Leben mit einem picky eater

  • huhu!

    ich war vergangene woche mit meinem speziellen esser im krankenhaus.

    das ergebnis:

    er isst jetzt toast/zwieback mit was drauf :D wahnsinn :D das ist wirklich ein fortschritt!

    die problematik kommt laut klinik von folgendem:

    er hat eine sensorische integrationsstörung - er ist taktil überempfindlich und propriozeptiv unterinformiert, d. h. die wahrnehmung der haut und die tiefenwahrnehmung passen nicht recht zusammen. er findet das gefühl der meisten lebensmittel im mund einfach eklig und da ich dazu tendiere, seine gefühle zu kommentieren, habe ich das ekelgefühl fleißig genährt und davon nichts mitbekommen.

    wir arbeiten jetzt an der reizgewöhung und ich bin guter hoffnung, dass wir irgendwann in nicht zu ferner zukunft ein relativ normales essverhalten hinbekommen.


    der rat meiner kinderärztin: "wickeln Sie das Kind in ein Handtuch und füttern sie es" erscheint irgendwie in einem anderen licht, wenn man weiß, dass es sowas wie propriozeptiv unterinformierte kinder gibt. es hätte ihm vielleicht tatsächlich geholfen, mit dem reiz im mund klar zu kommen, wenn der körper sich auch gespürt hätte#gruebel

    Carpe Diem. Das Leben ist zu kurz, um es zu verschwenden.

  • Das Grinsen könnte sich etwas weniger deutlich weit um Dein Gesicht wickeln. ;)

    ?? Ich versuche zu helfen, mehr nicht. Ich grinse nicht. Warum auch??

    Ganz ehrlich? Ich gab gerade andere Probleme. Wir sind in Urlaub, mein kleines Kind hat Magen Darm und mein grosses deshalb Panikattacken.


    Pamela .. Wow richtig klasse geworden..und das bei dem Wetter!!

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    Wunder 1: 07


    Wunder2: 11

  • Hallo,

    Ich bin neu hier und grad über dieses Thema gestolpert. Endlich habe ich Stichworte o. Suchbegriffe mit denen ich nach anderen betroffenen Müttern suchen kann.

    Ich habe auch eine 8 jährige Tochter mit der selektiven Essstörung. Sie hat ne Ernährungspalette von 8 bis 14 Lebensmitteln. Ich ging damit immer relativ entspannt (so entspannt wie es eben geht, mal macht man sich doller Sorgen um die Gesundheit und das ganze Drumherum...) um, bis es so wenig wurde, und es die Familienessen doch sehr beeinflusste. Nun ist sie (sehr gern) in ner Gesprächstherapie. Dort bekam sie die 'Diagnose' mit der wir jetzt umgehen/schauen/arbeiten können.

    Ich bin sehr bauchgefühlig unterwegs, manche Vorschläge der Therapeutin kann ich annehmen (Probierbelohnung), sobald es in Richtung Zwang/ Macht ("Sie entscheiden, was ihr Kind isst") kann ich das nicht.

    Habt ihr iwie daran 'gearbeitet'? Tipps die Palette zu erweitern? Haben eure Kinder Mängel? Lasst ihr das checken?

    Ganz liebe Grüße,

    ich werd mich hier noch weiter durchwühlen,

    matade

    ⁱᶜʰ ᵇⁱⁿ ⁱᶜʰ ᵘⁿᵈ ᵈᵘ ᵇⁱˢᵗ ᵈᵘ

  • matade

    Unserer Tochter (7) wurde bislang einmal jährlich Blut abgenommen. Ihre Werte sind top. #super Das entspannt uns Eltern natürlich soweit.


    Dann waren wir mit ihr zweimal (nicht wegen dem Essen, aber wir haben natürlich darüber gesprochen) im SPZ und da hieß es nur ihr selektives Essverhalten sei genetisch. (Kommt in meiner Familie väterlicherseits oft vor.)


    Völlig entspannt hat mich erst das Buch "Helping your child with extreme picky eating" von K. Rowell und J. McGlothlin .

    Zusammemgefasst geht es darum, dass ganze zu entspannen:


    1. Ich entscheide was auf den Tisch kommt, aber eine Komponente muss das Kind mögen.


    2. Wir servieren nun schon lange alles "Family style", also einfach alles auf den Eßtisch stellen. Es gibt Anfangs die Ansage, dass es für alle ist. Z.B. die Cräcker sind nicht nur für das betroffene Kind sondern auch für die anderen.


