Kita-Gespräch, rückenstärkung.

  • Ihr lieben, ich brauche ein bisschen rückenstärkung, andere oder ergänzende Sichtweisen.


    Unser Sohn, 2,5 Jahre, geht seit einem Jahr 2 Vormittage in die Kita, das bieten die da regulär so an. Eingewöhnung total problemlos, er ist extrem kontaktfreudig, selbstbewusst und sehr auf Kinder fixiert. Wir waren überzeugt, dass das das richtige für ihn sei. Bisher war es glaub ich 3 mal vorgekommen, dass er nicht gehen wollte, zwei mal hat er das schon zu Hause gesagt und konnte dann zur Oma, einmal fing er beim abgeben an zu klammern und ließ sich nicht überzeugen zu bleiben. da konnte ich ihn dann wieder mitnehmen. Nun wollte er zwei Wochen lang gar nicht in die Kita. Auf Nachfrage berichtet er von nichts ungewöhnlichem. Sagt aber immer nein, wenn man ihn fragt, ob er hin will. Zu den Großeltern hingegen will er dann gehen. Auch die Erzieherinnen können von keinen Vorfällen berichten. An dem letzten Tag, als er dort war, ist er meinem Mann sofort in die Arme gelaufen beim abholen, war aber gut drauf. Zu Hause berichtetete er von einem Unfall mit/von einem anderen jungen.
    Heute hat mein Mann ihn gebracht, ich sagte wenn er nicht bleiben wolle, solle er um ein Gespräch bitten, damit wir das mit den Erzieherinnen einmal durchsprechen. So, sohn hat gemeckert, aber nicht geweint und da ich ihn zum arzttermin nicht dabei haben wollte (vaginaler Ultraschall, nicht sonderlich geeignet fürs kleinkind), hat mein Mann ihn dort gelassen. Die Erzieherinnen haben sich wohl schon Richtung "wenn ihr ihn immer abholt/nicht bringt, dann gewöhnt er sich ja daran" geäußert und baten von sich aus um ein Gespräch. Beim Abholen kam er mir direkt freudig in die Arme gelaufen und auf Nachfrage hatte er Spaß. Oft ist er wenn ich komme vertieft ins Spiel (mit den größeren)und mag gar nicht heim, heute kamen alle grade erst aus dem Wald zurück.Auf dem Heimweg ist er eingeschlafen, daher konnten wir noch nicht weiter reden.
    Das Gespräch ist nun für morgen früh angesetzt und wir werden beide hingehen. Ich glaube das ist gut, weil mein Mann eher der drastische ist und ich eher der vermittelnde Typ bin. Die Kita geht jetzt noch 2 Wochen, Dann sind Ferien und Mitte August wäre der Wechsel in die waldgruppe. Andere Erzieher, die er aber schon kennt, Hälfte der Kinder neu, was kein Problem ist, ebenfalls vom gemeinsamen Hof bekannt und ältere Kinder findet er immer super. Er wird auch immer von den großen verabschiedet, wenn ich ihn hole. Eine Eingewöhnung mit Eltern findet auf jeden Fall statt. Länge flexibel, genau wie bei den u3 Kindern damals auch.


    Das Gespräch. Ich vermute mal, es wird darum gehen, dass er regelmäßig kommen muss, um sich daran zu gewöhnen. Jaaa, finden wir nicht. Wir sind der Meinung, dass das Kind v.a. Eine gute Zeit haben muss, sich wohl fühlen soll und dass Betreuung eben allen dienen sollte. Wir sind nicht auf dem Niveau von "überlebensnotwendig" darauf angewiesen, weder auf die 2 Vormittage noch auf den Kindergarten. Mein Mann würde am liebsten direkt kündigen, offenbar fand er die Situation heute früh wirklich wenig zufriedenstellend und wir beide hatten ein schlechtes Bauchgefühl heute. Für das Gruppengefühl bei den großen kann ich das Argument der Regelmäßigkeit verstehen, aktuell nicht. Für uns ist aber klar, dass er nicht weinend dort gelassen wird und auch nicht gegen seinen ausdrücklichen Willen. Wenn es ihm keinen sichtlichen Vorteil bringt, würden wir ihn eben ganz abmelden (hat da wer Infos zu Kündigungsfristen/-gründen?), dann wäre auch das Problem der Regelmäßigkeit gelöst. :P
    Meine Idee wäre, das Gespräch morgen offensiv zu beginnen und direkt zu fragen, wie für sie denn der Tag gelaufen sei heute, wie sie die Situation einschätzen, warum ihnen Regelmäßigkeit wichtig ist usw. Ich hab nämlich keine Lust, mich in eine Ecke drängen zu lassen, aus der heraus ich mich dann rechtfertigen muss. Ich fürchte, dass die in eine erzieherrolle auch uns Eltern gegenüber verfallen könnten. Uns wäre eben wichtig zu betonen, dass diese Betreuung für uns Luxus ist, aber das soll sich dann auch für alle so anfühlen. Ich habe durchaus ein Interesse und einen Bedarf an Kinderfreier Zeit, weil ich mein Studium beenden möchte (und durch die erneute Schwangerschaft eh schon wieder meinem Zeitplan hinterher hinke #pfeif ), aber so 3-4 vor- oder Nachmittage können wir auch durch die Großeltern einrichten und dann muss ich mich eben ein bisschen mehr am Riemen reißen, um in dieser Zeit alles zu schaffen.


