Wahlergebnisse Mecklenburg-Vorpommern

  • Umgekehrt wird ein Schuh draus: eine leere Stimme macht keinen Unterschied, aber eine abgegebene Stimme ZÄHLT - wie man freiwillig auf des Verzichten kann, wird mir ewig schleierhaft bleiben.


    Liebe Grüsse


    Talpa

  • das wirkt sich zusätzlich spaltend auch in anderer hinsicht aus. hier im umfeld (westen des westens) hört man immer häufiger hardcore-sprüche a la "mauer wieder aufbauen", "afdler und andere nazis in die zone pferchen und da sollen sie ihre volksthoitschen blagen von germanischen hausfrauen bebrüten lassen". nach dieser wahl geht das natürlich noch schlimmer ab. ich könnt echt nur in die tischkante beißen.


    dass die parteien sich alle nix tun, sehe ich auch so. und dass man schon lange nur noch das geringste übel wählt.

  • Ich halte nichts davon nicht zu wählen.
    Den prozentual... Möchte ich der NPD und der AFD nicht mehr Spielraum geben.
    Prozentual gerechnet, macht es nämlich durchaus einen Unterschied, ob man nicht wählt, oder "aus Protest" dann zum Beispiel einfach mal die esoterischen Spinner (äh. Ich meine natürlich "die violetten") wählt. die wären mir ehrlich gesagt nämlich 1.000.000.000 mal lieber als Opposition als die AFD.

    #herz Bärchen (07/12) #herz Äffchen (07/14) #bherz Sternchen (07/16)#herzBauchbaby (08-09/2018)
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  • das wirkt sich zusätzlich spaltend auch in anderer hinsicht aus. hier im umfeld (westen des westens) hört man immer häufiger hardcore-sprüche a la "mauer wieder aufbauen", "afdler und andere nazis in die zone pferchen und da sollen sie ihre volksthoitschen blagen von germanischen hausfrauen bebrüten lassen". nach dieser wahl geht das natürlich noch schlimmer ab. ich könnt echt nur in die tischkante beißen.


    dass die parteien sich alle nix tun, sehe ich auch so. und dass man schon lange nur noch das geringste übel wählt.

    Die AfD ist kein rein ostdeutsches Problem. Dazu sollte man sich auch einmal die Wahlergebnisse der AfD in den westdeutschen Bundesländern ansehen.
    So einfach ist das leider nicht.


    Hessen: 11,9 %
    Baden-Württemberg: 15,1 %
    Rheinland-Pfalz: 12,6 %

    Denken ist wie googeln, nur krasser.

  • ein Freund hat gerade etwas geschrieben, das ich teilenswert finde.


    "In Mecklenburg-Vorpommern sollen die etablierten Parteien angeblich dafür abgestraft worden sein, dass sie sich vom Volk entfernt haben, nicht mehr die Sprache auf der Straße bzw. auf dem Land sprechen, bzw. wie im Falle der FDP-Kandidatin mit Zugezogenen bei den Lokalpatrioten keine Chance hatten.


    Professor Ralph Weber von der AfD wurde direkt gewählt. Der zugeozogene Süddeutsche gehörte zu den akademischen Wendegewinnern. Chancenlos im Westen erhielt er im Zuge der Ent-SEDisierung der Universitäten im Lande trotz fehlender Habilitation eine Professur die er dazu nutzte ein Lehrbh zu schreiben, das wegen Erfolglosigkeit vom Verlag schnell eingestellt wurde. Dafür tat er sich mit der Promotion des extra aus Bayern angereisten Sängers der nationalsozialistischen und antisemitischen Band Hassgesang ( „Adolf Hitler, Sieg Heil tönt es zu dir empor“ ) hervor, trug Thor-Steinar-Kleidung und setzte sich bereits als CDU-Mitglied für NPD-Kandidaten und eine gemeinsame Volksfront mit NPD und DVU ein. Dafür traf er sich bereits lange vor der AfD-Gründung mit den Vorsitzenden von NPD und DVU um die Etablierung einer Partei rechts von der CDU zu planen.
    Sein Plan ist ja nun aufgegangen. Indem man allerdings so tut, als ob sein Wahlsieg der des einfachen Mannes aus Mecklenburg-Vorpommern wäre, erzählt man nur die sorgsam gestreute Legende der Rechtsextremen.


