Linkshänder-Kind in Rechtshänder-Familie

  • Meine Tochter ist 4,5 Jahre alt und Linkshänderin. Alle gut soweit - nur dass wir alle inkl. Großeltern, Tanten, Onkels usw. Rechtshänder sind.


    Bis jetzt ging es recht einfach: das Besteck haben wir ihr mittig hingelegt, zum Schneiden hatte sie eine Linkshänderschere. Alles unproblematisch.


    Vor einem Monat fing es an: sie will lernen, wie man Schuhbänder bindet. Da musste ich mir das zuerst selbst auf links beibringen, um es ihr dann zu zeigen.


    Und jetzt will sie häkeln lernen. Ich hab´s heute versucht mit links. Ich hab KEINE Chance...Am Ende waren wir beide frustriert. Ich, weil ich es ihr nicht zeigen konnte, sie weil sie es nicht einfach selbst machen konnte...


    Habt ihr Tipps für mich? Irgendwelche Webseiten oder sonst was? Das ist sicher erst der Anfang...

    You never forget a person who came to you with a torch in the dark.

  • Kenne ich leider zu gut. Ich bin auch so ein Linkshänderkind in einer Rechtshänderfamilie. Was war das ein Kampf mit Stricken und Häkeln - bis wir im Ort eine alte Dame ausfindig gemacht haben, die auch Linkshänderin war und mir das endlich alles "richtig rum" zeigen konnte - was eine Erleichterung. Ich würde mal die Suchfunktion von you*ube bemühen, da findet sich doch sicher was.

    Mal bist du die Taube, mal bist du das Denkmal.

  • Ich bin auch Linkshänderin. Häkeln und Stricken habe ich rechts gelernt. Keine Ahnung, ob das andersrum einfacher wäre (für mich fühlt es sich rechts richtig an), aber ich muss sagen, ich bin ganz froh, es rechts zu machen, sonst würde ich bei komplizierten Anleitungen aussteigen.
    Dass es beim Schleife binden andersrum sein könnte, darauf wäre ich gar nicht gekommen #gruebel . Ich lege erst die rechte Schlaufe, dann von links die zweite hintendrum und ziehe dann von vorne nach hinten durch. Macht Ihr das anders?


    Besteck würde ich konsequent links rum beibringen. Ich bin mir immer zwischendurch unsicher, wie rum es gehört und wechsel dann Messer und Gabel hin und her (habe mir angewöhnt, die Gabel beim Essen links zu halten, aber auch links zu schneiden). Ist mir immer peinlich, dass meine Tischsitten nicht stimmen.

  • Ehrlich? Bei so Sachen wie Schuhbändern oder Häkeln finde ich es beinahe übertrieben, das mit der "richtigen Hand" beizubringen. Ich kenne mehrere Linkshänder von denen, glaube ich, nur einer mit links schneidet.


    Es ist einfach pragmatischer, beide Hände zu schulen. Die wirklichen Geschicklichkeitssachen kann man ja dann mit der richtigen Hand machen, aber so Alltagskram würde ich auf rechts versuchen. Wobei es auch sein kann, dass die Leute, die ich kenne, echt bisschen ambidexter sind. Viele von denen sind Musiker, darum komm ich drauf. Und Schlagzeug, Flöte und Klavier spielt man ja auch mit beiden Händen. Gitarre kenne ich auch so wie so....nicht alle Linkshänder haben eine Links-Gitarre.


    Ich würde mir kein Bein ausreißen, sondern entweder versuchen, mich dem Kind gegenüber zu setzen, um etwas zu zeigen und es einfach spiegeln lassen (kann mir vorstellen, dass das gut funktioniert) oder es wirklich erstmal auf rechts probieren. Manchmal brauchts einfach nur ein bissche Zeit, bis Kinder das selbst auf die ihnen angenehme Seite übersetzen. Ein Freund war aber schon mit fünf so genervt, dass er nicht mehr mit links sondern mit rechts schneiden wollte. Die Links-Schere war ihm zu stumpf. #hammer

  • Der Pimpf ist auch ein Linkshänder in einer reinen Rechtshänderfamilie (bis auf den Papa der zumindestens wie ein Linkshänder das Besteck hält).
    Was wir machen wenn es schwierig wird: gegenüber hinsetzen. Dann klappt es manchmal besser.

