Schulsport bei Hitze

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  • Und noch was zum Thema Sportnoten: Ich selbst habe auch immer gesagt, dass Sportnoten abgeschafft werden sollten. Ich habe Sport in meiner Jugend als verheucheltes Fach empfunden. Vordergründig wurde immer argumentiert, es sei gut für die Gesundheit. In der Realität wurden Themen wie Wirbelsäulengymnastik oder Ähnliches nie gemacht und es ging für mein Empfinden nur um Leistung. Mädchen durften ab der 7. (?) Klasse nicht mehr Fußball spielen, Jungs keine Jazzgymnastik machen (ist schon länger her...). Es gab immer wieder Streit (Teambildung, Fehler beim Spielen...) und beim Schwimmen hatten diejenigen, die nicht im Schwimmverein waren, kaum Chancen auf eine gute Note.


    Ich erinnere mich nach wie vor nicht gerne an den Schulsport. Allerdings frage ich mich inzwischen: wenn ich fordere, dass keine Noten erteilt werden, weil im Sport jeder seine Grenzen hat und die berücksichtigt werden müssen, warum sollte das dann nur für den Sport gelten? Müssten Eltern und Schüler dann nicht alle Noten an sich in Frage stellen? Was ist, wenn die intellektuelle Grenze eines Schülers oder einer Schülerin überschritten wird? Oder die "Fleißgrenze"? Oder welche auch immer? Und wieso ist der Leistungsgedanke im Sport "schlechter" als in den anderen Fächern? Ich frage mich, ob ich die Sportnoten nicht auch deshalb blöd fand, weil ich in Sport über mehrere Jahre eine schlechter Note hatte als in anderen Fächern...


    Seit mir diese Gedanken im Kopf rumschwirren, tue ich mir schwer damit zu fordern, dass Sportnoten abgeschafft werden.
    (und das sage ich, die in einem System arbeitet, in dem ich Noten geben muss - je älter ich werde, desto schwieriger finde ich das)

    Alle Möpse bellen, alle Möpse bellen, nur der kleine Rollmops nicht...

  • nez perce, was ist denn los? Ich habe hier doch nicht über Lehrer im Allgemeinen gesprochen, sondern über einen Lehrer, der sich in der im Eingangspost geschilderten Weise verhält.
    Selbstverständlich halte ich dich nicht für eine Idiotin. Aber wieso darf man das Verhalten einer Person in seiner Eigenschaft als Lehrer nicht negativ kommentieren, nur damit andere Personen, dieser Berufsgruppe, obwohl sie sich nicht in der Weise verhalten, dann nicht beleidigt sind?
    Ich wollte mit meinem Kommentar zu den Befindlichkeiten auf Lehrerseite eigentlich aufzeigen, dass, nicht zuletzt durch das teilweise inakzeptable Verhalten mancher Eltern, auch übertrieben empfindliche Reaktionen von Lehrern hervorgerufen werden. Das bedauere ich ehrlich gesagt.
    Das Beispiel mit dem Finanzbeamten: Wir sind hier in nem Elternforum und Kinder gehen zur Schule. Da muss man schon auch mit Schulthemen rechnen, oder?


    Zum Thema Noten: Sport ist was sehr Körperliches und eben auch sehr Äußerliches. Ich finde das Beurteilen, Bewerten und Kommentieren von Äußerlichkeiten in der Weise nicht angebracht. Niemand sollte offiziell die Körper anderer bewerten, wenn diese das nicht wünschen und niemand sollte dazu angehalten werden, körperliche Leistungen zu erbringen, bei denen er/sie sich nicht wohl fühlt.
    Und ja: ich lehne Noten grundsätzlich ab, bin aber sehr für regelmäßiges, persönliches Feedback. Reine Notenbeurteilungen und Klassifizierungen finde ich bei Kindern sinnlos und schädlich.


    Edit wegen Autokorrektur


  • Ein Lehrer_in ist fürsorgepflichtig und hat die körperlichen Grenzen der Kinder realistisch einzuschätzen und zu respektieren. Tut er/sie das nicht, ist er (leider) ein Idiot, und zwar mindestens.
    Warum andere (Lehrer?) sich dann dadurch angegriffen fühlen oder rechtfertigen, kann man sich (auch leider) denken.

    Pinguini, bei mir kam das anders an. Ich zitiere mal dein anderes Post. Der letzte von mir zitierte Satz kam bei mir so an: "getroffene Hunde bellen, und wenn sich jemand (in diesem Fall eben Lehrer) angegriffen fühlen, wird das daran liegen, dass sie auch irgendwo Idioten sind" Wie hast du das denn gemeint, wenn ich das falsch verstanden habe?


    Klar ist das ein Elternforum. Ich habe das Finanzamt-Beispiel gebracht, weil das bei uns gerade passiert ist und ich es gut zum Illustrieren fand. Genauso gut hätte ich natürlich ein Beispiel mit Erzieherinnen bringen können (aber da gibt es zur Zeit zum Glück nichts, über das ich mich ärgern musste).

    Alle Möpse bellen, alle Möpse bellen, nur der kleine Rollmops nicht...

  • Ich merke gerade, dass meine Antwort sich so anhört, als hätte ich deinen Beitrag nicht richtig gelesen, Pinguini. Habe ich, aber ich kapiere deinen letzten Satz trotzdem noch nicht. Vielleicht kannst du mir den nochmal erklären?