    Oh je, so ein Roman. Danke, wer ihn gelesen hat...
    Also was will ich von euch? Vielleicht Erfahrungen zu ähnlichen Gesprächen, Argumente, die ihr in solchen Situationen schon gehört habt, Tipps zur Gesprächsführung, kopftätschler, Gedanken ordnen?

  • Hallo,


    Zum einen: Elterngespräche sind normalerweise dazu da, gemeinsam eine gute Lösung fürs Kind zu finden - auch wenn die Ausgangsansichten vielleicht nichts sofort identisch sind.


    Dann gleich überfallmäßig zu unterstellen ""Warum wollt ihr XY" fände ich da jetzt nicht sooo geschickt, es schafft von vornherein eine Gegnerschaft. Es bringt die Erzieherinnen in eine Position, in der sie sich rechtfertigen und verteidigen müssen - vielleicht gar für etwas, was sie SO gar nicht sagen wollten - und da ist keiner gerne. Und wer sich in die Ecke gedrängt fühlt, reagiert schnell mal harscher als eigentlich üblich.


    ich fände es besser, erst mal mit einer "wir gemeinsam für das Kind"-Erwartung hingehen, bestätigt sich das nicht, kann man immer noch anders (re)agieren.


    Wenn mir dann noch jemand unter die Nase reiben würde, daß es für ihn/sie ja Luxus ist, sein Kind betreuen zu lassen und ich sozusagen noch dankbar dafür zu sein habe, dieses Kind betreuen zu dürfen, dann würde ich mir wohl auch denken: "Herrje, dann lasst es doch einfach bleiben oder sucht euch eine andere Luxusstelle".


    Zum anderen- es ist gar nicht ungewöhnlich, daß Kinder mit einer schnellen Eingewöhnung nach ein paar Tagen oder Wochen oder Monaten eine Phase haben, in der der Reiz des Neuen vorbei ist, in der ihnen bewusst wird, daß "in die Krippe gehen" auch eine Trennung von den Eltern beinhaltet usw. und die es darum noch mal schwerer haben, sich zu trennen.


    Dazu muss es gar keine Vorfällte gegebenhaben, das ist einfach so. Mein einer Sohn hatte das sehr ausgeprägt nach fast einem Jahr (als die Schwester, die bis dahin dabei war, zur schule kam). Das ist erst mal normal und in den meisten Fällen können ganz individuelle zum jeweiligen Kind passende Lösungen gefunden werden.


    Und dann kann "Regelmäßigkeit" tatsächlich ein unterstützender Faktor sein. Das Kind erlebt öfter wie schön es in der Krippe/im Kindergarten spielen kann, es erlebt öfter, daß Mama oder Papa auch ganz sicher wiederkommen, es lernt die Erwachsenen, die Kinder, die Abläufe... besser kennen - das macht eben nicht nur für die anderen was auch sondern für das Kind selbst usw.


    Von daher ist der Vorschlag, es mit mehr Regelmäßigkeit und mehr Tagen zu probieren, nicht grundsätzlich falsch.


    Ob es zu DIESEM Kind passt, - das rauszubekommen wäre mMn ein Thema für das Elterngespräch. Wie man dem Kind die Übergänge erleichtern kann (Lieblingsbuch mitbringen,vorlesen, Schnuffeltuch mit Mamaduft, Wechsel von Arm zu Arm und dann gleich gehen und ablenken oder lieber ein ausgedehnteres Ritual (erfahrungsgemäß für die meisten Kinder eher schwierig).