    Sein Wahlsieg ist das Finale eines sorgsam geplanten und perfekt durchgeführten Feldzuges der Rechtsextremen aus den alten Bundesländern in den neuen Bundesländern und man darf der CDU dazu gratulieren, dass sie solche Mitglieder verloren hat.


    Man darf aber auch fragen, weshalb die CDU solche Mitglieder im Osten an entscheidenden Stellen eingesetzt hatte, als sie an der Macht in den jeweiligen Bundesländern war."



    gerade den letzten satz finde ich sehr wichtig.

  • @Irenenatürlich nicht, und hier in dortmund gibt es ekliges nazigeschmeiß vom allerfeinsten, die haben sogar einen stadtteil quasi besetzt. TROTZDEM wird das in einer art wütendem abgrenzungsversuch als ostdeutsches ding wahrgenommen - auch nicht von den hellsten dieser gegend... da fließen sicher auch viele ressentiments mit ein a la "unsere gegend ist voll abgefuckt, weil unser geld in eure infrastrukturmaßnahmen geflossen ist, und ihr vollidioten seid noch so dämlich und macht die afd groß".


    so hat man das mit der linken übrigens hier nie gesehen.


    es gibt aber sehr viele facebook-meldungen, wo das afd-ding gezielt auf mcpomm bezogen wird ("mcpm ist das land mit den wenigsten flüchtlingen und lebt vom tourismus blabla, und DA wählen ü20% die afd") oder diese traueranzeigenartigen plakate mit der schwarzen schleife und "RIP mcpom" und so. finde das von hier aus halt einfach auffällig und unangenehm und auch besorgniserregend.

  • Ja, ungültig wählen und nicht wählen ist egal, wenn es keinen Prozentsatz für "ungültig" gibt, oder? Ansonsten wäre das durchaus eine Option.
    Aber es ist doch so:


    Ich habe 10 Wähler.
    Wählen 3 AfD und 7 andere Parteien, dann hat die AfD 30% und der Rest 70%.
    Wählen 3 AfD, 3 andere Parteien und 4 gar nicht, dann hat die AfD 50% und der Rest auch 50%, obwohl die AfD absolut nicht mehr Stimmen bekommen hat. Somit hat jeder Nichtwähler der AfD zu mehr Prozent verholfen, weil nicht- oder ungültig wählen in der Berechung der Prozente keine Rolle spielen.

    Freda mit dem Jan-Feb-Mär-Trio (01/05 + 02/08 + 03/12) #love


    Ich kaufe und verkaufe im Rabenflohmarkt

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Freda ()

  • Wie man sieht, gibt es auch unter den Raben Afd-Wähler. Was machen die hier?


    bis dato haben 4 leute "afd" angeklickt.


    dabei kann immer noch ein versehen oder etwas provokation gewesen sein und bock, die verbiesterten gutmenschinnen mit dem pinn im hintern etwas zu trollen (obwohl man, wenns ernst würde, das nicht wählen würde).



    dann gibt es hier sicher auch welche, die das machen würden, weil sie mit der bundespolitik und insbesondere der flüchtlingspolitik unzufrieden sind, sich sorgen um die sicherheit machen, keinen bock auf parallelgesellschaften mit islamischer prägung haben und sich in DIESER hinsicht nullkommanull andere parteien je gekümmert haben.



    hinzu kommt, dass die afd SEHR propagiert, dass zu "traditionellen werten" zurückgekehrt wird, insbesondere in der familienpolitik. aussage der afd:


    - hierzulande werden frauen diskriminiert und für blöde erklärt, die sich fürs zuhausebleiben entscheiden
    - familien werden finanziell unter druck gesetzt, so dass es schwieriger wird, das traditionelle modell zu leben
    - die afd will das traditionelle familienbild aufwerten; es soll wieder was hermachen, hausfrau zu sein und es soll wieder was hermachen, sich für die familie auch mal krummzumachen und was hinzunehmen, anstatt sofort die scheidung einzureichen



    das dürfte hier häufig auch auf offene ohren treffen. ich lese immer wieder, dass frauen, die zu hause bleiben, das gefühl haben, sie würden unter druck gesetzt oder für ihre wahl gemaßregelt und bestraft.