    3.Jeder nimmt sich was er mag. Wir Eltern geben dazu keine Kommentare ab. Wenn das Kind von sich aus etwas neues auf seinen Teller legt (muss nicht gegessen werden), dann setzen wir Eltern unser Pokerface auf. #cool


    4. Wenn das Kind dann wirklich mal was probiert und sagt "Oh, die Tomate schmeckt mir / schmeckt mir nicht." Beim Pokerface bleiben und z.B. mit "Tomaten sind sehr saftig." antworten. Also möglichst neutral ohne enttäuscht oder erfreut über die Reaktion vom Kind zu sein. ;)


    Hier hat das schon zu kleinen Erfolgen geführt. Das Kind hat mehrfach von Dingen probiert. Sie hat es nicht unbedingt auf ihren Speiseplan aufgenommen, aber es scheint die beste Form von "Therapie".


    Vor 2 Wochen wurden Pellkartoffeln mit Salz probiert, nachdem sie erstmal 3 Stück erlegt hatte. #freu

    Gestern hat sie bei Oma Tomaten probiert. Die sollten heute sogar in die Brotdose.

    Donnerstag hat sie Graubrot probiert und wollte mehr! #super


    Das sie etwas probieren wollte hat Wochen gedauert und auch als sie anfing folgten Wochen in denen sie wieder nichts probiert hat. Man braucht wahnsinnig viel Geduld und muss damit leben, wenn das Kind zwar den Reiskorn auf dem Teller duldet, ihn aber auch nach 6 Wochen nicht probiert. #yoga


    Heute gibt es wie jeden Montag bei uns Mac & Cheese. Das Kind sagt seit vier Wochen "Ich glaube nächste Woche bin ich mutig und probiere mal die Sauce!" ^^

    Irgendwann wird der Tag kommen, oder auch nicht!? Aber das sie es sich vorstellen kann zu probieren ist eine Menge wert! #blume


    Alles in allem hat es unsere

    Situation entspannt. :)

    LG Mullemaus


    (mit m 08/03, w 11/05 und w 07/12)

  • Mullemaus83

    Danke für deine Antwort.

    Ich bin froh, von dir und euch hier zu lesen. Bis jetzt dachte ich, dass wir mit unserer entspannten Art gut damit umgehen.... Allerdings verändert sich das Essverhalten nicht groß, und die Therapeutin legte mir den Buchtipp 'jedes Kind kann richtig essen' nah. Als ich vom Titel auf die richtige Autorin schloss, war bei mir erstmal Schluss mit Kooperation. 😤 Ich habe einfach das Gefühl, dass meine Tochter bzw. diese Form der Essstörung für die Therapeutine neues Terrain ist. Wie oben schon geschrieben, liebt meine Tochter ihre Therapeutin und deswegen möchte ich den Weg mit ihr gern weitergehen. Aber eben nicht gegen mein Bauchgefühl und gegen das, wie wir unser Leben gemeinsam verbringen...


    Deshalb ganz herzlichen Dank für deinen Buchtipp!!!


    Liebe Grüße in den Abend✨

    ⁱᶜʰ ᵇⁱⁿ ⁱᶜʰ ᵘⁿᵈ ᵈᵘ ᵇⁱˢᵗ ᵈᵘ

  • Ich finde es total wichtig auf sein Bauchgefühl zu hören! :)


    Es ist schön, dass deine Tochter mit der Therapeutin über ihr Eßverhalten sprechen mag.


    Unsere Tochter hat oft mit ihrer Logopädin darüber gesprochen. (Eine sehr alternative Frau.^^) Die unsere Tochter natürlich darin bestärkt hat, dass es prima ist so viel Obst und Gemüse zu essen und das Weizen sowieso völlig überbewertet ist. #rolleyes Aber das sie ja vielleicht mal Nüsse probieren könnte, weil die gut zu essen sind mit ihrer Spannung auf dem Kiefer und ebenfalls gesund wie Gemüse und Obst.

    Tja, seitdem isst das Kind Erdnüsse, weil sie die Erklärung logisch fand. #hammer

    Wenn ich es dann mal mit Logik probiere... #yoga keine Chance!


    Letzte Woche hat sie um Mandelmilch gebeten und zwei Gläser davon getrunken, weil sie irgendwo aufgeschnappt hat, dass die gesünder sei als Kuhmilch. Anschließend hat sie mir aber mitgeteilt, dass sie ihr nicht schmeckt. #hammer


    Gestern haben wir gemeinsam Müslikugeln aus einer reifen Banane, Haferflocken und Schokostreusel gebacken und sie hat sie tatsächlich gegessen. #blink


    Mal sehen was sie dafür von der Liste streicht. ;)

    LG Mullemaus


    (mit m 08/03, w 11/05 und w 07/12)

  • Mullemaus83


    Krass, so ein Energiekugelgemisch hat sie gegessen? #applaus

    Zitat
    Zitat

    Meine erarbeitet sich mit Probieren Schleichpferde. 15x = ein neues aussuchen.