    Kann man Eingewöhnungsmäßig einen Schritt zurück gehen und noch mal ein Weilchen bleiben, bis das Kind was zu spielen gefunden hat? Gibt es Zeiträume, in denen das kommen günstiger ist? Viele "Teilzeit-Kinder" kommen in der Regel relativ spät, wenn schon alle anderen da sind, das Tagesprogramm los geht und es laut, trubelig und wuselig ist und weniger Zeit bleibt,um aufs Einzelne ausgiebig einzugehen. Wäre ein früheres kommen, wenn es noch ruhig ist und die Erzieherin wirklich Zeit fürs Kind hat, eine Möglichkeit?


    Usw.


    Es gäbe so viel zu besprechen, ohne daß man Gegner sein muss...


    Wenn es Vorfälle gab, die auf keinen Fall tragbar sind (da lese ich hier noch keinen) oder es aber von vornherein so ist, daß man "die anderen" als potentielle oder reale Gegner wahrnimmt, vor denen man Angst hat bzw. deren Handlung man nicht gut findet... tja,dann ist eine Kündigung vermutlich tatsächlich der bessere Weg, denn so etwas wird sich immer auch aufs Kind auswirken. .

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  • Ich denke kündigen und ein oder zwei Jahren noch mal probieren ist der beste Weg für euch. Dieses unregelmäßige gehen ist einfach ungünstig ab einem gewissen Alter, wenn alle anderen regelmäßig gehen und die Konzeption auf Regelmäßigkeit ausgelegt ist.


    Oft ist eine Regelmäßigkeit auch dadurch gefragt, dass Subventionen nur fließen, wenn das Kind eine Mindestzeit auch anwesend ist, die wird sonst nicht erreicht und das sind bei einem Halbtags U3 Kind ja gute 500€ pro Monat.

  • Der Kiga wird in hohem Maße staatlich subventioniert. Ich weiß nicht, wie es bei Euch ist, aber in manchen Kigas gibt es lange Wartelisten. Wenn dann die Eltern es für "Luxus" halten, ihr Kind hinzubringen, kann das durchaus schwierig sein.


    Das andere ist die Gruppensituation. Ein Kiga ist keine Ikea-Aufbewahrung. Es finden gemeinsame Projekte statt, es gibt Gruppenrituale usw.. Natürlich kann es immer mal sein, dass ein Kind länger krank ist. Aber das muss dann auch erst wieder Anschluss in der Gruppe finden. Auch bei den 2.5-jährigen bilden sich schon Freundschaften. Für Dein Kind ist es schwierig, Freundschaften zu halten, wenn es nur hin und wieder da ist. Und für die anderen Kinder, die gerne mit Deinem spielen, ist so eine Situation auch unberechenbar.


    Vielleicht ist der Kiga im Moment echt nicht die richtige Betreuungsform für Euch und Ihr kombiniert lieber Großeltern mit einem Babysitter, wenn Ihr mal eine Betreuung benötigt.

    Keine Toleranz gegenüber Intoleranz!

  • Wir haben unser Kind letztendlich abgemeldet, weil wir nicht gewillt waren es gegen seinen Willen zu bringen und nicht auf die Betreuung angewiesen sind. Auch wenn es offiziell akzeptiert wurde, dass wir es anders sehen als der Kindergarten kam es doch immer wieder zu blöden Kommentaren, nicht nur uns sondern auch dem Kind gegenüber. Das hat mich sehr gestresst. Ich fand es anstregend immer wieder in Verteidigungshaltung gehen zu müssen und ich habe mich im Nachhinein geärgert diesen Entschluss nicht früher gefasst zu haben.


  • Das andere ist die Gruppensituation. Ein Kiga ist keine Ikea-Aufbewahrung. Es finden gemeinsame Projekte statt, es gibt Gruppenrituale usw.. Natürlich kann es immer mal sein, dass ein Kind länger krank ist. Aber das muss dann auch erst wieder Anschluss in der Gruppe finden. Auch bei den 2.5-jährigen bilden sich schon Freundschaften. Für Dein Kind ist es schwierig, Freundschaften zu halten, wenn es nur hin und wieder da ist. Und für die anderen Kinder, die gerne mit Deinem spielen, ist so eine Situation auch unberechenbar.


