht in Deutschland - aber hier wird es so gehandhabt, dass Zwillingspaare ab Kindergarten getrennt werden (also getrennte Gruppen, Parallelklassen etc). Ich weiss nicht, ob das in diesem Fall möglich - und richtig - wäre, aber ich denke schon, dass es dem "leiseren" Teil des Paares Gelegenheit gibt, sich auch als Individuum einzubringen.

  • Hallo,



    ich finde es schwer von außen die Situation zu beurteilen. Wichtig ist die Frage wie es b geht. Leidet sie oder ist sie einfach nur stiller?
    Es gibt auch einfach unterschiedliche Kinder und das wird bei Zwillingen fast immer so sein das ein Kind dominanter ist. Das muss meiner Ansicht nach nicht immer schlecht sein. Das ist wie bei normalen Geschwistern auch da muss man auf die Bedürfnisse der einzelnen gucken und ggf. Nischen schaffen. Wenn ein Kind leidet muss ihm geholfen werden egal ob Zwilling oder nicht.


    Die Frage ist wie es b und auch a mit der Situation geht. Geht es den beiden gut? Das a lebendiger ist und mehr redet muss ja nicht schlecht sein. Bei meinen Zwillingen interpretieren andere auch schon mal - aber man muss echt genau hin sehen wie es wirklich ist.
    Die Sache mit der Mutter finde ich konkreter. Ihr scheint es gerade etwas schwerer mit b zu fallen. Vielleicht wäre es für die beiden schön einfach bewusst Zeit nur zu zweit zu haben so das die Mutter ihre Tochter so richtig bewusst erleben kann. Ich hatte Zwillinge die im Babyalter fast nie gleichzeitig geschlafen haben. Horror sagen die einen - schön sagen die anderen. Ich hatte mit jedem einzelnen Kind sehr intensive Zeiten dadurch und finde es sehr gut das es letztlich so war und ich sie auch oft einzeln hatte. (auch getrennt gestillt etc.). Also ich glaub ich würde da ansetzten die Kinder gut beobachten die Kinder mal einzeln zum spielen einladen oder auch zusammen und der Mutter Freiräume schaffen mit einem Kind mal was alleine zu machen oder auch mal nur für sich oder so.
    Einfach selbst die Zwillinge besser kennen lernen. Ich finde das ist bei Zwillingen noch mal schwerer weil man immer vergleicht. Und nicht erwarten das b auch mal mehr reden muss aktiver wird etc. Das merkt sie ja bestimmt auch und setzt sie unter Druck. Lieber beobachten was sie tut und das dann mit ihr machen oder nur durch Blicke zeigen das man sie wahr nimmt.


    Für mehr Austausch würde ich lieber im geschlossenen Bereich schreiben. Vielleicht könnte man auch bei den Zwillingen zwei Bereich eröffnen? Ich finde das schon lange das ich wenig schreibe weil es zu öffentlich ist mich aber gerne auch mit anderen Zwillingseltern (oder anderen) austauschen würde.


    VG,
    Nasenbär

  • Hallo,


    ich habe Zwillinge und bei uns war es die ersten 2,5 Jahre auch so - Kind 1 wild und immer im Vordergrund - Kind 2 ruhig beobachtend.


    Ich habe nie eingegriffen und nun mit fast vier sind sie kaum mehr zu unterscheiden. Kind 2 ist immer noch ein wenig beobachtender. Aber Menschen, die die zwei nicht so gut kennen, merken das nicht.


    Solange es beiden gut geht, lass sie sich entwickeln. Nur weil ein Kind mehr beobachtet, bedeutet dies nicht, dass es untergeht oder sich als unsichtbar empfindet.


    Viele Grüße


    Cala