'Indio' Tücher

  • "Prima" - das Erste
    Und hier mal zum Ansehen die Rekonstruktion eines Tuchmantels aus dem Frühen Mittelalter
    Webmuster Rekonstruktion
    Und hier der Rekonstruktionsvorschlag der gut erhaltenen Tracht der fränkischen Königin Arnegunde
    Ethnohipster 6. Jh.

    Was willst Du uns damit sagen? Dass die Didymos *ndio Muster nichts mit Mexiko zu tun haben? Ich versteh es wirklich nicht. Man kann doch ein Tuch nicht Jahrzehnte lang als 'I****' vermarkten, plus rührender Geschichte von wegen von Freunden mitgebrachtes Tuch aus Lateinamerika...und dann mit dem Mittelalter ankommen und sagen, neinnein, aaaalle traditionell gewebten Sachen sehen so aus!


    Das obere Tuch sieht übrigens exakt aus wie ein Storch Leo. Mit dem (ich wiederhole mich)...niemand ein Problem hat.

  • Hm... also zu dem Punkt, dass das ja auch ein heimisches Muster sein könnte, kann ich mal meine Gefühle dazu äußern. (die natürlich sehr individuell sind, aber trotzdem)


    für mich war dieses Muster gefühlt ganz klar etwas ,,exotisches''. also halt etwas von der Ferne. Weswegen ich dieses Muster auch nicht gekauft hätte.


    Nicht aus moralischen Gründen. (darauf wäre ich nicht gekommen) Sondern weil ich mich persönlich damit nicht identifiziere. Ich fand es auch immer befremdlich, wenn Deutsche oder Regionale etwas von woanders irgendwie hm... vermarkten/ausleben. Ohne da jemandem zu verurteilen. Ist halt einfach nur ein Gefühl gewesen. Ich konnte das nie nachempfinden.


    Hier gibt es echt originales Dresdner ,,Florida''-Eis zu kaufen. Find ich seltsam. Irritierend. :D Ok... Globalisierung halt. Ich bin ja sehr heimatverbunden und identifiziere mich halt mit meiner Herkunft. Bestaun aber gern auch fremdländisches und genieße es auch mal. zB. Essen, Filme, Musik etc. Würde aber, wenn ich es selbst zu etwas kreativem mache, irgendwie meine eigene Herkunft darin verewigen wollen und halt nur gewisse Grundideen aufgreifen.
    Ich find es auch seltsam, dass es bei uns Dönerbuden gibt, die von Thailändern geführt werden.


    Und ich finde andere kulturellen Dinge echt schön. zB. wenn ich Bilder von traditionellen peruanischen Menschen sehe. Ich fand die insgesamt irgendwie schon immer sehr schön. Die Tracht, die Muster, die Farben etc..
    Angezogen hätte ich das aber nie, ich hätt mich darin fremd gefühlt und irgendwie verkleidet. #weissnicht Es sei denn, ich wäre jetzt dort gewesen und hätte vielleicht einen persönlichen Bezug zu nem Pullover, den mir dort jemand schenkt oder dergleichen.


    Was das mit dem Didymos-Muster zu tun hat: das war zum kaufen also uninteressant für mich (auch wenn ich das Muster schon schön finde). Das wäre aber anders gewesen, wenn da irgendwie das Gefühl vermittelt worden sei, dass da regionale (also von HIER) Traditionen eingeflossen wären.
    Wenn das Tuch eben nen anderen Namen gehabt hätte und zB. was zur Geschichte des Musters gesagt worden wäre. So nach dem Motto: der Name wär Kraxn (mir fällt grad echt nix kreatives ein :D ) und das Muster ist zB. das traditionell hessische Dings und Dangs, was immer ihre Großmutter als Kopftuch trug oder was weiß ich.


    Dann wäre das durchaus für mich eher in die Gefühlssparte Ich-fühl-mich-angesprochen gerutscht.


    Das soll jetzt nicht irgendwie eine Bewertung nach richtig oder falsch für Hoffmanns damaliges Handeln sein, sondern einfach meine Gedanken und Gefühle, die ich zum Thema hab: das Muster könnte von überall her sein. Und ich denke, diese Assoziation hatten eigentlich fast alle. Oder gibt es jemanden, der das nie als lateinamerikanisches Muster aufgefasst hätte?