    Vielleicht ist der Kiga im Moment echt nicht die richtige Betreuungsform für Euch und Ihr kombiniert lieber Großeltern mit einem Babysitter, wenn Ihr mal eine Betreuung benötigt.

    Das ist das eine. Ich stell immer wieder fest, dass Kinder bei 2 Tagen in der Woche einfach nciht richtig in der Gruppe ankommen.
    Dein SOhn hatte da gar kein Problem damit. Das ist schonmal sehr positiv.
    Nun kommt irgendwann in dem Alter einfach die Phase, wo sie festgestellte Regeln ausprobieren, ob die immer so sind, warum die so sind, ob es nciht auch anders sein kann. Ist ganz normal und geht nicht nur ums Thema im-Kindergarten-bleiben.


    Bei den Großeltern findet er es offensichtlich schön. Da ist er der einzige, wird sicher wie alle Kinder verwöhnt - das ist halt Luxus pur.
    Dass es bei den Großeltern am allerschönsten ist sagt aber überhaupt nix drüber aus, wie es ihm im Kindergarten gefällt.


    Ich seh hier nur zwei wirklich gute Möglichkeiten:
    Entweder Ihr wollt Euer Kind eh nicht wirklcih abgeben (les ich irgendwie so raus), dann tut Euch (und den Erziehern und der Gruppe) den Gefallen und kündigt gleich ganz. Aber nicht, um ihn in die Waldgruppe zu stecken sondern um ihn von Oma betreuen zu lassen.


    Oder - und das würde ich tun - lasst Ihn daheim, wenn er unbedingt daheim bleiben will - aber bei EUCH! Und macht vormittags dieselben langweiligen Dinge, die Ihr sonst auch tun würdet. Einkaufen, Putzen, Schreibarbeiten, ...
    Zu Oma gehts dann aber nicht. Mal schauen, wie wichtig ihm das nicht-in-Kindergarten-wollen dann noch ist. Wenn er dann plötzlich doch wieder in Kindergarten will lags nur an "bei Oma ist es am schönsten".
    Wenn er nach Oma quengelt und nicht bei Euch bleiben will sagt das erst recht alles aus.


    Wenn nicht, ist er vielleicht im Moment im Kindergarten doch nicht überglücklich. Dann wäre mein persönlicher ANsatz, ihn erstmal ne zeitlang ( 3 Wochen mindestens) regelmäßig zu bringen und zu schauen, ob er mit zunehmender Regelmäßigkeit doch wieder gerne geht (wenn er wieder richtig in der Gruppe angekommen ist). Und wenn nicht, dann wäre der Zeitpunkt, übers daheimlassen nachzuudenken.

    Lass Dich nicht vom Bösen überwinden sondern überwinde das Böse mit Gutem.

  • Also zumindest trin hat so gar nicht verstanden, wo mein Punkt lag fürchte ich.
    Es ging nicht darum, die Erzieherinnen zu Gegnern zu machen, sondern darum herauszufinden, warum Ihnen bestimmte Dinge wichtig sind. Das halte ich für entscheidend für eine Lösung. Denn wenn es für uns aus bestimmten Gründen nicht wichtig ist, für sie aber aus gründen, die z.b. Die gruppenstruktur betreffen, dann ist das eine andere Ausgangslage, als wenn sie es für mein Kind für wichtig halten.
    Die 2 Tage gibt es dort ganz regulär und das schon seit langer Zeit, es gab wohl keine negativen Erfahrungen. Man kann entweder 35 Stunden oder mo-mi oder do-fr von 8-11:30 buchen. So viel zu Ritualen. Ich denke ein Team, das darauf ausgerichtet ist, wird das in die Planung mit hinein nehmen. Ich denke auch, dass er ganz ok integriert ist, wie gesagt wird er von einigen der älteren Jungs sehr liebevoll verabschiedet, immer begrüßt, wenn wir mal einen zufällig treffen usw.
    Ich weiß, dass Kinder mit kurzer Eingewöhnung schon mal Rückschritte haben, wir reden hier allerdings von 10 Monaten und einem Kind, das wirklich über alle Maßen kontaktfreudig ist. Für 2 Wochen einen Schritt zurück zu gehen halte ich mit Verlaub für lächerlich, da brauch ich ihn gar nicht hin zu bringen. Wir reden von 7 Stunden die Woche, letzter Tag ist Abschlussfeier, es sind also noch 3 mal, die er gehen würde, macht 10 Stunden. Wenn ich davon dann 8 dabei bleiben soll, dann lasse ich ihn daheim und wir haben wahrscheinlich mehr Spaß. Im August beginnt ja quasi eine neue Eingewöhnung.
    Ich habe auch nicht gesagt, die Erzieherinnen sollten sich geehrt fühlen, mein Kind betreuen zu dürfen.

