Wahnsinn, Messerstecherei in Regionalzug

  • Laut dem oben verlinkten Spiegel-Artikel hat er während seiner Flucht die Polizeibeamten angegriffen und wurde dann erschossen.

    Gut, das ändert dann wieder einiges.


    Wenn ich lese, daß ein Flüchtender erschossen wird, frag ich mich natürlich ob man den gleich töten mußte und nicht anders hätte aufhalten können.


    Ich hatte nur Infos aus dem Thread hier, noch keinen Link gelesen, sorry.

  • Seerose, also wirklich! Glaubst Du ernsthaft, die haben ihm in den Rücken geschossen auf der Flucht?

    Ich "glaube" erstmal gar nichts.
    Wie gesagt, hatte nur die Postings gelesen.

  • Einen Flüchtenden ohne weitere Gründe zu erschießen, wäre strafrechtlich ein (ungerechtfertigter) Totschlag. Ich hoffe, es glaubt niemand ernsthaft, dass das in Deutschland straflos wäre.

  • Also ich lese da, dass es fünf Verletzte gab. Vier davon schwer verletzt, weitere 14 körperlich (!) unversehrt.
    Was genau findest Du beeindruckend, angesichts der Tatsache, dass ein Viertel der im Zug Reisenden (schwer) verletzt wurde?

    Danke für die Korrektur, dann hatte ich das einfach falsch gelesen. Ich wunderte mich schon über die wenigen Verletzten, gerade deshalb:

    Tatsächlich gilt lt. meiner Polizei-Freundin ein Messer wohl mit als gefährlichste Bewaffnung,

    So habe ich das nämlich auch gelernt. Messerangriffe sind unheimlich schwer abzuwehren. Zur Axt kann ich dagegen nichts sagen.


    Trotzdem würden mich die genauen Abläufe des Polizeieinsatzes interessieren. Mein Vertrauen ist da nicht ganz so groß, sondern ich vermute aufgrund dessen, was ich bisher von und über Polizisten gehört habe, dass die auch keine besseren Menschen sind als der Rest von Deutschland und im Zweifel einen minderjährigen Flüchtling aus Afghanistan etwas schneller erschießen als wenn sich ein blonder Deutscher so verhalten hätte.


    Und was ist passiert, dass der Angreifer den Zug verlassen hat? Ist das vielleicht etwas, was man verallgemeinern kann?


    Na ja, Gewalt ist für uns ja nun auch nichts Neues.
    Ich erinnere mich an eine regelrechte "Welle" jugendlicher Amokläufer, die plötzlich in der Schule herumballerten. Das scheint - warum auch immer - ja nun nachzulassen, dafür gibt es andere Vorfälle.
    Irgendwie scheinen Menschen ihre Dosis Horror zu brauchen. :/

    Ich meine, es gab 2009 eine kurze Spitze bei den Amokläufen, vielleicht wurde auch nur verstärkt darüber berichtet.


    Von Messerangriffen in Zügen oder direkt dabei habe ich schon häufiger gehört. An Heiligabend letztes Jahr ist das bei Herborn passiert, da hat ein Mann die Polizisten angegriffen, die ihn aus dem Zug holen sollten, einer davon ist gestorben, der Angreifer wurde von dem anderen (?) erschossen.
    Zu den juristischen Lehrbuchfällen gehört ein Fall, der schon etwas älter ist, da hat ein Reisender einen anderen wegen des Streits um ein geöffnetes Fenster erstochen.


    Mir tun die armen Opfer sehr leid. :( Eigentlich ist es ja egal, aber irgendwie fühlt es sich besonders fies an, dass es sich wohl um Touristen auf Fernreise handelte.

    "Every day, in every vay, ve get better and better."

  • Susan, welche Nationalität hatte denn der Angreifer letztes Jahr, der ebenfalls von der Polizei erschlossen wurde?? Widersprichst du dir da nicht gerade selbst?!
    Da werden vier Menschen schwer verletzt und dann bist du der Meinung, dass die Polizisten da einen Unterschied nach der Nationalität machen, wenn sie vom Täter ebenfalls angegriffen werden? Was für eine wilde Spekulation.

  • War es nicht so, dass vor einigen Jahren ein Polizist sogar verurteilt wurde, weil er einen Täter erschossen hat und es sich hinterher herausgestellt hat, dass dieser nur eine Spielzeugpistole auf den Polizisten gerichtet hatte?


    Ich glaube kaum, dass es ein Polizist in D wagt erst zu schießen und dann zu fragen! Und ein Mitglied eines SEK erst recht nicht!

    „Ich mache nicht nur leere Versprechungen, ich halte mich auch daran.“
    (Edmund Stoiber im Wahlkampf 2005)

  • @Lhea, ist eine "Redewendung", die ich öfter von alten, erzkonservativen Männern höre "Bei so einem Menschen muß man erst schießen und dann fragen, was der eigentlich wollte!"


    Ich wollte nur sagen, dass ein Polizist in D sich sehr genau überlegt, ob er seine Dienstwaffe einsetzt.

    „Ich mache nicht nur leere Versprechungen, ich halte mich auch daran.“
    (Edmund Stoiber im Wahlkampf 2005)

  • Mein afghanischer freund nennt es "Tote, die auf den Straßen laufen". Extrem leicht zu manipulierne und zu radikalisieren - für ein bisschen (verrückte) Hoffnung von Frieden (Paradies) tun manche alles.
    Die meisten Menschen aus Afghanistan brauchen viel mehr und schneller Hilfe als die Syrer,

    Ich möchte das oben nochmal hervorheben, weil es m. E. durchaus zu dieser ganzen "Flüchtlingsdiskussion" gehört.


