Wahnsinn, Messerstecherei in Regionalzug

  • ehrlich gesagt glaube ich kaum, dass das SEK nur darauf wartet jemanden zu erschießen.



    Meine Gedanken sind bei den Opfern und der Familie des Täters. So sie denn davon erfahren.

  • Ich weiß immer noch nicht, was ich dazu denken soll ... unser gestriger Abendspaziergang wurde durch die Polizei beendet, die uns empfohlen hat, nach Hause zu gehen, weil eben der Täter noch nicht gefasst war (ja, ich wohne am Tatort).
    Das Nachhauselaufen war noch in Ordnung, daheim ist uns dann doch sehr mulmig geworden, vor allem als nicht klar war, ob es zwei Täter gibt und die Polizei nicht bestätigt hat, dass sie den einen Täter haben. Ins Bett sind wir erst nach dieser Bestätigung.


    Und jetzt? Erstmal der Schock, dass soetwas "hier" passiert (zum einen in Deutschland, zum andren im beschaulichen Würzburg) & ja, erstmal auch ein bleibendes mulmiges Gefühl. Die Ereignisse in Köln haben, obwohl weit weg, meine Sicht auf die Dinge durchaus nachhaltig verändert, hier bin ich mir noch nicht sicher - denn eigentlich möchte ich mich schon gerne unbefangen frei bewegen können. Es lauert eben doch nicht hinter jeder Ecke ein solcher Täter, dass muss man sich trotz allem wohl klar machen.


    Weil man mit Messer und Beil auch jemanden töten kann? Weil der Typ auch die Polizisten angegriffen hat? Weil es Notwehr war?
    Das SEK ist ausgebildet für solche Einsätze, seien wir froh, dass es in der Nähe war! Mein Mitgefühl gilt in erster Linie den Opfern!

    DAS glaube ich aber auch, also was Irene schrieb.

    So oder so ist das Leben, so oder so ist es gut. So wie das Meer ist das Leben, ewige Ebbe und Flut.

    Hildegard Knef

  • Ich habe nirgends geschrieben, dass ich das beurteilen könnte. Mensch hier kochen Emotionen vor sich hin, sodass man kaum mehr erkennt, was der andere eigentlich sagen will, was? ;)
    Ich schrieb, dass es der letzte Ausweg sein muss, nicht, dass das hier nicht der Fall war. Das kann ich nicht beurteilen, ne. Habe ich wie gesagt auch nicht behauptet.
    Wenn ich jetzt aber nur von deiner These, der sei auf der Flucht erschossen worden, ausgehe, dann klingt das nicht so.
    Das werden wohl Leute untersuchen und auswerten, die sich damit auskennen (und wahrscheinlich auch nicht befangen ist...)

    Carpe Diem. Das Leben ist zu kurz, um es zu verschwenden.

  • Heute morgen kam kurz im Radio, dass es sich um einen UMF handelte, der seit 2 Wochen in einer Pflegefamilie untergebracht war. Da wurde mir auch ganz anders. Wir haben ja selbst mit dem Gedanken gespielt, einen UMF bei uns aufzunehmen und es dann aber aus mehreren Gründen doch nicht gemacht, unter anderem, weil das Jugendamt meinte, die seien ein bißchen "unberechenbar" - sie meinten das im Hinblick darauf, dass die von heute auf morgen ohne Tschüss einfach weg sein können. Mir tut es sehr leid, es gab damals schon genug Jungs, die keine Familie gefunden haben und mit dieser Aktion wird das sicher noch schlimmer. Und für die kritischen Stimmen ist das jetzt wieder ein gefundenes Fressen.

  • man kann auch mit einem Nudelholz jemanden töten und trotzdem will ich in keiner Zeitung lesen müssen, dass deswegen jemand erschossen wurde, weil er mit dem Nudelholz auf jemanden losgegangen ist. Das hat was mit Menschenrechten und Rechtsstaatlichkeit zu tun. Einen Täter zu erschießen muss IMMER der allerletzte Ausweg sein, auch der Täter ist ein Mensch und verliert seine Würde als Mensch nicht dadurch, dass er ein (potentieller) Mörder geworden ist. Das klingt böse und herzlos, aber weder Strafrecht noch irgendeine Form von Gesellschaftliche Ordnung kann auf so einfach gestrickten Gefühlen wie Rache, Zorn, Angst oder Vergeltung aufbauen. Da braucht es etwas, das darüber steht und taugt, vernünftige Lösungen für schlimme Probleme zu finden.Wenn wir dahin kommen, dass unsere Polizei einfach mal so jemanden erschießt, obwohl es andere Möglichkeiten gegeben hätte, sind wir auf dem Weg back to 1933.