    deren Nutzen an der Sache ist hoffentlich ihr Gehalt (das wohl gut ist, weil das ein Verein ist), mein nutzen wäre sorgenfreie Zeit ohne Kind und der des Kindes wäre Spaß. Wenn ich die Betreuung nicht habe, habe ich weniger Kinderfreie Zeit, was bei mir aber nicht heißt, dass mein Einkommen wegfällt, daher ist es für mich Luxus.
    Ach so und der Platz ist zu 0% subventioniert, den Zahlen wir komplett und direkt an den Verein.


    Ich könnte mir vorstellen, dass es sich wie bei dir entwickelt, ansadi. Generell glaube ich, dass man dort schon kindorientiert arbeiten möchte, das aber nicht so ganz verinnerlicht ist. Als ich ihn z.b. Das eine mal wieder mitgenommen habe, kamen auch von einer Erzieherin (im anerkennungsjahr) nicht gerade kinderfreundliche Kommentare.

  • preschoolmum: doch, ich hätte es gerne, das mein Kind betreut wird. Wenn er damit auch glücklich ist. Wir hätten da auch die letzten 10 Monate kein Problem mit. Es würde mich in meinem Studium endlich zum Ende bringen, es würde mir in der Schwangerschaft Ruhe bringen, die hätte ich wirklich sehr gerne! Aber ich bringe kein brüllendes Kind in den Kindergarten. #weissnicht Ein etwas nörgelndes, meinetwegen, wie heute.
    Die drei mal, die er nicht ging, musste ich in die Uni. Zwei mal ging er zur Oma, einmal kam er mit. Dass er zur Oma ging, war meine Möglichkeit, dennoch von der Vorlesung zu profitieren.
    Wenn er nicht geht, machen wir das, was wir eben auch an den anderen Tagen machen. Es ist unmöglich, sich gar nicht mit einem Kind zu beschäftigen, aber ich mache jetzt keine Ausflüge in den Zoo deshalb.
    Die letzten 2 Wochen gab es da auch nichts besonderes und zu den Großeltern ging es am Nachmittag, so wie sonst auch öfter zusätzlich zum Kindergarten.


    Bei der Kündigung geht es um den waldkindergarten. In der anderen Gruppe ist er nur noch 2 Wochen. Da brauch ich nichts kündigen.

  • Hallo,


    Meine Idee wäre, das Gespräch morgen offensiv zu beginnen und direkt zu fragen, wie für sie denn der Tag gelaufen sei heute, wie sie die Situation einschätzen, warum ihnen Regelmäßigkeit wichtig ist usw. Ich hab nämlich keine Lust, mich in eine Ecke drängen zu lassen, aus der heraus ich mich dann rechtfertigen muss. Ich fürchte, dass die in eine erzieherrolle auch uns Eltern gegenüber verfallen könnten. Uns wäre eben wichtig zu betonen, dass diese Betreuung für uns Luxus ist, aber das soll sich dann auch für alle so anfühlen.


    Na ja, das hinterlässt bei mir schon ein bestimmtes Gefühl in Bezug auf das Elterngespräch...
    Offensiv drauf los, sie wollen uns bestimmt in eine Ecke drängen. Betreuung ist für uns Luxus, wir haben sie nicht nötig und das sollen auch alle wissen.


    Wer mich eine Weile kennt, weiß, daß ich sowohl als Elternteil als auch als Erzieherin immer als erstes das Kind sehe und es wichtig finde, daß individuelle Lösungen gefunden werden.
    aber ich gebe zu, auf ein Gespräch unter diesen Vorbedingungen hätte ich keine große Lust, da ist das Scheitern doch schon fast zwangsläufig...


    Wie gesagt, bei meinem Sohn kam das große Loch nach fast einem Jahr, auch das gibst eben und wir haben damals miteinander gute Lösungen gefunden.


