B-Streptokokken - was nun?

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  • Hallo,

    bei mir wurden leider B-Streptokokken festgestellt (39.SSW) und daher wollte ich mal fragen, bei wem das auch festgestellt wurde bzw. wie ihr damit umhgegangen seid. Antibiose unter der Geburt oder einfach nur das Kind nach der Geburt genauestens überwachen? Ich möchte im Geburtshaus entbinden und habe bei der Hebamme eher das Gefühl, dass sie der Meinung ist, keine Antibiose unter der Geburt, weil ja nicht alle B-Streptokokken schlimme Auswirkungen auf das Kind haben müssen und das Kind nicht unbedingt gleich zu Beginn seines Lebens mit Antibiotika in Kontakt kommen muss, wenn es nicht sein muss. Bei entsprechenden Symptomen beim Kind dann natürlich sofort ins Krankenhaus und Antibiotikagabe.

    Hat jemand von euch Erfahrungen mit dem Thema bzw. wie habt ihr das gehandhabt?

    Vielen Dank!

  • Also in dem Geburtshaus, wo ich entbunden habe, dürfen die Hebammen alle gar keine Antibiose machen. Von daher habe ich mir den B-Streptokokken Test gespart, weils für somit irrelevant für die Geburt war. Mir (bzw. meinem Mann auch) wurde nur genau erklärt, bei was für Symptomen ich sofort ins Krankenhaus müsste.

    Soweit ich weiß ist das wohl generell so, dass Hebammen keine Antibiose machen dürfen, sind ja Medikamente. #weissnicht

    Phönix mit Prinzessin (03/12), kleinem Mann (03/14) und Krümel (02/23)

    Wenn dich dein Leben nervt, streu Glitzer drauf.

  • Ich hatte B Streptokokken unter der Geburt, obwohl mein Test im Krankenhaus negativ war. Mein Sohn wurde infiziert und hatte eine sehr gefährliche Form abbekommen, die ihn in den ersten 3 Lebenswochen um sein Leben und dann um seine volle Genesung hat kämpfen lassen.
    Er hat insgesamt 4 Wochen 2 verschiedene Antibiotika bekommen und lange wussten wir nicht, was dann daraus wird.

    Das ist die eine Seite - die andere ist die, dass er von Säugling an neurodermitische Haut, schwere Bronchitiden und Atembeschwerden hatte. Später kam eine extrem stark ausgeprägte Lebensmittelallergie und viele weitere Allergien hinzu. (da könnte man vermuten, dass das auch durch die frühe und so massive Antibiose hervorgerufen wurde)

    Wie würde ich es heute machen, wenn ich WÜSSTE, dass ich B Streptokokken habe?

    Die Allergien haben uns viel Lebensenergie gekostet, weil wir nie wussten, gegen was ist das Kind als nächstes allergisch und wie reagiert es darauf - Atemnot oder doch nur offene Haut...
    Nichts desto Trotz - sein Start ins Leben hätte noch schlimmer ausgehen können, wir haben Glück gehabt, dass er aus dieser schlimmen Infektion am Ende so gut herausgekommen ist - ich würde mir das Antibiotikum geben lassen und dann so wie jetzt mit den Allergien und dem Asthma lernen zu leben und hoffen, dass sie sich irgendwann verwachsen.

    Alles Liebe für Euch

  • Du kannst sie differenzieren lassen. Nur ein kleiner Teil ist tatsächlich für schwere NG-Infektionen verantwortlich.
    Wenn es andere sind, brauchste dir keinen Kopf machen.

    Süsskram aus den Jahren 2009 und 2012 <3

  • equinom, ich würd dir gerne ne PN schicken, das geht aber leider nicht, da steht du möchtest keine Nachrichten empfangen?

    Phönix mit Prinzessin (03/12), kleinem Mann (03/14) und Krümel (02/23)

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  • Vielen Dank für Eure Antworten und Erfahrungsberichte!



    Du kannst sie differenzieren lassen. Nur ein kleiner Teil ist tatsächlich für schwere NG-Infektionen verantwortlich.
    Wenn es andere sind, brauchste dir keinen Kopf machen.

    Ich habe aber gehört, dass man sie eben nicht differenzieren kann :?: Sonst wäre es ja einfach... Weißt Du näheres darüber?


