Studienfahrt Berlin 11. Klasse

Registrierungsanfragen bitte an kontakt[at]rabeneltern.org
  • Hallo liebe Raben,
    mich würde interessieren, wie ihr Folgendes einschätzt:
    Meine Freundin ist Klassenlehrerin an einem Kölner Gymnasium. Sie wird im nächsten Schuljahr (also 2017/18 - geplant werden muss das aber schon jetzt) die Oberstufen-Studienfahrt machen.
    Die Schüler wollen natürlich nach: London, Rom, Paris, Barcelona, Mailand oder Madrid.
    Sie selbst möchte mit den Schülern nach: Berlin.
    Ihre Argumente: Keiner der Schüler kennt Berlin so richtig (Schule ist in Köln). Wenn überhaupt, dann kennen sie nur so oberflächliche Touristen-Highlights. Aber eben die vielen interessanten Orte, die Berlin so bietet und die man sich in Ruhe ansehen könnte, nicht. Berlin ist günstiger als London, Rom usw. Weniger aufwendig in der Anreise. Lerneffekt zu den Themen deutsche Geschichte, zur früheren DDR wäre sehr hoch. Es gibt zig spannende Themenrundgänge: Zur Geschichte Berlins in den verschiedenen Epochen. Die Kunstmuseen (Gemäldegalerie usw.). Regierungsviertel. Stasi-Museum in Lichtenberg. Deutsch-Russisches Museum in Karlshorst. Botanischer Garten, botanisches Museum. Potsdam, das ganz in der Nähe liegt. Außerdem wäre es für selbst am unaufwendigesten vorzubereiten (sie hat drei Kinder und kennt Berlin ganz gut; in die anderen Städte müste sich sich erst reinarbeiten, geschweige denn, dass sie es schaffen würde, vorher nochmal hinzufahren ).
    Nun ist es so: Die Schüler wollen nicht und bocken. Es mus halt mindestens London oder so sein, auf jeden Fall Ausland.
    Müssen das echt immer Auslandsreisen sein? Sie ist schon dabei, nachzugeben, damit die Schüler ihren Willen haben.
    Nun haben sich auch die Elternvertreter eingeschlatet: Berlin sei auf jeden Fall zu popelig, die Schüler hätten das Anrecht darauf, was Besondereres zu erleben.
    Wie würdet ihr das einschätzen, wäret ihr die Eltern von einem Kind, in dessen Klasse eine Studienfahrt nach B. geplant ist?
    Hagendeel

  • Hmm, wir waren in der 11. in Berlin (von Süddeutschland aus), die Stufennachbarn waren in Rom und London. So blöd das im Nachhinein ist, aber wir fanden es total uncool, und die anderen uns auch...


    -- Luxa

    ~~ Luxa


    Sometimes something will change and that change

    Will change you


    Strong people stand up for themselves.
    Stronger people stand up for others.


  • Ich kann Deine Freundin gut verstehen, aber die Jugendlichen auch. Wir waren vor fast 30 Jahren in der 11. in Berlin und in der Abschlussklasse in Rom. Rom war deutlich cooler. Ich bin sonst kein Fan davon, dass den Kindern immer neue Highlights geboten werden müssen, aber Abschlussfahrt ins Ausland gehört schon irgendwie dazu. Bei uns war es damals allerdings so, dass diese Fahrten jeweils Tradition hatten, so dass die Lehrer aus einer überlieferten Sammlung an Informationen schöpfen konnten. Sich das völlig neu erarbeiten zu müssen ist ja echt Aufwand.

    Sage es mir, und ich werde es vergessen. Zeige es mir, und ich werde es vielleicht behalten. Lass es mich tun, und ich werde es verstehen.


    Konfuzius

    Einmal editiert, zuletzt von undine ()

  • Hallo,


    ich finde, dass normale Klassenfahrten innerhalb von Deutschland absolut OK sind, es reicht mMn sogar zumindest bis Mittelstufe locker das eigene Bundesland. Auslandsreisen gibt es bei uns z.B. nur als zusätzliche Angebote (Sprachreise).


    Aber ich finde es genau so normal, daß die Schüler andre Erwartungen an die Reise haben als die Lehrer. für die Schüler steht das Bildungsziel eher nicht so im Vordergrund ;o)


    Wie wäre es, die Sache den Kids zu übergeben?