    Ich habe keine Lust, mich zu streiten, nur so viel:


    Wie schon gesagt, ist es extrem schwierig, jemanden nur "ruhig zu stellen", wenn die Person mitten in einem Blutrausch ist. Und das war der Mann ja augenscheinlich. Du kannst sicher sein, dass keiner vom SEK darauf wartet, jemanden abzuknallen.


    Vielleicht nicht so viel CSI gucken und etwas weniger Dramatik bitte. Eine Verbindung zwischen diesem Vorfall und 1933 zu ziehen, muss man erstmal schaffen. #augen

  • Ich war gestern einfach so geschockt weil eine Kollegin dort in der Nähe mit dem Zug unterwegs war.
    Mein Sohn erzählt öfter von kleinen Vorfällen am Bahnhof / Bahn
    ( er ist jeden Tag damit unterwegs )
    und meint das die Polizisten teilweise schneller zugreifen als vor einigen Jahren, also Verdächtige zu Boden bringen, wo vor ein paar Jahren erstmal versucht wurde zu reden.



    Wobei man durch Kontrollen auch keine absolute Sicherheit bekommt.
    In Frankreich sind wir mehrmals in Kontrollen gekommen, also wird viel kontrolliert und hilft auch nicht

  • Mir tun die Verletzten so leid, und ich hoffe und bete, dass alle wieder gesund werden.
    Und die armen Menschen, die mit in diesem Zug gefahren sind, und die das mit erleben mussten.
    Was für ein Alptraum.


    Und ich bin mir sicher, niemand vom SEK schießt leichtfertig einen flüchtigen Täter tot.


  • Ich habe nirgends geschrieben, dass ich das beurteilen könnte. Mensch hier kochen Emotionen vor sich hin, sodass man kaum mehr erkennt, was der andere eigentlich sagen will, was? ;) Ich schrieb, dass es der letzte Ausweg sein muss, nicht, dass das hier nicht der Fall war. Das kann ich nicht beurteilen, ne. Habe ich wie gesagt auch nicht behauptet.
    Wenn ich jetzt aber nur von deiner These, der sei auf der Flucht erschossen worden, ausgehe, dann klingt das nicht so.
    Das werden wohl Leute untersuchen und auswerten, die sich damit auskennen (und wahrscheinlich auch nicht befangen ist...)


    Ach, das ist mir für den frühen Morgen zu arrogant, mich so zu unterhalten. Ich geh lieber arbeiten :)

  • Ich habe keine Lust, mich zu streiten, nur so viel:
    Wie schon gesagt, ist es extrem schwierig, jemanden nur "ruhig zu stellen", wenn die Person mitten in einem Blutrausch ist. Und das war der Mann ja augenscheinlich. Du kannst sicher sein, dass keiner vom SEK darauf wartet, jemanden abzuknallen.


    Vielleicht nicht so viel CSI gucken und etwas weniger Dramatik bitte. Eine Verbindung zwischen diesem Vorfall und 1933 zu ziehen, muss man erstmal schaffen. #augen

    Ach, vielleicht habe ich einfach zu viele Diskussionen á la "Der gemeine Mörder gehört abgeknallt" und "Kinderschänder an den Galgen" mitbekommen... ich habe bei dir irgendwie ein etwas archaisches Rechtsverständnis raus gelesen ;) (demnach wohl auch überinterpretiert was du geschrieben hast - man liest eben nicht nur die Sachebene sondern auch sich selbst mit rein;))
    Dass keiner "juchu, ich kann endlich jemanden erschießen!" schreit, ist mir klar ;)
    Und CSI hab ich noch nie gesehen ;D ich steh eher auf historische Schnulzen, Gilmoregirls und Natur-Dokus #ja

    Carpe Diem. Das Leben ist zu kurz, um es zu verschwenden.

  • Tatsächlich gilt lt. meiner Polizei-Freundin ein Messer wohl mit als gefährlichste Bewaffnung, wenn es darum geht, einen Täter zu stellen; in dem Fall nämlich, wenn der Täter die Grenze, auf Unbeteiligte einzustechen, schon überschritten hat. Wenn der nicht freiwillig die Waffen weg wirft, wird es verdammt gefährlich für die Polizisten.
    Und du weißt eben auch nicht, was der noch bei sich hat.


    Andererseits ist es natürlich selten ungünstig, einen Täter totzuschießen, dann kannst du ihn ja nicht mehr vernehmen ...
    Ganz absichtlich wird das also nicht geschehen sein, zumal hier ja ein gewisser Terrorverdacht nahe liegt und ein Verhör wichtig gewesen wäre.