    Strength doesn't come from what you can do. It comes from overcoming the things you once thought you couldn't.

  • Was wir machen wenn es schwierig wird: gegenüber hinsetzen. Dann klappt es manchmal besser.

    Danke! Das werde ich versuchen.


    Es fühlt sich für mich einfach falsch an, ihr die Dinge einfach rechts rum beizubringen. Ich möchte sie nicht beeinflussen :/

    You never forget a person who came to you with a torch in the dark.

  • Ich bin auch Linkshänderin. Häkeln und Stricken habe ich rechts gelernt. Keine Ahnung, ob das andersrum einfacher wäre (für mich fühlt es sich rechts richtig an), aber ich muss sagen, ich bin ganz froh, es rechts zu machen, sonst würde ich bei komplizierten Anleitungen aussteigen.

    Ich habe Häkeln und Stricken auch wie die Rechtshänder gelernt und kann es mir anders kaum vorstellen, obwohl es ja eigentlich einfacher sein müsste. Aber das Gelernte ist so "drin"... und gerade dein Argument, Alsura, finde ich in diesem Fall durchaus stichhaltig.


    Auf youtube gibt es aber Anleitungen, die hier z.B.
    https://www.youtube.com/playli…Rs1lu6iiWvyTMq5EP1OjsIC4R


    Was klappen könnte, ist, wenn ihr euch gegenüber setzt und sie einfach alles spiegelbildlich macht. Dann sollte doch eigentlich das richtige herauskommen, oder?


    Dass es beim Schleife binden andersrum sein könnte, darauf wäre ich gar nicht gekommen . Ich lege erst die rechte Schlaufe, dann von links die zweite hintendrum und ziehe dann von vorne nach hinten durch. Macht Ihr das anders?

    Ich lege die linke Schlaufe, lege mit rechts das andere Bändsel drum herum und ziehe es mit links von hinten rechts nach vorne links durch, um die zweite Schlaufe zu kriegen.
    Wenn ich Schlaufen mit zwei Schlaufen binde (also wo man von vorneherein zwei Schlaufen bildet und die dann miteinander verknotet), lege ich die rechte vor die linke und ziehe sie dann von hinten nach vorne durch.


    Meine Mama ist (umgeschulte) Linkshänderin, mein Papa Rechtshänder und ich habe keine Ahnung, von wem ich das gelernt habe.


    Die Links-Schere war ihm zu stumpf.


    Na ja, Händigkeit ist ja nicht alles. Ich schneide auch auf Links lieber mit einer scharfen als mit einer stumpfen Schere.


    Oder was wolltest du sagen? #gruebel


    Ich habe übrigens noch keine Linkshänder-Nagelschere gefunden, mit der ich gerne schneide. Verwende weiter die Rechtshänder-Scheren dafür (wobei es sich hier auch nochmal relativiert, weil man ja auch die Nägel an der linken Hand schneiden muss. ;))


    Dagegen bin ich total froh über meine Linkshänder-Papierscheren. Es ist echt toll, beim Schneiden die Linie sehen zu können, auf der man schneidet, ohne die Hand verdrehen zu müssen. Ich habe mehrere ganz günstige von Fackelmann bei Amazon bestellt, die schneiden prima Papier, Schnittlauch, Stoff, egal was.

  • Das ist keine Einflussnahme. Entweder, sie packt das, oder eben nicht...


