Ehekrise durch Elternzeit...

  • Ich fand bei meiner Nachsorgehabamme im Nachhinein ganz toll, dass sie mir nie ungefragt Tipps gegeben hat, sondern alles immer gut fand (außer wenn ich irgendeine Gefahr nicht gesehen habe). Das hat mir unglaublich viel Sicherheit und Selbstvertrauen gegeben.

    Und dann kommt noch dazu (auch meine Nachsorgehebammen waren klasse und unglaublich beruhigend): die Hebamme ist der Profi, von der konnte ich zumindest einen Tipp deutlich besser annehmen als von meinem Partner - wo, so viel Mühe ich mir auch gebe, noch nach 20 Jahren manchmal ein Tipp bei mir als persönliche Kritik ankommt, obwohl er es in keiner Weise so meinte.


    Als Neu-Eltern muss die Beziehung ganz schön neu justiert werden - und ja, das geht nicht immer ohne etwas Knirschen, finde ich.
    Aber dass Ihr Euch im Grundsatz einig seid, ist das Wichtigste und eine wunderbare Basis!


    Liebe Grüsse


    Talpa

  • liebe Cornflake,


    du fühlst dich hier als Gluckenmutter abgestelmeplt, weil viele dich hier so wahrnehmen. Und weil die meisten dies von sich selbst, zumindest als Tendenz, kennen. JEDE Mutter hat die Glucke in sich, würde ich behaupten. Die Kunst ist es, mit der Zeit davon abzulassen. Zum Wohle eures Kindes, aber vor allem zu Wohle eurer Beziehung.


    Ehrlich gesagt kann ich den Fatalismus deinem Mannes total nachfühlen. Du bist so starr in deiner Haltung und in deinen Prinzipien und Maßstäben, dagegen kommt man und Mann nicht an. Und wir offenbar auch nicht.
    Du bekommst von vielen Müttern, die das zumindest mehrfach hinter sich haben, unisono die Rückmeldung: "laß die beiden machen, vertraue, die werden sich finden." Aber was du die ganze Zeit machst, ist abwehren und argumentieren, warum das bei euch nicht geht, wie schlimm dein Mann das macht und dass es gegen deine Prinzipien geht und überhaupt ist geht es nicht. Du merkst ihr müsst da raus, bist aber nicht bereit dich auch nur einen Zentimeter zu bewegen. Da würde ich auch in Fatalismus verfallen.


    Ich wiederhole mich: es ist jetzt DEINE und nur DEINE Entscheidung aus diesem Teufelskreis des Mißtrauens und Be- und Verurteilens rauszukommen. Laß ab von deinen starren Vorstellungen, vertrau deinem Mann und geh weg wenn er sich ums Kind kümmert. Wenn du ihn mit dem schreienden Kind allein läßt, sag ihm "du hast mein volles Vertrauen, ihr macht das schon. Du bist ein guter Vater". Und dann geh.


    Deinem Kind passiert NICHTS, wenn es beim Wickeln mal öfter weint als bei dir. Davon trägt es keinen Schaden. Aber eure Beziehung nimmt schnell massiven Schaden, wenn du nur an deinem Mann rumkrittelst, ihm nicht vertraust und immer wieder vorhälst, er macht es nicht richtig und seine Ansicht wäre nicht richtig. Und ein Schaden in eurer Bezieheung schadet dem Kind unendlich viel mehr als ein paar Tränchen beim Wickeln. Das ist der trade off den du gerade zu machen hast. Eine kurze Zeit lang ein paar Tränchen mehr versus Schaden an eurer Vertrauensbeziehung.


    Ich wünsche dir eine gute Entscheidungsfindung. Ihr könnt beide gestärkt daraus hervorgehen.

    Basia mit Schlumpf (08.2007) & kleiner Maus (08.2009) & Kröti (12.2016)

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  • Basia, auf die Schnelle: Du meinst wohl nicht Cornflake sondern mich, Deinen Tonfall und Deinen Post kommentiere ich wenn ich mich wieder beruhigt habe - sonst vergreif ich mich im Ton.


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    ~~ Luxa


    Sometimes something will change and that change

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  • Liebe Luxa, ich kann deine Gedanken und Gefühle nachvollziehen, ich fände diese Haltung deines Mannes auch nicht gut. Allerdings glaube ich, dass er nur "besser" werden kann, wenn er sich ausprobieren darf. Dazu gehört, denke ich, dass er die ersten Male allein mit Kind sicher seinen bisherigen Stiefel durchziehen wird und du bei deiner Rückkehr Sakzkrusten bei deiner Tochter finden wirst. Ich kann mir aber auch gut vorstellen, dass er irgendwann an seiner Art mit seiner Tochter umzugehen, arbeiten wird. Dieser Prozess wird aber nicht einsetzen, wenn er ständig beobachtet und bewertet wird, dann arbeite zumindest ich automatisch dagegen, obwohl das total doof ist.