    Es wird Dauer und Budget festgelegt, dazu die Anforderungen ans Bildungsziel und die Angebote (Teil oder Vollverpflegung?).
    Dann können sie verschiedene Anbietern abklappern und selber sehen, was möglich ist. Finden sie was tolles, ist das prima, dann gehört das aus meiner Sicht zur Partizipation und Selbstwirksamkeit. Finden sie nichts, haben sie auch was gelernt und dann wird gemacht, was die Lehrerin vorgeschlagen hat.


    Zumindest läuft das bei der Schule meiner Kinder ab Klasse so und bisher hat es bestens geklappt.


    Nur meine Tochter war super enttäuscht über die Abschlussfahrt. Da hatten die verantwortlichen Schüler es schleifen lassen und sie waren dann in irgend einer Kleinstadt im Norden. Es gab zwar diverse Ausflüge in die Städte rundrum, aber mit der Auslandsreise der Nachbarklasse war es natürlich nicht zu vergleichen. aber da denk ich - dann hätten sie halt zwischendurch mal nachfragen müssen, wie weit die Verantwortlichen sind.

    Fröhliche Ostern! ;)

    Einmal editiert, zuletzt von Trin ()

  • Ich verstehe die Schüler und die Freundin dagegen überhaupt nicht.


    Eine Oberstufenfahrt ging selbst zu meiner Zeit selbstverständlich ins Ausland. Das war vor gut 40 Jahren.


    Eine Berlinfahrt war damals Pflicht für alle 10. Klassen bei uns. Die Fahrt war toll und wir hatten einen riesigen Spaß in Berlin. Camping in Kladow und abends total bekloppte Kartenspiele mit Apfelkorn. (Das erste und letzte Mal Apfelkorn in meinem Leben).


    Aber eine Oberstufenfahrt geht nunmal ins Ausland und oft sind da auch die Sprachenlehrer involviert, zumindest vorbereitend.


    Keiner kennt Berlin empfinde ich überhaupt nicht als Argument. Wahrscheinlich kennen viele auch Hamburg, München und Frankfurt nicht. So what?


    Das Argument die Lehrerin kenne Berlin ganz gut und in die anderen Städte müsse sie sich erst einarbeiten find ich #|*£?.]}=£_^?{!'


    Das weitere Argument dieser Elternvertreter verstehe ich allerdings genau so wenig. Berlin ist garantiert nicht popelig (war jemals einer von denen in Berlin???) und weder Paris, Madrid noch London sind dagegen was Besonderes.


    Aber Deutschland ist Deutschland und Ausland ist Ausland. Das zählt vermutlich für die Schüler und dafür hab ich vollstes Verständnis.


    Ich würde die Schüler wählen/abstimmen lassen.
    Und um's spannender zu machen auch ruhig andere Haupstädte mit in den Topf werfen. Auch wenn die Sprache nicht in der Klasse unterrichtet wird. Aber es gibt auch Oberstufenfahrten nach Athen, Bukarest, Budapest, Warschau, usw. ;-)


    Was für Kölner vermutlich weniger spannend aufgrund der Nähe ist, ist wohl Brüssel und Amsterdam.



    Ehrlich gesagt bin ich immer noch entsetzt daß die Lehrerin als Argument nimmt, daß sie sich in die anderen Städte einarbeiten müsse.
    Ähm, wozu ist sie Lehrerin??
    Und um sich in einer fremden Stadt zurecht zu finden muß man wirklich nicht vorher kurz mal hinfahren. Vor allem nicht wenn es um all die sehr touristischen europäischen Hauptstädte geht. Es gibt fantastische Reiseführer und online sämtliche Hilfsmittel die man sich vorstellen kann.



    Edit: Unsere 11.-Klassfahrt ging nach Rom. War toll. Aber alle anderen o. g. Städte hätte ich auch toll gefunden. Egal ob ich dort schon war vorher oder nicht.

  • Ich würde mich da nicht einmischen, aber Berlin in der 11. fände ich schon merkwürdig, vor allem gegen den Willen der Klasse.

  • Die Frage wäre auch, was ist üblich an der Schule und wohin fahren die Parallelkurse. Wenn da andere Standards gesetzt sind, kann den Protest verstehen.


    Kann sie sich mit einem Parallelkurs zusammentun?
    Welche Fächer unterrichtet sie? Gibt es da Anknüpfungspunkte?