    Einen Platz ohne jegliche Subvention komplett selber zahlen (das geht dann ja deutlich in den vierstelligen Bereich?) kann ich mir schwer vorstellen, dann würde ich im zweifelsfalle für das Geld lieber jemanden suchen, der kommt, wenn mein Kind eh nicht gerne geht.

  • Ganz platt gesagt, es gibt ja viele Leute, die eine Betreuung brauchen. Da fände ich es komisch, wenn andere ihre Kinder als Luxus mal ab und zu bringen.
    Für einen Gyntermin kann man sich ja auch einen Babysitter holen.


    Wenn es für euch nur ein besserer Babysitter ist, dann meldet ihn ab. Es zwingt euch ja keiner eine KiTa zu nutzen.


    Und sonst bringt ihn regelmäßig hin, evtl. mit neuer Eingewöhnung.


    Hier werden nicht genutzte Plätze auch von Trägerseite gekündigt.

  • Ach so und der Platz ist zu 0% subventioniert, den Zahlen wir komplett und direkt an den Verein.

    Na dann ist es doch keine Frage. Da dürftet ihr für die 2 Tage doch mindestens 300% sparen, da könnt ihr euch doch Babysitterstunden leisten für die paar Male, wo ihr die Betreuung wirklich braucht und Großeltern nicht zur Verfügung stehen.

  • Ich bezweifle, dass dein Kind besonders glücklich damit wird, jeden Tag neu entscheiden zu müssen, ob es lieber im Kiga, von dir oder von den Großeltern betreut wird. Das hört sich für mich nach Überforderung an.
    Ich würde deshalb den recht teuren "Luxus" kündigen.

  • Ich würde auch kein brüllendes oder weinendes Kind im Kindergarten abgeben und sehe auch keine Verpflichtung, den Platz immer zu nutzen. Andere Kinder sind auch nicht immer da, mal ist ein Kind krank oder im Urlaub, mal möchte die Familie einfach etwas anderes machen oder lange schlafen, dann ist mal Besuch da oder ein Kind bei den Großeltern etc.


    Unser Sohn geht deutlich mehr als Euer Kind in den (Wald-)Kindergarten, aber nie 5 Tage in der Woche. Er ist überwiegend sehr gerne dort und gut in die Gruppe integriert. Bei uns gibt es mehrere Eltern, die den Kindergartenbesuch ihrer Kinder recht flexibel gestalten. Die Gruppenleitung sähe das lieber anders mit dem Argument, die Kinder würden ja dann etwas verpassen. Das tun sie aber ohnehin mit jeglicher Entscheidung, entweder im Kindergarten oder woanders. In unserer Einrichtung entsteht daraus aber kein Konflikt zwischen Eltern und Erziehern, sondern es wird akzeptiert, dass manche Kinder sehr viel anwesend sind, andere weniger.


    Das Kind nun abzumelden, fände ich überzogen. Schaut doch erstmal, wie es in der Waldgruppe wird!

  • Hallo


    @rheinländerin,


    Ich denke, darum ein brüllendes Kind da abzuliefern, geht es grad gar nicht. Daß für das Kind eine gute Lösung gefunden werden muss, ist doch selbstverständlich. Und daß die nicht heißen kann "das Kind wird täglich brüllend abgegeben bis es aufgibt", ist - zumindest hier im Forum ja wohl überhaupt keine Diskussion wert.


    Mein eigenes Kiga-Verweigerer-Kind war tatsächlich auch eine Weile ganz zu Hause, weil "In den kiga bringen" damit angefangen hätte, dem schreienden Kind die zusammengekrallten Hädnde vom Bettlagen zu lösen. Ne, das muss wirklich nicht sein. Das ging eine Weile, bis wir uns dann tatsächlich zur Abmeldung entschlossen haben, falls ein letzter Versuch auch schief geht. Spannenderweise wollte er dann doch wieder, als klar war, daß es für uns auch völlig OK ist, wenn er gar nicht mehr geht.


    Allerdings hatten wir die Erzieherin absolut auf unserer Seite, sie hatte Verständnis für die Pause (auch wenn sie selber es anders gehandhabt hätte) und hat das Kind und uns liebevoll unterstützt und wir haben gemeinsam nach den besten Varianten für den Übergang gesucht, wann sie die meiste Zeit hat. Sie hat sich mehrere Tage extra freigeschaufelt und ich habe abends mit dem Wichtellkind schon überlegt, welches spannende Buch/Spielzeug/... er am morgen der ... zeigen möchte (die es dann ausgiebig bewunderte).