    Deine Gedanken zu den Sportnoten kann ich sehr gut nachvollziehen, da ich die selber auch schon hatte.
    Rein rational betrachtet frage ich mich aber: was genau ist schlimmer daran, das Körperliche zu beurteilen? Ist es besser, intellektuelle Leistungen zu bewerten? Auch das ist doch etwas, was sehr eng mit der eigenen Identität verbunden ist und sehr verletzend sein kann? Bei mir hakt es da noch gedanklich...

    Alle Möpse bellen, alle Möpse bellen, nur der kleine Rollmops nicht...

  • nez perce, ich bedauere, dass die Situation zwischen Eltern- und Lehrerschaft offensichtlich so spannungsgeladen ist, dass man Lehrer, auch bei offensichtlichem Fehlverhalten nicht kritisieren darf, nur weil sich andere Lehrer, obwohl sie sich NICHT in der Weise verhalten, den Schuh dann anziehen. So habe ich das eingeschätzt. Keinesfalls habe ich vermutet, dass du das Verhalten des Lehrers rechtfertigen wolltest, um eigenes Fehlverhalten zu relativieren. Kam das so bei dir an?
    Mit Stress am Schuljahresende kann man meiner Meinung nach nicht entschuldigen, was da eingangs beschrieben worden ist. Ich kann da kein Verständnis für aufbringen. Und ich finde, das müssen andere Lehrer dann einfach mal aushalten, wenn da deutliche Worte für gefunden werden.


    Das Spannungsfeld entsteht ja dadurch, dass Eltern Schulen und Lehrern ihre Kinder anvertrauen (müssen) und das ist halt nicht so einfach, denn Lehrer/in ist eben kein einfacher Beruf und leider gibt es auch welche, die es lieber nicht sein sollten.
    Sport in der Mittagshitze ist leider ein Klassiker, daher vielleicht auch die etwas pauschale Bezeichnung für 'diese Lehrer'. Kam ja nicht von mir, aber ich kann es an der Stelle nachvollziehen.


    Das Körperliche zu beurteilen ist schon deshalb problematisch, weil viele Vorurteile an äußeren Merkmalen hängen. Ich finde das in vielen Fällen herabsetzend. Beispiel: wie kommt jemand, der in einer Schule arbeitet dazu, mir in Anwesenheit anderer Kinder zu sagen: ' Ihre Tochter ist so schön dünn'.
    Oder ein Turnlehrer auf der Bank zu den anderen Mädchen 'die xy kann gut turnen, hat aber leider ein gebärfreudiges Becken'.
    Da höre ich dann doch lieber 'xy ist nett, aber nicht der/die Hellste'. Auch abwertend und verletzend, aber immerhin kann man antworten, dass das Nettsein eben leider nicht allen gegeben ist und man sich gar nicht entscheiden könne, für welche Person von beiden diese Aussage nun eigentlich bezeichnender ist.


    Edit weil was fehlte

  • Aus dem Anfangspost geht für mich absolut kein Fehlverhalten des Lehrers hervor. Stünde da jetzt, SchülerInnen hätten der Lehrkraft gegenüber über Schwindel geklagt, was ignoriert wurde, es wären Trinkpausen verboten worden, es wären "schlappe" SchülerInnen zum Weitermachen verdonnert worden - dann wäre die Lehrkraft ein Idiot. Davon ist nicht die Rede, und ob es Pausen gegeben hat, ob der Platz beschattet war, ob die Kinder (von dem Kind der TS abgesehen oder über bestimmte Zeiträume auch inclusive des Kindes der TS) grundsätzlich Spaß am Sportunterricht hatten - davon steht da auch nichts. Wissen wir also alles nicht und weiß die TS vielleicht selbst auch nicht, weil Kinder ja auch nicht immer alle Details und Kleinigkeiten erzählen. Grad wenn man sich selbst vielleicht geärgert hat. Ich hab auch nie ein gutes Haar an meinem Sportunterricht gelassen, obwohl viele MitschülerInnen den (berechtigterweise?) super fanden...


    Aber wenn SchülerInnen ein Unwohlsein in diesem Sportunterricht nur vortäuschen könnten*, und wenn dazu noch von SchülerInnenseite kein Einwand kommt**, kann ich beim besten Willen kein großartiges Fehlverhalten erkennen. Es wird doch hier sonst auch immer so viel Wert auf Kommunikation gelegt; wenn man aber 30 Kindern beim (z.B.) Fußballspielen beaufsichtigt und natürlich alle schwitzen und rot im Gesicht sind, woher soll man da wissen, dass es einem davon nicht gut damit geht, wenn keines das äußert? Viele Kinder sind halt auch bei heißen Temperaturen zu jeder Tageszeit aktiv und sportlich unterwegs; selbst hier im Thread wurden Beispiele genannt. So etwas ist also nicht per se schrecklich und wahrscheinlich sogar für die meisten Kinder angenehmer als bei 30 Grad mittags im Klassenraum zu sitzen und Kopfrechnen zu üben. [edit]Und was ist denn die Alternative? Sportuntterricht vorsorglich ab 27 Grad ausfallen lassen? Es gibt wirklich viele Eltern, die darüber mindestens so erbost sind, wie darüber, den Sportunterricht weiter zu erteilen. Wenn wir mal davon ausgehen, dass keine Halle zur Verfügung steht (ot genug der Fall) oder dass diese ebenso heiß ist (bloß dann nicht sonnig, sondern stickig), kann man entweder Sport erteilen oder ausfallen lassen - beides führt zu Unmut mancher Eltern (und SchülerInnen) und damit zu Ärger. Oder es machen die SchülerInnen mit, die möchten. Aber wenn sich jemand nicht traut zu sagen, das er/sie nicht will? Und wie gibt man dafür dann gerechte Noten? Was ist mit den Kindern, denen es beim langweiligen Aufwärmlaufen zu warm ist, die es aber beim anschließenden spannenden Fußballspiel nicht auf der Bank hält? Das ist halt alles nicht so ganz einfach. [/edit]