    Trins Idee, die Schüler nach Vorgaben organisieren zu lassen finde ich prinzipiell gut. Wenn die Jugendlichen das aber nicht gewohnt sind, kann der Schuss leicht nach hinten losgehen. Und wenn das Ziel auch mit dem Unterricht zu tun haben soll, muss schon die Lehrkraft einen großen Teil beisteuern.

  • aehm, ja, von Köln ist man schneller in Paris als in Berlin. Oder in Amsterdam oder in Brüssel oder, oder. Falls es Ausland sein muss. Und ich zweifle, dass die Schüler Paris gut kennen, obwohl es mit dem Zug so nah ist.


    Meiner Meinung nach sollte es eine gemeinsame Aufgabe sein zu planen. Und da gehört die Auswahl des Ziels doch auch dazu. Hier komme ich ja auch nicht auf die IdeederFamilie zu verkünden, dass wir jetzt nach XY in den Urlaub fahren.

  • Danke für eure Einschätzungen!
    Am Wochenende werde ich nochmal mit meiner Freundin telefonieren.
    Dass die Schüler die Fahrt selbst organisieren, fände ich auch eine gute Idee; kann aber wirklich ein, dass sie neben den Abiturvorbereitungen damit überfordert wären, sie werden ja wohl so 17 Jahre alt sein. Dass das auch daneben gehen kann, wie Trin schrieb, selbst wenn der Lehrer die Planung begleitet, und dann sowas wie eine Reise nach Norddeeutschland bei rauskommt, kommt mir realistisch vor.
    Gegen den Willen der Klasse und der Eltern wird meine Freundin nicht nach B. fahren, das hatte sie mir schon gesagt.


    Ich habe überlegt, wie ich wohl reagieren würde, wären es meine Kinder:
    Ich finde Berlin eigentlich ein gutes Ziel, vor allem, wenn es die Schüler nicht kennen. Hauotstadt Deutschlands ist für mich was andere als Hamburg, München und Frankfurt, zudem man in Berlin ja auch noch der Geschichte der DDR begegnet. Aber natürlich stimmt es auch, dass die Schüler vermutlich weniger an Bildungszielen interessiert sind auf ihrer Abschlussfahrt ...meine eigenen Kinder sind noch klein (jetzt 4. und 7. Klasse), ich bin gespannt, wie es bei ihnen wohl laufen wird.



    Hagendeel

  • Bei uns hat die Schule letztes Jahr die Eltern abstimmen lassen.
    Seitdem wurden die Auslandsfahrten aus Kostengründen eingeschränkt, Sprach-LKs dürfen noch ins Ausland, aber z.B. der Geschichte-LK fährt nach Berlin.
    Meine Tochter fand das auch doof, aber im Nachhinein muss ich sagen, war die ganze Fahrt "Perlen vor die Säue werfen". Die Kinder wollten möglichst viel feiern und shoppen, die nächste Großstadt hätte da locker gereicht ...
    Sehr cool und gemeinschaftsfördernd war die Mittelstufen-Abschlußfahrt, mit dem Plattbodenboot übers Ijsselmeer.

  • Auf gar keinen Fall würde ich mit einer Horde Teenager irgendwo hinfahren, wo sie absolut nicht hin wollten. Da hätte ich echt Angst vor der Gruppendynamik!


    Abgesehen davon ist es eine Abschlussfahrt und ich glaube, da sollte das Hauptaugenmerk auf dem gemeinschaftlichen Erlebnis liegen und nicht unbedingt auf der Bildung. Bei uns gab es damals Segeln in Holland, Kanufahren auf irgendwelchen Seen und die anderen beiden weiss ich nicht mehr (ich war Segeln). Die gesamte Oberstufe könnte zwischen den vier Sachen auswählen und es wurde nicht kursweise gefahren, sondern bunt gemischt, eben wo jeder einzelne hin wollte (innerhalb der vorgegebenen Auswahl).


    Abstimmen fände ich gut, und da man ein vorgegebenes Budget hat, fällt wahrscheinlich sowieso schon einmal einiges raus...

  • Wäre nicht Amsterdam eine Idee?
    Da War ich dieses Jahr auf Abschlussfahrt mit meiner Klasse und die fanden es total toll. Die anderen Gruppen fuhren nach London (da gab es nicht so tolles Feedback, da schmuddeliges Hotelzimmer und sehr lange Anreise) und Köln :D .
    Abgestimmt haben wir das jeweils mit den Schülern.
    Berlin finde ich aber auch cool, genauso wie Hamburg. Dass es unbedingt Ausland sein muss.....schon merkwürdig.