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    Bonus #post

  • Eine Analogie wäre das mit dem Dirndl nur dann, wenn Deutsche ein Volk wären, das über Jahrhunderte ausgebeutet, unterdrückt, versklavt, verachtet und nahezu ausgerottet worden wäre. Einen analoger Schimpfname existiert für Deutsche gar nicht, glaube ich - also einer, der das ausdrückt, was "Indio" ausdrückt. Eben weil Deutsche, so viel ich weiß, nirgends auf der Welt als "Assi" gelten.

    Hach danke, ich wollte gerade ansetzen und dies schreiben. Hab aber den Thread noch nicht fertig gelesen.


    Deshalb schreib ich ja ständig Rassismus hat eine Geschichte. Solche Vergleiche hinken nicht nur sondern sind unzulässig.

  • "Prima" - das Erste

    hieß es nicht Primo?


    Ist aber auch egal... der Begriff... wird aber gerne auch für die Erste Geige usw. verwendet.
    Und das Erste.. kann man auch ganz anders interpretieren, als es das Erste Tuch war. Was im übrigen ja auch nicht stimmt.


    UNMÖGLICH von didymos. Die Firma ist bei mir echt komplett unten durch.
    Und das hätte ich auf Seite 1 nicht gedacht :-)

    Grüße von Claraluna


    Shoot for the moon. Even if you miss you will land among the stars.

  • Aber das war in den 70er Jahren. Ich glaube nicht das sich damals jemand groß Gedanken gemacht hat oder auch die Möglichkeit hatte so umfassen zu recherchieren ob das nun PC ist.Ich wüsste wohl im ersten Moment noch nicht mal wofür ich mich da entschuldigen soll. Ich wusste es ja nicht besser, das war ne andere Zeit

    Sorry, aber das ist eine fadenscheinige Ausrede - nicht von dir, sondern von der Firma, die das Tuch seit 44 Jahren vertreibt und die Vorlage aus Lateinamerika bekam, wo das Wort, wie gesagt, schon seit Jahrzehnten ein rassistisches Schimpfwort ist, und nicht erst seit ein paar Jahren. Wenn jemand mit so etwas Geld verdient, dann erwarte ich schon ein Minimum an Interesse und Hintergrundwissen, so weit sollte die Verantwortung schon gehen. Außerdem ist die Kritik der Firma ja anscheinend schon länger bekannt und wurde ignoriert, und drittens steht der Name jetzt IMMER noch auf der Website, und eine Entschuldigung gab es auch nicht. Das ist ein Maß an Ignoranz und Unbelehrbarkeit, das mich schon etwas fassungslos macht und bei dem mich frage, wieso dieses Verhalten hier so vehement verteidigt wird. Ist ja nicht so, dass man Tragetücher nicht auch woanders kaufen könnte.

  • @Lachesis, es gab vorgestern auf der FB Seite nochmal eine deutliche Entschuldigung für das I-Wort...also auch ohne dieses miese 'jaja, wir hatten das ja als Kosewort gemeint, aber jetzt plötzlich fühlen Leute sich beleidigt, das tut uns leid...'. Sondern diesmal eine ernstgemeinte Entschuldigung.


    Mir tun die Verantwortlichen bei Didymos (das wäre dann vermutlich die Tochter von Erika Hoffmann?) schon auch ein bisschen leid. Wenn die eigene Mutter als rassistisch bezeichnet wird, hat man natürlich erstmal so ne Abwehrhaltung...Da gleich richtig zu reagieren, ist schwierig. Fürs Geschäft wäre eine andere Reaktion sicherlich besser...


    Ich meine, man hätte das toll umdrehen können. Tuch sofort umbenennen (in etwas neutrales wie 'Erika'). Dann eine Delegation nach Südamerika schicken, die sich mit den dortigen Trage- und Webtraditionen vertraut macht (und umgekehrt, das eigene dort vorstellt). Dann evt ein Projekt mit indigenen Gruppen dort - sozusagen zur Wiedergutmachung. Dort fragen, wie man weiter verfahren soll (das finde ich am wichtigsten!). Anbieten, zusammen ein neues Tuch zu gestalten und den Profit teilen, für eine Schule spenden oä. Das wäre die PR Gelegenheit gewesen...stattdessen posten sie Fairisle Muster auf Facebook. Da komme ich als europäische Kundin mir schon verarscht vor, und die von der Beleidigung Betroffenen sicher noch viel mehr...

