Das Böse lauert überall - Artikel zur Überbehütung

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  • Bei uns hat sich zB. die Anzahl der Unterrichtsstunden durch G8 geändert.
    Mehr Stunden, weniger freie Zeit. Die Sportvereine klagen auch über den Rückgang der Kinderzahlen (sofern sie nicht mit Ganztagsbetreuungen im Grundschulbereich kooperieren).

    • Offizieller Beitrag

    Wegen der "Regenpause": bei uns muss man ja zwangsweise, immer, bei jedem Wetter nach draussen. Aber es ist auch logisch, dass jedes Kind wettergerecht angezogen ist, die muss ja alle in die Schule laufen, teils von anderen Dörfern, teilweise durch den Wald. In der Oberstufe müssen sie mit dem Fahrrad den Schulweg 4x Täglich machen, da ist es logisch dass die Kinder entweder wasserdicht, oder windgeschützt oder sonnengeschützt in die Schule kommen.

    Aber bei uns haben sie nun ganz neu einen kleinen Unterstand gebaut auf dem Pausenhof, dass sich die Kinder wenigstens ein bisschen unterstellen können. Aber raus müssen alle.

  • Mich piekst das immer ziemlich an, wenn aus völlig anderen lebensumständen heraus das beurteilt wird, was andere machen: die Eltern, die ihre Kinder "weg organisieren" sind schlichtweg nicht daheim. Sie "beglucken" ihre Kinder nicht aus Angst vor was auch immer sondern sie haben keine list, einen achtjährigen von Schulschluss bis um fünf alleine zu Hause zu wissen.

    mein sohn sein freund ist einer der selbständigsten kinder die ich kenne, mutter fast nie zu hause, muss selber kochen, aufräumen, etc. sie arbeitet, geht zur schule und ist AE. trotzdem ist dass einer der kinder die am meisten draussen sind. das eine schliesst das andere also nicht aus. bei uns haben die meisten arbeitenden mütter tagesmütter. wir haben einen mittagstisch, der aber nicht so wahnsinnig genutzt wird.
    wenn ich nicht da bin, gehen meine kinder zu meiner mutter essen (gleich nebenan).
    neela: meine tochter ist ja ein handy-suchti, macht aber ständig ab. sie sind dann einfach draussen in der gruppe am handy. :D :D . ja und die jungs die am meisten draussen sind, sind mit abstand auch die sportlichsten. das muss mal gesagt werden. es gibt in der 6. 2 jungs die fast nur zu hause sind und gamen..den eltern ist das auch egal und das sieht man auch dass die sich kaum mehr bewegen.
    aber dass war jetzt etwas am thema vorbei. aja die obenerwähnte Mutter schliesst alle medien weg wenn sie nicht da ist.

  • Hast du eine Erklärung dafür? Ist ja dann dasselbe Phänomen wie in dem Artikel beschrieben. Sind die Schweizer auch so ängstlich wies von den Amerikanern beschrieben wird?

    ja doch, ich kenne viele ängstliche mütter. schweizer bünzlis halt. :D :D

  • @Sonja37 du schreibst : "mein sohn sein freund ist einer der selbständigsten kinder die ich kenne, mutter fast nie zu hause, muss selber kochen, aufräumen, etc"

    Äh ja....und das findest du für nen 10jährigen erstrebenswert? Nicht wirklich oder? Ausser selbstständig zu sein bleibt ihm ja nicht viel anderes übrig... Und dass er viel draußen ist ist auch nicht verwunderlich, wenn er daheim niemanden hat, der ihn hält ...

  • Das würde ich bei einem 10jährigen leider eher unter "Verwahrlosung" einordnen, auch wenn so ein Urteil natürlich aus der Ferne kaum gefällt werden kann.

    es grüßt rosarot mit himmelblau (* april 09) und kunterbunt (*märz 11)

  • Aber da sieht man ja schon, wie die Meinungen auseinandergehen. Was für die einen erstrebenswerte Selbstständigkeit ist, ist für andere Vernachlässigung.

    Ich war immer nachmittags von einer Tagesmutter (der Nachbarin) betreut, bin dann aber, als ich älter wurde, immer nach dem Mittagessen dort nach Hause gegangen. Irgendwann gab es einfach keinen Sinn mehr, so viel Geld für die nicht genutzte Nachmittagsbetreuung auszugeben. Da war ich 11. Dass ich darum traurig war, kann ich nicht gerade behaupten. So richtig selbst gekocht hab ich aber nicht, sondern mir Fertigzeugs selbst gemacht (und aufgeräumt schon mal gar nicht :D ).