    Also der Täter war ja nun mal ein Flüchtling, ist einfach so.


    Ich glaube da wartet viel Arbeit auf die Behörden und Therapeuten in den jeweiligen Ländern. U. a. auch auf uns in Deutschland.


    Es gibt bestimmt Tausende von schwerst traumatisierten Menschen, die dringend Hilfe benötigen.


    U. a. auch deshalb um so etwas wie geschehen ist zu vermeiden.


    Ganz vermeiden kann man es nicht und ein eventuelles Trauma soll auch keine Entschuldigung für solch grausame Taten sein.


    Aber Ohnezahns Punkt ist so wichtig: Es gibt viele leicht zu manipulierende und radikalisierende Menschen dadurch.


    Das ist zum Beispiel etwas wo auch ich gerne bereit bin zu sagen, daß mich die Vorstellung erschreckt, mir auch gewissermaßen Angst macht.

  • War es nicht so, dass vor einigen Jahren ein Polizist sogar verurteilt wurde, weil er einen Täter erschossen hat und es sich hinterher herausgestellt hat, dass dieser nur eine Spielzeugpistole auf den Polizisten gerichtet hatte?


    Ich glaube kaum, dass es ein Polizist in D wagt erst zu schießen und dann zu fragen! Und ein Mitglied eines SEK erst recht nicht!

    Aber eben: es passiert! Polizistinnen sind Menschen, die machen durchaus auch Fehler, selbst wenn sie beim SEK sind.


    Und ich denke schon, dass die Behandlung von solchen Extremsituationen auch eine Art "Mode" durchläuft - und es sehr unterschiedliche Schulen der Deeskalation gibt.


    Liebe Grüsse


    Talpa

  • ich kenne eine frau, die wurde von ihrem exmann mit der axt angegriffen. die polizei hat ihn auch niedergeschossen und seinen tod billigend in kauf genommen. beide haben unglaublicherweise überlebt.


    nach der axttat waren die wände des raums auf 1,50 m und darunter mit blut, gewebe und knochensplittern voll. ich habe davon fotos gesehen.


    NATÜRLICH kümmert man sich als polizeibeamter da NICHT darum, was mit dem armen axthacker passiert, der wird erstmal weggeknipst, egal wie, ob er das überlebt, kann man sich später fragen!!!


    bei einem axt-und-messer-blutrausch vergleiche zu polizeikontrollen in den USA und den dort grundlos ermordeten zu ziehen ist fast abartig zynisch, sorry.

  • Es gibt Gesetze und umfangreiche Rechtsprechung zu Nothilfe- und Notwehrlagen. Das ist (bzw sollte es im Idealfall nicht sein) keine Entscheidung, die ein Polizist nach Gutdünken trifft. Natürlich können Polizisten auch Ermessensfehler machen und natürlich können sie auch aus Fremdenhass handeln. Na klar. Es sind Menschen!
    Aber darüber ein paar Stunden nach so einer Tat wild zu spekulieren, finde ich nicht angemessen.

  • War der Täter in einem geschlossenen Raum mit potentiellen Opfern?


    Und doch, einen Polizeibeamten hat es jederzeit zu kümmern, was mit seinem Gegenüber passiert - und wenn nicht wirklich unmittelbare Gefahr für Unbeteiligte oder einen Beamten bestand, dann wäre ein Schuss nicht gerechtfertigt.
    Ob und inwiefern das in dieser Situation gerechtfertigt war, wird ja zum Glück untersucht werden.
    Von dem bisschen was ich durch die Presse erfahren habe, bin ich noch etwas skeptisch.


    Liebe Grüsse


    Talpa

  • Susan, welche Nationalität hatte denn der Angreifer letztes Jahr, der ebenfalls von der Polizei erschlossen wurde?? Widersprichst du dir da nicht gerade selbst?!

    Ich muss mich korrigieren, der Mann wurde angeschossen, nicht erschossen. Er hatte den Polizisten bereits schwer verletzt, meine ich.
    Er kam aus dem Lahn-Dill-Kreis, meiner Erinnerung nach hatte er auch einen "sichtbaren Migrationshintergrund."

    @Susan (Zitieren klappt vom Handy aus nicht): jemand hat im Zug die Notbremse gezogen, und der Täter ist daraufhin aus dem Zug geflüchtet. Quelle: BR-Homepage http://www.br.de/nachrichten/u…f-wuerzburg-bahn-100.html

    Danke schön.

    "Every day, in every vay, ve get better and better."

  • Laut dem oben verlinkten Spiegel-Artikel hat er während seiner Flucht die Polizeibeamten angegriffen und wurde dann erschossen.

    Und selbst wenn er während der Flucht niemand angegriffen hätte... hätte man ihn etwa entkommen lassen sollen?

  • @liddy, das verstehe ich jetzt nicht? Tödlicher Schusswaffengebrauch, nur um jemanden nicht entkommen zu lassen, ist meistens strafbar, da nicht gerechtfertigt. Vielleicht habe ich dich jetzt aber missverstanden?

  • Von diesem Video redete ich weiter oben:


    KLICK


    Ich bin mir bewusst, dass es in Würzburg vielleicht eine komplett andere Situation war, dass die Beamten vielleicht mit gutem Grund ihre Entscheidung trafen etc...
    Ich wollte damit nur verdeutlichen, dass selbst im öffentlichen Raum eine Festnahme eines Irren mit einer beängstigenden Waffe möglich sein kann.


    Edit:

    Und selbst wenn er während der Flucht niemand angegriffen hätte... hätte man ihn etwa entkommen lassen sollen?

    Ich bin recht froh in Ländern zu leben, in denen es nicht üblich ist, flüchtende Menschen zu erschiessen!


    Liebe Grüsse


    Talpa