Leben mit einem picky eater

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  • Das ist zwar lebensmittelverschwendung und für manche Kinder schlimm, es allein auf dem Teller zu haben. Aber ansonsten, wenn sie es wirklich als Angebot machen ohne Druck, finde ich das jetzt nicht so schlimm wie ihr.

    Und die Reste aus den Schüsseln werden doch eh entsorgt, oder nicht?

  • Aber ansonsten, wenn sie es wirklich als Angebot machen

    Aber es klang nicht, wie ein Angebot, sondern nach jedes Kind muss einen Löffel davon auf den Teller nehmen. Ich finde das echt massiv grenzüberschreitend, aber leider auch nicht ungewöhnlich.

    Liebe Grüße
    Silke mit dem Großen 06/2006 und der Kleinen 06/2009

  • Reste aus Schüsseln können weiterverwendet werden (Gemüsepfanne oder -suppe, in Teig eingearbeitet,...) oder kann jemand anders essen, kann man mit nach Hause nehmen,...

    Vom Teller eher nicht.


    Anderswo ist es ein Erziehungsziel, sich nur so viel aufzutun wie man auch tatsächlich isst und ggf. nachzunehmen, hier tut man eitel Dinge auf den Teller, die mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht gegessen werden.

    Die beste Vergeltung ist, nicht zu werden wie dein Feind (Marcus Aurelius)

  • Das ist zwar lebensmittelverschwendung und für manche Kinder schlimm, es allein auf dem Teller zu haben. Aber ansonsten, wenn sie es wirklich als Angebot machen ohne Druck, finde ich das jetzt nicht so schlimm wie ihr.

    Und die Reste aus den Schüsseln werden doch eh entsorgt, oder nicht?

    Es ist ein Unterschied, ob es ein Picky Eater/Sensorisch-eingeschränktes Kind oder "normal"-essendes Kind ist.

    Und das ist die Schwierigkeit gegenüber bzw. mit Erziehern oder anderen Leuten, die das Kind nicht kennen oder verstehen.

    Die Erzieher-Sicht ist leider häufig: bei 90% der Kinder klappt das doch! Also muss das Kind ja "falsch" sein. Oder die Eltern haben eben versagt - dann muss man das Kind halt jetzt "richtig" erziehen.



    Hier zu Hause:

    Bei Kind 1 ginge das gar nicht, weil Asperger.

    Bei Kind 2 ginge es nicht, weil dann "ungenießbares" auf dem Teller und Soßenreste o.ä.

    Bei Kind 3 hingegen geht das. Da lege ich eine Miniportion von allem, was es jeweils gibt, einzeln hin zum ansehen, anfassen, kosten. Also ich lege dann z.B. auch vom Mischgemüse je ein Stückchen (Erbse, Mais, Möhre,...) hin und Kind sieht, was es ist. Es muss nicht gekostet werden. Es kann auch direkt gesagt werden, dass es wieder weg soll (dann wird es auf meinen Teller rübergeschoben). Aber damit kommt Kind 3 am Besten klar. Und sagt dann, was es genau davon in welcher Menge will.

    Bei mir selber: ginge das nicht weil dann sind da ungenießbare Sachen auf meinem Teller. ;)

    Liebe Grüße
    Martina


    Tochter 05/2004
    Sohn 04/2015

    Tochter 01/2019

  • Mich würde interessieren was ein sensorisch eingeschränktes Kind ist..(das würde so viel erklären)

    Ich weiß jetzt nicht, ob es da offizielle Definitionen gibt. Aber ich habe zum Beispiel bei manchem Essen ein Konsistenzproblem, da bekomme ich einfach Brechreiz. Kartoffelmus ist schwierig, körniger Frischkäse beispielsweise. Das ist eben ein sensorisches Problem und hat nichts mit dem Geschmack zu tun.