    Schreiben, Malen, Geschicklichkeitsdinge...das kann sie selbst machen, wie es angenehm ist. Aber so Sachen wie Stricken sind eben auch hochkomplex vom Ablauf her, das kannste gar nicht mal eben "umdenken", um es ihr zu zeigen. Das kann man zeigen und eben (wie ich schrieb) "spiegeln lassen" - oder man lässt es drauf ankommen, ob sie es auch so kann.


    Wovor ich natürlich auch warnen würde, wäre, zu viel auf rechts zuzumuten. Ich kenne ältere Linkshänder-Semester, die noch "umerzogen" wurden. Die haben teilweise massive Probleme in ihren rechten Händen, weil sie einfach auf der Seite überlastet sind. Das klingt erstmal seltsam, aber man muss sich vor Augen führen, dass man falschhändig viel verkrampfter ist als richtighändig. Wenn ein Rechtshänder umerzogen würde, so hätte das auch die Konsequenz eines in den allermeisten Fällen schlimmen Schriftbildes und einer verkrampfteren Haltung.


    Ich kann beidhändig lesbar schreiben, aber es strengt mich links mehr an als rechts. Dafür kann ich rechts auch super über Kopf schreiben und malen. Das findet man eben alles erst raus, wenn mans mal probiert.

  • Na ja, Händigkeit ist ja nicht alles. Ich schneide auch auf Links lieber mit einer scharfen als mit einer stumpfen Schere.


    Oder was wolltest du sagen?

    Hehe, nee. Klar. Aber er war ein komisches Kind, was eben im Kiga permanent frustriert war, da die Linkshänderscheren wohl minderer Qualität waren. Und auch zu Hause gabs nur so ne Feile. Die Mutter ist, glaube ich, Näherin oder Schneiderin. Die hatte sonst scharfe Scheren da. Dann hat sich der Junge aus Pragmatismus umorientiert und ist nicht mehr davon abgewichen. :D

  • Wir haben die Linkshänder im Familien- und Freundeskreis gefragt, die konnten es zeigen.


    Ich habe es versucht dem Kind so beizubringen, wie ich es mache.
    Das hat aber nicht funktioniert.


    Schleife binden hat tatsächlich erst geklappt, als ein Linkshänder es gezeigt hat.


    Von daher gibt es bestimmt Linkshänder, die es ohne Probleme mit der rechten Hand schaffen, aber auch solche, die es nicht können.

    Ich schreibe meine persönlichen Erfahrungen und über mein persönliches Umfeld. Manchmal schreibe ich auch davon, was mir Familie oder Freunde so berichten, das steht dann aber dabei.
    Ich schreibe nicht über ein anderes Umfeld oder andere Erahrungen und tatsächlich nicht über ein ganzes Land oder die ganze Welt.
    Dafür bin ich viel zu klein und unwissend, als dass ich der Meinung sein könnte, dass ich weiß, wie es überall so funktioniert. #herzen

  • ich bin auch Linkshänder und bin schliesse mich krötenmutti an. Zeig ihr doch einfach wie du die Schuhe bindest und wenn sie es dann so lernen kann, ist alles gut. Wenn es ihr Grosse Mühe bereitet kannst du immer noch weiterschauen.
    Ich wurde nie am linkshändig sein gehindert und niemand wollte mich "umerziehen", aber einige Sachen habe ich einfach mit rechts gelernt. Früher gab es keine Linkshänderscheren oder solche Sachen. Ich schneide heute genau so gut rechts wie jeder Rechtshänder, ohne dass ich je das Gefühl hatte benachteiligt zu sein.

  • Ich würde wohl rumfragen... irgendwo wird es Linkshänder geben in eurer Umgebung, die es evt. auch direkt deiner Tochter zeigen können.