    Ach, ich weiß gar nicht, was ich dazu sagen soll. Es ist leider so - Afghanistan produziert Kranke. Dieses jahrzehntelange Terror da! In Syrien z.B. wird halt nach wie vor hart dafür gearbeitet, dass die Kinder aufgefangen werden und ein möglichst normales Leben führen können. Es gibt inzwischen in jeder größeren Stadt Underground-Spielplätze, Schulen werden auf Teufel komm raus erhalten und viele Organisationen versuchen, traumatisierte Kinder aufzufangen.
    In Afghanisten hat man das alles längst aufgegeben, die Menschen haben resigniert. Mein afghanischer freund nennt es "Tote, die auf den Straßen laufen". Extrem leicht zu manipulierne und zu radikalisieren - für ein bisschen (verrückte) Hoffnung von Frieden (Paradies) tun manche alles.
    Die meisten Menschen aus Afghanistan brauchen viel mehr und schneller Hilfe als die Syrer, bekommen sie aber idr viel, viel später oder gar nicht, wenn es nur eine Duldung gibt. ("Sicheres Herkunftsland" - das ich nicht lache. Das ist so sicher, dass weiterhin Afghanen nach Damaskus flüchten, weil sie sich dort sicherer fühlen.)

    Der frühe Vogel wird früher oder später mit dem Problem konfrontiert, dass die Katze am Morgen noch wach ist.



  • Ach, ich weiß gar nicht, was ich dazu sagen soll. Es ist leider so - Afghanistan produziert Kranke. Dieses jahrzehntelange Terror da! In Syrien z.B. wird halt nach wie vor hart dafür gearbeitet, dass die Kinder aufgefangen werden und ein möglichst normales Leben führen können. Es gibt inzwischen in jeder größeren Stadt Underground-Spielplätze, Schulen werden auf Teufel komm raus erhalten und viele Organisationen versuchen, traumatisierte Kinder aufzufangen.
    In Afghanisten hat man das alles längst aufgegeben, die Menschen haben resigniert. Mein afghanischer freund nennt es "Tote, die auf den Straßen laufen". Extrem leicht zu manipulierne und zu radikalisieren - für ein bisschen (verrückte) Hoffnung von Frieden (Paradies) tun manche alles.
    Die meisten Menschen aus Afghanistan brauchen viel mehr und schneller Hilfe als die Syrer, bekommen sie aber idr viel, viel später oder gar nicht, wenn es nur eine Duldung gibt. ("Sicheres Herkunftsland" - das ich nicht lache. Das ist so sicher, dass weiterhin Afghanen nach Damaskus flüchten, weil sie sich dort sicherer fühlen.)

    das ist so und beschränkt sich nicht nur auf afghanistan. mir fallen da auch spontan kongo, ruanda und co. ein. :(

    Grausam. Ich denke durch den Flüchtlingsstrom haben wir das Grauen auch hier. Vermutlich würde ich auch durchdrehen. Mich wundert/ überrascht diesbezüglich leider nichts mehr. Mein Mitgefühl gilt allen Opfern und Angehörigen. Ich kann nur hoffen, niemals Zeuge einer solchen Tat zu werden (an meine Kinder mag ich diesbezüglich gar nicht denken) #kerze

  • Na ja, Gewalt ist für uns ja nun auch nichts Neues.
    Ich erinnere mich an eine regelrechte "Welle" jugendlicher Amokläufer, die plötzlich in der Schule herumballerten. Das scheint - warum auch immer - ja nun nachzulassen, dafür gibt es andere Vorfälle.
    Irgendwie scheinen Menschen ihre Dosis Horror zu brauchen. :/

    Der frühe Vogel wird früher oder später mit dem Problem konfrontiert, dass die Katze am Morgen noch wach ist.



  • Wenn wir schon beim "die Welt ist schlecht"-Schmerz sind... Ich finde es durchaus legitim, dass sehr genau hingeschaut wird, wenn ein Täter durch Polizeikugeln stirbt. Und ja, ich habe durchaus den Eindruck, dass der Einsatz des "finalen Rettungsschusses" zunimmt (aber es ist sehr gut möglich, dass der Eindruck extrem subjektiv ist).
    Niemand war dabei von uns, daher kann ich zumindest nicht sagen, ob die Aktion gerechtfertigt war - aber ich bin froh, dass in D da ganz automatisch eine Untersuchung anlaufen wird.
    (Und den Rat, nicht soviel CSI zu sehen, finde ich gut - es ist nämlich auch weiterhin nicht nötig, in "amerikanischer Weltrettungsmanier" jeden verwirrten Gewalttäter gleich abzuknallen...)