    Naja, und weil wir halt viele Infos zur Situation nicht haben und eigentlich gar nicht genau wissen, was da so passiert ist, kommt (auch für mich) die harsche Kritik an der Lehrkraft erstmal als "Lehrerbashing" rüber: "Diese Lehrer" sind halt "alle Idioten".
    Zugegeben, ich bin selbst auch Lehrerin - und da spielt dann sicher auch mit rein, dass "diese Eltern" sich eben "immer total reinsteigern". ;)



    __________________________________________________________
    *Das solll nicht böse gemeint sein, aber ich verstehe nicht, warum einE SchülerIn, der/die sich unwohl fühlt, irgendwas vortäuschen muss, bzw. der/die sich nicht unwohl fühlt, ein Unwohlsein vortäuschen sollte. Also entweder man fühlt sich nicht wohl - dann muss man nichts vortäuschen - oder man fühlt sich wohl - und kann getrost mitmachen.
    ** Ich weiß, dass das für Fünftklässler manchmal nicht ganz einfach ist, halte das aber trotzdem für wichtig: Für seine Belange einzustehen. Und wenn es einem wirklich nicht gut geht, muss man das zu äußern lernen, denke ich. Es kann ja auch mal etwas von außen absolut nicht zu erkennendes sein.

    Kids don't drive you crazy, you were crazy already. That's why you had them.


    Lieben Gruß vom Rattenkind mit dem Kätzchen (10/2015) und dem Katerchen (09/2018).


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    In meinem Waldland geht ein Monster um...

    5 Mal editiert, zuletzt von Rattenkind ()

  • Siehst du, Rattenkind? Genau wegen deiner Worte weiss ich nun, dass ich richtig lag. Das Kind war überhitzt, fühlte sich, als würde der Kopf platzen, schwindelig, knallrot. Was brauchst du noch? Über leg doch mal, was du der TS damit unterstellst. Glaubst du echt, die hat das hier gepostet, wenn sie die Situation akzeptabel fand und nicht von einem Fehlverhalten ausgeht? In dem Zusammenhang Täuschung auch nur zu erwähnen und als Argument anzuführen... Was soll das denn heißen, die faulen Schülerinnen haben das auch so verdient deswegen, oder was? Lehrer - Schüler - Machtgefälle, irgendeine Idee? Na ja, ich belasse es mal dabei. Fühl dich halt gebashed, ist ja auch bequem.

  • Hallo,

    Allerdings frage ich mich inzwischen: wenn ich fordere, dass keine Noten erteilt werden, weil im Sport jeder seine Grenzen hat und die berücksichtigt werden müssen, warum sollte das dann nur für den Sport gelten? Müssten Eltern und Schüler dann nicht alle Noten an sich in Frage stellen? Was ist, wenn die intellektuelle Grenze eines Schülers oder einer Schülerin überschritten wird? Oder die "Fleißgrenze"? Oder welche auch immer? Und wieso ist der Leistungsgedanke im Sport "schlechter" als in den anderen Fächern? Ich frage mich, ob ich die Sportnoten nicht auch deshalb blöd fand, weil ich in Sport über mehrere Jahre eine schlechter Note hatte als in anderen Fächern...


    Gute Fragen.


    Ich kenne mindestens eine Schule,an der es tatsächlich ganz ohne Noten wunderbar funktioniert. Leider nur bis Klasse 8. dann murkst die Schulagentur rein und sie müssen, um den Status anerkannte Schule zu behalten, Noten geben.


    Bei allen Kids die ich rundrum erlebt hat, hat das Einsetzen der Notengebung die Motivation nach unten und nicht nach oben verschoben. Schüler, denen es schwer fällt, rutschen leicht in ein "Ich kann's eh nicht", wenn sie trotz fleißigen Lernen eine 4 odfer 5 da stehen haben statt einem "Ich sehe, wie toll du gearbeitet hast, XY ist richtig und Z schauen wir uns noch mal zusammen an." - und müssen da von Schule und Eltern erst mühsam wieder herausgegraben werden.
    Schüler,denen es leicht fällt, machen genau so viel, wie für gute Noten nötig ist, aber fragen sich dann auch "warum mehr?", wenn doch die Noten jetzt das Entscheidende sind und nicht mehr die eigene Neugier.
    Und die dazwischen schwimmen einfach mit, sehen, daß sie zum Glück nicht "schlecht" sind, aber leider auch nicht "gut" und müssen sich entscheiden,ob ihnen das egal ist und sie weiter das lernen, was für sie wichtig ist oder nur das, was für den nächsten Test notenrelevant ist, um es dann wieder zu vergessen.