  • Bei uns (vor Ewigkeiten, Mitte der 90er) durften nur Kurse mit Sprachen ins Ausland fahren. Wir hatten Glück, weil wir ein kleiner Musik-LK (mit 6 Leuten) waren und durften uns dem Englisch-Kurs anschliessen.


    Ich bin durchaus der Meinung, dass Berlin vollkommen ausreichend als Abschlussfahrt ist, da bin ich ganz bei Dir Hagendeel. Und wenn das die Lehrerin meiner Kinder wäre, würde ich das unterstützen, wenn sie eben vorher noch nicht in Berlin waren.
    Allerdings denke ich auch, dass sich das inzwischen geändert hat. Es "muss" eben Ausland sein.
    Und ich stelle es mir auch sehr schwer vor, das gegen die Schüler durchzusetzen. Das kann eine ganz miese Stimmung geben.


  • Allerdings denke ich auch, dass sich das inzwischen geändert hat. Es "muss" eben Ausland sein.
    .


    Die ersten Schüler meines Gymnasiums fuhren Anfang/Mitte '70 selbstverständlich als Oberstufenfahrt ins Ausland. Da hat sich nichts geändert.


    Und manche Argumente klingen wie die von Großmüttern früher;-))))


    Ja, auch früher schon dachten Schüler bei Rom nicht automatisch und verträumt an ihre Lateinübersetzungen, sondern an Weggehen, Saufen, gut, Shoppen ehrlich gesagt weniger - das gab's früher nicht als Hobby, ne gute Zeit haben. Mensch, das sind Jugendliche. Waren wir doch alle mal!?!?! ;-)))





    Tapatalk

  • Und manche Argumente klingen wie die von Großmüttern früher;-))))


    Ja, auch früher schon dachten Schüler bei Rom nicht automatisch und verträumt an ihre Lateinübersetzungen, sondern an Weggehen, Saufen, gut, Shoppen ehrlich gesagt weniger - das gab's früher nicht als Hobby, ne gute Zeit haben. Mensch, das sind Jugendliche. Waren wir doch alle mal!?!?! ;-)))

    Na, wenn dich der Spaß dann 450 oder mehr Euro kostet, dann überlegt man doch ob die nicht auch kostengünstiger eine gute Zeit hätten haben können ...

  • ich denke auch, dass das Reiseziel lezlich egal ist. Wäre ich die Lehrerin, würde ich die Schüler wohl einfach fragen, was sie denn erleben wollen auf der Fahrt. Und dann ganz am Ende, wenn niemandem mehr was einfällt, schauen, wo man das realisieren kann. Natürlich muss es bezahlbar bleiben und Verantwortung für die Umwelt sollte man den Schülern auch vermitteln, also nicht fliegen oder so, aber ansonsten, ob es nun nach Westen, Norden, Süden oder Osten geht #weissnicht

  • Meine Tochter würde die Lehrerin für den Berlin-Vorschlag "hart abfeiern", die liebt Berlin, aber das hilft ja leider nix.
    Ich finde auch nicht, dass eine Klassenfahrt ins Ausland gehen muss, zumal Hauptstädte wie London oder Paris wahnsinnig teuer sind. Und irgendwie sollte sich das Budget da doch an den einkommenschwächeren Familien orientieren, damit alle teilnehmen können, ohne dass die Familie sich übernimmt.
    Ich persönlich ärgere mich schon, wenn solche Fahrten mehr kosten als ich für eine Woche Urlaub für die ganze Familie aufbringen kann.

    Der frühe Vogel wird früher oder später mit dem Problem konfrontiert, dass die Katze am Morgen noch wach ist.




  • Na, wenn dich der Spaß dann 450 oder mehr Euro kostet, dann überlegt man doch ob die nicht auch kostengünstiger eine gute Zeit hätten haben können ...


    Ich hab auch kein Geld und meine Tochter könnte genau jetzt aus Geldgründen nicht mal an ner Klassenfahrt teilnehmen.


    Aber das Thema war ja nicht Geld sondern Inland oder Ausland.
    Ich persönlich hab noch nie in meinem Leben von einer Inlandsoberstufenfahrt gehört. Immerhin war es meine einzige Auslandsfahrt innerhalb des Schulsystems. Die bleibt jedem lange/immer in Erinnerung.




    Tapatalk