  • Der Name wird nun geändert, scheint angemessen.1 Den Namen Prima mag ich nicht, aber das ist nun wirklich Geschmackssache.


    Dass gefordert wird, das Muster ganz einzustellen, sehe ich allerdings kritisch.


    Die genese des Musters ist vielleicht so verlaufen: Frau Hoffmann hatte dieses Tuch aus Mexiko, findet das gut, wird drauf angesprochen, will es herstellen lassen nd vertrieben. Dabei hat sie wohl zunächst nicht daran gedacht, dass das Ganze so groß werden und ihre Firma später weltweit exportieren würde.


    Sie geht wohl zu mehreren Webereien, bis sie schließlich eine findet, die sie nicht für verrückt erklärt. Sie will was Ähnliches haben, genau das Gleiche geht wahrscheinlich sowieso nicht, weil Webstühle in BaWü andere Voraussetzungen haben. Der Webmeister kennt traditionelle dt. / europäische Muster, die dem mexikanischem ähneln und es wird experimentiert, bis es schließlich ein Muster gibt, dass den Anforderungen entspricht.
    Um an die Quelle zu erinnern, wird das Muster "Indio" genannt, das zu diesem Zeitpunkt in D nicht als Schimpfwort bekannt ist.


    Von daher: Namensänderung ok, aber Muster vom Markt nehmen, das was man hat in die Altkleidersammlung geben, finde ich wirklich übertrieben.


    Der Kolonialismus heute zeigt sich doch viel eher in der noch nie da gewesenen ökonomischen Ausbeutung: Wegwerf-textilien, die in Bangladesh oder Äthipopien hergestellt werden, Rohstoffe, die zu Lasten von Umwelt und Menschen weltweit abgebaut werden, vorzugsweise da, wo korrupte Regierungen und multinationale Konzerne Umweltstandards nicht beachten oder es sie gar nicht erst gibt. Die Liste ließe sich endlos fortführen.


    Ich hätte übrigens wirklich gerne eine Quelle, wie lange die Diskussion geht. Wann wurde die Firma Didymos darüber informiert, dass ihr Verhalten unangemessen sein soll? Wie sah der Dialog aus? Da habe ich bis jetzt nur Behauptungen gehört, dass es schon jahrelang schwelt. Aber Konkretes habe ich dazu nicht gelesen.


    Ist jemand bei thebabywearer.com aktiv? Da müsste das doch auch breit diskutiert werden.


    ____________________________________
    1 Zum Namen: da habe ich das hier gefunden:
    "Ein gutes Bespiel für diesen Prozess ist der Begriff „indio" (Indianer): Er wurde lange abgelehnt, da er einerseits in vielen Ländern als Schimpfwort gebraucht wird, und andererseits ein vereinfachtes und vereinheitlichendes Bild der verschiedenen Kulturen und Gesellschaften der Ureinwohner Amerikas suggeriert. Viele Jahre sprach man in diesem Sinne ausschließlich von pueblos indígenas (indigenen Völkern) - ein Begriff, dem im Kontext der entsprechenden Forderungen nach partieller Entkolonialisierung besondere Bedeutung zukommt (vgl. Stavenhagen 1988, 1994).
    In den vergangenen Jahren wurde jedoch der Begriff „indio" wieder rehabilitiert: Er wird von vielen VertreterInnen der „indianistischen Bewegung" bewusst mit Stolz verwendet. Er soll eine neu-Bewertung indianischer Kultur, gemeinsame historische Erfahrungen und gemeinsame politische Strategien zum Ausdruck zu bringen"


    Quelle: http://www.lateinamerika-studi…logie/ethnologie-240.html


    Da scheinen sich also auch die ExpertInnen nicht einig zu sein.

  • Das Muster sofort einstellen und alle Tücher verbrennen, ist natürlich nicht sinnvoll. Und das ist natürlich auch für die Firma (und alle Angestellten) nicht tragbar.


    Soweit ich weiß, waren die (wer auch immer das ist, ich weiß nicht, wie die Firma aufgebaut ist) jetzt gerade auswärtig. Vielleicht kommt da ja auch noch was hinterher.
    Ich hatte auch so Gedanken, dass da vielleicht neue Muster entworfen werden könnten etc. Das geht natürlich nicht von jetzt auf gleich.