    Und "kurz, aber täglich war dann für unser Kind im DIESER Phase tatsächlich auch der bessere Weg, als es sich wieder eingepegelt hatte, konnten wir auch problemlos unseren wöchentlichen "Bummeltag" (Zu Hause bleib Tag) wieder einführen. Oder auch 2, das machte dann nichts mehr. Aber in der (Wieder) Eingewöhnungsphase war halt täglich kurz einfach besser.


    Fraglich ist halt nur, ob man wirklich eine gemeinsame, von allen Seiten bedingungslos unterstützte Lösung findet (und ohne die wird es schwer), wenn man mit einer "Euch sollte klar sein, daß es wir es gar nicht nötig haben, unser Kind zu euch zu schicken, das ist Luxus und das sollte hier allen klar sein" Ausstrahlung (und gar noch Aussage) ans Gespräch rangeht...

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  • Ich bezweifle, dass dein Kind besonders glücklich damit wird, jeden Tag neu entscheiden zu müssen, ob es lieber im Kiga, von dir oder von den Großeltern betreut wird. Das hört sich für mich nach Überforderung an.
    Ich würde deshalb den recht teuren "Luxus" kündigen.

    mir geht es gar nicht darum, zu hören, was wir in Zukunft tun sollen, sondern darum, wie ich morgen mit dem Gespräch konstruktiv umgehen kann.


    Trin, es tut mir leid, aber du missverstehst mich grundlegend. Das ist mir bei dir schon mal passiert und damals hat alles erklären nichts geholfen, daher werde ich dieses Mal davon absehen, da ich da grade keine Energie reinstecken kann, jemandem etwas zu erklären, das er nicht verstehen möchte.


    Wir zahlen die 7 Stunden privat, nicht den Platz, den er ab August hätte. Da zahlen wir den normalen Satz an die Stadt plus einen Satz an den Verein. Das geht also nicht in die Tausende und die hätten wir auch nicht. Ich bin nicht arrogant, ich finde es nur wichtig, dass Betreuung allen Leuten gut tut, die damit zu tun haben.


    Er soll das auch nicht jeden Tag erneut für die nächsten 3 Jahre entscheiden, das waren bisher Äußerungen/Handlungen, die direkt von ihm kamen. Nachgefragt haben wir im Laufe der Woche immer mal auf dem Niveau von "willst du nächste Woche gehen?" Früher wurde das sofort mit ja beantwortet. Heute sah er mich die brotdosen packen und sagte sofort "Kindergarten nein". Und auch darum ging es nicht in meiner Frage. Ob er in den Wald geht, werden wir entscheiden. Entweder morgen, sollte das Gespräch total negativ verlaufen oder eben nach einer Eingewöhnung. Mein Favorit wäre, dass er gerne in den Wald geht. Ja, ich finde generell, dass dieses Kind in Betreuung gut aufgehoben wäre, dass er wahrscheinlich Spaß im Wald haben würde. Ich bin keineswegs eine Mutter, die nicht loslassen will/kann und unbewusst klammert. Und selbst wenn, war das nicht das Thema.


    Das Kind ist nun 4 mal hintereinander in 10 Monaten nicht gegangen, davon war er 2 mal krank, nicht todkrank, aber immerhin eine leichte Bronchitis. In den 10 Monaten davor waren es 3 mal, plus ebenfalls Tage, an denen er krank oder wir im Urlaub waren (zum Teil können wir die Also wir sind echt keine sozialschmarotzer, die anderen Leuten ihren Platz klauen.
    Wir haben ihn nicht heute gebracht, weil wir einen arzttermin hatten, sondern wir haben den arzttermin so gelegt, weil wir ja wussten, dass er im Kindergarten sein würde. Wie jeden Donnerstag.


    Nun, ich höre auf, mich zu wehren gegen Unverständnis. Danke an die, die verstanden haben, worum es mir ging. Das Argument des verpassens z.b. Ist noch mal ein hilfreicher Aspekt. Heute hat er übrigens durch den kindergartenbesuch ein mögliches Treffen mit seiner besten Gleichaltrigen Freundin sowie einem weiteren ihm sympathischen Mädchen verpasst könnte man argumentieren.