    Liebe Grüße
    Silke mit dem Großen 06/2006 und der Kleinen 06/2009

  • Mich würde interessieren was ein sensorisch eingeschränktes Kind ist..(das würde so viel erklären)

    Ich weiß jetzt nicht, ob es da offizielle Definitionen gibt. Aber ich habe zum Beispiel bei manchem Essen ein Konsistenzproblem, da bekomme ich einfach Brechreiz. Kartoffelmus ist schwierig, körniger Frischkäse beispielsweise. Das ist eben ein sensorisches Problem und hat nichts mit dem Geschmack zu tun.

    #ja

    Ich habe das zwar geschrieben, mit dem sensorisch Eingeschränkt.

    Weiß aber nicht, ob die Bezeichnung passt.


    Mir selbst geht es wie Silke1978 beschreibt. Manche Sachen werden immer mehr im Mund. Sind einfach nur fies vom Gefühl. Alles was weich und pappig ist. Irgendwie.


    Mein K1 hat ein Geschmacksproblem. Minimale Unterschiede, teils sogar schon durch die Temperatur des Essens verursacht, bringen Probleme. Milch z. B. muss kalt aus dem Kühlschrank sein.

    Außerdem gibt Metallbesteck unangenehme Gefühle beim Essen. Da muss es immer Plastebesteck sein.


    Bei K2 bin ich mir nicht so sicher. Irgendwas zwischen Haptik und Aussehen.

    Liebe Grüße
    Martina


    Tochter 05/2004
    Sohn 04/2015

    Tochter 01/2019

  • Wir sind das im Kindergartenalter wirklich mal so angegangen: Du musst es nicht essen, aber geht es okay, dass wir einen Löffel zum Anschauen auf deinen Teller legen? Und dann langsam steigern: Kannst du es anschauen? Mit der Gabel drin herumpicken? durchschneiden? Es anfassen? Mal dran lecken?

    Tatsächlich haben wir so Kartoffeln und Brokkoli als essbar aufbauen können. Aber das ist eine Sache von Monaten und es klappt bei sehr viel mehr Speisen nicht als dass es mal funktioniert. Wir haben uns aber gefreut, weil es die Anzahl der essbaren Gemüse im gekochten Zustand verdreifacht hat.


    Druck vom Kindergarten fand ich auch übel. Am erfolgreichsten war es immer, superklar zu bleiben, und erst gar keine Diskussion aufkommen zu lassen. "Er muss nichts probieren, was er nicht möchte. Das wird nichts bringen, er wird durch erzwungenes Probieren niemals feststellen, dass er es mag - selbst wenn es ihm schmecken würde, würde der Druck dazu führen, dass er es ablehnt. Er muss nicht probieren."

    Einfach so völlig ohne jedes "Ja, aber wir finden ... wir möchten ... wir denken ...". Sondern klar: "Er muss das nicht."

    "Ja, aber die anderen Kinder gucken sich das ab."

    "Sollen sie sich stattdessen lieber das Geschrei und Geheule abgucken, das folgt, wenn man Druck ausübt?"


    Ich finde, Aussagen wie "Wir müssen da an einem Strang ziehen" sind auch immer eine Quervorlage. Richtig. Müssen wir. Aber warum denn ausgerechnet an dem Strang, den diese eine Erzieherin gut findet?

    "Ja, das finden wir auch, wir sind daher sehr dankbar, wenn Sie unsere Entscheidung unterstützen und mittragen."


    In der Mittagsbetreuung der Schule läuft das übrigens großartig bei uns. Er muss nichts probieren. Er bekommt ein Stück Butter für seine blanken Nudeln angeboten wenn in der Sauce etwas drin ist, was er nicht isst. Er darf auch einen großen Teller voll Beilagensalat nehmen, wenn das "richtige" Essen nicht geht. (Lasagne z.B. geht auf gar keinen Fall.) Zur Not ist Knäckebrot, Zwieback und Obst da.

    Niemand macht Stress. Und was passiert? Er fragt, ob er XY probieren darf. Und es wird NICHT kommentiert. Kein "Siehst du, es schmeckt doch!" oder sowas.

    Die machen das wunderbar - und es ist keinesfalls so, dass plötzlich die ganze Klasse das Essen einstellt.

  • Unser Sohn ist auch nach wir vor so ziemlich alles, obwohl seine Schwester so picky ist.