    lg patrick

  • Ich lebe nicht in MV und interpretiere das Wahlergebnis zunächst mal ganz subjektiv aus der Ferne: Es sieht für mich so aus, dass die Wählerinnen und Wähler mit der bisherigen Arbeit der SPD und vorallem auch mit der Person Sellering zufrieden waren und sich eine Fortführung dieser Arbeit wünschen. Gleichzeitig lese ich aus dem Wahlergebnis heraus, dass wohl nicht nur landespolitische Aspekte Einfluss auf das Wahlverhalten nahmen, sondern auch bundespolitische, insbesondere eine Ablehnung der Flüchtlingspolitik der Bundesregierung. Die aktuelle Gestaltung der Flüchtlingspolitik abzulehnen, heißt nicht, Nazi zu sein. Dieses undifferenzierte Bashing finde ich inzwischen unerträglich.

  • @patrick*star Danke für deine Antwort!


    Der erste Punkt wäre mir am liebsten.....


    Wäre es vielleicht möglich, diesen Thread in einen Bereich zu verschieben, in dem Anonym gepostet werden kann? Vielleicht ist ja ein Afd-Sympathisant so mutig und möchte seine Beweggründe hier äussern, nur eben nicht so öffentlich? Mich würde es wirklich interessieren!

  • Wäre es vielleicht möglich, diesen Thread in einen Bereich zu verschieben, in dem Anonym gepostet werden kann? Vielleicht ist ja ein Afd-Sympathisant so mutig und möchte seine Beweggründe hier äussern, nur eben nicht so öffentlich? Mich würde es wirklich interessieren!

    Du willst auch ganz bestimmt einen ganz respektvollen Austausch auf Augenhöhe, nicht wahr? #lol#hammer


    So verrückt wäre nicht mal die Frau mit der Kirchenglockenphobie gewesen.

    Denken ist wie googeln, nur krasser.

  • Mich beunruhigt, dass, laut Umfragen, hauptsächlich die FLüchtlingspolitik die Wahl bestimmt hat oder zumindest die Leute dazu gebracht hat, AfD zu wählen. Und das, wo MeckPomm nun eher wenig mit Flüchtlingen zu tun hat. Dass die sonstigen politischen Ziele dieser Partei den Leuten so egal sind, das verstehe ich genauso wenig.

    ja und direkt dahinter kommt die Angst vor einem sozialen Abstieg bzw. Verschlechterung der sozialen Situation im (Bundes)land und ich denke diese beiden Positionen hängen 1:1 miteinander zusammen bzw. die Flüchtlingsangst ist ein Ausdruck dieser zweiten Angst.
    Schließlich ist MeckPomm das Land (eines der?) das wirtschaftlich am schlechtesten dasteht, entsprechend niedrig ist Einkommen (weil wenig Industrie etc) und entsprechend hoch die Arbeitslosigkeit/Anzahl der "hilfsbedürftigen" - und das Problem ist natürlich das die Flüchtlinge die ebenfalls stark hilfsbedürftig sind viel deutlicher mit denen in Konkurrenz stehen (=eine Gefahr sind) als mit voll im Job stehenden uniabsolventen oder Facharbeitern. Und ich denke das ist der Kernpunkt, auch wenn auch die meisten an den absoluten Flüchtlingszahlen aufziehen. Das Bedrohungsgefühl (soziale Angst, da die Sozialleistungen oder z. B. Kostenfreie Angebote die wahrscheinlich so schon nicht üppig sind nun unter mehr Leuten aufgeteilt werden müssen) ist es denke ich der Grund oder der Punkt der viel zu wenig berücksichtigt wird (okay, er wird floskelhaft immer mal wieder erwähnt, aber es klingt halt immer nach einer hohlen Floskel, wenn es erwähnt wird).
    Da finde ich z. B. (auch wenn ich mich jetzt hier in die Nesseln setze) Sie Aussage von Frauke Petri gestern sehr bezeichnend als Gegenbeispiel, die auf die Frage ob es denn nicht bedenklich ist das viele NPD Wähler zur afd gewechselt sind antwortete, das sie die Wähler nicht in Wähler der ersten und zweiten Klasse teilen will, nur weil sie vor X Jahren die eine oder andere Partei gewählt haben.
    Man kann von der Partei halten was man will, aber das ist eine Aussage nach derein Wähler ernster genommen fühlt als wenn geschwafelt wird das man sich (abstrakt) die Ängste der Bevölkerung ernst nehmen muss und Hauptsache froh ist das die böse Partei npd raus ist (so war mein Empfinden der Diskussion gestern, wobei ich sie wirklich nur in den ersten Zügen verfolgt habe, dann ging es mit den Kindern ins Bett ;) ).