    Also warum nicht tatsächlich alle Noten abschaffen? Zuerst die, in den Fächern, bei denen vor allem die körperlichen Voraussetzungen entscheidend sind und gleich drauf die anderen auch.
    Ich wäre dafür.


    Edit:
    Und ja, ich wäre auch dafür, den üblichen Sportunterricht ab einer bestimmten Temperatur tatsächlich ausfallen zu lassen und statt Dauerlauf lieber Wasserstaffeln ohne allzugroße körperliche Anstrengung o.ä. zu machen. Ein Sportlehrer, der den Wetterbericht kennt, sollte das doch hinbekommen.

  • Nur mal wegen der Noten, ich bin grundsätzlich auch dafür diese Ziffernbewertung abzuschaffen.


    Im Sport finde ich es allerdings ganz besonders wichtig. Denn die Frage ist doch, was ist das Ziel des Unterrichts?
    Die normalen Schulfächer vermitteln Wissen. Noten mögen da noch halbwegs sinnvoll sein, damit man einen Überblick über die erreichten Kentnisse bekommt.
    Aber Sport soll eine vernünftige Lebensführung nahebringen. Und daher müsste oberstes Ziel sein den Kindern Spass an der Bewegung zu vermitteln und ruhig eine breite Masse an verschiedenen Sportarten vorzustellen. Ich kenne so viele Leute, die im Rahmen des Sportunterrichts den Spass an Sport verloren haben und so später gesundheitliche Risiken erleiden... das müsste nicht so sein.

    LG Miriam mit 2 Jungs (2004 und 2006)

  • Siehst du, Rattenkind? Genau wegen deiner Worte weiss ich nun, dass ich richtig lag. Das Kind war überhitzt, fühlte sich, als würde der Kopf platzen, schwindelig, knallrot. Was brauchst du noch? Über leg doch mal, was du der TS damit unterstellst. Glaubst du echt, die hat das hier gepostet, wenn sie die Situation akzeptabel fand und nicht von einem Fehlverhalten ausgeht? In dem Zusammenhang Täuschung auch nur zu erwähnen und als Argument anzuführen... Was soll das denn heißen, die faulen Schülerinnen haben das auch so verdient deswegen, oder was? Lehrer - Schüler - Machtgefälle, irgendeine Idee? Na ja, ich belasse es mal dabei. Fühl dich halt gebashed, ist ja auch bequem.

    Nein, ist schon klar, das die TS das nicht akzeptabel fand. Ich frage mich nur, ob es deswegen gerechtfertigt ist, der Sportlehrkraft zu unterstellen, sie habe in Kauf genommen oder auch nur bemerkt, dass es einer/einem SchülerIn nicht gut ging.


    Möglicherweise war ja auch im oder nach dem Sportunterricht alles noch gut und der Nachhauseweg war sozusagen der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Weißt Du's? Weiß die TS es im Zweifel selbst?
    Wir hatten an der Schule sogar in meiner eigenen Klasse (sechstes Schuljahr) letztens einen Fall, dass in einem Fachraum für Naturwissenschaft ein seltsamer Geruch in der Luft lag. Plötzlich ging es einem Kind nicht gut (und das hat es auch geäußert), dann dem nächsten, dann noch einem - am Ende klagte die halbe Klasse über Unwohlsein, Schwindel,... Zwei RTWs fuhren vor, alles wurde gründlich untersucht, es hätte ja ein Gasleck geben können oder irgendeine gefährliche Substanz hätte ausgetreten sein können.
    Am Ende war gar nichts und durch den Geruch und einen Artikel in der Zeitung vom Vortag über ein Gasleck in einer anderen Schule hatten sich die Kinder total in diese Sache hineingesteigert. Subjektiv war es den Kids natürlich schlecht gegangen, keine Frage. Einigen war sogar am Folgetag noch so mulmig im Magen, dass sie zuhause bleiben mussten. Objektiv hatte aber keine Gefährdung vorgelegen.
    Was ich sagen will: Auch wenn eigentlich alles ok gewesen ist, kann es gerade bei Kindern in dem Alter sein, dass sie sich so z.B. in die Aufregung über den Sportunterricht in der Hitze oder den Geruch im Chemieraum hineinsteigern, dass ihnen wirklich schwindelig und unwohl wird. Dann geht es ihnen natürlich nicht weniger schlecht und man wird selbstverständlich genauso ernsthaft darauf reagieren müssen, darüber müssen wir nicht reden. Und ich will auch mit gar keiner Silbe sagen, dass das in dem Fall so war, den die TS geschildert hat.
    Ich will halt nur sagen, dass wir das alles einfach nicht wissen, wir kennen die Geschichte in recht knappen Worten ohne irgendwelche Details aus zweiter Hand. Wir kennen die "Seite" der Lehrkraft nicht, wir wissen nicht, ob der Sportplatz in der Sonne oder im Schatten lag, ob es anderen Kindern auch nicht gut ging, ob das Kind der TS die anschließende Pause/den Nachhauseweg in praller Sonne verbracht hat,... Und in Anbetracht der Informationen, die wir haben, finde ich es doch etwas voreilig, gleich zu sagen die Lehrkraft habe sich idiotisch verhalten. #weissnicht


    Was meinst Du mit Täuschung? Falls Du auf das "Unwohlsein vortäuschen" eingegangen bist, da bezog ich mich direkt auf die TS, die in ihrem zweiten Posting schrieb:

    Zitat

    Obwohl ich meiner Tochter gesagt hatte, sie solle ein "Unwohlsein vortäuschen"

    . Und das finde ich halt seltsam. Entweder da ist ein Unwohlsein, dann muss man es nicht vortäuschen, oder da ist keins und dann seh ich nicht, warum man eins vortäuschen sollte.