    Ich selber bin als Rechtshänder groß worden. Mittlerweile bin ich aber sehr skeptisch und glaube evt. gebürtig doch Linkshänderin gewesen zu sein und alleine durch soziale Anpassung im Kiga und durch kommentierende Verwandte mich selber so dazu gebracht habe.
    Die Schleife habe ich mir z.B. im Kindergarten im wesentlichen alleine beigebracht. Ich mache eine Linkshändereschleife. Nun ist halt die Frage, ob das wirklich meine Errungenschaft war oder ob ich doch mal mit meiner linkshändischen Oma geübt habe damals.
    So oder so, bin ich mit meinen motorischen Fähigkeiten recht unzufrieden. Daher habe ich mir angewöhnt die linke Hand ein wenig zu trainieren und wenigstens mehr mit einzubeziehen.


    Andererseits muss man aber auch wieder sagen, dass in meiner Herkunftsfamilie sowohl mein Vater und auch meine Oma eben zu Rechtshändern umerzogen wurden und denen scheint das beiden eher nicht geschadet zu haben. Mein Vater sieht das total locker und ist eben im Grunde Beideshänder. Während ich das Gefühl habe ein gar-kein-Händer/Nichtskönner zu sein in motor. Dingen. Es kann also auch sein, dass es überhaupt nicht dramatisch wäre mit rechts zu häkeln oder die Schleife zu binden.
    Ich würde es wohl trotzdem versuchen es eher auf die Linkshänderart zu ermöglichen, wenn sich dafür ein Linkshänder finden würde, der es zeigt.

    LG Miriam mit 2 Jungs (2004 und 2006)

  • ich bin auch Linkshänderin, für meine mich Ist/war es immer am einfachsten alles "normal" mit rechts gezeigt zu bekommen, ich habe es mir dann gut umdenken können.


    Finde oft, wenn es mir dann krampfhaft mit links gezeigt wird, ist es nur komplizierter.


    Häkeln, stricken mache ich alles mit links, habe es aber immer von Rechtshänder gelernt.
    Und wie ich genau die Schuhe zubinde müsste ich erst schauen.
    Besteck habe ich auch selber immer vertauscht, ohne das es für mich extra hingelegt wurde.


    Bin mal gespannt wie es bei meiner Tochter wird, mein Mann ist auch Linkshänder

  • Mit dem "umerziehen" oder "auf rechts beibringen" wäre ich vorsichtig. Ich hatte in der ersten Klasse eine Lehrerin, die unbedingt meinte, mich zum Schreiben mit der rechten Hand bringen zu müssen. Zum Glück sind wir Ende der ersten Klasse umgezogen und ich durfte von da ab mit links Schreiben. Trotzdem ist mir ein kleiner "Sprachfehler" geblieben, der sich wohl gerne einschleicht bei "umerzogenen" Linkshändern: ich würfle manchmal Wörter im Satz durcheinander.

    Mal bist du die Taube, mal bist du das Denkmal.

  • Mein Mann ist Linkshänder, ich bin Rechtshänderin. Wir haben festgestellt, dass wir vieles parallel tun, d.h., er macht verständlicherweise Vieles mit rechts, weil das so mit dem Werkzeug im weitesten Sinne am besten klappt: Besteck, Computermaus... Lustigerweise mache ich vieles mit links, was man bei einer Rechtshänderin eigentlich nicht erwarten sollte. Meine Schleifen sind immer Linkshänderschleifen, wenn ich Knoten auffriemele, dann mache ich die Pisselsabeit mit links, ich schreibe an der tafel mit beiden Händen, wenn auch mirt rechts geübter (praktisch, wenn's 2 Farben braucht).


    Worauf ich raus will: Vermutlich sind die wenigsten Menschen 100%ig in ihrer Händigkeit. Und das Gegenteil von Zwang und Umerziehung ist Vorbild und Geduld. Das Vorbild ist hier ja nun oft spiegelverkehrt - so what?


    also: Ich wünde nicht so weit gehen, mit links das Häkeln lehren zu wollen oder so. Erst, wenn es mit rechts oder vom Gegenüber aus ums Verrecken nicht klappt, dann könntest du ein Linkshändervorbild suchen. Alles natürlich anbieten und beobachten, wie es angenommen wird (gedret oder nicht - dein Kind kann das schon.)