  • irgendwie ist es schräg, ich meine, ich hatte als kind flötenunterricht, klavierunterricht, ein paar jahre ballett, ballett wurde von pfadi abgelöst, ich hatte privaten englischunterricht. trotzdem war drumherum viel spielzeit. und ich viel draussen. - jedenfalls so ab 8/9. was hat sich da denn so geändert? besonders hier in ch, wo die kinder ja wenig fremdbetreut werden.

    nein, ich glaube nicht, dass die heutigen Kinder hier weniger Zeit haben. Mein Jüngster hat noch drei Hobbys pro Woche (jeweils à 1,5 - 2 Stunden) und daneben wirklich massig Zeit zum raus gehen / abmachen etc. Aber logo, ohne andere Kinder macht ihn gerade das rausgehen nicht wirklich viel Spass :( Er verabredet sich zwar relativ häufig, aber die müssen dann z.B. um 17 Uhr wieder heim, dann hockt mein Kind im Sommer bei schönem Wetter von fünf Uhr nachmittags bis er ins Bett geht drinnen #kreischen Ich finde das so schade und eigentlich auch eher mühsam. Denn wir als Eltern schnappen ihn uns dann und machen halt noch spontan eine kleine Fahrradtour, Spaziergang oder spielen auf der Strasse Tennis. Aber eigentlich würde er doch viel lieber mit Freunden rumziehen.

    Einmal editiert, zuletzt von neela (16. August 2016 um 14:59)

  • nein, ich glaube nicht, dass die heutigen Kinder hier weniger Zeit haben. Mein Jüngster hat noch drei Hobbys pro Woche (jeweils à 1,5 - 2 Stunden) und daneben wirklich massig Zeit zum raus gehen / abmachen etc. Aber logo, ohne andere Kinder macht ihn gerade das rausgehen nicht wirklich viel Spass :( Er verabredet sich zwar relativ häufig, aber die müssen dann z.B. um 17 Uhr wieder heim, dann hockt mein Kind im Sommer bei schönem Wetter von fünf Uhr nachmittags bis er ins Bett geht drinnen #kreischen Ich finde das so schade und eigentlich auch eher mühsam. Denn wir als Eltern schnappen ihn uns dann und machen halt noch spontan eine kleine Fahrradtour, Spaziergang oder spielen auf der Strasse Tennis. Aber eigentlich würde er doch viel lieber mit Freunden rumziehen.


    17h?!? ernsthaft? warum das denn? klar, irgendwann wird abend gegessen, aber 17h ist dafür doch ein wenig arg früh bei grundschulkindern. allesamt so früh rein? warum?

    mit elfchen 04/09 und minielfchen 03/12

    quand ta thèse te pousse à bout et que tu veux tout arrêter kannste vergessen.

    #rose 49,7

  • Aber da sieht man ja schon, wie die Meinungen auseinandergehen. Was für die einen erstrebenswerte Selbstständigkeit ist, ist für andere Vernachlässigung.

    Ich war immer nachmittags von einer Tagesmutter (der Nachbarin) betreut, bin dann aber, als ich älter wurde, immer nach dem Mittagessen dort nach Hause gegangen. Irgendwann gab es einfach keinen Sinn mehr, so viel Geld für die nicht genutzte Nachmittagsbetreuung auszugeben. Da war ich 11. Dass ich darum traurig war, kann ich nicht gerade behaupten. So richtig selbst gekocht hab ich aber nicht, sondern mir Fertigzeugs selbst gemacht (und aufgeräumt schon mal gar nicht :D ).

    hera, es ist doch ein ganz gewaltiger Unterschied, ob der Knabe, der jetzt 10 wird das seit Jahren so macht, weil es sich nicht anders regeln lässt oder ob du mit elf Jahren dich von deiner Tagesmutter "abtrainierst", nachdem du bis dahin von ihr umsorgt wurdest.

    Wie geschrieben hört hier die nachmittags Betreuung auch mit der weiterführenden Schule mit 10 Jahren auf, ab da sind dann alle auf sich gestellt

    Vernachlässigen würde ich es allerdings auch nicht nennen, das setzt so was intentionales voraus, aber ich finde die Situation fur ein Kind in dem Alter (v.a. in den Jahren davor) nicht erstrebenswert.