    Wo ich was von faulen SchülerInnen geschrieben haben soll, oder dass irgendwer das verdient habe, dass es ihm/ihr schlecht geht, ist mir schleierhaft.


    Machtgefälle ist natürlich auch vorhanden, keine Frage. Aber das ist doch kein Grund für eine/n SchülerIn, nicht sagen zu dürfen, dass ihr/ihm komisch ist. Und ich schrieb ja sogar schon, dass es für die "kleinen" manchmal nicht so einfach ist, aber wie gesagt, wenn jetzt ein Kind z.B. Bauchschmerzen hat, was man ja von außen gar nicht sehen kann, muss es das doch auch äußern können. LehrerInnen können ja nicht hellsehen. Dass man im Sport schwitzt und vielleicht einen roten Kopf bekommt, ist doch erstmal normal. Und ich nehme mal an, dass es den meisten Kindern auch nicht schlecht dabei gegangen ist (wie gesagt, viele Kinder machen auch bei Hitze freiwillig Sport) - wie soll also die Lehrkraft ohne Hinweis eines Kindes erraten, wie es diesem Kind geht?


    Klar, als Mutter würd ich auch mit der Lehrkraft reden, aber nicht mit dem Gedanken: "Diese/r IdiotIn muss das doch merken!", sondern mit dem Gedanken: "Mein Kind kann das noch nicht gut selbst äußern, daran möchte ich mit den LehrerInnen zusammen arbeiten, damit es lernt, für sich einzustehen". Gerade wenn die TS schreibt, ihre Tochter habe

    Zitat

    sich so unter Druck gefühlt, dass sie natürlich mitgemacht hat.

    Da liegt ja ein Kommunikationsproblem zwischen Schülerin und Lehrkraft vor. Da würd ich ansetzen, denke ich. Mit einem freundlichen Gespräch unter sechs Augen und ohne böses Blut.

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  • Hallo,


    Hm, daß es keine wirklich gute Idee ist, bei 30 Grad noch dazu genau über Mittag zwei Schulstunden lang regulären Sportunterricht zu machen (Wenn sie wegen der Hitze extra nur leichte Spielchen ohne viel Bewegung gemacht hätten, hätte das Kind es sicher erzählt, dann wäre der Beitrag hinfällig gewesen), sollte einer Lehrkraft mMn auch ohne große Kommunikation klar sein... #weissnicht


    So viel kühler ist es dann auch im Schatten nicht (und wie viel Schatten bleibt mittags auf einem Sportplatz? Ich kenne keinen, bei dem die Aschbahn oder das Lauffeld mittags durchgängig beschattet ist).


    "Meine" Kinder auf Arbeit sind nur wenig jünger, aber die Verantwortung und damit auch die Entscheidung, ob sie bei so hohen Temperaturen herumrennen, liegt ganz klar bei mir. Als es so heiß war, sind wir über Mittag nicht mal zum normalen Spielen raus bzw nur auf den schattigen, aber leider kleinen Hof gegangen und auch später waren Fußballspielen und Laufspiele abgesagt, auch eine Wanderung wurde verlegt - einfach weil es zu heiß war und die Kinder es eben oft erst zu spät merken, wenn es zu viel war.


    Daß gerade die Symptome wie Schwindel und Kopfweh erst etwas später auftreten, ist normal. Gerade darum müssen die Erwachsenen VORHER achtsam sein und darauf achten, daß sie nicht in der Hitze rennen. Darauf zu warten, daß die Kinder herkommen und etwas sagen und DANN kürzer treten ist aus meiner Sicht fahrlässig - denn dann ist es nämlich schon zu spät.

  • An meiner Schule (also an der, auf der ich als Schülerin war) gab es eine Halle, aber keinen Sportplatz. Wenn wir draußen Sport hatten, dann auf dem Schulhof, der von hohen Bäumen beschattet war.
    Und außer der TS weiß halt von uns keiner, wie das an der fragliche Schule und in der fraglichen Stunde alles ist bzw. war. Denn "im Freien" war das bei uns auch, aber halt wesentlich angenehmer als in der Halle. Zuhause hab ich damals trotzdem gemosert. ;)
    Und wenn das Kind mit der Sportlehrkraft eh nicht so gut auskommt, wird es umso mehr über den Sportunterricht schimpfen, wohlgemerkt, egal ob da nun was falsch gelaufen ist oder nicht.
    Dass Bundesjugendspiele stattfinden, ein Ereignis, das nicht von einer verantwortungslosen Lehrkraft, sondern im Zweifel vom ganzen Fachbereich Sport geplant und von der Schulleitung genehmigt wird, spricht für mich übrigens erstmal auch gegen ein Aburteilen als fahrlässige Einzeltat und für eine genauere Recherche der Umstände.