    Phönix: Habe gerade meine Daten so geändert, dass Du mir jetzt auch private Nachrichten schicken kannst - probiers mal! DANKE!!!

  • Evtl kann das nicht jedes Labor, aber sowohl bei dieser als auch bei der letzten Geburt hieß es, im Falle des positiven Abstrichs würde eine Differenzierung vorgenommen.

    Googel spuckt aus, dass nach lancefieldgruppen differenziert wird:

    http://www.laborlexikon.de/Lexikon/Tabell…ield-Gruppe.htm

    Im ersten Abschnitt findest du drei Arten von Beta-hämolysierenden Streptokokken, nur bei der letzten steht die Neugeborenensepsis.

    Süsskram aus den Jahren 2009 und 2012 <3

  • Ich habe den Test auch machen lassen und mir vorher (ich fand es
    wichtig, vorher eine Entscheidung zu treffen) folgendes überlegt: Wenn
    ich positiv getestet worden wäre, hätten wir den Säugling besonders
    intensiv überwacht. An meiner Entscheidung am Geburtsort (Zuhause) hätte
    ich nichts geändert, da mir einerseits die Belastung mit anderen Keimen
    im KH wiederum zu hoch gewesen wäre. Auch einen anderen Geburtsort
    konnte ich mir nicht vorstellen, da ich keine Klinikerfahrung in Bezug
    auf Geburten habe und das für mich evtl. mit zuviel Sorgen besetzt gewesen wäre. Aufgrund dessen kann ich meinem Kind in einem KH vielleicht nicht so einen gesunden,
    entspannten Start ins Leben bieten wie Zuhause (oder im GH), von den Streptos abgesehen. Eine Antibiose unter der Geburt fällt weg, da, wie oben beschrieben, so etwas nur im KH
    durchgeführt wird, weder im GH, noch ZUhause. Wichtig fand ich in meinem
    Fall noch, daß wir das Kind hätten zügig verlegen können, hätte das Kind eine Auffälligkeit entwickelt, da ich nicht
    weit weg von medizinischer Versorgung wohne.

  • Hallo Cogi,

    was mich immer noch interessiert ist, wie schnell sich solche Symptome einstellen. Muss ich mir nachts einen Wecker stellen (z.B. jede Stunde), um das Kind zu beurteilen oder wie habt ihr das gemacht? Wir wohnen zum Glück auch nicht weit von einem Krankenhaus mit Kinderstation weg, so dass das gehen würde.

    Vielen Dank!

  • Ich hatte beim Großen einen positiven Abstrich und habe AB unter der Geburt bekommen, alles noch zur richtigen Zeit etc.
    Er hat trotzdem eine Neugeborenensepsis bekommen (mit allem drum und dran - Intensivstation, AB etc.) allerdings steht im Entlassungsschreiben, dass keine ß-Streptokokken beim ihm nachgewiesen werden konnten...

    Bei den anderen beiden hatte ich einen negativen Abstrich - mit dem zweiten bin ich nach 4 Tagen heim (ich sollte stationär bleiben im KH wegen der Vorgeschichte und der ärztl. Devise: einmal Strepto ß, immer Strepto ß).
    Beim dritten habe ich auch einen neg. Abstrich gehabt und ambulant entbunden.

    Nach meiner Erfahrung würde ich engmaschig kontrollieren und AB bei mir vermeiden.
    Wenn ich Sandras Erfahrungen gemacht hätte, würde ich allerdings anders denken und für AB bei mir plädieren....
    Du solltest einfach wissen, dass es bei positiven Abstrich nicht zur Infketion kommen muss, aber eben auch trotz Antibiose zur Infektion kommen kann...

    LG, Junia

    mit #male 05, #male 06, #male 08

    Ps: Ich hab einen neuen Nicknamen. Bitte nicht outen, danke.

  • Nach meiner Erfahrung würde ich engmaschig kontrollieren und AB bei mir vermeiden.
    Wenn ich Sandras Erfahrungen gemacht hätte, würde ich allerdings anders denken und für AB bei mir plädieren....
    Du solltest einfach wissen, dass es bei positiven Abstrich nicht zur Infketion kommen muss, aber eben auch trotz Antibiose zur Infektion kommen kann...