    Liebe Grüsse


    Talpa

  • das ist so und beschränkt sich nicht nur auf afghanistan. mir fallen da auch spontan kongo, ruanda und co. ein. :(

    höhm das ist jetzt ein bisschen off-topic, aber ich mag es trotzdem nicht einfach so stehen lassen. Die D.R. Kongo ist riesig. Armut ist zwar überall ein Problem, aber es gibt sehr wohl auch friedliche Regionen.
    Und Ruanda hat eines der größten Wirtschaftswachstume in Afrika. Das Land ist was Umweltbewusstsein und Geschlechtergerechtigkeit anbelangt Vorreiter. Die Gesetze dort sind z.T. umfangreicher als in D (Frauenquoten z.B.). In den letzten 20 Jahren ist in Ruanda wahnsinnig viel passiert. Die Regierung ist autoritär, es ist aber kein gescheiterter Staat. Sicherheitstechnisch ist es also auf gar keinen fall mit labilen Staaten wie Afghanistan vergleichbar.

  • gerade gehört, es wir eine untersuchng geben zum Tod des Täters...
    der jugendliche war wohl als UMF seit 2 jahren in Deutschland und dann seit 2 Wochen erst in einer pflegefamilie....
    ich persönlich halte den Umgang mit UMF hier führ sehr fahrlässig im sinne einer Betreuung und Integration...die behördlichen hürden, die nur für eine Patenschaft gesetzt werden, sind hoch...und die Chance einzelne jugendliche, die eine andere Betreuung brauchen würden, aus den Wohnheimen oder gruppen herauszulösen ist nicht gegeben...ausser man macht ein jahre diverse kurse etc...die hauptamtlichen beteuuer allerdings können das was gefordert wird, garnicht leisten...und der frust für diese UMF ist teilweise vorgrogrammiert, dann ein falscher kontakt und schon passiert was...


    echt kacke das...und selbstverständlich habe ich großes mitgefühl mit den betroffenenen...


    lg doris

  • Einen Täter zu erschießen muss IMMER der allerletzte Ausweg sein, auch der Täter ist ein Mensch und verliert seine Würde als Mensch nicht dadurch, dass er ein (potentieller) Mörder geworden ist. Das klingt böse und herzlos, aber weder Strafrecht noch irgendeine Form von Gesellschaftliche Ordnung kann auf so einfach gestrickten Gefühlen wie Rache, Zorn, Angst oder Vergeltung aufbauen. Da braucht es etwas, das darüber steht und taugt, vernünftige Lösungen für schlimme Probleme zu finden.
    Wenn wir dahin kommen, dass unsere Polizei einfach mal so jemanden erschießt, obwohl es andere Möglichkeiten gegeben hätte, sind wir auf dem Weg back to 1933.

    Danke! Ganz meine Meinung.
    Ich denke mit Grauen daran was in den USA so oft passiert, Rücklicht defekt, angehalten, Autofahrer erschossen.
    Oder jetzt der Schrei nach Todesstrafe in der Türkei.
    Was für eine Verrohung!

    Laut den Radionachrichten wurde er auf der Flucht erschossen

    Das ändert aber alles.
    D. h. nicht im oder während des Angriffs auf andere Menschen, also der Schuß erfolgte nicht um Menschenleben zu retten, sondern man hat einen Fliehenden getötet. 8I


    Edit:


    Ach, ich weiß gar nicht, was ich dazu sagen soll. Es ist leider so - Afghanistan produziert Kranke. Dieses jahrzehntelange Terror da! In Syrien z.B. wird halt nach wie vor hart dafür gearbeitet, dass die Kinder aufgefangen werden und ein möglichst normales Leben führen können. Es gibt inzwischen in jeder größeren Stadt Underground-Spielplätze, Schulen werden auf Teufel komm raus erhalten und viele Organisationen versuchen, traumatisierte Kinder aufzufangen.
    In Afghanisten hat man das alles längst aufgegeben, die Menschen haben resigniert. Mein afghanischer freund nennt es "Tote, die auf den Straßen laufen". Extrem leicht zu manipulierne und zu radikalisieren - für ein bisschen (verrückte) Hoffnung von Frieden (Paradies) tun manche alles.
    Die meisten Menschen aus Afghanistan brauchen viel mehr und schneller Hilfe als die Syrer, bekommen sie aber idr viel, viel später oder gar nicht, wenn es nur eine Duldung gibt. ("Sicheres Herkunftsland" - das ich nicht lache. Das ist so sicher, dass weiterhin Afghanen nach Damaskus flüchten, weil sie sich dort sicherer fühlen.)

    Danke, daß Du das geschrieben hast, Ohnezahn.


    Leider ist es so.


    Sehr traurig alles.