    Nochmal: Ich sag ja gar nicht, dass da alles im Lot war und das Kind Unsinn erzählt oder so, mitnichten. Ich sag ja nur, dass hier keiner von uns die genauen Umstände kennt und dass ich es deshalb etwas arg gewagt finde, gleich von unverantwortlichen Idioten zu reden. #weissnicht

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  • Im Sport finde ich es allerdings ganz besonders wichtig. Denn die Frage ist doch, was ist das Ziel des Unterrichts?
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    Echt? Steht das so im Lehrplan?


    Dann habe ich davon nichts mitbekommen. Bei uns wurden im Sport genauso Fertigkeiten vermittelt wie im Handarbeitsunterricht, im Deutschunterricht oder in Mathe. Auch ungefähr genauso wichtig; Felkaufschwung habe ich im Alltag schon mindestens so häufig gebraucht wie Hyperbelberechnung. :P
    Wir hatten zumindest in den letzten Schuljahren dann auch ganz normal Prüfungen, in denen wir das gelernte demonstrieren mussten (Bockspringen, Trampolin, Übungen an Reck und Stufenbarren, Handstand, Kopfstand, Radschlag, FlicFlac, Weitsprung, Hochsprung, Sprint, irgendwo hochklettern, Langlauf, Volleyball). Das sind ja auch alles Sachen, die man genauso üben kann wie Kopfrechnen oder Polynomdivision oder Aufsatzschreiben oder Konjugation.

  • Zur Notendiskussion: Ich bin durchaus der Meinung, das es wohl besser wäre Kinder erst später zu bewerten. Aber dieses "auf jedenfalls Sport sollte nicht bewertet werden, der Rest von mir aus schon" verstehe ich gar nicht.


    Sport verlangt ganz andere Fähigkeiten wie der sonstige Schulunterricht. Im Sport muss man nicht stillsitzen und sich konzentrieren. Im Sport sind andere Fähigkeiten gefragt. Die Sportnote hängt auch nicht davon ab, wie viel Mama daheim mit einem übt.


    Ich habe oft gesehen, dass Kinder die in der Schule schlechte Noten machen, im Sport sehr gut sind. Gerade auch Kinder aus bildungsfernen Hintergrund können dort oft glänzen. Wenn nun jetzt nur Sport nicht mehr bewertet, nimmt man einigen Kinder die einzige gute Note weg.

  • Hallo,


    Wie gesagt, ich finde regulären Sportunterricht bei 30 Grad generell nicht zu verantworten, völlig egal, in welchem Verhältnis die Schüler zum Lehrerstehen usw.


    Anzuzweifeln, daß es war wie beschrieben, setzt ja voraus, daß du gleichzeitig anzweifelst, daß nicht nur Lehrer und Kind sondern auch Mutter und Kind keine gute Kommunikationsbasis haben und die Mutter ohne vorher wirklich mit dem Kind geredet zu haben, aus puren Vermutungen heraus so ein Posting schreibt.


    Ich habe das Gefühl, daß viele Sportlehrer ein anderes Wärmeempfinden haben als der Durchschnittsmensch?
    Zumindest bei meiner eigenen Mutter war es definitiv so und ist auch beruflich mein Gefühl. Ich habe auch schon Klassen nach Sport oder auch nach einem halbtägigem großen stadtweiten Sportwettkamp übernommen und durfte dann die aufkommenden Probleme lösen (Kühlen, Eltern informieren usw.). Die Veranstaltung war da ja schon lange vorbei und die Lehrer waren der Meinung "alles war gut" und die Erschöpfung und die roten Köpfe fanden sie eher amüsant und befanden SO heiß wäre es ja gar nicht gewesen und zwischendrin hätte es auch mal schattige Stellen gegeben.


    Arya: Das mit den im Sport regelmäßig selbstwertaufbauenden Supernoten kassierenden Problemschülern entspricht leider nicht meiner Erfahrung. Die Probleme dieser Kinder liegen ja meist nicht in der Intelligenz und bleiben darum auch nicht im Klassenzimmer zurück. Und meist ist es eher so, daß die sportlichen Kompetenzen die diese Schüler haben im Sportunterricht nicht gefragt sind...


    Wenn es keine Sportnote sondern eine verbale Einschätzung gibt, bietet das mMn sogar nicht viel mehr Möglichkeiten, die Leistungen der einzelnen Schüler zu würdigen - und das auch bei denen, denen es schwer fällt und die sich trotzdem bemühen.


    @susan
    Ich habe leider die Erfahrung gemacht, daß sich sportliche Leistungen nur in begrenztem Rahmen trainieren lassen. Meine Sportlehrermutter war da durchaus recht ehrgeizig und trotzdem war ich auch nach regelmäßigem Training im Sprint die Langsamste, beim werfen die schlechteste und beim Ausdauerlauf kaum in der Lage, die Strecke durchzuhalten. Traf dank schlechtem räumlichen Sehen (was erst bei der Berufstauglichkeitsuntersuchung festgestellt wurde) nie den Absprungbalken oder einen Korb, bekam regelmäßig Bälle an den Kopf.