    Von mögen und in die Liste aufnehmen sind wir da aber noch meilenweit entfernt. 😅


    Zur Zeit geht Pizza Margarita, Kartoffelgratin, Pommes mit Ketchup, Mangolassi, Mangojoghurt, Milchreis und Milchriegel von Aldi.


    Mal schauen, wie sie so weitermacht. 🙃





    Bitte entschuldige das Zitatdingensmalheur da oben.... Ich bin wo rauf gekommen und bekomms nicht mehr weg. #angst

    ⁱᶜʰ ᵇⁱⁿ ⁱᶜʰ ᵘⁿᵈ ᵈᵘ ᵇⁱˢᵗ ᵈᵘ

  • Ich habe keine Pickyeater


    Aber ich hatte vor kurzem einen sehr interessanten Bericht bei leonardo in wdr5 angehört. Der Arzt der dort über Ernährung referierte - hatte einen netten Ansatz den ich gern hier lassen möchte. Nämlich, dass selbstgemachte Pommes gar nicht so schlimm ungesund sind, wie alle denken #freu da sie bei ca. 170 Grad erhitzt werden bevorzugen gerade kleinere Kinder Pommes deshalb, weil die Giftstoffe der Kartoffel bei diesen Temperaturen "zerfallen" (hab gerade eine Wortfindungsstörung)


    Also wenn man eine gute Kartoffel aus einem vernünftigen Anbau nimmt aus dieser Pommes macht und nicht über 170 Grad erhitzt wäre das ok wenn Kids Pommes essen. Salz-oder Pellkartoffeln würde nur bei ca. 100 Grad gekocht - Kinder lehen das Intuitiv ab - weil die Giftstoffe der Kartoffel da noch enthalten sind.


    Also -ran an die Pommes!


    Ob das jetzt alles so fundiert ist #confused ich nehm das aber gern an - weil mein Mini nur Bratkartoffeln oder Pommes isst. Salz-und Pellkartoffel werden tatsächlich abgelehnt.

  • Kraichgau  #flehan


    Die Erklärung macht ja Sinn. Allerdings meine Pickyuschi isst nur Wellenpommes. Die Optik bestimmt mit. Und es dürfen nur bestimmte sein, da sie auch in Fertigwellenpommes Unterschiede rausschmeckt.... und nicht akzeptieren und runterbekommen kann.


    Inzwischen würgt sie aber nicht mehr, wenn ich auch Mal andere besorge, sondern probiert. Großer Fortschritt! Aufgabe an mich.... wieder selbermachen und probieren lassen. 💪

    ⁱᶜʰ ᵇⁱⁿ ⁱᶜʰ ᵘⁿᵈ ᵈᵘ ᵇⁱˢᵗ ᵈᵘ

  • ich hab jetzt nicht alles gelesen, entschuldigt bitte falls die Frage schon mal kam.

    Der Frosch ist wahnsinnig heikel (Ich leider auch #angst, aber nicht so ausgeprägt).

    Habt ihr für euere picky eater immer Alternativen bereit?

    Die Frage "und was bekomm Ich???" Nervt mich in letzter Zeit total.

    Beispiel: ich hab noch ein Stück Kuchen von ner Veranstaltung übrig und Teile mir die mit dem mittleren.

    Oder der mittlere findet im Auto ein kleines Päckchen Gummibärchen und fragt ob er die essen darf. Er darf. Und der Frosch protestiert "und was bekomm Ich?!?"

    Er dürfte ja bei all diesen Sachen mitessen. Ich versteh auch dass er das nicht kann, aber dann muss er auch damit leben dass ich nicht immer ne Alternative für ihn zaubern kann. Oder? #weissnicht

  • Bei den Hauptmahlzeiten habe ich in der Tat immer was dabei, was jeder der beiden mag. Ansonsten würde ein Kind hungrig bleiben.

    Situationen zwischendurch ergeben sich hier nicht. Meinen Kids ist es völlig egal, wenn andere was essen was sie eh nicht mögen. Sie holen sich dann eben was anderes wenn sie gerade Lust haben oder lassen es komplett sein.

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    Wunder 1: 07


    Wunder2: 11

  • ja dass es für alle passende hauptmahlzeiten gibt plane ich. Und wenn ich Snacks für unterwegs einpacke dann auch so dass es für alle geht. Aber dieses spontane zwischendurch das mit dem einen Kind halt geht und mit dem picky Kind nicht...

  • Wie bereits beschr steht bei uns bei jeder Mahlzeit ein Lebensmittel auf dem Tisch welches das Kind mag.


    Unterwegs gab es noch nie Jammern vom Picky-Mädchen, eher von der Fructose-Schwester. #hammer

    LG Mullemaus


    (mit m 08/03, w 11/05 und w 07/12)