    Und die paar Sachen, die er nicht mag, isst dafür sie.


    So viel zum Thema abfärben. :D

    It all started with the big BANG!


    (Big Bang Theory)

  • Im August steht bei uns die nächste U Untersuchung an und ich bin ernsthaft am überlegen den Termin abzusagen oder nach hinten zu verschieben. Der Arzt macht jedesmal ein Fass auf wegen Gewicht und Größe. Ich fühle mich dann immer wie die absolute Versager Mutti. Alle organischen Ursachen wurden auf sein Drängen hin vollständig abgeklärt. Gott sei Dank ist alles okay. Mein Kind ist einfach so. Und ich kann mich da auf den Kopf stellen und mit den Ohren wackeln, es ändert sein Essverhalten nicht. Was habe ich schon alles probiert: hübsch anrichten, verhandeln, belohnen etc....

    Es bringt nix. Der Speiseplan meines Kindes ist recht eintönig. Es ist aber, aber halt nur das was es mag und wie viel es mag.

    Soll ich den Termin verschieben und auf Zeit spielen?

  • Bei meinem Großen wird es jetzt mit 15 noch nicht wirklich besser, oder wenn dann nur seeeehr langsam. Wie lange möchtest du die Untersuchung denn schieben? Meiner Erfahrung nach bleibt das eher so bis Ende Pubertät ;)

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    Wunder 1: 07


    Wunder2: 11

  • Ich möchte ja die U schon machen lassen, aber der Arzt hat sich da mit Gewicht und Größe festgefahren. Wir waren auf sein bitten hin auch schon in der Klinik, wie gesagt, da war alles in Ordnung. Was wird er denn jetzt tun, wenn mein Kind immer noch nicht der Norm entspricht, also zwecks Größe und Gewicht.

    Was ist sein nächster Schritt? Wahrscheinlich den Fehler bei den Eltern suchen.....

    Und davor habe ich echt Horror

  • ilmur , vielleicht kannst du das "Fass" freundlich weglächeln?

    Ich bin - nach 16,5 Jahren mit einem picky eater ;)- fest davon überzeugt, dass echte picky eater durch NICHTS zum Essen gebracht werden können, wenn sie nicht selbst wirklich wollen.

    Mein Sohn hat z.B. auch das hier viel beschriebene Konsistenzproblem mit Essen. Da hilft alles nix.

  • Ich möchte ja die U schon machen lassen, aber der Arzt hat sich da mit Gewicht und Größe festgefahren. Wir waren auf sein bitten hin auch schon in der Klinik, wie gesagt, da war alles in Ordnung. Was wird er denn jetzt tun, wenn mein Kind immer noch nicht der Norm entspricht, also zwecks Größe und Gewicht.

    Was ist sein nächster Schritt? Wahrscheinlich den Fehler bei den Eltern suchen.....

    Und davor habe ich echt Horror

    Was schlägt er denn als nächstes vor?

    Ihr habt es doch abgeklärt.

  • Das ist eine gute Frage, das weiß ich eben nicht. Vielleicht sucht er eben dann den Fehler bei mir und ich soll mit Kind zur Erziehungsberatung oder Psychologe.

    Ich habe echt keine Ahnung, würde es ihm aber durchaus zutrauen.

  • Dann würde ich mir einen anderen Arzt suchen. Meine Kinder sind auch super super schlank (die Kleine ist 11, wiegt 22 kg und ist 147 cm groß). Essen war nie auch nur ein einziges Mal Thema bei einer U-Untersuchung. Einziger Kommentar: Kind ist sehr schlank aber fit und gesund.

    Ich halte mich aber bei solchen Dingen auch eher bedeckt, das geht einen KiA einfach nichts an. Kind isst soviel und das, was es mag und fertig.

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    Wunder 1: 07


    Wunder2: 11

  • Über was für Größen und Gewichtsverhältnisse reden wir denn?

    Manchmal wird ja schon Stress gemacht, wenn das Kind auf der 10er Perzentile ist. Da würde ich dem Arzt gegenüber anders auftreten, als wenn es wirklich um beobachtungswürdige Zahlen geht.