    Mein Fazit als Kind: Ich bin komplett unsportlich. Denn nicht mal Training half ja. Dafür hatten einige Freundinnen riesen Angst vor dem Schwebebalken oder vor der Hocke über den oberen Holm... Ich nicht, aber Geräteturnen war ja eher unter "ferner liefen", was wirklich zählte und am Ende durch das "Sportfest" (Schon der Name ist ein Hohn, da war nix festliches...) die Note ausmachte war Leichtathletik und in zweiter Reihe dann noch Ball (in unserem Falle Basketball)

  • Anzuzweifeln, daß es war wie beschrieben, setzt ja voraus, daß du gleichzeitig anzweifelst, daß nicht nur Lehrer und Kind sondern auch Mutter und Kind keine gute Kommunikationsbasis haben und die Mutter ohne vorher wirklich mit dem Kind geredet zu haben, aus puren Vermutungen heraus so ein Posting schreibt.

    Nein überhaupt nicht. Ich hab doch extra von der "Gasvergiftung" meiner Klasse berichtet, so um einen Rahmen aufzumachen, was alles hinter solch einer Geschichte stecken könnte. #weissnicht

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  • Hallo,


    Na ja, aber du zweifelst ja an, daß es so gewesen ist, wie die TS es beschrieben hat, weil das Kind es falsch erzählt haben könnte und sich den Sonnenstich erst auf dem Heimweg zugezogen oder mehr oder weniger eingebildet hat. So verstehe ich dich zumindest #weissnicht


    Ich habe übrigens heute Nacht von diesem Thread geträumt... kombiniert mit meinem aktuellen Hörbuch (Der Marsianer).


    Ich war Erzieherin auf einem neu besiedelten Planeten, dessen Atmosphäre so weit OK war, aber deutlich weniger Sauerstoff enthielt als die Luft auf der Erde. Man konnte draußen sein, bekam aber eben deutlich weniger Sauerstoff ab und bekam früher oder später ziemlich starke und teilweise länger andauernde Probleme.
    Während wir Erwachsenen das immer im Kopf hatten und meist auch körperlich merkten und uns automatisch langsamer bewegten und immer mal wieder mal nach drinnen gingen (Wo die Luft auf Normalniveau angereichert war) , spürten die Kinder den Mangel nicht, tobten rum, rannten, spielten Fußball, bis ihnen wirklich schlecht ging.


    Ich habe dann von ausgiebigen Diskussionen geträumt. Ein Teil des Teams war der Meinung, die Kinder hätten doch einen Mund zum reden und es sei daher OK, die Kinder toben zu lassen, bis sie von alleine kommen und sagen, daß es ihnen nicht gut geht, es würde reichen, sie dann nach drin zu schicken und ggf. medizinisch zu versorgen. Schließlich sei Bewegung wichtig. Ein andere Teil des Teams fand, dass es unsere Verantwortung ist, die Kinder dazu anzuhalten, sich draußen entsprechend ruhiger zu bewegen (und dafür drinnen Bewegung anzubieten) und sie nach drinnen zu schicken schon bevor erste Probleme auftauchten.


    Wie es ausgegangen ist, weiß ich nicht, da klingelte der Wecker... #weissnicht

  • nez perce, ich bedauere, dass die Situation zwischen Eltern- und Lehrerschaft offensichtlich so spannungsgeladen ist, dass man Lehrer, auch bei offensichtlichem Fehlverhalten nicht kritisieren darf, nur weil sich andere Lehrer, obwohl sie sich NICHT in der Weise verhalten, den Schuh dann anziehen. So habe ich das eingeschätzt. Keinesfalls habe ich vermutet, dass du das Verhalten des Lehrers rechtfertigen wolltest, um eigenes Fehlverhalten zu relativieren. Kam das so bei dir an?
    Mit Stress am Schuljahresende kann man meiner Meinung nach nicht entschuldigen, was da eingangs beschrieben worden ist. Ich kann da kein Verständnis für aufbringen. Und ich finde, das müssen andere Lehrer dann einfach mal aushalten, wenn da deutliche Worte für gefunden werden.


    Das Spannungsfeld entsteht ja dadurch, dass Eltern Schulen und Lehrern ihre Kinder anvertrauen (müssen) und das ist halt nicht so einfach, denn Lehrer/in ist eben kein einfacher Beruf und leider gibt es auch welche, die es lieber nicht sein sollten.
    Sport in der Mittagshitze ist leider ein Klassiker, daher vielleicht auch die etwas pauschale Bezeichnung für 'diese Lehrer'. Kam ja nicht von mir, aber ich kann es an der Stelle nachvollziehen.

    Naja, die Aussage "Idioten, diese Lehrer" kam ja nicht von dir. Mich hat daran gestört, dass es eben nicht hieß "Dieser Lehrer ist ein Idiot", sondern dass "diese Lehrer" als Idioten bezeichnet wurden. Und auch wenn ich mich nicht direkt angesprochen fühle, ärgert es mich.
    Ich ärgere mich genauso, wenn es heißt "diese Türken sind Idioten / frauenverachtend etc.", obwohl ich keine Türkin bin, weil ich solche pauschalen Aussagen mies finde. Und ich bin mir sicher, jeder hier im Forum, der so eine Äußerung tätigen würde, würde in der Luft zerrissen werden. Warum darf man das dann aber über Berufsgruppen sagen, ohne dass ein kollektiver Aufschrei kommt?


    Ich habe ja auch extra geschrieben, dass Stress am Schuljahresende blödes Verhalten nicht entschuldigt.