    Und ich möchte mal betonen das vor x Jahren zunächst auch die grünen und die linken aus unwählbar halten und sich beide Parteien mittlerwie ziemlich gemäßigt haben.


    (und ich wüsste derzeit auch keine Partei die ich wählen könnte... Mein Mann ist für das Programm der fdp aber wie und ob so ein Programm dann in der Realität umgesetzt werden würde zeigen ja alle Parteien Jahr für Jahr)

  • Ich lebe nicht in MV und interpretiere das Wahlergebnis zunächst mal ganz subjektiv aus der Ferne: Es sieht für mich so aus, dass die Wählerinnen und Wähler mit der bisherigen Arbeit der SPD und vorallem auch mit der Person Sellering zufrieden waren und sich eine Fortführung dieser Arbeit wünschen. Gleichzeitig lese ich aus dem Wahlergebnis heraus, dass wohl nicht nur landespolitische Aspekte Einfluss auf das Wahlverhalten nahmen, sondern auch bundespolitische, insbesondere eine Ablehnung der Flüchtlingspolitik der Bundesregierung. Die aktuelle Gestaltung der Flüchtlingspolitik abzulehnen, heißt nicht, Nazi zu sein. Dieses undifferenzierte Bashing finde ich inzwischen unerträglich.

    hier und auch bei Irene möchte ich mal unterschreiben :)

  • Mir macht es ganz fürchterlichen Sorge, dass die großen Parteien (noch) weiter nach rechts rücken werden, um diese Wähler zurückzubekommen.
    Das ist einfach nur gruselig.


    Und mir braucht keiner kommen, diese Wähler wären nicht rechts, sondern bloß ...
    Natürlich gefällt denen das Wort "rechts" nicht.
    Aber so blöd, um aus "Protest" (wogegen?) Rechtpopulisten zu wählen, kann doch heutzutage keiner mehr sein.

    Der frühe Vogel wird früher oder später mit dem Problem konfrontiert, dass die Katze am Morgen noch wach ist.



  • Es bleibt aus Protest wählen ohne sich ernsthaft mit dem Parteiprogramm und der Partei im allgemeinen auseinander gesetzt zu haben = blöd


    Oder


    Sich mit der Partei und dem Parteiprogramm auseinander gesetzt zu haben = mindestens rechtspopulistische Tendenzen, wenn nicht ein komplettes rechtes Weltbild

    “Stelle Dich an den Abgrund der Hölle
    Und tanze zur Musik der Sterne!”
    (Walter Moers)


    Du darfst sein, wer du bist, du darfst dich äußern und wir nehmen das ernst. Da ist immer beides: Wurzeln und Flügel, Bindung und Freiheit.

    (Herbert Renz-Polster)

  • Mir macht es ganz fürchterlichen Sorge, dass die großen Parteien (noch) weiter nach rechts rücken werden, um diese Wähler zurückzubekommen.
    Das ist einfach nur gruselig.




    wobei ich auch denke das die cdu in den letzten Jahren unter Merkel sehr stark von "Mitte rechts" bzw. "Mitte Konservativ" nach links gerutscht ist, somit hat sie zwar von der SPD stimmen abzweigen können, aber "rechts der CDU" ist eben auch Platz geworden. Ziemlich oft kommt ja auch die Aussage das die csu in Ländern außerhalb Bayerns gute Chancen hätte, weil sie eben konservativer aufgestellt ist bzw andere vertritt als die CDU mittlerweile. Ich denke hier ist auch ein Punkt bzw. Beweggrund für die afd.