    Das ist ja das Schwierige und da ist es "schön", mal von einigen Erfahrungen zu lesen, damit man sich ein etwas klareres Bild machen kann.

    Vielen Dank!

  • Ich hatte beim Großen einen positiven Abstrich und habe AB unter der Geburt bekommen, alles noch zur richtigen Zeit etc.
    Er hat trotzdem eine Neugeborenensepsis bekommen (mit allem drum und dran - Intensivstation, AB etc.) allerdings steht im Entlassungsschreiben, dass keine ß-Streptokokken beim ihm nachgewiesen werden konnten...

    Wie schnell hat sich denn die Neugeborenensepsis gezeigt und welche Symptome waren vorhanden? Warst Du im Krankenhaus? Da ich ja ambulant entbinden möchte, müsste ich bzw. mein Mann die Überwachung übernehmen...

  • Danke für Deinen Link. Das witzige ist, dass ich bei Dr. Hildebrandt selbst in Behandlung bin (und dort in der dazugehörigen Hebammenpraxis entbinden möchte), nur leider ist er jetzt für 2 Wochen in Urlaub und ob das Baby noch so lange im Bauch bleibt? Ich glaube die Praxisphilosophie dort ist, keine Antibiose unter der Geburt, dafür genaue Kontrolle des Neugeborenen.

    Vielen Dank nochmal für den Link, werde nochmal weiter dort stöbern. Als ich 2009 das erste Mal dort entbunden habe, fand noch eine Typisierung statt, aber die wurde eingestellt. Damals bin ich aber "negativ" getestet" worden und daher hat mich das nicht betroffen.

  • ]Wie schnell hat sich denn die Neugeborenensepsis gezeigt und welche Symptome waren vorhanden? Warst Du im Krankenhaus? Da ich ja ambulant entbinden möchte, müsste ich bzw. mein Mann die Überwachung übernehmen...

    Mein Großer wurde nach 21 h in die Kinderklinik verlegt, gezeigt hat es sich meiner Meinung (rückwirkend gesehen) sehr schnell: Er hat sich null für die Brust interessiert, er war in den ersten Stunden noch rosig und wach, nach 12 h war er schon ziemlich blass, schläfrig und schlapp.
    Ich glaub eines der Hauptanzeichen für eine Infektion ist bei NB die Hautfarbe. Da du schon ein Kind hast, wenn ich es richtig gelesen habe, hast du schon ein gesundes Neugeborenes erlebt - für mich war das damals nicht absehbar, da ich einfach keinen Vergleich hatte. Im Nachhinein ärgere ich mich immer noch darüber, dass die Kinderklinik nicht schneller da war, der Kinderarzt hatte ihn schon Stunden vorher gesehen, war sehr skeptisch und es hat echt lang gedauert, bis sie kamen. Wir wollten eigentlich ambulant entbinden und waren bis dato noch in der Klinik. Selbst dort hätte man also besser schauen können.

    LG, Junia

    mit #male 05, #male 06, #male 08

    Ps: Ich hab einen neuen Nicknamen. Bitte nicht outen, danke.

  • Zitat

    ich hab in beiden schwangerschaften auf den Test verzichtet. Schon weil ein negativer Abstrich eben keine Garantie dafür ist dass man zum Geburtszeitpunkt keine ß's hat und ich mein Kidn in jedem Fall in den ersten Tagen genau beobachten würde/ müßte.

    so hab ichs auch gemacht.
    zum andern gibts viele frauen, die wie soulfire schrieb, ungefährliche formen haben, und dann so "ohne grund" ins KH zu müssen wär für mich keine option.
    wenn man natürlich die "gefährlichen" stämme testen könnte, wärs natürlich ne überlegung....
    kind beobachten musst du eh, anfnags kommt die hebamme täglich und ich bin überzeugt davon, dass du als mutter auch merkst, wenn etwas nicht stimmt ( aus erfahrung sogar oft eher, als die ärzte)
    ich wäre wohl froh, dass die hebamme die geburt macht (meine freundin durfte aus dem grund keine GH oder HG und musste leider ins KH, wos ohne zwangsantibiose nicht ging), und beobachten.
    aber letzendlich musst duauf dein gefühl hören :)
    alles gute für die geburt!