    Also ich würde jetzt mal abwarten und schauen, ob das jetzt einfach ausgesessen wird oder ob da nicht doch noch was andres folgt.

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  • Wozu ein neues Muster entwerfen? Didymos hat doch nicht nur "Indio/ Prima" im Sortiment sondern bereits jetzt viel Auswahl.


    Das Muster "1975" sieht fast genauso aus wie das "Indio/ Prima".

  • hm. naja das, was ich gesehen habe, ist das Indio aber schon auch mit DAS Muster. Also ich finde andere viel schöner, darum geht es nicht. ich meine nur, dass das dann quasi alles wegfallen würde.

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  • Ich wusste vor diesem Thread auch nicht, dass "Indio" als Schimpfwort verwendet wird, ich kenne sogar zwei Mädchen, die "India" heißen...


    Aber ist ja gut, wieder etwas gelernt zu haben. Die Forderungen an Didymos, sowie die Reaktion von Didymos erscheint mir auch suboptimal. Viel sinnvoller wäre doch gewesen, in den Dialog zu treten und gemeinsam zu überlegen "was machen wir jetzt?"

  • ja eben, das was Pfirsich in ihrem letzten Absatz beschreibt.


    Man hätte da prima ;-) reagieren können.


    V.a. weil sie auf der ersten Seite ihrer homepage ja sowieso irgendwelche Projekte beschreiben, wo sie ehrenamtlich tätig sind.


    tja Chance vertan sage ich mal.

    Grüße von Claraluna


    Shoot for the moon. Even if you miss you will land among the stars.

  • Also wegen dem Musterentwurf, da hat Didymos einen Artikel von 1972 verlinkt, in dem steht:

    Also: der Regierungsoberbauassesor entwirft zufällig ein Muster, dass ganz so aussieht, wie das von den Tüchern aus Mexiko. :D

    Daroan mit Zottel 01, Zick 03, Zwerg 05 und Sternenkind (98-99)

  • @elly, was den *ndio Begriff angeht. In deiner Quelle steht, er würde von Vertretern der Bewegung der Indigenen Völker verwendet. Das ist wohl so ähnlich wie das andere N-wort. Unter Afroamerikanern wird das teilweise 'reclaimed' und verwendet (als 'Nigga'). Das heißt nicht, dass Weiße das so sagen sollten...

  • Wow, 6 Seiten schon, das hätte ich anfangs nicht gedacht...
    Ich bin ganz bei @Pfirsich, wenn sie sagt, daß wir es einfach mal annehmen sollten, daß andere Menschen negative Empfindungen dabei haben und es uns als "Nicht-Betroffene" nicht zu steht darüber zu richten.


    Hier in D ist das Wort "Indio" überwiegend neutral besetzt, das liegt sicherlich auch daran, daß hier nur sehr wenige Menschen aus Südamerika leben. Was mich übrigens auch zu einer Frage bringt:
    Wenn ich es richtig verstanden habe, dann ist es in Ordnung von Latinos und Latinas zu sprechen?
    Kann mir jemand erklären was der Unterschied zu dem Begriff "Indios" ist?
    Hat sich das einfach nur unterschiedlich entwickelt, schwingen da "einfach nur" unterschiedliche Bedeutungen mit? Hat es was mit dem Ursprung der Wörter zu tun oder was ganz anderes?



    Mir tun die Verantwortlichen bei Didymos (das wäre dann vermutlich die Tochter von Erika Hoffmann?) schon auch ein bisschen leid. Wenn die eigene Mutter als rassistisch bezeichnet wird, hat man natürlich erstmal so ne Abwehrhaltung...Da gleich richtig zu reagieren, ist schwierig. Fürs Geschäft wäre eine andere Reaktion sicherlich besser...


    Und man darf auch nicht vergessen, daß das keine Polit-Profis sind, die gewohnt sind auf solche Problemen in rasend schnellem Tempo zu reagieren.
    In Zeiten von Internet und damit einhergehenden Shitstorms fällt das ganz anderen Menschen/Unternehmen schwer.