    Ich finde nicht, dass du darauf vertrauen musst bzw. erwarten solltest, dass er sofort alles richtig macht. Aber ich denke, du solltest in der Lage sein darauf zu vertrauen, dass er fähig ist, nach einer gewissen unbeobachteten Gewöhnungszeit seinen Umgang mit eurer Tochter zu verbessern. Wenn dieses Vertrauen nicht da ist, denke ich, dass tatsächlich eine Beratung nicht schlecht wäre.

  • brauchst dich nicht aufregen, bin schon weg. Bringt nix, weder dir noch mir. Meinen Senf dazu hast du gelesen, der passt dir nicht, ok. Muss er nicht. Wünsche dir trotzdem alles Gute.

    Basia mit Schlumpf (08.2007) & kleiner Maus (08.2009) & Kröti (12.2016)

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Basia ()

  • Ich fände es ja ausgesprochen fair von Dir, @Basia, nun auch meine Replik zu lesen, nachdem Du mir Deinen Senf um die Ohren gehauen hast. (ganz zu schweigen von der Verwechslung, die zu korrigieren irgendwie guter Stil wäre...


    Also: Welche Viele mich nach bisher glaub ich zwei Threads als Gluckenmutter wahrnehmen, abgesehen von Dir, würde mich interessieren - meine Angefressenheit bezog sich auf einige Sätze v.a. von Talpa und hat sich dann durch Cornflakes Konretisierung geklärt, dass es eben nicht (primär) um ein Ich-kann-es-besser geht, sondern darum dass die Grundhaltung geklärt sein muss, innerhalb derer es dann jeder auf seine Weise gut kann. Und diese Klärung besteht bei uns eben momentan nicht, mein Mann _lässt_ die Kleine weinen. Da Talpa das irrtümlich als gegeben sah: für mich Problem geklärt.


    Mir dann zu erklären Du könnest meinen Mann (den Du gar nicht kennst) verstehen, weil ich ja so starr in meiner Haltung und meinen Maßstäben bin (welche denn? Dass ein weinendes Kind getröstet werden muss? Ja, da bin ich starr.), finde ich echt krass. Und wo ich dann noch abwehre und mich keinen Zentimeter bewege, darfst Du mir gern zeigen. Dass ich Deinen ersten Beitrag, Stichwort Kontrollfetisch, nicht aufgegriffen habe, lag daran, dass er mir nichts brachte. Dass und warum wir in einer Lage sind in der ich nicht mehr loslassen kann, hatte ich nämlich vorher beschrieben.
    Ich könnte Deinen Post nun noch weiter kommentieren, aber ich glaube davon profitieren wir beide nicht. Zumindest ich schreib immer gern Dinge in Foren, die irgendwie konstruktiv und im Idealfall empathisch sind. Deshalb, als Zwischeninfo an die vielen Input-Geber und Mit-Denker: Wir hatten vorhin ein erstes, langes Gespräch im Park, ohne akute Anspannung. Ich habe mich für einiges entschuldigt, weil mir durchaus klar ist wie sehr ich ihn unter Druck setze (hatte ich ja eingangs schon angedeutet). Die Idee, verschiedene Standardsituationen zu besprechen und grundlegende Grenzen klarzuziehen, fand mein Mann sehr gut und hilfreich (danke nochmal, Cornflake !). Ich hoffe dass das ein Weg ist, ihm wieder Freiheit und mir Vertrauen zu verschaffen. Denn Spaß haben wir ja an der Lage alle nicht... @Talpa, spannend finde ich noch den Hinweis auf die Schwingungen, die die Kleine natürlich aufnimmt. Logisch, danke! Ich werde wohl tatsächlich anfangs richtig bewusst beiden Tschüss sagen, dann aus dem Haus gehen und darauf vertrauen, dass das, was wir die nächsten Tage noch besprechen werden, dann gilt - und die Ausgestaltung den Zweien überlassen.


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    ~~ Luxa


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  • Klingt schon sehr vielversprechend Euer Gespräch!


    Noch ein Praxistipp: ausgeruhte, satte Babies "üben" besser. ;)
    Also ruhig die zwei alleine losschicken, wenn sie nach einem Schläfchen frisch gestillt ist - und Du setzt Dich an Deine Lektüre.


    Liebe Grüsse


    Talpa

  • Ich find auch, dass das gut klingt.
    Und was heißt schon "Gluckenmutter" - alle Mütter von Babies sind doch irgendwie Gluckenmütter, in dem Sinn, dass es ihnen nicht gut geht, wenn es dem Baby nicht gut geht.
    Für mich ist das gar kein Schimpfwort ... wenn die Väter Gluckenqualitäten entwickeltn, kann man ja getrost auch mal gehen.
    Hagendeel