  • Ist Vernachlässigung echt intentional? Meinst du, Eltern die das machen, machen das bewusst? Würde ich nicht sagen, viele wissen es nicht besser, können es vielleicht nicht besser, sei es nun aus "persönlichen" Gründen oder aus wirtschaftlichen. Vernachlässigung ist es dennoch. Ich war selber als Kind ganz oft auf mich alleine gestellt, meine Mutter "konnte" mir nicht mehr geben. Ich habe das lange Jahre als "Ich war frei und selbstständig" eingeordnet, vielleicht wäre die andere Sicht für mich damals zu schmerzhaft gewesen, Selbstschutz. Das Wort hat den Umständen meine Therapeutin gegeben, und ja, es traf alles viel besser. Und nein, intentional war es nicht von meiner Mutter.

    es grüßt rosarot mit himmelblau (* april 09) und kunterbunt (*märz 11)


  • 17h?!? ernsthaft? warum das denn? klar, irgendwann wird abend gegessen, aber 17h ist dafür doch ein wenig arg früh bei grundschulkindern. allesamt so früh rein? warum?

    Das musst du nicht mich fragen :) ich finde das völlig bescheuert. Manchmal habe ich das Gefühl, einige leben nach ganz sturen Regeln und Ritualen...egal was für Wetter draussen ist :D
    Und nein, natürlich nicht alle Kinder im ganzen Quartier, aber eben seine Freunde. Wir wohnen oberhalb des Schulhauses, keine zwei Minuten zum laufen. Er geht öfters dahin schauen ob er jemanden trifft, leider jeweils nur noch meist viel jüngere Kinder (er ist knapp 10).
    Wir haben bis vor 11 Jahren in einer Überbauung gewohnt, da waren die Kids durchgehend den ganzen Tag draussen und nur jeweils zum essen kurz drinnen. Ich habe dort noch Kontakte und auch da ist es mittlerweile gar nicht mehr so, dass der Spielplatz von einer Horde Kinder überflutet wird.
    Für mich ist es auf jeden Fall ein Reizthema und macht mich oft traurig. Und gerade weil ich Kinder mit grossen Altersabständen habe sehe ich ganz deutlich, wie es sich in die falsche Richtung entwickelt und verändert hat. (Mein Grosser und der Jüngste sind 10 Jahre auseinander). Wobei man auch klar sagen muss, dass die unmittelbare Umgebung auch viel ausmacht.
    Bei uns dürfen die Kinder ein und aus gehen so wie sie wollen, Besuch ist immer willkommen. Das ist bei weitem nicht überall der Fall. Viele wollen lieber keine zusätzlichen (Besuchs)Kinder bei sich zu Hause. Und ich spreche hier ja nicht von 5-jährigen :)

  • Ist Vernachlässigung echt intentional? Meinst du, Eltern die das machen, machen das bewusst? Würde ich nicht sagen, viele wissen es nicht besser, können es vielleicht nicht besser, sei es nun aus "persönlichen" Gründen oder aus wirtschaftlichen. Vernachlässigung ist es dennoch. Ich war selber als Kind ganz oft auf mich alleine gestellt, meine Mutter "konnte" mir nicht mehr geben. Ich habe das lange Jahre als "Ich war frei und selbstständig" eingeordnet, vielleicht wäre die andere Sicht für mich damals zu schmerzhaft gewesen, Selbstschutz. Das Wort hat den Umständen meine Therapeutin gegeben, und ja, es traf alles viel besser. Und nein, intentional war es nicht von meiner Mutter.

    Interessante Frage. Ich stelle fest, ziemlich viele Dinge bewusst zu tun, die meine Schwiegermutter für Vernachlässigung hält:
    Kind in den Waldkindergarten schicken, wo es bei jedem Wetter viel draußen sein muss
    Kind auf dem Spielplatz nicht permanent in "Greifnähe" begleiten, da es möglicherweise fallen, stolpern, den Halt verlieren etc. könnte
    Kind mit dem Laufrad bis zur nächsten Straßenecke voraus fahren lassen, ohne nebenher zu rennen
    Kind ohne Hausschuhe oder Stoppersocken in der Wohnung laufen lassen
    Kind entscheiden lassen, wann es schläft
    nicht loben und strafen
    kein Kinderzimmer haben

  • @rosarot, da hast du Recht, wahrscheinlich ist Vernachlässigung meist nicht absichtlich sondern ein Ausdruck von Unvermögen.