    "Über besorgte Bürger wusste er Bescheid. Wo auch immer se sich aufhielten: Sie sprachen immer die gleiche private Sprache in der "traditionelle Werte" und ähnliche Ausdrücke auf "jemanden lynchen" hinaus lief." Terry Pratchett: Die volle Wahrheit
    LG Bryn mit Svanhild (*01), Arfst (*02), Singefried (*09) und Isebrand (*12)

  • Latina/Latino: Mensch mit Lateinamerikanischer Abstammung. *ndio spielt auf indigene Abstammung an, also auf Völker, die vor der Kolonisation in Südamerika lebten. Entspricht wohl '(US)Amerikaner' vs 'Indianer'. Auch da gibt es übrigens reclaiming, viele Native Americans nennen sich wieder 'American Indians'. Bevorzugt allerdings verwenden sie natürlich den Namen ihres Stammes.

  • Wow, 6 Seiten schon, das hätte ich anfangs nicht gedacht...
    Ich bin ganz bei @Pfirsich, wenn sie sagt, daß wir es einfach mal annehmen sollten, daß andere Menschen negative Empfindungen dabei haben und es uns als "Nicht-Betroffene" nicht zu steht darüber zu richten.

    Was mich zu der Frage kommen lässt, wer von denen, die dieses Thema in unglaublicher Vehemenz und Epik diskutieren, überhaupt Betroffene sind.
    Oder machen sich da wieder Weiße zum angeblichen Sprachrohr einer Minderheit?


    War das nicht auch irgendeine Form von Rassismus? ...... *grübel*

  • Danke fuer Deine Muehe Pfirsich, das hier immer wieder zu erklaeren. :)


    Ich finde es im uebrigen sehr positiv, dass immer mehr "First Nations" ueberall in der Welt das Selbstbewusstsein entwickeln und Symbole/Orte/etc die ihre sind offen zurueck fordern. Wir waren diesen Sommer ja in Australien und ich finde es zB absolut richtig, dass in Kuerze die Touri-Besteigungen des Ulurus nicht mehr geduldet werden.


    Dass diese neu erwachte Selbstbewusstsein fuer die White Society anstrengend ist, ja klar ist das so, aber gerade wenn es um Wortwahl geht, finde ich das mehr als zumutbar. Da bricht man sich echt keinen Zacken aus der Krone.


    Wenn man das Tuch unbedingt weiter produzieren will, dann waere es sicher eine gangbare Alternative es fair-trade und authentisch vor Ort produzieren zu lassen (oder mit dem Erloes, ein Projekt vor Ort zu foerdern welches dem Hilfe zur Selbsthilfe Konzept entspricht). Fehler eingestehen, aus der Not eine Tugend machen und ne Menge positiver PR.


    Es gaebe hier sicher einige win-win Szenarien fuer Didymos, aber so wie dort reagiert wird, wird das natuerlich nix.

    Frueher eine Tina & immer noch in den Low-Land's unterwegs ;)

  • Dass diese neu erwachte Selbstbewusstsein fuer die White Society anstrengend ist, ja klar ist das so, aber gerade wenn es um Wortwahl geht, finde ich das mehr als zumutbar. Da bricht man sich echt keinen Zacken aus der Krone.

    Auch hier gebe ich zu bedenken, dass es um eine Bezeichnung geht, die auch ein Großteil der hier Schreibenden (mich eingeschlossen) NICHT als rassistisch bewertet hätte. Und Didymos ist ja nun auch kein Großkonzern, der eine fette Marketingabteilung beschäftigt, die allwissend sein muss.


    Ich finde diesen shitstorm Scheisse und so typisch für diese ganze soziale-medien-kacke, die entweder voll ist von Dummen oder von besserwissenden Eiferern. Irgendwas dazwischen gibt es nicht mehr. Entweder ist alles super oder alles richtig übel. Fehler werden in diesem Zeitalter nicht mehr verziehen.


    Mir tut die Firma leid.

  • Irene...ich hab mehrfach deutlich hier geschrieben, dass das jede(r) selber entscheiden muss und es auch für mich keine schwarz-weiß entscheidung ist, was aus der Ind*o sache folgt. Ich hab mehrfach deutlich gesagt, entscheidend sind die Stimmen der Betroffenen (und dazu mehrfach verlinkt). Der Anstoß für mich kam von einer Freundin, die Latina ist.
    Und dann solche Antworten von Dir - was soll ich da noch schreiben #confused