    तत् त्वम् असि

  • Ich bin Linkshänderin. Stricken habe ich so gelernt, dass mir ein Rechtshänder gegenüber saß - also gespiegelt. Das funktioniert!


    Gitarre spiele ich aber "rechts rum". Ich habe keine Ahnung, ob es mir gedreht leichter gefallen wäre - die Frage wurde gar nicht gestellt. Erst viel später habe ich mal gesehen, dass jemand anders herum spielte.


    Ich bin ziemlich stark linkshändig und da auch ziemlich empfindlich, heißt, ich ärgere mich oft darüber, das die "ganze Welt" für Rechtshänder eingerichtet ist und es mir schwerer fällt. Vor diesem Hintergrund freue ich mich über alles und jeden, der darauf Rücksicht nimmt. Ich tue mich deshalb schwer mit dem Tipp, es "leicht" zu nehmen und immer erstmal auf "Rechtshänderart" es zu versuchen - auch wenn ich das Argument der Alltagsprakikabilität durchaus nachvollziehen kann. (Muss auch zugeben, dass ich eine diebische Freude daran habe, wenn Rechtshänder an meinem Arbeitsplatz sitzen, die Maus suchen, um dann völlig verunsichert rumzuklicken.... :-).... weil ich daran sehe, dass ich mich eben nicht anstelle, sondern es wirklich schwierig ist mit der "falschen" Hand).

  • Warum sollte das erst der Anfang sein? Mein Sohn ist auch Linkshänder und fast 8. Das einzige, worüber ich mir bislang Gedanken gemacht habe, ist Schleife binden. Das habe ich ihm tatsächlich mit links gezeigt. (Häkeln und Stricken kann ich selber nicht, das fällt flach.)
    Überhaupt ist seine Linkshändigkeit hier eigentlich kein Thema.

  • Hallo,


    Ich finde es keineswegs übertrieben, einem linkshändigen Kind auch Alltagsfähigkeiten händigkeitsgerecht beizubringen. Im Gegenteil, ich finde, es sollte eine Selbstverständlichkeit sein.


    Es"drauf ankommen zu lassen" - entweder das Kind packt es oder es hat halt Pech gehabt- finde ich da schon recht unfair. Und leider können da auch auch Vorbild und Geduld - ungewollt - dazu führen, daß ein Kind Dinge "falschrum" lernt - eben weil es geduldig immer gezeigt bekommt, wie etwas geht und es immer wieder nachmacht, was ein "anders-händiger" ihm vormacht, bis es klappt. Aber andersrum wäre es so viel leichter gewesen...


    Der Tipp sich gegenüber hinzusetzen ist gut, linkshändige Kinder lernen meist schnell gespiegelt zu lernen und bei Anleitungen umzudenken.


    Wenn es so einfach und egal wäre, alles auch andersrum zu machen - warum lernen dann nicht der Erwachsene mal eben schnell um und bringt es dem Kind dann so bei? Das sollte dann doch die einfachere Version sein. Aber in den meisten Fällen ist doch vermutlich anders - weil es eben doch nicht so einfach ist, in die "falsche" Richtung zu arbeiten. Aber für Kinder sollte das kein Problem sein?


    Ich kannte z.B. ein Kind,dessen Eltern auch meinten, daß Sachen wie Linkshänderschere und linkshändige Anleitungen Mumpitz wären - mit dem Ergebnis, daß das ansonsten unglaublich kreative und geschickte Kind alle Bastelarbeiten und sonstigen feinmotorischen Angebote mied.