    Die Mutter in sonjas Beispiel handelt wohl weder absichtlich so, dass sie ihrem Kind Zuwendung und Zeit verwehrt noch ist sie nicht in der Lage, das Bedürfnis zu sehen oder zu stillen. Vielleicht trifft es am ehesten,cwenn man sagt, sie ist aus materiellen Gründen dazu gezwungen, es so zu handhaben? Zumindest würde ich davon ausgehen, dass sie die beschriebene Situation nicht freiwillig herbeigeführt hat

  • Hier in Irland ist es mir auch schon aufgefallen:

    Ich habe mein Schulkind zur Übung des Schulwegs ca. hundert Meter vor laufen lassen, da bin ich schon drauf angesprochen worden, ob ich dazu gehöre, man mache sich Sorgen, dass das Kind alleine laufe. Niemand läuft hier alleine zur Schule, die große Mehrheit fährt, ein paar wenige laufen mit ihren Eltern. Den öffentlichen Bus darf man erst ab 12 benutzen. In Deutschland scheint immer noch empfohlen zu werden, dass Kinder zur Schule laufen (nach einer gewissen Übungszeit auch alleine), hier rät die Road Safety Authority, dass kein Kind unter 10 eine Straße alleine überqueren sollte.
    Mein Sohn und einige seiner Freunde dürfen in der Wohngegend spielen ohne durchgehend beobachtet zu sein, einige Nachbarn achten aber darauf, dass ihnen ihre Kinder (im alter von ca. 8 Jahren) niemals aus dem Sichtfeld laufen.

  • Hier wird sogar sehr stark daran gearbeitet, dass die Kinder den Schulweg zu Fuß bewältigen.
    Wenn zu viele Eltern ihre Kinder mit dem Auto zur Schule bringen, gibt es vor der Schule ein Verkehrschaos und dann ist es natürlich auch wieder für die zu Fuß gehenden Kinder gefährlich ist.

    Wir haben dieses Jahr vom Elternrat nochmal Informationsblatt zum 0. Elternabend mitgegeben mit der Bitte, die Kinder zu Fuß zur Schule zu schicken (ggf. halt zu Fuß begleiten).
    Es gibt auch eine deutschlandweite Aktion dazu: http://www.zu-fuss-zur-schule.de/. Da macht unsere Schule auch mit.

  • Hier wird sogar sehr stark daran gearbeitet, dass die Kinder den Schulweg zu Fuß bewältigen.
    Wenn zu viele Eltern ihre Kinder mit dem Auto zur Schule bringen, gibt es vor der Schule ein Verkehrschaos und dann ist es natürlich auch wieder für die zu Fuß gehenden Kinder gefährlich ist.

    Wir haben dieses Jahr vom Elternrat nochmal Informationsblatt zum 0. Elternabend mitgegeben mit der Bitte, die Kinder zu Fuß zur Schule zu schicken (ggf. halt zu Fuß begleiten).
    Es gibt auch eine deutschlandweite Aktion dazu: http://www.zu-fuss-zur-schule.de/. Da macht unsere Schule auch mit.


    das ist hier ganz klar auch so. die kinder sollen möglichst von anfang an alleine gehen. aber das wird ja auch schon bei kindergartenkindern so gehandhabt.

    mit elfchen 04/09 und minielfchen 03/12

    quand ta thèse te pousse à bout et que tu veux tout arrêter kannste vergessen.

    #rose 49,7

  • Zu den regenpausen: wir, eher kleinstadt, hatten verwandtschaft in der großstadt und haben uns immer etwas lustig gemacht, über deren winterkleidung. Viel zu dünn, nicht wasserfest. In unseren augen, total unpassend.

    So, jetzt lebe ich in der großstadt. Und was soll ich sagen. Jetzt ziehe ich auch solche sachen an. Winterstiefel brauche ich nicht. Wasserdicht ist meist unnötig und kann durch ein schirm ersetzt werden. Warum? Die öffentlichen bringen einen warm und trocken ans ziel. 20-40min fahren die meisten und würden sich beim sitzen flüssig schwitzen und für die kurzen laufwege zum ziel lohnen sich dicke wintersachen nicht. Gleiches gilt für regen. Wir sind letztens zu zwei bibliotheken gefahren, an einem regnerischen tag und blieben trocken. Die ubahn hat ausgänge, direkt an den zielen. Zum teil kommt man nicht mal an die luft und ist schon angekommen. Unvorstellbar in der kleinstadt. Warum sollten die kinder dann groß anders an kleidung ausgerüstet sein?

  • also das kind in meinem beispiel ist mittlerweile 11. die mutter ist jetzt nicht ständig abwesend; kümmert sich so gut sie kann. aber sie waren schon sehr früh alleine zu hause am mittag. meinem bald 10-jährigen würde ich über mittag noch nicht alleine lassen, meine 13-jährige schon.
    naja ist nicht meins wie sies macht, die 2 jungs würde ich jetzt aber nicht als vernachlässigt einordnen..
    so und jetzt lassen wir es ruhen und wenden uns wieder dem eigentlichen thema zu.