    Sport in der Mittagshitze ist leider tatsächlich ein Klassiker. Aber das haben sich die Sportlehrer auch nicht ausgesucht. Und je nach Schulart können die auch nicht einfach mal den Lehrplan links liegen lassen. Am Gymnasium ist es ja z.B. auch ein Prüfungsfach, wenn die Schüler/innen sich für eine Sportprüfung entscheiden. Ich weiß das von anderen (meinen) Fächern, wie groß der Druck sein kann, den Lehrplan durchzukriegen, gerade wenn man Prüfungskandidatinnen in der Klasse hat. Natürlich spricht das nicht dagegen, auch mal kreative Lösungen zu finden (z.B. auch durch binnendifferenzierten Unterricht).


    Dass die Eltern ihre Kinder der Schule anvertrauen müssen, stimmt auch. Und es ist auf jeden Fall frustrierend, wenn man dann einen Lehrer oder eine Lehrerin erwischt, die besser einen anderen Beruf ergriffen hätte. Aber wenn das wirklich so schlimme Ausmaße annimmt, dann finde ich, sollten die Eltern aktiv werden. Es hilft ja nichts, nur darüber zu klagen, dass Schulpflicht herrscht (ich persönlich finde das auch nicht so schlimm, denn es hat ja auch Vorteile) oder dass Lehrer xy blöd ist. Aus Lehrerinnensicht kann ich nur sagen, ich würde mir manchmal wünschen, die Eltern würden sich nicht so viel gefallen lassen (betrifft bei uns hauptsächlich die Rahmenbedingungen, die das System mit sich bringt). Und manchmal wundere ich mich auch, warum die Eltern nicht einfach mal mit den betroffenen Lehrern sprechen. Manchmal lösen sich vermeintlich riesige Probleme nämlich einfach in Wohlgefallen auf, wenn man miteinander spricht.

    Alle Möpse bellen, alle Möpse bellen, nur der kleine Rollmops nicht...

  • Sport in der Mittagshitze ist leider tatsächlich ein Klassiker. Aber das haben sich die Sportlehrer auch nicht ausgesucht. Und je nach Schulart können die auch nicht einfach mal den Lehrplan links liegen lassen. Am Gymnasium ist es ja z.B. auch ein Prüfungsfach, wenn die Schüler/innen sich für eine Sportprüfung entscheiden. Ich weiß das von anderen (meinen) Fächern, wie groß der Druck sein kann, den Lehrplan durchzukriegen, gerade wenn man Prüfungskandidatinnen in der Klasse hat. Natürlich spricht das nicht dagegen, auch mal kreative Lösungen zu finden (z.B. auch durch binnendifferenzierten Unterricht).


    Na ja, wenn ich in anderen Fächern nur die Möglichkeit hätte, Noten unter gesundheitsgefährdenden Bedingungen zu bekommen oder vorzubereiten, wäre das doch trotzdem nicht OK, oder?


    Angenommen, es steht noch eine wichtige Chemienote aus, im Klassenzimmer wäre tatsächlich etwas ungesundes in der Luft und kein Zimmer frei, wäre "Na ja, Chemie wird geprüft und wir brauchen eben die Noten" ja auch keine Entschuldigung dafür, eine Gesundheitsgefährdung der Schüler in Kauf zu nehmen. Selbst dann nicht, wenn die Folgen "nur" Übelkeit und Kopfweh wären.
    Warum sollte das bei Sport anders sein?


    Lediglich die Einschätzung OB normaler Schulsport bei 30 Grad gesundheitsgefährdend ist und daher durch andere Sachen (Wasserspiele o.ä.) ersetzt werden sollte, ist wohl individuell, ich finde ja, andere nein.


    Und genau um, wie du es vorschlägst, als Eltern aktiv werden zu können, hat Elianna hier gefragt, ob jemand verbindliche Regelungen kennt, zumindest habe ich es so verstanden.
    Das kann ich gut verstehen, weil ich schon oft gehört habe, daß man ohne Regelungen vorlegen zu können oft leider nicht sehr weit kommt.

  • #weissnicht Habe ich behauptet, dass das okay wäre? Du hast schon gelesen, dass ich wiederholt geschrieben habe, dass Druck blödes Verhalten nicht entschuldigt, oder?


    Und dass Elianna hier Regelungen erfragt hat, habe ich auch nicht in Zweifel gezogen. Worüber diskutierst du denn gerade mit mir? #confused


    Die Punkte, die mich gerade wirklich umtreiben und von denen ich mich ernsthaft frage, ob zu denen hier im Forum ein Konsens besteht oder nicht - wie z.B. die Frage, warum mit zweierlei Maß gemessen wird, wenn es um unqualifizierte Pauschalbehauptungen geht -die fände ich viel spannender zu diskutieren als dieses ständige Sich-im-Kreis-drehen zu Meinungsunterschieden über doofes Verhalten oder dessen Entschuldbarkeit, die im Grunde gar nicht bestehen.


    Aber sorry, ich habe gerade eh ein Deja-Vu zu einem Thread, der bewirkt hat, dass ich hier über ein halbes Jahr nicht mehr mitgeschrieben habe. Ich werde das nochmal zum Anlass nehmen zu überlegen, ob und in welchen Threads ich mitschreiben sollte.

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