    Wenn die Linkshänderschere zu stumpf ist, wäre aus meiner Sicht nicht eine Rechtshänderschere die passende Alternative - sondern eine gut schneidende, scharfe Linkshänderschere (hochwertige Scheren kann man auch schleifen lassen).
    Ein Rechtshänder würde sich doch auch nicht mal eben eine LH-Schere kaufen, nur weil seine alte RH-Schere stumpf geworden ist.


    Da sehe ich schon durchaus auch die Eltern in der Verantwortung für gute Werkzeuge zu sorgen und auch dem Kind zu erklären, warum händigkeitsgerechtes Arbeiten wichtig ist. Bei einem rechthändigen Kind würde man ja auch Einfluss nehmen, wenn es plötzlich alles mit links machen würde, nur weil der Freund LH ist und es das so cool findet. Ein paar Versuche sind natürlich OK, aber würde es dauerhaft links arbeiten wollen, würde man doch auch eingreifen.


    Beide Hände kann man sehr gut trotzdem schulen - bei beidhändigen Tätigkeiten wie Kneten (Knete, Kuchenteig), Suchspielen (kleine Gegenstände aus Sand oder Erbsen zu fischen...)
    Einem RH-Kind würde man ja auch nicht absichtlich Tätigkeiten linksrum beibringen,nur damit es beidhändig geschickt wird.


    Edit: Gitarre spielen hat mein Sohn zuerst "rechthändig" angefangen, weil unsere Gitarren hier halt so sind. Damals bin ich auch noch der Mär vom Vorteil beim Greifen aufgesessen. Als es ernst wurde, habe ich dann eine Gitarre umgspannt und er hat in kurzer Zeit endlich Fortschritte gemacht, die vorher kaum da waren - und vor allem Freude gehabt. (Aufgehört hat er dann aus anderen Gründen)


    Noch mal edit:
    Die PC-Maus hat er konsequent links und achtet darauf, daß es keine "ergonomische" (= für Rechtshänder passend geformte) ist. Ob er die Tastenbelegung der Maus auch geändert hat, weiß ich gerade nicht, das hat er mal so und mal so gemacht.

  • Hier auch Linkshändertochter im Rechtshänderhaushalt. Das Einzige, das sie für links hat, ist die Schere. Schuhe binden hat ihr die Oma (Rechtshänderin) beigebracht und ehrlich gesagt habe ich nicht die geringste Ahnung, ob Tochter ihre Schuhe anders bindet als ich ;)


    Häkeln und Stricken kann Tochter nicht, sie hat in der Schule technisches Werken gewählt. In der Volksschule haben sie es gemacht, ich glaube, da hat es die Lehrerin linksherum gezeigt. Was textiles Arbeiten betrifft, zieht sie die Nähmaschine vor ...


    Ansonsten ist das Thema Links- oder Rechtshändigkeit absolut kein Thema.

  • Hallo,




    Es"drauf ankommen zu lassen" - entweder das Kind packt es oder es hat halt Pech gehabt- finde ich da schon recht unfair. Und leider können da auch auch Vorbild und Geduld - ungewollt - dazu führen, daß ein Kind Dinge "falschrum" lernt - eben weil es geduldig immer gezeigt bekommt, wie etwas geht und es immer wieder nachmacht, was ein "anders-händiger" ihm vormacht, bis es klappt. Aber andersrum wäre es so viel leichter gewesen...

    Niemand hier sagt, das Kind soll es auf biegen und brechen rechts lernen. Aber man sieht doch relativ rasch, ob es Mühe hat oder nicht. Dann zu reagieren ist sicher nicht verkehrt. Ich bin ebenfalls davon überzeugt, dass es viele Menschen gibt, die nicht zwingend nur rechts- oder linkshändig sind.
    Ich habe meinen Söhnen auch beigebracht wie man Schnürsenkel bindet, bin gar nie auf die Idee gekommen, dass das ein Problem sein könnte weil ich Links- sie aber Rechtshänder sind.