  • Ich würde das wirklich gerne verstehen.
    Ich lese bei dir viele Gründe, warum dein Kind nicht gehen kann/muss.
    Das ist ja okay, aber dein Kind wird vermutlich kein gutes Gefühl bekommen, wenn du nicht dahinter stehst, dass er geht.


    Dann melde ihn doch einfach ab und wenn du bereit bist für den Kindergarten, dann kann er gehen.

  • Ich bin total bereit für den Kindergarten, war ich schon vor einem Jahr. Er ging gerne, alles super. Jetzt geht er nicht gerne und wir wollen ein Gespräch mit den Erzieherinnen führen. Wie das gut gelingt, das war hier meine Frage. Warum mein Kind nicht gehen will, weiß ich selber nicht. Mir ist es aber wichtig, seine deutliche Äußerung dazu ernst zu nehmen. Deshalb führen wir ja dieses Gespräch, um das ich auch selber gebeten hätte, wäre es nicht eh schon von den Erzieherinnen ausgegangen. Ich weiß überhaupt nicht, warum ich mich zu angeblich meinen Gründen äußern muss. Mein Grund ist wenn überhaupt, dass mein Kind nicht will. Das ging doch nun aus meinen langen Texten hervor und ich kann das nun wirklich nicht falsch finden. Wir haben geschaut, wie es ihm ohne geht und haben nun heute geschaut, wie es ihm mit geht. Scheint mir auch weiterhin nicht absolut bescheuert von meiner Seite aus. Ohne ging es ihm ganz normal, nach dem heutigen Tag mag ich es noch nicht beurteilen. Der Nachmittag war größtenteils schrecklich.

  • Aber dann sag doch einfach, dass euer Kind nicht jeden Tag gehen muss.
    Ihr die Betreuung nicht brauchst und ihr ihm nur eine gute Zeit dort machen wollt.
    Wenn er nicht will, dann braucht er nicht und ihr es wichtig findet, dass er das täglich und spontan neu und selbst entscheiden kann.
    Er zwar im Kindergarten was verpasst, aber zu Hause ja auch und ihr ihn entscheiden lassen wollt, was er lieber nicht verpassen möchte.

  • Ich bin total bereit für den Kindergarten, war ich schon vor einem Jahr. Er ging gerne, alles super. Jetzt geht er nicht gerne und wir wollen ein Gespräch mit den Erzieherinnen führen. Wie das gut gelingt, das war hier meine Frage. Warum mein Kind nicht gehen will, weiß ich selber nicht. Mir ist es aber wichtig, seine deutliche Äußerung dazu ernst zu nehmen. Deshalb führen wir ja dieses Gespräch, um das ich auch selber gebeten hätte, wäre es nicht eh schon von den Erzieherinnen ausgegangen. Ich weiß überhaupt nicht, warum ich mich zu angeblich meinen Gründen äußern muss. Mein Grund ist wenn überhaupt, dass mein Kind nicht will. Das ging doch nun aus meinen langen Texten hervor und ich kann das nun wirklich nicht falsch finden. Wir haben geschaut, wie es ihm ohne geht und haben nun heute geschaut, wie es ihm mit geht. Scheint mir auch weiterhin nicht absolut bescheuert von meiner Seite aus. Ohne ging es ihm ganz normal, nach dem heutigen Tag mag ich es noch nicht beurteilen. Der Nachmittag war größtenteils schrecklich.

    Dass Ihr ein Gespräch mit den Erzieherinnen führen wollt, finde ich gut und richtig. Weshalb treibt Dich denn eine so große Sorge um, es könnte nicht konstruktiv verlaufen? Sowohl Ihr als Eltern als auch die Erzieherinnen beobachten, dass Euer Sohn derzeit nicht in den Kindergarten gehen möchte. Alle morgen Beteiligten sehen deshalb Gesprächsbedarf. Das ist doch eine gute Basis.


    Es gibt die Gelegenheit, gemeinsam zu schauen, woran es liegen könnte, dass Euer Sohn derzeit nicht in den Kindergarten mag und zu überlegen, ob und wie Eurem Sohn ein Weg geebnet werden kann, damit er sich dort wohlfühlt. Ich finde es völlig legitim, in diesem Zusammenhang auch zu erwähnen, dass Euer Kind den Kindergarten nicht zwingend aufgrund elterlicher Berufstätigkeit besuchen muss, sondern dann kommt, wenn tatsächlich Betreuungsbedarf besteht und das Kind bereit ist.


    Ich wünsche Euch ein gutes Gespräch!